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Von 1800 bis etwa 1850

Überwindung der optischen durch die leistungsfähigere elektrische Telegraphie. - Die Elektrizitätslehre entwickelt sich zu einer Wissenschaft mit Zukunft.
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20.3.1800 - Professor Alessandro Volta

Professor Alessandro Volta in Pavia berichtet in einem Brief an den Präsidenten der Royal Society in London, Sir Joseph Banks, ein erstes Mal über sein experimentell gefundenes galvanisches Element und seine Wirkungsweise. Diese erste elektrochemische Stromquelle wurde bald als „Volta-Säule" bekannt.

22.1.1801 - Friedrich Clemens Gerke

In Osnabrück wird Friedrich Clemens Gerke geboren. Als Autodidakt wurde er mit 40 Jahren Inspektor der optischen Telegraphenlinie Hamburg-Cuxhaven; bei deren Umstellung auf elektrischen Betrieb war er maßgeblich beteiligt. 1851 entwickelte er das heute allgemein verbreitete „Morseschrift-Alphabet", das am 1. Juli 1852 beim Deutsch-Österreichischen Telegraphenverein eingeführt wurde und im Prinzip noch heute gilt.

21. 9. 1801 - Moritz Hermann Jacobi

In Potsdam wird Moritz Hermann Jacobi geboren. Als in Rußland lebender deutscher Physiker hat er sich später namentlich um die elektrischen Phänomena und um ihre schrittweise praktische Anwendung bemüht. 1834 gelang ihm bereits die Demonstration eines von galvanischen Elementen betriebenen Elektrobootes auf der Newa bei St. Petersburg.

12.10.1801 - Carl August Steinheil

In Rappoltsweiler / Elsaß wird Carl August Steinheil geboren. Er studierte Astronomie, wurde dann 1835 Professor der Physik und Mathematik in München und wendete sich vorzugsweise nachrichtentechnischen Problemen konstruktiv und mit besonderem Geschick zu. So entwickelte er, unabhängig von Morse, 1837 einen ersten Schreibtelegraphen.

Er empfahl für elektrische Leitungen die Erde als Rückleiter. Er widmete sich der Sicherung der Telegraphengeräte durch Schaffung von Blitzschutzeinrichtungen und konstruierte auch elektrogalvanisch laufende Uhren. Um 1849/1850 bekleidete er in Österreich und in der Schweiz maßgebliche Ämter zur Einführung der elektrischen Telegraphie. Seine astronomisch-feinmechanische Fabrik in München wurde nach seinem Tode von seinem Sohn weitergeführt.

7.11.1801 - Professor Alessandro Volta

Professor Alessandro Volta hält im Nationalinstitut in Paris Vortrag über seine Forschungsergebnisse im Bereich des „Galvanismus"; in einem Fortsetzungsvortrag am 21.11.1801 demonstriert er hier auch seine „Spannungsreihe", die in seinem „Elektromotor" - der nach ihm benannten „Volta-Säule" - wirksam wird. Konsul Napoleon Bonaparte, der der Sitzung beiwohnt, stellt den Antrag, auf dieses Ereignis eine Medaille schlagen zu lassen.

3.8.1802 - Gian Domenico Romagnosi

Der italienische Advokat Gian Domenico Romagnosi veröffentlicht in einer Zeitung in Trient einen Aufsatz, in dem er davon spricht, daß man mit Hilfe des elektrischen Stromes eine Magnetnadel aus der Nordrichtung ablenken könne. 18 Jahre später wurde von Oersted der praktische Beweis erbracht.

15.12.1802 - Johann Lorenz Boeckmann

In Karlsruhe stirbt der Physiker Johann Lorenz Boeckmann, ein Förderer der optischen Telegraphie in Deutschland (siehe 8.5.1741 und 22.11.1794).

12.2.1804 - Heinrich Friedrich Emil Lenz

In Dorpat/Baltikum wird Heinrich Friedrich Emil Lenz geboren. Er bildete sich zum Physiker und wurde 1834 Mitglied der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften. Neben Prof. M. H. Jacobi war er einer der ersten Gelehrten in Rußland, die sich mit Problemen der Elektrophysik befaßten. Damals schon stellte er die nach ihm benannte „Lenz'sche Regel" auf, nach der die Richtung eines induzierten Stromes so verläuft, daß Arbeit geleistet wird. 1835/38 entwickelte er eine Formel für die Abhängigkeit des elektrischen Widerstandes von der Temperatur.

24.10.1804 - Wilhelm Weber

In Wittenberg wird Wilhelm Weber geboren. Schon im Jahre 1825 hatte der junge Physiker mit seinem Werk „Die Wellenlehre auf Experimente gegründet" die Blicke der Wissenschaft auf sich gerichtet. 1828 war er bereits Professor in Halle und 1831 wurde er von C. F. Gauß nach Göttingen berufen, wo er an dessen erdmagnetischen Messungen teilnahm.

1833 schufen Gauß und Weber den ersten elektromagnetischen Telegraphen, den sie jahrelang als Kommunikation zwischen ihren Hochschulinstituten experimentell betrieben. Webers 1846 veröffentlichte elektrodynamische Maßbestimmungen wurden zur Grundlage der 1881/84 in Paris international festgelegten Maßeinheiten des c-g-s-Systems.

22.12.1804 - Louis Frangois Clement Breguet

In Paris kommt Louis Frangois Clement Breguet zur Welt. Nach dem Tode seines Großvaters Abraham Louis Breguet 1823, übernahm er dessen Uhrmacherei-Betrieb. Er entwickelte ein elektrisches Zeiger-Telegraphensystem mit Symbolen, die der optischen Telegraphie nachempfunden waren. 1845 wurden seine Telegraphen bei der französischen Staatsbahn für einige Jahre eingeführt, dann durch ein verbessertes System mit Drehzeiger ersetzt. Blitzsicherungen für Telegraphenapparate sowie Hotel-Telegraphen waren Spezialitäten von Breguets Firma.

23.1.1805 - Claude Chappe stirbt

Aus gekränkter Erfinderehre - man wollte ihm nachweisen, daß er nicht der Erfinder des optischen Telegraphen gewesen sei - stürzt sich Claude Chappe, ein ehemaliger Geistlicher, in Paris selbstmörderisch in einen Brunnenschacht. Tatsächlich hatte Chappe 1791/92 seinen Telegraphen nachweisbar entworfen und in der Folge weiterentwickelt und in Frankreich eingeführt (siehe 25.12.1763).

6.12.1805 - Nicolas-Jacques Conte stirbt

In Paris stirbt, im 51. Lebensjahr, der vielseitige Nicolas-Jacques Conte, der Schöpfer der ersten „Luft-Nachrichtentruppe" (siehe 4.8.1755 und 31.10.1794).

14.1.1806 - Matthew Fontaine Maury

Bei Fredericksburg in Virginia/USA wird Matthew Fontaine Maury geboren. Er wurde Physiker und Geograph und trat bereits 1825 in die Dienste der US Navy ein. 1834 nahm er an einer Weltumsegelung teil; später widmete er sich meteorologischen und ozeanographischen Forschungen, wobei er 1852 die unterseeische Formation des sogenannten „Telegraphen-Plateaus" zwischen Irland und Neufundland durch Lotungen feststellte. Tatsächlich wurden auf Grund von Maurys Berechnungen die späteren Transatlantik-Seekabel in diesem Bereich verlegt (siehe Bild 28).

11.1.1807 - Ezra Cornell

In Westchester Landing/USA wird Ezra Cornell geboren. Er wurde Mechaniker und entwickelte 1845 ein submarines Kabel mit Bleiarmierung, das er zum Telegraphieren durch den Hudsonstrom mehrere Monate erfolgreich verwendete. 1868 gründete Cornell aus seinen Ersparnissen die Universität Ithaca im Staate New York, die heute noch seinen Namen trägt.

8.7.1809 - Idee eines elektrischen Telegraphen

Samuel Thomas von Soemmerring, Professor der Anatomie in München, trägt in sein Tagebuch ein, daß er sich mit der Konstruktion eines elektrischen Telegraphen beschäftige. Unter anderem schreibt er, daß die Versuche mit der Isolierung der Drähte durch Siegelwachs gelingen. Die Anregung, sich im Anschluß an seine elektrischen Versuche mit galvanischen Elementen nunmehr mit der Konstruktion eines Telegraphen zu beschäftigen, empfing Soemmerring vom bayerischen Minister Maximilian Joseph Graf Montgelas (1759-1838).

28.8.1809 - Vorführung des elektrochemischen Telegraphen

Nachdem es S. Th. von Soemmerring gelungen war, seinen elektrochemischen Telegraphen über mehrere hundert Meter funktionstüchtig zu betreiben, führt er nun seine Erfindung seinen Kollegen in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München vor. Zu einem praktischen Einsatz reichen die Erkenntnisse und Erfahrungen noch nicht aus; Soemmerring arbeitet experimentell weiter (siehe 6.1.1811).

23.1.1810 - Johann Wilhelm Ritter stirbt

In München stirbt, erst 33jährig, Johann Wilhelm Ritter. Gelernter Apotheker und Arzt gehörte sein besonderes Interesse jedoch der jungen Elektrophysik. 1798 hatte er die Thermo-Elektrizität, wenig später die Speicherung elektrischer Energie in Akkumulatoren entdeckt. Ritter half J. W. v. Goethe bei seinen elektrophysikalischen Versuchen.

16.2.1810 - William Fardely

In Ripon/Yorkshire, England, wird William Fardely geboren. Mit seinem Vater kam er früh nach Mannheim, weilte dann wieder einige Jahre in England, wo er die Anfänge der Eisenbahn-Telegraphie von Cooke und Wheatstone miterlebte. Nach diesen Erkenntnissen baute er 1844 längs der Taunusbahn (Wiesbaden - Mainz-Castel) Deutschlands zweite Bahntelegraphenlinie (die erste war 1843 im Räume Aachen eingerichtet worden).

12.10.1810 - Heinrich von Kleist

Der Dichter Heinrich von Kleist veröffentlicht in den Berliner Abendblättern in dichterischer Phantasie eine technische Neuerung. Er schildert darin eine „Wurf- und Bombenpost" zur Beförderung von Briefen und Paketen zwischen Berlin, Stettin und Breslau.

6.1.1811 - Samuel Thomas von Soemmerring

Samuel Thomas von Soemmerring gelingt es, durch mit Siegelwachs isolierten Leitungen durch den Isarstrom bei München zu telegraphieren. An diesen Versuchen nimmt Paul Schilling von Cannstatt teil, ein junger russischer Diplomat, der später selbst ein Pionier der elektrischen Telegraphie wurde.

3.3.1811 - Benda Wolff

In Berlin wird Benda Wolff geboren. Nach medizinischem Studium in Berlin und in Halle gründete er 1825 eine Verlagsbuchhandlung; dann übernahm er in Berlin die Vossische und die Nationalzeitung. Im November 1849 begann er die telegraphische Verbreitung der für seine Nationalzeitung erworbenen Meldungen. Damit entstand „Wolffs Telegraphenbüro" (WTB).

31.3.1811 - Robert Wilhelm Eberhard Bunsen

In Göttingen wird Robert Wilhelm Eberhard Bunsen geboren. Als Professor der Chemie hat er durch seine experimentellen Forschungen zahlreiche neue Erkenntnisse und Entdeckungen, auch einige Erfindungen beigetragen. 1841 schuf er das nach ihm benannte Zink-Kohle-Element. Später gelang ihm die elektrolytische Gewinnung von Mangan, Strontium und Aluminium. Mit G. R. Kirchhoff fand er 1859 die Spektralanalyse, die alsbald zur Entdeckung neuer Alkalimetalle geführt hat.

7.8.1811 - Elias Loomis

In Tolland County (Connecticut, USA) wird Elias Loomis geboren. Als Mathematiker, Physiker und Astronom lehrte er in Hudson (Ohio), an der Universität New York und in New Haven (Connecticut). Gemeinsam mit E. Redfield führte er 1849 in den Vereinigten Staaten von Amerika den telegraphischen Wetterdienst ein.

16.5.1812 - Franz Alphons Desiderius Chauvin

In Lüttich wird Franz Alphons Desiderius Chauvin geboren. Er wurde preußischer Ingenieuroffizier. 1856 wurde ihm die Leitung der preußischen Staatstelegraphie übertragen; zuletzt war er, bis 1872, der erste Telegraphendirektor des Bismarck-Reiches. Bei der 2. Internationalen Telegraphen-Konferenz 1868 in Wien wurde auf Grund seines Vorschlages die Siemens-Widerstands-Einheit zur internationalen Norm bestimmt (ab 1881 durch das Ohm ersetzt). 1864 war Chauvin in den Adelsstand erhoben worden.

29.5.1813 - optische Telegraphenlinie von Metz nach Mainz

Eine von den französischen Brüdern Claude und Abraham Chappe gebaute optische Telegraphenlinie von Metz nach Mainz (Stephanskirche) wird in Betrieb genommen; es ist die erste Chappe-Telegraphie auf deutschem Boden. Doch nur kurz währte ihre Funktion: nachdem Blüchers Truppen bei Kaub in der Neujahrsnacht 1814 den Rhein überschritten hatten, wurde die Linie Metz-Mainz gegenstandslos und verfiel. Erst 20 Jahre später wurde von Pistor in Berlin eine neue, verbesserte optische Telegraphie propagiert und verwirklicht.

12.4.1814 - Dauer einer Nachricht = 13 Tage

Die Nachricht vom Einzug der verbündeten Truppen in Paris am 31. März 1814 gelangt erst nach 13 Tagen nach Berlin.

30.7.1814 - Johann Georg Halske

In Hamburg wird Johann Georg Halske geboren. Er bildete sich zum Feinmechaniker und gründete 1844 in Berlin eine eigene Werkstatt. In Begeisterung für den von Siemens verbesserten Zeigertelegraphen entschloß er sich, an dessen Durchbildung und Produktion mitzuwirken. So entstand 1847 die Telegraphen-Bauanstalt Siemens & Halske, die Keimzelle der heutigen Siemens AG. An der Konstruktion der Guttaperchapresse zur nahtlosen Isolierung von Telegraphendrähten hatte Halske neben Siemens erfinderischen Anteil. In der zweckentsprechenden und damit zeitlosen Formgestaltung elektrotechnischer Geräte, insbesondere der Telegraphen und Meßinstrumente, hat Halske zu seiner Zeit Hervorragendes geleistet.

4.3.1815 - Napoleon flieht von Elba

Die sensationelle Nachricht von der Flucht Napoleons von Elba und seiner Landung in Südfrankreich wird durch den Chappe'schen optischen Telegraphen von Lyon nach Paris übermittelt.

7.7.1816 - John Pender

In Vale of Leven (Dumbartonshire, Schottland) wird John Pender geboren. 1855 gehörte er, ein erfolgreicher Unternehmer, zu den ersten Aktionären, die bereit waren, ein Atlantikkabel zu bauen. Aber erst 1866 gelang es, nicht zuletzt durch die Initiative Penders und Cyrus Fields, dieses Unternehmen zu dauerhaftem Erfolg zu führen.

11.7.1816 - Francis Ronalds

Francis Ronalds (1788-1873) bietet in Hammersmith der britischen Admiralität seinen mit Elektrisiermaschine arbeitenden Telegraphen zur Einführung an. Die enttäuschende Reaktion der Behörde vom 5.81816: „Telegraphen aller Art sind heute völlig unnötig und keine anderen als die bisher in Gebrauch befindlichen (optischen) werden angenommen." Diese Fortschrittsfeindlichkeit prangert Ronalds 1823 in einer Broschüre über diese und andere Arbeiten seiner Werkstatt öffentlich an.

13.12.1816 - Werner (von) Siemens

In Lenthe bei Hannover wird als Sohn eines Gutspächters Werner Siemens geboren. Früh hatte er sich der elektrischen Nachrichtentechnik zugewandt und 1847 mit J.G. Halske in Berlin die „Telegraphen-Bauanstalt Siemens & Halske" gegründet, die Keimzelle der heutigen Siemens AG. Entwicklung, Fabrikation, Vertrieb und Betrieb elektrischer Telegraphenlinien erbrachten die Mittel, um das Gesamtgebiet der jungen Elektrotechnik zu bearbeiten und weiter zu entwickeln.

1866 brachte Siemens' Entdeckung des dynamoelektrischen Prinzips die Grundlage für die Starkstromtechnik; 1879 präsentierte Siemens in Berlin die erste elektrische Bahn. Darüber hinaus gab er maßgebliche und fortwirkende Impulse für die Weltgeltung deutscher Technik und Industrie. 1888 erhob Kaiser Friedrich III. ihn in den Adelsstand.

30.11.1819 - Cyrus West Field

In Stockbridge/Massachusetts USA wird Cyrus West Field geboren. Als ideenreicher und wagemutiger Unternehmer hat er in den Jahren 1854 bis 1866 mit zäher Energie die Herstellung der ersten Transatlantik-Telegraphie-Kabel durchgesetzt und später auch bei anderen technischen Unternehmungen seine hohen Qualitäten unter Beweis gestellt.

2.10.1820 - Andre Marie Ampere

Der Physiker Andre Marie Ampere macht in Lyon den Vorschlag, mit Hilfe von Magnetnadeln, die durch elektrischen Strom abgelenkt werden, zu telegraphieren.

4.11.1820 - Johann Salomo Christoph Schweigger

Der Physiker Johann Salomo Christoph Schweigger (1779-1857) zeigt in einer Vorlesung in Halle an der Saale das erste von ihm konstruierte Galvanoskop. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zur angewandten Elektrizitätslehre.

21.7.1821 - Paul Julius Reuter (Reuter Agentur)

In Kassel wird Paul Julius Reuter geboren. Dem Rate von Werner Siemens folgend, ersetzte er seine bis dahin mit Brieftauben betriebene Zeitungs- und Geschäftskorrespondenz durch ein telegraphisches Depeschenbüro, das er 1851 in London etablierte und das - seit 1865 Aktiengesellschaft - eine weltberühmte internationale Nachrichten-Agentur wurde. Der Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha erhob Reuter 1871 in den Freiherrnstand.

31.8.1821 - Hermann Helmholtz

In Potsdam wird Hermann Helmholtz geboren. Zunächst Militärarzt und Physiologe, der sich durch die Erfindung des Augenspiegels (1850) bekannt gemacht hatte, wandte er sich mehr und mehr der Physik zu, 1847 belegt durch seinen Vortrag „über die Erhaltung der Kraft". Seine „Lehre von den Tonempfindungen" (1862) wies A. G. Bell den Weg zur Konstruktion seines Telephons. 1870 wurde er Professor der Physik an der Universität Berlin und 1887 auch erster Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin. 1883 wurde er in den Adelsstand erhoben.

10.3.1822 - Latimer Clark

In Great Marlow/Buckinghamshire (England) wird Latimer Clark geboren. 1847 war er beim Bau der Britannia-Brücke beteiligt. 1850 wurde er als Elektriker tätig. 1853 schuf er die Rohre für eine Saugluft-Rohrpost des Londoner Telegraphenamtes. Dann beschäftigten ihn Probleme der Kabel- und Seekabelherstellung. Er lieferte auch wertvolle Beiträge zum Messen elektrischer Größen.

25.4.1822 - Max Maria von Weber

In Dresden wird Max Maria von Weber geboren; er war der Sohn des Opernkomponisten und verschrieb sich der Technik. Nach dem Studium am Dresdner Polytechnikum wurde er 1850 Direktor des sächsischen Staatstelegraphen. Später wandte er sich mehr der Eisenbahntechnik, aber auch der Dichtung und Philosophie zu. 1867 verfasste er das Fachbuch über das „Telegraphen- und Signalwesen der Eisenbahnen".

13.8.1822 - Versuche mit beleuchteten optischen Signalgebern

Entlang der Bahnlinie Paris-Orleans werden Versuche mit beleuchteten optischen Signalgebern unternommen; sie führen zu keinem brauchbaren Ergebnis geschweige denn einer Ausweitung dieser Versuche.

4.4.1823 - Wilhelm Siemens (Sir William)

In Lenthe bei Hannover wird Wilhelm Siemens (Sir William) geboren, ein Bruder des Erfinders der Dynamomaschine. 1844 übersiedelte er nach England und betätigte sich als Ingenieur. 1856 besprach er mit William O'Shaughnessy die Möglichkeit eines anglo-indischen Telegraphen; dieses Projekt verwirklichte er mit seinen Brüdern 1868-1870 durch den Bau der 11000 km langen Indo-Europäischen Telegraphenlinie London-Teheran-Kalkutta.

Schon 1863 hatte er ein erstes Siemens-Kabelwerk in Woolwich an der Themse errichtet; 1873/74 folgte der Bau des ersten großen Kabelschiffs, mit dem „Siemens Brothers" in den folgenden 10 Jahren sechs Transatlantik-Kabel legten. Siemens, der auch eine hochbegabte Gelehrtennatur war, wurde von der Queen Victoria in den englischen Adelsstand erhoben.

21.7.1823 - Samuel Canning

In Ogbourne/St. Andrew/England wird Samuel Canning geboren. Als Freund und Berater von Cyrus West Field, der als Initiator die Transatlantik- Telegraphie durchgesetzt hatte, wurde er der technische Leiter der Seekabelverlegung, die im Sommer 1858 ein erstes Mal gelang.

26.6.1824 - William Thomson

In Belfast/Nordirland wird William Thomson, der spätere Lord Kelvin, geboren. Einer der bedeutendsten Physiker Englands im 19. Jahrhundert, hat er sich besonders um die sichere Legung leistungsfähiger Transatlantikkabel hohe Verdienste erworben.

1.7.1824 - Theodor Clemens

In Frankfurt/Main wird Theodor Clemens geboren. Er studierte Medizin und wurde in seiner Geburtsstadt Arzt. In seiner Freizeit will er - Jahre vor 1863 - Versuche zur elektrischen Schallübertragung unternommen haben, indem er Spulen anschrie, die diese Frequenzen über Leitungen auf andere Spulen übertrugen und dort als „Aeolsharfentöne" deutlich gehört wurden. Diese zeitlich vor Ph. Reis' entsprechenden Experimenten liegenden Versuche gab Clemens jedoch erst 1863 in der Zeitschrift „Deutsche Klinik" in einem etwas allgemein gehaltenen Bericht bekannt. So gehört er unter Umständen zu den Vorläufern der Fernsprechtechnik.

7.10.1825 - Deutschlands erste Technische Hochschule

In Karlsruhe/Baden wird Deutschlands erste Technische Hochschule (zunächst als Polytechnische Schule bezeichnet) gegründet. Ihre geistigen Väter waren der Architekt Fr. Weinbrenner und der Wasser- und Straßenbau-Ingenieur Joh. G. Tulla. An dieser Hochschule lehrte während der Jahre 1885/1888 Heinrich Hertz als Experimentalphysiker; hier gelangen ihm 1887 seine entscheidenden Versuche zur Demonstration der elektromagnetischen Wellen.

27.10.1825 - Problem der Eisenbahn-Signal- und Sicherungs-Technik beginnt

Die erste Dampf-Eisenbahn für Personenbeförderung wird zwischen Stockton und Darlington in England in Betrieb genommen. Erfinder der Dampflokomotive war im Jahre 1804 Richard Trevithick. „Vater des Eisenbahnwesens" wurde sein Landsmann George Stephenson, der die anfänglich nur für Bergbau und Industrie bestimmte Eisenbahn auch für den Personen- und Güterverkehr konzipierte. Mit der schnellen Ausbreitung des Eisenbahnwesens trat bald auch das Problem der Eisenbahn-Signal- und Sicherungs-Technik in Erscheinung, zunächst auf optisch-mechanischer Grundlage.

8.1.1826 - Versuche mit der thermo-elektrischen Kette

Der Physiker Georg Simon Ohm beginnt in Berlin seine Versuche mit der thermo-elektrischen Kette. Seine Versuchsprotokolle, die ein Jahr später die Grundlage für seine berühmt gewordene Publikation „Die galvanische Kette" lieferten, befinden sich im Deutschen Museum zu München.

21.7.1826 - Mahlom Loomis

In Oppenheim (New York, USA) wird Mahlom Loomis geboren. Von Beruf Zahnarzt hatte er sich mit dem Problem der drahtlosen Nachrichtenübermittlung beschäftigt. 1868 gelang es ihm vor einer größeren Zahl von Wissenschaftlern, eine drahtlose Nachrichtenverbindung in Virginia über 18 Meilen zu demonstrieren. 1872 wurde ihm sein Verfahren durch ein USA-Patent geschützt - rund ein Vierteljahrhundert vor Marconi.

5.3.1827 - Pierre Simon de Laplace stirbt

In Paris stirbt der Physiker und Mathematiker Pierre Simon de Laplace (Laplace Transformation). Nächst seiner im Newton'schen Geiste bearbeiteten „Himmelsmechanik", die seine astronomischen Forschungen als Buch zusammenfaßte, beschäftigten ihn physikalische Probleme, darunter auch die statischen Eigenschaften der Elektrizität. 1820 hatte er - zwar nicht als erster - den Vorschlag gemacht, elektrisch zu telegraphieren.

5.3.1827 - Alessandro Graf Volta stirbt

In Como/Norditalien stirbt im 83. Lebensjahr der Physiker Alessandro Graf Volta (siehe 18.2.1745 und 7.11.1801).

Anfang Mai 1827 - Ohm schreibt „Die galvanische Kette"

Bei Riemann in Berlin erscheint das Buch des Physikers Georg Simon Ohm, „Die galvanische Kette". Es enthält das in der Physik fundamentale Grundgesetz der elektrischen Ströme, das Ohm im Januar 1826 in Köln mit der „thermo-elektrischen Kette" experimentell nachgewiesen hatte. In diesem Buch sind seine Erkenntnisse „mathematisch bearbeitet".

14.7.1827 - Augustin-Jean Fresnel

In Ville d'Avray bei Paris stirbt im 40. Lebensjahr der Physiker und Ingenieur Augustin-Jean Fresnel. 1815 hatte er die erste exakte Wellentheorie des Lichtes, 1821 die Theorie transversaler Lichtwellen angegeben. 1823 stattete er den Cordouan-Leuchtturm an der Gironde-Mündung mit dem von ihm für Scheinwerfer entwickelten Zonenlinsen-System aus. Es gestattet eine gesammeltere Projektion der Lichtstrahlen als dies bisher allein mit Spiegeln zu bewirken war (Fresnel Linse). Zahlreiche weitere Leuchttürme werden in dieser Weise ausgerüstet.

22.12.1828 - William Hyde Wollaston

In London stirbt im 63. Lebensjahr William Hyde Wollaston. Als Physiker, Arzt und Chemiker vertrat er mehrere Wissenschaftsgebiete, die ihn befähigten, 1806 den Posten des Sekretärs der Royal Society in London zu übernehmen. Er entdeckte unter anderem die Schmiedbarkeit des Platins, entdeckte die Elemente Palladium und Rhodium, verbesserte das Mikroskop und konstruierte das Reflexions-Goniometer. Sein Name lebt fort in dem nach ihm benannten Wollaston-Element, einem Sammler galvanischer Energie.

3.3.1829 - Carl Siemens

In Menzendorf bei Lübeck wird Carl Siemens geboren. Sein Lebensweg orientierte sich an dem Vorgehen seines Bruders Werner, der 1847 in Berlin eine Telegraphen-Bauanstalt gegründet hatte. Nach den ausgedehnten Telegraphenlinien, die Carl Siemens 1853/56 im europäischen Rußland gebaut und anschließend auch unternehmerisch betreut hatte, entstand in St. Petersburg ein Filialunternehmen, das an der frühen Elektrotechnik Rußlands entscheidenden Anteil nahm. Carl Siemens wurde 1895 vom letzten russischen Zaren in den Adelsstand erhoben.

2.3.1830 - Samuel Thomas von Soemmerring stirbt

In Frankfurt am Main stirbt im 76. Lebensjahr der Arzt und Anatom Samuel Thomas von Soemmerring, der Schöpfer des ersten elektrochemischen Telegraphen (siehe 28. 1. 1755 und 8. 7. 1809).

30.7.1830 - Karl Frischen

In Bremen wird Karl Frischen geboren. Nach technischen Studien am Polytechnikum Hannover trat er dort als Telegraphen-Ingenieur in den Staatsdienst. 1854 erfand er - gleichzeitig mit Werner Siemens, aber unabhängig von ihm - die Differentialschaltung zum telegraphischen Gegensprechen. Auch die Ruhestromschaltung entdeckte er zu jener Zeit. 1869 trat er zu Siemens & Halske, Berlin, über, wo er sich zunächst um die Fertigstellung der Indo-Europäischen Telegraphenlinie London-Kalkutta kümmerte und dann intensiv das Gebiet der elektrischen Eisenbahn-Signal- und Sicherungstechnik bearbeitete. 1870 gelang ihm die Grundkonzeption des Eisenbahn-Streckenblocks.

7.1.1831 - Heinrich (von) Stephan

In Stolp in Pommern wird Heinrich Stephan geboren. 1848 trat er in den preußischen Postdienst ein und avancierte im Bismarck-Reich zum Generalpostmeister. 1874 war er Initiator und Gründer des Weltpostvereins. 1885 erhielt er den erblichen Adel. Seine Verdienste um Telegraphie, Telephonie, Rohrpost und Elektrotechnik bildeten die sachliche Grundlage für den Nimbus, quasi der erste technische Minister des Deutschen Reiches zu sein.

29.1.1831 - Johann Heinrich Meidinger

In Frankfurt/Main wird Johann Heinrich Meidinger, der Erfinder des nach ihm benannten Ruhestrom-Elementes (1859) geboren.

16.5.1831 - David Edward Hughes

In London wird David Edward Hughes geboren. Er bildete sich zum Physiker und beschäftigte sich vorrangig mit Problemen der Elektrizität und den ihr innewohnenden Möglichkeiten für die technische Praxis. 1855 gelang ihm die Konstruktion des ersten brauchbaren Typendruck-Telegraphen, der sich viele Jahrzehnte in der Nachrichtentechnik behauptete. 1878 erfand er das Kohle(körner)-Mikrophon. 1891 führte er mit Hilfe eines Detektors den Nachweis der Hertzschen Wellen.

29.8.1831 - Faraday entdeckt die elektromagnetische Induktion

Der englische Physiker Michael Faraday entdeckt die elektromagnetische Induktion. Damit hatte er den schon lange vermuteten Zusammenhang zwischen Magnetismus und Elektrizität experimentell nachgewiesen. Dieses Ereignis wurde zum Markstein in der Elektrophysik.

13.11.1831 - James Clerk Maxwell

In Edinburgh/Schottland wird James Clerk Maxwell geboren. Nach naturwissenschaftlichen Studien wurde er 1860 in London am King's College Professor der Physik und Astronomie; 1871 folgte er einem Ruf nach Cambridge und baute dort in der Folge einen Lehrstuhl für Physik auf. 1873 schrieb er sein grundlegendes Werk „A treatise on Electricity and Magnetism", in dem er Faradays physikalische Erkenntnisse in mathematische Form brachte und die Grundgleichungen der Elektrodynamik aufstellte. Krönung seines wissenschaftlichen Lebenswerkes war seine elektromagnetische Lichttheorie.

26.3.1832 - Berend Wilhelm Feddersen

In Schleswig wird Berend Wilhelm Feddersen geboren. Er bildete sich an der Kieler Universität zum Physiker und promovierte 1857 mit einer grundlegenden Arbeit über elektrische Schwingungen. Diese Forschungen vertiefte er, ab 1858 in Leipzig lebend und lehrend, mit experimentellen Methoden, unter anderem mit Photographie und Drehspiegeln. Seine Untersuchungen über elektrische Wellenbewegungen gehören mit zur Grundlage der späteren drahtlosen Telegraphie.

12.4.1832 - Hugo A. Steinheil

In München wird Hugo A. Steinheil geboren. Er trat 1855 in die väterliche Firma ein, übernahm sie 1862 als Leiter und erweiterte sie zu einem beachtlichen Unternehmen auch auf dem Gebiet der Feinmechanik und Nachrichtentechnik.

17.6.1832 - William Crookes

In London wird William Crookes geboren. Er studierte bei A. W. Hofmann in London. 1861 gelang ihm mit Hilfe der Spektralanalyse die Entdeckung des Thalliums. 1874 entwickelte er ein Radiometer und 1879 die nach ihm benannte „Crookes'sche Röhre" hohen Evakuierungsgrades, die bei der Erforschung der Kathoden- und Röntgenstrahlen wertvolle Dienste leisten sollte.

21.7.1832 - Postrat Carl Heinrich Pistor und General O'Etzel

König Friedrich Wilhelm III. von Preußen genehmigt den Bau des optischen Telegraphen zwischen Berlin und Koblenz via Magdeburg, Halberstadt, Höxter, Paderborn, Köln. Die technische Ausrüstung der Stationen wird dem Geheimen Postrat Carl Heinrich Pistor, die Gesamtleitung des Betriebs dem General O'Etzel übertragen. Die in der Eingabe bereits in Erwägung gezogene Freistellung des neuen Nachrichtenverkehrsmittels für Publikum und Handel wurde nicht realisiert; sie wurde erst 1849 vorgenommen, nachdem die optische Telegraphie durch die elektrische ersetzt worden war.

13.10.1832 - Samuel F. B. Morse

Der amerikanische Kunstmaler Samuel F. B. Morse lernt auf einer Seereise von Europa nach den USA Mister Charles T. Jackson aus Boston kennen, der ihm ein erstes Mal von Möglichkeiten des elektrischen Signalisierens erzählt. Dieses Erlebnis soll Morse bewogen haben, einige Zeit später seinen Telegraphen zu entwickeln.

7.4.1833 - Carl Friedrich Gauß und Wilhelm Weber

Die Göttinger Professoren Carl Friedrich Gauß und Wilhelm Weber nehmen am Osterfest ihren gemeinsam entwickelten elektromagnetischen Telegraphen in Betrieb. Ihre „Stationen", in der Sternwarte (Weber) und im physikalischen Institut (Gauß) sind verbunden durch eine etwa 1 Kilometer lange Freiluftleitung über die Dächer der Stadt. Das System arbeitet mit einem Spiegelgalvanometer zur Zeichenablesung und einer Induktionsspule. Bis 1838 wurde dieser elektrische Telegraph zum Nutzen beider Wissenschaftler experimentell betrieben.

15.2.1834 - Henry Preece

In Caernarvon/Wales wird Henry Preece geboren. Er wurde Schüler und Assistent des Physikers Faraday und trat mit 19 Jahren in die Dienste einer englischen Telegraphengesellschaft. 1870 trat er in den staatlichen Telegraphendienst Englands ein. 1877 hatte er in London die ersten Beil-Telephone eingeführt. Als Chefingenieur der englischen Postbehörde wurde er ab 1897 der große Förderer und Propagandist von Marconis drahtloser Telegraphie. 1902 gründete er den Normenausschuß der englischen Elektrotechnik.

31.12.1834 - Franz Carl Guilleaume

In Köln kommt Franz Carl Guilleaume zur Welt. 1856 trat er in die väterliche Seilerfabrik ein, die er zur bedeutenden Kabelfabrik (Carlswerk) entwickelte, nachdem er 1865 die Leitung übernommen hatte. Gemeinsam mit der Firma Siemens baute sein Unternehmen 1877-1881 das erste Untergrund- Reichstelegraphen- kabelnetz zwischen den deutschen Großstädten.

15.4.1835 - Freigabe der Staatstelegraphen abgelehnt

Der König von Preußen, Friedrich Wilhelm III., lehnt eine Eingabe der Berliner Kaufmannschaft ab, in der die Freigabe der Staatstelegraphen zur Übermittlung von Börsenkursen gefordert wurde. Erst 1849, nach der liberalen Revolution, werden Preußens Staatstelegraphen - inzwischen von optischen zu elektrischen Systemen übergegangen - für Gewerbe und Handel freigegeben.

28.7.1835 - Höllenmaschinen-Attentat gegen Louis-Philippe

Die erste offizielle Nachricht aus Frankreich, die über den preußischen optischen Telegraphen von Koblenz nach Berlin gemeldet wird, betrifft das Höllenmaschinen-Attentat des Joseph Fieschi gegen Louis-Philippe, den Bürgerkönig von Frankreich.

2.8.1835 - Elisha Gray

In Barnesville/Ohio, USA, wird Elisha Gray geboren. Nach handwerklicher Ausbildung als Grobschmied und als Zimmermann bildete er sich in fünfjährigem Studium zum Physiker. 1869 schloß er sich in Cleveland/Ohio mit M. Barton zur Gründung einer elektrotechnischen Firma zusammen, die später in der Western Electric aufging. Konstruktionen elektrischer Relais, Drucktelegraphen, Faksimiletelegraphen und Unterwasser-Schallversuche machten ihn in der technischen Welt bekannt, ganz besonders aber das Telephon, das er - fast gleichzeitig wie A. G. Bell - 1876 entwickelt und zum Patent angemeldet hatte. Das Bell'sche Telephon jedoch führte zum Erfolg.

14.11.1835 - Joseph Ritter von Höhen-Blum

Joseph Ritter von Höhen-Blum in Wien erhält ein Patent auf seine „Eil-Korrespondenz-Bahn", mit unterirdisch liegenden Rohren, in denen Zylinder mit Briefen durch Schnüre, Drähte, Wasser, Dampf oder Luftdruck fortbewegt werden sollen. Die Druckluft-Rohrpost schlug bereits 1810 G. Medhurst in England vor; Deutschland erhielt seine erste Rohrpost in Berlin 1865 durch Werner Siemens.

10.6.1836 - Andre Marie Ampere stirbt

In Marseille stirbt in seinem 62. Lebensjahr der französische Physiker Professor Andre Marie Ampere (siehe 22.1.1775).

25.2.1837 - Hammer-Unterbrecher für galvanische Ströme

Auf einer Sitzung des Physikalischen Vereins zu Frankfurt am Main führt Joh. Philipp Wagner den von ihm entwickelten Hammer-Unterbrecher für galvanische Ströme vor. C. E. Neef berichtete 1839 in Poggendorffs Annalen über diese Erfindung, woraus sich die noch heute üblichen zwei Bezeichnungen Wagnerscher bzw. Neefscher Hammer (z. B. bei Alarmklingeln) erklären. Siemens hat 1847 diesen Unterbrecher für seinen Zeigertelegraphen mit Erfolg verwendet und damit in die Nachrichtentechnik eingeführt.

12.6.1837 - Patent eines Fünf-Nadel-Telegraphen

William Fothergill Cooke und Charles Wheatstone reichen dem britischen Patentamt in London ein Caveat über die gemeinsam erarbeitete Konstruktion eines Fünf-Nadel-Telegraphen ein; bereits am 25. Juli 1837 wird dieses Gerät bei der North-Western Railway in der Nähe Londons versuchsweise in Betrieb genommen.

6.8.1837 - Baron Paul Schilling von Cannstatt stirbt

In St. Petersburg/Rußland stirbt 51-jährig der baltische Baron Paul Schilling von Cannstatt. Neben seiner Tätigkeit als russischer Diplomat hat er sich früh für die elektrische Telegraphie interessiert; 1809/11 nahm er in München an Soemmerrings elektrochemischen Telegraphieversuchen teil. Später entwickelte er selbständig einen magnetelektrischen Telegraphen, den er auf der Naturforscherversammlung in Bonn 1835 vorführte. Während des Baues einer Telegraphenlinie von St. Petersburg nach Zarskoje Sselo, dem Sommerschloß des Zaren, (etwa 30 Kilometer) ist Schilling gestorben. Die Sowjetunion sieht in ihm mit gewissem Recht den „Vater der elektrischen Telegraphie".

4.9.1837 - Schreibtelegraphen erfolgreich vorgeführt

Der amerikanische Kunstmaler Samuel F. B. Morse kann seinen ersten elektromagnetischen Schreibtelegraphen erfolgreich Freunden vorführen; er übermittelt dabei die Worte: „successf ul experiment with telegraph, September 4th 1837". Seinen Sender hatte der Erfinder an seiner Malerstaffelei befestigt.

10.11.1837 - Arnos Emerson Dolbear

In Norwich/Connecticut, USA, wird Arnos Emerson Dolbear geboren. Im Jahre 1877, nach Patentierung der Telephone von Gray und Bell, trat er mit einer Schrift vor die Öffentlichkeit, in der er ein selbstentwickeltes Telephon empfiehlt, das mit Dauermagnet in Hufeisenform und Eisenmembran arbeiten soll. Eine gerichtliche Klärung der Priorität wurde zugunsten von Bell entschieden, obschon die technischen Details von Dolbear angeblich erst später von Bell angewandt wurden.

27.1.1838 - Schreibtelegraph dem König vorgeführt

König Ludwig I. von Bayern besichtigt in der Akademie in München den Schreibtelegraphen von Carl August Steinheil. Die Vorführung verlief einwandfrei und überzeugte den König von der bisher angezweifelten Funktion.

6.11.1838 - Erster elektrischer Telegraph in Preußen

Der Apotheker Lohmeyer in Neiße und der mit ihm am gleichen Ort in Geschäftsbeziehungen stehende Kaufmann Schimmer nehmen einen selbstentwickelten elektromagnetischen Glocken-Telegraphen zwischen ihren Häusern in Betrieb. Es ist dies der erste elektrische Telegraph in Preußen.

11.12.1838 - Emil Rathenau

In Berlin wird Emil Rathenau geboren, der spätere Gründer der AEG (siehe 20. 6. 1915).

19.8.1839 - Geburtstag der Photographie

In einer festlichen Sitzung der Academie des Sciences in Paris gibt der Physiker Francois Arago (1786-1853) mit einem Vortrag die Erfindung der Photographie durch Joseph N. Niepce (1765 bis 1833) und Louis Jacques Mande Daguerre (1787-1851) öffentlich bekannt. Niepce war Chemiker und Daguerre Maler; beide hatten die Entwicklung der Photographie gemeinschaftlich vorangebracht und Daguerre hatte sie, nach dem Tode des Compagnons, bis zu diesem Termin propagiert. Dieser Tag wird international als Geburtstag der Photographie betrachtet.

19.10.1839 - Almon B. Strowger

In Penfield (New York, USA) wird Almon B. Strowger geboren. 1889 reichte er auf seine Erfindung des Hebdrehwählers zur automatischen Telephonie ein erstes Patent ein. 1891 gelang ihm mit Hilfe von Joseph Harris die mechanische Durchbildung seines Selbstwählsystems, das dann 1892 in La Porte (Indiana, USA) erstmals im Fernsprechverkehr eingeschaltet wurde.

20.6.1840 - Patent auf „Morse-Taste"

Der amerikanische Kunstmaler Samuel F. B. Morse läßt sich in Verbindung mit seinem verbesserten elektrischen Telegraphen den Taster, die sogenannte „Morse-Taste" patentieren.

12.4.1841 - Theodor Henning

In Mengede (Westfalen) wird Theodor Henning geboren. Als Schüler Redtenbachers studierte er in Karlsruhe Maschinenbau. 1868 konstruierte er nach englischen Lizenzen das erste deutsche Eisenbahn-Stellwerk für den Bahnhof Börssum. 1869 gründete er, zusammen mit Schnabel, in Bruchsal die „Eisenbahn-Signalbauanstalt Schnabel & Henning", die sich durch Entwicklung, Konstruktion und Lieferung ständig verbesserter Signalanlagen einen geachteten Namen verschaffte.

16.12.1842 - Idee der Telegraphie durch Ozeane

Samuel F. B. Morse, der sich nach seiner erfolgreichen Konstruktion eines elektrischen Schreibtelegraphen von seinem Malerberuf gelöst hat und jetzt nur noch Telegraphie-Plänen und Experimenten nachgeht, stellt fest, daß die Elektrizität gezwungen werden kann, durch das Wasser hindurch zu gehen. Im folgenden Jahre, 1843, schreibt er in sein Tagebuch die Idee, dereinst die Telegraphie durch den atlantischen Ozean zu betreiben.

27.5.1844 - Erste größere elektrische Telegraphenlinie in USA

Zwischen Washington und Baltimore/ Maryland wird über Freileitungen die von Samuel F. B. Morse errichtete erste größere elektrische Telegraphenlinie der USA in Betrieb genommen. Die Erkenntnis, daß man bei elektrischen Telegraphen die Erde als Stromrückleitung wirtschaftlich benutzen könne, die schon im 18. Jahrhundert den Physikern bekannt war und die Carl A. Steinheil in München 1837 neu entdeckt und bekannt gemacht hatte, war zu diesem Zeitpunkt dem Amerikaner Morse noch unbekannt. Doch wenig später wandte auch Morse sie an.

23.10.1844 - Edouard Branly

In Amiens/Frankreich wird Edouard Branly geboren. Neben seiner Tätigkeit als Professor an der Katholischen Universität und Arzt in Paris hat er sich mit physikalischen Problemen beschäftigt. 1891 führte er den Kohärer bzw. Fritter in die Funktechnik ein, womit der Wellenanzeiger von Hertz zweckentsprechend aber verbessert ersetzt werden konnte. 1906 konnte Branly auf der Reede von Antibes „telemechanisch" ein unbemanntes Torpedoboot fernsteuern, beschleunigen und einen Torpedo abschießen lassen (siehe auch 29. 8. 1928).

1.1.1845 - Mörder von Paddington per Telegraph gestellt

Der elektrische Telegraph wird bei der Verbrecher-Bekämpfung verwendet. Am Neujahrstag wird der aus Slough/England flüchtige Mörder der Sarah Hart, ein gewisser Tawell, erkannt, als er in den soeben abfahrenden Eisenbahnzug nach Paddington einsteigt. Mit Hilfe des Bahn-Telegraphen wird der Befehl zur Festnahme der beschriebenen Person nach Paddington übertragen, so daß der Mörder dort gefaßt und überführt werden kann. Der hierbei benutzte Wheatstone-Telegraph befindet sich im Science Museum zu Birmingham (siehe auch 23.11.1910).

14.1.1845 - Gründungsversammlung der „Physikalischen Gesellschaft"

Im ersten physikalischen Institut Deutschlands, im Hause des Physik-Professors Gustav Magnus (1802 bis 1870) am Kupfergraben in Berlin, findet die Gründungsversammlung der „Physikalischen Gesellschaft", der Keimzelle der heutigen Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), statt. Zu den Mitgliedern der ersten Stunde gehören unter anderem Helmholtz, Beetz, Brücke, Halske, Du Bois-Reymond und Werner Siemens.

6.5.1845 - Patent auf den elektrischen Ein-Nadel-Telegraphen

Charles Wheatstone und William Fothergill Cooke erhalten ein britisches Patent auf den elektrischen Ein-Nadel-Telegraphen, der ab 1846 in der English Telegraph Company fabriziert und von dieser für die Zwecke der Eisenbahnsicherung in England angeboten wird. Noch 80 Jahre später befanden sich solche Telegraphen im praktischen Gebrauch.

16.6.1845 - Gründung der „Oceanic Telegraphic Company"

Jacob Brett in London läßt sich, vorsorglich zur Sicherung seiner Priorität, die Gründung einer „Oceanic Telegraphic Company" registrieren. Mit seinem Bruder John Watkins Brett richtet er sogar eine Bitte um Unterstützung an Englands Premierminister Robert Peel. Aber erst 13 Jahre später wird ein erstes Transatlantikkabel vollendet, das nach 4 Wochen defekt und irreparabel wird; 1866 beginnt die dauerhafte Transatlantik-Telegraphie.

4.8.1845 - Patent auf die Herstellung von Bleikabeln

Die Engländer William Young und Archibald McNair erhalten ein britisches Patent auf die Herstellung von Bleikabeln. Sie isolieren Kupferleitungen durch Umgießen mit flüssigem Harz und umpressen diese mit einem Bleimantel als Schutz gegen mechanische Schäden. Dies dürfte das erste Kabelpatent gewesen sein.

11.9.1845 - Jean Maurice Emile Baudot

In Magneaux/Frankreich wird Jean Maurice Emile Baudot, der spätere Erfinder des fünfstelligen Binär-Codes für Telegraphen-Apparate, geboren (siehe 28.3.1903).

11.9.1845 - Robert Lüdge

In Berlin wird Robert Lüdge geboren. Er wurde Physiker und erfand das erste in Deutschland patentierte Mikrophon (DRP 4000 vom 12.1.1878). Der Weiterentwicklung seiner Erfindung konnte sich Lüdge, da er schon 1880 verstarb, nicht mehr widmen; so geriet seine Pionierarbeit angesichts des sich schnell auch in Deutschland einführenden Hughes-Mikrophons in Vergessenheit.

14.11.1845 - Annette von Droste-Hülshoff

Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff berichtet in einem Brief an ihre Freundin Elise Rüdiger, daß sie von einer nachrichtentechnischen Erfindung gelesen habe: man könne „durch drahtdünne Röhrchen unter der Erde den Schall auf große Wegstrecken so fortpflanzen, daß man z. B. in Minden nur sprechen und ein anderer in Münster nur das Ohr anlegen darf. Ich denke mir, diese Einrichtungen würden dann Regal-Vorrecht und man wird förmlich auf Billets, nach vorläufiger Bestellung, zu Unterredungen zugelassen". Und zum Schluß bringt Annette fast schon die Vision des Münz-Fernsprechers, wenn sie schreibt: „Ach Gott, Lies', was würden wir da manchen halben Gulden totschlagen!"

1.9.1846 - Erste elektrische 44 km Telegraphenlinie Belgiens

Zwischen Antwerpen und Brüssel wird die erste elektrische Telegraphenlinie Belgiens in Betrieb genommen. Auf der 44 km langen Strecke werden - mit Zwischenstation in Mecheln - Geräte der Engländer Cooke und Wheatstone verwendet.

18.10.1846 - Johann Sigmund Schuckert

In Nürnberg wird Johann Sigmund Schuckert geboren. 1873 gründete er in seiner Vaterstadt eine Werkstatt für elektromechanische Arbeiten, also zunächst für Elektromotoren und Generatoren. Auf der Grundlage eines genialen, selbstentwickelten Verfahrens zur Herstellung leistungsfähigster Glasparabolspiegel-Scheinwerfer wurde Schuckert ab 1885 auch Produzent dieser für Marine- und Nachrichtenzwecke wichtigen Geräte; sie hatten Weltruf.

2.1.1847 - Erster Zeigertelegraph

Die Berliner Mechaniker Bötticher & Halske erhalten von dem Artillerieleutnant Werner Siemens den Auftrag, einen Zeigertelegraphen nach seinen Entwürfen zu bauen. 10 Monate später entsteht aus diesem Kontakt die „Telegraphen-Bauanstalt Siemens & Halske".

11.2.1847 - Thomas Alva Edison

In Milan/Ohio, USA, wird Thomas Alva Edison geboren. Als ideenreicher Selfmademan wurde er als junger Mann Telegraphist und sehr bald Unternehmer zur Auswertung selbstgemachter Erfindungen. Sein Kohlekörner-Mikrophon für die aufkommende Fernsprechtechnik 1877, im gleichen Jahr auch der Phonograph - Vorläufer der Schallplatte und des Plattenspielers -, sodann 1879 seine Kohlefaden-Glühlampe mit dem ganzen Glühlichtsystem begründeten seinen sagenhaften Ruf als Erfinder.

Ab 1889 gelangen ihm auch kinotechnische Arbeiten, Filmprojektoren und Kopplung dieser mit Phonographen für „Ton-Film-Darbietungen". Bis 1931 hatte Edison durch mehrere hundert Erfindungen zu unserer technischen Zivilisation beigetragen.

3.3.1847 - Alexander Graham Bell

In Edinburgh/Schottland wird Alexander Graham Bell geboren. In jungen Jahren kam er in die Neue Welt. Bei Unterrichtung Gehörloser kam ihm die Idee, elektrische Induktionsströme zur Übertragung von Sprachfrequenzen anzuwenden. Dies führte ihn 1876 zur Konstruktion des Fernsprechers, der sich in den USA und bald darauf in Europa schnell einführte.

2.4.1847 - Carl Philipp Heinrich Pistor stirbt

In Berlin stirbt im 70. Lebensjahr Carl Philipp Heinrich Pistor. Zunächst im Postdienst tätig, machte er sich um 1813 selbständig und gründete mit Martins in Berlin eine bekannt gewordene astronomisch-mechanische Werkstätte. Hier wurden auch Oertling und Halske ausgebildet. Auf Pistors Anregungen und mit Unterstützung seiner Werkstatt entstand 1832 bis 1835 die preußische optische Telegraphenlinie zwischen Berlin und Koblenz mit 61 Stationen.

12.5.1847 - 6000 Meilen Telegraphen Linien im Bau

Samuel F. B. Morse, New York, berichtet in einem Brief an den USA-Geschäftsträger in Wien bemerkenswerte Angaben über die Ausbreitung seiner elektrischen Telegraphen in Amerika. 1000 Meilen messen danach die bestehenden, 6000 Meilen die gerade im Bau befindlichen Linien. Und am 1. Januar 1847 würde eine 1500 Meilen lange Linie zwischen Portland in Maine und New Orleans in Betrieb gehen.

1.10.1847 - Siemens & Halske wird gegründet

In Berlin gründen der Artillerieleutnant Werner Siemens und der Mechanikus Johann Georg Halske die „Telegraphen-Bauanstalt Siemens & Halske". Der von Siemens entwickelte Zeigertelegraph mit Selbstunterbrechung, wie er in Preußen 1847 und England 1850 patentiert wurde, bildete die Grundlage der Fabrikation.

Neben der Entwicklung und Fabrikation elektrischer Nachrichtengeräte wurde auch der Bau von Telegraphenlinien betrieben; 1848/49 entstanden zwischen Berlin und Frankfurt am Main sowie Berlin und Köln die ersten Fern-Telegraphenlinien Europas. Das war der Beginn der heutigen Weltfirma „Siemens AG", des ältesten heute bestehenden Elektro-Unternehmens der Welt.

14.5.1848 - Andre Robida

In Compiegne wird Andre Robida geboren. Die Romane seines Landsmannes Jules Verne (1828-1905), die mit ihren technisch-utopischen, dabei aber sachlich glaubhaften Themen eine neue Literaturgattung, die „Science Fiction", begründeten, waren für Robida Vorbild. In mehreren Werken - „La vie electrique" (1883) und „Le vingtieme siede" waren seine glanzvollsten — schilderte er den Stand der Technik, wie er ihn für unsere Zeit voraussah. Besonders eindrucksvoll sind seine Bilddarstellungen, die er zum Text schuf. Das Fernsehen, den öffentlichen Fernsprecher, das Diktaphon, Luftfahrzeuge und vieles andere finden wir in seinen Bildern.

24.7.1848 - Erste Fern-Telegraphenlinie Europas nach System W. v. Siemens

Vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. wird die Erstellung elektrischer Telegraphenlinien zwischen Berlin und Frankfurt am Main, Berlin und Köln sowie weiter bis an die belgische Grenze angeordnet. Die erste Linie wird 8 Monate später betriebsbereit; dies ist die erste Fern-Telegraphenlinie Europas, die mit Zeigertelegraphen nach der Konstruktion von Werner Siemens arbeitet.

28.11.1848 - Erste telegraphisch übertragene Pressenotizen

Die „Nationalzeitung" in Berlin veröffentlicht ihre ersten telegraphisch übertragenen Pressenotizen.

28.3.1849 - Erste offizielle Nachricht über elektrische Telegraphenlinie

Auf der kurz zuvor fertiggestellten elektrischen Telegraphenlinie zwischen Berlin und Frankfurt am Main wird die erste offizielle Nachricht übertragen. Die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche hatte den König Preußens, Friedrich Wilhelm IV., zum deutschen Erbkaiser gewählt. Diese Nachricht wurde in der Stunde ihrer Verkündung nach Berlin übertragen.

18.4.1849 - Adolf Slaby

In Berlin wird Adolf Slaby geboren. Nach Ingenieurausbildung habilitierte er sich 1876 an der Berliner Gewerbeakademie, die drei Jahre später zur TH Charlottenburg erhoben wurde. Angeregt durch Werner Siemens wandte sich der Maschinenbauer Slaby früh der Elektrotechnik zu und wurde 1884 mit dem Aufbau des Lehrstuhls für Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg betraut. Weltbekannt wurde er um die Jahrhundertwende in Verbindung mit frühen Experimenten zur drahtlosen Telegraphie, die er gemeinsam mit dem Grafen Arco für die AEG betrieb. 1903 übernahm er leitende Funktionen in der neugegründeten Telefunken-Gesellschaft.

14.6.1849 - Telegraphisch übermittelte Wetterkarte.

Die Londoner Zeitung „Daily News" veröffentlicht die erste auf telegraphischer Übermittlung der Beobachtungen beruhende Wetterkarte. Der Plan hierzu geht auf den Wiener Meteorologen Carl Kreil und seinen englischen Kollegen James Glaisher zurück.

1.10.1849 - 100 Worte in einem Telegramm

Die vom König Friedrich Wilhelm IV. am 31. August unterzeichnete Gesetzesvorlage zur Freigabe der staatlichen elektromagnetischen Telegraphenlinien Preußens für den privaten Publikumsverkehr tritt in Kraft. Um von Anfang an eine Überlastung der Linien mit Privatdepeschen zu verhindern, bestimmte ein Regulativ, daß höchstens 100 Worte mit einem Telegramm befördert werden dürfen.


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