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Von 1600 bis etwa 1750

Von der „vis electrica" zur Elektrisiermaschine und zur „Leidener Flasche". - Verfrühte Spekulationen um optische Telegraphie.
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20.11.1602 - Otto Guericke

In Magdeburg/Elbe wird Otto Guericke geboren. Nach juristischen und naturwissenschaftlichen Studien wurde er Ingenieur, 1627 Mitglied des Rates und 1646 Bürgermeister seiner Vaterstadt Magdeburg. Neben seinen Amtspflichten, die besonders dem Wiederaufbau der im 30jährigen Krieg schwer geschädigten Stadt galten, widmete er sich physikalischen Experimenten.

Neben seiner Erfindung der Luftpumpe ist besonders auch die der Elektrisiermaschine in Gestalt einer drehbar gelagerten Schwefelkugel (um 1660) bemerkenswert. 1672 erschien sein Jahre zuvor abgeschlossenes Werk „Experimenta Nova Magdeburgica de Vacuo Spatio" (Neue Magdeburgische Versuche über den leeren Raum) in Amsterdam. Mit diesem Buch hatte Guericke seine vielseitigen Beiträge und Erkenntnisse zur Naturwissenschaft seiner Zeit niedergelegt. 1665 war er in den Adelsstand erhoben worden.

30.11.1603 - William Gilbert

In London stirbt im 60. Lebensjahr der Leibarzt der Königin Elizabeth I., William Gilbert. Seit 1581 hatte Gilbert sich in Colchester intensiv mit magnetischen Experimenten beschäftigt, die auch dabei auftretende elektrische Erscheinungen berücksichtigten. Bei seinen Reibungsversuchen mit verschiedenartigen Stoffen waren jene mit Bernstein besonders bemerkenswert. Die Anziehungskraft geriebenen Bernsteins wurde - aus der griechischen Bezeichnung abgeleitet - die „vis electrica". Sie wurde im 2. Kapitel von Gilberts fundamentalem Werk „De Magnete" eingehend beschrieben. Dieses im Jahre 1600 in London erschiene Buch wurde zur Basis der einschlägigen weitergehenden Forschung. Es steht mithin am Beginn der Elektrizitätslehre und enthält erstmals die Bezeichnung „Elektrizität" in lateinischer Form.

4.9.1609 - Johann Carolus

In der in Straßburg gedruckten „Relation" des Johann Carolus, einer der ersten Zeitungen, erscheint die wohl älteste technische Pressemeldung. Es ist eine Nachricht über das Fernrohr des Galileo Galilei.

24.10.1615 - Franz Keßler

Ein gewisser Franz Keßler wird an diesem Tage als Meister in die Kölner Malerzunft aufgenommen. Der Technik-Historiker Franz M. Feldhaus (1874-1957) konnte nachweisen, daß dieser Künstler identisch ist mit einem vielseitigen Erfinder, der von 1580 bis um 1650 lebte und dem wir unter anderem ein ausgezeichnetes Bild eines optischen Tonnen-Telegraphen aus dem Jahre 1616 verdanken:
Die Lichtquelle befindet sich in einer liegenden Tonne, die mechanisch nach einer Seite zu öffnen ist. Das sehr klare Bild, das weitere Erklärungen überflüssig erscheinen läßt, zeigt eindeutig, wie der Erfinder sich das Senden als auch das Empfangen der Lichtzeichen gedacht hat. Die Landschaftsdarstellung läßt vermuten, daß der Künstler sich seine Einrichtung - die vielleicht in dieser Form nie realisiert wurde - am Rhein vorstellte.

18.7.1635 - Robert Hooke

In Freshwater/England wird Robert Hooke geboren. Er bildete sich zum Naturwissenschaftler und wirkte als Professor der Geometrie in London. Mehrere Verbesserungen und Erfindungen in der Mechanik sind ihm zu danken, so die 1658 von ihm angegebene Federunruh für Taschenuhren. Unter anderem hatte er 1684 schon optische Telegraphen in Erwägung gezogen, ähnlich dem System des Franzosen C. Chappe von 1792.

1.7.1646 - Gottfried Wilhelm Leibniz

In Leipzig wird Gottfried Wilhelm Leibniz geboren. Nach Studium in seiner Heimatstadt beschäftigte er sich, in Paris lebend, mit mathematisch- naturwissenschaftlichen Problemen. 1671-1694 arbeitete er an der Durchbildung einer selbstentwickelten Rechenmaschine mit Staffelwalzen und Sprossenrädern. Seit 1676 in Diensten des Herzogs von Braun-schweig-Lüneburg in Hannover stehend, hat er auf das gesamte geistige Leben seiner Zeit und auch auf die Gestaltung technischer Probleme starken Einfluß genommen. So schuf er 1700 die Vorform der späteren Preußischen Akademie der Wissenschaften, stets mit dem Ziel, das Wissen so zu ordnen, daß es dem menschlichen Leben und damit der Gesellschaft nützlich sein kann. 1709 war er in den Freiherrnstand erhoben worden.

18.1.1672 - Isaac Newton

Isaac Newton (1643-1727) legt der Royal Society in London sein erstes Spiegelteleskop mit sphärisch geschliffenen Spiegeln vor.

1.3.1672 - die erste Elektrisiermaschine

Der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz schreibt in einem Brief an Otto von Guericke, den Bürgermeister von Magdeburg, über Experimente mit der Schwefelkugel (die Guericke ihm geschickt hatte). Während Guericke die Schwefelkugel schon seit 1663 experimentell verwendet hatte und bei ihrer Drehung elektrische Leuchtwirkungen feststellte, beobachtete Leibniz nun auch elektrische Funkenbildung. Es handelte sich daher um die erste Elektrisiermaschine.

17.8.1676 - Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen

In Renchen in Baden stirbt Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen. Er wurde durch seine literarischen Arbeiten, insbesondere durch seinen „Simplizissimus" (1668) der Romancier der Epoche des Dreißigjährigen Krieges. In seinen Schriften finden sich auch manche technischen Ideen, so z. B. der Plan einer Rohrpost für Briefbeförderung.

21.5.1684 - Plan für Seefahrt-Telegraphie

Der britische Physiker Robert Hooke legt in London der Royal Society seinen Plan für Seefahrt-Telegraphie vor. Hierbei findet das Fernrohr Eingang in die Nachrichtentechnik; man solle es benutzen, um die gesendeten Zeichen auf große Entfernung abzulesen.

11.5.1686 - Otto von Guericke

In Hamburg stirbt im 84. Lebensjahr der ehemalige Bürgermeister von Magdeburg und Physiker Otto von Guericke (siehe 20. 11. 1602).

26.11.1695 - Guillaume Amotons

Der Pariser Physiker Guillaume Amotons operiert mit einem optischen Telegraphen, indem er auf die langsam kreisenden Flügel der Windmühle Belleville Buchstaben befestigt und wieder austauscht. In Meudon bei Paris werden diese Buchstaben mit Ferngläsern abgelesen. Dies berichtet ein Brief des Erzbischofs von Cambray.

10.6.1700 - Ewald Jürgen von Kleist

In Vietzow/Pommern kommt Ewald Jürgen von Kleist zur Welt. Nach juristischem Studium in Leiden übernahm er die Stellung eines Dom-kapitulars des Bistums Cammin in Pommern. Mit großem Eifer betrieb er physikalische Experimente; so erfand er 1745 die erste elektrische „Verstärkungsflasche", die gerechterweise seinen Namen tragen müßte. Aber da er seine Entdeckung seinen Freunden nach Leiden mitteilte und sie von dort in die wissenschaftliche Welt Einzug hielt, kam die Bezeichnung „Leidener Flasche" zur allgemeinen Verbreitung (siehe 11.10.1745 und 10.12.1748).

3.3.1703 - Professor Robert Hooke

In London stirbt im 68. Lebensjahr der Physiker Professor Robert Hooke (siehe 18.7.1635 und 21.5.1684).

17.1.1706 - Benjamin Franklin

In Boston/Massachusetts wird Benjamin Franklin geboren. Seine vielseitigen Fähigkeiten ließen ihn vom Seifensieder bis zu einem der bedeutendsten Staatsmänner seiner Zeit aufsteigen. Nach Auffindung der Theorie des Blitzableiters (1750) lieferte er mit seinem Drachenversuch (1752) dafür auch den praktischen Beweis.

8.11.1711 - Michail Wassiljewitsch Lomonossow

In Denissowka im Bereich Archangelsk wird Michail Wassiljewitsch Lomonossow geboren. Er wurde der vielseitigste und bedeutendste Gelehrte Rußlands im 18. Jahrhundert. So beschäftigte er sich auch mit den Problemen der Elektrizität. Zusammen mit dem St. Petersburger Physikprofessor G. W. Richmann (1711-1753), der bei einem Blitzableiter-Versuch das erste bekannte Todesopfer der Elektrophysik wurde, hatte sich Lomonossow mit „Erscheinungen in der Luft, die durch elektrische Kraft hervorgerufen werden" beschäftigt.

14.11.1716 - Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz

In Hannover stirbt im 71. Lebensjahr der Philosoph Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz (siehe 1.7.1646).

2.7.1729 - Stephen Gray

Der Engländer Stephen Gray (1696 bis 1736) entdeckt den Unterschied zwischen elektrischen Leitern und Nicht-Leitern.

11.11.1729 - Johann Albert Heinrich Reimarus

In Hamburg wird Johann Albert Heinrich Reimarus geboren. In seiner Heimatstadt wurde er Arzt und später Physikprofessor. Auf der Hamburger St. Jacobi-Kirche errichtete er 1769 Deutschlands ersten Blitzableiter.

14. 7. 1730 - Kapitän Robert Hamblin

Der englische Kapitän Robert Hamblin erhält das britische Patent Nr. 517 auf das erste Feuerschiff zur Sicherung der nächtlichen Seefahrt. Bis dahin gab es nur Küstenleuchttürme, die diesem Zwecke dienten.

9.9.1737 - Luigi Galvani

In Bologna/Italien wird Luigi Galvani geboren. Er studierte Medizin und Naturwissenschaften und wurde 1762 Professor der Medizin in Bologna. Auf Grund seiner Experimente mit Froschschenkeln entdeckte er 1786 die durch einen chemischen Prozeß erzeugte Elektrizität, die er jedoch zunächst für tierische Elektrizität hielt. Sein Landsmann A. Volta, der die Entdeckung richtig deutete, hat für den Elektrizitätsfluß eines Elementes später die Bezeichnung „galvanischer Strom" eingeführt. Damit wurde die Erinnerung an die wichtige Entdeckung in der Wissenschaft verewigt.

16.7.1739 - Charles Frangois de Cisternay Du Fay

In Paris stirbt erst 41 jährig, Charles Frangois de Cisternay Du Fay, ein Offizier und Gelehrter, der 1730 bei physikalischen Experimenten Elektrizität durch einen nassen Bindfaden leitete und der bei seinem in der Aca-demie des Sciences 1733 vorgetragenen Bericht bereits zwei Arten der Elektrizität unterschied, nämlich „Glas-Elektrizität" und „Harz-Elektrizität". Erst 1778 führte sich dafür die von dem deutschen Physiker Georg Christoph Lichtenberg angegebene Bezeichnung „Plus- und Minus-Elektrizität" ein.

8.5.1741 - Johann Lorenz Boeckmann

In Lübeck kommt Johann Lorenz Boeckmann zur Welt. Er bildete sich zum Physiker und lehrte in Jena und Karlsruhe. 1778 errichtete er im Lande
Baden meteorologische Beobachtungsstationen. Mit der von Chappe erfundenen optischen Telegraphie setzte er sich 1794 in seiner Schrift „Versuch über Telegraphie und Telegraphen" auseinander. Im gleichen Jahr übertrug er „aus einer Entfernung von 1 V2 Wegstunden" das erste Telegramm in Deutschland, einen Glückwunsch zum Geburtstag des Markgrafen von Baden, nach Karlsruhe (siehe 22. 11. 1794).

18.2.1745 - Alessandro Volta

In Como/Norditalien wird Alessandro Volta geboren. 1774 wurde er nach seinem Studium Professor der Physik in seiner Geburtsstadt; ab 1779 lehrte er in Pavia. Die richtige Deutung der Froschschenkelversuche Galvanis vom Jahre 1786 führte ihn zur Entwicklung der „galvanischen Säule", die dann auch als „Volta-Säule" bezeichnet wurde. Diesen ersten elektrochemischen Sammler führte Volta 1801 dem französischen Ersten Konsul General Bonaparte vor; als Napoleon Kaiser war, erhob er ihn in den Grafenstand.

7.5.1746 - Johann Heinrich Winkler

Der Physiker Johann Heinrich Winkler (1703-1770) experimentiert mit der wohl ersten Kondensator-Batterie, die er durch Zusammenschließung von fünf Leidener Flaschen erreicht . Im gleichen Jahr erklärte er auch, daß der Blitz ein elektrischer Funke sei. Als Physik-Professor in Leipzig veröffentlicht er das Buch „Die Stärke der electrischen Kraft des Wassers in gläsernen Gefäßen, welche durch den Musschenbroekschen Versuch bekannt geworden 1746".

1.9.1747 - Benjamin Franklin - Leidener Flasche

Benjamin Franklin in Philadelphia/ Pennsylvanien veröffentlicht einen wissenschaftlichen Bericht über die Leidener Flasche.

10.12.1748 - Ewald Jürgen von Kleist

In Köslin/Pommern stirbt im 49. Lebensjahr der Jurist und Domkapitular Ewald Jürgen von Kleist der Erfinder der Leidener Flasche (siehe 10. 6.1700 und 11. 10. 1745).

11.10.1745 - Ewald Jürgen von Kleist

Ewald Jürgen von Kleist in Cammin/ Pommern erfindet bei elektrophysikalischen Versuchen die „elektrische Verstärkungsflasche", die später als sogenannte „Leidener Flasche" bekannt wird (siehe 10. 6. 1700).

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