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Historisches Wissen aus Heften, Zeitschriften, Magazinen

Artikel, Zitate und Infos stammen aus der Funk-Technik, der Funkschau, den RTMs, Kameramann, der FKT, den Schriften von Philips und Zeiss Ikon und Anderen. Mehr über die verfälschten historischen Informationen ab 1933 über 1945 bis weit in die 80er Jahre.

aus der FUNK-TECHNIK Nr. 24/1949 (2. Dez.Heft)
Das Editorial

Nr. 24/1949 - 4. JAHRGANG

Dezember 1949 - Im Übergang

Der Waffenstillstand am Ende eines Krieges bedeutet erst „Halbzeit in der Gesamtentwicklung...", so ähnlich formu­lierte ein Wirtschaftspolitiker seine Antwort auf die Frage, wann endlich die leidige „Übergangszeit" vom Krieg zur Friedenswirtschaft beendet sei.

Seit Kriegsende (Anmerkung: April 1945) sind nun reichlich vier Jahre vergangen - wir dürfen also noch nicht ungeduldig werden. Wie auf allen anderen Wirtschaftsgebieten sind auch im Rahmen der Radiowirtschaft Westdeutschlands und Westberlins die Übergangserscheinungen noch nicht beendet. Sie sind weniger ausgeprägt als bisher - zugegeben, aber noch immer deutlich spürbar.

Es wäre falsch, beispielsweise in Westdeutschland von „friedensmäßigen Zuständen" zu sprechen und entsprechend zu handeln und - zu fordern! Übergang bedeutet Unsicherheit. Die Zukunft unseres Wirt­schaftszweiges ist weniger denn je abzuschätzen. Die Folgen tiefgreifender wirtschaftspolitischer Umschichtungen innerhalb der europäischen und darüber hinaus der Weltwirtschaft werden mit Sicherheit Rückwirkungen haben, über deren Umfang zur Stunde nur Vermutungen angestellt werden können.

Eine Lanze brechen für die EWG

Am Anfang aller Überlegungen steht das Schlagwort von der „Liberalisierung" des europäischen Handels. Es heißt Abbau der Zollschranken, Abkehr vom Quoten-, Zuteilungs- ­und Lizenzsystem im Außenhandel und schließlich freie Einlösbarkeit aller europäischen Währungen untereinander. Das bedeutet - auf unseren Wirtschaftszweig übertragen - die Möglichkeit (und Wahrscheinlichkeit!), englische Röhren und italienische Empfänger, französische Einzelteile und öster­reichische Schallplatten in deutschen Läden zu kaufen.

Mit anderen Worten: wir werden unter Umständen die gesamte ausländische „Konkurrenz" im eigenen Hause haben, und wir werden uns mit ihr auseinandersetzen müssen - nach kauf­männischen Grundsätzen und mit kaufmännischen Waffen. Es hat keinen Zweck, nach der Polizei zu rufen.

Wirtschafts­minister Erhard wird kaum helfen können... oder wollen. Kartellbildung zur künstlichen Preisstützung wird unnütz (und verboten) sein. Das Gebot der Stunde wird dann vielmehr wieder und wieder Rationalisierung, Kostensenkung und Wiederherstellung der internationalen Konkurrenzfähigkeit sein. Denn, nicht zu vergessen: die deutsche Industrie wird in einem „liberalisierten" Europa haarscharf die gleiche Chance haben wie jede andere Radiofabrik unseres Kontinents. Auch wir werden in alle Länder verkaufen dürfen zu den gleichen Bedingungen wie die böse Konkurrenz. Wir werden Umsätze erzielen können, wenn wir in Bezug auf Preise und Qualität das gleiche leisten wie die Mitbewerber - oder noch ein Quentchen mehr! Es wird sich beweisen müssen, ob das in letzter Zeit so beliebte Schlagwort vom „Wiedererreichen des Weltmarktstandards" nicht nur eine Phrase ist, eifrig ver­breitet zur Beruhigung des eigenen Gewissens.
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Schweizer Geräte - ein Testballon

Die Einfuhr schweizerischer Geräte war ein harmloser Auftakt. Weder regten die geforderten Preise auf, noch war der mindeste Grund vorhanden, die Stückzahlen besonders ernst zu nehmen. Vielleicht wird es nicht immer so bleiben. Die bevorstehende Freigabe ausländischer Kapitalinvestitionen gibt jenen nie ganz verstummten Gerüchten um einen massiven Vorstoß der Philco-Leute nach Westdeutschland reichlich Nahrung.

Einhunderttausend Philco-Kleinsuperhets sollten im Januar nach Westdeutschland einströmen. Ihr Import konnte abgebogen werden, aber es besteht kein Grund zur Annahme, daß die genannten Stückzahlen vom Publikum nicht mit Kuß­hand abgenommen worden wären - denn so schlecht, wie manche Leute die US-Super machten, waren sie nicht. Sie waren ihre 56 oder 80 D-Mark immer wert!

Nun schön, mit Importen war es nichts, wie nun aber, wenn man versucht, in Westdeutschland selbst zu produzieren ? Gerüchte ... sagen einige - Realitäten, die vor der Tür stehen... die anderen.

Es liegt an uns . . .

Die Folgerung ist einfach genug. Selbst auf die Gefahr hin, daß wir uns wiederholen: sie heißt Rationalisierung und Kostensenkung in der Industrie (und im Handel!), damit die Preise angeglichen werden können, vielleicht nicht dem USA-Niveau, aber wenigstens dem europäischen.

(Wenn die Ameri­kaner in Deutschland produzieren sollten, werden sie rasch merken, daß man nicht über seinen Schatten springen kann. Rohstoffpreise, Steuern usw. liegen bei uns nun einmal höher als in den Vereinigten Staaten, so daß es mit dem 10-Dollar-Super kaum etwas werden dürfte...)

Preissenkung heißt natürlich auch Senkung der Röhrenpreise! Und der Handel? Er kann zur Zeit nur wenig tun, um den möglichen künftigen Situationen gewachsen zu sein. Er hofft vielmehr, daß mancher kluge Vorschlag aus seinen Reihen bei der Industrie eine günstige Aufnahme findet, und daß überhaupt das nicht immer erfreuliche Verhältnis zwischen Handel und Industrie besser wird. Allem Anschein nach steht die Zeit bevor, in der man sich gegenseitig sehr brauchen wird. Die Parole muß daher mehr denn je „Zusammenarbeit" heißen. Es ist nicht von ungefähr, daß sich der Verlag dieser Zeitschrift entschlossen hat, ein neues Bindeglied für alle Zweige der deutschen Radiowirtschaft in Form der

FT-Informationen


zu schaffen. Zweimal monatlich werden ab Januar 1950 die Abonnenten der FUNK-TECHNIK, soweit sie Mitglieder der Verbände des Einzel- und Großhandels sowie der Industrie und des Handels sind - aber nur die Mitglieder! - Informa­tionsblätter erhalten, in denen alle wirtschaftlichen Probleme der Industrie, des Handels und Handwerks frei und offen erörtert werden. Es ist zu wünschen, daß die Verantwort­lichen unserer Branche (und alle jene, die sich verantwortlich fühlen) diese einzigartige Möglichkeit eines freien Gedanken­austausches wahrnehmen und sich an fruchtbaren, sachlichen Diskussionen und an einer aufbauenden Kritik beteiligen.

Noch ein Punkt muß behandelt werden: die Monate Oktober und November brachten Rekordproduktionen. Die west­deutschen Radiogerätefabriken fertigten jeweils rd. 150.000 Empfänger. Kein Wunder, daß vielen Leuten in der Branche der Kragen zu eng wird. Das Frühjahr steht vor der Tür, und der Frühling bedeutete noch immer den Beginn der ruhigen Saison. Manch einer sieht vor seinem geistigen Auge bereits wieder riesige Lagervorräte, ungeregelte Preis­senkungen, Schleuderverkäufe usw.

UKW kommt

Und dann werden wir - wenn uns nicht alles täuscht - vor einer erneuten Aktivität auf dem UKW-Gebiet stehen. Diesmal dürften die Sendegesellschaften etwas auf die Pauke schlagen - hoffentlich nicht zu sehr! Immerhin ist die Ent­wicklung gegenwärtig schon erfreulich weit fortgeschritten, so daß UKW nicht mehr im luftleeren Raum wie im Früh­jahr dieses Jahres schwebt. Sender und Industrie können schon etwas bieten. -

Jedenfalls muß auch der Einzelhändler bereit sein, auf diesem Gebiet so aktiv zu werden, wie es seine geographische Lage ( ... zum nächsten UKW-Sender) erlaubt. Oberingenieur Schilling soll ab Januar durch die Lande ziehen und Vorträge über UKW halten. Er wird dies in enger Zusammenarbeit mit den Sendegesellschaften und der Radiowirtschaft tun. Wird diese Aktion richtig durch­geführt, kann sie fruchtbar sein - anderenfalls wird sie viel Porzellan zerschlagen. Das jedoch können wir uns nicht leisten, denn es sind noch genug Scherben wegzuräumen (... vom letztenmal, wissen Sie noch, im März und April.. !).

Karl Tetzner

Zum Jahreswechsel (1949 auf 1950)

Berufsverbände der Industrie, des Handels und des Handwerks grüßen ihre Mitglieder und Kollegen in allen Zonen Deutschlands

Fachabteilung FUNK im Zentralverhand der elektrotechnischen Industrie

Zum Neuen Jahr wünscht die Fachabteilung FUNK dem Groß- und Einzelhandel von Herzen alles Gute. Ein Jahr des Aufbaues und der Konsolidie­rung liegt hinter uns. Erreicht wurde dieses Ziel außer durch verbesserte Fabrikationsmöglichkeiten und Erleichterung der Materialfrage in erster Linie durch den festen Zusammenhalt von Handel und Industrie, der in der Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkwirtschaft so beredten Ausdruck fand!

Vor uns liegt ein Jahr voll von großen Ereignissen: Kopenhagener Wellenplan - Skalenänderung - Ultrakurzwellenrundfunk. Daneben wird ohne Zweifel das neue Jahr eine weitere Konsolidierung der Verhältnisse und das Sichdurchsetzen der Lebensfähigen und Tüchtigen mit sich bringen. All diese Ziele können und werden nur erreicht werden, wenn der feste und bewährte Zusammenhalt aller Beteiligten im vergangenen Jahr auch im neuen Jahr gewahrt bleibt. Alles, was in unseren Kräften steht, dazu beizutragen, wird seitens der Industrie geschehen; wir hoffen, daß auch der Handel in gleicher Weise wie in 1949 mithilft an der Schaffung einer lebensfähigen, allen Anforderungen gewachsenen Rundfunkwirtschaft. Die FUNK-TECHNIK und ebenfalls die FT-INFORMATIONEN, deren Erscheinen die Industrie lebhaft begrüßt, werden das ihre dazu beitragen.

gez. Graf von Westarp

Verbande des Elektro- und Rundfunk-Großhandels e. V. (VERG)

Die deutsche Wirtschaft hat im abgelaufenen Jahr weitere Anstrengungen in Richtung auf eine Gesundung und Normalisierung unternommen. Die ge­genüber dem zweiten Halbjahr 1948 zu verzeichnende Verlangsamung des allgemeinen Aufschwungs hat nichts mit irgendwelchen Ermüdungs- oder Krisen­erscheinungen zu tun. Die stürmische Entwicklung nach der Währungsreform war einmalig. Sie erklärt sich hauptsächlich aus dem besonderen wirtschaftlichen Tiefstand im Nachkriegsdeutschland. Wenn die Produktionsziffern zu Ende des Jahres 1949 auf vielen Teilgebieten die Höhe der Vorkriegszeit erreicht oder überschritten haben, so liegt darin der beste Beweis für den ungebrochenen Schaffensdrang des deutschen Unternehmertums schlechthin. Von einer endgültigen Konsolidierung der wirtschaftlichen Verhältnisse kann allerdings immer noch nicht gesprochen werden, sie wird ver­mutlich erst dann eintreten, wenn Deutschland wieder stärker in der Außenwirtschaft verankert ist.

Bis zu diesem Ziel ist aber noch ein weiter, mühe­voller Weg. Es wird nur durch die zusammengefaßte Kraft des arbeitenden Menschen und größte Anstrengungen der Unternehmer sowie nicht zuletzt der deutschen Forschung erreicht werden können. In diesem Zusammenhang verdienen die Fachliteratur, insbesondere die Fachzeitschriften, Hervor­hebung. Sie sind Träger des Gedankenaustausches und befruchten Forschung, Technik und Wirtschaft. Möge es der FUNK-TECHNIK auch im neuen Jahre beschieden sein, an dieser sehr wichtigen Aufgabe erfolgreich mitzuarbeiten. Möge es insbesondere den neu erscheinenden FT-INFORMATIONEN gelingen, den notwendigen Gedankenaustausch innerhalb der Rundfunkwirtschaft zu pflegen und zu fördern.

gez. Paul Lübbert
Vorsitzender des Verbandes des Elektro- und Rundfunk-Großhandels e. V. (VERG)

Arbeitsgemeinschaft Rundfunk-Einzelhandel für das vereinigte Wirtschaftsgebiet

Das Schicksalsjahr 1949, in dem wir unseren härtesten Existenzkampf durchgeführt haben, geht zu Ende. 1950 dämmert herauf im Zwielicht politischer Hoffnungen und wirtschaftlicher Sorgen. Wir dürfen auf die deutsche Bundesrepublik mit Recht vertrauen, aber die wirtschaftlichen Verhältnisse kranken immer noch an den außerordentlich schwierigen Verhältnissen innerhalb der Länder und dem noch nicht fertigen europäischen Wirtschaftsblock. Der Übergang zur sozialen Marktwirtschaft Professor Erhards im Inland und zur liberalen freien europäischen Wirtschaft stellt den Kaufmann vor Probleme, wie sie bei uns in den letzten 25 Jahren niemals schwieriger waren.

Deshalb sind die wirtschaftlichen Fachverbände in der kommenden Zeit von beson­derer Wichtigkeit, denn man kann die stark fluktuierenden Verhältnisse nur von einer hohen Warte aus überblicken. Wir wollen Ihnen versprechen, den Ablauf der kommenden Monate zu beobachten und Ihnen jeweils so früh als möglich Prognosen stellen und Ratschläge geben, deren Befolgung wir für zweckmäßig halten, um Sie vor Schäden zu bewahren und Ihnen zu helfen, das Geschäft erfolgreich zu gestalten. In diesem Sinne beste Wünsche für 1950.

gez. Willy Beutelschmidt
1. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Rundfunk-Einzelhandel für das vereinigte Wirtschaftsgebiet

Zum Erscheinen der FT-INFORMATIONEN

Zum Erscheinen der FT-INFORMATIONEN gestatte ich mir, Ihnen meine besten Glückwünsche zu übermitteln. Ich begrüße diese Einrichtung, weil sie allen Firmen der Rundfunkwirtschaft Gelegenheit gibt, zu den Problemen unserer Branche Stellung zu nehmen. Ich hoffe gleichzeitig, daß damit die Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkwirtschaft auf eine breitere Basis gestellt wird und sich durch sachliche Stellungnahmen zu aktuellen Fragen unserer Branche in ihren FT-INFORMATIONEN viele Spannungen, die in den Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft gelegentlich auftreten, vermeiden lassen. Ich hoffe weiter, daß durch die Mitarbeit eines größeren Kreises aus allen Sparten der Rundfunkwirtschaft die Fachverbände eine gesunde Kritik und notwendige Anregung für ihre Arbeit bekommen werden.

gez. Paul Stephanblome

Rundfunkmechanikerhandwerk im westlichen Bundesgebiet

Die Hauptfachgruppe Rundfunkmechanik in der Arbeitsgemeinschaft des Elektrohandwerks entbietet allen Angehörigen der Branche und insbesondere den Kollegen des Rundfunkmechanikerhandwerks die besten Grüße zum Jahreswechsel. Hoffen wir, daß das Jahr 1950 die Erfüllung vieler Wünsche bringt und unsere Wirtschaft ein Stück vorankommt. Die produktive Zusammenarbeit aller gleichgerichteten Klräfte unter Einbeziehung unserer Berliner Kollegen liegt uns dabei besonders am Herzen. Die FUNK-TECHNIK und insbesondere die neu anlaufenden FT-INFORMATIONEN werden hierbei ein wertvolles Bindeglied sein.

gez. W. Oberdieck
Hauptfachgruppenleiter des Rundfunkmechanikerhandwerks im westlichen Bundesgebiet

Fachvereinigung des Elektro-, Radio- und Musikwarengroßhandels e. V.

Das wichtigste Ereignis der Nachkriegszeit war zweifellos die Währungsreform. Sie hat den Schleier fortgezogen, der bis dahin noch verhüllt hatte, wie arm Deutschland, wie gering die Kaufkraft geworden ist. Wir spüren dies heute und alle Tage. Ja, man kann wohl schon sagen, daß eine Anzahl von Industriezweigen in eine Art Überproduktion zu geraten droht, die nur noch schwer Absatz finden kann, woran auch noch so schöne Sondernachlässe nicht viel ändern werden. Es scheint mir, daß hierin für das kommende Jahr ein sehr wichtiges Problem liegen wird. Alle Überlegungen werden daher not­wendig sein, Grundsätze einer gesunden Marktordnung aufzustellen und anzuwenden sowie die Produktion mengen- und preismäßig mit der Kaufkraft in Ein­klang zu bringen.

Hierbei wird sich auch herausstellen, wie bedeutsam die Arbeit des Großhandels ist, der einerseits dem Einzelhandel durch Lagerhaltung die notwendige Übersicht über das weitverzweigte Produktionsprogramm bietet und andererseits der Industrie den konzentrierten Bedarf zuführt, der eine reibungslose Produktion ermöglicht. Die FUNK-TECHNIK hat sich bisher schon in den Dienst dieser Aufgabe gestellt. Wir wünschen, daß sie es noch verstärkt tun möge und sehen in der Herausgabe der neuen FT-INFORMATIONEN einen verheißungsvollen Weg dazu.

Fachvereinigung des Elektro-, Radio- und Musikwarengroßhandels e. V.
gez. Erich Gotthans, 1.Vorsitzender

Verband der Radiokaufleute im britischen und amerikanischen Sektor Berlins

Wenn auch das Jahr 1949 arg enttäuscht hat, so werden wir Berliner nicht verzagen. Als wir im Jahre 1945 vor den Trümmern unserer Wohnungen und Geschäfte standen, erschien es uns als eine Utopie, unsere Läden jemals wieder aufzubauen. Wir haben alle viel verloren, nicht aber unseren Lebenswillen und Energie. Schier unsagbare Schwierigkeiten mußten wir überwinden, aber unsere Geschäfte haben wir - wenn auch mehr oder weniger notdürftig - wieder aufgebaut und unsere Fachverbände organisiert. Obgleich wir leider keine Veranlassung haben, uns mit namhaften Erfolgen zu rühmen, so lassen sich die bescheidenen Erfolge und Fortschritte nicht abstreiten. Der sprichwörtliche Lebenswille der Berliner wird sich weiter bewähren und wir wollen weiterschaffen. Das Jahr 1950 beginnen wir mit Zuversicht und Vertrauen auf unsere eigene Arbeitskraft! Wir wünschen allen unseren Kollegen in Ost, in West und in Berlin ein erfolgreiches neues Jahr! Der FUNK-TECHNIK sprechen wir unseren herzlichsten Dank für die bisherigen und künftigen Unterstützungen unserer Ziele aus.

Verband der Radiokaufleute im britischen Sektor Berlins e. V.
gez. Raymund v. Tucholka, Andor Kirdly, Hans Hirschfeld

Verband der Radio-Fachkaufleute e. V. im amerikanischen Sektor Berlins
gez. Kurt Atzert, Karl Reisel, Ernst Beyrich

Fachgruppe Rundfunkmechanik von Groß-Berlin

Die Fachgruppe Rundfunkmechanik im Verband der Elektro-Innung Berlin wünscht allen Mitgliedern und Lesern der FUNK-TECHNIK in Ost und West ein arbeitsreiches, gesegnetes und gesundes neues Jahr. Wir unterliegen einer Zerreißprobe im Hoffen und Warten. Wird die Wirtschaft bald wieder gesunden ? Werden Handwerker und Techniker wieder arbeiten können, wie sie es immer gewohnt waren ? Damit wir aber wieder in unserer Branche die besten Leistungen und Entwicklungen zeigen können, bedarf es vor allem in Berlin der Unterstützung durch die uns so oft versprochene finanzielle Hilfe. Leider können daran die mit uns verbrüderten und sympathisierenden Rundfunkmechaniker und Ingenieure aus dem Osten nicht teilnehmen. Wir wollen Ihnen aber helfen, soweit es in unserer Macht steht. Mit Unterstützung unseres Sprachrohrs, der FUNK-TECHNIK sowie der dazu neugeschaffenen FT-INFORMATIONEN, werden wir die Klippen, glaube ich, 1950 schon umschiffen können.

gez. Hermann Thesing
Leiter der Fachgruppe Rundfunkmechanik von Groß-Berlin

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