Zum Auffrischen und Erinnern . . . .

. . . sind diese Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit dem Fernsehen, den Kameras, den Videorecordern, den Tonband- und den Magnetband- geräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern. | |


Update vom 28. Mai 2008

Wie wir heute aus Breda erfahren haben, ist in Hilversum im Fernsehmuseum ein LDK 3 (1967) in Funktion zu sehen. Diese so ziemlich älteste Farb-Kamera in Europa wird von alten "Holländischen Fernsehleuten" am Leben erhalten bzw. immer wieder repariert. |

Das PAL Farbfernsehen begann in Westdeutschland mit der LDK3 von Philips.

Als Willi Brandt im Aug. 1967 das bundesdeutsche Farbfernsehen symbolisch eröffnete, da waren es mehrere LDK3 von Philips, die es an die wenigen Zuschauer zu Hause bzw. an die Farbfernseher in den Schaufenstern der Fachgeschäfte übertrugen.
Die ersten drei großen Farb-Ü-Wagen kamen zwar von der Bosch Fese aus Darmstadt, doch deren Fese Farb-Kameras vermutlich noch mit Orthikon Röhren waren zu dieser Zeit noch nicht fertig.
Die Philips LDK3 wurde ca. 1966 bis 1967 in Konkurrenz zur Fese gebaut und hatte erstmals die bei Philips in Breda (Valvo) neu entwickelten Plumbikon Röhren als "Bildnehmer". Diese Technik hatte enorme Vorteile bei der Farbtechnik, bei der das Bild mit einem Prisma in die drei Grundfarben RGB zerlegt wurde. Später haben die Ingenieure bei Philips sogar ein ganz spezielles asysmmertrisches Prismen-Modell als Farbteiler entwickelt und weltweit patentiert. Sogar die Japaner bauen noch heute ihre Farb-Kameras nach diesem Patent.
Man sieht ganz deutlich, daß die drei angewinkelten Plumbikon Röhren am Stahlenteiler direkt hinter der Optik die Bauhöhe des Kamerakopfes maßgeblich bestimmten. Bereits bei der LDK5 wurden 1969 die Aufnahme-Röhren waagecht eingebaut und der Kamerakopf wurde wesentlich flacher, dafür aber breiter.

Eines der ältesten Fotos einer LDK 3

Hier ein Foto vermutlich aus 1966, als die ersten drei Farb-Ü-Wagen noch in der Montagehalle bei der Fese in Darmstadt gestanden hatten. Bei genauem Hinsehen kann man an dem Zoom-Objektiv den Taylor-Hobson Schriftzug erkennen. Andere Kameras hatten Schneider Kreuznach Objektive angebaut.
Unter dem Vinten Kopf ein mechanisches Stativ der ersten Generation, bevor die Pumpen kamen.

Technische Daten: Philips LDK-3 (auch als LDK-4800 und PC-60/70 geführt)

3 Röhren-Plumbicon-Farbkamera, 30 mm Röhren,
Signal to Noise Ratio: > 40 dB, 1.500 Lux bei f 4
Sucher: 7” , fest im Gehäuse, leicht vertikal schwenkbar, nicht drehbar
Farb-Standards: PAL / NTSC / SECAM
Maße: H x B x L = 48,5 x 32,0 x 52,0 cm, Gewicht: 42 kg, ohne Optik !
Farbe: Grau ( ZDF in Berlin ließ 1967 jeweils eine Kamera in grau, blau, rot und grün ins Studio stellen. KEIN Witz!!)
Offizielle Vorstellung: NAB Convention in Washington/USA (Jahreszahl folgt noch, es wird erzählt, dass bereits 1963 Prototypen der LDK-3 bei NOS-Niederlande standen; ebenso in einem Versuchsstudio des WDR)
Optiken: Angenieux (NDR / WDR / BR / SDR) Schneider ( ? ) Rank Taylor Hobson (NDR / ZDF)
Gesamt-Verkaufszahl: ca. 1.800 Stück weltweit
In Gebrauch: bis ca. Mitte der 80er Jahre

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