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ZUM GELEIT für die „Fernsehschau München Nov. 1954"

Die Entwicklung der technischen Voraussetzungen für den Fernsehrundfunk wurde in Deutschland ab 1928 in Angriff genommen; im März 1935 fand die Eröffnung des (ersten), regelmäßigen, täglichen Programmdienstes in Berlin statt. Einige Jahre später zeichneten sich schon die Umrisse eines Kabelnetzes zwischen den geplanten Sendern ab, das von Hamburg bis München lief und Abzweigungen nach Frankfurt/Main und Köln erhalten sollte.

Nach dem 2. Weltkrieg mußte das Fernsehen vom Nullpunkt ab
wiederentwickelt werden. Es begann diesmal in Hamburg (1950) und setzte sich im Laufe von 4 Jahren über Berlin, Köln, Frankfurt/Main, Baden-Baden und Stuttgart bis nach München fort, das Mitte Oktober 1954 angeschlossen wurde.

Damit ist nun zum ersten Mal in unserer noch jungen Fernsehgeschichte das deutsche Staatsgebiet in seinen Hauptlinien und in seinen dichtestbesiedelten Gebieten durch Fernsehsender versorgt. Nach der erfaßten Bodenfläche und Einwohnerzahl, nach der Länge der Dezimeterverbindungen und der Zahl der Sender stehen wir in Europa heute an zweiter Stelle; hinsichtlich der Teilnehmerzahl, die die Grenze von 50.000 überschritten hat, auf dem vierten Platz nach England, Frankreich und Italien.

Seit dem 6. November trägt nunmehr auch Bayern, das zweitgrößte (west-) deutsche Bundesland, seinen Anteil zum Gesamtprogramm bei. Seine erste Sendung - die Oper „Gärtnerin aus Liebe" - wurde auch von einer Reihe ausländischer Fernsehsender übernommen.

Die Messehalle EG

Der Bayerische Rundfunk hat außerdem ab 8. November zusätzliche tägliche Sendungen eingeführt, die Anspruch darauf haben, das erste wirkliche Regionalprogramm genannt zu werden.

Das ist eine bemerkenswerte Bilanz, die auf eine ausgedehnte Vorbereitungszeit und umfangreiche Vorarbeiten schließen läßt. Ihr Erfolg muß sich in den Programmbeiträgen niederschlagen, die gerade aus München mit Spannung erwartet werden. Sie fehlten bisher im Gemeinschaftsprogramm, das aber ohne die kulturellen und politischen Beiträge aus Bayern nicht die Bezeichnung „Deutsches Fernsehen" tragen kann.

Die klare Gliederung in tägliche Sendungen für das Regionalprogramm und in umfangreiche Beiträge zum Gemeinschaftsprogramm erlaubt ein intensives Ansprechen der speziell am bayerischen Geschehen interessierten Zuschauer innerhalb der Landesgrenzen und ebenso auch die Repräsentation der Fernseharbeit, die in München geleistet wird, vor der Zuschauerschaft in der Bundesrepublik. Diese wohlabgewogene innere Struktur des Programmgefüges gibt ausreichenden Spielraum, um den allgemeinen und besonderen Aufgaben des Sendedienstes gerecht zu werden.

Einen ersten Einblick in den Fernsehrundfunk als Ganzes
, einen Überblick über die technischen und wirtschaftlichen Probleme sowie über die Programmarbeit erlaubt die regionale „Fernseh-Schau München 1954", die die Besucher über die Entwicklung, Planung und den Stand des Fernsehens „ins Bild" setzt. Das Bild des bayerischen Raumes und darüber hinaus der Welt wird auf den Fernsehempfängern gezeichnet werden, die bald in unserm Heim stehen sollen.

(1954 - Autor unbekannt, vielleicht der Ministerpräsident ?)

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Leitworte zur Fernsehentwicklung

Sir William Haley, der ehemalige Generaldirektor der BBC London und gegenwärtige Chefredakteur der „Times" erklärte 1954 zur Fernsehentwicklung:

„Wenn es allen Bürgern eines jeden Landes möglich gemacht wird, jeden Abend nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen, was täglich in der ganzen Welt geschieht, wenn die Einwohner fast jeder Stadt und jeden Dorfes den großen nationalen und internationalen Ereignissen trotz der Ferne unmittelbar beiwohnen können, wenn die Farbe, der Anreiz, die Vielfalt und die Wichtigkeit des täglichen Lebens dem Reichsten und Ärmsten, dem Einsamsten und Geselligsten vermittelt werden; wenn Harmonie, vollendete Form und Anmut ebenso sichtbar wie hörbar in jedem Heim aufgenommen werden können: dann muß zweifellos etwas entstehen, das die Macht hat, gemeinsam mit den anderen wohltätigen Einflüssen innerhalb der Gesellschaft einen erweiterten Gesichtskreis und ein volleres Leben zu schaffen."
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