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KLEINES LEXIKON DER MAGNET-BILDBAND-AUFZEICHNUNG

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Diese Kleine Magnetband-Lexikon hängt an der 1964er Broschüre hinten dran und soll den Entscheidern, die oft nicht wissen, was sie da für sehr viel geld bestellen sollen, so manchen Fachausdruck erklären.

Wichtig zur Datierung : NTSC-Farbe war da, von PAL-Farbe wußte man bereits, aber das Plumbicon von 1961/1962 findet keine Erwähnung. Die amerikanischen Farbfernsehkameras arbeiteten noch mit 4 Orthicon Röhren mit sehr bescheidener Qualität.
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ABFALLEN -
Allmähliches Abflachen der Entdämpfungs-Frequenzkennlinie an einem oder beiden Enden des Uebertragungs-Durchlassbereiches.

ABSCHNEIDEN -
Abtrennen der Spitzen eines Signals. Bei einem Bildsignal kann das entweder die positiven (weissen) oder die negativen (schwarzen) Spitzen betreffen. Bei einem zusammengesetzten Videosignal kann es sich auf das Synchronisationssignal beziehen.

ABTASTEN -
Zerlegung eines Bildes in einzelne Zeichen oder Zeichengruppen, welche Helligkeitswerte darstellen und Uebertragung dieser Zeichen in zeitlicher Aufeinanderfolge.

ABTASTFLECK -
Querschnitt eines Elektronenstrahls am Einfallspunkt einer Bildaufnahme oder einer Bildröhre.

ABTASTZEILE -
Einzelner, durchgehender schmaler Streifen der Bildfläche , der die durch den Zerlegungs-prozess bestimmten hellsten Bildpunkte , Schatten und Halbtöne enthält .

AUFLOESUNG (SENKRECHT) -
Die Anzahl auflösbarer Details in einem Bild in senkrechter Richtung. Wird gewöhnlich dargestellt als die Anzahl der waagrechten, abwechselnd schwarzen und weissen Zeilen, die in einem Testbild klar zu erkennen sind. Die senkrechte Auflösung ist primär festgelegt durch die Anzahl der waagrechten Abtastzeilen pro Bild. Darüber hinaus ist die senkrechte Auflösung abhängig von der Grösse und der Form der Abtastflecken der Aufnahmeausrüstung und des Bildmonitors, jedoch nicht von den HF-Charakteristiken oder von der Bandbreite des Übertragungsmediums oder der Bildmonitors .

AUFLOESUNG (WAAGRECHT) -
Die Anzahl auflösbarer Details eines Bildes in waagrechter Richtung. Wird gewöhnlich dargestellt durch die Zahl der abwechselnd schwarzen und weissen, klar erkennbaren senkrechten Zeilen, die man in drei Vierteln der Breite des Bildes sehen kann. Diese Information wird üblicherweise durch Beobachtung des senkrechten Keils eines Test -bildes abgeleitet. Ein Bild, das scharf und klar ist und kleine Details zeigt, hat eine gute oder hohe Auflösung. Ist das Bild "dünn" und verschwommen, und sind die Details undeutlich, hat es eine schwache oder niedrige Auflösung. Die waagrechte Auflösung ist abhängig von der HF - Amplitude und Phasenkennlinie der Aufnahmeausrüstung, dem Übertragungsmedium und dem Bildmonitor sowie auch von der Grösse der Abtastflecken.

AUFNAHMEROEHRE -
Elektronenstrahlröhre, welche in Fernsehaufnahmekameras verwendet wird und in welcher ein Ladungsbild durch ein optisches Bild geformt wird. Das Ladungsbild wird anschliessend in vorbestimmter Folge abgetastet um ein elektrisches Signal zu erzeugen.

AUSTASTUNG -
Teil des zusammengesetzten Video-Signals, dessen Momentan-Amplitude den senkrechten und waagrechten Strahlrücklauf auf dem Bildschirm unterdrückt und unsichtbar macht.

BANDBREITE -
Durchlassbreite des Frequenzbandes. Sie wird bestimmt durch die Differenz der Grenzfrequenzen. So hat beispielsweise das zwischen den Grenzfrequenzen 2,5 MHz und 3,5 MHz liegende Band eine Breite von 1 MHz.

BILD -
Vollständiges Bild, das beim angewendeten Zeilensprungsverfahren aus zwei ineinanderlaufenden Halbbildern (Raster) besteht, die je die ungeradzahligen bzw. geradzahligen Abtastzeilen enthalten.

BILDFREQUENZ -
Diese ergibt sich aus der Geschwindigkeit, mit welcher ein vollständiges Bild abgetastet wird, d.h. mit nominal 25 Bildern pro Sekunde.

BILDROEHRE -
Kathodenstrahlröhre, die durch Veränderung der Intensität des Abtaststrahles auf dem Bildschirm ein Bild hervorruft.

BILDSIGNAL -
Teil des zusammengesetzten Videosignals, der über dem Austastpegel liegt und der die Bild-Information enthält.

DIFFERENTIALGEWINN -
Die Amplituden Veränderung (normalerweise diejenige des 4,43 MHz Farbzwischen-trägers) die durch die gesamte Schaltung bedingt wird, wenn der Zwischenträger vom Schwarz - bis zum Weisspegel verändert wird. Der Differentialgewinn wird in Dezibel oder in Prozenten angegeben.

EINFARBEN - UEBERTRAGUNG -
(Schwarz - weiss Uebertragung) - Die Übermittlung von Signalen, welche nur die Helligkeitswerte, nicht aber die Farbwerte des Bildes darstellen .

EINSCHWINGVORGAENGE -
Vorgänge, die kurze Zeit andauern können, bis ein normaler Betriebszustand erreicht ist. Hierzu gehören gedämpfte Sinusschwingungen, Üeberschwingvorgänge, usw. zu deren Kennzeichnung zusätzliche Informationen notwendig sind.

FAHNEN ZIEHEN -
Damit wird ein Bildzustand bezeichnet, bei dem die abgebildeten Objekte waagrecht über ihre normalen Umrisse hinaus gedehnt erscheinen. Diese Erscheinung tritt vor allem an den senkrechten Rändern der Objekte auf, wenn ein breiter Übergang von Schwarz zu Weiss oder von Weiss zu Schwarz vorhanden ist. Die Veränderung der Helligkeit geht über den Übergang hinaus und kann entweder negativ oder positiv sein.
Wenn zum Beispiel der Tönungsabbau eine dem Original entgegengesetzte Schattierung aufweist (Weiss folgt auf Schwarz), wird das Fahnenziehen als negativ bezeichnet; ist die Schattierung jedoch wie im Original (Weiss folgt auf Weiss), heisst das Fahnenziehen positiv. Das Fahnenziehen wird gewöhnlich als kurz, mittel oder lang bezeichnet. Langes Fahnenziehen kann sich bis zum rechten Rand des Bildes erstrecken und sich in Extremfällen von NF-Verzerrungen über eine volle Zeile erstrecken.

FILMAUFNAHME EINES FERNSEHBILDES -
Aufnahme der Bildwiedergabe eines Bildmonitors mit einer Filmkamera. Auch unter den Bezeichnungen TVR (Television Recording) Vitapix usw. bekannt.

GEISTERBILDER -
Schattiges oder schwaches Echo im empfangenen Bild, entweder nach links oder nach rechts vom Primärbild abgesetzt. Die Folge von Üebertragungsbedingungen, welche Sekundärsignale schaffen, die früher oder später als das Haupt - oder Primärsignal empfangen werden. Ein nach links vom Primärbild auftretendes Geisterbild wird als "folgend" (nacheilend) bezeichnet. Sind die Tönungsveränderungen des Geisterbildes gleich denen des Primärbildes, heisst es "positiv" und im umgekehrten Fall "negativ".

GRENZFREQUENZ -
Es ist dies die Frequenz, bei welcher die gerade Frequenzdurchlasskurve einen Abfall der Spannung um 3dB aufweist. Man unterscheidet im allgemeinen eine untere und eine obere Grenzfrequenz.

HF-MUSTER -
Mit diesem Begriff wird manchmal ein feines Grätenmuster im Bild bezeichnet. Es kann dadurch auch eine leichte waagrechte Verschiebung der Abtastzeilen entstehen, was zu einem rauhen oder welligen, senkrechten Rand des Bildes führt. Die Ursache ist in Hochfrequenz Störungen zu suchen.

HOCHFREQUENZSTOERUNGEN -
Interferenzeffekte , die bei Hochfrequenz auftreten. Dazu gehören alle Frequenzen über der Zeilenfrequenz von 15,625 kHz.

INTERFERENZ -
Gegenseitige Einwirkung von Schwingung gleicher oder verschiedener Frequenz, die zu einer gegenseitigen Verstärkung oder Schwächung führen können.

KONTRAST -
Der Bereich von Hell- und Dunkelwerten in einem Bild oder das Verhältnis zwischen den grössten und kleinsten Leuchtdichtewerten. Ein kontrastreiches Bild enthält intensives Weiss und Schwarz, wogegen ein kontrastarmes Bild nur verschiedene Grauabstufungen aufweist.

LICHTHOF -
Im allgemeinen eine dunkle Fläche um einen ungewöhnlich hellen Gegenstand herum, hervorgerufen durch Überlastung der Bildaufnahmeröhre. Dieser Effekt kann zum Beispiel durch die Reflexion von Studioleuchten auf einem Schmuckstück hervorgerufen werden. Durch bestimmte Einstellungen beim Betrieb der Bildaufnahmeröhre kann eine weisse Fläche um dunkle Gegenstände herum geschaffen werden.

MIKROFONEFFEKTE -
Bezieht sich bei der Videoübertragung auf die mechanische Schwingung der Elemente einer Elektronenröhre, was zu einer störenden Modulation des normalen Signals führt. Das Ergebnis sind gewöhnlich waagrechte Balken mit unregelmässigen Abständen in dem Bild.

MIKROSEKUNDE -
Eine millionstel Sekunde.

MOIRE -
Ein welliger oder glänzender Effekt, der durch die Konvergenz von Zeilen entstanden ist. Erscheint gewöhnlich als Krümmung der Zeilen in den waagrechter Keilen des Testbildes und ist in der Nähe des Zentrums am ausgeprägtesten, in dem die Keile bildenden Zeilen konvergieren. Das Moire- Muster ist eine natürliche optische Erscheinung, wenn die konvergierenden Zeilen in dem Bild nahezu parallel zu den Abtastzeilen sind. Bis zu einem gewissen Grade lässt sich dieser Effekt manchmal zurückführen auf die Merkmale von Farbbildröhren und Superorthikon- Aufnahmeröhren (in letzteren als "meshbeat" bezeichnet.

NEGATIVES BILD -
Bildsignal mit einer Polung, die der normalen Polung entgegengesetzt ist und zu einem Bild führt , in dem die weissen Flächen schwarz erscheinen und umgekehrt.

NF-VERZERRUNG -
Verzerrungseffekte, die bei Niederfrequenz auftreten. Dazu gehören alle Frequenzen unter der Zeilenfrequenz von 15,625 kHz.

NTSC -
"National Television System Committee" (Amerikanische Kommission die zum Studium der Fernsehsysteme, speziell des Farbfernsehens eingesetzt wurde)

ORTHIKON (BILD) -
Eine Bildaufnahmeröhre, in der das optische Bild auf eine fotoaktive Kathode fällt, die Elektronen aussendet, welche auf einer Signalplatte bei hoher Geschwindigkeit fokussiert werden. Die Signalplatte wird von der Rückseite durch einen Elektronenstrahl mit geringer Geschwindigkeit abgetastet. Die Rücklaufstrahl- Modulation wird durch einen Elektronenvervielfacher verstärkt, wodurch eine hohe Lichtempfindlichkeit erzielt wird.

PROZENTUALE SYNCHRONISATION -
Das in Prozent ausgedrückte Verhältnis der Amplitude des Synchronisationssignals zu der Spitze-zu-Spitze- Amplitude des Bildsignals zwischen dem Austast- und dem Weissbezugspegel.

RASTER -
Eine Hälfte des vollständigen Bildes, die entweder alle geradzahligen oder alle ungeradzahligen Abtastzeilen des Bildes enthält. Siehe auch Zeilensprungverfahren.

RASTERFREQUENZ -
Diese ergibt sich aus der Geschwindigkeit mit welcher ein vollständiger Raster, d.h. ein Halbbild, abgetastet wird, also nominal 50 mal in der Sekunde.

RAUSCHEN -
Der Begriff "Rauschen" ist aus der Radiopraxis übernommen. Er bezeichnet Störungen, die vor allem durch unregelmässige Bewegungen von Elektronen in Röhren und Widerständen entstehen. Das Rauschen ruft ein sog. Pfeffer- und Salzmuster auf dem Bildschirm hervor, das sich bis zum "Schnee" steigern kann.

ROLLEN -
Mangel an senkrechter Synchronisation, der bewirkt, dass das auf dem Bildmonitor beobachtete Bild sich aufwärts oder abwärts bewegt.

ROLLEN DES BILDES - Momentanes Rollen.

SCHNEE - Starkes, unregelmässiges Rauschen .

SPITZE zu SPITZE -
Die Spannungs-Amplituden-Differenz zwischen den extremsten positiven und negativen Amplituden eines elektrischen Signals.

SYNCHRONISATIONSPEGEL -
Der Pegel der Spitzen der Synchronisationsimpulse .

SYNCHRONISATIONSSIGNAL -
Taktimpulse, welche den Elektronenstrahl der Bildmonitoren sowohl waagrecht wie senkrecht mit dem Elektronenstrahl der Aufnahmeröhre im Gleichlauf halten.

SYNCHRONISIERUNG -
Zeitliche Übereinstimmung eines Vorganges mit einem anderen Vorgang, z.B. die Übereinstimmung zwischen der Bildabtastung in der Kamera und der Bildaufzeichnung auf dem Bildschirm.

VERZERRUNG -
Die Abweichung der empfangenen Signalwellenform vom ursprünglichen Original während der Übertragung oder Verstärkung.

VIDEO -
Ausdruck, der sich auf Bandbreite und Spektrallage des Signals bezieht, das aus der Fernsehabtastung hervorgeht und zur Wiedergabe eines Bildes verwendet wird.

VIDEOBAND -
Das Frequenzband, das zur Übertragung eines zusammengesetzten Videosignals benutzt wird.

ZEILENFREQUENZ -
Anzahl der waagrechten Abtastungen je Sekunde, nominal 15,625 mal je Sekunde.

ZEILENSPRUNGVERFAHREN -
Abtastverfahren, bei dem benachbarte Zeilen zu verschiedenen Rastern gehören.

ZITTERN -
Bei unzureichender Synchronisation bleibt das Bild nicht stabil. Die Unbeständigkeit kann sich auf einzelne Zeilen des Bildes oder auch auf das ganze Bild erstrecken.

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