Die ZDF Imagebroschüre aus dem Dezember 1986
Okt. 2026 - ergänzt von Gert Redlich - 1986 war das ZDF etwa 23 Jahre alt. Und auch ein Fernsehsender aus dem öffentlich-rechtlichen Bereich muß den Gebührenzahlern öfter mal darstellen, was aus den "Zwangsgebühren" geworden ist oder gemacht wurde.
Zu dieser Zeit (1986) war unser Sponsor, der Wiesbadener Günter Bartosch noch im Dienst, er wurde 1993 pensioniert. Von ihm haben wir nach seinem sehr plötzlichen Ableben in 2013 etwa 400 Kilo Papier und Videofilme geerbt. Die anderen 2 oder 3-tausend ! Kilo Bücher und Bildbände aus aller Welt mußte ich leider ablehnen, das tat mir in der Seele weh, aber es war einfach zuviel. Dabei war jedenfalls ziemlich viel Infomaterial über seinen Arbeitgeber, das Mainzer ZDF.
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Das "Zweite Deutsche Fernsehen" (im Dezember 1986)
© 1986 by Zweites Deutsches Fernsehen - Information und Presse, Öffentlichkeitsarbeit - Mainz, Dezember 1986 - Redaktion: Renate Flachmeyer - Graphische Gestaltung und Herstellung: Jobst Barkewitz - Umschlagentwurf: Büro Aicher, Rotis
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Der Inhalt
Die ehemaligen Seitenzahlen der Themen in der broschüre mit Seitennummern :
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- 3 Zu dieser Broschüre
- 4 Programmdirektion
- 4 Kultur
- 5 Kinder, Jugend und Familie
- 6 Theater und Musik
- 8 Fernsehspiel und Film
- 10 Dokumentarspiel
- 11 Reihen und Serien (Vorabend)
- 12 Unterhaltung 15 Chefredaktion
- 15 Aktuelles
- 16 Innenpolitik
- 17 Außenpolitik
- 18 Magazine
- 19 Gesellschafts- und Bildungspolitik
- 20 Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik
- 21 Sport
- 22 Korrespondenten in aller Welt 25 Internationale Angelegenheiten
- 25 Programmplanung
- 26 Produktionsbetrieb 28 Technik
- 30 Werbefernsehen
- 31 Programm in Zahlen
- 31 Finanzen
- 32 Deutsche Bundespost
- 32 Kabelpilotprojekte
- 33 3SAT - Internationales Satellitenfernsehen
- 34 Medienforschung
- 35 Geschichte des ZDF
- 36 Organe und Organisation
- 38 ZDF Sendezentrum Mainz
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Zu dieser Broschüre
Das Fernsehen steht wie kein anderes Medium im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Obwohl ihm nicht mehr das Faszinierende der fünfziger und sechziger Jahre anhaftet, obwohl das Programm nicht mehr kritiklos konsumiert, sondern eher kritisch ausgewählt wird, nimmt es nach wie vor einen wichtigen Platz im Leben vieler Menschen ein.
In der Bundesrepublik Deutschland gliedern sich Hörfunk und Fernsehen in Anstalten des öffentlichen Rechts (ZDF und ARD) und, seit einiger Zeit, auch private Programmanbieter. Aufgabe der Anstalten des öffentlichen Rechts ist es laut Staatsvertrag, sowohl zu unterhalten als auch zu informieren und zu bilden.
Diese Vielfalt spiegelt sich im Programm des ZDF wider: durch Informationen über die Welt, in der wir leben, mit Nachrichtensendungen, Berichten und Kommentaren; durch Unterhaltung in all ihren vielfältigen Formen - vom reinen Spaß und fast trivialen Programm bis hin zu anspruchsvollen Film- und Theaterpremieren; durch bildende und belehrende Sendungen aus den Bereichen der Kultur, der Wissenschaft und Technik, der Gesundheit und der Natur.
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Unsere Vielseitigkeit
Wie vielseitig dieses Programm ist, wie vielseitig also auch die Institution sein muß, die es plant und gestaltet, soll im folgenden dargestellt werden. Diese Darstellung orientiert sich am organisatorischen Aufbau des ZDF, der für einen Außenstehenden nur schwer überschaubar ist.
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Das ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) begann am 1. April 1963 mit seinen Sendungen. Es nahm damit als öffentlich-rechtliche Anstalt neben dem Gemeinschaftsprogramm der Landesrundfunkanstalten (ARD) ein bundesweit ausgestrahltes Fernsehprogramm auf. Das technische Sendezentrum war damals eine Baracke in Eschborn bei Frankfurt, die Keimzelle der Organisation eine Dachstube in Mainz. Heute ist das ZDF die größte Fernsehanstalt des Kontinents.
Das Programm wird von zwei Bereichen gestaltet: der Programmdirektion, die alle kulturellen, künstlerischen und rein unterhaltenden Sendungen betreut, und der Chefredaktion, verantwortlich für politische Information, Aktuelles und Sport. Die jeweils dafür zuständigen dreizehn Hauptredaktionen planen, entwik-keln und produzieren für den Bildschirm.
Dieses Planen, Entwickeln und Produzieren erfordert eine Vielzahl von redaktionellen, produktioneilen, technischen und administrativen Voraussetzungen: Da müssen Vorschläge und Manuskripte geprüft und diskutiert, Verträge geschlossen, Darsteller und Interpreten engagiert, die Kosten kalkuliert, technisches Personal, Kameras und Übertragungswagen disponiert werden; Grafiken und Schaubilder müssen gezeichnet, Dekorationen und Bühnenbilder entworfen und angefertigt, Requisiten beschafft und nach der Produktion dem Fundus zugeführt werden.
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Ein großer technischer Aufwand
Bis das Bild auf den häuslichen Bildschirm gelangt, ist großer technischer Aufwand notwendig: Zuspielungen der Eurovision, von Studios im In- und Ausland, Live-Übertragungen mit ihrer komplizierten Technik müssen koordiniert, Leitungen bestellt (natürlich auch bezahlt) werden.
Das Funktionieren dieser vielfältigen technischen Einrichtungen ist nur durch die vorausgegangenen intensiven Arbeiten der Planungsabteilungen und der laufenden Wartung durch den Technischen Versorgungsbetrieb möglich.
Dies setzt eine große Anzahl von engagierten Mitarbeitern voraus: journalistische, künstlerische, kaufmännische und technische. Daß ein solch komplizierter Betrieb, der in seiner Vielfalt manchen Industriebetrieb übertrifft, auch verwaltet werden muß, ist selbstverständlich.
Natürlich kostet das Geld: die Technik und die Kunst, die Verwaltung, die Planung und die Produktion. Nicht zu vergessen die Kosten für Sendeeinrichtungen, die die Deutsche Bundespost zur Verfügung stellt. Eine kaufmännisch orientierte Finanzverwaltung muß versuchen, die Einnahmen aus Gebuhren und Werbesendungen mit den Ausgaben für Produktion und Personal unter einen Hut zu bringen.
Für den Zuschauer, der ein bißchen mehr darüber wissen will, wie das ZDF aufgebaut ist und was hinter dem Programm steckt, ist diese Broschüre, die natürlich nur einen knappen Überblick geben kann, gedacht.
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Programmdirektion
Sieben Hauptredaktionen gestalten alle kulturellen, künstlerischen und rein unterhaltenden Sendungen des ZDF:
- Hauptredaktion Kultur
- Hauptredaktion Kinder, Jugend und Familie
- Hauptredaktion Theater und Musik
- Hauptredaktion Fernsehspiel und Film
- Hauptredaktion Dokumentarspiel
- Hauptredaktion Unterhaltung (siehe Günter Bartosch)
- Hauptredaktion Reihen und Serien (Vorabend)
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(1) Kultur
Die Hauptredaktion Kultur hat ein breitgefächertes Programmangebot. So berichtet das wöchentliche Magazin „aspekte" aktuell über kulturelle Ereignisse und setzt Schwerpunkte mit Kulturberichten aus anderen Ländern. In den Sonderausgaben „aspekte extra" nimmt sich das Magazin tagesaktueller Ereignisse an.
Die Redaktionen Literatur und Kunst sowie Kultur, Bildung und Gesellschaft betreuen Sendereihen wie „Zeugen des Jahrhunderts", Schauplätze der Literatur", „Die Welt, in der wir wohnen", Dokumentationen über bildende Kunst, Geschichte, Architektur und Reportagen aus aller Welt wie zum Beispiel die unterhaltend-informierende Feuilletonreihe „Menschenskinder", sowie die Bildungsserien am Sonntagnachmittag.
Das ZDF-Studienprogramm wird im Rahmen der „Kooperation Bildung" mit dem Südwestfunk weitergeführt.
Die Redaktion Naturwissenschaft und Technik verantwortet die Sendereihen „Aus Forschung und Technik", „Querschnitte" und die „Knoff-hoff-Show".
Die Redaktion Gesundheit und Natur betreut das monatliche „Gesundheitsmagazin PRAXIS".
Praktische Lebenshilfe leistet seit Jahren die Aktion Sorgenkind, über die in „Danke schön" und „Die große Hilfe" regelmäßig berichtet wird, während Expeditionsberichte, Dokumentationen über exotische Tiere und das Tiermagazin „tele-zoo" sich an naturinteressierte Zuschauer wenden.
Aktuelle Informationen vermitteln sowohl die katholische wie die evangelische Redaktion Kirche und Leben mit ihrem sonntäglichen „Tagebuch". Die Sendereihe „Kontakte" behandelt Problemstellungen des Alltags und möchte Hilfe in schwierigen Lebensfragen anbieten. Fernsehspielreihen wie „Die Münchener Freiheit" und „Hoffnungsspuren" werden ebenso von den beiden Redaktionen betreut wie die 52mal im Jahr live übertragenen Gottesdienste.
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(2) Kinder, Jugend und Familie
Die Hauptredaktion Kinder, Jugend und Familie ist ein weiterer Schwerpunkt im ProgrammangebotdesZDF und bestreitet rund 12 Prozent des gesamten ZDF-Programms.
Die Redaktion Kleinkinderprogramm wendet sich an die fünf- bis neunjährigen Zuschauer und ihre Eltern. Thematischer Schwerpunkt der Reihen aus halbstündigen Spielfilmen ist die alltägliche Lebenswelt der Kinder: „Rappelkiste" orientiert sich vor allem am Lebensalltag der Stadtkinder. Die Episoden von „Neues aus Uhlenbusch" kreisen um die Themen der Kinder im ländlichen Bereich. Die „Bettkantengeschichten" erinnern an gemeinsame Erfahrungen von Kindern und Erwachsenen, während die Reihe „Löwenzahn" unterhält und über die Themen Natur, Umwelt und Technik informiert. In der Reihe „Morgen schon" entstehen neue Geschichten von einer möglichen und menschlicheren Zukunft.
Die Redaktion Kinder und Jugend, die nach Sendeminuten größte Redaktion des ZDF, richtet sich mit informativen und unterhaltenden Sendungen an die ganze Familie: an Werktagnachmittagen zwischen 16 und 17 Uhr, an Sonntagnachmittagen im Verbundprogramm „Sonntags Nach-Tisch" und mit Angeboten für die Jugend am Mittwoch um 19.30 Uhr.
Ein Programmschwerpunkt sind die großen Kinderserien im Wechsel der Jahreszeiten: Dem traditionellen Weihnachtsmehrteiler - zum Beispiel „Silas", „Jack Holborn", „Mino" - folgen zur Osterzeit Abenteuerserien wie „Schatz im Niemandsland" und im Herbst spannende Abenteuerfilme, beispielsweise „Ein Fall für TKKG". 1987 dominieren die mehr als vierzig Geschichten von Astrid Lindgren im Programmangebot der Redaktion. -„Die Welt des Märchens", eine Reihe mit den wichtigsten europäischen Märchen, die in europäischer Koproduktion realisiert wurden, gehört ebenso in ein solches Programmfeld wie die humorvolle Serie „Frankensteins Tante". Einen weiteren Schwerpunkt bilden die zahlreichen Informationssendungen sowie eine Umweltserie mit Peter Lustig. Dazu kommt das Technologie-Magazin „Computer-Corner" und „Pfiff" als Studiosendung zum Thema Sport.
Unterhaltsam geben sich (Anmerkung: im Ausland zugekaufte) Kauf- und Trickserien wie die „Muppets-Show", „Muppets-Babies" und die Quizsendung „1, 2 oder 3" mit Biggi Lechtermann. Einen besonderen Programmakzent setzt die Familienserie „Cosby-Show" am Sonntagnachmittag.
Die Redaktion Mosaik produziert die gleichnamige Sendereihe mit dem Untertitel „Treffpunkt der Generationen", die jeden Sonntag ausgestrahlt wird. Außerdem ist sie verantwortlich für die „Info-Verbraucher", jeden zweiten Dienstagvormittag im Ratgeberprogramm.
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(3) Theater und Musik
Faszination Musik: Unter diesem Motto präsentiert die Musikredaktion des ZDF - in verschiedene Reihen aufgegliedert - ein permanentes Festspielprogramm mit herausragenden Künstlerpersönlichkeiten. In „Große Dirigenten - Berühmte Orchester" erklingt sinfonische Musik mit Spitzenorchestern aus Europa und Übersee unter der Stabführung von Pultstars wie Herbert von Karajan, Leonard Bernstein und Georg Solti, um nur die bekanntesten Namen zu nennen.
„Die großen Pianisten" (unter anderem Vladimir Horowitz, Arturo Benedetti Michelangeli, Friedrich Gulda, Alfred Brendel und Maurizio Pollini) stellen sich in Porträts und Konzertaufnahmen vor.
Im „Festival der Stimmen" kann man Starsänger wie die Callas, Luciano Pavarotti, Placido Domingo und Jose Carreras nicht nur auf dem Konzertpodium, auf der Opernbühne oder bei Liederabenden erleben, sondern auch privat und im Gespräch.
„Das internationale Musiktheater" ist ausschließlich der Oper gewidmet: Übertragungen - nach Möglichkeit live - aus den führenden Opernhäusern der Welt („Nabucco" aus der Mailänder Scala, „Wozzeck" aus der Wiener Staatsoper, „Don Giovanni" von den Salzburger Festspielen), exemplarische Inszenierungen wie Peter Steins „Otello" und Opernfilme wie Petr Weigls „Werther" sind die Eckpfeilerdieser Reihe.
„Das internationale Tanztheater" berücksichtigt klassisch-kulinarisches Ballett ebenso wie etwa das Tanztheater von Pina Bausch oder Reinhild Hoffmann.
Das Musikangebot wird mit der Reihe „Divertimento" abgerundet. Hier kann der Zuschauer fündig werden, dem der Geschmack weniger nach „Klassischem" steht: die populären Sendungen „Das Sonntagskonzert auf Tournee", „Jeder braucht Musik" und „Ihr Musikwunsch" sind ebenso zu finden wie Operetten und - ganz neu - der „ZDF-Jazzclub".
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Sendungen in Stereoton
(Anmerkung : das war ganz neu !)
Eine Auswahl der fast ausschließlich in Stereoton produzierten Sendungen ist zeitversetzt auch im Musikkanal der Kabelpilotprojekte und seit dem 1. Dezember 1984 im 3SAT-Programm zu empfangen.
In der Reihe „Die aktuelle Inszenierung" werden bedeutende Inszenierungen wichtiger Regisseure wie Rudolf Noelte, Peter Stein oder Claus Peymann und andere herausragende Aufführungen einer Theaterspielzeit vorgestellt.
Im Unterhaltungstheater sind beliebte Stars wie Heidelinde Weis, Inge Meysel, Carl Heinz Schroth, Johannes Heesters und andere Glanzlichter in turbulenten Komödien und Boulevardstücken. Kriminalstücke von Durbridge oder Edgar Wallace sorgen für Spannung und Nervenkitzel. Die „Theaterwerkstatt" am Dienstagabend ist ein Forum für Bühnenexperimente, das die Arbeiten von Avantgardisten wie Hans Neuenfels, Patrice Chereau, Robert Wilson, Werner Schroeter zur Diskussion stellt. In Inszenierungsvergleichen werden Szenenausschnitte verschiedener Aufführungen eines Autors sowie Stellungnahmen der jeweiligen Regisseure gegeneinandergestellt.
Die Übertragung von Theateraufführungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum ist seit Sendebeginn des ZDF fester Bestandteil des Programms. Die Stücke werden - jeweils unter ein Thema gestellt - als Zyklus ausgestrahlt. Einführungen durch den Autor oder Regisseur sowie Diskussionen bringen Verständnishilfen für den Zuschauer.
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(4) Fernsehspiel und Film
Mit wöchentlich bis zu zwanzig Sendeterminen haben die Fernsehspiele, Filme und Serien dieser Hauptredaktion einen Anteil von über zwanzig Prozent am Gesamtprogramm des ZDF.
Auf die Entwicklung von Originalfernsehspielen wird in enger Zusammenarbeit mit den Autoren großes Gewicht gelegt, vor allem in der zeitkritischen Reihe „Das Fernsehspiel der Gegenwart". Zahlreiche inzwischen bekannt gewordene Schriftsteller und Regisseure haben ihre ersten Projekte dank dieser Zusammenarbeit realisieren können.
Das Filmförderungsabkommen hat neue Möglichkeiten geschaffen, die im ZDF schon seit Jahren geübte Kooperation zwischen Fernsehspiel und Kinofilm noch auszuweiten. Ausgesuchte Beispiele engagierter Themenwahl jenseits der Grenzen werden in „Das Fernsehspiel des Auslands" zum Vergleich vorgestellt.
Eine wichtige Quelle des Fernsehspiels bleiben erzählende Werke der Literatur. Die schon aus finanziellen Gründen immer enger werdende internationale Zusammenarbeit mit Partnern in Europa und Übersee kommt hier besonders bei den mehrteiligen Bildschirmadaptionen großer Abenteuerstoffe der Weltliteratur zum Zuge.
Entdeckerfreude, die Suche nach formal und inhaltlich neuen Wegen im Sinne der Anregung für das Gesamtprogramm kennzeichnen die Arbeit an den Reihen „Das kleine Fernsehspiel" und „Kamerafilm".
Die Serienressorts bemühen sich um spannende und entspannende, gleichwohl nicht realitätsferne Unterhaltung. Neben der Vermittlung großer Erfolge des Auslands hat die Darstellung von Gegenwartsproblemen aus dem eigenen Land ihren Platz im Abend- und Wochenendprogramm.
Die Spannweite des Angebots von rund 200 Spielfilmen im Jahr reicht vom anspruchsvollen Werk der Reihe „Der besondere Film" über den Kriminalfilm bis zur vergnüglichen Komödie. Darunter sind zahlreiche deutsche Erstaufführungen, daß heißt Werke, die trotz oder wegen ihrer Qualität keinen Verleiher in der Bundesrepublik Deutschland gefunden haben.
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- Bild 1: Im puritanischen Bischofshaus werden Fanny und Alexander einem strengen Reglement unterworfen. - Szene aus Ingmar Bergmans vierteiligem Fernsehfilm „Fanny und Alexander", der mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde
- Bild 2: Szene aus dem dreiteiligen Fernsehfilm „Via Mala", den Tom Toelle nach dem Roman von John Knittel inszenierte
- Bild 3: „Was soll bloß aus dir werden" - ein „Fernsehspiel der Gegenwart" von Horst Flick
- Bild 4: Szene aus Theo Angelopoulos' Film „Die Reise nach Kythera" (Kleines Fernsehspiel)
- Bild 5: In der Reihe „Der besondere Film": der Welterfolg „Im Westen nichts Neues" von Lewis Milestone in einer Rekonstruktion und Synchronisation der Originalfassung von 1929/30
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Die kommentierte Filmgeschichte
Darüber hinaus wird kommentierte Filmgeschichte fortgeschrieben: Große deutsche Stummfilme werden bis hin zur originalen Begleitmusik rekonstruiert, Regisseur- und Schauspielerzyklen geben Überblick über Gesamtleistungen.
Film-kundliche und filmkritische Reihen wie „Filmforum", „Apropos Film", „Ratschlag für Kinogänger" und „kurzfilm international" bringen laufend Berichte, Analysen und Beispiele zur gegenwärtigen Produktion des In- und Auslands.
Die neue Sonntagvormittagsreihe „Die Stadtschreiber" setzt die Tradition der „ZDF-Matinee" fort: Einer kunstinteressierten Zuschauergemeinde soll mit der Würdigung literarischer und anderer Geschehnisse, mit Besuchen in Theatern, Museen und Städten kontemplative Unterhaltung geboten werden.
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(5) Das Dokumentarspiel
„Was in der Zukunft sich herausbildet wird notwendig von dem mitbestimmt, was vorher war" (Gustav Heinemann). Verständnis der Gegenwart also durch Kenntnis der Vergangenheit vermitteln: in diesem Sinne beginnt die Aufgabe des Dokumentarspiels, in dem Ereignisse der Geschichte, aber auch aus unserer Gegenwart durch die reine Dokumentation (Feature) nicht mehr umfassend dargestellt und durchleuchtet werden können, und endet, wo die reine Phantasie beginnt.
Entsprechend breit ist die Palette der Themen wie auch der Darstellungsmittel und -formen: von der im Herbst 1983 begonnenen Reihe „Verkehrsgericht" bis zur Verfilmung epischer oder dramatischer Literatur, soweit sie auf tatsächlichem Geschehen aus Geschichte oder Gegenwart beruht.
Besonderes Gewicht wird dabei auf die Darstellung von Problemen und Schicksalen im anderen Teil Deutschlands gelegt, namentlich solcher aus der DDR stammender Autoren, die sich mit der Realität dieses Staates auseinandersetzen.
Auch die Gattung des großen Dokumentarfilms wird seit einigen Jahren in einer Reihe von Langzeitbeobachtungen gepflegt, in denen Menschen und Gruppen in existentiellen Umbruchsituationen („Ein Arbeiter wird Rentner", „Ein Schüler wird Lehrling" und anderes) von der Kamera begleitet werden.
Außerdem betreut diese Hauptredaktion auch den Krimi, sei es als szenische Rekonstruktion von exemplarischen Fällen aus der Kriminalgeschichte, sei es als erdachte Story wie in den Serien „Derrick" (seit 1974) und „Der Alte" (seit 1977), zu denen 1981 als dritte die Serie „Ein Fall für zwei" hinzukam.
Der vorbeugenden Aufklärung der Bevölkerung über die Methoden von Betrügern und Trickdieben dient die Reihe „Vorsicht Falle!", der Unterstützung von Polizei und Justiz bei der Abwehr und Bekämpfung von Verbrechen die Reihe „Aktenzeichen: XY... ungelöst".
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(6) Reihen und Serien (Vorabend)
Das Vorabendprogramm präsentiert familiengeeignete, unterhaltende Spielformen. Eine reiche Palette unterschiedlicher Programme, vor allem Spielserien, werden durch Slapstick- und Zeichentrickfilme, durch Quiz und Ratgebersendungen ergänzt.
- Anmerkung : Nicht erwähnt wird, daß (in den öffentlich rechtlichen Sendern die kommerzielle Fernseh-Werbung nur bis 20.oo ausgestrahlt werden darf. Dafür gab und gibt es triftige Gründe. Und um diese Werbung "unters Volk" zu bringen, wurden attraktive Kleinserien so geschickt gestaltet, daß man immer wieder Werbeblocks einbinden konnte (durfte). Später wurde auch diese Einschränkung nach 20 Uhr trickreich umgangen.
Neben der seit Jahren beim Publikum beliebten Serie „SOKO 5113" werden Krimiserien, wie „Agentin mit Herz" und „Das Jahrhundert der Detektive", ausgestrahlt. Attraktive Abenteuerserien (beispielsweise „Shaka Zulu", die legendäre Geschichte eines Zulu-Königs, und „Robin Hood") wurden in Zusammenarbeit mit Fernsehanstalten anderer Länder hergestellt.
Schwerpunkte des Vorabendprogramms bleiben auch in Zukunft die Familienserien: „Ein Heim für Tiere" - eine Serie über Tierschicksale in einer deutschen Großstadt, „Die Wicherts von nebenan" - Geschichten einer Familie aus Berlin - und die Erlebnisse eines Landarztes - „Der Landarzt" - sind nur einige Beispiele für Programme, die sich an alle Generationen wenden.
Komödiantische Formen mit beliebten Darstellern, wie zum Beispiel „Der Untermieter" mit Dieter Hallervorden oder „Nicht mal gute Freunde" - eine turbulente, witzige Liebesgeschichte am Rande einer Scheidung -, bleiben gleichfalls wichtige Bestandteile dieser Sendezeit.
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(7) Unterhaltung
Der überwiegende Teil des Programmangebots wird von den Zuschauern "vermutlich" als Unterhaltung empfunden; nicht nur Sendeformen wie Quiz, Show, Musik, Satire, die zum unmittelbaren Aufgabenbereich der Hauptredaktion Unterhaltung gehören.
Zu den großen Erfolgen dieser Hauptredaktion zählen Frank Elstners „Wetten, daß..?", Hans Rosenthals „Dalli Dalli" und Wim Thoelkes „Der große Preis".
Kleinere Sendeformen wie „Die Pyramide" mit Dieter Thomas Heck, „Na, sowas!" mit Thomas Gottschalk und die „Hitparade im ZDF" mit Viktor Worms erfreuen sich großer Beliebtheit.
Fester Programmbestandteil der Unterhaltung bleiben auch weiterhin rersonality-Shows mit den Großen der deutschen Showszene wie Peter Alexander, Otto Waalkes und Udo Jürgens.
Programme für junge Zuschauer wie „Rockpop in concert" oder „P.I.T." („Peter lllmanns Treff") runden das Programmangebot der musikalischen Unterhaltung ab.
Kabarett, Zirkus und Variete werden weiterhin zu den Programmfarben der bunten Unterhaltungspalette gehören - ebenso Comedy-Shows, Unterhaltungsserien und Episoden-Specials mit prominenten Darstellern.
So deckt das Unterhaltungsangebot des ZDF das ganze Spektrum des Entertainments ab und hält für jeden etwas, für manchen auch etwas Besonderes bereit.
Und hier eine Anmerkung :
Einer der "Männer" im Hintergrund war Günter Bartosch
Oktober 2026 von Gert Redlich - Hier muß ich etwas einfügen, das mir wichtig ist. Nach etwa 20 Einblicken in diverse Filmdrehs der letzten 20 Jahre habe ich einen etwas anderen Blick auf die populären alten und neuen Film- und Fernsehproduktionen gewonnen.
Da werden Personen in den werbemäßigen Vordergrund gestellt, die im Vergleich zu dem unsichtbaren Produktionsleiter im Hintergrund, also dem Manager des Films oder der Veranstaltung gar nicht mehr wichtig scheinen. Bis der Regisseuer überhaupt anfangen kann mit seinen Gedanken und seiner Regie und die eigentliche Show beginnen kann, muß immens viel vorbereitet werden. Und das dauert manchmal Monate - 6 Tage in der Woche ohne Urlaub - manchmal bis Nachts um 12, bis eine "Dalli Dalli" oder "Wetten, daß" Schow starten kann. Das Gleiche galt und gilt übrigens auch für die Thomas Gottschalk Shows (Wetten Dass ?) in der ARD.
Günter Bartosch war einer dieser Schaffer im Hintergrund. Es hatte ihm richtig Spaß gemacht, wenn dann alles perfekt ablief. Er bereitete sich so extrem sorgfältig auf die jeweilige Sendung vor, es war bewundernswert. In seiner Wohnung bestaunte später ich tausende von Bildbänden aus aller Welt, gigantische Regale voller Bücher, die Altbau-Wohnung war 4,80 Meter hoch. Und das war völlig unglaublich bei einem Mann mit eigentlich unscheinbarem Aussehen - dem beinahe wichtigsten Mann der "Hauptabteilung Unterhatung".
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(8) Chefredaktion
Für Politik, Zeitgeschehen und Sport im Programm des ZDF ist die Chefredaktion verantwortlich. Die sechs Hauptredaktionen und zwei Magazinredaktionen vermitteln dem Zuschauer aktuelle und Hintergrundinformationen, zeitgeschichtliche Vorgänge und gesellschaftspolitische Sachverhalte:
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- Hauptredaktion Aktuelles
- Hauptredaktion Innenpolitik
- Hauptredaktion Außenpolitik
- Hauptredaktion Gesellschafts- und Bildungspolitik
- Hauptredaktion Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik
- Hauptredaktion Sport
Redaktion „Kennzeichen D"
Redaktion „ZDF Magazin"
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(9) Aktuelles
(Nachrichten - Reportagen - Interviews)
Von Montag bis Freitag die „heute"-Sendungen, das „heute-journal" (als nachrichtenbezogene Hintergrundsendung) und „Aus den Ländern" - täglich mehr als 70 Minuten aktuelle Information. Jede zweite Woche mehr als 90 Minuten, wenn die „heute"-Sendungen für das gemeinsame Vormittagsprogramm von ZDF und ARD hinzukommen.
Samstag und Sonntag insgesamt nochmals 60 Minuten: jährlich über 450 Stunden Nachrichten und Hintergrundberichte - genug, um 20 Tage rund um die Uhr zu senden.
Die Hauptredaktion Aktuelles ist täglich mit sieben Nachrichtensendungen auf dem Bildschirm; in jeder zweiten Woche sind es neun (Vormittagsprogramm). Dazu kommt fünfmal in der Woche die „tele-illustrierte": ein Magazin zum Abendbeginn mit Reportagen und Interviews zu aktuellen Themen, mit Sportberichten und Showdarbietungen. Jeden Samstag bringt „Diese Woche" einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse der vergangenen sieben Tage (für Hörgeschädigte erleichtern Untertitel und ein Gebärdendolmetscher das Verstehen).
Insgesamt 140 Sendestunden jährlich „tele-illustrierte" sowie „Diese Woche" und 40 Stunden „Aus den Ländern". Elf Landesstudios und Studio Bonn liefern Aktuelles in Wort und Bild aus der Bundesrepublik Deutschland. Eine Korrespondentenstelle berichtet aus der DDR. Die Auslandskorrespondenten haben überall in der Welt ihre Stützpunkte (18 Studios).
Die Zentralredaktion in Mainz plant, koordiniert und bearbeitet die Beiträge aus den Studios. Weitere Quellen: Agenturmaterial in Wort und Film, außerdem dreimal täglich das Angebot der ausländischen Fernsehsysteme, der Eurovision im Westen und der Intervision aus dem Osten.
Anmerkung zu dem letzten Bild oben aus dem Studio
Als (auch) das ZDF im Aufbau der Farbstudios war, gab es auch bei Europs Haus- und Hof-Lieferanten, der Robert Bosch Fernseh GmbH in Darmstadt Staus in der Produktion der enorm gefragten Farbkameras. Und dann kam ab und zu ein Stückchen Arroganz der übererfolgreichen Star-Verkäufer hinzu, sagt die Legende, sodaß das ZDF - angeblich notgedrungen - sich nach anderen Lieferanten umschaun mußte. Es gab zwar noch Marconi und EMI in England und Thomson in Frankreich, doch hatte RCA anscheinend die schönsten Prospekte und die besten Kenndaten in der Technik. Und RCA hatte noch keine einzige PAL Kamera in Europa "an den Mann" gebracht.
Das ZDF machte den Anfang. Als die neuen Studio Kameras in Betrieb genommen wurden, stellte sich heraus, die Farben waren schlimm, es ar eben amerikanisches Buntfernsehen. Die Bildmeßtechnik war nur noch am Nacharbeiten oder neu Justieren und Einmessen. Als die FESE in Darmstadt das verkaufshemmende "Mißverständnis" (wir kaufen von denennichts mehr) bereinigt hatte, wurden die ganz moderne deutschen KCM 125 Kameras eingesetzt und die 4 RCA Kloben standen über Jahre (fast neu) irgendwo in der Ecke, angeblich wegen der benötigten Redundanz.
Es war einer der größten sichtbaren Milionen-Flops beim ZDF. Aus der ARD gibt es ähnliche "Berichte" oder besser formuliert "Storys" oder "Legenden" zu erzählen. Das hatte uns der investigativ Redakteur Dr. Wagenführ in seinen Fernsehinformationen hinterlassen.
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(10) Innenpolitik
Reportagen - Dokus - Diskussionen
Deutschland ist das Feld der Berichterstattung der Hauptredaktion Innenpolitik - damit sind sowohl Ereignisse und Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland wie in der DDR gemeint.
In der Reihe „die reportage" und in Dokumentationen wird über wichtige Vorgänge in Deutschland, bedeutende Entscheidungen der Innenpolitik und herausragende Personen der Zeitgeschichte berichtet.
Mit der Reihe „Was nun...?" verfügt das ZDF über eine neue Form des großen Interviews. Ein Überraschungsgast sorgt gegen Ende der Sendung für eine unvorhergesehene, spontane Gesprächssituation.
Sondersendungen informieren über Bundestags- und Landtagswahlen, Parteitage und Staatsbesuche, über Ereignisse in Bonn und in den Bundesländern.
Im wöchentlich ausgestrahlten „Länderspiegel" wird die föderative Vielfalt der Bundesrepublik Deutschland dargestellt, während die „bonner Perspektiven" jeden Sonntag von Tendenzen und Entwicklungen der Bundespolitik berichten.
Die Reihe „Journalisten fragen - Politiker antworten" ist die Pressekonferenz des ZDF, die dem Zuschauer Neuigkeiten vermitteln und zum besseren Verständnis der Politik beitragen soll. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich die Sendereihe „Sonntagsgespräch".
In den letzten der 3 Fotos mit Bundespostminister Schwarz-Schilling sehen sie die FESE Studiokamera KCP60, die ein deutlich besseres Farbbild ablieferte als die RCA Kameras.
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(11) Außenpolitik
„auslandsjournal" - Reportagen -Dokumentationen - Diskussionen
Entwicklungen und Zusammenhänge aus allen Lebensbereichen des Auslands werden jeden Freitag im „auslandsjournal" dargestellt und analysiert. Die ständigen Auslandskorrespondenten sind auf der Suche nach Themen, die über den Tag hinausgreifen. Wenn es die Ereignisse erforderlich machen, reisen ZDF-Redakteure mit ihren Kamerateams an den Ort des Geschehens.
Nicht nur aus Konfliktzonen wird berichtet, sondern auch über Wandlungen in der Gesellschaft und das überall spürbare Bemühen, mit den kleinen und großen Sorgen der Völker fertig zu werden. Das Augenmerk richtet sich dabei gleichermaßen auf Industrie- wie Entwicklungsländer. Manches Geschehen im Ausland erfordert stärker noch als im Inland die möglichst rasche, aber auch möglichst eingehende Analyse, da sonst wichtige Informationen unberücksichtigt bleiben müßten.
In Sondersendungen und Diskussionen spielt der aktuelle Film eine ebenso große Rolle wie der Experte, der ins Studio geholt wird. Die langfristig und gründlich vorbereitete Dokumentation behält ihren Platz auch für den Auslandsbereich. Hier wird die Handschrift der Filmautoren besonders spürbar. Sie eröffnen oft Perspektiven und Einsichten, die auch beim Umgang mit der aktuellen Auslandsinformation nicht verlorengehen dürfen.
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Anmerkung :
Auf dem linken Bild erkenne ich meinen Klassenkameraden Rainer Hirsch aus der Oranienschule in Wiesbaden, der fast wie sein Vater fürs ZDF durch die ganze Welt gereist oder gar gehetzt ist. Mit ihm habe ich zwei Jahre lang die Schulbank gedrückt, er erfolgreich mit Abitur, ich ohne dasselbe. Er liebte seinen Beruf als Auslandsredakteur, so lange, bis ihn die unheilbare Krankheit erwischte oder eingeholt hatte. Er war meiner Meinung nach einer der talentiertesten Auslandsjournalisten aller unserer Fernsehsender in Deutschland. Er konnte aus dem Stegreif fei reden ohne u stottern und ohen den fadenzu verlieren. Rainer Hirsch wurde nur 61 Jahre alt.
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(12) Magazine
„WISO", das Magazin für Wirtschaft und Soziales, bietet jeden Montag von 21.15 Uhr bis 21.45 Uhraktuelle Themen, vor allem für Arbeitnehmer, für Verbraucher und Sparer, Jugendliche und Rentner. Ereignisse, Entwicklungen, Entscheidungen und Informationen ausden Bereichen Wirtschafts-, Finanz-, Energie-, Sozial- oder Umweltpolitik werden schwerpunktmäßig aufgegriffen, bürgernah dargestellt und erklärt.
Dabei vermittelt „WISO" dem Zuschauer wirtschaftliche und soziale Informationen sowie Tips rund ums Geld - von der Sparanlage über die Versicherung bis hin zum Mietvertrag. Mit Filmreportagen und Live-Berichten aus dem In- und Ausland - beispielsweise direkt von der Leipziger Messe, aus Washington von der Weltwährungskonferenz oder aus der Montagehalle des Airbus in Toulouse - aus Betrieben, Banken und Börsen werden Probleme und Chancen, wirtschaftliche und soziale Veränderungen, die den einzelnen Bürger betreffen, durchsichtig gemacht.
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„Kennzeichen D" versucht, seinen Produktionsort West-Berlin als Standortvorteil nutzend, kritisch-differenziert über Ereignisse und Entwicklungen in beiden deutschen Staaten zu berichten. Auch Rückwirkungen, die „Deutsches aus Ost und West" auf das Ausland hat, finden ihren Niederschlag. Das Interesse der Redaktion gilt erst in zweiter Linie den Politikern. Vielmehr will es den Betroffenen der Politik im geteilten Deutschland dienen, zumal diese Teilung nicht nur historische, sondern vor allem menschliche Dimensionen hat. „Kennzeichen D" steht auch für den schwierigen, aber notwendigen Dialog zwischen den Gesellschaftsordnungen der beiden deutschen Staaten. „D" kann auch wie Dolmetscher verstanden werden. Dolmetscher zwischen zwei Landessprachen - trotz der einen gemeinsamen Muttersprache.
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Das „ZDF Magazin" beschäftigt sich vorrangig mit aktuellen innenpolitischen Themen. Die Sendereihe soll vor allem Hintergründe und Ursachen des politischen Geschehens verdeutlichen. Nicht selbst Schlagzeilen machen, sondern darüber berichten, was hinter den Schlagzeilen steht, ist das Leitmotiv der Redaktion. Politik in Bund und Ländern, Probleme der inneren und äußeren Sicherheit, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Schul- und Hochschulpolitik ebenso wie Ost-, Deutschland- und Berlinpolitik spiegeln sich in den Beiträgen. Daß sich die Redaktion auch immer wieder mit Schicksalen verfolgter Menschen im anderen Teil Deutschlands befaßt sowie mit der Situation der Regimekritiker im Ostblock, ergibt sich aus dem andauernden Ost-West-Konflikt.
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(13) Gesellschafts- und Bildungspolitik
Die Bewältigung des Alltags ist für den einzelnen oft schwierig. Die Hauptredaktion Gesellschafts- und Bildungspolitik versucht deshalbzu informieren, Einblicke zu verschaffen und eigene Urteile zu ermöglichen.
Das geschieht vor allem durch die Darstellung gesellschaftlicher Entwicklungen, ihrer Hintergründe und Auswirkungen - auch für den einzelnen. In Reportagen und Dokumentationen („die reportage", „Klartext") werden beispielsweise Fragen der Renten-, Kranken- oder Arbeitslosenversicherung und der sozialen Hilfen behandelt, Probleme der älteren Generation, der Familie und der Jugend, Themen aus der Arbeitswelt.
In der Gesellschafts- und Sozialpolitik werden europäische Fragestellungen immer wichtiger - je mehr Europa zusammenwächst. Die Reihe „Planquadrat Europa" behandelt die soziale Wirklichkeit in Europa und will Anstöße zu einem europäischen Bewußtsein geben.
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Die journalistische Begleitung der Bildungspolitik - von der Grundschule bis zur Universität, von der beruflichen Weiterbildung bis zur Forschung - ist eine weitere Aufgabe der Hauptredaktion Gesellschafts- und Bildungspolitik.
In der Sendereihe „Anstösse" soll Bildungspolitik verständlich dargestellt werden.
Die Redaktion Recht und Justiz will dem Staatsbürger Hilfen geben, die oft verwirrenden Probleme des Rechts und der Rechtsprechung zu durchschauen und dadurch zu verstehen.
So vermittelt die erfolgreiche Sendereihe „Wie würden Sie entscheiden?" anhand authentischer Fälle Rechtskenntnisse und gibt dabei in vielen Fällen konkrete Lebenshilfe.
Die Redaktion "Zeitgeschichte" stellt in ihren Sendungen bewußt den Menschen in den Mittelpunkt historischer Ereignisse. Gefragt sind, etwa in den Reihen „Rekonstruktionen" und „Profile", Stoffe zu Personen oder Wendepunkten, die noch immer kontrovers diskutiert werden; Stoffe, die Spannung und Bewegung vermitteln, vor allem aus der Nachkriegszeit. Die Redaktion will aber auch die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland allen Generationen nahebringen - den älteren, die „dabei" gewesen sind, und den jüngeren, die das Geschehen oft nur vom Hörensagen kennen. Dieses Ziel hat unter anderem die Reihe „damals", die wöchentlich mit Wochenschauen, Nachrichten und Interviews mit Augenzeugen jeweils ein Thema in den Mittelpunkt der Sendung stellt, das „vor vierzig Jahren" im Zentrum der Berichterstattung stand.
Anregungen zur Freizeitgestaltung gibt die Sendereihe „Freizeit... und was man daraus machen kann". Sechsmal erscheint in diesem Rahmen der Ratgeber „Reise-Freizeit".
Zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Gesellschaft sind die hier lebenden Ausländer geworden. In einem fremden Land haben sie es besonders schwer. Für sie gestaltet die Hauptredaktion die wöchentliche Sendereihe „Nachbarn in Europa". In spanischer, italienischer, serbokroatischer, türkischer, griechischer, portugiesischer und in deutscher Sprache werden Informationen aus den Herkunftsländern und Hilfen zur beruflichen, sozialen und kulturellen Integration angeboten. Zielgruppen sind dabei vor allem Ausländerkinder und -jugendliche.
In Dokumentationen und Reportagen mit einem breiten Themenspektrum versucht die Hauptredaktion Gesellschafts- und Bildungspolitik zu informieren und dem Bürger bei der Bewältigung seines Alltags zu helfen
(14) Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik
Wirtschaft geht jeden etwas an - die meisten Bürger sogar gleich mehrfach: als Arbeitnehmer und Verbraucher, als Steuerzahler, Aktionär, Lehrling oder Rentner.
Die Hauptredaktion Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik sieht es deshalb als ihre Aufgabe an, den Zuschauer über die wichtigen Vorgänge in der Wirtschaft zu informieren, Hintergründe und Zusammenhänge aufzuzeigen. Das gilt für die Lohnpolitik ebenso wie für die staatliche Finanz-, Wirtschafts- oder Sozialpolitik.
Deutlich gemacht werden soll aber auch die enge wirtschaftliche Verflechtung der Bundesrepublik Deutschland mit unseren Nachbarländern in Europa sowie die Einbettung unserer Landwirtschaft und Industrie in den weltweiten Austausch von Gütern und Dienstleistungen.
Die große Beachtung des Wirtschaftsmagazins „WISO" (siehe Seite 18) zeigt, daß in verständlicher Form dargestellte Wirtschaft beim Zuschauer auf wachsendes Interesse stößt und ein lange Zeit zu wenig beachtetes Informationsbedürfnis befriedigt. Dokumentationen und Reportagen sollen wichtige und aktuelle Themen vertiefen.
Die Informationssendung „Arbeit und Beruf" (donnerstags von 9.45 Uhr bis 10 Uhr) will Jugendlichen, Erwerbstätigen und vor allem Arbeitslosen helfen, sich in einer sich ständig wandelnden Berufswelt besser zurechtzufinden.
Das „Umweltmagazin" soll deutlich machen, welche Folgen Produzieren und Verbrauchen für unsere natürliche Umwelt haben können - und was jeder einzelne dazu beitragen kann, den Umweltschutz zu verbessern.
Für die Sendung „Innen hui - außen pfui" baute das „Umweltmagazin" Badewanne, Waschmaschine und Geschirrspüler auf. An diesen und anderen Geräten demonstriert Marion Brandt-Odenthal, was alles im Haushalt falsch gemacht werden kann.
Renate Hausmann, unsere „Frau vom Arbeitsamt". Sie beantwortet in „ZDF-info Arbeit und Beruf" Anfragen von Zuschauern. Nach jeder Sendung können sich Ratsuchende überdies telefonisch mit ihren persönlichen Fragen an Experten wenden.
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(15) Sport
Die Hauptredaktion Sport bestreitet fast acht Prozent des ZDF-Programms. Wenn Olympische Spiele oder Fußballweltmeisterschaften das Interesse auf sich lenken, steigt dieser Anteil. Manchem Zuschauer ist das zu viel, manchem zu wenig Sport.
Von Sendebeginn an hat der Sport seinen festen Platz im ZDF-Programm. Tradition der Redaktionen ist es, über den Sport nicht nur zu berichten, sondern ihn auch zu analysieren und - wenn nötig - zu kritisieren. Dies gilt besonders für den „Sport-Spiegel", eine Dokumentationsreihe, die Hintergründe, Menschen und Institutionen beleuchtet.
Schon am zweiten Sendetag, dem 2. April 1963, lief der erste „Sport-Spiegel" über den Bildschirm. Auch seit 1963 dabei ist das beliebte „aktuelle sport-studio".
Die Hauptredaktion ist auch zuständig für die „Sport-Reportage", die alle aktuellen Übertragungen und Seriensendungen umfaßt, für die Nachrichtensendung „Sport am Sonntag", für „Telemotor", das Magazin für Verkehrsteilnehmer, und für die Sportleiste in der „tele-illustrierten". Zusammen mit der Redaktion Kinder und Jugend wird die Reihe „Pfiff - Sportstudio für junge Zuschauer" produziert.
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(15) Korrespondenten in aller Welt (I)
Kaum ein Ereignis in der Welt ist für die aktuelle wie dokumentarische Berichterstattung des ZDF unerreichbar. Kameras und Reporter sind zur Stelle, wenn es darum geht, den Zuschauern das Neueste und Wichtigste aus Politik, Wirtschaft und Kultur über den Bildschirm ins Haus zu bringen. Journalisten und Kameraleute aus dem Sendezentrum Mainz oder den 30 ZDF-Studios im In- und Ausland sowie der Korrespondentenstelle Berlin informieren die Zuschauer.
Außerdem entsendet das ZDF Korrespondenten, die zeitweise aus Gebieten berichten, die nicht immer im Brennpunkt des Interesses stehen. So war zum Beispiel ein Korrespondent auf Zeit in Westafrika. Derzeit wird aus Südafrika berichtet, und eine Entsendung nach Indien ist für 1987 vorgesehen.
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Inlandstudios:
Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bonn, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein (zuständig auch für Skandinavien)
Korrespondentenstelle Berlin
Auslandstudios:
Athen, Brüssel, Caracas, Kairo, London, Madrid, Moskau, Nairobi, Paris, Peking, Rio de Janeiro, Rom, Singapur, Tel Aviv, Tokio, Warschau, Washington (mit Außenstelle New York), Wien
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(16) Korrespondenten in aller Welt II
Die Korrespondenten des ZDF (im Jahr 1986 !!!!)
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(17) Internationale Angelegenheiten
Als zentrale Fernsehanstalt mit einem bundesweit ausgestrahlten Programm sowie dem über Satellit verbreiteten deutschsprachigen 3SAT-Programm hat das ZDF vielfältige internationale Beziehungen und Kontakte zu Partnern auf allen Kontinenten. Diese Aufgaben werden durch die Hauptabteilung Internationale Angelegenheiten (die dem Intendanten unmittelbar verantwortlich ist) koordiniert.
Eurovision ist in Europa wohl einer der markantesten Begriffe für internationale Zusammenarbeit auf dem Bildschirm. Ob ein Programm oder ein Ereignis von übernationalem Interesse in mehreren Ländern gleichzeitig ausgestrahlt wird, ob Nachrichten täglich unter den Fernsehsendern ausgetauscht oder Satelliten zur Übertragung benutzt werden - mit der Eurovision verfügen die in der Europäischen Rundfunkunion (EBU) zusammengeschlossenen Fernsehgesellschaften, darunter das ZDF, über ein hochentwickeltes Instrument, zu dem es auf anderen Kontinenten noch nichts Gleichwertiges gibt.
Darüber hinaus ist das ZDF assoziiertes Mitglied der asiatischen und der afrikanischen Rundfunkunionen und unterhält - teils über diese Querverbindungen, teils unmittelbar - Kontakte zu Fernsehgesellschaften in allen Teilen der Welt. Außerdem hat das ZDF mit einigen wichtigen Partnern besondere Kooperationsverträge (so mit Japan, der Sowjetunion, Ägypten, Bulgarien, China, Südkorea, Vietnam, Ungarn und Polen).
Andere wesentliche Elemente internationaler Zusammenarbeit im Fernsehbereich sind der Programmaustausch, technische Hilfeleistungen auf Gegenseitigkeit, Entwicklungshilfe, der Direktverkauf von ZDF-Sendungen und das Programmangebot über die ARD/ZDF-Tochtergesellschaft TransTel an Fernsehanstalten der Dritten Welt.
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(18) Programmplanung
Die zentrale Programmplanung für beide Programmdirektionen durch eine eigene Hauptabteilung ist ein herausragender Wesenszug der Organisationsstruktur des ZDF.
Die Programmplanung ist seit ihrer Installierung als übergreifende Funktionseinheit als rational systematische Strukturierung des ZDF-Programms verstanden worden, mit dem Ziel, die eigene optimale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Sie hat deshalb von Beginn an auch die Faktoren in Form von Geschäftsbereichen beinhaltet, die zu einer sinnvollen Planung des Gesamtprogramms gehören:
Aufbauend u.a. auf den Ergebnissen der Medienforschung nicht nur die Vergabe von Sendeplätzen in Abstimmung mit allen Redaktionen und aufgrund des jeweiligen Koordinationsabkommens mit der ARD (Planungsredaktion), sondern auch die Planung und Bewirtschaftung der für das Gesamtprogramm erforderlichen Programmtitel (Programmwirtschaft), die optimale Bereitstellung und Disposition von Produktionskapazitäten unter Gesichtspunkten der größtmöglichen Flexibilität und des wirtschaftlichen Nutzens (Produktionsplanung) und die möglichst wirtschaftliche Ausnutzung von Einkaufs- und Synchronisationsmöglichkeiten (Programmeinkauf und Synchronisation) einerseits sowie der Koordinierung und Pflege der internationalen Koproduktion (Zentralabteilung/Internationale Koproduktionen) andererseits.
Ja, das obige ist ein (1) Satz !
Als neues Element ist seit dem Start der neuen Techniken zur Hauptabteilung Programmplanung der Entwurf und die Weiterentwicklung von Programmkonzepten für die Kabelpilotprojekte, der Kontakt zu diesen Kabelpilotprojekten sowie die Beobachtung und Analyse der Kabelszene insgesamt hinzugekommen. Auch der ZDF-Musikkanal, der beim Kabelpublikum großen Anklang gefunden hat, wird in der Programmplanung erstellt (Redaktion Musikkanal/Kabel).
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(19) Produktionsbetrieb - Produktion
Produktion heißt beim Fernsehen: Herstellung aller Programmbeiträge. Die Fülle der Aufgaben und ihre Vielfältigkeit können hier nur zusammenfassend dargestellt werden.
Die Hauptabteilung Produktion umfaßt die Abteilungen Herstellung, Bild-Aufnahme, Bild-Bearbeitung und Bühnenbetrieb. Insgesamt tragen mehr als 600 festangestellte und rund 300 freie Mitarbeiter aus etwa 25 verschiedenen Berufen mit ihren kreativen, organisatorischen und administrativen Fähigkeiten bei, aus den redaktionellen Ideen das Gesamtprogramm des ZDF entstehen zu lassen.
Die Herstellung trägt die Verantwortung für die Verwirklichung aller Produktionsvorhaben des ZDF in personeller, organisatorischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Dafür ist jedem der programmbildenden Bereiche eine Erste Produktionsleitung zugeordnet, die sich mit der Realisation der Projekte dieser Hauptredaktion befaßt.
Die aktuellen und politischen Sendungen werden überwiegend im Sendezentrum Mainz oder in den In- und Auslandstudios produziert. Die künstlerischen und unterhaltenden Beiträge realisiert das ZDF in eigenen oder angemieteten Ateliers im Produktionsdreieck Berlin-Hamburg-München. In diesen Städten wurden Produktionsaußenstellen eingerichtet, die - als verkleinertes Abbild der Hauptabteilung Produktion - vor Ort den Produktionsauftrag erfüllen. Die Produktionsstäbe der Herstellung sind verantwortlich für Vorbereitung, Durchführung und Abwicklung solcher Projekte direkt vor Ort.
Die Abteilungen Bild-Aufnahme und Bild-Bearbeitung tragen dazu bei, die redaktionellen Vorstellungen bei Eigenproduktionen (und oft auch Auftragsproduktionen) ins Bild umzusetzen. Sie sind dabei an den redaktionellen Auftrag gebunden; ihre Mitarbeiter wirken jedoch eigenschöpferisch bei der Realisierung der einzelnen Programmbeiträge mit.
Unter Beachtung aller technischen Möglichkeiten gestalten sie das Bild in Ausleuchtung, Ausschnitt, Abfolge und Rhythmus so, daß diese redaktionellen Vorstellungen dem Zuschauer verständlich werden.
Im einzelnen geschieht folgendes:
- - Der Kameramann wählt die Bildinformation selbständig aus oder übernimmt die Bildgestaltung entsprechend den Regievorstellungen. Erarbeitet mit der Filmkamera und kleinen elektronischen Einheiten.
- - Der Cutter sichtet das aufgenommene Material und stellt mit Regisseur oder Redakteur aus der Vielzahl von Einzelszenen die Sendung zusammen.
- - Der E-Kameramann übernimmt die elektronische Bildaufnahme und arbeitet in der Regel mit mehreren Kameramännern zusammen. Er ist für eine der Regiekonzeption entsprechende Kameraführung verantwortlich.
- - Die Bildmischerin nimmt am Bildmischpult den elektronischen Bildschnitt vor und trifft so zusammen mit der Regie die Bildauswahl.
Die Abteilung Bühnenbetrieb ist zuständig für die Projektvorbereitung und -betreuung der Bühnen- und Szenenbauten aller Eigen-, Auftrags-, Atelier-und Außenproduktionen einschließlich der konstruktiven Gestaltung und Berechnung nach Vorgabe der künstlerischen Entwurfgestaltung. Dazu gehören: Erstellung von detaillierten Leistungsverzeichnissen, Prüfen der Angebote und Auftragsbearbeitung für die Vergabe sowie von Flächengrundriß-, Lichtgitter-und technischen Detailzeichnungen mit den Lastenberechnungen.
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(20) Produktionsbetrieb - Präsentation, Form und Design
Das ZDF erkannte die Notwendigkeit, sein äußeres Erscheinungsbild einheitlicher darzustellen, und führte zu diesem Zweck im Jahr 1975 ein Regelwerk ein, das für die Präsentation der Anstalt und ihrer verschiedenen Aktivitäten sowie für die gestalterischen Aspekte in aktuellen Sendungen von besonderer Bedeutung ist.
Die Arbeit mit diesem Regelwerk, die Koordination und Fortentwicklung der optischen Präsentation des Programms bilden einen wichtigen Teil der täglichen Arbeit.
Eine Koordinierung und Kontrolle der Einhaltung der bisherigen Normen in Verbindung mit einer trendsetzenden Fortentwicklung auf dem Gebiet der optischen Präsentation läßt für die Zukunft interessante Entwicklungen erwarten und stellt eine Aufgabe dar, der sich das ZDF - insbesondere auch vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden Wettbewerbssituation (Anmerkung : mit den neuen privaten Kommerz-Sendern - seit 1984 sendet RTL über Satellit) - nicht verschließen darf. Der Bereich Präsentation, Form und Design gliedert sich in: Abteilung Grafik/Design, Abteilung Bildregie/Bühnenbild, Referat Sonderveranstaltungen.
Das neue ZDF-Erscheinungsbild
In nahezu allen Fernsehsendungen sind Bildelemente enthalten, die künstlich hergestellt sind, also keine fotografierte Wirklichkeit darstellen. So sollen die Zuschauer zum Beispiel mit dem Titelvorspann auf die nachfolgenden Sendungen eingestimmt werden. Mit Hilfe von Schrifteinblendungen, Grafiken, Standbildern, Landkarten und Trickfilmen sollen die gegebenen Informationen für den Betrachter verständlicher werden.
Die mit diesen Aufgaben betrauten Grafiker, Trickkameramänner und Fotografen bilden die Abteilung Grafik/Design. Grundlage der visuellen Darstellung ist das Konzept des ZDF-Erscheinungsbildes.
Die Verwendung einer speziell für das ZDF entworfenen Hausschrift, verbunden mit einem ZDF-spezifischen Farbklima und bestimmten Elementen in der Studiodekoration bei Informationssendungen, soll dazu beitragen, daß der Zuschauer „sein" ZDF-Programm an diesen visuellen Konstanten wiedererkennt.
In der Abteilung Bildregie/Bühnenbild sind die Berufsbilder Bildregisseur, Bühnenbildner und Kostümbildner zusammengefaßt.
Die Umsetzung redaktioneller Konzepte im Studio oder bei Außenproduktionen steuert der Bildregisseur als Partner der beteiligten Kollegen von Produktion und Technik. Er legt mit dem Bühnenbildner die Dekoration fest, bestimmt die Kamerapositionen und probt mit den Kameramännern, Moderatoren oder Darstellern die Auftritte und Bildausschnitte, Während des Ablaufs der Sendung wählt er in Zusammenarbeit mit der Bildmischerin aus den Bildangeboten der Kameras die Einstellungen aus, die in der Abfolge ein homogenes Gesamtbild des Geschehens widerspiegeln.
Der Bühnenbildner konzipiert das optische Umfeld einer in Szene gesetzten Handlung oder eines aktuellen Ereignisses. Die Einheit von Form des Bühnenbildes und Inhalt der Handlung soll dazu beitragen, die Aussagekraft und Verständlichkeit einer Sendung zu erhöhen.
Das Referat Sonderveranstaltungen ist zuständig für die Durchführung von Groß- und Sonderveranstaltungen oder Veranstaltungen aus außergewöhnlichem Anlaß. Derartige Ereignissesind in der Regel sowohl mit organisatorischen Fragen als auch in erheblichem Umfang mit Aspekten der Gestaltung und der optischen Präsentation verbunden, so daß Problemlösungen aus einer Hand wünschenswert und, um die Kontinuität zu wahren, auch geboten sind.
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(21) Technik - der neue Rundbau
Am 6. Dezember 1984 wurde das Sendebetriebsgebäude des ZDF im Sendezentrum Mainz in Betrieb genommen. In dem funktional gegliederten Rundbau ist in den unteren Geschossen die Versorgungstechnik mit Starkstrom-, Heizungs-, Klima- und Wasseraufbereitungsanlagen untergebracht. Aktuelle Sendungen wie „teleillustrierte", „das aktuelle sport-studio", „ZDF Magazin", „WISO" und andere werden in einem der beiden farbelektronisch voll ausgerüsteten Studios 1 oder 3 mit runden Spielflächen von 200 bzw. 500 Quadratmeter produziert.
In Studio 2 mit 200 Quadratmeter Spielfläche wird das erste deutschsprachige Gemeinschaftsprogramm von ZDF, ORF und SRG - 3SAT - abgewickelt. Für die Sendungen „heute" und „heute-journal" ist ein Nachrichtenstudio mit 230 Quadratmeter und für die Ansagen und Programmverbindungen ein Studio mit 95 Quadratmeter eingerichtet.
Die Studios 1 und 3 verfügen über je fünf Kameras, deren Elektronik im Licht-Bild-Technikraum untergebracht ist. Dieser liegt neben der Bildregie, der Tonregie und dem Off-Sprecher-Raum. Im Nachrichtenstudio und im Ansagestudio stehen je drei Kameras, die durch Fernsteuerung geschwenkt, geneigt oder im Bildausschnitt verändert werden können. Alle Bedieneinheiten an den Regie- und Kontrollpulten sind nach gleichem Schema angeordnet, so daß ein Wechsel (der Bildregisseure) zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen durchgeführt werden kann.
Ein von konventionellen Ausrüstungen abweichendes Konzept wurde für die Beleuchtung der Studios 1 und 3 realisiert. Die Scheinwerfer mit Mehrfachfunktionen - als Stufenlinsenscheinwerfer für direktes Licht oder als Flächenleuchten für indirektes, weiches Licht einsetzbar - sind in einem engen Laufschienenraster an Teleskopleuchtenhängern aufgehängt. Alle Scheinwerferfunktionen wie Neigen, Schwenken, Fokussieren und Verstellen der Tore (= der Blenden) werden ebenso wie die Höhenverstellung über ein fahrbares Bedienpult im Studio ferngesteuert. Die Helligkeit der Scheinwerfer sowie Lichteffekte (wie Lauf- oder Blinklicht) werden über eine elektronische Lichtstellanlage geregelt. Die Lichtstimmungen lassen sich speichern und sind jederzeit reproduzierbar.
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Die MAZ-Technik
Für die Bearbeitung von Programmbeiträgen, die an verschiedenen Orten aufgenommen wurden, oder von Aufzeichnungen und Filmen, die aus redaktionellen oder technischen Gründen geändert oder ergänzt werden müssen, sind funktionsmäßig zugeordnet Magnetbildaufzeichnungs- und -wiedergaberäume mit 1"-Anlagen (der Fernseh GmbH), Räume für Farbkorrekturen, Filmtonumspiel-, Filmtonsynchronisier- und Filmschnitträume sowie Räume für Beitragsprüfung und -abnahme eingerichtet.
In Schnittfestlegungsräumen können sich Redakteure aktuelle Beiträge ansehen oder mitschneiden und anhand des im Bild eingeblendeten Zeitcodes Schnittpunkte notieren.
Zur wirtschaftlichen Auslastung der fernsehtechnischen Einrichtungen wurden die Anlagen zentralisiert. In zehn Magnetaufzeichnungsräumen sind insgesamt dreißig MAZ-Anlagen und in drei Filmabtasterräumen insgesamt zehn Filmabtaster mit je einem fest zugordneten Magnetfilmlaufwerk untergebracht. In jedem Raum können auf einem Kontrolltisch alle Aufzeichnungs- und Wiedergabeleitungen geschaltet, Vorgänge gesteuert und über Monitor kontrolliert werden.
Der Zentrale Schaltraum
Das Herz des Sendebetriebsgebäudes ist der Zentrale Schaltraum. Alle Verbindungen zwischen externen Leitungen (von den Landesstudios, dem Eurovisionsnetz oder von Außenübertragungsorten) und den Anlagen im ZDF Sendezentrum Mainz werden hier mit Rechnerunterstützung vorbereitet und geschaltet. Auf einer Monitorwand können fünfzehn Videoempfangs- und zehn Videosendeleitungen überwacht werden.
Die Schaltungen werden über Video- und Tonkreuzschienen und Videokoppelfelder realisiert. Das zentrale Videokoppelfeld enthält 152 Ein- und 256 Ausgänge, das zentrale Tonkoppelfeld 450 Ein- und 480 Ausgänge und ist das größte in Europa gebaute dreistufige Koppelfeld.
Sie sind mit den anderen elektronischen Einrichtungen für die fernsehtechnischen Geräte und Anlagen in den 235 Gestellen im Zentralen Geräteraum untergebracht. So ergeben sich kurze Leitungsverbindungen und Vorteile in der Wartung. Es mußten jedoch 1.500 Kilometer Kabel in rund 45.000 Einzelstücken verlegt werden.
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Die Computer kommen
Um komplizierte Vorgänge transparenter zu machen und Mitarbeiter von Routinearbeiten zu entlasten, wurden Rechner eingesetzt: Im System Sendeablaufsteuerung werden ausgehend vom Programmschema des ZDF die Wochen- und daraus die Tagessendepläne durch Eingabe der Daten aus den Sendepässen der Programmbeiträge, der Pausenfüller oder Standbildlisten erarbeitet.
Eine fortlaufende Zeitbilanzierung warnt dabei vor Überziehungen oder Lücken. Nach dem fertigen Sendeplan werden die Bedienstellen und Anlagen für die jeweiligen Beiträge festgelegt und in der Sendeabwicklung (SAW - die unser Unterstützer und Sponsor Harald Knapitsch über Jahre bediente) die zugespielten Bild- und Tonsignale gemischt. Ein letztes Mal werden die technischen Werte kontrolliert, die Signale für Videotext und die Kennungen für die Betriebsart des Mehrkanaltons und für das Video-Programm-System (VPS) eingespeist, und der Weg zu den Sendern ist frei.
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Das System RUBIN
Das System RUBIN (Rechnerunterstützung bei den Nachrichten) hilft bei Planung, Vorbereitung und Durchführung der Nachrichtensendungen redaktionell und technisch in den Bereichen der „heute"-Redaktion, der Aufzeichnung und Wiedergabe und in der Nachrichtenregie.
Die einzusetzenden Bildgeber werden durch das System ALA/BULA (Auftragserteilung für Leitungen und Anlagen/Buchung für Leitungen und Anlagen) zugewiesen und das System Leitungsschalten stellt die Verbindungen her.
Für die Fernbedienung der Anlagen wurde ein BUS-System entwickelt, bei dem über eine Sammelleitung alle Funktions- und Steuerbefehle als Daten mit Adressen übertragen werden. Ein Identifikationssystem stellt sicher, daß bei allen Leitungsverbindungen die Bild- und Tonquellen erkennbar sind. Diese Kennungen sind auch nützlich für die Überwachung der Leitungen im Betriebsmeßsystem.
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Das ZDF-Kopierwerk (1985 !)
Das eigene Kopierwerk entwickelt und kopiert aktuelle Berichte sowie Muster
und Filmaufzeichnungen in 16mm-Farb- oder Schwarzweißumkehr- oder auch Farbnegativ/positivfilmen. Durch Rückgewinnung von Chemikalien und ihre Wiederverwendung in den Bearbeitungsbädern werden nicht nur Betriebskosten gespart, sondern es wird auch ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet.
Die AÜ (Außenübertragung) beim ZDF
Für Außenübertragungen (Theaterabende, Unterhaltungsshows oder bedeutende Sportveranstaltungen) stehen 39 technische Sonderfahrzeuge zur Verfügung. Darunter sind drei Übertragungswagen mit je fünf Kameras, ein Wagen mit vier und ein Übertragungswagen mit drei Kameras mit allen erforderlichen bild- und tontechnischen Anlagen, eine mobile elektronische Zeitlupe und vier Magnetbildaufzeichnungswagen (MAZ-Wagen), die mit einem Schnittsteuergerät ausgerüstet sind, um die aufgezeichneten Bild- und Tonsignale am Drehort sofort bearbeiten zu können.
Mittlere und kleinere Produktionen - Dokumentationen, Sportberichte, Reportagen oder aktuelle Ereignisse - werden mit drei Reportageeinheiten durchgeführt, die mit tragbaren Kameras und Bildaufzeichnungsanlagen bestückt sind.
Ein großer Tonwagen, der in Mehrkanaltontechnik ausgerüstet ist, kann für umfangreiche Musikproduktionen eingesetzt werden, während bei öffentlichen Veranstaltungen drei Beschallungswagen für die akustische Versorgung des Publikums und der Interpreten bereitgestellt werden können.
Zur internationalen Berichterstattung dient der Eurovisions- Übertragungswagen, der über bild- und tontechnische Einrichtungen für 25 Kommentatorplätze verfügt. Wagen für die Beleuchtung und Stromversorgung sowie drei große elektronische Lichtstellanlagen, die die Gestaltung der Szenenbeleuchtung und die Steuerung der Scheinwerfer erleichtern, ergänzen den Fahrzeugpark.
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(22) Werbefernsehen
Das Werbefernsehen des ZDF hat eine doppelte wichtige Funktion: Einmal stellen die Einnahmen aus den Werbesendungen mit etwa vierzig Prozent einen wesentlichen Teil der Finanzgrundlage des ZDF dar, das übrigens nur dreißig Prozent - also weniger als ein Drittel - der Fernsehgebühren erhält. Zum anderen ermöglicht das Werbefernsehen der Wirtschaft die Nutzung eines modernen Mediums für ihre Werbung und nimmt so eine Mittlerrolle zwischen Anbieter und Verbraucher ein.
Die rechtliche Grundlage für die Ausstrahlung von Werbesendungen im ZDF ist im Staatsvertrag ausdrücklich in Paragraph 23 festgehalten: „Im übrigen (Anm. der Red.: neben den Gebühreneinnahmen) deckt die Anstalt ihre Ausgaben durch Einnahmen aus dem Werbefernsehen."
Weiter sind für Werbesendungen des ZDF durch den Staatsvertrag folgende Rahmenbedingungen festgelegt: Nach 20 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen darf keine Werbung ausgestrahlt werden; die Werbesendungen sind vom übrigen Programm deutlich zu trennen; Werbung ist nur für wirtschaftliche Zwecke, nicht aber für politische Ziele oder religiöse und weltanschauliche Überzeugungen erlaubt.
Das ZDF, dessen gesetzlich erlaubte Werbezeit auf durchschnittlich zwanzig Minuten je Werktag begrenzt ist, strahlt in der Regel täglich vier Werbeblöcke mit jeweils zehn bis vierzehn Spots aus. Die meisten Werbespots haben eine Länge von zwanzig oder dreißig Sekunden.
Was die Werbung im Jahr 1987 kostet
Die Ausstrahlung eines 30-Sekunden-Werbefilms kostet im Jahr 1987 (je nach Sendemonat) zwischen 54.100 DM und 70.700 DM. Setzt man jedoch diese vielleicht auf den ersten Blick hoch erscheinenden Preise in Relation zu der großen Zahl von durchschnittlich fast sieben Millionen Zuschauern während der Werbezeit, so wird die Wirtschaftlichkeit der Werbung im ZDF deutlich: um tausend Zuschauer zu erreichen, müssen nur etwa 8,90 DM aufgewendet werden.
Das ZDF bemüht sich ständig, neue Wege für eine zuschauergerechte Darbietung der Werbung im Fernsehen zu gehen. So reicht die Skala der Sonderformen von aktuellen Werbenachrichten im „Schaufenster am Donnerstag" über „Empfehlenswert" unter Verwendung der Testergebnisse der Stiftung Warentest, Berlin, bis zu themenbezogenen Werbemagazinen.
Als Beitrag zur Auflockerung der Werbeblöcke und als Übergang zwischen den Werbespots werden seit der ersten Werbesendung im April 1963 die Mainzelmännchen eingesetzt. In den über zwanzig Jahren ihres Bestehens haben sie sich zu einem Symbol des ZDF entwickelt und sind auch heute noch bei alt und jung sehr beliebt.
(23) Das Programm in Zahlen
Im Jahr 1985 wurden vom ZDF insgesamt 550.235 Sendeminuten Programm ausgestrahlt. Dies entspricht einem täglichen Durchschnitt von etwa zwölf Stunden im Hauptprogramm. Das ZDF sendet dies in der Regel täglich ab 16 Uhr, samstags, sonn- und feiertags bereits früher.
Anteil der einzelnen Programmbereiche am Hauptprogramm 1985:
- Kultur 18,7%
- Fernsehspiel und Film 21,7%
- Dokumentarspiel 2,4%
- Unterhaltung 9,0%
- Theater und Musik 5,2%
- Reihen und Serien (Vorabend) 3,4%
- Aktuelles 11,5%
- Innenpolitik 4,3%
- Außenpolitik 1,9%
- Gesellschafts- und Bildungspolitik 4,5%
- Sport 7,4%
- Magazinsendungen 1,5%
- Werbefernsehen 2,4%
- Programmpräsentation (Programmvorschau, An- und Absagen) 3,6%
- Programmverbindungen (Mainzelmännchen-Filme, Pausenfüller usw.) 2,5%
Seit dem 2. Januar 1981 strahlen ZDF und ARD ein gemeinsam verantwortetes bundesweites Vormittagsprogramm aus. Zielgruppen sind ältere Menschen, aber auch Berufstätige, insbesondere Schichtarbeiter. Die Programmanteile von ZDF und ARD liegen bei jeweils 50 Prozent; der Anteil des ZDF im Jahr 1985 betrug 29.553 Sendeminuten.
Außerdem sendet das ZDF in den Kabelpilotprojekten (seit 1.1.1984) den Musikkanal sowie seit 1.12.1984 3SAT, das von ZDF, ORF (Österreich) und SRG (Schweiz) gemeinsam verantwortete Satellitenprogramm des deutschen Sprachraums.
Damit ergibt sich für 1985 folgendes Bild:
- ZDF-Hauptprogramm 250.418 Minuten
- 3SAT 136.692 Minuten
- ZDF-Musikkanal 133.572 Minuten
- ZDF-Vormittagsprogramm 29.553 Minuten
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(24) Finanzen
Von den Fernsehgebühren in Höhe von 11,20 DM, die der Fernsehteilnehmer seit dem 1. Juli 1983 pro Monat zahlt (zahlen muß !!!), erhält das ZDF nach Paragraph 23 des Staatsvertrags 30 Prozent, also 3,36 DM. Mit den Gebühreneinnahmen allein können die Kosten für das ZDF-Fernsehprogramm nicht gedeckt werden. Das ZDF ist deshalb ebenfalls aufgrund des Staatsvertrags "verpflichtet" (Amerkung : das stimmt so nicht, es ist eine "kann" Beschreibng), auch Werbesendungen auszustrahlen. Die Werbeerträge sollen im Geschäftsjahr 1987 rund 39 Prozent und die Gebühren der Zuschauer 56 Prozent der Gesamterträge erbringen. Fünf Prozent entfallen auf sonstige Erträge.
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Die Aufwendungen
Für das Programm, die Studios, den technischen Betrieb und die Verwaltung sieht der Haushaltsplan 1987 Aufwendungen in Höhe von 1.537 Millionen DM vor. Davon entfallen 768 Millionen DM auf Produktion und Ausstrahlung des Programms. Hierin sind unter anderem die Kosten enthalten für Autoren- und Darstellerhonorare, Produktionsmaterialien, den Kauf fertiger Programmteile, Entgelte für die GEMA, Sportlizenzen (Anmerkung: mein Ärgernis seit Jahren - Geld für den Kommerzsport auszugeben), langfristig angemietete Prqduktionsateliers und die Entgelte für die Überlassung des Fernsehsender- und Leitungsnetzes der Bundespost. Die Personalkosten der festangestellten Programmitarbeiter des ZDF sind in den obengenannten Programmaufwendungen nicht enthalten.
Die Personalkosten
Die Personalkosten für Programm, Technik und Verwaltung betragen 390 Millionen DM. Für Steuern und öffentliche Abgaben sind 111 Millionen DM, den rundfunkeigenen Gebühreneinzug (GEZ) 37 Millionen DM und für Abschreibungen 88 Millionen DM erforderlich. Die noch verbleibenden 143 Millionen DM verteilen sich auf eine Vielzahl kleinerer Aufwendungspositionen.
Für Investitionen sind 129 Millionen DM bestimmt, davon 67 Millionen DM für Erst- und Erneuerungsinvestitionen, vor allem in den Studios und im Außenübertragungsbereich. 31 Millionen DM sind für eine Investition in das Programmvermögen bestimmt. Der verbleibende Betrag von rund 31 Millionen DM ist im wesentlichen für die teilweise Sicherung der "Versorgungsverpflichtungen" des ZDF (29 Millionen DM) vorgesehen. Zum Ausgleich des Gesamthaushalts soll die Rücklage in Höhe von 11 Millionen DM in Anspruch genommen werden.
Oberstes finanzwirtschaftliches Ziel des ZDF ist es, die gegenwärtige Gebührenperiode ohne die Aufnahme von Krediten abzuschließen. Dies ist bisher gelungen, weil die Aufgabenplanung an den zur Verfügung stehenden Erträgen ausgerichtet wurde. Aus heutiger Sicht wird es für das ZDF möglich sein, mit der gegenwärtigen Höhe der Fernsehgebühr bis Ende 1988 auszukommen.
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(25) Die Zahlungen an die Deutsche Bundespost
Das Errichten und Betreiben von Rundfunksendeanlagen (Anmerkung : für einen Teil der ARD und das ZDF - alleine der HR hat von den Amerikanern erlaubt bekommen, eine eigene Sendertechnik zum Beispiel auf dem Feldberg im Taunus zu betreiben.) fällt in die Zuständigkeit der Deutschen Bundespost.
So gehören ihr auch die Fernsehsender, die das Programm des ZDF und die dritten Programme der ARD im UHF-Bereich (Band IV und V, 470 bis 790 MHz) ausstrahlen. (Das stimmt so nicht, ist aber Stand von 1986)
Das Sendernetz für das ZDF-Programm besteht aus 89 Grundnetzsendern und zur Zeit etwa 2.100 Füllsendern. Ein Verteil- und Modulationsleitungsnetz der Deutschen Bundespost führt den Sendern Bild-, Ton- und Datensignale aus dem Sendezentrum zu. Zur Zeit können etwa 98,6 Prozent der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland einschließlich West-Berlins das ZDF-Programm empfangen. Die Schließung noch offener Versorgungslücken wird vorangetrieben.
Für die Überspielung von Programmbeiträgen aus den Landesstudios, die Übertragung von öffentlichen Veranstaltungen oder von Sportereignissen stellt die Deutsche Bundespost Zuführungsleitungen zum Sendezentrum Mainz zur Verfügung.
Austauschleitungen verbinden das ZDF mit den Rundfunkanstalten der ARD, internationale Leitungen - terrestrisch und über Fernmeldesatelliten - mit den Rundfunkanstalten in aller Welt. Sendeanlagen, Verteil- und Modulationsleitungsnetz sowie die Zuführungsleitungen von den Landesstudios sind dem ZDF dauernd überlassen.
Damit stehen ständig 7.600 Kilometer Bildleitungen, 8.600 Kilometer Tonleitungen und 3.100 Kilometer Melde- und Fernwirkleitungen zur Verfügung. Austausch- und internationale Leitungen werden fallweise bereitgestellt.
Die Leistungen der Deutschen Bundespost, also das Bereitstellen von Sendern und Leitungen, muß das ZDF aus seinen Einnahmen an die Post bezahlen) (1987: voraussichtlich 185 Millionen DM).
Anmerkung : Das war alles noch in 1986. Inzwischen hat sich das unglaublich schnell geändert und so gut wie alles wird über allgemein verfügbare Glasfaserleitungen übertragen. Die Post hatte alle ihre Leitungen und Richtfunkstrecken inzwischen (2010) entsorgt)
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(26) Kabelpilotprojekte
Das ZDF hat sich von jeher aufgeschlossen gegenüber den neuen Medientechniken gezeigt und sich daher auch von Anfang an sowohl an den Kabelpilotprojekten beteiligt als auch frühzeitig konzeptionelle Vorstellungen für ein Satellitenprogramm entwickelt. Darin sieht das ZDF auch ein Stück Zukunftssicherung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den Programmauftrag der öffentlich-rechtlichen Anstalten.
Die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben 1980 beschlossen, vier Kabelpilotprojekte in Ludwigshafen, München, Dortmund und Berlin durchzuführen. Bei diesen vier Pilotprojekten sollen neue Programmformen erprobt und die Akzeptanz zusätzlicher Programmangebote durch die Zuschauer soll untersucht werden.
Das Pilotprojekt Ludwigshafen nahm den Sendebetrieb am 1. Januar 1984 auf, das Pilotprojekt München am 1. April 1984, das Pilotprojekt Dortmund am 1. Juni 1985 und das Pilotprojekt Berlin folgte am 28. August 1985. Das ZDF beteiligt sich an den Projekten mit zwei Programmtypen: mit dem Musikkanal und dem Satellitenprogramm 3SAT.
Mit seinem Musikkanal, den das ZDF eigenverantwortlich gestaltet, beschreitet es in Europa programmliches Neuland. Die Teilnehmer an den Kabelpilotprojekten können an jedem Wochentag von 16 bis 22 Uhr ein Musikprogramm ihres jeweiligen Geschmacks empfangen, und das auch in Stereoton:
- Montag Wunschkonzert
- Dienstag Klassik
- Mittwoch Volksmusik
- Donnerstag Musiktheater
- Freitag Rock, Pop, Jazz
- Samstag Operette
- Sonntag Showtime
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Kabelfernsehen - Was ist das?
Das Kabelfernsehen stellt eine besondere Form der Nutzung von Gemeinschaftsantennenanlagen dar, ermöglicht für Gemeinden mit schlechter Fernsehversorgung (Orte in Tälern, Stadtteile im Schatten von Hochhäusern) einen besseren Empfang und eröffnet die Möglichkeit, mehr Programme zu vermitteln.
Ausgangspunkt des Kabelfernsehens ist die sogenannte Kopfstelle, bestehend aus Rundfunkempfangsstelle und Breitbandverstärkerstelle. Die eigentliche Empfangsstelle befindet sich an einem Ort, der den besten Empfang der Programme gewährleistet. Von dort werden sie ins Kabelnetz eingespeist und in jedes Haus des Gebiets übertragen.
Über eine hauseigene Verteileranlage kann jede Wohnung aus der Breitbandsteckdose versorgt werden. - Kabelfernsehen, das ist - technisch gesehen - die Verteilung von Rundfunkprogrammen über Kabelnetze, in denen neben den ortsüblich empfangbaren Programmen weitere am Ort drahtlos normalerweise nicht empfangbare oder in einem eigenen Studio lokal hergestellte Programme übertragen werden.
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(27) 3SAT - Internationales Satellitenfernsehen (1986 !!!)
Seit dem 1. Dezember 1984 gibt es 3SAT, das erste deutschsprachige Satellitenfernsehen. Dieses internationale Programm wird gemeinsam vom ZDF, dem Osterreichischen Rundfunk (ORF) und der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) getragen.
3SAT bietet täglich rund sechs Stunden Programm aus den drei Ländern Bundesrepublik Deutschland, Österreich und Schweiz für den deutschen Sprach- und Kulturraum. Alle Sendungsgattungen sind vertreten, aber Information und Kultur stehen an der Spitze.
3SAT wird bewußt als ein Programm gestaltet, das nicht mit billiger Massenware auf Zuschauerfang geht. 3SAT enthält keine Werbung. Dafür werden interessante Spielfilme, Schauspiele, Opern, Fernsehspiele und Konzerte zu günstiger Sendezeit angeboten und nicht erst gegen Mitternacht.
Charakteristisch für 3SAT ist die große Zahl von Originalübertragungen nicht nur (aber auch) vom Sport und aus dem kulturellen Leben. Kieler Woche, Weltmeisterschaften in vielen Sportarten, bedeutende Premieren der führenden deutschsprachigen Bühnen oder Opernhäuser, Filmnächte und Gala-Vorstellungen - dem 3SAT-Zuschauer werden sie in dem Moment geboten, da sie sich ereignen.
Die Programmverantwortung liegt beim ZDF, in dessen Sendezentrum Mainz sich das 3SAT-Studio befindet. Von hier bieten Präsentatoren aus den drei Ländern zuschauerfreundlich und unterhaltend ein Programm mit den besten Produktionen der beteiligten Rundfunkanstalten dar, laden Studiogäste und Interpreten zu Gespräch und Auftritt ins Studio ein.
Aus Mainz wird das Sendesignal des 3SAT-Programms zur Erdefunkstelle der Deutschen Bundespost in Usingen gegeben. Von dort erreicht es den Satelliten, der in einer Höhe von 36.000 Kilometer über dem Äquator geparkt ist. Über die gleiche Entfernung gibt der Satellit das Signal zu seinem Ausstrahlungsbereich auf der Erde zurück. Dieser Bereich deckt den größten Teil Europas ab.
Der Satellit heißt ECS-F1 und ist ein Kommunikationssatellit, der elektronische Signale (zum Beispiel für Fernmeldedienste aber auch - wie im Fall 3SAT - von Fernsehprogrammen) an Empfangsanlagen übermittelt. Das 3SAT-Programm können Zuschauer sehen, deren Gerät an ein Kabelnetz angeschlossen ist, das die Programmsignale von 3SAT empfängt.
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(28) Medienforschung - Wer sieht was und warum?
Wie ein Programm bei den Zuschauern ankommt, in wie vielen Haushalten eine Sendung gesehen wird, welche Zuschauergruppen welche Programmsparten bevorzugen: das sind Informationen, die für die Programmgestaltung einer Fernsehanstalt von großer Wichtigkeit sind.
Seit dem 1. Januar 1985 ist die Zuschauerforschung in der Bundesrepublik Deutschland in eine neue Phase getreten. Mittelpunkt der GfK-Fernsehforschung im Auftrag von ZDF und ARD ist ein elektronisches Meßgerät: das GfK-Meter. Dieses Instrument erfaßt - angeschlossen an alle Fernsehgeräte in repräsentativ ausgewählten Haushalten - automatisch die Senderwahl von bis zu 98 Kanälen, die Nutzung von Videotext, Bildschirmtext, Telespielen und Homecomputern. Ferner wird registriert, ob die ebenfalls angeschlossenen Videorecorder gerade aufzeichnen oder abspielen. Bei der Wiedergabe aufgezeichneter beliebiger Fernsehsendungen werden diese exakt identifiziert und dabei von geliehenen oder gekauften Programmkassetten unterschieden.
Die in den Fernsehhaushalten lebenden Personen melden dem GfK-Meter über Fernbedienung, daß sie fernsehen. Im GfK-System kann das Bildschirmverhalten von bis zu acht Personen pro Haushalt gemessen werden. Die so ermittelten Daten werden im GfK-Meter gespeichert.
In der Zeit von zwei bis fünf Uhr nachts werden die Meßdaten sämtlicher Haushalte über das Telefonnetz der zentralen Datenbank der GfK (eine private Gesellschaft für Kommunikations-, Markt- und Meinungsforschung) in Nürnberg zugeleitet. Schon am Morgen nach einer Sendung stehen die Daten den Fernsehanstalten für erste Auswertungen zur Verfügung.
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Rund 2.800 ausgewählte Haushalte
In den ausgewählten rund 2.800 Haushalten (inklusive etwa 350 Haushalten mit Kabelanschluß), die die rund 23 Millionen Fernsehhaushalte in der Bundesrepublik Deutschland repräsentieren, leben mehr als 6.500 Personen. Die täglich dort gesammelten Informationen zum Fernsehnutzungsverhalten werden in verschiedenen Berichten über das Einschalt- und Sehverhalten zusammengestellt.
Sämtliche Informationen stehen darüber hinaus den Rundfunkanstalten im direkten Zugriff auf die GfK-Datenbank für weitere Analysen zur Verfügung.
Die schon früher vorhandenen Vorteile eines integrierten technischen Meßsystems gegenüber Befragungen, nämlich
- die Präzision durch Erfassung auch sehr kleiner Zeiteinheiten
- die kurzfristigen Abrufmöglichkeiten am jeweils folgenden Morgen für den Vortag
- die vielfältigen Analysemöglichkeiten für Sendereihen und Zeiteinheiten,
sind seit Anfang 1985 durch das neue GfK-System noch erweitert worden.
Vor allem sind die Videorecorder, die mit dem zeitversetzten Fernsehen - Aufzeichnen und später Abspielen - das althergebrachte Fernsehverhalten verändern, in das System der Fernsehforschung integriert. So kann das GfK-Meter nicht nur messen, wie viele Zuschauer eine Sendung zum Zeitpunkt ihrer Ausstrahlung hatte, sondern auch, wie viele Zuschauer diese Sendung später mit dem Videorecorder abspielten.
Seit Mitte des Jahres 1986 ist das System der GfK-Fernsehforschung um die Fernsehnutzung in Kabel- und Satellitenhaushalten ergänzt worden. Den Fernsehanstalten stehen seitdem auch Informationen über die Nutzung der in Teilen der bundesrepublikanischen Haushalte bereits empfangbaren privaten Programme zur Verfügung.
Über diese Standardforschung hinaus hat das ZDF seit 1963 über 500 Sonderuntersuchungen in Auftrag gegeben, die detaillierter, als es in der kontinuierlichen Zuschauerforschung möglich ist, über Verhalten und Einstellung der Fernsehzuschauer Auskunft geben.
Die Fernsehforschung stellt den für die Gestaltung und Planung der Programme Verantwortlichen wissenschaftlich fundierte Unterlagen als Entscheidungshilfe für ein zuschauernahes Programm zur Verfügung. Darauf ist ein Massenmedium wie das Fernsehen besonders angewiesen, da es sich an ein nach Alter, Bildung, Kenntnissen und Erfahrungen sehr vielschichtiges Publikum wendet.
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(29) Geschichte des ZDF bis zum Jahr 1986
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- 1961
28. Februar Das Erste Fernsehurteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe schafft die Grundlage für eine von den Bundesländern gemeinsam getragene Fernsehanstalt. Es bestätigt den Ländern deren alleinige Zuständigkeit für Organisations- und Programmfragen auf dem Gebiet des Rundfunks. - 1960 wurde von der Bundesregierung die Deutschland-Fernsehen GmbH gegen den Widerstand der Länder gegründet. 6. Juni Der Staatsvertrag über die Errichtung der Anstalt des öffentlichen Rechts Zweites Deutsches Fernsehen wird von den Ministerpräsidenten der Bundesländer in Stuttgart unterzeichnet und tritt am 1. Dezember 1961 in Kraft. Sitz des ZDF ist Mainz. - 1962
12. März Der Fernsehrat wählt Professor Dr. Karl Holzamerzum ersten Intendanten des ZDF. Er leitet die Fernsehanstalt bis zum 12. März 1977. - 1963
1. April Das ZDF eröffnet sein bundesweites Fernsehprogramm. - 1964
1. Januar Erstes Programm-Koordinierungsabkommen zwischen ZDF und ARD. - 25. Juni Das ZDF erwirbt von der Stadt Mainz das Gelände für das Sendezentrum Mainz.
- 1965
5. November Urteil im Rechtsstreit des Bayerischen Rundfunks gegen den Freistaat Bayern durch das Bundesverwaltungsgericht Berlin: Der Bayerische Rundfunk ist verpflichtet, aufgrund des Staatsvertrages 30 Prozent der in Bayern anfallenden Fernsehgebühren an das ZDF abzuführen. - 1966
3. Januar Für die Bevölkerung der DDR beginnt ein Fernseh-Vormittagsprogramm, das gemeinsam von ZDF und ARD gestaltet wird. - 15. Februar Erster Spatenstich für das zukünftige ZDF Sendezentrum Mainz.
- 1967
25. August Das ZDF strahlt von der 25. Deutschen Funkausstellung Berlin das erste Farbfernsehprogramm aus. - 1971
26. Oktober Grundsteinlegung für den zweiten Bauabschnitt. - 1973
1. Oktober Beginn des neuen Programmschemas mit der Nachrichtensendung „heute" um 19 Uhr. - 1974
26. März Inbetriebnahme des neuen ZDF Sendezentrums Mainz.
Die Chefredaktion, Teile der Produktion und Technik verbleiben noch in dervorläufigen Sendezentrale Wiesbaden. - 1. Oktober Die Korrespondentenstelle Berlin nimmt ihre Arbeit auf.
- 1977
21. März Der Fernsehrat wählt Karl-Günther von Hase zum neuen Intendanten des ZDF. Er leitet das ZDF bis zum 14. März 1982. - 1978
1. Dezember Grundsteinlegung fürden dritten Bauabschnitt. - 1980
1. Juni Mit einer gemeinsamen Zentralredaktion in Berlin beginnen ZDF und ARD ihren Videotext-Feldversuch. - 1981
2. Januar Beginn des bundesweit ausgestrahlten ZDF/ARD-Vormittagsprogramme.
5. März Das ZDF beantragt die Zuweisung eines Kanals auf dem deutschen Fernsehdirektsatelliten TV-SAT für ein zusätzliches europäisch profiliertes Fernsehprogramm.
13. September Mit dem „Festkonzert in Stereo" beginnt das ZDF die regelmäßige Mehrkanaltonausstrahlung.
20. November Professor Dieter Stolte wird vom Fernsehrat des ZDF zum Intendanten gewählt. - 1982
15. März Amtsübernahme des neuenIntendanten, Professor Dieter Stolte. - 1984
1. Januar Das ZDF beteiligt sich mit einem Musikkanal und einem zeitversetzten Programm (ZDF 2) am Kabelpilotprojekt Ludwigshafen und später auch an den Kabelpilotprojekten München, Berlin und Dortmund.
13. Juli ZDF, ORF und SRG schließen einen Vertrag über ein gemeinsames Satellitenfernsehprogramm (3SAT) für den deutschen Sprachraum. I.Dezember Beginn der Ausstrahlung des 3SAT-Satellitenfernsehprogramms des deutschen Sprachraums ZDF, ORF, SRG vom ZDF Sendezentrum Mainz. 3SAT löst das zeitversetzte Programm (ZDF 2) ab.
6. Dezember Das ZDF Sendezentrum Mainz wird in Anwesenheit des Bundespräsidenten Dr. Richard von Weizsäcker und weiterer Ehrengäste seiner Bestimmung übergeben. - 1986
3. Oktober Professor Dieter Stolte wird vom Fernsehrat des ZDF in seinem Amt als Intendant bestätigt.
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ZDF Sendezentrum Mainz (im Jahr 1986)
Nach vielen Wander- und Umzugjahren einzelner Bereiche hat das ZDF 1974 einen großen Schritt getan, seinen Sitz endgültig in Mainz zu nehmen - nicht mehr in zahlreichen Mietobjekten untergebracht, sondern zentral im eigenen Haus auf dem Mainzer Lerchenberg.
Bereits 1964 war der Kaufvertrag zwischen dem ZDF und der Stadt Mainz unterzeichnet worden. Im Februar 1966 begann der erste Bauabschnitt; 1974 schließlich wurde der zweite abgeschlossen. Zum Sendezentrum gehörten zu diesem Zeitpunkt sechs Gebäude. Sie entstanden in einem Zeitraum von sieben Jahren und umfassen insgesamt 345.000 Kubikmeter umbauten Raum.
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Das Redaktions- und Verwaltungsgebäude
Das Grundstück auf dem Lerchenberg umfaßt etwa eine Million Quadratmeter. Im Mittelpunkt des Sendezentrums und als weithin sichtbares Zeichen des ZDF steht das Redaktions- und Verwaltungsgebäude, ein 70 Meter hohes, 125 Meter langes und 19 Meter breites Hochhaus mit 14 Obergeschossen, Erdgeschoß und zwei Untergeschossen.
Der Bau hat auf etwa 15.000 Quadratmeter Fläche rund 700 nach außen liegende Büroräume; im Kern des ZDF-Hochhauses befinden sich Aufzüge, Treppenhäuser, Besprechungsräume, Etagendienste und kleine Teeküchen. Der Dachaufbau enthält Klimazentrale, Aufzugmaschinenräume und Trafostationen.
Das Gebäude hat einen umbauten Raum von 170.000 Kubikmeter und ist als Stahlbetonskelettbau errichtet. Dabei wurden 25.000 Kubikmeter Stahlbeton mit 3.000 Tonnen Baustahl verarbeitet. Nördlich des Hochhauses, durch einen Gang im ersten Obergeschoß mit diesem verbunden, schließt sich der zweigeschossige Bau der Haustechnik an mit EDV-Anlage, Fernsprechvermittlung für über 100 Amtsleitungen und mehr als 3.000 Nebenstellen, der Zentrale für das haustechnische Betriebssystem sowie den Schneideräumen und sonstigen technischen Nebenräumen.
Ostwärts liegt das Kasinogebäude mit Empfangs- und Vorführräumen für Besuchergruppen, dem Schulungszentrum sowie Besprechungs- und Konferenzräumen. Hier befinden sich auch die Großküchenanlage sowie eine Cafeteria mit Selbstbedienung, ein Restaurant und das Cafe. - Im Werkstattgebäude schließlich sind die Bühnenwerkstätten untergebracht, die Materiallager, der Fundus und Versorgungseinrichtungen.
Der Rundbau des Sendebetriebsgebäudes
In einigem Abstand schließt sich dann - nur unterbrochen vom „Platz der Köpfe" mit Skulpturen des Künstlers Horst Antes - an die rechtwinkligen Bauten der Rundbau des Sendebetriebsgebäudes. Kern dieses am 6. Dezember 1984 seiner Bestimmung übergebenen Gebäudes sind die technischen Einrichtungen.
Auf der Ebene des Erdgeschosses befinden sich - in einem dreiviertelkreisförmigen Block angeordnet und erschlossen durch einen Hauptverkehrsring - die wichtigsten fernsehtechnischen Einrichtungen. Diese sind - entsprechend ihren Funktionen - in den Gebäudekomplexen Produktion, Sendung, Bearbeitung, Aufzeichnung und Wiedergabe, zentrale Schalt- und Kontrollanlagen, Instandhaltung sowie Meßtechnik und dem Bereich Trick/Grafik zusammengefaßt.
Entwicklungs- und Kopierwerk sowie Fotografie befinden sich im ersten Untergeschoß, während im ersten Obergeschoß das Nachrichtenstudio, alle Regien (Bild, Ton, Licht) und die Fernschreibzentrale untergebracht sind. Zusätzlich zu diesen der Produktionstechnik vorbehaltenen Räumen, in denen etwa 400 Mitarbeiter beschäftigt sind, wurden für rund 600 Mitarbeiter Büroarbeitsplätze, und zwar innerhalb der Bereiche Sport, Archiv, Technischer Versorgungsbetrieb, Betriebstechnik und Technischer Studio-und Sendebetrieb eingerichtet.
Die Größe des Sendebetriebsgebäudes verdeutlichen folgende Zahlen: 392.000 Kubikmeter umbauter Raum, 65.400 Quadratmeter Nutz- und Funktionsfläche bei einer Bruttogrundrißfläche von 90.000 Quadratmetern. Der kleinste Durchmesser beträgt 11,5 Meter, der größte 166 Meter, die größte Höhe 31,4 Meter und die größte Tiefe 16,5 Meter.
Eine Brücke in Höhe des ersten Obergeschosses verbindet den Rundbau mit dem Hochhaus, dem Kasinogebäude und dem Gebäude Haustechnik.
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Gemeinsamkeiten der Versorgung
Alle Gebäude sind durch einen unterirdischen Versorgungskanal miteinander verbunden, der sämtliche Fernmeldeleitungen, Heißwasser- und Kaltwasserleitungen aufnimmt. Eine moderne Klimaanlage versorgt das Sendezentrum Mainz mit Frischluft. In einer Leitwarte werden zentral die haustechnischen Anlagen überwacht. Für den Notfall stehen Notstromaggregate bereit.
3.150 ZDF-Mitarbeiter haben (zur zeit in 1986) ihre Arbeitsplätze und Büros auf dem Lerchenberg. Hier sind alle vereinigt: Intendanz, Programmdirektion und Chefredaktion, Verwaltungsdirektion und Technische Direktion, Sendeleitung, Produktion, Kraftfahrzeugpark und Übertragungsbetrieb.
Im Sendebetriebsgebäude entstehen in den vollfarbelektronisch ausgerüsteten Studios aktuelle Sendungen wie „heute" „tele-illustrierte", „ZDF Magazin" und „das aktuelle sport-studio". Auch das endgültige ZDF Sendezentrum Mainz verfügt ausschließlich über Studios für aktuelle Programmbeiträge. Für künstlerische Produktionen nutzt das ZDF jetzt und künftig die vorhandenen privatwirtschaftlich betriebenen Atelier- und Produktionskapazitäten in München, Hamburg und Berlin.












































































