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Okt. 1954 - Ein neues Filmtheater REX kommt in Tiengen

Anmerkung : Das REX war eines von 6 Filmtheatern in Waldshut-Tiengen, etwa 20km von Schaffhausen fast der Schweizer Grenze gelegen.

Geleitwort zur Eröffnung des REX-Filmtheaters

Blick auf einen Teil des Zuschauerraumes und auf die Leinwand

Wir nehmen gerne die Gelegenheit wahr, aus Anlaß der Eröffnung des Rex-Filmtheaters, der Bevölkerung der Stadt und aus dem ganzen Kreisgebiet den aufrichtigsten Willkommgruß für den Besuch unseres Unternehmens zu entbieten.

Es wird unsere vornehme Aufgabe sein, dem neu eröffneten Filmtheater durch beste Filmwerke und Darbietungen einen guten Ruf zu verleihen. Ihr Vertrauen ist uns daher zur Eröffnung eine besondere Ehre.

HANS ROTH UND FRAU.

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In der Zeitung Alb-Bote stand daraufhin Ende Oktober 1954 dieser Artikel :
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Das neue Filmtheater REX in Tiengen

Nach 10-wöchiger Bauzeit ist in der Oststadt ein beachtliches Bauwerk entsanden, das Filmtheater Rex. Am vergangenen Donnerstag (21. Okt. 1954) fand die Eröffnungsvorstellung statt.

Durch einen großzügig angelegten Eingang betritt man das Kino und gelangt zunächst in das ganz verglaste Foyer. Das weit auskragende Dach wird nur durch wenige schlanke Stahlrohre gestützt, in den Zwischenfeldern sind Schauvitrinen, die von außen der Kinoreklame, von innen der Geschäftsreklame dienen. Zu beiden Seiten des anschließenden Wandelganges, der ebenfalls einige Vitrinen aufweist, sind Kasse und eine kleine Garderobe untergebracht. An der Außenfront dieses Zwischengliedes befinden sich die Toiletten.

Durch diesen Wandelgang gelangt man beiderseits in den schönen Saal, der durch die Wandbespannung und die Gutex-Decke eine sehr warme, freundliche Atmosphäre erzeugt. Die über 400 Sitzplätze ermöglichen durch das starke Steigungsverhältnis eine ausgezeichnete Sicht von allen Plätzen. Im rückwärtigen Teil sind die etwas über 100 Plätze der Estrade durch die stufenartige Erhöhung jeder Reihe und die Vollpolsterung besonders angenehm. Alle übrigen Plätze haben ein Flachpolster.
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Ein Teil der Anzeigen

Durch eine kombinierte Heizungs- und Lüftungsanlage wird im Sommer die Frischluftzuführung und im Winter die Warmluftheizung automatisch geregelt. Die unerwartete Breite des Saales ist bedingt durch die verbreiterungsfähige Bildwand, auf der auch plastische Filme gespielt werden können. Die konstruktive Überspannung dieses großen Raumes geschah durch einfache Bretterbinder, die an einem Tag aufgestellt wurden.

Über dem Wandelgang befinden sich noch ein Büro sowie der Bildwerferraum mit den notwendigen Nebenräumen. Dort sind die modernsten Kinomaschinen aufgestellt.

Die Pläne fertigte Dipl.-Ing. Werner Lienhard, Waldshut, die örtliche Bauleitung lag in den Händen von Architekt Reichmann, Tiengen. Man darf wohl sagen, daß das Bauwerk dank der ausgezeichneten Arbeit des heimischen Handwerkes zu einem Schmuckstück geworden ist. Allen Beteiligten an diesem Werke sei die Anerkennung ausgesprochen und dem Bauherrn, Hans Roth und seiner Gattin, wünschen wir guten Erfolg in der Klettgaustadt.

Glänzende Eröffnungsvorstellung

Das in der Oststadt in kurzer Zeit erstellte Filmtheater wurde am Donnerstag abend offiziell eröffnet. Der Zuschauerraum war voll besetzt mit Gästen, Vertretern der Behörden, Organisationen und der Bauhandwerkerschaft.

Zu Beginn der Vorstellung begrüßte der Besitzer des Kinos, Hans Roth aus Klingnau/Schweiz die Anwesenden, dankte für das ihm geschenkte Vertrauen und brachte zum Ausdruck, daß er bestrebt sein werde, nur das Beste in seinem Theater zu bieten, um so einen kulturellen Beitrag zu leisten.

Als Vertreter der Stadtverwaltung sprach der 1. Beigeordnete, Stadtrat Rombach, in Vertretung des Bürgermeisters. Er gratulierte dem Bauherrn zu seinem Unternehmen und dankte auch dem Plangestalter und der Bauhandwerkerschaft für ihren Einsatz. Das Kino sei für die Stadt eine Zierde und er wünsche dem Unternehmen besten Erfolg.

Dipl.-Ing. Werner Lienhard, Waldshut, der Plangestalter des Baues, dankte dem Bauherrn für die Auftragserteilung. Seine Anerkennung galt ferner dem örtlichen Bauleiter, Architekt Reichmann sowie der Bauhandwerkerschaft. Eine mustergültige und beachtungswerte Arbeit sei in kurzer Zeit geleistet worden. Ein Vertreter des Film-Verleihverbandes Baden beglückwünschte den Unternehmer zu diesem schönen Werk und betonte, daß Gestaltung des Baues und Einrichtungen vorbildlich seien. Es sei erfreulich, daß gerade im Grenzgebiet ein so schönes Werk erstanden sei.

Anschließend wurde der eindrucksvolle deutsche Farbfilm mit dem Weltstar Lilli Palmer "Feuerwerk" gegeben. In erster Linie darf festgestellt werden, daß alle technischen Voraussetzungen in der Vorführung erfüllt wurden. Ton- und Bildklarheit dominieren und geben dem Theater einen technischen Höhenpunkt.

Die vielen Besucher waren über diesen ersten Abend im neuen Rex-Filmtheater sehr erfreut. Dieser Erfolg dürfte dem Unternehmen eine gute Zukunft sichern.

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