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Am 12. Dez 1953 eröffnete das Scala in Kassel

Das war gerade mal 30 Tage vor der Eröffnung des Gloria (Kassel) am 19. Februar 1954.

Dazu gehört auch der Hintergrund : Rolf Theile war ein Frankfurter Geschäftsmann, der mit der UFA zusammen ein Kino nach dem anderen überarbeitete und mit Erfolg wieder in Betrieb nahm - so auch den Neuen Fllmpalast in Wiesbaden und andere Kinos in Rhein Main.

In Wiesbaden betrieb er allein 3 oder 4 Kinos, in Frankfurt waren es noch mehr, dazu kamen einige in Darmstadt. Einen Überblick über seine Kinos hatte ich nicht gefunden.

Als Anfang/Mitte der 1960er Jahre sein einziger Sohn in Wiesbaden auf der Sonnenberger Straße mit seinem Motorad tödlich verunglückte, traf ihn das sehr hart. Er zog sich danach recht schnell Zug um Zug aus dem Kinobereich (oder sogar aus den gesamten Geschäftsleben) zurück.

Auch das Scala in Kassel betrieb Rolf Theile mit seinem Partner Hellmuth Anlauf.

In einer Filmzeitschrift aus 1953 wird etwas schelmisch über dies Aktivität am Am Mönchberg geschrieben:

Was man alles machen kann! Man nehme viel Mut, ein kleines Vorstadttheater und einen „großen Anlauf" (mit Vornamen Hellmut), mische alles mit ein wenig Geschicklichkeit, Improvisationstalent und einer eisernen Portion Energie, füge etwas Stahlbeton hinzu - und siehe da, man hat eine nagelneue Scala.

Zur Eröffnung im völlig renovierten, früheren Wirtshaussaal lade man einen Prominenten der Leinwand ein, beispielsweise Harry Piel. Der liebe, gute, alte - ewig junge - Harry tritt vor den nagelneuen grünen Vorhang und die 500 Gäste auf ihren modernen Hochpolsterstühlen lauschen gebannt seinen tierpsychologischen Betrachtungen zu seinem neuen Herzog-Film „Gesprengte Gitter".

Währenddessen warten in der neu überdachten Passage weitere 500 Besucher auf den Einlaß in ihr altes Stammkino im neuen Gewand. Die modernen Leuchter, die beigen Wandbespannungen aus Textil-Glas, die zwei Ernemann VII-B-Maschinen und die „Uniphon"-Tonanlage von UFA-Handel beginnen sich bereits bei der ersten Vorstellung zu amortisieren.

Ort der Handlung: Kassel. Die „Chefs": Hellmut Anlauf und Rolf Theile (vorbildliche Interessengemeinschaft „Union-Theater" und „Capitol", Kassel), Architekt: Flemming (Bad Hersfeld und Kassel). Der neue Film 99/1953

  • Anmerkung : Die beiden Ernemann VII-B-Maschinen gehörten zur Vorkriegs-Generation an weltweit sehr guten 35mm Projektoren und taten in vielen anderen Kinos noch über 20 Jahre ihren Dienst ohne Murren.

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