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Die Farnsworth Röhre von 1923/1927

Philo Farnsworth erdachte bzw. erfand bereits vor 1927 in den USA eine Bildaufnahmeröhre (die Sonden-Röhre), die angeblich der Idee des Herrn Zworkin von 1933 (Anmerkung: das mit 1923 war falsch) sehr ähnlich sein sollte. Im Nachhinein stimmt das aber gar nicht. Sie war deutlich anders.

Farnsworth ist mit seiner Röhre vermutlich der wirkliche Erfinder des elektronischen Fernsehens. Im Jahre 1927 meldete er sein Patent an. Er bestückte damit seine nach ihm benannte Farnsworth Kamera und er baute auch einen ersten Filmabtaster.

Aus anderen Schriften entnehmen wir, daß die beiden deutschen Erfinder Max Dieckmann und Rudolf Hell bereits 1925 ein Patent auf die "Lichtelektrische Bildzerlegerröhre für Fernseher" (Photoelectric Image Dissector Tube for Television) einreichten und erhielten. Doch hier war das feststehende Bild das Ziel der ganzen Überlegungen, nicht das bewegte Bildoder der Film. Ob und wann diese (deutsche) Röhre jemals gebaut wurde, müssen wir noch recherchieren.
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Die Sondenröhre nach Farnsworth
Eine Beschreibung aus 1953 !!

Die von dem Amerikaner Philo Farnsworth 1926/27 entwickelte Sondenröhre enthält zwar Bestandteile, die uns bereits von der Kathodenstrahlröhre (von Professor Braun) her bekannt sind; ihrer Wirkungsweise liegt jedoch ein etwas anderes Prinzip zugrunde.

Wir sehen in Bild 18 wiederum eine evakuierte Glasröhre a mit einer vorn aufgesetzten Linse h. Das zu übertragende Bild wird nun in schon bekannter Weise auf eine im Inneren der Röhre angeordnete Fotokathode b projiziert. Es ergibt sich daher auf dieser Kathode in der schon besprochenen Weise ein elektronenoptisches Bild, das nun als Ganzes in Zeilen- und Bildrichtung magnetisch und rasterförmig abgelenkt wird. Die magnetische Linse zur Bündelung wird durch die Spulen ect erzeugt, die Ablenkung erfolgt mit Hilfe der Spulen dd.

Durch die rasterförmige Bewegung des ganzen Bildes wird nun jeder Bildpunkt in regelmäßiger Folge vor einer „Sonde" vorbeigeführt, in die ein kleines Loch e gestanzt ist. Je nach der Helligkeit des gerade abgetasteten Bildpunktes fallen daher viel oder wenig Elektronen dort hinein.

Der Sekundärelektronen-Verstärker

Im Inneren der Röhre f befindet sich eine „Sekundärelektronen-Verstärker" genannte Einrichtung, die auf folgendem Prinzip beruht: Die Elektronen fallen mit großer Geschwindigkeit zunächst auf eine besonders präparierte Schicht aus der sehr leicht Sekundärelektronen geschlagen werden können. So ist z. B. ein Elektron in der Lage, zehn Sekundärelektronen zu erzeugen. Diese zehn Sekundärelektronen fallen nunmehr auf eine zweite, ebenfalls präparierte Platte, und schlagen dort neuerdings Sekundärelektronen heraus.

Nachdem jedes Elektron zehn Sekundärelektronen herausschlagen kann, ergeben sich durch die zehn aufprallenden, zuerst erzeugten Elektronen 100 neue Sekundärelektronen. Fallen diese wiederum auf eine dritte Platte, so schlagen sie dort 1000 Elektronen heraus und so fort. Man kann leicht ausrechnen, daß sich bei Verwendung von z. B. acht Platten die ursprünglich vorhandenen Elektronen lawinenartig vermehren, woraus sich die Bezeichnung „Sekundärelektronen-Vervielfacher" ohne weiteres erklärt.

Die am Ausgang des Sekundärelektronen-Verstärkers austretenden Elektronen können nun - gegebenenfalls nach entsprechender Weiterverstärkung - zur Steuerung des Fernsehsenders herangezogen werden. Auch diese Elektronen enthalten den Inhalt des abgetasteten Bildes, denn wir hörten, daß durch das kleine Loch am Eingang des Sekundärelektronen-Vervielfachers je nach Helligkeit des gerade erfaßten Bildpunktes entweder viel oder wenige Elektronen fallen.

Auch die Sondenröhre, eine an sich sehr geistreiche Erfindung, ist inzwischen überholt, weil ihre Empfindlichkeit zu wünschen übrig läßt. Wie bei den mechanischen Abtastern wird nämlich nur das Licht eines einzigen Bildpunktes ausgenutzt.

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