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Dieser Artikel ist im Entstehen, also nicht fertig und nur geparkt

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Ein Blick zurück in die Fernseh-Jahre 1950 bis 1952

Es begann etwa 1950 beim "Nord Deutschen Rundfunk" in Hamburg. Die NDR Rundfunkleute hatten einen guten Draht zu dem englischen Offizier (deutscher Abstammung), der für die Medien - also Zeitungen und Rundfunk - zuständig war und der hatte ein offenes Ohr für die Fernsehmacher vom NDR.

Doch "Wollen" alleine half nicht viel, "Machen" war angesagt und die eigentlichen "Macher" beim Fernsehen waren gerade von Taufkirchen nach Darmstadt übergesiedelt und begannen, alte Fernsehkameras zu reparieren und neue Kameras zu entwickeln.

Dabei wurde versucht, die alte Mitarbeiter-Mannschaft von vor und während dem Krieg wieder zusammen zu bekommen. Währenddessen wurden in Hamburg mit Eigenkonstruktionen primitvster Bauart (das wäre unsere heutige Klassifizierung) auf Basis des Iconoscops zwei Kameras fertig getellt und versucht, die zum Funktionieren zu bewegen. Wie gesagt, es war ja fast nichts mehr da an Technik und vor allem an Optiken. Die genauen Details stehen in den "fernseh- informationen" des Dr. Wagenführ und die stehen hier. Er hat die Anfänge des Westzonen- Fernsehens detailgenau zusammen gestellt und Woche für Woche aufgeschrieben.
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Über den roten Faden auf dieser Seite hier - "das Geld"

In 1949 und 1950 fehlte es nach wie vor an allem, vor allem aber an Geld. Daran hatte auch die Währungsreform von 1948 erstmal nur wenig geändert. Auch die erforderliche Technik wäre nicht einfach so zu kaufen gewesen, nicht mal in England. Es gab in diesem High-Tech Bereich Fernsehen einfach nichts. Die alten Elektronik-Firmen hielten sich mit der Fabrikation von Kochtöpfen und sonstigem viel dringender benötigtem Hausrat über Wasser. "Die Fernseh" zum Beispiel produzierte Röhrenmeßgeräte und einen einfachen Oszillographen für die Rundfunk- reparaturen und die Kollegen reparierten alte Vorkriegs-Röhrenradios.
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Auch die Sender hatten nur ein kleines Budget.

Es ist zwar komisch, weil es ja nichts gab, aber die Rundfunkgebühr. die wurde recht schnell wieder eingeführt. Und dann endlich hatte "die Fernseh" aus Damstadt die erste neue Fernseh-Kamera auf der Basis des Super-Iconoscops vorgestellt.

Eine solche Kamera mit Kamerakopf, Dreibeinstativ, ein paar Optiken und dem großen Kamera-Steuergerät sollte etwa 250.000.- DM kosten. Das war eine verdammt große Menge Geld. Selbst für den damals größten Sender in der "Trizone" - also den drei Westzonen - dem NDR - war das viel Geld.

Die wenigen alten Hasen, die sich so vehement (und erfolgreich) für das neue Fernsehen eingesetzt hatten, wußten, man brauchte mindestens 2 besser 3 oder sogar 4 Kameras, um irgend etwas Vernünftiges und Attraktives mit dem Namen "Fernsehen" in Verbindung zu bringen.
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Wenn man sprach, sprach man über mindestens 1 Million D-Mark

Zur Erklärung dieser Summe mußte man wissen, es ging um die reine Fernsehtechnik, nicht mal um das Studio mit den Scheinwerfern und den Stromanschlüssen und der Beleuchterbühne, die man für Filmaufnahmen ja auch brauchte.

Zu den 4 Fernseh-Kameras kamen noch weitere Geräte hinzu, die man unbedingt haben mußte. Das war der sogenannte Synchron-Takt- oder Impulsgeber, der Filmabtaster, der Dia-Abtaster und der Bildmischer mit 6 oder mehr Kanälen. Auch den gab es erst mal nicht. Das war eine Spezialanfertigung.
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Der Studio-"Takt"

Auch das muß hier erst mal erläutert werden. Jedes analoge Fernsehstudio braucht(e) den Synchron-Impuls - also den Takt für alle Geräte-, sonst kann man die verschiedenen Bildquellen nicht einfach so hin und her umschalten oder gar "mischen".

Das bedeutet aber auch, alle Studio-Geräte müssen von außen synchronisoerbar sein. Jedes Einzelbild muß in allen Geraten zur absolut gleichen Zeit gestartet werden. Fällt dieser Taktgeber aus, laufen beim Umschalten von Kamera1 auf Kamera2 oder vom Dia-Abtaster oder Filmgeber einige Sekunden lang die Zeilen durcheinander bzw. die Bilder rauf oder runter. Und das sieht schlimm aus.
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Die angelieferten Bilder kontrollieren

Dann brauchte man auch für jede Quelle einen präzisen scharfen Kontroll-Monitor möglichst mit Signal-Oszilloscope zur Qualitätskontrolle.

Stimmte die Qualität eines einzelnen Bildes nicht, mußte das jeweils an der Quelle korrigiert werden. Für die Kameras hieß das, der einzelne Bildtechniker an jedem Kamerakontrollpult wurde vom Bildingenieur angewiesen, die Helligkeit oder den Kontrast an die anderen Kameras anzupassen. Gleiches galt für die Bilder vom Filmgeber oder von Außenübertragungen.
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Jetzt kam die finanzielle Zwickmühle

Konnte es sich ein Sender oder eine Anstalt egal welcher Größe überhaupt leisten, ein Studio und einen Ü-Wagen gleichermaßen mit 2 oder 3 oder 4 Kameras auszurüsten ? Die Darmstädter Fernseh trug diesem Engpaß Rechnung und baute die notwendige Fernseh-Technik modular und transportabel in sogannte "Koffer" ein.
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Die Fese-"Koffer" mit der modularen Fernsehtechnik

Nach bisherigen Unterlagen und Gesprächen wurde dieses Konzept für damalige Zeiten absolut konkurrenzlos durchentwickelt.

Diese "Koffer" sind kofferähnliche massive Metall-Container mit zwei kräftigen und dennoch komfortablen Alu-Klappgriffen oben drauf und sie sind mehrfach stapelbar. Man kann mehrere dieser Koffer aufeinander stellen und miteinander fest verschrauben und natürlich solche Einheiten dann nebeneinander aufstellen. Weiterhin konnte man in den ersten Ü-Wagen massive Rahmen-Gestelle bauen, in die diese Koffer einfach von vorne reingeschoben und festgeschraubt wurden und von hinten verkabelt wurden. Das Konzept hält so auch den mobilen Betrieb aus.

Und diese Technik war nach solch einer Außenübertragung wieder zurück im Studio einzusetzen. In dem Buch "40 Jahre bei Radio Bremen" steht viel über diese Art Fernsehen zu "machen" drinnen.
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Man konnte damit das "Fernseh-Studio" mitnehmen

Nach bisherigen Unterlagen und Fotos hatten die Wettbewerber aus USA und aus England solche Technik nicht anzubieten. Dort - mit deren Technik - war es mühsam, die benötigte Fernsehtechnik mobil einzusetzen. Bei uns in den drei Westzonen war es einfach eine Frage des (wenigen) Geldes, sich soetwas einfallen zu lassen.
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Damals modernste Technik in diesen Koffern

In den 1950er Jahren war die Röhre das Verstärkerelement für alles. Der Transistor kam erst etwa 1954 in das allgemeine Bewußtsein der Elektronik-Entwickler. Und da die Röhren sensible Teile waren, hatte man damals schon ausklappbare Rahmen konzipiert, die wie zwei Flügel auf beiden Breitseiten mit nur einem Knopf in vollem laufendem Betrieb ausgeklappt werden konnten.

Und Röhren brauchten mehr Strom bzw. Leistung als die späteren Transistoren. Also war immer ein schwerer großer Netz-Trafo mit dabei. Und die Röhren erzeugen eine Menge Verlustwärme, die irgendwie aus dem Koffer wieder raus mußte. So war in den meisten dieser Koffer hinten ein großer Lüfter eingebaut, der die warme Luft nach draußen "gesogen" hatte. Dennoch waren diese Koffer noch erstaunlich transportabel.
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