Sie sind hier : Startseite →  Wissen und Technik→  Technik der Bildröhren

Hier kommt etwas mehr über die Bildröhren-Technik

Die allerersten Vakuum-Röhren von Professor Braun und seinem Assistenten Dieckmann sind die konzeptionellen Vorläufer der modernen Bildröhre. Bereits in den Anfängen der Fernsehröhren-Entwicklung wurde in Aufnahme-Röhre und Wiedergabe-Röhre unterschieden, das waren anfänglich eben die "Bildfänger" und die "Bildschreiber". So nannte man das jedenfalls damals, bis sich der Begriff der "Röhre" (auf Englisch "tube") eingebürgert hatte.
.
Inzwischen haben sich die verschiedenen Varianten der "Bildschreiber" deutlich auseinander entwickelt. Die Oszillographenröhre hat mit der Fernsehbildröhre nur noch das Prinzip gemeinsam. Die Fernsehbildröhren wurden immer kürzer mit immer größeren Ablenkwinkeln, die Spezialröhren für Meßgeräte blieben lang und schlank.

Die "Bildfänger" waren ursprünglich riesige Glaskolben, die ebenfalls immer kleiner und schlanker wurden und im Plumbicon ihr Optimum fanden.
.

SONY Klasse 1 HDTV Bildröhre
die Typenbezeichnung von 1999

Bei der Wiedergabe-Röhre (Bildschreiber) möchten wir hier bei der ersten schon fast rechteckigen Bildröhre für den deutschen Einheitsfernseher E1 von 1939 einsteigen. Bei all den Entwicklungen davor war man bereits begeistert, wenn irgend etwas Erkennbares über den Schirm flatterte.

Erst diese erste Rechteckbildröhre von 1939 spornte die Entwickler zu einem neuen Qualitätsdenken an, mit dem wir hier in Deutschland einen weltweiten Vorsprung hatten.

In den letzen Entwicklungen der hochwertigen Bildröhren sowohl in Farbe wie auch in schwarzweiß wurden schon erstaunliche Bild-Qualitäten erzielt, die für eine professionelle HDTV Darstellung geeignet waren.
.

Die Amerikaner bauten noch bis nach 1955 runde Bildröhren

Die Amerikaner entwickelten und handelten nach der leicht ironisch benannten "russischen Methode", wir fabrizieren eine dicke große und lange runde Bildröhre und decken den nicht verwendbaren Rand mit einer Maske oder dem Gehäuserahmen einfach ab. Punkt.

In vielen amerikanischen Wohnzimmern war genügend Platz da und Strom gabs auch im Überfluß, also alles kein Problem. In Deutschland und fast ganz Europa wurden nach dem Ende des 2. Weltkriegs erst mal gar keine Bildröhren mehr hergestellt und später schon gar nicht die alten runden Fernsehbildröhren.
.

Bei der Weiterentwicklung gab es mehrere Richtungen

... oder auch "Ziele". Die erste Richtung zielte auf eine Wiedergabe eines optisch recheckigen unverzerrten Bildes. Das nächste Ziel war eine verbesserte Recheckform der Bildschirmwanne herzustellen und dann eine verbesserte Helligkeit des immer noch schwarz/weißen Bildes. Danach kam das Ziel eines verkürzten Bildröhren-Halses, also der Bautiefe des gesamten Fernsehgerätes ins Blickfeld. Ein weiteres Ziel war die Langlebigkeit der Leuchtschicht, die nicht immer zufriedenstellend war, sowie das Gewicht der Röhre zu reduzieren.

Dann kam die Farbe und da war es dann wieder ganz anders. Denn da gab es Patente, die man kaufen konnte oder es lassen mußte und selbst eine patentfreie Variante entwicklen mußte. Das konnten nur die ganz Großen wie Siemens, Philips und Telefunken mit den großen Bildröhrenwerken.

In USA war das der Riese GE (ähnlich Siemens), RCA (ähnlich Telefunken) und Sylvania und noch ein paar kleinere Hersteller. In England wurden auch von mindestens 2 Firmen Farbfernseh-Bildröhren hergestellt.
.

Die Entwicklung gipfelte 1991 in 95cm Röhren

Nachdem den potenten Käufern eingeredet wurde, daß der Fernseher immer größer zu werden habe, wurden auch größere Bildröhren angeboten. Das gipfelte in den 95cm Bildröhren ganz kurz vor dem engültigen Aus für Röhrengeräte an sich. Daß der Fernseher damit vom Gewicht her nicht mehr tragbar wurde, spielte erstmal keine Rolle.

Gleichzeitig wurde die Technik der Ablenkeinheiten mit digitaler Korrektur so weit auf die Spitze getrieben, daß man absolut plane Forntflächen anbieten konnte bei erstaunlich kurzen Röhrenhälsen. Die Japaner machten es dann vor, einen 16:9 Farbfernseher anzubieten, der diese Röhre enthielt. Den gab es von SONY mit der Trinitron Röhre und von SANYo mit der Lochmaskenröhre.

Das hatte aber alles seinen Preis und wurde in solch kurzer Zeit von den digitalen Pixelschirmen auf TFT und LCD Basis abgelöst, daß diese Röhrengeräte Seltenheitswert besitzen.

- Werbung Dezent -
Zur Startseite - © 2006 / 2018 - Deutsches Fernsehmuseum Wiesbaden - Copyright by Dipl. Ing. Gert Redlich - DSGVO - Privatsphäre - Redaktions-Telefon - zum Flohmarkt
Bitte einfach nur lächeln: Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - kostenlos natürlich.