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Das Störungshandbuch 1954 stammt aus dem Berlin von 1953

Hier auf dem Titelbild ist noch die Ernemann 7b Kinomaschine zu sehen sogar mit großen Feuerschutztrommeln

Einem Leser von Heute fällt es beim Durchlesen des Büchleins sofort auf, da steht noch nichts von Cinemascope und auch nichts von Magnetton und es gibt auch noch keine Xenonlampe.

Das Buch beschreibt die Technik in den Kinos aus der legendären Goldgräberzeit ab 1947 bis 1953. In den Aufzeichnungen von Gerhard Redlich, dem Vater des Autors Gert Redlich, bis 1961 Kinotechniker bei der UFA Handel in Frankfurt, lesen Sie mehr aus dieser aufregenden Zeit.

Die Kinomaschinen gab es nur von wenigen Herstellern, die man heute überhaupt nicht mehr kennt. Die "Ernemann 7b" war das unverwüstliche Arbeitspferd aus der Vorkriegszeit, die aber nach 1945 im Zeiss-Ikon Werk in Dresden wieder aufgelegt bzw. wieder gebaut wurde und auch bis 1952 in die drei Westzonen Deutschlands mehr oder weniger legal exportiert (oder "verbracht") wurde.

Zum Ende 1952 war bei Ernemann
die ganz neue "Ernemann 10" fertig - jetzt aus Kiel - der Chef mit den konstruktiven Ideen hatte die Firma von Dresden in den Westen verlegt. Und das war der Mercedes unter den Kino-Projektoren, auch für ganz große Häuser. Diese "Ernemann X" kommt in dem 130 Seiten Buch auch öfter als Referenz vor. Es war eine tolle Maschine, an der der Autor im Wiesbadener UFA Kino das Vorführen gelernt hatte.

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DER FILMVORFÜHRER IST IM BILDE

Beseitigung von Störungen bei der Vorführung von Tonfilmenvon Dipl.-Ing. HERBERT TÜMMEL.

VERLAG FÜR RADIO-FOTO-KINOTECHNIK-GMBH BERLIN-BORSIG WALDE • Copyright 1954 by VERLAG FÜR RADIO-FOTO-KINOTECHNIK GMBH • Printed in Germany 1954

Dipl.-Ing. HERBERT TÜMMEL ist 1952 Mitarbeiter (eigentlich von 1932 bis 1976) im neuen Zeiss-Ikon Werk in Kiel und hat die Zeiss-Ikon Werkszeitschrift "BILD UND TON" maßgeblich redaktionell gestaltet. Darum wird in dem Buch hier sehr oft die Ernemann 7b und die neue Ernemann 10 referenziert. Es ist aber kein reines Zeiss-Ikon Buch, die Kinomaschinen anderer Hersteller werden auch ausführlich erläutert.
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INHALTSVERZEICHNIS

Kapitel Beschreibung Seite_____________________
1. Beleuchtungseinrichtung 7
2. Laufwerk 16
  Bildstand 16
  Unscharfe 20
3. Sicherheitseinrichtungen 21
4. Ton 30
  Gleichlauf 32
  Tonspalt 35
  Photozelle 47
  Farbtonspur 47
  Zellenkabel 48
  Verstärker. 55
  Nebengeräusche 64
  Lautsprecher 70
  Akustik 78
5. Filmbeschädigungen 77
  Klebstellen 86
6. Stromversorgungsemrichtungen 88
7. Elektrische Geräte und Apparate 93
8. Einrichtungen des Bildwerferraumes 96
9. 3D Projektion - das fällt bei uns aus 98
10. Regelmäßige Maßnahmen 103
11. Werkzeuge und Hilfsmittel 104
12. Tabellarische Übersicht 1 06
13. Stichwortverzeichnis 121

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STÖRUNGEN BEI DER VORFÜHRUNG VON TONFILMEN

gibt es viele. Ein Glück nur, daß sie - bei dem heutigen Stand der Technik nicht weiter verwunderlich - nur selten auftreten. Doch jedes Ding hat seine zwei Seiten.

Ob das seltene Auftreten von Störungen nun restlos als ein besonderer Glücksumstand bezeichnet werden kann, ist zumindest problematisch. Je seltener die Störung, um so ungewohnter ist sie und um so schwieriger wird das Finden und Beseitigen der Ursache für den damit Beauftragten.

Zum Beispiel gab es in den ersten Jahren nach der Einführung des Tons nicht nur andauernd mannigfaltige Störungen, es gab auch unter den Vorführern und Technikern ausgesprochene Routiniers, ja wahre Künstler, die im Handumdrehen mit der schwierigsten Störung fertig wurden, um dann mit erwartungsvoller Freude der nächsten entgegenzusehen.

Ja, damals gab es dauernd Störungen, und man wußte schon, wo man anpacken mußte. Furcht vor Störungen hatten diese Pioniere nicht. Wieviel von ihnen mag es wohl heute noch geben, wieviel Vorführer von altem Schrot und Korn und gediegenem Fachwissen haben wir noch heute in den Kabinen?

Viel neues Personal (von den alten Hasen mit „Filmeinleger" bezeichnet) findet man da, das fast allem, was nicht in den normalen Ablauf paßt, recht hilflos gegenübersteht. Wie falsch wäre es, diesem Nachwuchs, der nicht besser oder schlechter sein wird als die Generation vor ihm, die Schuld zuzuschieben.

Liegt nicht die eigentliche Ursache - so paradox es auch klingen mag - in der technischen Vervollkommnung und der Industrialisierung der Apparate und Geräte?

„foolproof" - geht das überhaupt ?

Die Industrie legt großen Wert darauf, daß ihre Erzeugnisse immer größere Betriebssicherheit erlangen und „foolproof" werden. Nun, das ist gelungen. Die Störungen sind seltener geworden, sehr selten sogar, und den Vorführern und Technikern fehlt die Übung, „der Umgang mit Störungen".

Es entsteht mit Recht die Frage, ob es bei dem heutigen Stand der Technik überhaupt sinnvoll ist, über Störungen und Störungsbeseitigen zu berichten. Diese Frage muß man trotzdem bejahen. Denn Störungen treten gelegentlich doch noch auf, und z. T. fehlende Kenntnisse des technischen Personals
sollen hierdurch wettgemacht werden, wobei gleichzeitig eine Vertiefung der
Materie erstrebt wird.

Wenn im folgenden über Störungen und ihre Beseitigung berichtet wird, so
geschieht das in ausführlicher und beschreibender Form, wobei auch meist
auf die technischen und physikalischen Zusammenhänge hingewiesen wird.
Zum Schluß wird dann - um das Suchen zu erleichtern - eine tabellarische
Übersicht gegeben.

Die Gruppen (bei uns die Kapitel) der 7 Störungsarten :

Die vorkommenden Störungsarten werden in folgende Gruppen eingeteilt:
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  • 1. Beleuchtungseinrichtung (die Bogenlampe)
  • 2. Laufwerk (der Projektor)
  • 3. Sicherheitseinrichtungen
  • 4. Ton
  • 5. Film
  • 6. Einrichtung des BWR (Bild-Werfer-Raum)
  • 7. 3D

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wobei es sich nicht immer vermeiden läßt, daß die Gebiete ineinander übergreifen.

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Ein direkten Blick auf die Kapitel

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