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1954 - Jetzt neu : CinemaScope - Kommt alle wieder ins Kino !!

AUF SEINEM SIEGESZUG UM DIE WELT NUN AUCH IN DEUTSCHLAND!
DER ERSTE FILM IN Cinemascope.

Ein A5 Flyer zur Eröffnung
des BALI 1955
im Bahnhof in Kassel

Das Gewand (The Robe)

(THE ROBE) - FARBE VON TECHNICOLOR - RICHARD BURTON - JEAN SIMMONS - VICTOR MATURE UND TAUSENDE VON MITWIRKENDEN - REGIE: HENRY KOSTER

Nach 10jähriger Vorbereitungszeit mit einem Kostenaufwand von 5 Millionen Dollar gedreht! (Das war vor 1954, als der Dollar noch über 4 DM kostete - und das war damals sehr viel Geld.)

Zwischen den Intrigen des sittenlosen römischen Kaiserhofes und dem Hügel von Golgatha vollzieht sich das Schicksal des jungen Römers Marcellus, der beim Würfelspiel der Legionäre unter dem Kreuz das Gewand Christi gewann.
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Zum vorgreifenden Verständnis: "Cinemascope" ist ein Warenzeichen der Centfox (20th Century Fox) Studios.
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  • eröffnet eine neue Ära des Films!
  • vermittelt eine überraschend plastische Wirkung ohne Brillen!
  • läßt Sie an dem lebensechten Geschehen auf der übergroßen Leinwand in einer Weise teilnehmen, wie Sie es bisher niemals für möglich gehalten hatten.


Cinemascope ist das großangelegte Ereignis in der Geschichte des Films, der Film, der bisher alle Besucherrekorde brach !
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"Cinemascope", einstmals sogar Cinema-Scope genannt
das ist der Trick mit der optischen Kompression :

Das Anamorphot kommt noch vor die Optik
man sieht vorne die quadratische Blende
Eine Aufnahme-Optik von Fujinon

Beim 35mm Film wurde über lange Jahre einfach der sichbare Teil des Filmfensters 1:1 auf die Bildwand projiziert. Doch das Sichtfeld war dem einer Briefmarke (quer) gleich und konnte irgendwann nicht mehr so recht begeistern. Dann wurde das 1,8:1 Breitbildformat entwickelt und das (sichtbare) Bild wurde breiter, dem menschlichen Blickfeld bereits etwas "ähnlicher".

 

Doch damit war dem Ideenreichtum der Filme- macher immer noch nicht gedient. Die Körnung der modernen Farbfilm-Materialien gab inzwischen deutlich mehr her (Kodak hatte den - angeblich - kornlosen Film entwickelt und Agfa zog nach).

Bei der Aufnahme stauchte "die Kamera" (besser : das spezielle Aufnahme-Objektiv) das Bild "anamorphotisch" in der waagrechten Achse zusammen. Beim Projizieren im Kino entzerrte man dieses Filmbild (mit Hilfe solch einer Spezialoptik - auch einem Anamorphot - siehe Bild) wieder zurück auf seine volle Größe (= Breite !), nämlich im Verhältnis 2,35:1.

 

Das war dann auch für hartgesottene Journalisten einen Aufschrei der Begeisterung wert, es war einfach nur noch "impressive" (= beeindruckend) und gewaltig. Die Lichtleistung der Kohle-Lichtbogen Lampen und später der Xenon-Lampen wurde bis an die Grenze des damals Machbaren (etwa 4 KW) hochgezüchtet und so konnte man sogar über 20m breite Bildwände "noch ganz gut" ausleuchten. Das ist natürlich alles kein Vergleich zu den modernen 6KW oder gar 15KW Xenon bestückten Video-Beamern im 16:9 Format aus dem Jahr 2013, die zur Zeit in den Vorführräumen der großen Kinos stehen.

3 + 1 Magnetstreifen

Und dann noch 4 Tonkanäle auf dem Film (eigentlich 3 + 1)

Nicht vergessen dürfen wir dabei, daß die Ingenieure es geschafft hatten, anstelle der (Licht-) Tonspur alternativ 4 ganz schlanke Magnetstreifen (3 stärkere für die Bühne und einen ganz dünen für den Effektkanal) auf den 35mm Film links und rechts der Perforation aufzubringen (zu kleben) und das gewaltige Bild mit einem für damalige Zeiten gewaltigen hochqualitativen Magnetton-Sound zu ergänzen.

 

Daß bei der Projektion in den Projektoren aus Stahl hin und wieder ganze Film-Rollen (ganz aus Versehen natürlich) gelöscht wurden, das waren die Kollateralschäden, die dann sehr nervig waren. Es tat aber dem Effekt eines funktionierenden 4 Kanal Magnetton Cinemascope-Films keinen Abbruch.

Und so steht es 1955 im Kinotechnischen Taschenbuch

Anamorphote waren sehr teuer
und wurden in Kästen gelagert

"Breitbild-Wiedergabe mit Entzerrungsvorsatz"

Sie erlaubt die Vorführung von breiten Bildern mit Seitenverhältnissen über 1 : 1,85 (1 : 2 bis 1 : 2,55), bei Filmaufzeichnungen auf normalem, 35 mm breitem Film.

Bei der Aufnahme wird dem Kamera-Objektiv ein anamorphotischer Vorsatz vorgesetzt. Die aufzunehmenden Szenen und Objekte haben Seitenverhältnisse von 1 : 2 bis 1 : 2,55. Bei normaler Aufnahme würden diese Objekte auf dem Film als schmaler Bildstreifen aufgezeichnet werden.

Durch den anamorphotischen Vorsatz wird nun die Abbildung bei der Aufnahme in horizontaler (waagrechter) Richtung auf die Hälfte zusammengepreßt / gestaucht. Das Original-Bild ist also absichtlich (deutlich) verzerrt. Ein Aufnahme-"Objekt" mit (zum Beispiel) dem Seitenverhältnis Höhe zu Breite wie 1:2 wird auf dem Film als beinahe Quadrat abgebildet.

Diese verzerrte Filmaufnahme wird bei der Projektion durch Vorsetzen eines gleichartigen anamorphotischen Vorsatzes vor das Projektions-Objektiv wieder auf natürliche Dimensionen entzerrt.
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Cinemascope Lichtton und Magnetton
Schematische Darstellung der Aufnahme und Wiedergabe mit Anamorphot (in diesem Beispiel Format etwa 1:2). - Linkes Bild zeigt das Objekt im Kamerabildfenster. Mittleres Bild zeigt das verzerrte Filmbild (Seiten- verhältnis 1:1). Die rechte Abbildung zeigt das bei der Projektion wieder entzerrte Bild (Seitenverhältnis 1:2).


Der Vorzug der anamorphotischen Aufnahme und Wiedergabe liegt darin, daß die Abmessungen des Filmbildes, also die nutzbare Filmbildfläche, wesentlich größer ist als bei der Breitbild-Wiedergabe ohne Entzerrungsvorsatz. Dadurch erhält man hinsichtlich Feinkörnigkeit und Bildschärfe eine bessere Bildquaiitat. Außerdem haben die mit Anamorphoten aufgezeichneten Filmbilder Bildabmessungen, die entweder quadratisch sind oder von einem Quadrat nicht sehr abweichen.

Anamorphotisch aufgezeichnete Filme nützen deshalb den von der Spiegellampe am Bildfenster erzeugten Lichtkreis sehr gut aus. Bei gleicher Lichtleistung der Projektoren kann man deshalb bei Breitbildverfahren mit Entzerrungsvorsätzen größere Bilder bei gleicher Bildausleuchtung projizieren als bei Breitbildfilmen, die normal aufgenommen sind.

Das amerikanische CinemaScope-Verfahren wurde (angeblich) in der DDR aus lizenzrechtlichen Gründen "Totalvision" genannt. Die Kinotechnischen Zeitschriften der DDR suchen wir noch.

Aufgenommen wurde oft in "Techniscope"

Cinemascope Kameras waren toll und super und vor allem teuer, hatten aber auch ihre Probleme (mit der schwachen Lichtleistung und den kurzen Brennweiten zum Beispiel bei Nahaufnahmen).

Manche Cinemascope Filme wurden deshalb recht einfach in Techniscope- Technik im Format 2,33:1 produziert, zum Beispiel in Italien (Spiel mir das Lied vom Tod). Ein 35mm Film mit einem ganz schmalen Bildfenster von nur 22mm x 9,47mm überstreicht dabei nur 2 Perforationslöcher. Man hat also fast nur die halben (Film-) Materialkosten. Die Bildqualität (Auflösung) ist damit auch leicht geringer, teilweise aber sogar besser (höhere Schärfe bei Nahaufnahmen).

Techniscope ist ebenso wie Super 16, Super 35 oder VistaVision ein reines Produktions- Filmformat, das im Kino so nicht projiziert wird. Nur das Kameranegativ wird im Techniscope-Format aufgenommen; Interpositive, Internegative und Vorführkopien werden durch Umkopierung auf das CinemaScope-Format hergestellt.

Mehr über Vor- und Nachteile steht hier : de.wikipedia.org/wiki/Techniscope



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