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Kapitel 4 (Teil e)

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Dieses kleine Handbuch der 35mm Kino- und Projektions- Technik aus 1953 ist 123 Seiten lang und beginnt mit der Einleitung und der Inhalts- Übersicht hier auf der einführenden Hauptseite.
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Prüfungen auf eine Erdschleife

Um Störungen durch Erdschleife (Abb. 53) zu prüfen, trennt man sowohl die Netzleitung wie die Erdleitung der Schallplattenapparatur ab. Tritt beim Erden des Laufwerks eine Zunahme des Brummens auf, so muß die Abschirmung des Tonfrequenzkabels vom Gehäuse des Schallplattengeräts isoliert und das Laufwerk an Erde gelegt werden. Man kann auch versuchen, ob eine Verbindung des Kabelmantels mit dem geerdeten Schallplattengerät günstiger ist. In diesem Fall darf der Mantel aber nicht mit dem Verstärkergehäuse in Verbindung stehen, sondern muß von diesem isoliert werden.

Eine Erdung des Schallplattenmotors über den Metallmantel des Tonfrequenzkabels (am Verstärker) ist nicht empfehlenswert, weil bei einem Durchschlag im Motor (Wicklung gegen Masse) die Metallhülle des Tonfrequenzkabels hohen Strom führen würde. Sie kann gefährlich heiß werden.

Geräusche durch die Erschütterungen des Tonarms

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß auch durch die Erschütterungen, denen der Tonarm während des Laufes ausgesetzt ist, Geräusche übertragen werden können.

Da die Schallplattenmotoren meist am 50-Hz-Wechselstromnetz liegen, können unter Umständen der Rotor und damit auch der Plattenteller und das Gehäuse im Rhythmus dieser Frequenz vibrieren. Besonders starke Erschütterungen können bei Schallplattengeräten eintreten, die mit Synchronmotoren arbeiten. Infolge dieser Erschütterungen wird ein Musik oder Gesang überlagerndes Brummen wahrnehmbar. Abhilfe erfolgt durch elastische Kupplung (Gummi u.a.) zwischen Plattenteller und Antriebsmotor oder durch weiche Aufhängung des gesamten Laufwerkes unter Verwendung von erschütterungshindernden Gummiunterlegscheiben im Gehäuse des Schallplattengerätes.

Wenn der "Gong" brummt

Tritt bei anderer Stellung des Eingangswahlschalters Brummen auf, z.B. bei Schaltung auf Gong, so ist die Erdung an diesem Gerät zu überprüfen. Fremderde darf nicht zusätzlich angeschlossen werden, wenn das Gerät vom Hauptverstärker über die Außenhülle oder durch eine Ader des Anschlußkabels Erde erhält. Liegt z.B. der eine Pol des Gongs - wie meistens - an Masse, so kann durch direkte Befestigung des Gehäuses an feuchten oder an Eisenbetonwänden Fremderde in die Schaltung gelangen und dadurch Brummen entstehen. Man sollte dann entweder die Schaltteile des Geräts völlig von Masse trennen und dieses gesondert erden oder durch eine untergeschraubte Isolierplatte für einwandfreie Isolation zwischen Kabinenwand und Gonggehäuse sorgen. Der Gong wird über die Außenhülle der Tonfrequenzleitung vom Verstärker aus geerdet.

Brummen bur bei Stellung „Lichtton"

Tritt nur bei Stellung „Lichtton" erhöhtes Brummen auf, so empfiehlt es sich - falls ein Relais-Überblender vorhanden ist - erst den einen, dann den anderen Vorverstärkerausgang auf den Hauptverstärker zu schalten.

Ist bei einer Maschine wesentlich stärkeres Brummen feststellbar, so untersuche man den betreffenden Vorverstärker. Die Eingrenzung der Ursache erfolgt wie schon geschildert: Entfernen der Photozelle, danach Herausziehen der Vorverstärkerröhre aus ihrer Fassung. Bleibt das Brummen jetzt noch, so prüft man die Erdung bzw. Abschirmung der Verbindungsleitung vom Vorverstärker zum Hauptverstärker. Die Abschirmung soll nirgends an Maschinenmasse anliegen, sondern muß isoliert zwischen Verstärker und Vorverstärker verlegt sein. Ist der letztere nicht gesondert geerdet (Normalfall), so bekommt er Erde über die Abschirmung des Tonfrequenzkabels vom Hauptverstärker.

Oft wird die Erdleitung innerhalb der Abschirmung des Kabels verlegt (eine der beiden Adern des Tonfrequenzkabels zum Hauptverstärker). In diesem Fall darf der Kabelmantel nicht am Haupt Verstärker geerdet werden, sondern wird zur Vermeidung von Einstreuungen durch Störfelder direkt am Zellenkoppler mit dieser Erdleitung verbunden.

Kontrolle der "Haupterde" am Haupt-Verstärker

Man muß also bei der Fehlersuche feststellen, wie die Erdleitung vom Haupt- zum Vorverstärker verlegt ist. Durch Lösen der Befestigungsschellen erst an einem, dann am anderen Verstärker oder durch Herüberholen der Haupterde mit einer flexiblen Schnur vom Haupt-Verstärker und kurzes Berühren des Vorverstärkergestells, des Chassis oder der Abschirmungen von Vorverstärkerleitungen kann untersucht werden, ob das Brummen zunimmt oder leiser wird. Nimmt es bei Berührung ab, so fehlt an der betreffenden Stelle Erde. Durch Vergleich mit dem Schaltbild kann man den Fehler erkennen und abstellen.

Das "Gitter" der Röhre kurzschliessen

Auch eine kurze Verbindungsleitung zwischen Gitter der Vorverstärkerröhre und Masse (Krokodilklemmen) ist ein Mittel zur Fehlereingrenzung. Man legt damit die vor dem Gitter der Röhre befindlichen Schaltmittel (Zelle, Zellenkabel, Kopplungskondensator usw.) tot. Die Röhre bekommt, falls die Gitter Vorspannung durch Kathodenwiderstand erzeugt wird, ihre normale Gittervorspannung, arbeitet also auf dem gleichen Arbeitspunkt der Röhrencharakteristik.

Wird die Gittervorspannung von einer besonderen Spannungsquelle erzeugt oder von einem in der Haupt-Minusleitung liegenden Widerstand entnommen, so kann man den Gitterableitewiderstand der Vorverstärkerröhre durch eine Drahtbrücke kurzschließen.

Auch in diesem Fall können keine Störspannungen auf das Gitter gelangen, so daß bei etwa noch auftretendem Brummen die Ursache hinter der Röhre (Erdschleife, Einstreuung von Störfeldern) oder im Netzteil des Vorverstärkers gesucht werden muß. Ist das Brummen nach Herausziehen der Röhre aus der Fassung des Vorverstärkers verschwunden, so überprüfe man dessen Netzteil.

Wahrscheinlich ist dann ein Kondensator defekt, oder durch einen defekten Widerstand ist die Gittervorspannung ausgefallen. Es erleichtert die Fehlersuche, wenn man bei Anlagen mit zwei Vorverstärkern die Betriebsspannungen des fehlerhaften Verstärkers (nach Abtrennung der Leitungen) aus dem anderen entnimmt.

Die Röhre(n) mit einer Batterie betreiben

Auch mit einer Anodenbatterie und einem Akku, die man als Spannungsquellen für die Vorverstärkerröhre benutzt, läßt sich kontrollieren, ob das Brummen etwa aus dem Vorverstärker herrührt. Tritt bei nachträglicher Montage von Zubehörteilen für die Verstärkeranlage, etwa nach Anbau eines Umschalters für Reservebetrieb, ein Brummen ein, so grenzt man die Fehlerursache folgendermaßen ein:

Photozellenkabel am Umschalter abklemmen (Hülle und Seele). Brummen muß verschwinden. Alle Leitungen zum Reserveverstärker vom Umschalter abtrennen, Photozellenkabel wieder an den Umschalter anschließen und Schalterklappe aufsetzen. Jetzt darf bei voll aufgedrehtem Saalregler kein Brummen auftreten.

Die Erdung der Gehäuse prüfen

Ist aber ein Brummton aus dem Lautsprecher festzustellen, so könnte Fremderde am Umschaltergehäuse liegen. Das Gehäuse muß von der Kabinenwand isoliert sein. (Keine besondere Erdleitung anlegen!) Die Erdung des Umschalters muß über die Außenhülle des Photozellenkabels vom Verstärker aus erfolgen. Damit setzt sich also das Verstärkergehäuse, das einen geerdeten Faradayschen Käfig darstellt, über die Hülle des Photozellenkabels bis in das Gehäuse des Umschalters fort.

Statische- und magnetische Felder

Statische Felder können dann die innerhalb der geschlossenen Hüllen verlaufenden empfindlichen Eingangsleitungen nicht beeinflussen.

Magnetische Felder, wie die von nähergelegenen stromführenden Leitungen oder von zu dicht am Verstärker aufgehängten Geräten (Tonlampengleichrichter, Erregergleichrichter), können direkt durch das Geflecht der Hülle in die Photozellenkabel oder in den Verstärker einstreuen (tiefer Brummton). Kontrolle: Diese Geräte und die in der Nähe der Photozellenkabel verlegten Starkstromkabel stromlos machen. Liegt magnetische Einstreuung vor, so muß das Brummen verschwinden.

Gegebenenfalls Geräte oder Kabel entfernen und in weiterer Entfernung anbringen! Tritt bei angeschlossenem Umschalter kein Brummen auf, brummt die Anlage aber, wenn der Reserve Verstärker an den Umschalter angeschlossen ist, so trennt man diesen vom Netz ab. Ist das Gehäuse des Verstärkers über die Hülle des Verbindungskabels (vom Umschalter zum Reserveverstärker) mit der Hülle (dem Faradaykäfig) der Verstärkeranlage verbunden, so können von außen keine Störfelder in das Innere gelangen. Das Gehäuse des Reserveverstärkers muß aber geschlossen sein, und die Hüllen der Verbindungsleitungen müssen ohne Unterbrechung vom Hauptverstärker zum Umschalter und von dort zum Reserveverstärker verlaufen. Der Reserveverstärker muß also seine Erde vom Hauptverstärker über die Kabelhüllen, d.h. über das Gehäuse des Umschalters erhalten.

Was bereits bei der Installation zu beachten ist

Um Fremderde zu vermeiden, muß der Reserveverstärker ebenso wie der Umschalter von der Kabinenwand isoliert angebracht werden. Keinesfalls darf er, außer über die Kabelhüllen vom Hauptverstärker noch durch eine besondere Erdleitung mit der Haupterde verbunden werden (s. Abb. 54). Das ist bei Montage beider Verstärker auf einem gemeinsamen Eisengestell oder einer Metalltafel besonders zu beachten. In diesem Fall muß ein Verstärker isoliert montiert werden (Erdschraube bleibt frei!).

Bei Schwierigkeiten versuche man Isolierung der Kabelhüllen am Reserve-Verstärker. Die Kabelenden werden mit Isolierschlauch überzogen und mit den Befestigungsschellen am Verstärkergehäuse festgelegt. Am Hauptverstärker wird die Isolation über dem Geflecht der Kabel entfernt und durch Unterklemmen unter die Schellen Verstärkererde an die Kabelhüllen gelegt.

Bei derartiger Kabelverlegung liegt das Gehäuse des Reserveverstärkers hoch. Es wird mit einer besonderen Erdleitung an die gemeinsame Haupt-Erdleitung angeschlossen. Bei Gestellmontage bekommen beide Verstärker durch die Befestigungsschrauben gleiches Erdpotential. In diesem Fall darf nur eine Erdleitung an das Gestell oder die Metalltafel gelegt werden. Da aber die meisten Verstärker Isolierbefestigungen haben, so empfiehlt sich das Anlegen einer Erdleitung an den Hauptverstärker und die Erdung des Reserveverstärkers, wie erwähnt, über die Kabelhüllen. Ist die Kabel Verlegung so durchgeführt, darf bei keinem der beiden Verstärker Brummen entstehen.

Über die Verlegung der Schallplatten- und Gongleitungen

Besonderes Augenmerk muß man aber auf die Verlegung der Schallplatten- und Gongleitungen richten. Durch diese Kabel darf keinesfalls doppelte Erdung eines Verstärkers entstehen, weil sonst wieder Brummen durch Erdschleifen eintritt. Die Kabelhüllen müssen also an einem Verstärker, zweckmäßig am Reserveverstärker, isoliert werden. Bei Verwendung von zweiadrigen abgeschirmten Kabeln dürfen die mit dem gemeinsamen Erdungspunkt des Hauptverstärkers verbundenen Leitungen nicht an die entsprechenden Klemmen des Reserveverstärkers angeschlossen werden. Sie bleiben frei, damit nicht über diese Leitungen eine zusätzliche Verbindung der gemeinsamen Erdungspunkte bzw. der Erdschienen eintritt.

Sollte Brummen auftreten, trennt man alle zusätzlichen Leitungen, z.B. am Reserveverstärker, ab. Dann legt man sie schrittweise wieder an und beachtet, ob danach Brummen eintritt. Das für Verstärker mit Reserve Verstärker Ausgeführte gilt ebenso für Doppelanlagen, also für Tonfilmanlagen mit zwei eingangsseitig parallelgeschalteten Verstärkern.

Nach Abtrennen eines Verstärkers vom Netz stellt dieser einen erweiterten Faradaykäfig für den arbeitenden Verstärker dar. Durch seine Verbindung mit dem geerdeten Gehäuse des eingeschalteten Verstärkers kann kein Brummen entstehen. Andernfalls prüfe man nach, ob der abgeschaltete Verstärker einwandfrei vom Gestell und vom Gehäuse des anderen isoliert ist und nur über die Erdleitung des Eingangskabels Erde erhält. Kabel abklemmen und mit Ohmmeter prüfen, ob Gehäuse erdfrei ist. Dann nach und nach alle anderen Kabel anklemmen und beobachten, ob dadurch kein zusätzlicher Brumm entsteht! Da bei dieser Schaltungsart meist jeder Verstärker auf eine besondere Lautsprechergruppe arbeitet, muß beim Ausschalten jedes der beiden Verstärker der andere stets brummfrei arbeiten!

b) Maschinengeräusche

Sind bei Tonwiedergabe von den Lautsprechern abgestrahlte zusätzliche periodische Geräusche hörbar, wie sie beim Laufen einer Maschine entstehen, so muß zur Feststellung der Fehlerursache nach Seite 32 vorgegangen werden. Stellt sich dabei weder das Zellenkabel noch die Tonlampe oder die Photozelle durch Erschütterungen beim Lauf der Kinomaschine als störempfindlich heraus, so können nur die Röhren des Verstärkers selbst oder die Röhre des in die Maschine eingebauten Photozellenverstärkers die Störung erzeugen.

Prüfung durch Stillsetzen der Kinomaschine und Abklopfen der Röhren. Beim Photozellenverstärker die elastische Aufhängung überprüfen. Bei Verstärkeranlagen ohne Vorverstärker können durch das Photozellenkabel Schwingungen der Kinomaschine auf das Verstärkergehäuse übertragen werden. Das Kabel darf nicht zu straff gespannt sein, sondern muß elastisch durchhängen. Federnde Aufhängung des Verstärkergehäuses in Sehwingmetallpuffern ist vorteilhaft. Dadurch wird auch eine Schwingungsübertragung von den Umformern oder den Projektoren her auf die Verstärker wirksam vermieden.

c) „Brodeln" und „Kratzen"

Als Ursache für derartige Störgeräusche kommen in Frage: die Photozellenkabel (Fehlereingrenzung), fehlerhafte Photozelle oder -sockel, Röhrenfehler, schlechte Verlötung im Sockel, schlechter Kontakt zwischen Röhrenfassung und Sockelstiften, fehlerhafte Widerstände oder Kondensatoren in den ersten Stufen sowie kalte Lötstellen in der Verstärkerschaltung.

Durch Herausziehen der Photozelle aus ihrem Sockel oder Abklemmen des Zellenkabels kann man feststellen, ob der Fehler vor der ersten Verstärkerröhre oder im Verstärker selbst liegt. Sind die Geräusche danach noch vorhanden, so ziehe man der Reihe nach, von der ersten beginnend, die Röhren des Verstärkers aus ihrer Fassung. Dabei zeigt sich, vor welcher Stufe die Fehlerursache gesucht werden muß. Durch Einsetzen von Reserveröhren wird die defekte Verstärkerröhre erkannt.

Ist jedoch nach dem Einsetzen einwandfreier Röhren das „Brodeln" oder „Kratzen" bei voll aufgedrehtem Saalregler noch wahrnehmbar, so deutet das auf einen Fehler im Verstärker hin.

Spannungsmessung, Gitter gegen Erde, ergibt bei gezogener Röhre, ob der Kopplungskondensator gleichstromdurchlässig, also defekt ist. Durch Hin- und Herbewegen, besonders der Verbindungsleitungen im Gitterkreis (mit Pinzette), lassen sich kalte Lötstellen ermitteln. Ist beim Bewegen der Leitungen plötzlich Knacken oder Krachen aus dem Lautsprecher zu hören, so ist die fehlerhafte Leitung (Drahtbruch) oder die schlechte Lötstelle gefunden. Auch schlechte Isolation zwischen den Lötklemmen im Verstärker kann Ursache der Brodel- oder Kratzgeräusche sein. Hat man nach Fehlereingrenzung den Verdacht, daß die Lötklemmen nicht einwandfrei sind, so löte man die Drähte ab und verbinde sie provisorisch fliegend, ohne Verwendung der Lötleisten, miteinander. Sind die Geräusche dann verschwunden, so erweist sich Fehlerhaftigkeit der Lötleisten.

d) Klingeln

Treten bei der Tonwiedergabe hohe oder tiefe Störtöne von glockenartigem Charakter auf, so muß zunächst festgestellt werden, ob sie im Lichttonteil oder im Verstärker entstehen. Zu diesem Zweck unterbricht man bei laufendem Kinoprojektor den Tonlampenstromkreis. (Tonlampengleichrichter abschalten oder Tonlampenschieber mit Lampe aus Lampenhaus entfernen.) Verschwindet der Störton, so kann die stets vorhandene Kling-Empfindlichkeit der Tonlampen eine Störursache sein. Durch Einsetzen einer anderen Lampe prüft man, ob die ausgebaute besonders erschütterungsempfindlich war. Meistens sind die glockenartigen Töne, die bei laufender Kinomaschine durch Erschütterung der Tonlampen entstehen, verschieden hoch. Schon dadurch läßt sich die Störquelle lokalisieren.

Die Prüfung der Tonlampen wird zweckmäßig bei laufender Maschine, aber ohne Film, vorgenommen. Damit schaltet man die Möglichkeit aus, daß die Störtöne (durch Fehler bei der Tonaufnahme oder beim Kopierprozeß) in der Tonspur liegen. Ist das Klingeln bei ausgeschalteter Tonlampe noch vorhanden, so zieht man die Photozelle aus ihrer Fassung. Verschwinden die Störtöne, so ist die Zelle erschütterungsempfindlich. Nun zunächst Sockel auf einwandfreie Federung überprüfen. Dann Zelle durch Reservezelle ersetzen. Ist trotz gezogener Zelle „Klingeln" oder „Läuten" festzustellen, so kann der Fehler nur im Verstärker, und zwar in den Röhren der ersten Stufe liegen.

Uralte Regelröhren vom Typ RENS 1294 oder 1214

Besonders die früher benutzte Regelröhre vom Typ RENS 1294 oder 1214 neigt zum Klingeln. Selbst bei zugeregeltem Saalpotentiometer machten sich oft glockenartige Töne bemerkbar. Zur Fehlereingrenzung die erste Röhre, dann die zweite usw. aus der Fassung ziehen und beobachten, ob Störung verschwindet.

Abklopfen der einzelnen Röhren, von der ersten Stufe beginnend, gibt Aufschluß, ob vielleicht zu starke Mikrophonität vorhanden ist. Röhren gleicher Type innerhalb des Verstärkers austauschen und beobachten, ob Röhren mit geringerer Empfindlichkeit für die erste Stufe gefunden werden können (sonst Reserveröhren einsetzen). Lassen sich keine Röhren finden, die für die Anfangsstufen geeignet sind, so untersuche man, ob die Ursache der Störungen nicht in starker Erschütterung des gesamten Verstärkers liegt.

Störungen an den Lautsprechern

Während es sich bei Verstärkern und Photozellen um Einheiten handelt, deren Funktion keine mechanische Bewegung erfordert, tritt bei den Lautsprechern, die elektrische Energie in mechanische bzw. akustische verwandeln, mechanische Bewegung auf, welche die Erregung für Schallwellen der Luft bilden. Diese mechanische Bewegung ist auch zumeist Ursache für gelegentlich auftretende Störungen an Lautsprechern.

So ändert sich z.B. die Steifigkeit der Membranen im Laufe der Zeit durch die dauernde Bewegung, oder infolge klimatischer Einflüsse läßt die Tonqualität nach. Dasselbe gilt auch für die Einfassung, die Zentrierung und die Stromzuführung des Lautsprechers. Reparatur durch den Vorführer ist aber nicht anzuraten. Sie sollte vielmehr durch Spezialisten, noch besser durch den Hersteller ausgeführt werden.

Der Vorführer wird den Lautsprecher von Zeit zu Zeit mit einem weichen Pinsel abstäuben und die Anschlüsse nachziehen. Günstig sind Gazestaubbeutel als Hülle für den Lautsprecher (s. Abb. 55). Die im Filmtheater üblichen dynamischen Lautsprecher haben entweder fremderregte oder permanente Magnete. Im ersten Fall wird der Erregerstrom von Gleichrichtern geliefert, die entweder Trockengleichrichter oder Röhren enthalten. Gehen die Lautsprecher zu leise, so ist der Erregergleichrichter (Feldgleichrichter) ausgefallen oder man hat vergessen, ihn einzuschalten. Mit einem Spannungsprüfer wird das geklärt.

Alte oder schlechte Lautsprecher

Schlechte Lautsprecher besitzen Resonanzstellen und stören durch Klirren der Membran. Man muß aber darauf achten, ob das Klirren wirklich von der Membran stammt, oder ob es sich nicht um Mitklirren anderer Gegenstände handelt. Das kann von Eisenteilen am Lautsprecherchassis oder sonstigen vor oder hinter der Leinwand befindlichen Gegenständen (Glasteile der Beleuchtungskörper) herrühren. Moderne Lautsprecheranlagen haben im allgemeinen für die hohen und tiefen Töne verschiedene Systeme. Damit jeder Lautsprecher nur den ihm zugedachten Frequenzbereich erhält, erfolgt eine Trennung durch Kondensatoren oder elektrische Weichen. Treten hier Unterbrechungen ein, so arbeitet die eine oder andere Gruppe nicht mit.

Schon bei der Montage der Lautsprecher ist einiges zu beachten. Insbesondere muß die Anpassung der Schwingspulen-Scheinwiderstände an den als Generator arbeitenden Verstärker richtig dimensioniert werden, um optimale Leistung zu erhalten.

Anschluß am Ausgangsübertrager prüfen

Vielfach sind am Ausgangsübertrager des Verstärkers mehrere Anzapfungen vorgesehen, die eine Bezeichnung für den jeweils gültigen Anpassungswiderstand tragen. Der Lautsprecher ist nun mit derjenigen Anzapfung zu verbinden, die dem Lautsprecher- Scheinwiderstand entspricht. Abweichungen der Anpassungswiderstände von +10% sind zulässig, andernfalls muß jedoch ein zusätzlicher Anpassungsübertrager zwischengeschaltet werden.

Jeder Lautsprecher braucht(e) eine Schallwand

Die Schallwand soll eine Breite von mindestens 1,5m besitzen, damit die tiefen Töne gut abgestrahlt werden. Bei den meisten Lautsprechern tritt auch Abstrahlung nach hinten auf. Dies sollte durch schallabsorbierende Mittel an der Rückwand der Bühne (Abb. 56) unschädlich gemacht werden. Andernfalls wird sie dort reflektiert und gibt - falls die Bühne sehr tief ist (über 6m)- störende Echoerscheinungen.

Die Ausrichtung des Hochtonlautsprechers

Während die tiefen Töne keine ausgesprochene Richtcharakteristik haben, sich also nahezu gleichmäßig im Raum verteilen, ist das bei hohen Tönen nicht der Fall. Je höher diese sind, um so ausgeprägter ist ihre Richtwirkung. Die Höhensysteme eines Lautsprechers sollten also in der Winkellage verstellbar sein (Abb. 57). Man richtet sie dann so ein, daß die Zuhörer gleichmäßig mit Schall versorgt werden (Abb. 58) und nicht etwa die hohen Töne bevorzugt gegen die Rückwand oder zur Decke gestrahlt werden.

Die Kontrolle im Bildwerferraum

Für das Mithören im Bildwerferraum dienen am besten zwei Kontrollautsprecher, da sich so an jeder Maschine die beste Abhörmöglichkeit einrichten läßt. Wird nur ein Kontrollautsprecher verwendet, so gehört dieser zwischen die zwei Projektoren und nicht auf eine Seite. Durch den Saalregler entstehen mitunter Kratzgeräusche im Lautsprecher, sobald sich die Reglerkontakte abgenutzt haben und riefig oder schmutzig sind. Mit feinem Schmirgelleinen werden die Kontakte und Schieber an den Geräten gesäubert und geglättet.

Akustische Störungen

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Die baulichen Maßnahmen

Nicht immer sind Störungen bei der Filmvorführung auf die technische Apparatur, sondern in manchen Fällen auf ungenügende bauliche Maßnahmen zurückzuführen. Das sind vorwiegend akustische Störungen, die von außen in den Zuschauerraum gelangen und besonders bei leisen Stellen des Tonfilms auf das Publikum unangenehm wirken.

Sind es von der Straße kommende Geräusche, so prüfe man, ob die Türen oder Fenster gut schließen. Oft verziehen sich die Holzteile im Laufe der Zeit, werden undicht und lassen Störschall durch. Die Reparatur ist meistens leicht möglich, notfalls dichtet man mit Filzstreifen ab. Doppelfenster sind in solchem Fall vorteilhaft. Schall-Isolierung bedeutet auch Wärme-Isolierung und also auch Einsparung von Wärme.

Nutzen diese einfachen Mittel nicht, so wird man den Rat eines Spezialisten (Akustiker, Architekt) einholen müssen.

Störungen aus dem Bildwerferraum

Störende Geräusche können auch vom Bildwerferraum in den Zuschauerraum gelangen. Dazu gehören als Haupterreger :
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  • das Laufgeräusch der Projektoren -
  • das Zuwerfen der Feuerschutztrommeln -
  • das Anschlagen der Überblende-Einrichtung -
  • das Geräusch beim Umrollen des Films -
  • das Klopfen beim Ein- und Ausspannen der Kohlen -
  • das Betätigen der Dia-Einrichtung -
  • das Umherlaufen und Sprechen im Bildwerferraum.

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Störschall - Luftschall - Körperschall

Störschall kann von seinem Erzeugungsort allgemein auf zwei Arten weitergeleitet werden: durch die Luft als Luftschall. Er gelangt selten direkt in das Ohr der Zuschauer, da die Kabine laut Vorschrift gegen den Zuschauerraum dicht abgeschlossen ist. Der Luftschall der Kabinengeräusche trifft jedoch auf die Kabinenwand und die Glasfenster, wird dort in Körperschall verwandelt und nach Durcheilen der Wände als Luftschall wieder abgestrahlt. Diese Fortleitung des Schalls nennt man allgemein Körperschall.

Die erste Aufgabe ist es, die störenden Schallerzeuger selbst leiser zu machen. Viele der oben erwähnten lassen sich durch Disziplin des Kabinenpersonals verringern oder ganz vermeiden.

Störende Anschläge, besonders der Überblendeinrichtung, verringert man, indem man die beweglichen Teile nicht hart, sondern weich und federnd anschlagen läßt. Ein Stück Filz oder Gummi tut hier manchmal Wunder.

Wenn der Projektor zu laut arbeitet

Arbeiten die Bildwerfer übergebührlich laut, so prüfe man, ob sie es auch ohne Film tun. Trifft das zu, so kontrolliert man das Zahn- und Lagerspiel durch Hin- und Herdrehen an der Vor- und Nachwickelrolle.

An der Schaltrolle prüft man das Malteserkreuzgetriebe, das der stärksten Abnutzung unterworfen ist. Meistens ist leichtes Auswechseln an Ort und Stelle möglich (Abb. 59). Auch der Antriebsmotor kann Störungen erzeugen, wenn seine Lager abgenutzt sind.

Ist dagegen der Bildwerfer bei laufendem Film sehr laut (Filmknattern), so kann auch zu hoher Filmzug im Bildfenster die Ursache sein. Also Kufen und Filmbahn säubern, Kufendruck auf richtigen Wert einstellen! Ebenfalls Malteserkreuzgetriebe prüfen, da dessen durch Abnutzung bedingte "Lose" (?? was ist damit gemeint ?)  manchmal ohne Film nicht hörbar ist. Kontrollieren, ob etwa die Schleifen zu klein (Filmbeschädigung!) oder zu groß sind und anschlagen.
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Wenn der Film geschrumpft ist

Es kann auch vorkommen, daß die Schrumpfung des Films nicht mit der Teilung der Zahnrollen übereinstimmt. Diese ist nach DIN 15 520 für eine Schrumpfung von 0,4% vorgesehen. Alte Filme sind wesentlich mehr, manchmal bis 1,2% geschrumpft, wodurch starke Geräusche verursacht werden können.

Schallisolation durch Filz, Kork und Gummi

Lassen sich störende Geräusche nicht vermeiden, so muß man für Schallisolierung sorgen. Körperschall verringert man durch Montierung der störenden Geräte auf schallisolierende Mittel. Dazu gehören vor allem Filz, Kork und Gummi. Diese werden zwischen Gerät und Anbringungsstelle gebracht.

Die an der Kabinen vor der wand befestigten Überblendungseinrichtungen werden auf diese Art isoliert, ebenfalls der Umroller. Die Befestigungsschrauben dieser Geräte müssen aber auch isoliert werden, da der Schall sonst den Weg über sie nimmt (Abb. 60). Es gibt fertige Einheiten aus Gummi (Schwingmetall), worauf die betreffenden Geräte montiert werden.

Sind die Gewichte größer als bei den erwähnten Geräten, z.B. Bildwerfern, so muß sorgfältige Fundamentierung und Schallisolierung vorgenommen werden unter Berücksichtigung dessen, daß die Bildwerfer - um einwandfreien Bildstand zu erzielen - vibrationsfrei aufgestellt sein müssen (Abb. 61).

Den Luftschall verringern

Die Wirkungen des Luftschalls kann man durch schallabsorbierende Mittel im Bildwerferraum verringern, die in den verschiedensten Ausführungen erzeugt werden.

Diese „Akustik-Materialien" werden im allgemeinen an Wänden und Decken angebracht. Durch ihre Verwendung fällt die (mehrfache) Reflexion des Schalls an den Wänden und Decken fort, und das Geräusch ist geringer. Da aber die Wände schon durch die verschiedenen Apparate ziemlich besetzt sind, bleibt nicht allzuviel Fläche für das schallabsorbierende Material übrig.

Die Dicke der Kabinenvorderwand ist gesetzlich vorgeschrieben (ein Stein stark) und genügt im allgemeinen auch für Schallisolierung.

Leider wirken die Projektions- und Schauöffnungen recht unangenehm, da deren Schalldämpfung wesentlich geringer als die der Mauer ist. In besonders schwierigen Fällen hilft man sich durch Anbringen einer zweiten Glasscheibe und kann dadurch den Schalldurchtritt noch weiter verringern.

Erfahrungswerte und Details der Schalldämpfung

Die Schalldämpfung beträgt, wenn die Öffnungen überhaupt nicht verschlossen sind, etwa 27db. Bei den normalen Fenstern mit einer Glasscheibe von 5mm beträgt diese etwa 35db, und wenn eine zweite Glasscheibe nach Abb. 62 angebracht ist, steigt sie auf etwa 43db.

Um die durch die zweite Glasscheibe bedingten höheren Lichtverluste zu vermeiden, ist es ratsam, nur Projektionsscheiben mit rellexmindernder Schicht zu verwenden. Als Regel sollte die Lautstärke des Störgeräusches im Zuschauerraum 30db nicht überschreiten.

Die "Hörsamkeit" im Zuschauerraum

Von der Akustik im Zuschauerraum verlangt man gute Hörsamkeit. Das bedeutet, daß der Nachhall nicht zu klein oder zu groß sein darf.

Hierzu gibt es Erfahrungswerte, die in Abhängigkeit von der Saalgröße stehen (Abb. 63). Außerdem soll der Raum nicht hohe und tiefe Töne verschieden stark wiedergeben. Echo-Erscheinungen und Schallkonzentration (Brennpunktwirkung) müssen vermieden werden.

Der Nachhall hängt in starkem Maße von der Decken- und Wandbekleidung, vom Gestühl, der Täfelung, den Portieren usw. ab. Meist ist die Nachhallzeit zu lang. Man muß bedenken, daß im Tonfilm bereits die Akustik des Aufnahmeraums mit zur Geltung kommt, so daß die akustischen Bedingungen anders sind als sonst im Theater- oder Konzertraum.

Bei schlechter Hörsamkeit prüfe man auch die Anbringung der Lautsprecher. Je höher diese montiert sind, um so besser treffen alle Schallwellen die Zuhörer. Bei niedrig angebrachten Lautsprechern wird der Schall von den Vorderleuten abgedeckt, so daß die dahinter Sitzenden nur ungenügend hören können (Abb. 64).

Da auch die im Bild sichtbaren Schallquellen und die meisten anderen akustischen Ereignisse (Sprache) im allgemeinen im oberen Teil des Bildschirmes und nicht im unteren zu finden sind, trägt das hohe Aufstellen der Lautsprecher zur Verbesserung der Illusion bei.

Wenn die Form und Gestaltung der Decke störende Reflexionen bzw. Echos verursachten, so wird auch dieser Nachteil durch hoch montierte Lautsprecher stark gemildert. In diesem Fall werden die Systeme nach unten geneigt (Abb. 65), in Mitte zur Richtung des Auditoriums, wodurch die Decke nur wenig direkten Schall empfängt.

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