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Kapitel 1

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Dieses kleine Handbuch der 35mm Kino- und Projektions- Technik aus 1953 ist 123 Seiten lang und beginnt mit der Einleitung und der Inhalts- Übersicht hier auf der einführenden Hauptseite.
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1. Störungen an der "Beleuchtung" und ihre Beseitigung

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Die am meisten verwendeten Lichtquellen für die Kinoprojektion sind Spiegelbogenlampen, die entweder mit Rein- oder Beckkohlen betrieben werden. Die Einstellung des Spiegels und der Kohlen muß sorgfältig vorgenommen werden, sonst treten Lichtverluste, Verfärbungen des Schirmbildes oder mechanische Schäden auf.

Die Sonne (das ist das Kraterbild auf dem Filmfenster) soll wie in Abb. 1c nur unwesentlich größer als das Filmfenster sein. Ist sie, wie in Abb. 1a, viel größer, so ist zwar die Schirmausleuchtung sehr gleichmäßig, aber es geht viel Licht verloren.

Ist sie, wie in Abb. 1b, zu klein, so hat das Schirmbild dunkle Ecken. Ebenfalls entstehen dunkle Ränder, wenn der Spiegel nicht richtig justiert ist. Ist er um die Vertikalachse verdreht, so entsteht seitlich am Schirm eine Abschätzung wie in Abb. 2b. Ist dagegen der Spiegel in der Höhe verkippt, so erhält man die Abschattung auf dem Schirm unten oder oben (wie in Abb. 2a).

Abschattungen

Bei Becklicht treten außerdem oftmals noch Verfärbungen auf. Diese können zwei Ursachen haben:

1. Instabilität des Beckeffektes, was man beim Betrachten des Kraters oder der Kraterabbildung bemerken kann. In diesem Falle brennt der Lichtbogen nicht ruhig, sondern ändert sich in mehr oder weniger kürzeren Zeitabständen.

Verbunden mit diesen Änderungen sind Schwankungen des Bogen-Stroms und der Bogen-Spannung, die durch die Meßinstrumente auch angezeigt werden. Sofern die Gleichstromquelle und die Kohlestifte selbst in Ordnung sind, ist diese unangenehme Erscheinung auf zu schwache Belastung der Kohlen zurückzuführen.

Man muß dann eine dünnere Pluskohle wählen oder die Stromstärke erhöhen.

Der Krater bei der Beckkohle

2. Die zweite Ursache für Verfärbungen des Schirmbildes bei Beckbetrieb ist eine Dezentrierung des Kraters durch Voreilen oder Zurückbleiben.

Ist er zu nahe am Spiegel, so wird nicht mehr die mittlere Zone mit dem leuchtenden Gasball (Beckeffekt) auf dem Bildfenster abgebildet, sondern auch die Ränder des Kraters, die wie normale Beckkohle glühen. Die Folge ist eine
gelblichrote Verfärbung des Schirmbildes.

Ist der Krater infolge ungenügenden Nachschubs zurückgeblieben, so wird an seiner Stelle der Lichtbogen selbst abgebildet und die Folge ist eine blauviolette Verfärbung des Schirmbildes.

Auch Schiefbrennen des Kraters bringt entsprechende Abschattungen bzw. Verfärbungen des Schirmbildes mit sich. Durch Regulierung der Negativkohle in Höhe und Seite läßt sich der Lichtbogen so lenken, daß der Krater gerade abbrennt. Bekanntlich besitzen Becklampen einen Blasmagneten (der bei manchen Konstruktionen ohne Wicklung ist!), der die Flamme vom Spiegel wegdrückt. Wenn an diesem Blasmagneten Veränderungen nachträglich vorgenommen worden sind, so kann dies auch die Ursache für das Schiefbrennen des Kraters sein.

Luftzug und Feuchtigkeit

Unruhiges Brennen des Lichtbogens entsteht auch, wenn zu großer Luftzug im Lampenhaus herrscht. Daher sollte sich im Rauchabzug eine Drosselklappe befinden, mit der sich der Zug je nach den momentanen Wetterverhältnissen regeln läßt.

Sind die Kohlen feucht, so ist das Licht auch unruhig, der Krater „spuckt". Da die Kohlestifte hygroskopisch sind, sollen sie in trockenen Räumen gelagert werden. Ein guter Vorführer legt überdies immer einige Paar ins Lampenhaus, "wo" sie gleichmäßig anwärmen und austrocknen.

Bei den (verkupferten) Beckkohlen bemerkt man gelegentlich, daß während des Brennens plötzlich das letzte Stück von 1 bis 2 cm Länge am Krater abfällt, wodurch meist der Lichtbogen erlischt. In diesen Fällen war der Kohlestift unter der Kupferschicht gebrochen, und beim Wegschmelzen des Kupfers in der Kraterzone fiel das nun seines Haltes beraubte Endstück ab. Wenn es sich bei diesen Kohlen nicht um gelegentliche Fabrikationsfehler handelt, so ist das Brechen der Kohle beim Einspannen geschehen. Die Spannvorrichtung muß mit gleichmäßig weichem Druck fest spannen. Kohlenhalter, die für dicke und robuste Reinkohlen konstruiert sind, verstoßen manchmal dagegen, so daß dünne Beckkohlen gefährdet sind.

Fehler bei den Reinkohlen

Wenn Reinkohlen dauernd spucken und unruhig brennen, so ist dies auf zu große Belastung zurückzuführen. Bei Beckkohlen tritt bei Überlastung auch ein Abschmelzen des Kupfermantels ein. Dagegen macht sich Unterbelastung bei Reinkohlen - im Gegensatz zu Beckkohlen - weder in bezug auf Lichtruhe noch Lichtfarbe bemerkbar.

Ein fleckiges Schirmbild deutet auf nicht genügendes Einbrennen des Kraters. Bei Rein- wie bei Beckkohle ist für das Einbrennen des Kraters eine gewisse Zeit erforderlich. Gelegentlich kommt die Zündung nicht zustande, da trotz Berührung der Kohlespitzen kein Strom fließt. Bei frischen Kohlen tritt diese Erscheinung nicht auf, sondern bei bereits gebrannten Kohlen, die wieder gezündet werden sollen. Es hat sich dann auf der Kohlespitze ein Karbidüberzug gebildet, der den Stromübergang verhindert. Nach einiger Zeit zerfällt dieser Karbidbelag unter dem Einfluß der Luftfeuchtigkeit von selbst, anderenfalls muß man ihn mechanisch entfernen.

Der Spiegel und die anderen optischenTeile

Wenn beim Zünden, besonders der Beckkohlen, außer einer Stichflamme noch starke Rußentwicklung entsteht, so ist das eine große Gefahr für den Spiegel. Denn an den Stellen, an denen sich der Ruß auf dem Spiegel niederschlägt, wird die Wärmestrahlung absorbiert, das Glas wird sehr heiß, während an den rußfreien Stellen die Strahlung fast restlos reflektiert wird und das Glas kalt bleibt.

Diesen dadurch entstehenden sehr großen Spannungen ist das Spiegelglas nicht gewachsen, und der Spiegel platzt. Durch Herabsetzen der Zündstromstärke läßt sich diese Störung weitgehend vermindern; das sicherste Mittel ist allerdings eine Zündschutzklappe, die während der Zeit des Einbrennens den Spiegel schützt, und die bei modernen Lampen automatisch beim Schließen des Lichtverschlusses eingeschwenkt wird.

Weitere gewaltsame Zerstörungen an optischen Teilen sind bedingt durch die große Wärmebelastung derselben. Nicht alles für die Spiegel, Kondensatoren, Objektive usw. verwendete Glas ist den hohen Belastungen gewachsen. Man verwendet daher oft Spezialgläser von hoher Wärmebeständigkeit (z.B. Tempax, Ignal, Pyrex usw.).

Über die Sorgfalt des Vorführers

Der Vorführer sollte sich aber im klaren sein, daß er auch ein gut Teil zur Schonung dieser wertvollen Teile beitragen kann. Grundregel ist immer, daß man plötzliche Abkühlung - auch bei optischen Gläsern und nicht nur bei Haushaltsgläsern - vermeiden soll. Es trägt wesentlich zur Schonung der Kondensatoren und Spiegel bei, wenn z.B. nach Abschalten der Bogenlampe die Lampenhaustür nicht gleich aufgerissen, sondern mit dem Öffnen so lange als möglich gewartet wird, damit die oft sehr heißen optischen Teile sich gleichmäßig abkühlen können und nicht durch einen scharfen Luftzug abgeschreckt werden.

Alle Kondensorenlinsen, Spiegel usw. müssen locker in ihren Fassungen sitzen, damit sie genügend Raum zur Ausdehnung bei Erwärmung haben, sonst ist ein Platzen kaum zu vermeiden, auch wenn die Erwärmung und Abkühlung langsam vor sich geht.

Die Wärmebelastung der Objektive

Beim Objektiv kann infolge der hohen Wärmebelastung noch ein anderer Fehler auftreten: der Kitt schmilzt, mit dem Mehrfachlinsen miteinander verkittet sind. Während bei einwandfreien Objektiven in der Durchsicht nicht zu bemerken ist, ob es sich um verkittete Systeme handelt, sieht man bei Entkittung in der Durchsicht schlierige oder deutlich abgesetzte Flächen (s. Abb. 3), worunter selbstverständlich die Bildgüte leidet.

Der Fehler tritt bei Projektoren mit Hinterblende selten auf, da diese Blende bereits 50% der Strahlung zurückhält, wohl aber oft bei einer Vorderblende, da dann das Objektiv mit der gesamten Strahlung belastet wird. Wenn zusätzliche Kühlung des Objektivs durch einen gleichmäßigen Luftstrom nichts nützt, ist es das beste, einen modernen Projektor mit Hinterblende zu nehmen.

Beim Säubern sei man vorsichtig, damit keine Fingerabdrücke auf dem Spiegel bzw. dem Kondensor und dem Objektiv zurückbleiben. Infolge der hohen Temperatur brennen diese auf dem Spiegel oder Kondensor ein und sind dann mit einfachen Mitteln nicht mehr zu entfernen.

Man faßt daher zweckmäßig diese Teile beim Herausnehmen, Säubern und Wiedereinsetzen nur am Rande an und berührt die optisch wirksamen Flächenüberhaupt nicht. Das Putzen erfolgt mit einem weichen Leinenlappen, wobei ölige Flecke mit Spiritus behandelt werden.

Über die nachlassende Lichtleistung

Im Laufe der Zeit läßt die Lichtleistung der Lampe nach, wobei diese Abnahme, da sie ganz allmählich erfolgt, meist gar nicht wahrgenommen wird. Die Ursache ist ein Schlechterwerden des Spiegels, was zwei Gründe haben kann: einmal Verminderung der Reflexion des Silberbelages und zweitens Mattwerden der vorderen Glasfläche des Spiegels.

Bei Beckbetrieb kommt noch hinzu, daß die Vorderseite des Spiegels durch Kupferspritzer beschädigt wird, wobei die Spritzer kleine matte Stellen hinterlassen oder meist auch selbst ins Glas einbrennen. Diese drei Fehler kann man nicht selbst beseitigen, sondern der Spiegel ist zur Reparatur einzuschicken, wobei er dann geschliffen, poliert und wieder versilbert wird. Um zu verhindern, daß die Kupferteilchen zum Spiegel gelangen und dort in das Glas einbrennen, verwendet man Spritzschutz-Scheiben (s. Abb. 4), welche sich vor dem wertvollen Spiegel befinden und die Spritzer abfangen. Nach einiger Betriebszeit wird allerdings diese Glasscheibe so stark bespritzt sein, daß der Lichtverlust schon spürbar ist. Dann wird diese billige Spritzschutzscheibe weggeworfen und durch eine neue ersetzt.

Ungleichmäßige Ausleuchtung

Bei Beckbetrieb ist noch zu beachten, daß sich auf dem Spiegel ein weißlichblauer Beschlag bildet, der das Reflexionsvermögen verringert. Man entfernt diesen mit einem weichen Pinsel oder in hartnäckigen Fällen durch Polieren mit einem weichen Leinenlappen.

Ungenügende Lichtleistung wie auch ungleichmäßige Ausleuchtung ist ferner auf mangelhafte Zentrierung des optischen Systems zurückzuführen, wobei die anfänglich einwandfreie Justierung meist bei einer Generalreinigung der Anlage Schaden nimmt.

Ohne kleine Hilfsmittel kann die Prüfung und Korrektur nicht erfolgen. Es kommt darauf an, festzustellen, ob die „optische Achse" stimmt, d.h. die nachstehend genannten Mitten müssen auf einer Linie - eben der optischen Achse - liegen:

Objektiv - Bildfenster - Krater der Positivkohle - Spiegel.

Am besten erfolgt diese Prüfung mit dem Kollimator, der aber nur in den seltensten Fällen zur Verfügung steht. An Stelle des Kollimators verwendet man eine Stahlstange vom Durchmesser der benutzten Positivkohle, die gut in eine Bohrung eines zylinderförmigen Körpers paßt (s. Abb. 5).

Dieser zylinderförmige Körper wird an Stelle des Objektivs eingesetzt, sein Außendurchmesser muß daher dem des Objektivs entsprechen. Die Länge wählt man so groß wie möglich, damit der Stab eine gute Führung erhält. Der Stab wird nun von vorn in den Zylinder eingeschoben, kommt durch das Bildfenster (evtl. Blendenklappen anheben) in das Lampenhaus bis zum Spiegel, auf dessen Mitte seine Spitze weisen muß (s. Abb. 6).

Wenn die Technik nicht harmoniert

Treten Abweichungen auf, so sind entsprechende Korrekturen erforderlich (z. B. Höhersetzen des Positivkohlehalters, Verdrehen des Lampenhauses, Versetzung der Spiegelfassung usw.).

Will man sich die Anfertigung des Zylinderkörpers sparen, so genügt es schließlich auch, die Stahlstange (notfalls tut es auch eine entsprechend lange Kohle, die aber nicht krumm sein darf und die eine genau zentrische Spitze besitzen muß) im Positivkohlehalter einzuspannen und die erwähnten Prüfungen durchzuführen. Besteht die Möglichkeit, von vorn an den Projektor heranzukommen, so kann man ohne mechanische Hilfsmittel die optische Achse durch bloßes Visieren kontrollieren. Hierbei blickt man nach Herausnehmen des Objektivs durch die Objektivfassung in Richtung Spiegel (s. Abb. 7).

Wenn trotz all dieser Maßnahmen die Ausleuchtung nicht befriedigt, so können auch fehlerhafte Spiegel die Ursache sein. Man prüfe, ob überhaupt die richtige Brennweite genommen wurde. Die Bestimmung der Brennweite erfolgt am besten bei Sonnenschein, indem man den Abstand Brennpunkt-Spiegelscheitel mißt.

Ferner könnte auch ein Spiegel mit unzweckmäßiger oder falscher Kurvenform Verwendung gefunden haben, doch ist die Prüfung der in der Praxis vorkommenden Spiegel schon schwieriger (es gibt sphärische, asphärische, Parabol- und Ellipsoidspiegel), so daß es am zweckmäßigsten ist, einen Vergleich mit einem Spiegel zu machen, der anerkannt einwandfrei ist.

Dies ist besonders dann wichtig, wenn Spiegel anderen Fabrikates als vorgesehen verwendet werden sollen. Ist es nach einiger Betriebszeit nicht mehr möglich, die bisher übliche Stromstärke einzustellen, so sind alle Anschlüsse fest nachzuziehen und die Kontakte am Regelwiderstand sowie der Kollektor zu säubern. Bei Verwendung von Trockengleichrichtern können diese etwas gealtert sein. In diesem Fall sind die dafür am Trafo vorgesehenen Anschlüsse umzuklemmen.

Die Praxis zeigt, daß, abgesehen von farbiger und ungleichmäßiger Ausleuchtung, die Beleuchtungsstärke des Schirms meist zu niedrig gewählt wird. Immer wieder haben wir in solchen Fällen Klagen des Publikums über ein zu „dunkles Bild" erlebt.

Prüfen, bevor der Kinobesucher meckert und bemängelt

Wenn man nun weiter bedenkt, daß nur der kleinste Teil der Kinobesucher die Energie aufbringt, beim Theaterleiter deswegen vorstellig zu werden, so kann man ermessen, wie viele der Besucher tatsächlich verärgert werden und schließlich zum besser geleiteten Konkurrenzbetrieb gehen.

Anderereits äußerten nach Umstellung von einem mäßig hellen Bild zu einem strahlend hellen viele Besucher spontan ihre Zufriedenheit.

Welches ist nun die richtige Schirmbild-Helligkeit?

Diese Frage, die die Gemüter der Fachleute schon lange bewegt, ist bereits vor dem Kriege (wir sind hier noch in 1953) erschöpfend behandelt worden und hat in den „Filmtechnischen Bestimmungen" vom 17.6.1941 ihren Niederschlag gefunden. Hierbei geht man nicht allein davon aus, welche Lichtmenge bzw. Beleuchtungsstärke der Bildschirm erhalten, sondern welchen Helligkeitseindruck derselbe vermitteln soll. Daher wird eine bestimmte Leuchtdichte des Schirms verlangt, und zwar lOO Apostilb (asb).

Der in Frage kommende Teil der Filmtechnischen Bestimmungen lautet:

1. Leuchtdichte
Ausschlaggebend für den Helligkeitseindruck, den das auf die Bildwand geworfene Filmbild im Auge des Zuschauers hervorruft, ist die „Leuchtdichte", unter der die Bildwand vom Zuschauerraum aus erscheint. Die Leuchtdichte wird in Apostilb (asb) angegeben.

2. Bewertung der Bildwände

  • a) Die hierdurch bestimmten Leuchtdichtewerte sollen für den Bildwurf von Normalfilm (Breite 35mm) mit laufender Blende ohne Film gelten und unter den normalen Betriebsbedingungen vorhanden sein.
  • b) Die Leuchtdichte in der Bildwandmitte von dem Platz des Zuschauerraumes aus gesehen, der der senkrechten Betrachtungsrichtung am nächsten kommt, soll 100 asb betragen. Dieser Wert soll um nicht mehr als 20% unterschritten werden.
  • c) Die Leuchtdichte am Bildwandrand soll, von demselben Prüfplatz aus gesehen, nicht weniger als 75% der Leuchtdichte in der Bildwandmitte betragen.
  • d) Von keinem Platz des Zuschauerraums aus soll die Leuchtdichte an irgendeiner Stelle der Bildwand kleiner als 50 asb oder größer als 130 asb sein.

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Die Empfehlungen zur Beleuchtungsstärke

Im Ausland gelten ähnliche Empfehlungen. Hat der Schirm ein Reflexionsvermögen von 100%, ein Fall, der in der Praxis nie vorkommt, dann ist eine Beleuchtungsstärke von 100 Lux (lx) erforderlich. Aber bereits neue Schirme haben eine Absorption von 10 bis 20%, so daß die Beleuchtungsstärke etwa 120 lx betragen muß.

Nach längerer Gebrauchsdauer nimmt das Reflexionsvermögen des Schirms durch Verschmutzung immer mehr ab, so daß Werte von 50% in der Praxis nichts Ungewöhnliches sind.

Den dadurch verursachten gewaltigen Lichtverlust soll man unbedingt vermeiden und daher den Schirm in regelmäßigen Zeitabständen säubern, um das ursprüngliche Reflexionsvermögen annähernd zu erhalten.

Die Reflexionseigenschaften des Bildschirms können auf einfache Art mit den Bildwandproben (s. Abb. 8) festgestellt werden. Diese besitzen Tafeln mit verschiedenen, genau bekannten Grautönen, und es ist nur durch Vergleich festzustellen, welcher dieser Grautöne dem Bildschirm am nächsten kommt.

Dieses Verfahren geht allerdings nur bei diffus strahlenden Bildschirmen, also nicht bei metallisierten oder Perlwänden, deren Leuchtdichtefaktor größer als eins ist.

Wenn das Schirmbild flau ist ....

Trotz einwandfreiem Schirm und genügender Beleuchtungsstärke kann aber das Schirmbild flau sein. Wenn nicht verschmierte Objektive oder Kabinienfensterscheiben die Ursachen sind - vom Film abgesehen -, dann ist oftmals eine zu große Saalhelligkeit die Ursache. Man soll Nebenlicht und zu helles Notlicht vermeiden. Aber auch der Anstrich des Saales ist sehr wichtig, er soll nicht zu hell sein.

Das vom Bildschirm in den Zuschauerraum reflektierte Licht des Bildes trifft zu einem Teil auf die Zuschauer, zu einem größeren Teil aber auf die Decke und die Wände des Saales. Sind diese in hellen Farbtönen gehalten, so reflektieren diese wiederum einen beträchtlichen Teil des auffallenden Lichtes, welches auch auf den Bildschirm gelangt, dort die dunklen Partien des Bildes aufhellt und so die Kontraste vermindert und Ursache für das flaue Bild ist.

Sind die Wände und Decke des Saales dunkel gehalten, so wird das Licht in geringerem Maße reflektiert und läuft sich bei mehrfacher Reflexion „tot", ohne eine schädliche Aufhellung auf dem Bildschirm zu bewirken.

Die bereits erwähnten „Filmtechnischen Bestimmungen" empfehlen folgendes:

Rückstrahlung im Zuschauerraum

Ein dunkler und matter Anstrich des Raumes ist um so wichtiger, je mehr die rückstrahlenden Flächen der Bildwand zugekehrt sind und je näher die Flächen an der Bildwand liegen. Helle und glänzende Farben sollen nur für die der Bildwand abgekehrten Flächen verwendet werden.

Die Messung der Rückstrahlung geschieht so, daß eine schattengebende, schwarze Fläche von etwa 10 x 10cm in etwa 2m Entfernung von der Wand in den Strahlengang des Bildwerfers gebracht wird. Es wird dann auf der Bildwand die Beleuchtungsstärke im beschatteten Teil gemessen.

Das Verhältnis dieser Beleuchtungsstärke zur Beleuchtungsstärke der Wand ohne Schatten ist mit 100 multipliziert die in Prozenten angegebene Rückstrahlung des Raumes. Sie soll nicht mehr als 1% betragen. Es ist hierbei vorausgesetzt, daß die Bildwand in voller Größe beleuchtet wird.

Wenn die Helligkeit des Schirms zu viel ist

Nach diesem ausführlichen Kapitel über zu geringe Schirmhelligkeit und zu dunkle Bilder sei aber darauf hingewiesen, daß man auch des Guten zu viel tun kann. Wird nämlich die Helligkeit des Schirms wesentlich über den empfohlenen Wert gesteigert, so tritt bald ein starkes und unangenehmes Flimmern ein.

Bekanntlich ist ja der Eindruck des Flimmerns in der Hauptsache von zwei Faktoren abhängig: einmal von der Anzahl der Unterbrechungen des Strahlenganges (diese sind mit 48 pro Sekunde gegeben und unveränderlich), zum anderen von der Helligkeit (Leuchtdichte) des Bildes.

Es ist also nicht nur zwecklos, sondern sogar schädlich, wesentlich über 100 asb Leuchtdichte des Schirms zu gehen. Naturgemäß ist das Flimmern besonders dann auffallend, wenn der Film große, helle Partien (z.B. klaren Himmel) enthält. Hat der Film nur gedeckte Stellen und ist er womöglich noch besonders dunkel aufgenommen, so steht einer weiteren Erhöhung der Schirmhelligkeit nichts im Wege.

Noch eine Ursache für Bildflimmern

Das Flimmern des Schirmbildes kann aber seine Ursache noch in Oberwellen des Gleichstroms haben. Stromquellen für die Bogenlampe gibt es eine reichliche Anzahl, und das Problem, aus dem vorhandenen Dreh- oder Wechselstrom den zum Bogenlampenantrieb erforderlichen Gleichstrom zu erzeugen, wird auf verschiedene Art gelöst, angefangen vom Einankerumformer bis zum sechsphasigen Doppelweg-Gleichrichter.

In allen Fällen wird kein reiner Gleichstrom erzeugt, wie ihn beispielsweise Batterien oder Akkus liefern würden, sondern er enthält je nach dem Prinzip der Gleichrichtung mehr oder weniger starke Oberwellen der verschiedensten Frequenzen.

Diese tragen auch zur Lichterzeugung bei und überlagern dem „Gleichlicht" der Bogenlampe noch „Wechsellicht" der betreffenden Frequenzen. Während bei vielen Gleichrichtern dies normalerweise nicht bemerkt wird, gibt es aber auch Typen, bei denen diese unangenehme Erscheinung sehr deutlich und störend ist.

Leider hilft man sich meist so, daß man die Helligkeit auf Kosten der Bildgüte herabsetzt, wodurch naturgemäß das Flimmern verringert bzw. beseitigt wird. Die eigentliche Ursache der Störung ist aber in dem verwendeten Gleichrichter zu suchen.

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