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Bei der Farbe kam Einiges an Kriterien hinzu

Ergebnis eines guten 2" Videorecorders

Auf der Seite mit den s/w Kamera-Testbildern haben Sie vielleicht gelesen, daß dort die Symmetrie und die Schärfe des Bildes und die saubere Abstufung der Graustufen im Vordergrund stand. Jetzt kam die Farbe hinzu.

Und bei uns in Deutschland zumindest wollte man nicht "bunt", sondern "farbig" fernsehen. Das jedenfalls war der Anspruch der "Fernsehmacher". Bei einer großen bunten Wiese zum Beispiel ist es völlig wurscht, welche Blumen welche Farbe haben, die Wiese war und ist einfach (nur) bunt. In der Farbfernsehtechnik war aber die sogenannte "farbrichtige Übertragung" des Kamerabildes, sofern dieses bereits kalibiert war, eine ganz wichtige Forderung. Und dafür gab es sowohl für die Farb-Kameras wie auch für die anderen Farb-Bild-Erzeuger (Magnetbandgeräte und Filmabtaster) verschiedene Testbilder.

Für den gesamten Signalweg nach der Kamera wurden solche Testbilder (zum Teil sogar in den Kameras) elektronisch erzeugt. Diese Art der elektronischen Testbilder hatten natürlich eine noch viel bessere Qualität als die von der Kamera aufgenommenen und gelieferten Bilder.
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In den Fernsehstudios gab es überall einen eigenständigen Testbild-Generator,

der ein technisch ideales und optimales Farb-Testbild elektonisch erzeugte und an allen Knotenpunkten zur Verfügung stellte.

Diese Testbild - hier vom ZDF (man konnte im Generator in das Testbild eine Sender-Kennung einblenden) - ist solch ein Muster. Sie sehen sofort, daß die Gittelinien exakt waagrecht und senkrecht sind, der Farbbalken und auch die Graustufen sauber abgestuft sind und auch die Mischfarben (unten) sauber dargestellt werden. Achten Sie insbesondere auf das Farbfeld in "ockerbraun", das für die Gesichter von Personen ganz ganz wichtig war.

Vom SWF, dem ehemaligen Südwestfunk, haben wir diese (auf DIN A4 gedruckte) Farbtafel bekommen. Dort sind sogar die jeweilgen Farben wie auch die prozentuale Sättigung der Graustufeneinträge eingetragen.

Diese Testbilder wurden während der Sendepausen und bei Leitungsprüfungen vor einer Richtfunkübertragung aufgeschaltet. Damit wußten die empfangenden Sendeanstalten, woher das Bild kam und ob die Qualität der (Bundespost-) Leitung in Ordnung war.
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Das reine Farbbalken-Testbild

Weiterhin hatte fast jedes Quellen-Gerät, also die Kameras, die MAZen, die Filmgeber usw. einen geräteeigenen elektronischen Farbbalkengenerator, der diesen Farbbalken in "Reinstform" erzeugte.
Bei der MAZ, dem Videorecorder der Anfangszeit, wurde auf eine neues 2" Magnetband solch ein Farbbalken aufgenommen und er sollte bei der Wiedergabe auch wieder (fast) so aussehen.
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Mit solch einem Bild waren wir hier nicht mehr zufrieden

Bei den Amerikanern gab es noch eine sehr lange Zeit diese großen runden Bilder, weil die Farbbildröhren noch bis nach 1958 rund waren. Zu der Zeit nach 1952 (eigentlich seit 1939) waren bei uns alle s/w Bildröhren rechteckig und die ersten Farbbildröhren-Muster waren ab ewta 1964 ebenfalls bereits rechteckig.
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Einer der ersten Telefunken Farbfernseher

Man sieht, daß bereits nach wenigen Monaten die sogenannte Linearität Schwächen zeigte und sich das Bild immer mehr verbog bzw. verzerrte. Und dabei ist das noch eine gute Darstellung. Andere Farbfernseher aus deutscher Produktion hatten mit diesem Kreis große Probleme.

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Die SWF Information Ausgabe 1971

Südwestfunk Baden-Baden
ELEKTRISCHES FARBTESTBILD

Das in der Bundesrepublik Deutschland eingeführte Elektrische Farbtestbild eignet sich zur Prüfung von Übertragungseinrichtungen (Fernsehleitungen, Sendern, Umsetzern, Gemeinschaftsantennenanlagen), von Schwarzweiß- oder Farbfernsehempfängern sowie zur Beurteilung von Empfangssituationen und zur Einrichtung von Fernsehantennen.

Es wird von den Fernsehsendern des 1. Programms (ARD), den Sendern des 2. Programms (ZDF, DBP) und den Sendern der 3. Programme (ARD, DBP) ausgestrahlt. Die Testzeiten sind den Programmzeitschriften zu entnehmen oder können von den Rundfunkanstalten erfahren werden.
1.Ausgabe 1971
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