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Curt Riess über sein Leben - DAS WAREN ZEITEN (1977)

Die Biografie von Curt Riess (1977)

Curt Riess' nostalgische Autobiografie mit vielen bekannten Mitwirkenden aus den Bereichen Theater und Film (aus dem Jahr 1977) :

Unter anderen waren das Josephine Baker, Bert Brecht, Mrs. AI Capone, Winston Churchill, Käthe Dorsch, Allen Dulles, Wilhelm Furtwängler, Joseph Goebbels, Emmy Göring, Gustaf Gründgens, Werner Krauss, Alma Mahler-Werfel, Erika Mann, Klaus Mann, Thomas Mann, Max Reinhardt, Franklin D. Roosevelt, Max Schmeling, Billy Wilder und viele andere !

Curt Riess (1902-1993 †) war bereits 75 Jahre alt, als er dieses Buch schrieb (er wurde am Ende über 90) und er blickt zurück auf seinen Werdegang. Für uns ist diese Biografie deshalb so interessant, weil er - aus einer jüdischen Familie kommend - nach Hitlers Machtübernahme über Nacht von seiner Frau und seinem kleinen Sohn Michael aus Berlin flüchten musste.
Weiterhin haben wir hauptsächlich ......

..... über die Entwicklung des Films im Blick und stolpern auch dort immer wieder über seine Erlebnisse. Seine Biografie über die Zeit nach 1945 - jetzt als amerikanischer Soldat und Presseoffizier zurückkehrend - beschreibt er wiederum in einem ganz besondern Zeitblick.

Curt Riess hatte ein unglaubliches Namensgedächtnis, denn in seinen Büchern kamen (gefühlt !! - aber nicht gezählt) tausende von Namen und Filmtiteln vor. In anderen Büchern von anderen Schriftstellern sind es oft nur 3 oder 5 Personen.

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Hier ein Inhalts-Überblick über seine eigene Biografie :

Kapitel Abschnitt Überschrift Seite
Teil l   DAS PARADIES 7
  1 Sprung in die Vergangenheit 9
  2 Das Paradies 21
  3 Was man so Spionage nennt 32
  4 Der Weltkrieg ist halb so wichtig 49
  5 Aufklärungsfilm 64
  6 Revolution 73
Teil II   DIE ZWANZIGER JAHRE 81
  7 Student 83
  8 Amerika 94
  9 Mein Zauberberg 105
  10 Karriere 126
  11 Flucht 144
Teil III   EMIGRATION 157
  12 Paris 159
  13 Unbegrenzte Möglichkeiten? 174
  14 Lebt Redfern noch? 185
  15 Roosevelt, das FBI und Josephine Baker 199
  16 Erfolg 211
  17 Lebewohl, Sport! 230
  18 Die Kommunisten und Hollywood 240
  19 Wieder ein Anfang 259
Teil IV   KRIEG 273
  20 Wie man Spion wird 275
  21 Persönliches, Allzupersönliches 285
  22 Krieg aus nächster Nähe 297
  23 Trauermarsch 313
Teil V   EIN NEUES LEBEN 327
  24 Berlin 329
  25 Kein Ende abzusehen 339
  26 Es war alles ganz anders 355
  27 Technische Störungen 367
  28 Schicksale im Umbruch 377
Teil VI   DAS LEBEN GEHT WEITER 395
  29 Ich stelle mich um 397
  30 H. H. (Heidemarie Hatheyer) 410
  31 Eine neutrale Heimat 419
  32 Und immer wieder E. 431
       
    Personen-REGISTER 441

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Auf den Umschlagseiten liest sich das so :

„Das waren Zeiten", als noch Kaiser Wilhelm in schimmernder Wehr das Deutsche Reich regierte und jedes Städtchen, das etwas auf sich hielt, seinen eigenen Fürstenhof besaß. Das waren Zeiten, als nach dem Ersten Weltkrieg Berlin zum Mittelpunkt einer ebenso „kessen" wie kultivierten, einer ebenso frivolen wie geistreichen Welt geworden war.

In dieser Atmosphäre aus Glanz, Gloria und frecher Schnauze erlebte der junge Curt Riess den Niedergang einer alten und den Aufstieg einer neuen Epoche, über die sich niemand noch klar war, ob sie nun besser oder schlechter als die vorhergegangene sein werde.

Seine Karriere als Schriftsteller und Journalist sollte ihn noch weit führen: kreuz und quer durch die Welt, nach Paris, nach New York und schließlich - mitten im Krieg - wieder zurück in das Europa, in welchem er für Allen Dulles' „Office of Strategie Service" in geheimer Mission nach Deutschland ging.

Curt Riess hat sie alle gekannt: Von Werner Krauss, den er noch in Knabenzeiten dem großen Max Reinhardt als den größten Schauspieler deutscher Zunge einzureden suchte (womit er ja so unrecht nicht hatte), bis zu Josephine Baker, die er liebte und der er in enger Freundschaft verbunden blieb, jener Josephine Baker, deren schwarze Schönheit und deren Bananenröckchen bzw. das Fehlen anderer Bekleidung der Generation der zwanziger und dreißiger Jahre als Gipfel der Verruchtheit erschien.

Der vielumstrittene Revolutionär des deutschen Theaters, Bert Brecht, war nicht minder Gesprächspartner von Curt Riess als das Jugendidol der dreißiger Jahre, der Boxweltmeister Max Schmeling.

Zu den Freunden von Curt Riess gehörten ebenso der große Dirigent Wilhelm Furtwängler, für den er nach dem Zweiten Weltkrieg die Aufhebung des Dirigierverbotes durchsetzen konnte, wie der große Dichter Thomas Mann und dessen Familie.

Kaum ein wichtiges historisches Ereignis "unserer Zeit" (das Buch wurde 1977 verlegt), an dem er nicht in irgendeiner Form teilgenommen hat. Das gilt erst recht für die Gegenwart, in der Curt Riess wieder in der deutschen Heimat seine Rolle als Beobachter und Berichterstatter weiterführt.

So entsteht die Geschichte eines Lebens, die zugleich lebendige Geschichte ist, Zeitgeschichte, Skandalgeschichte, Liebesgeschichte, kurz jede Art von Geschichte, die wir gerne lesen.

Und in Kruzform klingt das 1977 so :

CURT RIESS, geb. 1902, Journalist in Deutschland bis 1933, danach in Paris und den USA. Nach dem Krieg zurück nach Europa. Autor zahlreicher Bücher, u. a. „Joseph Goebbels" (1948), „Bestseller-Bücher, die Millionen lesen" (1960), „Gustaf Gründgens" (1965) und „Das gab's nur einmal" - Die schönsten Filme unseres Lebens (1956) sowie „Das gibt's nur einmal" - Das Buch des deutschen Films nach 1945 (1957), beide Werke nun (wir schreiben 1977) als Neuauflagen im Molden Taschenbuchverlag. Lebt jetzt in der Schweiz bei Zürich. Verheiratet mit der Schauspielerin Heidemarie Hatheyer (8. April 1918 in Kärnten   -  11. Mai 1990).

So schreibt es der Herausgeber (in 1977).
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