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Der deutsche Nachkriegsfilm in neuer (1985er) Sicht

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Ein Buch über den deutschen Film der 1960er Jahre ....

von Gert Redlich im Juni 2021 - "Der deutsche Film" nach 1945 (es sind natürlich viele einzelne Filme bis in die späten 1960er Jahre) ist zu einem sehr großen Teil als Kitsch, Klamauk, Schmonzette oder übles Machwerk verschrien.
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Der Buchautor Gehard Bliersbach

Gehard Bliersbach hat sich 1985 die Mühe gemacht, mal ernsthaft den psychologischen Hintergründen des damaligen Erfolges nachzugehen. Herr Bliersbach ist 1945 geboren und damit etwa 4 Jahre älter als ich und hatte Psychologie studiert. Es bietet sich daher ein ganz erstaunlicher Vergleich mit meinem Ingenieurstudium und meiner Denkweise an -
nämllich :

Der Vergleich der Betrachtungen :

In unserem Tonbandmuseum werde ich immer wieder sehr hart - fast schon bösartig - angegangen, ich würde die einzelnen Bandgeräte unterschiedlichster Hersteller nach völlig falschen Kriterien beschreiben und natürlich auch bewerten und würde damit sehr viel Mist "verzapfen". Zu dieser Kritik habe ich geäußert, daß ich immer nur Geräte eines in etwa gleichen Baujahres oder Entwicklungsjahres nebeneinander stelle und miteinander vergleiche und auch das damalige Umfeld, allermeist das wirtschaftliche Umfeld, in die Bewertung mit einbeziehe. Ganz sicher  kommt auch bei diesen Grundlagen nicht immer Positives heraus. Doch die Konstruktionen der damaligen Bandgeräte nach heutigen Maßstäben zu beschreiben und zu bewerten ist fehl am Platz.
Gleichermaßen ist es nicht der historischen Wahrheit dienlich, die damaligen Leinwand-Schwänke und Tränendrüsen-Filme der 1960er Jahre mit heutigen Wertvorstellungen und/oder Maßstäben zu bewerten.

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Das Buch ist in mehrere nahezu eigenständige Teile gegliedert.

Der Autor Gehard Bliersbach hat einen umfangreichen Vorspann erstellt, in dem er seine "filmische" Entwicklung vom allerersten Kinobesuch bis fast schon zur Kino-Sucht als Vierzehnjähriger ausführlich beschreibt. Herr Bliersbach hatte nicht das Glück wie Gert Redlich, einen Vater zu haben, der als Kinotech- niker der UFA diese Kinos gebaut hatte.

Auch der politischen und menschlichen Lage nach dem totalen Zusammenbruch im April 1945, dem Jahr, in dem Gehard Bliersbach ja erst geboren wurde, wird wird viel Platz eingeräumt.

Das zusammen dient dem Leser später zum Verständnis, wenn der Autor an Hand von Story-Beispielen (er nennt es "plots") erläutert, wie die Denke und Psyche der Kinobesucher "zu der damaligen Zeit" zu diesen für uns (heute) oft sehr befremdlichen Themen gepaßt bzw. "getickt" hatte. Es gab ja damals Gründe, warum 14 Millionen Deutsche sich "Grün ist die Heide" reingezogen hatten.

Die beiden weiteren Autoren Heinrich Fränkel und Curt Riess
waren bei Kriegsende im April 1945 erstens bereits über 40 Jahre alt und zweitens schreibe ich diesen beiden Autoren ebenfalls eine sehr hohe Intelligenz zu. Beide waren ab 1933 (und auch davor) über 12 Jahre in den USA, einer ganz anderen Wertegemeinschaft samt völlig anderem politischen Umfeld. Das prägt natürlich den einzelnen Menschen und darum beschreiben sie beide diese Zeitspanne der Filmhistorie nach 1945 sehr unterschiedlich im Vergleich zu Herrn Bliersbach.
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Hier eine Inhaltsübersicht samt der angesprochenen Filme :

Die Einleitung von Hansjörg Felmi finde ich nicht so treffend, die kommt hinten dran. Auch die Listen, welcher Regisseur welche Filme wann gedreht hatte, kommen ganz am Schluß.
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  1. Von einem, der ins Kino zog, das Fürchten zu verlernen
    Der Autor Gehard Bliersbach erzählt aus seinem Leben

  2. Was ist denn hier los?
    Die Bundesrepublik in den 1980er Jahren - Einleitung des Autors

  3. Grüne Heide und Silberwald: Wird alles wieder gut?
    „Grün ist die Heide" (1951)
    „Der Förster vom Silberwald" (1954)

  4. Ferdinand macht's
    „Sauerbruch. Das war mein Leben" (1953/54)

  5. Ein westdeutsches Aschenputtel
    „Sissi", erster Teil (1955)

  6. Abrechnung in Ottenschlag
    „Der Meineidbauer" (Die Sünderin vom Fernerhof, 1956)

  7. Ödipus im Seekrieg
    „Haie und kleine Fische" (1957)

  8. Das schlechte Gewissen schlägt zu
    „Die Landärztin" (1958)

  9. Die deutsche Klamotte oder: Der Vater als Wadenbeißer
    „Natürlich die Autofahrer!" (1959)

  10. Heinz Rühmann, der gute Junge
    „Das schwarze Schaf" (1960)
    „Er kann's nicht lassen" (1962)
    „Mein Schulfreund" (1960)
    „Der Hauptmann von Köpenick" (1956)

  11. Vor den Vätern starben die Söhne
    „Kirmes" (1960)

  12. Das große Abräumen
    „Der grüne Bogenschütze" (1961)

  13. Wer hatte wann welchen Film gedreht
    Diese Liste ist aus den einzelnen Kapiteln entnommen

  14. Bliersbachs FILMOGRAPHIE
    Eine Auswahl von Filmen aus den Jahren 1946-1961

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