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1980 - Was ist eigentlich VHS ? (der erste Artikel einer Serie)

EINFÜHRUNG IN DIE GRUNDLAGEN DES VHS-SYSTEMS

Hier kommt eine explizite Darstellung der japanischen Firma PANASONIC etwa aus dem Jahr 1980 für die service- interne Verwendung einschließlich der unumgänglichen Markting-Informationen.

VHS heißt "VIDEO-HEIM-SYSTEM" (Übersetzung von "Video-Home-System") und ist ein Video-Tape- Recorder- Kassetten-System zur magnetischen Bild- und Tonaufzeichnung auf einem speziellen Magnetband von nur 12,65mm (1/2 Zoll) Breite mit höchster Speicher­dichte. So weit die Einleitung von Pansonic, einem japanischen Hersteller. (Anmerkung der Redaktion: Tochterfirma von Matsushita)

Die Magnetbandtechnik für die Video- aufzeichnung

Opto-chemische Speicher für Bild und Ton sind bereits seit Jahrzehnten bekannt und auch im Heimgebrauch, aber ihre Speicherdichte ist gering, wenn man bedenkt, daß selbst beim Super-8-Film ca. 4 mm Filmlänge für die Speicherung nur eines Bildes benötigt werden.

Dagegen beansprucht das bis etwa 1976 entwickelte VHS nur weniger als 1/10 mm für die entsprechende Speicherung zweier Halbbilder und des dazugehörigen Tones, also weniger als 2,5% der Super-8-Filmlänge für den gleichen Informationsinhalt. Aber nicht nur die Speicherdichte - gemessen in Aufzeichnungslänge und Breite - ist von entscheidender Bedeutung für die Verwen­dung des VHS zuhause.

Für andere Speicher wie bei den 8mm Filmen wird wegen der mechanischen Bean­spruchung besonders durch die Perforation ein relativ dicker Speicherträger benötigt, der zu großem Speichervolumen bei nur relativ kurzen Spielzeiten - ca. 20 Minuten - führt, während der VHS- Speicher­träger nur 15um - also ca. 15% der Dicke eines Haares stark zu sein braucht, wobei der eigentliche Speicher nur eine Dicke von 5um beansprucht.

Daß dennoch keine Beschädigung des Speichers zu befürch­ten ist und auch keine Einfädelprobleme wie beim Super-8 entstehen können, ist dem Kassettenprinzip zu verdanken, das sich bereits im Audiobereich bewährt hat. Die dort bekannten Kassettenprobleme sind hier jedoch wie bei der Elcaset (eine Audiokassette von Sony) eliminiert, indem das Band automatisch aus der Kassette ausgefädelt wird. Hierfür wurde beim VHS die M-Bandführung entwickelt, die eine hohe Zu­verlässigkeit ermöglicht.

Gegenüber opto-chemischen Aufzeichnungsmethoden hat die magnetische Speicherung in Kassetten mehrere wesentliche Vorteile:

  1. Unmittelbar nach der Aufzeichnung ist das Ergebnis bereits kontrollierbar, ohne eine Entwicklungszeit abzuwarten.
  2. Die Kosten für die Einwegaufnahme auf Super-8-Film liegen für 25 Bilder/Sekunde je nach Filmqualität und Empfindlichkeit zwischen ca. DM 185,— und DM 470,— per Spielstunde, während der Video-Kassettenpreis bereits unter die Grenze von DM 20,—/Stunde sinkt. (Stand etwa 1980 !!!)
  3. Der magnetische Speicher ist keine Einwegware, d.h. er läßt sich beinahe beliebig häufig wieder löschen und neu bespielen. Man rechnet im Durchschnitt - je nach Betriebsbedingungen - mit einem 500- bis 1000-fachem Gebrauch einer Video-Kassette.
  4. Die Kassetten können an jeder beliebigen Stelle ent­nommen und wieder ins Gerät eingelegt werden, ohne daß dadurch Löcher im Speicherinhalt entstehen, die noch wie beim Super-8-Film nachträglich geschnitten werden müssen.

 

Zwar gibt es auch andere Speicher hoher Informations- dichte wie z.B. einige Bildplattensysteme, die jedoch wie Schallplatten nicht selbst zu bespielen sind und deshalb Einweg-Konserven dar­stellen, die nur in bestimmten Anwendungsfällen - also Lehrprogramme und dergleichen - und bei hoher Auflage zweckmäßiger bzw. kostengünstiger sind.

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