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Mehr über das "Drei Kronen" von Roger Lecucq

Ein Brief aus Steinhagen
hier im Original
Das Kino 1940 mit Hakenkreuzfahne und Trauerflohr - beachten Sie die Straßenbahnschienen mitsam der Oberleitung
Das Kino 1956 mit Wirtschaftwunder VW Käfer und einem teuren Merceds Benz - die Schienen sind bereits zugeteert

Im Januar 2012 erhielten wir den folgenden Brief von einem alten Schiersteiner "Eingeborenen", der uns ganz viel über die damaligen Verhältnisse und die Historie schreibt und auch zwei alte Bilder mitgeschickt hat.

Steinhagen, 17.01.2012

An das
Fernsehmuseum Wiesbaden
65191 Wiesbaden Bierstadt

Ihre interessante Internetseite - speziell Kinos in Wiesbaden
Hier: ergänzende Informationen und Bilder zu dem Gasthof und Kino „Drei Kronen" in Schierstein

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Redlich;
zunächst einmal ein dickes Lob an Sie für Ihre wirklich klasse gemachte Internetseite zum Thema Film, Fernsehen und auch Wiesbaden und seinen Kinos, speziell hier seinen Vorortkinos! Besonders beindruckend finde ich das heutige Foto des ehem. Kinos Drei Kronen. Und daß sich das Haus in einem sehr guten Erhaltungszustand befindet. Warum schreibe ich Ihnen? Ich recherchiere gerade meine jüngere Familiengeschichte.

Anbei finden Sie 2 Bilder, die ich aus dem Nachlass der verstorbenen Violet Kreidel, Enkeltochter des Kinobetreibers Valentin Kreidel (später dann sein Sohn Theo Kreidel) bekommen habe. Ich selbst bin ein Enkel 1. Grades der Kreidel-Familie.

Es zeigt das markante Haus der Kreidels in Wiesbaden-Schierstein im Zustand 1940 und einmal ca. 1955-6. Auf beiden Fotos, die ich leicht vergrößert habe, können Sie gut den Zusatz „Drei Kronen Lichtspiele" erkennen. Das Bild aus der NS-Zeit hat hinten den Vermerk „01.07.1940" und ist mit dem NS-Banner und schwarzem Trauerflor geflaggt. Was das heißen könnte, ist mir noch nicht ganz klar. Ich weiß nur, daß mein Urgroßvater Valentin Kreidel im März 1940 verstarb. (Evtl. wissen Sie näheres?)

Einer seiner Söhne - Theo - übernahm dann das Kino und führte es ungefähr bis Ende der 60-er bzw. Anfang der 70-er Jahre weiter, bis sich diese Art Kino nicht mehr wirtschaftlich betreiben ließ.

Auch die Gaststätte wurde, soweit ich weiss, eingestellt. Als kleiner Junge (ich bin Jahrgang 1963) habe ich das Haus in den späten 60-er Jahren mal betreten, nach Aussagen meiner Eltern, kann mich jedoch an nichts mehr erinnern. Es gibt Bilder von meinem Bruder und mir im damals noch existierenden Garten der "Drei Kronen" beim Ostereiersuchen. Heute ist die komplette Parzelle dicht bebaut.

Violet Kreidel war meine Tante, also eine Schwester meines Vaters, die bereits 1995 starb. Luise Kreidel, neben Theo Kreidel eine weitere Tochter von Valentin Kreidel, ist meine Großmutter 1. Grades, und natürlich die Mutter meines Vaters. Meine Großmutter hat maßgeblich die Geschicke der Gaststätte „Drei Kronen" in den 30-er, 40-er, 50-er und ganz frühen 60-er Jahre mitgeprägt. Sie starb bereits 1961, viel zu früh an Krebs, und ich durfte sie leider nie kennenlernen (nur auf Fotos und aus vielen Erzählungen der Kreidel Familie).

Wieso dann der Name Lecucq, werden Sie fragen? Luise Kreidel heiratete den Franzosen Leonard Lecucq, der wohl in der französischen Besatzungszeit des Rheinlandes Bekanntschaft mit ihr bereits in Mitte der 20-er Jahre in Schierstein - wohl im Gasthof Drei Kronen - gemacht hatte. Aus Luise Kreidel wurde Luise Lecucq. Drei Kinder - darunter mein Vater und auch meine Tante Violet Lecucq - gingen aus der Beziehung hervor. Deshalb der heutige Name Lecucq. Ich überlasse Ihnen die Abdrucke zu Ihrer Information und weiteren Verwendung.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Mit freundlichen Grüßen
Roger Lecucq

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