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Resume in 2016 - diese Technik ist fast Geschichte

Eine ALU-Schweißung von 2014
eine ALU Schweißung von 1990

Von der Lichtbogentechnik ist alleine die Schweißtechnik übrig geblieben, aber auch in einer erheblich verfeinerten elektronisch gesteuerten Variante mit automatisierter Schutzgas-Umgebung - sogar beim Freihandschweißen -, und dann insbesondere für Aluminium-Schweißen. An modernen Alu-Fahrrädern und vor alem an professionellen Alu-Leitern und mobilen Alu-Gerüsten sieht man nahezu perfekte Schweißnähte, die es damals so noch nicht gab.

Bei der Lichttechnik gab es mehrere Probleme
, die nie richtig gelöst werden konnten. Das eine ist das Spritzen kleinster Metall- oder Ascheperlchen aus dem Abbrand der (mit Kupfer ummantelten) Kohlen auf den kostbaren Parabol-Spiegel. Die großen Scheinwerfer strahlten meist sehr steil in den Himmel. Da fiel der Abbrand direkt auf den Spiegel.

Auch setzte sich auf dem Spiegel ein bräunlicher Rauch oder Belag fest, der insbesondere in der Bogenlampe im Kino so schnell wie möglich entfernt werden sollte und mußte. Dieser Belag verringerte die Lichtleistung ganz erheblich und das ehemals eingermaßen weiße Bild (also im Testbetrieb ohne Film) wurde bräunlich und vor allem deutlich dunkler.
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Theorie und Praxis bei den riesigen Flak-Scheinwerfern

Beim Durchsuchen alter Foren bezüglich alten Kriegsgerätes findet man einzelne Passagen von ehemaligen Flaksoldaten, die - jeder für sich - hier und da über die Zeit von damals schrieben und das kann man dann abgleichen und zusammenbauen.

Natürlich muß der heutige Redakteur die jeweilige Sichtweise des Schreibers herausfinden, also ob derjenige seine verklärte Wahrheit von damals oder seine Erkenntnis aus dem verlorenen Kireg darlegt.

In einigen Büchern über die doch ach so tolle deutsche Flugabwehr während des zweiten Weltkriegs wird schon die bedrückende Wahrheit herausgestellt. Denn trotz der Hochleistungs-Flakscheinwerfer, der genialen Zeiss-Entfernungsmesser und der ersten deutschen Radargeräte Typ Würzburg brauchte man im Schnitt 16.000 Schuß mit der 8,8cm Flak, um einen einzigen angloamerikanischen Bomber vom Himmel zu holen.

Weiterhin kam heraus, das geringste Nebelneigung oder leichter Sprühregen oder gar Wolken die riesigen Flakscheinwefer nahezu unbrauchbar gemacht hatten.

In wenigen Publikationen liest man, daß die "Scheinwerfertruppe" nach einer Nacht fast den ganzen folgenden Tag gebraucht hatte, die Scheinwerfer der Batterie wieder auf Vorderman zu bringen, also die Parabol-Spiegel zu reinigen und die Vorschub-Mechanik zu warten.
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Theorie und Praxis im Kino

In den wunderschönen Prospekten der 35mm Projektorenhersteller, die ab 1949 bis etwa 1956 ein absolut boomendes Geschäft erlebt hatten, war alles ideal dargestellt. Der geschulte Vorführer spannt die beiden Kohlen in die Vorrichtung ein, zündet die Lampe (also den Lichtbogen) und von an läuft alles wie geschmiert.

Doch nichts lief da wie geschmiert. Selbst bei dem Luxus Projektor von 1952, der Zeiss-Ikon Ernemann 10 Maschine mit dem Magnosol Lampenhaus gab es diese blöden Gewindestangen, die auf einmal etwas schwergängig drehten und dann kam der (recht simple) Vorschubmotor einfach nicht nach. Den konnte man zwar in Grenzen regeln, doch irgendwann "konnte er wieder" und die Kohlen liefen auf einmal wieder viel zu schnell zusammen. Fetten half nur bedingt etwas, Ölen ging überhaupt nicht, die Temperaturen in diesem Lampenhaus waren viel zu hoch.

So mußte der Vorführer beim Umspulen und Filmeinlegen und beim auf die Überblendung Warten konstant das an die Wand projizierte Abbild der Flammen der beiden Projektoren im Auge behalten, obgleich doch alles so schön automatisiert war. Ich hatte noch bis 1966 an solchen Lichtbogenlampen vorgeführt und das alles hautnah mitbekommen. Erst die Xenonlampe war die Erlösung - aber wieder mit anderen (Sicherheits-) Problemen.
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