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1975 - Magnetton-Bandspieler MB 41

Der Magnetton-Bandspieler MB41 ist ein universell einsetzbares Lauf­werk zur Wiedergabe und Aufnahme von Magnetfilm 8S, 16 mm oder 17,5/35mm. Außerdem gibt es eine kombinierte Ausführung für 16 und 17,5/35mm. Durch sein elektroni­sches Steuerungssystem SYNTRONIC kann der MB41 mit praktisch allen studioüblichen Laufwerken verkoppelt werden. Die Filmgeschwindigkeit beträgt 25 B/s. Sie kann auf Wunsch auch für 24 B/s oder umschaltbar 24 und 25 B/s ausgeführt werden.

Das Gerät ist in Bausteintechnik aufgebaut. Alle Baugruppen sind in einem stabilen Aluminium-Guß­gehäuse untergebracht. Sämtliche Bedienungselemente sind auf der Frontseite angeordnet, so daß die Maschinen dicht nebeneinander aufgestellt werden können und nur sehr wenig Aufstellraum benötigen.

Die Antriebsschaltung ist so ausge­legt, daß für die Stromversorgung Einphasen-Wechselstrom ausreicht. Da für die Verkopplung des MB 41 mit beliebigen anderen Geräten Tonfrequenzleitungen ausreichen, ist die Aufstellung und Installation äußerst einfach.

Als Abtastgerät findet der Magnet­tonläufer ML1 Verwendung. Dieser ist nach dem Durchzugsprinzip auf­gebaut und gewährleistet sehr nied­rige Tonhöhenschwankungswerte. Der Filmantrieb ist nach dem seit Jahrzehnten bewährten Prinzip der festen Schleife aufgebaut. Ein Pen­delrollenfilter in Verbindung mit zwei optimal dimensionierten Schwung­massen beruhigt den Film.
Der Kopfträger ist durch Lösen von zwei Schrauben leicht auswechsel­bar. Da die Kopfträger vorjustiert sind, ist ein Austausch in wenigen Sekunden durchführbar. Die Ver­wendung von Mehrspurköpfen ist selbstverständlich möglich. Die Höhe der Auflagefläche ist für alle Kopftypen gleich und entspricht DIN 15910 Reihe B.

Die Schließplatten der Kopfabschir­mungen sind mit dem Kopfträger als Baueinheit zusammengefaßt und werden beim Einlegen des Filmes durch einen Drehknebel geöffnet, welcher gleichzeitig die Rollen des Pendelfilters in ihrer Arbeitsstellung fixiert. Die eingelegte Filmschleife hat dadurch immer die günstigste Spannung. Die mechanische Aus­führung ist äußerst präzis. Sämtliche drehenden Teile sind kugelgelagert. Die beiden Tonrollen sind aus unma­gnetischem, nicht rostendem Material hergestellt und laufen auf staubgeschützten Hochgenau-Kugellagern.

Es sind die Betriebsarten NETZ, PILOTTON, SYNCHRON und RANGIEREN vorgesehen. Bei allen Betriebsarten kann der Bandspieler synchron vorwärts und rückwärts laufen. Eine eingebaute Schnell­hochlaufeinrichtung beschleunigt beim Anlauf beide Schwungmassen des Durchzuggerätes synchron zur Zahntrommelgeschwindigkeit und gewährleistet bei allen Betriebsarten eine kurze Hochlaufzeit bei großer Schonung des Magnetfilmes. Beim Auslauf werden die Schwungmassen synchron abgebremst.

Alle Steuerfunktionen werden durch einen übersichtlichen Drucktasten­schalter, dessen Tasten auch die Rückmeldelampen enthalten, ge­wählt. Fernbedienung ist möglich.
Mit Hilfe des eingebauten Rückspul­motors kann der ausgelegte Film mit erhöhter Geschwindigkeit zu­rückgespult werden.

In der Betriebsart PILOTTON be­nötigt die Maschine ein Pilotsignal von 1,55V. Die Eingangsimpedanz beträgt 10kOhm. Der ausnutzbare Steuerbereich liegt zwischen 45 und 55Hz. Ein eingebauter Hilfsoszillator sorgt dafür, daß der Bandspieler beim Ausfall des Pilottonsignals mit voreinstellbarer Geschwindigkeit weiterläuft.

In der Betriebsart SYNCHRON kann der Bandspieler von externen Quel­len synchron gesteuert werden. Er benötigt hierzu ein Steuersignal von 3x1 Volt (Phase gegen Phase). Die Impedanz des Steuereingangs beträgt etwa 50kOhm, so daß eine praktisch beliebig große Anzahl von MB 41 für den Synchronbetrieb parallel betrieben werden kann. Der Steuerbereich erstreckt sich von 0 bis 200Hz (0 bis 100B/S) bzw. bei 16mm Solomaschinen von 0 bis 300Hz(0bis150B/s).

Für die Verkopplung des MB 41 mit Projektoren oder Filmabtastern wird in der Betriebsart SYNCHRON der Fotoelektrische Geber FG30 verwendet. Wenn die Achse des FG30 mit 1500U/Min. angetrieben wird, laufen die angeschlossenen MB41mit25B/s.

Wenn nur Bandspieler vom Typ MB41 oder Bild-Laufwerke vom Typ BA41 oder PB41 miteinander ver­koppelt werden sollen, wird der Rangiergeber RG30 benutzt. Dieser erzeugt das dreiphasige Steuer­signal auf elektronischem Wege. Mit dem RG30 können die ange­schlossenen Bandspieler im Bereich von 0 bis 200 Hz (0 bis 100 B/s) bzw. 0 bis 300 Hz (0 bis 105 B/s) synchron miteinander betrieben werden.
ZurSchlepp-Verkopplung mit Video-Aufzeichnungsgeräten (MAZ) dient das Koppelgerät VK 30*. Mit der automatischen Positionssteuerung AP 41* ist die Verkopplung über Zeitcoder sowie automatischer Schleifenbetrieb möglich.

In der Betriebsart RANGIEREN kann der Bandspieler aus dem einge­bauten Steueroszillator mit einer zwischen 0 und 100B/S bzw. 0 und 150B/s stufenlos einstellbaren Ge­schwindigkeit vorwärts und rück­wärts betrieben werden. In dieser Betriebsart werden die Schwung­massen abgekuppelt, so daß die Belastung des Filmes gering bleibt.

Oberhalb des Tongerätes ist der Leiterplattenträger für die Tonver­stärker untergebracht. Im allge­meinen ist dieser für zweikanalige Wiedergabe und Aufnahme vorbe­reitet. Links vom Leiterplattenträger kann auf Wunsch eine Pegeleinrich­tung eingebaut werden. Das An­zeigeinstrument der Pegeleinrichtung dient bei der Betriebsart PILOTTON zur Überwachung der Pilotspannung.

Die Maschine benötigt vier Steck­verbindungen für den Anschluß aller Leitungen. Diese befinden sich an der Rückseite des Bandspielerfußes. An einer 30pöligen Buchsenleiste (T 2071) liegen alle Anschlüsse für die Fernbedienung sowie der Eingang für die Betriebsart SYNCHRON. Die Ein-und Ausgänge der Verstärker liegen an einer 16poligen Buchsenleiste (T 2021). Für den Pilottoneingang ist eine 3polige Flanschdose (T 3081) vorgesehen, und der Netzanschluß erfolgt über eine Kaltgerätef lanschdose(T2262).

Ein beleuchteter Meterzähler, der vorwärts und rückwärts zählt, gestat­tet eine genaue Kontrolle des Film­durchlaufs. Durch einfachen Tasten­druck kann der Zähler in die Null­stellung zurückgestellt werden.

Eine elektronische Verstelleinrich­tung ermöglicht es, in den Betriebs­arten NETZ, PILOTTON und SYN­CHRON den Synchronpunkt des Filmes bei laufender Maschine um 1 B/s in beiden Richtungen zu ver­schieben. Diese Funktion ist eben­falls fernbedienbar. Darüber hinaus läßt sich im Stillstand die Zahn­trommel vom Antrieb abkuppeln, so daß der Film genau auf Startmarke eingestellt werden kann. Dies wird außerdem dadurch erleichtert, daß bei geöffneter Abschirmung der Kopfträger automatisch beleuchtet wird.

Eine eingebaute Relaisschaltung mit elektrischer Verriegelung dient zur Einschaltung des Aufnahmeverstär­kers. Die Zuschaltung der Aufnahme erfolgt knackfrei (Insert-Recording).

Da alle Baugruppen des SYNTRONIC-Steuerungssystems als Steckkarten in gedruckter Schaltungstechnik ausgeführt sind und ausschließlich Silizium-Halbleiter und kommerzielle Bauelemente verwendet werden, ist eine äußerst hohe Betriebssicher­heit gewährleistet. Der MB 41 ist aus übersichtlichen, leicht demontier­baren Baugruppen zusammenge­setzt und läßt sich äußerst einfach überprüfen und warten.
Für die Anwendung in Mischstudios kann bei Wiedergabe-Bandspielern ein Vorabtastkopf mit zugehörigem Schaltverstärker TV21* eingebaut werden.

Auf Wunsch kann der MB 41 zusätz­lich mit einer Lichtton-Abtastung ausgerüstet werden. Die Abtastein­heit ist in Form eines Kopfträgers ausgebaut. Als Verstärker findet der TO 20* Verwendung. Besonders beim Betrieb des MB 41 mit Filmabtastern ist der Abhör­zusatz AZ41 nützlich. Er wird an der rechten Seite des Bandspielers montiert und gestattet das Abhören der Eingangs- und Ausgangsleitun­gen.

(1975) Magnetkopfträger

Entsprechend der verwendeten Filmsorte und Tonspurlage läßt sich das Filmlaufwerk mit Magnetkopfträgern der verschiedensten Art bestücken, die sich durch Art und Anzahl der eingebauten Magnetköpfe unterscheiden und leicht auswechselbar sind.

Der Magnetkopfträger eines MAGNETOCORD-Sologerätes enthält stets einen Lösch-, einen Sprech- und einen Hörkopf. Der Magnetkopfträger eines MAGNETOCORD-Band-spielers enthält, seinem Verwendungszweck entsprechend, nur einen Hörkopf.

Zweikanal-Dreikopfträger für die Tonspurlagen 1.5, 2.2 und 3.2 sind in zwei Ausfüh­rungen lieferbar; die eine ist für das Aufzeichnen und Abtasten je einer Tonmodula­tion in der Mitten- und in der Randspur bestimmt, die andere wird verwendet für das Aufzeichnen und Abtasten einer Tonmodulation in der Mittenspur und eines Signals (z. B. als Synchronmarke) in der Randspur (Bild 8).

Bei letzterer wird ein Ubersprechabstand von mehr als 70 dB erreicht.
Die Magnetkopfträger sind soweit als möglich mit Umschlingungsrollen ausgerüstet, d. h. mit Rollen, die den Film in unmittelbarer Nähe des Magnetspaltes so führen, daß er den mit einem kleinen Kerndurchmesser ausgeführten Magnetkopf eng umschlingt. Auf diese Weise wird eine gute Pegelkonstanz bei geringem Andruck und damit eine lange Lebensdauer der Magnetköpfe erreicht.

Die Grundplatte der Magnetköpfe enthält Bohrungen, die von Fühlstiften der Lauf­werksplatte abgetastet werden. Beim Aufsetzen des Magnetkopfträgers werden da­mit selbsttätig die richtigen Verstärkerzüge eingeschaltet.

Weitere Einzelheiten über Magnetkopfträger und Magnetköpfe können einer speziel­len Druckschrift entnommen werden.

Bild 6   Dreikopfträger für 16-mm-Mittenspur
Bild 7    Dreikopfträger für 16-mm-„normale" Randspur
Bild 8    Dreikopfträger für 16-mm-Rand- und Mittenspur Typ „Modulation und Signal"
Bild 9    Einkopfträger „16" für MAGNETOCORD-Bandspieler
Bild 10   Dreikopfträger „17,5/35" für Normalfilm-Randspur anstelle der Lichttonspur


Zur besseren Kennzeichnung sind den Magnetköpfen folgende Farben zugeordnet: Löschkopf rot, Sprechkopf blau, Hörkopf grün.
Einige charakteristische Kopfträgertypen zeigen die Bilder 6 bis 10.

(1975) Anwendungen

MAGNETOCORD-Geräte werden in-den seltensten Fällen allein verwendet, sondern fast immer in synchroner Zusammenarbeit mit anderen Geräten. Die einfachste Art des synchronen Antriebs zweier Laufwerke ist die mechanische Kupplung, wie sie bei MAGNETOCORD-Duplexgeräten angewendet wird.

MAGNETOCORD-Duplexgeräte
sind bei der Filmbearbeitung äußerst vielseitig verwendbar. Sie eignen sich vor allem für Tonumspielungen von der Rand- auf die Mittenspur und umgekehrt. In der Regel sind beide Geräte für Aufnahme und Wiedergabe bestückt, wodurch jedes Umpegeln vermieden wird. So benutzt man z. B. bei Umspielungen von Rand- auf Mittenspur das linke Gerät als „Bandspieler" und nimmt auf dem rechten Gerät die Mittenspur neu auf, während bei der Herstellung von Randspuraufzeichnungen die rechte Maschine als „Bandspieler" läuft und links neu aufgezeichnet wird. Mit einer Ergänzungseinrichtung ist auf dem MAGNETOCORD-Duplexgerät auch das Umspielen von Lichtton auf Magnetton möglich. Bei Tonmischungen kann das Gerät als Doppel­bandspieler benutzt werden und bei entsprechender Bestückung der Hauptgeräte führt ein Duplexgerät alle Funktionen des Sologerätes Typ „Zweikanal-Pilot" aus.
Zur bequemen Pegelregelung und schnellen Wahl der verschiedenen möglichen Um­spielwege empfehlen wir ein spezielles Schalt- und Regelpult, das in der Druckschrift „Ton-Umspiel- und Mischanlagen", Best.-Nr. 1-7502-218, näher beschrieben ist.


Bild 20   MAGNETOCORD-Duplexgerät 16 M/R Typ „Zweikanal-Pilot", bestehend aus zwei mechanisch gekuppelten MAGNETOCORD-Geräten (Haupt- und Nebengerät), geeignet zur Tonüberspielung von Magnettonfilm mit Mittenspur auf die Randspur eines Bildfilms und umgekehrt, oder als Doppelbandspieler und Doppelaufnahmegerät zum Herstellen von Kopien, für netz-, pilotton-synchronen und ROTOSYN-Betrieb.

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