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Edy Dengel und seine frühen Filme ab 1918

Sie sind hier auf den Seiten eines ganz frühen Filmpioniers, der bereits 1918 mit 17 Jahren einen ersten 35mm Kinokrimi produziert hatte. Es war in dem kleinen Städtchen Biebrich am Rhein - südlich von Wiesbaden.
Diese Aufarbeitung des deutschlandweit einmaligen Engagements eines 17jährigen ist mit einer Menge originaler Unterlagen aufgearbeitet und hier nach Jahreszahlen aufzufinden.

Am besten beginnen Sie auf der einführenden Seite hier.

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Industrie- und Handelskammer Wiesbaden - 1/89 - JANUAR
Redaktionelle Pressinfornation
Neubau des Dengel-Filmzentrums

In Wiesbaden-Amöneburg entsteht zur Zeit ein neues Filmzentrum durch die Fred Dengel Produktion. Auf 5.000 m2 werden neue Produktions- und Lagerstätten gebaut. Der erste Bauabschnitt wird im Januar 1989 bezugsfertig und besteht aus großen Lagerhallen für Film-, Video-, Ton-, Beleuchtungs- und Bühnentechnik, sowie 1.000 m2 Bürofläche. Gleichzeitig werden Schnittplätze für Video und Ton erstellt. Im Anbau werden bis zum gleichen Zeitpunkt Fahrzeughallen für die 25 Produktionsfahrzeuge erstellt. Im 2. Stockwerk befinden sich außerdem Büroflächen, die speziell für die Vermietung gedacht sind. Das Parterre wird als Ausstellungsstudio für Filmtechnik im Verkauf ausgebaut. Im zweiten Bauabschnitt werden 1989 Filmaufnahmestudios gebaut.

Die Fred Dengel Produktion hat eine lange Filmtradition. Bereits 1916 produzierte der Filmpionier Edwin Georg (Edy) Dengel Spielfilme nach bekannter amerikanischer Manier wie das „Schloß des Schreckens", „Der Mann mit der Narbe" etc. in Wiesbaden (Falsch : das war damals in Biebrich !). 1953 gründete dann der Sohn Fred Dengel sen. die unter seinem Namen laufende Produktionsfirma. In den sechziger Jahren begann er, durch die Expansion der Fernsehanstalten, seine Firma zu spezialisieren und schuf eigenständige Abteilungen für Beleuchtungstechnik, Bühnenbau und Tontechnik.

Rückblick

1980 trat sein ältester Sohn Fred jun. in die Firma ein und gründete eine Verkaufsabteilung für Filmtechnik. Heute beschäftigt die Produktionsfirma über 30 festangestellte Techniker und arbeitet für alle Fernsehanstalten und viele Produktionsfirmen. Im Verleih stehen jetzt über 1.200 der modernsten Scheinwerfer (leider nein, es waren nicht die modernsten Modele) zur Verfügung.

Die Bühnentechnik wurde in den letzten Jahren stark erweitert. Heute steht einer von 4 Tulip-Kamera-Kränen in Wiesbaden, unter anderen selbstverständlich diverse Dollies, sowie mehrere 100 m2 Bühnenpodeste.

  • Anmerkung : Es fällt auf, daß vielleicht 1% der Leser dieser IHK Zeitschrift wissen könnten (!), was ein Tulip-Kran ist oder was ein Dolly ist. Also Informationen ohne jeden Informationsgehalt für die falsche Zielgruppe.


In der Tontechnik kümmern sich exzellente Techniker um gute Beschallung und perfekten Filmton. In der Videoabteilung wird zur Zeit noch stark expandiert. Auch der Nachwuchs hat bei Dengel eine Chance. Da es zu wenig qualifiziertes Personal gibt, werden junge Leute mit einer technischen Ausbildung im Haus geschult. 1989 werden zwei Oberbeleuchter die Meisterschule für Beleuchtungs- und Bühnentechnik besuchen. In der Verwaltung werden z. Zt. drei Lehrlinge ausgebildet. Durch die Expansion werden zusätzliche neue Arbeitsplätze geschaffen.
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  • Anmerkung : Eine typische Presseninformation an der falschen Stelle.

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WIESBADENER KURIER SAMSTAG/SONNTAG, 14715. JANUAR 1989
Studios in Amöneburg

Die Geschichte der Filmstadt Wiesbaden ist mit dem Namen Dengel eng verbunden.

  • Anmerkung : Das ist nicht richtig. Das wurde im Nachhinein genauso konstruiert, wie man dem Walter Bruch angedichtet hatte, er hätte das Fernsehen erfunden oder zumindest das Farbfernsehen oder zumindest die Farbe an sich. Redakteure schreiben viel Mist und sie schreiben viel woanders ab, ohne sich zu vergewissern, was sie da für einen Mist abschreiben.

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1918 ging es los

Der Biebricher Edy (Edwin Georg) Dengel richtete Anfang des Jahrhunderts an der Weihergasse das erste Filmatelier ein, um zunächst abenteuerliche Streifen zu drehen. Die rekonstruierte Fassung von „Schloß des Schreckens" stieß bei den Wiesbadener Filmnächten in den Reisinger-Anlagen auf große Resonanz. Nun wird die Filmproduktion Dengel bereits in der dritten Generation geführt und errichtet an der Wiesbadener Landstraße 16 in Amöneburg ein neues Filmzentrum, das weit über Wiesbaden hinaus Beachtung findet.

Das neue Gebäude

Die Fred-Dengel-Produktion, die nach dem Krieg an der Henkellstraße in Biebrich ansässig geworden war, hat in nur drei Monaten auf rund 5.000 Quadratmetern einen riesigen Komplex entstehen lassen. In großen Dimensionen wurden neue Produktions- und Lagerstätten für das stark expandierende Filmunternehmen gebaut. Sie werden künftig den eigenen Teams zur Herstellung von aktuellen Filmen für das Fernsehen und von Streifen für die Werbung dienen.

Das zweite Bein der Fred-Dengel-Produktion besteht aus dem Verleih von Filmtechnik. In Sachen Beleuchtung ist das Biebricher Unternehmen bundesweit das größte. Im Verleih stehen über 1.600 der modernsten Scheinwerfer (Anmerkung : leider nein, es waren nicht die modernsten Scheinwerfer). Zur Verfügung gestellt werden ferner große Kamera-Kräne, diverse Dollies und mehrere Bühnenpodeste mit einer Ausdehnung von 100 Quadratmetern.

In der Tontechnik kümmern sich exzellente Techniker um gute Beschallung und
perfekten Filmton. Eine starke Expansion findet in der Video-Abteilung statt, die bereits zwei U-Matic Schnittplätze aufweist. Jetzt schon kündigt die Fred-Dengel-Produktion für ihr neues Filmzentrum einige Überraschungen an. Ohnehin erwartet man, daß sich in Amöneburg weitere Firmen aus der Branche ansiedeln werden.

Der Neubau nimmt die Lager für Film-, Video-, Ton-, Beleuchtungs- und Bühnentechnik auf. Gleichzeitig entstehen Schnittplätze für Video und Ton. Im Anbau können die 25 Produktions-Fahrzeuge untergebracht werden. Das Parterre des Zentrums wird als Ausstellungs-Studio für Filmtechnik ausgebaut. Im zweiten Bauabschnitt kommen 1989 Studios für Filmaufnahmen dazu.

Rückblick :

Die lange Tradition der Firma Dengel hatte 1916 begonnen, als der Filmpionier Edy Spielfilme nach bekannter amerikanischer Manier drehte. Er war Produzent, Drehbuch-Autor, Aufnahmeleiter, Darsteller, Stuntman, Kamera-Assistent und Bühnenbildner in einem. Mit der Figur des Detektivs Fred Repp kam der James Bond der Stummfilmzeit auf die Leinwand. Und die Gibber Bachgasse verwandelte sich in die Bowery-Street von New York.

Außer Reißern entstanden auch Lustspiele sowie Dokumentär- und Kulturfilme. Als der Tonfilm aufkam, wurde zu Kurz- und Werbefilmen gewechselt, zu Aufnahmen für Wochenschauen und schließlich zu Beiträgen für das Fernsehen. Zu den über 100 gedrehten Dokumentarfilmen gehörten die vom ersten Raketenauto auf dem Nürburgring und Pferderennen in Erbenheim.

Auch Bilder aus dem Strandbad gegenüber Schierstein und vom Autorennen am Neroberg waren zu sehen sowie „Der Rhein in Eisfesseln". Im Archiv der Fred-Dengel-Produktion befinden sich eine Unzahl solcher Filme, die teils kopiert und mit Untertiteln versehen werden. Auch das Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden und das Koblenzer Bundesarchiv interessieren sich für manche Produktionen.

Ab 1953 führte Edy Dengel die Familientradition fort, indem er seine eigene Produktionsfirma gründete. In den 1960er Jahren erfolgte durch die Expansion des Fernsehens eine Spezialisierung und entstanden Abteilungen für Beleuchtungstechnik, Bühnenbau und Tontechnik.

Im Jahr 1980 war sein ältester Sohn Fred in die Firma eingetreten und hatte eine Verkaufsabteilung für Filmtechnik begründet. Inzwischen werden über 30 Techniker beschäftigt, die für alle Fernseh-Anstalten und viele Produktionsfirmen arbeiten. Der fachliche Nachwuchs wird selbst ausgebildet. Mit dem neuen Filmzentrum in Amöneburg entstehen weitere Arbeitsplätze und erhält Wiesbaden als traditionsreiche Filmstadt eine neue Perspektive.

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