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Dem Niedergang der Kinos nachforschen . . .

Der eiserne Gustav - Einer der wenigen Kultfilme, die heute noch gezeigt werden.

März 2016 - Es ist jetzt sehr lange her, daß nach einem unglaublichen Boom das lange und heftige Kinosterben seinen Tiefpunkt erreicht hatte - und erst der moderne Kinofilm, also der Erlebnis-Film - hat den noch verbliebenen Kinos wieder eine Chance gegeben. Der Umschwung von dem unaufhaltsamen und stetigen Rückgang der Besucherzahlen - um 1975 herum - bis zur erträglichen Stabilisierung der Filmwirtschaft insgesamt beinhaltet ein fast 20 Jahre dauerndes "Loch des Grausens" für alle verbliebenen Kinobetreiber.

Doch es muß einige Gründe geben, warum ein so erfolgreiches Geschäftsmodell, ja ein Erfolgsmodell - beinahe ein Trend - relativ schnell in ungeahnte Höhenflüge aufstieg und dann fast noch steiler abstürzte.

Einer von mehreren Gründen für den Absturz in Deutschland sind die deutschen Filme ab etwa 1952 als solche. Schaun Sie mal in die Geschichte "Hollywood am Kochbrunnen" rein und schmökern Sie durch die Filmtitel, die alle mal in Wiesbaden gedreht wurden, oder gedreht werden sollten oder auch abgesagt wurden.

Bis auf wenige Ausnahmen waren es triviale - teilweise sogar richtig doofe und blöde - Liebesschnulzen - mühsam für ein Drehbuch konstruierte Geschichten - die sich heute kein Zuschauer mehr antun würde.

Rechts der ewig lächelnde Heinz Rühmann, der jedenfalls in seinen Filmen immer so gütig verschmitzt gelächelt hatte. Von zwei heftigen Konkursen arg gebeutelt, war er im täglichen Leben gar nicht mehr so (film-) lieb, eher schon verhärmt und unleidlich geworden.
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Durch Zufall einen Stapel Film-Heftchen (vom Land) geerbt.

Schaun Sie mal auf die Titel und die Geschichten und die Gesichter, wie das Anfang der 1950er Jahre beworben wurde. Übrigens: Das kleine Städtchen "Nastätten" liegt mitten im Taunus zwischen Wiesbaden am Rhein und Bad Ems an der Lahn und hatte damals zur Glanzzeit im Umkreis von wenigen Kilometern bestimmt 5 oder 8 Kinos, es waren Kleinstadt-Kinos.

Und diese Kinos bekamen von den Verleihern nach einer Premiere natürlich nicht die Renner aus den Städten, sondern die "abgedüdelten" Gurken angedient. Die zugkäftigen Renner wurden diesen kleineren Kinos mit mehreren Wochen oder gar Monaten Verspätung als sogenannte Zweitverwertung angedient. Und damit war dann wirklich kein Geschäft mehr zu machen.
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Man sieht die alten Kämpfer Teo Lingen und Heinz Erhard mit jungen Mädels, das paßte doch sowieso schon nicht.
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In dem Stapel von 20 Film-Programm Heftchen sind natürlich nur ein paar Beispiele aufgehoben worden, leidlich zerfleddert und vermutlich immer wieder gelesen, weil damals sonst - vor allem auf dem Land - keine alternative Beschäftigung verfügbar war.

Die ersten Diskotheken wurden 1969 bis 1972 in den großen Städten eröffnet, gegen den energischen Widerstand der gesamten jeweiligen örtlichen Administration, der Kirche und auch der Politik. Diese damaligen "Herren" - Damen war fast nie darunter - machten sich überhaupt keine Gedanken, daß sie mit diesen trivial-blöden Filmen keine Alternative zu den Wünschen und Bedürfnissen der jungen Nachkriegs-Generation - Männlein wie Weiblein - angeboten hatten.
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Und zum Abgewöhen noch 4 weitere Titel, die den deutschen Besuchern vorgesetzt wurden.
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Nachtrag :

Sicher ist die obige Kritik recht krass, weil ein paar Gegebenheiten aus den Anfängen der 1950er Jahre ausgeblendet worden sind. Bei der Beschreibung der Wiesbadener Vorstadt- oder Vorort-Kinos hatte ich es angeführt :

In fast jedem kleineren Kino gab es ganz hinten die wohlbekannten "Knutsch"-Sofas. Das waren zumeist 4 oder 5 gut gepolsterte Zweisitzer ganz ganz hinten für 1,50 DM pro Person, auf denen man unbeobachtet - es dreht sich ja keiner während des Films rum - alles das "machen" konnte, das weder Zuhause noch sonstwo erlaubt war und ich rede da nur vom heutzutage lachhaften Anfassen und Küssen, nichts weiter. Und schon gar nichts "Folgenschweres" war dort möglich, das hätte man ja in allen Reihen gehört.

Die oben genannten Filmtitel - und waren sie noch so blöde - waren für diese jungen Besucher völlig uninteressant, jedenfalls solange, bis die sogenannte "Öffentlichkeit" etwas toleranter geworden war. Und das hatte einige Jahrzehnte gedauert.
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