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Einer der ersten Schwenk- und Neigeköpfe von Max Killi

Der Stativkopf auf dem Stativ
die Kugelwanne zum Nivellieren
die massive Feststellschraube

Für alle Kameramänner (und natürlich auch die Kamerafrauen - wie konnte ich das nur vergessen - Leni Riefenstahl lässt grüßen) war das der Knackpunkt eines Film-Kamera-Stativs überhaupt. Wie das mit der Keilplatte unter der Kamera und den hier zu sehenden keilförmigen Aufnahme- Schienen funktioniert, steht auf anderen Seiten.
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Bleiben wir vorerst beim "Schwenken"

Die Kamera oben drauf sollte und mußte in allen Achsen absolut butterweich und ruckfrei geschwenkt und geneigt werden "können".

Das untere silberne halbrunde Teil ist am Stativ möglichst senkrecht verschraubt, das grau lackierte Teil oben drüber soll sich leicht und spiel- und ruckelfrei um 360 Grad drehen (können).
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Das Schwenken bedingt 2 Kugellager

Das Gewicht der Kamera drückt von oben auf das Stativ, der Fachmann spricht von einer axialen Kraft bzw. axialem Druck. Diese axiale Kraft fängt das große Kugellager auf.

Möchte ich aber das Schwenken mehr oder weniger bremsen oder gar ganz blockieren, presse ich die Backenbremse gegen die Bremstrommel und damit erzeuge ich eine radiale Kraft bzw. einen radialen Druck auf die Dreh-Achse.

Diese radiale Kraft kann das große Kugellager nicht auffangen. Darum ist in der Mitte der Bremstrommel (unsichtbar) ein weiteres Kugel- oder Rollen-Lager eingebaut. Die Hauptlast trägt aber das große Kugellager
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Eine ganz frühe Zoom Optik
das Hauptkugellager
neu gefettet in 2017
in voller Größe mit Bremstrommel
die Bremsbacke gegen Drehen

Und in dieses Teil schaun wir mal rein.

Eine Film- oder Fernsehkamera unserer "Fernseh-Frühzeit", also ab 1950, wog schon so um die 60 Kilo oder noch mehr, wenn "etwas" Zubehör wie zum Beispiel ein ebenso ganz frühes langes schweres Taylor-Hobson Zoom-Objektiv vorne davor angebracht war. Dann kamen an die 100 Kilo zusammen. Und die sollten nun butterweich gedreht werden können und natürlich mit möglichst wenig Kraftaufwand.

Und deshalb haben sie bei Max Killi dieses gewaltige Kugellager in die bauchige Wanne hinein konstruiert und den beweglichen Teil (ebenfalls aus Aluminium) oben drauf gesetzt und natürlich gegen Abheben arretiert. Die Kugeln rollen oben und unten in massiven Stahlrillen und werden in dem braunen Metall-Kunststoffring auf Abstand gehalten.

In der Mitte im Kugelager sieht man die blanke Bremstrommel, mit der die Drehkraft bzw. die Drehgeschwindigkeit eingestellt werden kann, - bis zum unbeweglichen Stillstand - wenn man die Bremsbacke im unteren Bild fester andrückt. Dafür gibt es eine Stellschraube mit einem großen Griff, da diese Funktion öfter gebraucht wird. Später hatte man das bei neueren Max Killi Modellen anders gelöst.

Sind diese Kugeln gereinigt und neu gefettet, dreht sich der gesamte Stativkopf wieder wie Butter.
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Neigebegrenzung und Rückholfeder
diese Schraube muß gelöst werden

Die Neigevorrichtung ist nicht so genial

Dieser Max Killi Kopf kam lange vor den Vinten-Neigeköpfen auf den Markt, vermutlich so um 1948. Das Neigen von sehr schweren Kameras konnte demnach zur ungewollten Katastrophe führen, wenn man die Kamera zu weit nach vorn geneigt hatte und die ganze Kamera samt Optik Übergewicht bekam und der Kameraman dieses Gewicht nicht mehr halten konnte. Der Schwerpunkt war fest vorgegeben und nur eine spezielle Feder - in beiden Richtungen - zeigte dem Kameramann an, daß man da lieber nicht weiter neigen sollte.
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Der alte Bill Vinten hatte das dann absolut genial verbessert, indem er je nach Neigung den Schwerpunkt der aufgesetzten Kamera samt Objektiv fließend in die entgegengesetzte Richtung verlagerte. Das war wirklich genial und es funktionierte bis zu 150 Kilo Kameras. Damit waren die Max Killi und die Arri Stative out.
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