Die geistige Planung des Spielfilms
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Der Autor
Die Jahresplanung einer Spielfilmproduktion erfolgt unter der Verantwortung des Produktionschefs und seiner Herstellungsgruppenleiter und Produktionsleiter. Ihnen fällt die Durchführung und Verantwortung des Filmwerkes zu.
Der Stoff eines Films liegt als Originalidee oder in Form der Literatur, eines Theaterstückes oder Hörspiels vor. Eine Tabelle zeigt, daß 50% und mehr der Filmstoffe aus der Literatur entnommen werden.
In verschiedenen Entwicklungsstufen werden der Stoff und die Handlung zum Plan für die künstlerische Gestaltung durchgearbeitet. Der erste Handlungsaufriß (Expose) bietet eine kurze Inhaltsangabe. Es folgen ein erweiterter Handlungsaufriß (Treatment) und schließlich verschiedene Entwürfe des Drehbuches mit der Festlegung des Szenenablaufes, der Dialoge und der Kameraeinstellungen. Außerdem wird eine reine Dialogliste angelegt, welche später mit dem Film der Filmprüfstelle eingereicht werden muß.
An Hand verschiedener Drehbücher vor und nach der Fertigstellung des Films erkennt man deutlich die Wichtigkeit dieser Vorarbeiten für eine künstlerisch und organisatorisch einwandfreie Durchführung der Filmaufnahmen; ebenso wird aber auch klar, daß das Drehbuch wenig mit den Gesetzen des dichterischen Schrifttums gemein hat. Das Handwerkszeug der Praxis in wertvollen Originalstücken läßt den Besucher diesen Entwicklungsgang studieren.
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Der Komponist
Die Filmmusik soll möglichst zusammen mit dem Filmstoff entwickelt werden. Sie muß einen organischen Bestandteil des Filmwerkes bilden. Je nach den künstlerischen Anforderungen der Filmschöpfung hat sie den Charakter der Oper oder Operette oder des Singspiels. Beispiele von der ersten musikalischen Skizze bis zur Ausfertigung der Instrumentenstimmen zeigen diesen Arbeitsgang. In seinen Mittelpunkt wird oft der Schlager gerückt.
Die Aufnahme der Musik erfolgt entweder gleichzeitig mit der Bildaufnahme oder nach Fertigstellung des Filmstreifens durch ein Nachsynchronisationsverfahren oder in Form des Rückspielverfahrens (Playback), bei welchem die Musik vor der Bildaufnahme aufgenommen und während der Bildaufnahme durch Lautsprecher übertragen wird. Entsprechend den künstlerischen und wirtschaftlichen Anforderungen können diese Verfahren bei dem gleichen Film nebeneinander eingesetzt werden.
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- Anmerkung : Man beachte, bereits 1941 war der englische Begriff des "Playback" in der deutschen Sprache geläufig - obwohl der Reichspropagandaminister größten Wert auf eine vollkommene Eindeutschung aller ausländische Begriffe gelegt hatte.
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Der Spielleiter
Der Spielleiter (Regisseur) gibt in enger Zusammenarbeit mit dem Produktionsleiter und aus der genauen Kenntnis des Filmstoffes dem Filmwerk seine endgültige Gestaltung.
Anmerkung : Bereits in 1934 verlangte Göbbels, daß aus dem "Regisseur" der eingedeutschte "Spielleiter " gemacht wurde.
Als Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Filmschaffenden trägt er mit dem Produktionsleiter die Verantwortung für die künstlerische Vollendung der Filmschöpfung. Seine Arbeitsleistung beruht also nicht nur in der optischen und akustischen Verkörperung des Stoffes, sondern auch in der Ausprägung der künstlerisch-dramatischen Formung sowie in der technisch-handwerklichen Durchführung.
Hierfür dient ihm neben dem Drehbuch ein genauer Dispositionsplan. Er wird nach einer reiflich durchdachten Vorkalkulation aufgestellt. An Hand der praktischen Beispiele läßt sich so ein Bild von dem Arbeitsablauf bei der Aufnahme gewinnen.
Künstlerische Gestaltung des Spielfilms
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Die einzelnen Filmschaffenden bearbeiten ihre Aufgaben auf Grund des Drehbuches.
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Das Kostüm
Zur Herstellung der Kostüme werden Kostümentwürfe gezeichnet. Sie haben nicht nur das Milieu und die Zeit zu berücksichtigen, in welcher der Filmstoff spielt, sondern darüber hinaus sich dem Träger und der Trägerin des Kostüms und ihrer Bedeutung im Ablauf der Spielhandlung anzupassen. Einige typische Original-Kostümbilder (ausgeführt von Professor Max Tilke) nach Vorlagen aus der Lipper-heidischen Kostümbibliothek von 1670-1870 geben einen Eindruck von der Bedeutung der Kostümkunde für die Filmherstellung.
Bei der Auswahl der Bekleidungen müssen die Farbwirkungen auf die Tonwerte der Schwarz-Weiß-Photographie berücksichtigt werden. Eine Zusammenstellung von Originalentwürfen und den zugehörigen Bildern aus dem fertigen Film geben entsprechende Beispiele. Ein umfangreicher Kostümfundus, verbunden mit einer Kostümberatung, ermöglichen die schnelle und gewissenhafte Durchführung dieser Aufgaben.
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Die Maske
Aufs engste mit dem Kostüm verbunden ist die Arbeit des Maskenbildners. Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehört das Schminken und die Herstellung von Perücken und Haarersatzteilen. Das Bearbeiten der Haare und ihr Verknüpfen mit der Montur wird an einigen praktischen Beispielen im Original gezeigt. Außerdem kann man an einer photographischen Montage die einzelnen Entwicklungsstadien bei der Herstellung einer historischen Maske studieren. Die enge Verbindung zwischen Schminke und Beleuchtung gibt Veranlassung, diesen wichtigen Teil der Darstellerkunst an anderer Stelle zu behandeln (s. S. 33).
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Der Bau
Die erste Bildformung erfährt der Film durch den Filmbildner (Filmarchitekt). Er schafft den Raum für das Bild, das Spiel und die Bewegung des Films. Dabei ist zu beachten, daß dieser Spielraum nicht nur eine Bewegung umschließt, sondern selbst später als Ganzes und in seinen Teilen bewegt erscheint.
Der Filmbildner muß aufs engste mit dem Kameramann zusammenarbeiten. Er entwirft die Innen- und Außenräume in Dekorationsskizzen und führt danach Bauzeichnungen oder Baumodelle aus. Eine ganze Reihe von praktischen Beispielen verdeutlicht diese grundlegende künstlerische Leistung des Filmbildners.
Da er für die Kamera baut, sind seine Werke in der Ausführung der Perspektive, der Farbgebung, der notwendigerweise übertriebenen Modellierung der Stuckarbeiten, in den Austausch- und Wandlungsmöglichkeiten der Dekoration den photographischen Bedingungen der Einstellungen angepaßt.
Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist, soweit es die künstlerischen Erfordernisse erlauben, mit der Verwendung des Materials und der Einteilung des Atelierraumes möglichst billig zu verfahren. Besonders eindrucksvoll sind in diesem Zusammenhang Modelle von einem Filmbau, welcher nicht in normaler Weise, sondern in Form des Reliefs durchgebildet ist.
Alle Bauten werden nur so weit sorgfältig ausgeführt, wie sie „ins Bild" kommen. Trotzdem müssen sie den Charakter des Gesamtbaues vermitteln. Auch hierfür findet man überzeugende Beispiele. Eine Bildmontage zeigt die praktische Entstehung eines Filmbaues mit normierten Baumaterialien, Praktikabein und Holzblenden bis zur fertigen Verputzung. Eine Reihe von Bildmappen vermittelt eine lebendige Anschauung von der Fülle und Verschiedenartigkeit der Aufgaben, welche einem Filmbildner gestellt werden.
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Der Hintergrund
Zur Arbeit des Filmbildners gehört auch die Herstellung des Hintergrundes. Während er sonst in Form eines gemalten Prospektes den Filmbau abschließt, benutzt man seit einigen Jahren vorwiegend photographische Vergrößerungen. Sie ermöglichen es, photographische Originalaufnahmen von Landschaften, Straßen, Gebäuden usw. in den Film einzufügen und hierdurch seiner Aufgabe gerecht zu werden, ein realistisches Abbild der Wirklichkeit zu schaffen.
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Modelle mit photographischen Hintergründen und Ausschnitte ans Aufnahmen des zugehörigen Films erklären dieses künstlerisch wie wirtschaftlich gleichermaßen wichtige Verfahren. Mit derselben Sorgfalt müssen die Spielräume ausgestaltet werden.
Lassen sich hierfür keine Originalrequisiten finden, werden diese nach kunsthistorischen Vorbildern in eigenen Werkstätten nachgearbeitet. Zahlreiche Beispiele geben einen Beweis von der Leistungsfähigkeit dieser qualifizierten Handwerksarbeit, und nirgends erkennt man klarer als an dieser Tätigkeit, daß eine Aufnahme um so besser werden muß, je mehr jede Einstellung vorher genauestens durchdacht, geplant und so vorbereitet ist, daß die Aufnahme selbst unbelastet von Experimenten bleibt.
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Das Atelier
Ein naturgetreues Modell eines Ateliers zeigt den praktischen Einsatz der Vorarbeiten bei der Aufnahme. Der Filmbau und die Atelierwand sind an einer Seite geöffnet, so daß man die Dekorationsbauten, die Brückenbauten für die Scheinwerfer, die Einrichtung der Beleuchtung, die Einstellung der Kameras (zweier stehender und einer fahrenden Kamera), die Anbringung der Mikrophone, die Verbindung der Tonbox zu den Mikrophonen und der Bildkamera, die akustische Abdeckung der Räume, die Anlage der elektrischen Kabel usw. deutlich erkennen kann.
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Auch die Einteilung des Atelierraumes zur Unterbringung mehrerer Dekorationen ist in diesem Modell ebenso veranschaulicht wie die bautechnischen Einrichtungen eines Ateliers. Eine Bildertafel bietet gleichzeitig einen Überblick zur Entwicklungsgeschichte des Filmateliers von der „Schwarzen Marie" Edisons 1893 bis zum „modernen Glashaus" der Stummfirmzeit in Babelsberg 1911/12 und der Einführung der künstlichen Beleuchtung als „Jupiterlicht" oder Quecksilberlicht.
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Die Aufnahme von Bild und Ton
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Das Bild
Die Geräte und Vorgänge bei der Bild- und Tonaufnahme schließen sich an. Eine aufnahmefertige, geöffnete Kamera zeigt die Kassetten und den Lauf des Filmbandes. An einem ausgebauten Laufwerk kann die ruckweise Fortschaltung mit Transportgreifer und Sperrgreifer studiert werden. Photos veranschaulichen die Stellung der Mattscheibe.
Außerdem sieht man Fortschaltungswerke mit Malteserkreuz-Gesperre und Schläger. Ein Modell veranschaulicht die Arbeit mit der beweglichen Unterwasserkamera auf dem Meeresboden der Adria. Die wasserdichte Kamera ist im Original ausgestellt. Ferner sieht man das Modell einer deutschen Aufnahmekamera und die Wirkung beim Einsatz von Fernbildlinsen verschiedener Brennweite.
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Die Lichtquellen
Die Lichtquellen für die Aufnahme, Glühleuchten und Kohlenbogen-leuchten werden in ihren verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten sowie in ihren mannigfachen Ausführungsarten vorgeführt. Um Bildgestaltung und Beleuchtungskunst in ihrer gemeinsamen Bedeutung für die harmonische Geschlossenheit des Filmbildes zu zeigen, wird ihre Wirkung an einer Reihe von einfachen Grundbedingungen mangelhafter oder geschickter Lichtsetzung anschaulich gemacht. Im engen Zusammenhang damit steht die photographische Wirkung der Schminke, der Grundfarben (Teint) und der Schattenfarben auf das Filmmaterial.
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Der Ton
Die Aufnahme des Tones (Musik, Sprache, Geräusch) erfolgt heute nach den verschiedenen Verfahren des Lichttones. Bei ihm werden Schallwellen in Lichtschwankungen verwandelt und diese photographisch fixiert.
Bei der Wiedergabe werden die photographischen Schwarz-Weiß-Aufzeichnungen in Lichtschwankungen, diese in elektrische Schwingungen und wiederum in Schallschwingungen verwandelt.
Die photographische Aufzeichnung vollzieht sich entweder nach dem Intensitätsverfahren (Sprossenschrift), bei welchem die Mikrophonströme in einer Folge von stärkeren oder schwächeren Schwärzungen auf dem Filmband fixiert werden, oder nach dem Transversalverfahren (Zackenschrift), bei welchem die Mikrophonströme in einer oder mehreren schwarz-weißen Wellenlinien auf dem Filmband fixiert werden.
Die Verwandlung des Tones über das Mikrophon, den Mikrophonverstärker, das Mischpult des Tonmeisters, den Endverstärker und die Aufzeichnung durch den bei der Vielzackenschrift gebräuchlichen Lichthahn sowie die Rückverwandlung über die Spaltoptik und die Photozelle im Lichtton-Wiedergabegerät bis zum Lautsprecher lassen sich an einem beweglichen Modell zusammenhängend und in ihren einzelnen Teilen verfolgen.
Eine weitere Tafel zeigt die Systeme der verschiedenen Aufzeichnungsverfahren des Lichttones, während der historische Nadelton in der Vorhalle an Originalbeispielen vorgeführt wird.
Zum Studium der Tonaufzeichnung dient ein Kathodenstrahl-Oszillograph. Auf seiner Kathodenstrahlröhre lassen sich Sprache, Musik und Geräusch sichtbar machen. Sie kann mit einer Schallplattenvorführung, einem Tonbandgerät (Anmerkung : Wir snd noch in 1940 und das Tonbandgerät ist das weltweit modernste Aufnahmeverfahren) oder mit einem Mikrophon direkt verbunden werden und gibt so dem Besucher die Möglichkeit, auf diesen verschiedenen Wegen den Einsatz des Oszillographen zur Klanganalyse, zur Feststellung von Verzerrungen und als Meßgerät zu studieren.
Der Entwicklungsgang der Photozelle für Zwecke der Tonfilmwiedergabe wird an einer Originalherstellung gezeigt. Die Kabelanlage zur gleichzeitigen Aufnahme von Bild und Ton verdeutlicht das Ateliermodell. Außerdem läßt sich bekanntlich im Playback-Verfahren das bereits aufgenommene Tonband über Lautsprecher während der Bildaufnahme vorführen oder beim Verfahren der Nachsynchronisation der Ton während der Vorführung des bereits fertiggestellten Bildbandes aufnehmen.
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Der Darsteller
Der Darsteller im Film muß seine Aufgabe teilen mit der Natur und der Dingwelt, in welche ihn der Film hineinstellt. Der Theaterschauspieler ist ein Verwandlungskünstler, um dem Dichterwerk Gestalt zu geben; der Filmdarsteller ist dagegen im Film der tatsächliche Mensch, von dem jede Einzelheit zum beweiskräftigen Bild werden muß; er ist eine Tatsache wie die Natur oder die Umwelt in dem gleichen Bild.
Sein Spiel findet deshalb künstlerische Unterstützung durch die gleichen Mittel wie die gesamte Bildaufnahme, in erster Linie durch die Führung des Spielleiters und die Aufnahmekunst des Kameramannes.
Die betonte Charakterisierung der Mimik und Geste durch Beleuchtung und Einstellung zeigt eine Reihe von Aufnahmebeispielen des gleichen Gesichtsausdruckes. Die realistische Wirklichkeitswirkung des Filmdarstellers vermitteln Bilder von Szenen des gleichen Films, dargestellt von Filmdarstellern verschiedener Völker.
Lehrtafeln verdeutlichen die notwendige Schulung der Sprechorgane für richtige Atmung, Ton- und Stimmbildung, Deutlichkeit, Eeinheit und Verständlichkeit der Aussprache.
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Der Trick
Das Geheimnis des Filmbildes beruht auf einer Analyse der Bewegung in einzelne Momentaufnahmen, normalerweise vierundzwanzig Aufnahmen in der Sekunde. Vierundzwanzigmal in der Sekunde können also Zeit und Raum bei der Aufnahme (bei der Originalaufnahme oder bei der Kopieraufnahme) gewechselt werden, während sie bei der Vorführung als ein zusammenhängendes Geschehen erscheinen.
Außerdem können durch die Optik der photographischen Apparatur Größenverhältnisse fast beliebig verändert werden und Objekte verschiedener Größe in der photographischen Abbildung als von gleichem Ausmaß zusammengehörig erscheinen. Auf diesen Grundprinzipien der Filmaufnahme beruhen fast alle Verfahren, welche man gemeinhin als Trick bezeichnet.
Seine Variationen richten sich nach künstlerischen, technischen und wirtschaftlichen Erfordernissen. Das bereits beim Filmbau genannte Background-Verfahren ist als ein Trick anzusprechen.
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Das Background-Verfahren
An die Stelle eines Hintergrund-Stehbildes kann auch ein Hintergrund-Laufbild treten. Ein Originalfilm wird in Durchprojektion auf einen Hintergrund geworfen, vor welchem sich die Szene z. B. in einem Eisenbahnwagen oder auf einem Motorboot abspielt. Dadurch, daß das Szenenbild mit dem im Hintergrund ablaufenden Film von der Kamera fixiert wird, erscheint später im Filmbild der Eisenbahnwagen oder das Motorboot in Fahrt.
Man spricht von einer Rückprojektion, welche in ihren einzelnen Vorgängen durch ein bewegliches Modell erklärt wird. Ein anderes Trickverfahren verwendet Vorsatzmodelle mannigfacher Art. So sieht man das Kombinationsverfahren nach Hall, welches Teile einer Dekoration durch vorgesetzte Blenden als Aussichts- oder Durchsichtsbilder benutzt; ebenso das Spiegelverfahren nach dem System Schüfftan, welches ein seitlich von der Kamera aufgebautes Modell in einem der Kamera gegenüberstehenden Spiegel auffängt, wobei auf diesem Spiegel der Spiegelbelag teilweise entfernt ist, so daß bei der Aufnahme das Spiegelbild des Modells mit der durch das Glas sichtbaren Orginaldekoration zur Deckung gebracht wird. In beiden Fällen ist eine Bewegung der Kamera ausgeschlossen.
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Schnitt und Blenden
Die Arbeit des Schnittes und der Einsatz der Blenden, welcher zum Arbeitsgebiet der Kopieranstalt gehört, können ebenfalls als Trick bezeichnet werden. Der Schnitt fügt die Einstellungen der Aufnahmen in einem dem Charakter der Handlung entsprechenden Rhythmus zusammen. Werden die Einstellungen ohne Übergang, also in einem Bildwechsel von einer Vierundzwanzigstelsekunde, vollzogen, spricht man von hartem Schnitt; werden dagegen diese Übergänge durch eine Ab- und Aufblendung der Einstellungsenden und -anfänge vollzogen,
spricht man von weichem Schnitt; werden Ab- und Aufblendung übereinanderkopiert, von Überblendung.
Außerdem steht eine Fülle von verschiedenartigen Blenden, z. B. Schiebe-, Kreis-, Fall-, Zacken-, Schnecken-, Gitterblenden zur Verfügung, um diesen Übergang dem formalen und sinngemäßen Inhalt anzupassen. Eine ganze Reihe von Beispielen verdeutlicht diese Arbeit des Schnittmeisters, welche im engsten Zusammenhang mit den Belangen des Drehbuches und seiner Ausführung durch die Aufnahme erfolgt.
Man sagt, daß ein Film dreimal gestaltet wird: einmal im Drehbuch, zum zweiten in der Aufnahme, zum dritten im Schnitt. Diese drei Gestaltungsakte müssen harmonisch aufeinander abgestimmt sein, soll eine wirkliche Filmschöpfung entstehen.
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Die Kopieranstalt (besser : das Kopierwerk)
Ein bewegliches Modell, verbunden mit zahlreichen Abbildungen und Großphotos, verdeutlicht die praktische Arbeit der Kopieranstalt. Aus dem Atelier werden zwei Filmstreifen mit unsichtbaren, latenten Photographien in die Kopieranstalt geliefert: die photographische Aufnahme der Bildeinstellungen und die photographische Aufnahme der Tonaufzeichnungen.
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Beide Streifen werden entwickelt, fixiert, getrocknet und von ihnen ein Positiv gewonnen. Diese Arbeitskopie von zwei Bändern, Bild und Ton, geht zum Schnitt in die Hände der Produktion zurück. Nach dem Schnitt des Positivs wird in der Kopieranstalt das Negativ geschnitten (abgezogen), entsprechend der Vorlage der geschnittenen Musterkopie.
Es folgt die Lichtbestimmung der Szenen, das Reinigen des Negativstreifens und darauf die Anfertigung der Theaterkopie in der Form, daß in der Kopiermaschine auf einem Filmband das Bildnegativ und anschließend durch die gleiche oder durch andere Kopiermaschinen auf demselben Filmband das Tonnegativ kopiert wird.
Durch ein mitlaufendes Papierband mit den der Lichtbestimmimg entsprechenden Einstanzungen wird während des Kopiervorganges das Kopierlicht automatisch geschaltet. Die so gewonnene Theaterkopie wird entwickelt, getrocknet und geprüft, um dann an den Verleih geliefert zu werden.
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Der Filmtitel (Titelvorspann)
Zu den weiteren Aufgaben der Kopieranstalt gehört die Herstellung der Filmtitel (Titelvorspann) durch eigene technische Aufnahmeapparate für Drucktitel, Zeichentitel und Tricktitel, die Herstellung von Blenden mit der optischen Kopiermaschine, das Umkopieren von Normalfilm auf Schmalfilm, die Herstellung von Großphotos (Backgrounds) sowie die Produktion von Photos (Standphotos und Werkphotos) für die Pressepropaganda und die Filmtheaterwerbung.
Auch die mannigfachen Voraussetzungen für die Kopienschonung und die Lagerung der Filme werden auf Grund der Erfahrungen der Kopieranstalt erfüllt. Zu allen diesen Arbeitsgängen findet man anschauliche Beispiele aus der Praxis ausgestellt.
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Das Filmtheater
Die gesamte Herstellung des Films dient der Vorführung im Filmtheater. Erst der projizierte, auf der Bildwand in vergrößertem Ausmaß erscheinende Film ist das künstlerisch vollendete Filmwerk.
Der Vorführung dienen das gewerbliche Theater und die nichtgewerbliche Spielstelle. Anschauliche Statistiken geben einen Überblick über den Umfang des deutschen Theaterparks und die wirtschaftliche Struktur des Filmtheaters, sowohl über den verwaltungsmäßigen wie über den kaufmännischen und betriebstechnischen Aufbau.
Die Theater der Ufa befinden sich in allen maßgebenden Städten des Großdeutschen Reiches. Ein Querschnittmodell zeigt ein Filmtheater mit Angaben der Herstellungskosten unter Berücksichtigung der bautechnischen und vorführtechnischen Bestimmungen der Lichtspieltheaterverordnung.
Auch die mannigfache künstlerische Innen- und Außenausstattung des deutschen Filmtheaters wird an zahlreichen Photographien veranschaulicht. Die Führung des Filmtheaters liegt dem Filmtheaterleiter ob. Er kauft die Filme ein, besichtigt die Probevorführung und hat mannigfache, dem Außenstehenden völlig unbekannte Pflichten vor Beginn einer Vorstellung, beim Ablauf einer Vorstellung, nach Schluß der letzten Vorstellung und zur Vorbereitung des Vorstellungswechsels zu erfüllen.
Das Filmtheater erhält die Filme von dem Verleih durch eine Versandabteilung, deren Organisation nicht nur ein Filmlager und ein Lager für Werbematerial verwaltet, sondern auch durch eine Kopienprüfung für die Zustellung einwandfreier Filmkopien an die Filmtheater Sorge trägt. Ausführliche Darstellungen geben über alle diese Dinge Auskunft.
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Die Werbung (Bewerbung) des Films
Jeder Film erfordert eine sorgfältige und gut vorbereitete Werbung, sowohl für den Filmtheaterbesitzer als auch für die Öffentlichkeit insgesamt wie für das Publikum der Filmtheater, in welchen der Film gezeigt werden soll. An Hand von zahlreichen praktischen Beispielen kann man die Leistung der Werbung für den Film durch Verleihkataloge, Verteiler, Programmhefte, Noten und Schallplatten, Werberatschläge, Vorspannfilme und Diaprinten, Anzeigen, Anschläge (Plakate), Hausausstattungen und Erfolgsanzeigen studieren. Die Uraufführungswerbung wird besonders pflegsam behandelt. Historische Beispiele zeigen Auswüchse und Verirrungen der Filmwerbung.
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Der Kulturfilm
Der Kultur- und Lehrfilm ist der lebendige Verkünder des Lebens in der Natur und der Leistungen menschlichen Schaffens. Sein Arbeitsgebiet ist inhaltlich unerschöpflich und bietet dadurch eine besonders glückliche Verständigungsmöglichkeit zwischen den Völkern.
Um seinen vielseitigen Aufgaben gerecht zu werden, welche zum großen Teil in das Arbeitsgebiet der wissenschaftlichen Forschung eindringen, bedient er sich eigener, dem Spielfilm meist fremder technischer Verfahren, wie z. B. der Zeitraffer- oder Zeitdehneraufnahmen, des Einsatzes von Modelltricks, der Mikrokinematographie, der Röntgenkinematographie oder Schlierenkinematographie (welche Gase und Luftströmungen sichtbar macht). Eine besondere Stellung nimmt im Rahmen des Kulturfilms der Expeditionsfilm ein. Auch der Kulturfilm erfordert eine ähnliche Vorarbeit der Planung wie der Spielfilm.
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Die Wochenschau
Seit 1940 gibt es eine einheitliche Deutsche Wochenschau. Ihre Entwicklung beginnt mit der Messter-Woche im (ersten) Weltkrieg 1914 und führt, wie an einer Tafel eingehend gezeigt wird, über verschiedene Wochenschauen der Stummfilmzeit und Tonfilmzeit zum heutigen Zustand.
Die Arbeit der Wochenschau vollzieht sich ähnlich wie die einer Zeitungsredaktion. Das eingehende Material muß durch Schnitt, Titel- und Text-gebung, Begleitsprache (Sprecher) und Musik bearbeitet und in einem seiner inhaltlichen Bedeutung entsprechenden Rhythmus zur einheitlichen Bilderfolge zusammengefaßt werden.
Über diese Arbeit gibt eine Reihe von Modellkarten und Bildern ebenso Auskunft wie über die Arbeit einer Wochenschauaufnahmekamera mit vier verschiedenen Aufnahmeobjektiven, über die Aufstellung der Kameras zur Reportage von einem großen politischen Ereignis und über die Schnelligkeit der Filmberichterstattung.
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Der Werbefilm
Der Werbefilm entwickelt sich mit seinen dramaturgischen Vorarbeiten, dem Kostenanschlag und der Vorführung im Programm des Filmtheaters auf ähnliche Weise wie der Spielfilm. Jedoch hat er eine völlig andere Aufgabe zu erfüllen. Er ist bekannt als großer Repräsentationsfilm, als Industriefilm, als Werkfilm, Bäder- und Verkehrsfilm. Auf technischem Gebiet zeigt er einen besonderen Reichtum an Trickeinfällen und hat das Verdienst, als erster in größerem Ausmaß den Farbenfilm vor die Öffentlichkeit gebracht zu haben. Er ist ein unentbehrliches Werbemittel unseres modernen Kulturlebens.
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Die Filmwirtschaft
Die wirtschaftlichen Arbeiten des Films richten sich nach allgemeinen kaufmännischen Gesichtspunkten. Jedoch erhalten sie ihr besonderes Gesicht dadurch, daß sich das Filmschaffen nach kunstgewerblichen Gesetzen vollzieht.
Außerdem erfährt die Filmwirtschaft als Dienerin eines volkstümlichen und besonders einprägsamen Aufklärungs- und Unterhaltungsmittels Schutz und Förderung durch den Staat.
Und hier ganz offen : die Wahrheit
Das gesamte deutsche Filmschaffen ist durch die Reichsfilmkammer in der Reichskulturkammer berufsständisch geordnet und wird von der Abteilung Film des Reichspropagandaministeriums und den ihr angegliederten oder mitverantwortlichen Steilen betreut.
Seine künstlerische, technische und finanzielle wie wirtschaftliche Leitung findet mit allen ihren Arbeitsgebieten, welche ein Film während seiner Herstellung berührt, durch diesen Aufbau ihre Vertretung und Beratung.
Die Filmschaffenden Deutschlands sind in der Fachschaft Film zusammengeschlossen.
- Anmerung : Es waren überal Zwangsmitgliedschaften !!!
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Die UFA und ihre Tochterfirmen
Zur Verdeutlichung der Organisation eines Filmunternehmens dient eine Reihe von aufschlußreichen Lehrkarten über den Aufbau der Universum-Film A.-G. Sie wurde Ende 1917 gegründet, 10 Jahre später von nationalen wirtschaftlichen Kreisen übernommen, um die Gefahr einer Überfremdung abzuwenden, und steht heute an der Spitze der deutschen staatsmittelbaren Firmen.
Ihre Besonderheit beruht in einem konzernartigen vertikalen Aufbau. Sie umfaßt die Herstellung von langen und kurzen Spielfilmen, Kulturfilmen, Werbefilmen und bis 1940 von eigenen Wochenschauen: sie verfügt über eine eigene Kopieranstalt, die Aktiengesellschaft für Filmfabrikation (Afifa) in Tempelhof und Babelsberg; über die Ufa-Verleih GmbH für den Vertrieb der Filme im Inland und eine entsprechende Ausländsabteilung; über einen beträchtlichen (Film-) Theaterbesitz im In- und Ausland; eigene Musikverlage; einen Buchverlag; die Ufa-Handelsgesellschaft, welche die technischen Erfahrungen der Ufa-Betriebe verwertet, sowie über zahlreiche Tochtergesellschaften im In- und Ausland.
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Die Organisation einer Spielfilmherstellung
Weitere graphische Darstellungen geben Einblick in die Organisation einer Spielfilmherstellung, über die Herstellungskosten und ihre Anteile an den verschiedenen Arbeitssparten des Spielfilms, zeigen die verantwortungsvolle weitverzweigte Tätigkeit eines Pressedienstes, welcher nicht nur der Öffentlichkeit mit allen Unterrichtungsmöglichkeiten zur Verfügung steht, sondern auch die Äußerungen der in- und ausländischen Zeitungen über die Produktion des Unternehmens und wichtige Mitteilungen aus der Welt des Films den einzelnen Abteilungen des Betriebes zugänglich macht.
Große Landkarten erklären den Absatz der Filme im Ausland und wie durch den Verleih ein Film in den verschiedenen Bezirken des Deutschen Reiches eingesetzt und in angemessener Weise ausgewertet werden kann. Die Grenzen der einzelnen Verleihbezirke geben dabei ein aufschlußreiches Bild von der Aufgliederung der Verleihgebiete unter landschaftlichen Gesichtspunkten.
Als Beispiel für die Auswertung eines Spielfilms in einer Großstadt zeigt eine Leuchtkarte die Filmtheater Groß-Berlins, gegliedert nach Stadtbezirken und gekennzeichnet nach Aufführungsrechten (Uraufführungstheater, Erstaufführungstheater, Zweitaufführungs- und Nachaufführungstheater).
Die Fragen der Betriebswirtschaft und die kaufmännische Geschäftsabwicklung im Filmtheatergewerbe sowie die aufs engste mit dem Filmverleih verbundenen Leistungen der Werbung für den Film sind bei der Darstellung des Entwicklungsganges eines Spielfilms eingehend berücksichtigt. Ein eigenes Arbeitsgebiet ist die verlagsmäßige Auswertung der Tonfilmmusik als Klaviernoten, Orchesternoten und Schallplatte, ein Geschäft, welches in enger Verbindung mit den Organisationen zur Verwertung musikalischer Urheberrechte steht. Eine umfangreiche Tabelle gibt Auskunft über die geschichtliche Bedeutung der Finanz- und Patentverflechtungen auf dem Gebiet der Tonfilmtechnik.
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Die Filmprüfung
Originalbeispiele führen in die Arbeiten und Leistungen der durch das Reichslichtspielgesetz 1934 neu durchorganisierten Filmprüfstelle beim Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda sowie der Kontingentstelle ein. Bekanntlich übt die Zensurstelle nicht nur eine Prüfung der Bildstreifen aus und bestimmt den Kreis der Öffentlichkeit, vor welchem sie gezeigt werden können, sondern erteilt dem Film gegebenenfalls auch eine staatspolitische und künstlerische Anerkennung.
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Der Zeichenfilm
Der Zeichenfilm, Zeichentrickfilm oder auch kurz Trickfilm genannt, unterscheidet sich grundsätzlich von allen bisherigen Filmarten. Während Spiel-, Kulturfilm und Wochenschau bemüht sind, die plastische Darstellung der tatsächlichen Wirklichkeit oder einer erdachten Dekoration so weit wie möglich naturgetreu nachzuahmen, macht der Zeichenfilm die künstlerische Graphik lebendig.
Die Herstellung der einzelnen Bildphasen, welche gemeinsam nacheinander den gezeichneten Ablauf einer Bewegung ergeben, die Möglichkeiten, diese langwierige und schwierige Arbeit durch kinematographische Vorlagen zu vereinfachen, die Herstellung der Hintergründe, welche oft erst über ein Baumodell photographisch gewonnen werden, die Aufnahmen der Bildphasen und ihrer Hintergründe am Zeichentricktisch und die enge Abhängigkeit der zeichnerischen Bildphasenherstellung von der bereits vorhandenen Musik werden an praktischen Beispielen und Modellen einprägsam vorgeführt.
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Die Bücherei der Ufa-Lehrschau
Sie schließt sich mit zwei großen Bibliotheksräumen sowie bequemen und hellen Arbeitsplätzen der Ausstellungshalle an. Sie stehen den Besuchern der Ufa-Lehrschau und den Benutzern der Bücherei für ihre Arbeiten zur Verfügung.
Die Bücherei ist eine wissenschaftliche Handbücherei und dient in erster Linie der Filmherstellung. Deshalb können Ausleihen nach außerhalb oder Versendungen an andere Bibliotheken nicht genehmigt werden. Doch ist die Bücherei dem Auskunftsbüro der deutschen Bibliotheken angeschlossen und auch bereit, in begrenztem Maße Photokopien zu Lasten des Bestellers anzufertigen.
Die Bücherei erfüllt drei Aufgaben. Sie ist die umfangreichste Filmfachbücherei in Deutschland, stellt aber außerdem der Filmherstellung einen großen Bestand an Werken zur Kultur-, Kunst- und Sittengeschichte aller Länder und Zeiten zur Verfügung und besitzt weiterhin eine Abteilung für Schöne Literatur.
Der Bestand der Bücherei verzeichnet Ende 1940
- 4 026 Werke des Filmfachschrifttums
- 2 867 Werke zur Kulturgeschichte, Architektur und Kostümkunde
- 3 454 Romane
- 1 928 Zeitschriftenbände
- 35 733 Schrifttumsverweisungen.
Die Bücherei erfaßt Werke in deutscher und ausländischer Sprache und ist bemüht, das Filmfachschrifttum so weit wie möglich vollständig zu sammeln. Dabei werden unter Schrifttum sowohl die Erscheinungen in Buch- und Broschürenform wie auch Zeitschriften verstanden. Das Material, welches in der Bücherei und ihren Sammlungen, z. B. Filmprogramme, Plakate usw., über einzelne Filme aufgenommen wird, bezieht sich nicht auf die Filme der Ufa und Terra. Diese werden mit allem urkundlichen Material in den Archiven der Ufa-Lehrschau aufbewahrt.
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Die Fachbücherei
entstand durch Ankauf verschiedener Bibliotheken aus Privatbesitz und umfaßt allgemeine Nachschlagewerke zu Filmfragen sowie Bücher, Broschüren, Prospekte, Zeitschriften und Dissertationen aus dem In-und Ausland zu den Fragen der Filmtechnik, der Filmgestaltung, der Filmwirtschaft, des Filmrechtes.
Dabei wurden unter Filmgestaltung die Arbeitsgebiete des Autors, der Dramaturgie, der Kegieführung, der Darstellung, der Filmmusik zusammengefaßt, zumal sie sich gerne mit allen diesen Fragen gemeinsam befassen. Die Fachbücherei ist nicht nur historischer Art. Vielmehr bietet sie auf schnellstem Wege vor anderen Büchereien Einblick in die neu erschienene Buch- und Zeitschriftenliteratur. Insbesondere wird die Filmtechnik durch weitgehende Berücksichtigung der Inhalte von Zeitschriften, Prospekten und Werbebroschüren mit allen Fragen ihres weitverzweigten Interessengebietes sofort vertraut gemacht.
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Das kulturgeschichtliche Schrifttum
umfaßt neben Wörterbüchern und Atlanten Werke zur Geschichte. Literatur- und Musikgeschichte, Architektur und Dekoration, Kostüm- und Trachtenkunde. In der Hauptsache handelt es sich um Bilderwerke, welche besonders geeignet sind, der wirklichkeitsgetreuen Durchführung von Filmbauten zu dienen.
Diese für den Filmarchitekten in erster Linie bestimmten Werke werden durch eine umfangreiche Bildersammlung ergänzt. In ihr findet man auch Anregungen für Bildgags. Nach einem unter speziellen Gesichtspunkten für die Filmpraxis aufgebauten Karteisystem lassen sich so in kurzer Frist Moden, Bauten, Inneneinrichtungen, Möbel, Uniformen, Landschaften, Schmuck, Tänze, Festlichkeiten, Verkehrswesen, kurz Allgemeines und besondere Fragen aus dem Leben und Treiben verschiedener Völker und Zeiten im Bild beantworten.
Die verschiedenen Stile: Gotik, Renaissance, Barock, Empire, Biedermeier, Jugendstil sind mit für ihre Art typischen Ornamenten, Kostümen, Bauwerken, gesellschaftlichen Bräuchen sofort greifbar. Gerade hier ist es von besonderem Vorteil, daß auch der Inhalt der großen kulturpolitischen Zeitschriften und illustrierten Zeitungen mitverarbeitet wird.
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Die Romanbücherei
wird im Gegensatz zu den übrigen nicht systematisch durch Ankauf erweitert, sondern stellt die von der Dramaturgie und den Produktionen erworbene Schöne Literatur sicher, soweit sie nicht verfilmt wird. Verfilmte literarische Stoffe sind in der Film fachbücherei untergebracht.
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Die Bibliothekskartei
Wie üblich wird dieses Material über Verfasser und Sachkarteien nutzbar gemacht. Dabei sind diese Karteien den Bedürfnissen der Praxis angepaßt, indem eine weitgehende Verzettelung auch nach dem Bücher-und Zeitschrifteninhalt durchgeführt wird. Das trifft besonders für die Bilderwerke zu, welche den Vorarbeiten des Filmarchitekten dienen.
Neben der Schlagwortkartei wird die übliche Autorenkartei geführt sowie außerdem eine Kartei nach Filmtiteln, mit Angaben darüber, wo Bild- oder Textmaterial über einzelne Filme zu finden ist. Diese Filmtitelkartei ist eine laufende, wichtige Auskunftseinrichtung nicht nur für zahlreiche Anfragen aus den Kreisen der Schriftsteller und Schriftleiter, sondern auch für Wahl und Nutzung von Filmtiteln, weitgehend ergänzt durch die Sammlung vom Schrifttum zu einzelnen Filmen.
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Die Sammlungen der Bücherei
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Sie ergänzen das Filmfachschrifttum durch Originalmaterial der Praxis. Es handelt sich um Schrifttum und Bilder zu einzelnen Filmen, um eine Kartei verfilmter Stoffe, eine Filmautorenkartei, um Bilder von Darstellern und Darstellerinnen, Werbungsschrifttum, Schrifttum zur Filmprüfung, Patentschriften und Filmsammlungen. Auch auf die Prospekte der filmtechnischen Firmen sei in diesem Zusammenhang hingewiesen, da sie wertvolle Quellen zur Geschichte der Kinotechnik sind.
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Das Schrifttum zu einzelnen Filmen
besteht aus einer laufenden Sammlung von Filmprogrammen, von Standphotos der in Deutschland aufgeführten Filme, einer Liste der Berliner Uraufführungen und einer vollständigen, einmal nach der Erscheinungsweise, zum anderen nach Filmtiteln geordneten Zusammenstellung der „Illustrierten Film-Kuriere" (Inhaltsbeschreibungen mit Bildern). Besonders hervorgehoben sei eine Sammlung von Tausenden von Filmbesprechungen, geordnet nach Filmtiteln. Auch diese Sammlung wird laufend fortgesetzt.
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Die Kartei verfilmter Stoffe
bearbeitet seit Ende 1939 auf Grund der Zulassungskarten (s. Filmprüfung) die Spielfilme und die Filme ohne Spielhandlung nach alphabetisch geordneten Stoffgebieten (z. B. Abenteuer, Frauenstoffe, Lustspiele, Militärstoffe, Opern usw.).
Die Autorenkartei
verzeichnet auf Grund der Zulassungskarten (s. Filmprüfung) in alphabetischer Ordnung die Autoren und Mitarbeiter der Filmstoffe.
Bilder von Darstellern und Darstellerinnen
(des In- und Auslandes) sind in einer Sammlung von mehr als 60.000 Lehrphotos erfaßt, welche laufend ergänzt werden. Außerdem verweist die Schlagwortkartei auf das Bild- und Textmaterial über einzelne Darsteller in den Büchern und Zeitschriften. Eine Ergänzung findet diese Sammlung in den Künstlerpostkarten und Zigarettenbildern. Seit 1940 werden auf Grund der Zulassungskarten (s. Filmprüfung) die Darsteller nach ihrem Auftreten in den Spielfilmen verzeichnet.
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- Anmerkung : Diese Kartei war in 1940 natürlich auch bereits "Entjudifiziert", wie man es im 3. Reich so bösartig benannte. Der UFA-Mitarbeiter Dr. Kalbus hatte sich heftigst bei Göbbels in die Nesseln gesetzt, da er 1936 in seinen sehr erfolgreichen ersten 2 Bild-Bänden auch alle bekannten jüdisch stämmigen Schauspieler aufgenommen hatte, mit den zugehörigen Zigarettenbildern natürlich.
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Das Werbungsschrifttum
umfaßt Verleihkataloge, Plakate, Reklameratschläge und ähnliches mehr, Jubiläumsschriften, Mitteilungen der Filmfirmen, Haus- und Werkzeitschriften aus dem Gebiet der Kino- und Filmtechnik.
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Das Schrifttum zur Filmprüfung
besteht aus den Wochenberichten der Filmprüfstelle, welche seit 1933 vorhanden sind, sowie einer umfangreichen Zensurkartenkartei. Seit 1937/38 werden die Originalzulassungskarten der in Deutschland geprüften Spielfilme, Kulturfilme, Tatsachenberichte, Werbefilme und Reklame-Vorspannfilme erfaßt. Sie bieten die Grundlage für die Bearbeitung einer Schlagwortkartei für Spielfilme ohne Spielhandlung nach Stoffgebieten, einer Filmautoren- und Filmdarstellerkartei.
Aus der Zeit vor 1937/38 gibt eine Leihgabe des Berliner Polizeipräsidiums einen Überblick über die von 1909 bis 1920 in Berlin zensierten Filme an Hand der Originalkarten und umfangreichen Aktenmaterials.
Von 1925 bis 1933 konnten die Ergebnisse der Filmprüfstellen in Form einer nach Filmtiteln und Stoffgebieten geordneten, jedoch nicht vollständigen Kartei erworben werden. Als Ergänzung verfügt die Bücherei über zahlreiche Nachschlagewerke und Filmtitelzusammenstellungen im Filmfachschrifttum.
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Das Patentschrifttum
erfaßt die seit Ende 1939 für die Filmtechnik erscheinenden wichtigen Patentschriften, sowie die Patentschriften folgender Klassen und Gruppen:
- Klasse 21a2 (Gruppe 1-14, 16, 18, 19 mit allen Untergruppen)
- Klasse 21f (Gruppe 9-10; 61 mit allen Untergruppen)
- Klasse 39b (Gruppe 12 mit allen Untergruppen, 13)
- Klasse 42g (Gruppe 1, 5, 7-13 mit allen Untergruppen, 18)
- Klasse 42h (Gruppe 5, 6, 17, 18, 22, 23 mit allen Untergruppen)
- Klasse 57a (Gruppe 5, 8, 9, 33-72 mit allen Untergruppen, 10-13)
- Klasse 57b (Gruppe 1, 4, 5, 6, 8, 10, 12-18 mit allen Untergruppen)
- Klasse 57c (sämtliche Gruppen mit Untergruppen)
- Klasse 57d (Gruppe 9).
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Filmplakate
werden von allen in Deutschland zur Vorführung gelangenden Spielfilmen soweit wie möglich im Original gesammelt. Eine Auswahl, welche die Entwicklungsgeschichte des Plakates darstellt, wird in der Vorhalle in farbiger Projektion vorgeführt.
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Filmsammlungen
anzulegen, gehört zu den umfangreichen Arbeiten des Reichs-Filmarchivs. Doch hat auch die Ufa-Lehrschau es sich zur Aufgabe gemacht, einzelne Bildstreifen zu sammeln, und zwar deshalb, um typische Beispiele künstlerischer oder technischer Art für die Entwicklungsgeschichte des Films ihren Besuchern vorführen zu können.
So ist die Filmsammlung im Besitz von mehr als 50.000 Meter Film aus den Jahren 1898 bis 1920, darunter wertvolles hand- und maschinenkoloriertes Material (5.000 Meter). Besonders beachtlich ist eine Leihgabe des Polizeipräsidiums Berlin von Zensurausschnitten aus alten Stummfilmen. Obgleich es sich fast ausschließlich um Bildstreifen von nur 1-3 Meter handelt, geben sie doch einen aufschlußreichen Einblick in die Handhabung der damaligen Filmprüfung.
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Weitere Sammlungen
Außerdem bestehen Sammlungen von Lehrkarten und Schallplatten und kleinere Sammlungen zu speziellen Filmfragen, darunter eine sehr aufschlußreiche Sammlung von Bildern zu Hetzfilmen während des Weltkrieges und aus dem Abwehrkampf seit 1939.
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- Anmerkung : Der (2. Welt-) Krieg dauerte zum Ende 1940 - Anfang 1941 bereits über 1 Jahr und wurde als Abwehrkampf benannt. Ein Vergleich mit Putins Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 ist nicht weit entfernt, da Putin dort alte Nazis vermutete (sagte er jedenfalls) die sein Russland bedrohen und die er abwehren müsse.
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Als Anregung für die Filmgraphiker ist eine eigene Sammlung von Einladungskarten zu den Uraufführungen in Berlin und Wien vorhanden.
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Die Archive der Ufa-Lehrschau
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Sammlung und Auswertung aller nach Herstellung eines Films der Ufa- und Terra- Produktionen noch brauchbaren Materialien vollzieht sich in einer besonderen Abteilung der Ufa-Lehrschau. Sie verbindet die Leistungen eines historischen Werkarchivs, das die Unterlagen für die Produktion der Güter des eigenen Unternehmens sicherstellt, mit den Arbeiten eines aktuellen Herstellungsarchivs, das seine Bestände den neuen Produktionen des Unternehmens zuführt: das Produktionsarchiv und das Bild- und Tonarchiv.
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Das Produktionsarchiv
Eingehende Überlegungen führten dazu, alles sich bei der Herstellung von Ufa-Filmen ergebende urkundliche Material, wie Autorenmanuskripte der verschiedenen Fassungen bis zum fertigen Drehbuch, Originalmusiken der Komponisten, die für die Bildgestaltung erforderlichen Dekorations- und Kostümentwürfe, das Photomaterial, Werbematerial und Pressekritiken sowie Urkunden wirtschaftlicher Art, zu sammeln - als Grundlage für die Filmforschung und für weitere Auswertungsmöglichkeiten durch die Filmpraxis.
Die Sammlung, welche einen Zeitraum von elf Jahren umfaßt und laufend ergänzt wird, verfügt über Material von etwa vierhundert langen und kurzen Spielfilmen sowie über zahlreiche Kultur- und Werbefilme, welche filmweise geordnet und karteimäßig erfaßt werden. Die Kartei registriert die vorhandenen Materialteile des Films und allgemeine Hinweise, wie Herstellungszeit, Zensurlänge, Drehzeiten, Datum der Uraufführungen, Prädikate u. ä. m.
Das bei der Filmherstellung anfallende urkundliche Material ist in seinem Umfange verschieden. Doch wird jedermann, insbesondere jeder Fachkundige, in der Lage sein, mit Hilfe der vorliegenden Unterlagen sich ein ziemlich genaues Bild vom Aufbau des Manuskripts bis zum fertigen Film und vom Umfange und der Art der gesamten Filmausstattung zu machen.
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Manuskripte
Den überwiegenden und wichtigsten Teil des Archivs umfaßt das Manuskriptmaterial. Hier findet man, gleichviel von welcher Filmgattung, die ersten Filmideen, Handlungsaufrisse, Drehbücher, Atelier- Drehbücher und kurbelreife Drehbücher in seltener Fülle; weiter sprechen die vielen, teils handgeschriebenen, Aufzeichnungen, im gegenseitigen Meinungsaustausch entstandenen zahlreichen Notizen eine beredte Sprache von der schöpferischen Leistung der Filmarbeit.
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Dekorations- und Kostümentwürfe
Einen weiteren, sehr wichtigen Bestandteil des Archivs bilden die Dekorations- und Kostümentwürfe der Filmbildner und Kostümberater. Die besten Köpfe haben hier, oft in unwahrscheinlich kurzen Zeitabschnitten, vollendete Bildwerke geschaffen.
Weiter sieht man Grundrisse und Bauzeichnungen von Filmdekorationen und Einzelteile, aus denen die Konstruktions- und Baumasse der erstellten Bauten genau zu erkennen sind. Sie geben einen aufschlußreichen Überblick über die von den Filmbildnern und ihrem Stabe geleisteten Arbeiten. Mancher spätere Film wird aus dieser Sammlung eine lehrreiche Wegweisung mitnehmen können.
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Werkphotos
Einen besonders wertvollen Teil bilden die während der einzelnen Filmaufnahmen entstandenen 60.000 Photos von Szenen und Darstellern aus Ufa- und Terra-Filmen. Es handelt sich hier um eine kulturhistorische Sammlung, welche die Entwicklung des deutschen Films seit Beginn des Tonfilms zum Ausdruck bringt, darüber hinaus aber um ein Bildmaterial, das nach Stil und Inhalt wertvolle Anregungen für die Lösung zukünftiger Aufgaben bereit hält.
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Werbe- und Pressematerial
Die vierte Gruppe des Archivs umfaßt das Gebiet der Filmwerbung. Eine Fülle farbiger Filmplakate und Reklameratschläge für die Filmtheaterbesitzer, Filmprogramme sowie die sonstigen vielseitigen Werbemittel, dazu die von der Ufa-Pressestelle zur Orientierung der In- und Auslandspresse herausgegebenen zahlreichen Aufsätze sowie das Photomaterial über das im Werden befindliche Filmwerk zeigen den Werbeweg jedes Ufa-Films.
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Musikkompositionen
Das Archiv erfaßt alle Originalstücke - Partituren und Instrumentenstimmen - zur Filmmusik mit einer genauen Aufstellung der einzelnen Komplexe der Filme sowie die Musikatifstellungen für die Stagma und sämtliche Liedertexte.
Die Sammlung ist besonders wertvoll, weil sie nur aus handgeschriebenen Noten besteht; ihre praktische Ausführung erfährt sie dadurch, daß die einzelnen Filmkompositionen für Auslandsfassungen, Rundfunk- und Konzertdarbietungen jederzeit wiederverwendet werden können. So findet man, nach Jahrgängen geordnet, von etwa vierhundert Filmen die Originalpartituren und die dazugehörigen Instrumentenstimmen.
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Wirtschaftliche Urkunden
An wirtschaftlichen Urkunden, die sich auf die Filmherstellung beziehen, werden Aufnahme- und Dispositionspläne sowie Kalkulationen der einzelnen Filme gesammelt. Man ersieht aus ihnen den zeitlichen und technischen Ablauf der praktischen Filmherstellung, wie viele Bautage erforderlich, wie viele Drehtage vorgesehen waren, welche Arbeitseinteilung für die Reihenfolge der Einstellungen bestimmt wurde, den Spieleinsatz der Darsteller an den einzelnen Tagen u. ä. m. Zusammen mit den Kalkulationen bilden die Aufnahmepläne das Rückgrat der wirtschaftlichen Filmbetreuung.
Die aus rund hundert einzelnen Positionen bestehende Kalkulation ermöglicht später im Vergleich mit der Schlußabrechnung genaue Feststellungen, ob und inwieweit die einzelnen Filme im Rahmen der zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel gearbeitet haben.
Die täglichen Aufnahmeberichte der Aufnahmeleitung, die Berichte über das verbrauchte Bild- und Tonmaterial sowie die täglichen Rapporte über die einzelnen gedrehten Szenen vervollständigen diesen Teil der Sammlung, welcher bei einer großen Anzahl von Filmen noch mannigfaltige Ergänzungen durch lehrreiche organisatorische Aufzeichnungen oder Erfahrungsberichte der Produktionsleiter erhält.
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Das Film-Auswertungs-Archiv
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Das Film-Auswertungs-Archiv bezweckt die Verwertung von Bild- bzw. Tonresten der Ufa-Filmproduktionen unter dem Gesichtspunkt späterer Verwendbarkeit in anderen filmischen Zusammenhängen.
Zur Auswertung gelangt alles Filmrestmaterial aus Ufa-Wochenschauen und aus den Spiel-, Kultur- und Werbefilmen, soweit man es als „neutral" bezeichnen kann und es sich für Montage, Schnittmaterial oder für Rückprojektionszwecke eignet: außerdem werden das neutrale Tonmaterial sowie die Musik ausgewertet.
Die Auswertung beginnt jeweils ein halbes Jahr nach erfolgter Uraufführung eines Films. Das ausgewertete Filmmaterial steht neben allen Stellen der Ufa unter gewissen Bedingungen auch inländischen und ausländischen Filmherstellern zur Verfügung.
Das Archiv ist aus kleinsten Anfängen hervorgegangen. Es verfügt heute über rund zwei Millionen Meter verwendbaren Filmmaterials. Alle Benutzer des Archivs haben die Gewähr, auf dem schnellsten Wege gute und brauchbare Archivsujets zu erhalten, sofern im Einzelfalle Aufnahmegelegenheiten nicht bestehen oder es aus Kostengründen nicht ratsam erscheint, dieselben auszunützen.
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Der Arbeitsgang beim Auswerten
Der Arbeitsgang beim Auswerten des Archivmaterials ist folgender: Diejenige Gruppe, welche das Bildmaterial der Spiel-, Kultur- und Werbefilme, sowie der Wochenschau auswertet, erhält ein halbes Jahr nach erfolgter Uraufführung die Filmteile überwiesen, welche nicht in den einzelnen Filmen verwendet wurden, sowie die Ausschnitte aus den Wochenschauen.
Die reinen Spielszenen werden aussortiert, diejenigen Szenen, die in anderen filmischen Zusammenhängen wieder benutzbar erscheinen, werden archiviert.
Nach Durchsicht dieser neutralen Szenen wird jeder ein Filmbildchen entnommen und in eine Bildmusterkarte eingereiht. Sie erhält eine Textierung, aus welcher der Inhalt des Sujets hervorgeht. Nach der Kartierung der einzelnen Sujets werden die Filmbildchen in eine Bildmustersammlung der Arbeitsgruppe „Kundenberatung und Disposition" eingereiht. Diese Bildmustersammlung ist nicht nach Filmen, sondern nach Schlagworten geordnet. Sie bildet, zusammen mit dem Bildregister, der Rückprojektionskartei sowie der Tonkartei das Handwerkszeug der Archivdispositionen zur Orientierung der Benutzer des Archivs. Die Registerkartei für Bildauswertung umfaßt zur Zeit einen Bestand von 70 000 Karteikarten, in denen etwa 200 000 Stichworte registriert sind.
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Veröffentlichungen und Besucherkreis der Ufa-Lehrschau (Stand 1941)
Es liegt nahe, daß bei dieser Entwicklung die Ufa-Lehrschau Ergebnisse ihrer Arbeiten in zwangloser Folge durch Veröffentlichungen einem größeren Kreis als nur den Besuchern und Benutzern ihrer Einrichtungen zugänglich zu machen sucht.
So gibt sie seit 1939/40 im Ufa-Buchverlag die Schriftenreihe „Filmschaffen - Filmforschung" heraus. Bisher erschienen
als Band 1 „25 Jahre Ufa-Wochenschau" mit Beiträgen von Ministerialrat Dr. Fritz Hippler, Dr. Hans Traub, Heinrich Roellenbleg, Dr. Ernst Brasch, Georg Sante und Robert Klein;
als Band 2 von H. Traub „Als man anfing zu filmen. Die Erfindung der Kinematographie und ihrer Vorläufer". Arbeiten über Filmmusik, Tontechnik, Werbung für den Film und Filmstatistik sind in Vorbereitung.
Außerdem wurde 1940 im Verlag K. W. Hiersemann, Leipzig, herausgegeben: Das deutsche Filmschrifttum, eine Bibliographie der Bücher und Zeitschriften über das Filmwesen, bearbeitet von Dr. phil. habil. Hans Traub, Wissenschaftlicher Leiter der Ufa-Lehrschau, und Hanns Wilhelm Lavis, 247 Seiten.
Für die Betriebe der Universum-Film A.-G. werden monatlich interne „Hausmitteilungen" herausgebracht. Sie geben einen Überblick über die neu eingestellten Schriftwerke in die Bücherei und unterrichten laufend über das neuerschienene Filmfachschrifttum in deutscher und, so weit wie möglich, auch in ausländischer Sprache.
Damit verbunden sind die „Mitteilungen der Ufa-Lehrschau", welche für die Fachpresse bestimmt sind. In Zusammenarbeit mit dem NS-Rechtswahrerbund bearbeitete die Ufa-Lehrschau 1938 für Schulungszwecke einen Film: Das Rechtsleben im Film.
Dieser Sammelfilm zeigt mit erklärenden Zwischentiteln Szenen aus dem Rechtsleben, welche sieben großen Kriminalfilmen verschiedener Firmen entnommen wurden. Außerdem konnten bis zu Beginn des Krieges vor den Herstellungs- und Spielleitern, den Darstellern, Filmbildnern, Kameramännern und Tonmeistern laufend ausländische Filme vorgeführt werden, um sie mit dem Filmschaffen anderer Länder vertraut zu machen.
Die Besucher und Benutzer der Ausstellung und der Bücherei der Ufa-Lehrschau kommen aus den Kreisen der eigenen Ufa-Betriebe sowie aus den Kreisen der Partei und ihrer Gliederungen, des Staates und seiner Behörden, der Wehrmacht, der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Schulen, der Presse und der freien Berufe.
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