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Für die Kino-Projektion waren Fachleute gefragt

Für ein genußvolles Kino-Erlebnis war ein helles Bild eine der Voraussetzungen neben dem Ton und dem bequemen Sessel und natürlich dem Film an sich, auch auf dem Land. Doch das war gar nicht so einfach.
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Wie bekam man einen möglichst hellen Lichtpunkt und das sogar zweimal

Die anfänglichen Glühlampen waren relativ schnell unzureichend, sie waren einfach zu dunkel und sie lieferten ein enorme Wärmeabstrahlung. Mit der Erfindung der Lichtbogen-Lichtquelle kam Bewegng in die Entwicklung. Und als dann ein Herr Beck noch eine Optimierung der Kohlebogenlicht-Lampe erfand, hatte man endlich das helle Licht im Lampengehäuse des Filmprojektores.

So weit, so gut, jedenfalls in den Großstädten. Auf den Dörfern und in der Pampa war das gar nicht gut, denn wenn im Dorfkino der Film begann, konnten die Einwohner nicht mehr kochen. Die Netz-Spannung war auf 180 Volt abgesunken. Und ab und zu kam das auch in einzelnen Stadtteilen und Vororten grösserer Sädte vor. Während der Überblendung von einer Rolle zur nächsten wurde dann auch noch doppelt soviel Leistung bebötigt.
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Die sogenannten Kohle-Bogenlicht-Lampen

Diese Technik wurde noch vor 1930 entwickelt, daß man zwischen zwei Kohlestäben einen sehr sehr helln nahezu punktförmigen Lichtbogen erzeugen konnte, wir nennen es ein Plasma. Mehr über das Plasma steht hier.

Solch ein Lichtbogen entsteht schon bei niedrigen Spannungen aber sehr hohen Strömen. Das beginnt bei Spannungen von etwa 40 Volt bis 80 Volt und Strömen bis zu 120 Ampere. Und diese Kombination muß man erstmal erzeugen. Vor allem muß aus der vom lokalen E-Werk angelieferten Wechelspannung die gewünschte Gleichspannung mit dieser hohen Stromstärke gewandelt werden.
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Die verfügbare Netzspannung war 220 (x 3) oder 3 x 380 Volt.

Fast alle kleinen und großen Orte wurden von den Energierversorgern damals wie heute mit 3 x 380 Volt Drehstrom (heute 3 x 400 Volt) angeschlossen. Jetzt weiß der Hausmann, daß beim Einschalten des Wasserkochers bei laufendem Geschirrspüler das Küchenlicht bereits leicht dunkler wird.

Würde jetzt eine 2000 Watt Bogenlichtlampe mit einem Transformator und dem folgenden Gleichrichter einegeschaltet, würde das Stromnetz mit fast 3000 Watt belastet, denn die Wandler-Verluste (meist im Trafo) waren damals noch erheblich.

Und eine Eigenart des Leistungsbedarfs der Kinos hatten wir noch vergessen. Wenn beim Spielfilm von einer Rolle auf die nächste Rolle überblendet wurde, mußten ja beide Lampen bereits angeschaltet sein, also kamen da - zwar nur kurzzeitig - bis zu 7 Kilowatt zusammen. In manchem Dorfgasthaus gingen da fast die Lichter aus.
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Konnte man jedoch aus allen 3 Phasen eine ausbalanzierte Leistung abrufen, brach die Spannung nicht so schnell zusammen, als wenn man aus nur einer Phase die vollen 7 Kilowatt abholen wollte.
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Und deshalb konstruierten die Ingenieure spezielle Gleichrichter

Ein spezieller Drehstrom-Transformator transformierte die Netzspannung von 3 Phasen auf eine Phase und auf die gewünschte Wechselspannung und der nachfolgende Gleichrichter erzeugte die Gleichspannung.

Von diesen Kinogleichrichern gab es mehrere sehr unterschiedliche Versionen. Eine Version war zum Beispiel der (rotierende) Motor-Generator- Gleichrichter, der aber nur selten vor kam. Diese Motor-Generator- Maschine war einfach zu laut.

Wesentlich öfter kam der Glükathoden-Gleichrichter vor, der den Drehstrom für die 3 Phasen gleichzeitig in Gleichstrom wandelte und mit nur noch einem zweipoligen Anschluß der Projektionslampe zuführte. Und davon brauchte man für jeden Projektor einen solchen schweren Kasten (ca. 85 Kilo).

Ein Problem trat auf, wenn die Netzspannung mal extrem stabil war und der Gleichrichter 70 Ampere lieferte anstelle der gewünschten 50 oder 60 Ampere.

Ein zu hoher Strom fraß die Kohlestäbe regelrecht auf und das war teuer. Zumal man von dem wenigen Mehr an Lichtstärke draußen im Saal auf der Bildwand fast nichts bemerkt hatte, außer einem merkwürdigen Blaustich.
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Bei Bedarf den Strom begrenzen ....

Das Maß der Dinge war damit die Stromstärke. Fast alle Projektoren hatten hinten an der Bogenlampe ein Amperemeter, mit dem der Vorführer sehen konte, welche Stromstärke gerade angeliefert (gefahren) wurde.

Mit der damaligen Technik der 1940er und 1950er Jahre war es nur schwer möglich, die Spannung an der Bogenlampe stufenlos oder in Stufen zu reduzieren.

Anders herum brauchte der Vorführer auch ein paar Reserven, wenn die Netzspannung (z.B. zu Weihnachten) drastisch in die Knie ging und sein Filmchen ein trübes Bild mit Grauschleier projezierte.
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Das "Zuviel" an Strom wurde einfach verbraten

Damals kam der Strom aus der Steckdose, unkten die verwöhnten Mitmenschen. Heute bekämen wir Krämpfe oder es rollen sich die Fußnägel, wenn wir zurückblicken, daß die Kino-Experten den überschüssigen Strom einfach "verbrannt" hatten. Insbesondere wenn diese rustikalen Vorwiderstände immer (dauerhaft) einen Teil des angelieferten Stroms vernichtet hatten, weil man ja ab und zu etwas Reserve nach oben brauchte.

Jedenfalls ist und war diese Technik eines gewaltgen Vorwiderstandes eine mittlere aber noch nicht änderbare Katastrophe - und über Jahrzehnte ohne Alternative. Der Strom kam über Jahre aus der Steckdose.

In der Zeitschrift der FIlmvorführer wurde bereits sehr früh auf die vermeidbaren Kosten der ungschickten oder nachlässigen Einstellung hingewiesen.
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Hohe Ströme gleichrichten - mit dicken Röhren

Die drei dicken Röhren in den Röhrengleichrichtern waren von Anfang an Verschleißteile. Gleiches galt übrigens auch für die Endröhren in den Tonfilm-Vestärkern. Das wußte man bereits.

Und die Röhren erzeugten eine nicht zu unterschätzende Abwärme, die Gleichrichter wurden richtig warm. Ganz ober erwähnte ich bereits, wenn die Projektionslampe mit 2000 Watt betrieben werden sollte, wurden oft mehr als 3.500 Watt Leistung vom Versorger abgerufen - und natürlich auch in Rechnung gestellt.
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Hypermodern - der neue Selengleichrichter

In den 1940er Jahren ging darum die Entwicklung weg von den Röhren zu den damals moderneren und fast verschleißfreien Selen-Gleichrichtern. Nur waren hier nicht ein Strömchen von 1 Ampere gefragt wie in manchen historischen Rundfunkgeräten, hier waren es 40 bis 80 oder sogar 100 Ampere und ab und zu auch noch größere Ströme zum Zünden des Lichtbogens. Und auch die Selenplatten mußten belüftet werden.
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