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Wir laden Sie ein zu einem virtuellen Rundgang durch unser virtuelles fiktives Fernsehmuseum.

aus Weiß wird Farbe

von Gert Redlich in 2007 - Das angedachte (und geplante) Wiesbadener Fernsehmuseum, auf das der Wiesbadener Förderverein seit nunmehr über 30 Jahren hin gearbeitet hatte, gibt es immer noch nicht.

Und dieser Wiesbadener Fernseh-Fundus lagerte bisher (Anfang 2010) in einem großen Lagerhaus
in Wiesbaden- Amöneburg (Entschuldigung, Mainz-Amöneburg), das liegt zwischen Wiesbaden- Biebrich und Mainz-Kastel, aber auf der Wiesbadener Seite rechts des Rheins.

Unser virtueller Rundgang auf diesen Seiten soll Ihnen den Mund wässrig machen, mal vorab zu sehen, was Sie hier in Wiesbaden vielleicht "demnächst" erwarten könnten (und auch, was es nicht gibt !).

Wie geht das beim Fernsehen ? Wo fangen wir an ?
Also . . . zuerst kommt der Mensch mit der Idee . . .

. . . zu einer Show oder einer Veranstaltung oder einer Sendung, der diese Idee aufschreibt, also der Autor. Dann kommt der Produzent, der diese Idee oder das Dehbuch (oder Storyboard) umsetzen will, muß oder möchte. Natürlich sind da (leider) noch ein paar andere Entscheidungsträger mit im Spiel, vor allem die, die auf dem Geld sitzen. Irgendwann nach langer oder auch kurzer Vorbereitung geht es dann los mit dem "Projekt".

Die Show startet meist im Studio auf der "Bühne".

Darum beginnen wir auch mit unserer richtigen kleinen Bühne. Die Akteure oder Schauspieler oder "Künstler" mit ihrem Tun stehen dabei im Mittelpunkt der Veranstaltung und sollen entsprechend herausgeputzt bzw. ins rechte Licht gestellt werden.

 

Und schon sind wir bei der Beleuchtung. Ohne Licht ging Jahrzehnte lang nichts beim Film und beim Fernsehen. Es gibt den alten Spruch von den drei Ls = "Licht lockt Leute". Das gilt für unser Profi-Fernsehen ganz besonders.

Alle sollen in´s "Auge" gucken.

Und das Auge ist die Kamera. Erst war sie groß und schwarz weiß mit einem Objektiv Revolver vorne dran, dann immer noch riesig groß und dafür bunt und dann immer kleiner und kleiner und besser und "perfekter". (Kann man "perfekt eigentlich steigern ? Nein, das ist also falsch!)

 

Die modernen Kameras der "Consumer" Camcorder mit den drei CCDs (den inneren Augen) machen vor, daß es heutzutage (2006) wirklich exzellente Technik gibt, die "in die Hosentasche" paßt. Im April 2006 wird der erste HDTV Camcorder für etwa 6000 Euro vorgestellt. Das war noch vor 10 Jahren völlig undenkbar.

 

Hier rechts im Bild eine der sehr bekannten Bosch-Fernseh GmbH (Fese) Farb Kameras.

Die Bilder sollen live gemixt zum Sender "fließen".

Die Bilder aus mehreren Kameras sollen irgendwie gesendet werden. Dazu braucht man den Bild-Mischer, der eine der Kameras mit einem Film oder einem festen Bild oder sogar ein Mix aus mehreren Kameras zusammen faßt und auf "die Leitung" schickt..

Vorher müssen die Leute noch sehen, "was" da raus geht.

Also braucht man auch mehrere Fernseher, für jede Kamera und jeden Filmgeber und jede "Live"- Leitung einen, aber deutlich bessere als zu Hause natürlich. Man braucht sogenannte Kontroll- Monitore mit besonders guter Bild- und vor allem Farbqualität.

Und dann müsste man es noch irgendwie "aufheben", konservieren.

Dafür gab es Jahrzehnte lang nur den 35mm und den 16mm Film. Wie das damals ging, das kommt später, und so benutzte man ab den 60ern, als sie endlich funktionierte, die "Magnetband-Auf-Zeichnung", also die "MAZ" für Bild und Ton und natürlich auch in Farbe.

Doch was ist das schönste Bild ohne guten Ton ?

Auch beim Ton braucht man ein Mischpult, um das richtige Mikrofon zur richtigen Kamera oder zur richtigen Zeit "aufzuziehen" und evtl. mit Musik oder anderen Geräuschen zu "unterlegen". Und man muß auch mithören können. Dazu braucht man zwei gute Studio-Boxen im Regieraum und mehrere Kontrollmonitore (= Lautsprecher) auf der Bühne.

Und auswärts muß man immer alles dabei haben.

Geht die Fernsehproduktion auf Reisen, dann darf nichts fehlen. Dazu hatten sie ihre Ü-Wagen, in denen die ganze Technik lückenlos vorhanden war. Zwar klein, aber fein und auf engstem Raum war alles mobil untergebracht. Die größeren Brocken wie die 4 (älteren) Farbkameras und die Vinten-Stative wurde in einem zusätzlichen Rüstwagen mitgefahren.

Für die alten MAZen war kein Platz im Ü-Wagen.

Die alten großen 2" MAZen hatten damals noch ihr eigenes "Auto", nämlich den MAZ-Wagen, meist einen 15 Tonner, der immer ein wenig besoffen mit Schlagseite gefahren wurde (weil die beiden MAZen fast immer auf einer Seite standen). Die MAZen waren damals mit 280kg bis 400kg noch sehr sehr schwer. Die alleresten MAZen kurz nach 1958 waren so groß und schwer, daß anfänglich immer nur eine MAZ in solch einen MAZ-Wagen rein ging. Erst später wurden sie kleiner und zwei Stück waren in dem MAZ-Wagen, der teilweise mit richtig viel Blei ausbalanziert wurde (wegen des besoffenen Aussehens und wegen der komischen Fahreigenschaften).

Und wenn es es mal einen richtigen 35mm Kinofilm gab,

dann wurde der in einem sogenannten Filmabtaster auf eine spezielle Farbkamera projeziert und auf diesem Umweg auf "den Sender" geschickt. Und von diesen Filmabtastern brauchte man auch immer zwei Stück, wie im richtigen Kino. Wenn die eine Film-Rolle zu Ende war, wurde überblendet und so immer alternierend mit der nächsten Rolle weiter gemacht.

 

Da gibt es noch viel zu erzählen, Stories aus dem Leben und aus den Studios und Geschichten von Ereignissen hinter den Vorhängen, über Jubel, Applaus ohne Zuschauer und auch über Wutausbrüche und viele Tränen.

 

 

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