Der "Deutsche Film" 1933-45 - eine fatale Lobhudelei aus 1980
Sept. 2026 von Gert Redlich - Obwohl in der Einleitung des Buches auf die besonderen Gegebenheiten der Kriegszeit von 1939 bis 1945 hingewiesen wird, strotzen die einzelnen Kapitel und Biografien mit überbordender kritikloser Lobhudelei. Wer die ausführliche und seitenlange Einleitung übergeht, landet in einer super tollen heilen Film-Welt der großen bewunderns- werten (Reichs-) deutschen Filmkunst.
Daß dem überhaupt nicht so war, geht in den Lobeshymnen des italienischen Autors Michele Sakkara unter und verfälscht die Geschichte der damaligen Zeit. Während in den Filmstudios triviale Seifenopern gedreht wurden, konnten die Kinobesucher über die opulenten Buffets, die super tollen aufwendigen Kostüme und die Babalsberger Traum-Kulissen nur staunen. Und daß die Macher dieser Filme von damals nach dem 2. Weltkrieg alle "entlastet" wurden, stinkt zum Himmel.
Selbst mittelmäßig intelligente Reichsbürger wußten spätestens seit Herbst 1933, was die Stunde geschlagen hatte und mit welchen Regime sie sich ab jetzt verheiraten müssten oder alternativ mühsam arrangieren müssen und das war überhaupt nicht lobenswert. Mit diesem Buch aus 1980 wird das 3.Reich und der deutsche Film als Werkzeug einer Diktatur aufgewertet und damit wird die unrühmliche deutsche Geschichte heftigst verdreht.
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Die Aufzählung und die Texte stammen alle aus 1980
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Erklärungen für eine Korrektur (gross ? oder bombastisch ?)
Das Kapitel heißt zwar "Grosse Filme", sollte aber besser "Bombastische Filme" heißen. Bei den Regisseuren im ersten Kapitel ist das weniger interessant, weil die allermeisten Kinobesucher diese Information überhaupt nicht interessiert hatte. Auch wer die Story und die Musik geschrieben hatte, war wenig interessant. Der möglichst reißerische Titel des Films und die ersten drei Hauptdarsteller waren die eigentlichen Zugnummern.
Es waren alles nationalsozialistische Propagandafilme !
Beachten Sie mal die (einige) Schlüselbegriffe der Nazis - sogar schon von vor 1933. Die wichtigsten sind
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- Kampfmomente
- Pflichterfüllung
- Siegeswillen
- Sehnsucht und Erfüllung des Menschen
- Ideale von Kraft, Schönheit und Anmut
- Idealbild männlicher Schönheit
- Die Flamme, aus der Sehnsucht geboren
- ein Heldenlied der Ausdauer und des Siegeswillens
- Durchhalten bis zum letzten Atemzug
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Bei der Durchsicht der beschreibenden Texte wird die Vermutung gestärkt, der italienische Autor Michele Sakkara hat die Filme nicht alle gesehen. Und es verdichtet sich der Eindruck, bei der ungefilterten heroischen Lobhudelei kommt die revisionistische Weltanschauung zum Vorschein. Er benennt (referenziert) viel zu oft die lobenden tollen Kritiken aus der NS-Zeit und danach, aber eben auch nur die von gleichgesinnten Schreibern. Anmerkungen über den überall eingeflochtenen unterschwelligen Judenhaß und sonstige Feindschaften werden nicht oder ganz selten angesprochen.
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DER CHORAL VON LEUTHEN
Produktion: Carl Froelich (1933) - Nach einer Idee von Friedrich Pflughaupt - Darsteller: Otto Gebühr, Olga Tschechowa, Elga Brink, Harry Frank, Paul Otto, Hans Adalbert v. Schlettow, Jack Mylan Münz, Veit Harlan, Walter Jansen, u. a. - Kamera: Franz Planer, W. Blum, Hugo v. Kaweczyuski - Musik: Marc Roland - Regie: Carl Froelich - Länge: 2400m - Premiere: 3. Februar 1933 in Stuttgart
Dezember 1757: Auf den grundlosen Straßen Schlesiens, in bitterer Verzweiflung wälzen sich die Trümmer der geschlagenen preußischen Armee rückwärts, mit letzter Kraft. Noch decken Zietens Husaren den Rückzug bedroht von der Übermacht. Im Schloß Lissa finden sie letzte Zuflucht. Hier lernt der Rittmeister v. Wustrow das Schloßfräulein kennen und lieben. Eine Kriegstrauung vereinigt sie.
Die Österreicher kommen. Sie stehen vor Lissa. Auch Wustrow muß fort. Der hoffnungslose Rückzug geht weiter. Da naht vom Osten König Friedrich. Bei Roßbach hat er die Franzosen geschlagen, er eilt jetzt nach Schlesien um die drohende Katastrophe aufzuhalten. Die Ankunft ihres Königs gibt den Soldaten neue Kraft. Friedrich setzt den Kampf fort; er schlägt die Österreicher in einer taktisch klugen Schlacht. In überströmender Freude stimmen Preußens Soldaten „Nun danket alle Gott" an.
Der König war inzwischen weiter geritten. Allein kommt er auf Schloß Lissa; hier sind die Kommandos der österreichischen Armee gerade im Aufbruch. Gegen v. Wustrows junge Frau ist jedoch ein Kriegsgericht im Gange. Sie hatte nachts v. Wustrow getroffen. Ihr Treffen war entdeckt worden. Der König weiß, daß er verloren ist, wenn er nicht seine Haltung bewahrt. Er spielt den Überlegenen.
Erst langsam erholen sich die Österreicher von ihrem Schrecken, bis sie erkennen, daß der König allein ist. Schon wollen sie ihn zum Gefangenen erklären - da klingt von draußen der Choral herein. Die Truppen sind dem König gefolgt. Singend umringen sie das Schloß, brausend steigt der Choral dem Himmel empor. Nicht nur ihr König, auch die Frau eines preußischen Offiziers ist gerettet. Und während das Dankgebet weit über das Feld klingt, reitet der König weiter. Er darf sich keine Ruhe gönnen.
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SIEGFRIEDS TOD
Produktion: UFA (1924) 1933 - Darsteller: Paul Richter, Margarete Schön, Hanna Ralph, Theo Loos, Gertrud Arnold, Hans Carl Müller, Erwin Biswanger, u. a. - Kamera: Carl Hoffmann, Günther Rittau - Musik: Gottfried Huppertz unter Verwendung klassischer Motive - Regie: Fritz Lang (zusammenfassende Bearbeitung Dr. Franz B. Biermann) - Länge: 2.258m - Uraufführung: 29. Mai 1933
In diesem Streifen wird ein Teil der Nibelungensage abgehandelt. Es handelt sich um die Neuaufführung des nunmehr mit einem gesprochenen Prolog und mit Musik unterlegten sowie um 1000m gekürzten 1. Teil des im Jahre 1923 hergestellten und am 14. Februar 1924 im Berliner "UFA-Palast am Zoo" angelaufenen Monumental-Stummfilms „Die Nibelungen".
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DAS TESTAMENT DES DR. MABUSE
Produktion: Nero-Film (1933) - Drehbuch: Thea von Harbou - Darsteller: Rudolf Klein-Rogge, Oskar Beregi, Theodor Loos, Otto Wernicke, Klaus Pohl, Wera Liessem, Gustav Diessl, Camilla Spira, Rudolf Schündler, u. a. - Kamera: Fritz Arno Wagner, Karl Vass - Musik: Dr. Hans Erdmann - Regie: Fritz Lang - Länge: 3.334m
Der Psychiater und Besitzer einer Nervenklinik, Professor Baum, hält Vorlesung über sein Lieblingsthema, über das Gehirn des ehemaligen Hypnotiseurs und späteren Falschmünzers Dr. Mabuse, der jetzt als unheilbar Wahnsinniger in seiner Anstalt lebt. Dr. Mabuse schreibt in seiner Krankheit Anweisungen für Verbrechen, die völlig sinnlos auf Zerrüttung der menschlichen Gesellschaft ausgehen. Diese Verbrechen werden ausgeführt durch seine Helfershelfer, deren Chef Professor Baum ist, der völlig unter dem Einfluß des Wahnsinnigen handelt. Die Polizei steht machtlos vor den für sie rätselhaften Verbrechen, bis eines Tages ein heruntergekommener Assistent, der sich rehabilitieren will, Entdeckungen macht und den Namen Dr. Mabuse seinem früheren Chef Lohmann mitteilen kann.
Als man nach Dr. Mabuse forscht, muß man feststellen, daß er inzwischen gestorben ist, ohne daß aber die Verbrechen aufhörten. Kent, ein Mitglied der Bande, will nicht mehr mitmachen, obwohl er weiß, daß dies seinen Tod bedeuten würde. Es gelingt ihm trotz größter Lebensgefahr, die Polizei zu benachrichtigen, die inzwischen von sich aus auch Spuren zu anderen Mitgliedern der Bande gefunden hat. Als man Professor Baum als Haupt der Verbrecher verhaften will, hat er bereits zu einem Anschlag auf die Chemischen Werke ausgeholt, deren Sprengung das Leben der ganzen Stadt vernichten würde. Es gelingt im letzten Augenblick, größeren Schaden zu verhüten. Baum ist, von der Polizei verfolgt, in seine Klinik geflüchtet. Kommissar Lohmann findet ihn, wahnsinnig geworden, auf dem einstigen Bett Dr. Mabuses sitzend, bei der Vernichtung der Schriften des Dr. Mabuse.
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DER JUDAS VON TIROL
Produktion: Lothar Stark-Film (1933) - Drehbuch: Dr. H. Curjel nach dem Volksschauspiel „Der Judas von Tirol" von Schönherr - - Darsteller: Fritz Rasp, Camilla Spira, Marianne Hoppe, Hanns Bock-Gadon, Fritz Kampers, Eduard v. Winterstein, Theodor Loos, Hans Hermann Schaufuß, u. a. - Kamera: Willy Winterstein, Karl Lob - Musik: Gottfried Huppertz - Regie: Franz Osten - Länge: 2235m - Premiere: 21. November 1933
Der Film beinhaltet das Leben und Sterben des Südtiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer. Der Streifen erhielt damals das (reichsdeutsche) Prädikat „wertvoll" und erntete großen Beifall und starkes Interesse (bei den strammen NS-Reichsbürgern).
HITLERJUNGE QUEX (einer der ersten Hetz-Filme)
Produktion: UFA (1933) - Drehbuch: Karl A. Schenzinger, Erwin B. Lüthge - Darsteller: Heinrich George, Berta Drews, Claus Clausen, Hermann Speelmans, Hans Richter, Rudolf Platte, Hermann Meixner - Kamera: Konstantin Irmen-Tschet. - Musik: Hans Otto Bergmann - Regie: Hans Steinhoff - Länge: 2.609m - Premiere: 19. September 1933 in Leipzig
Der Film hat den Mord am Hitlerjungen Herbert Norkus (1932) zum Anlaß genommen, um mit großem Pathos das Klima des Terrors, welches zu der damaligen Zeit in den Arbeitervierteln Berlins von den Kommunisten entfacht wurde, anzuprangern. Dies war in der Zeit vor der Machtergreifung (Anmerkung : also vor März 1933) . Heini, der 15jährige Sohn eines aktiven Kommunisten, ist gegen den Willen seines Vaters in die Hitlerjugend eingetreten und hat in seiner Familie ein Drama heraufbeschworen, das seinen Höhepunkt mit dem Selbstmord der Mutter erreicht.
Dieser tragische Tod verändert die Ansichten des Vaters und er fühlt sich mehr als Deutscher und erst in zweiter Linie als Kommunist. So finden Vater und Sohn wieder zusammen. Eine Geschichte, die mit großem Instinkt und fast wütend erzählt wird, von einem Mann, der auch vor der Kamera sein klares politisches Gewissen nicht vergißt und über die ganze Dauer des Films hindurch zeigt, daß das Filmen eine emotionale Kunst darstellt.
Es gibt keinen Zweifel, daß man nach dem Film „Der Hitlerjunge Quex" klar erkennt, welches die richtige Straße ist, um zum Herzen und zum Gehirn des Publikums vorzudringen, durch eine besondere Form der (Nazi-) Propaganda.
Es ist perfekt gelungen, in den reichsdeutschen Zuschauern „konkret" die dramatischen Ereignisse, welche ihr tägliches Leben gestört haben, wieder aufzufrischen. Dank einer Serie von Ereignissen (insbesondere die Szene des Selbstmordes der Mutter von Quex und die letzte Szene der Ermordung (des Jungen selbst) auf der Straße, die alle rythmisch aufgebaut sind und von beachtlichem spektakulärem und szenischem Effekt sind.
Ohne Dementi kann man feststellen, daß der Film von Steinhoff uns wegen des Realismus, der ihn umgibt, zu den besten Zeiten des Films (reichsdeutschen Films) zurückführt und daß er noch heute einen Ehrenplatz einnimmt. - Noch ein besonderer Hinweis auf Heinrich George ... ein Gesicht und ein Vortrag von explosiver Resonanz. Der Film wurde unter dem Patronat der (Reichs-) Regierung und der NSDAP Partei (unter der direkten Kontrolle von Baidur von Schirach - dem Führer der Hitlerjugend) gedreht und anläßlich eines Gala-Abends im UFA-Palast in München in Anwesenheit von Hitler, Göring, Goebbels und deren Mitarbeiter vorgestellt.
Als Einleitung wurde die 3. Sinfonie von Bruckner gespielt und von Schirach wandte sich mit seinen Begrüßungsworten an die Anwesenden : „Adolf Hitler ist hier zwischen uns, um alle jungen Kämpfer zu ehren, die für ein neues freies Deutschland gestorben sind, wie der junge ,Quex'. Ich bitte Sie, seinem Andenken alle Ehre zu erweisen".
- Anmerkung : Dieser Hetzfilm gegen die Juden war der Schlüssel für viele Arbeitsverbote bei der Entnazifizierung nach 1945. Der Hauptdarteller Heinrich George wurde nach dem Kriegsende von den Russen buchstäblich verhungern lassen, als sie diese Filme sahen.
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DIE FINANZEN DES GROSSHERZOGS
Produktion: Tofa, Tonfilm-Fabrikations GmbH (1934) - Drehbuch: Hans Rameau, nach Frank Heller - Darsteller: Viktor de Kowa, Hilde Weissner, Heinz Rühmann, Paul Henckels, Maria Loja, Hans Stiebner, Theo Lingen, Willi Schur, u. a. - Kamera: Ewald Daub - Musik: Theo Mackeben - Regie: Gustav Gründgens - Länge:2.405m - Premiere: 10. Januar 1934
Inhalt: Heitere Satire auf die Zustände in den Liliputstaaten am Mittelmeer. In einem sagenhaften kleinen Herzogtum am Mittelmeer, Abacco, regiert der Herzog Ramon XXII. unter den größten Schwierigkeiten. Er ist verschuldet, so daß ihm überhaupt nichts mehr gehört. Sein größter Gläubiger, ein Gauner mit Namen Marcowitz, beabsichtigt einen Staatsstreich, um sich selbst zum Staatsoberhaupt zu machen.
Im letzten Augenblick kommt ein Amerikaner Bekker an, der Schwefellager entdeckt hat und sie dem Herzog für 10 Millionen abkaufen will. Aus Rücksicht auf die Gesundheit seiner Untertanen weigert sich der Herzog jedoch, darauf einzugehen.
Der Finanzminister erreicht durch einen gefälschten Brief der russischen Großfürstin Olga, die die Heirat mit Ramon anbietet, eine kurze Gnadenfrist. Trotzdem wird nach einigen Tagen eine Revolution durchgeführt, und Ramon muß abdanken. Inzwischen hat sich die Großfürstin Olga tatsächlich nach Abacco aufgemacht, vorläufig unter falschen Namen, da sie von ihren Verwandten, einem Nachkommen Iwans des Schrecklichen, verfolgt wird. Nach tollen Verwicklungen und Verwechslungen kommt sie auch zur Rettung Ramons XXII. an und heiratet ihn nun auf einem Kriegsschiff mit Zustimmung ihrer Verwandten.
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LEICHTE KAVALLERIE
Produktion: FDF Film der UFA (1935) - Drehbuch: Franz Rauch, nach dem Roman „Umwege zur Heimat" von Heinz Lambrecht - Darsteller: Marika Rökk, Heinz von Clewe, Fritz Kampers, Hilde Sesack - Kamera: Bruno Timm - Musik: Hans Otto Borgmann - Regie: Werner Hochbaum -
Länge: 2.505m - Premiere: 14. Oktober 1935
Es lockt die bunte Zirkuswelt! Ehrgeiz, Enttäuschungen und Triumph einer jungen Tänzerin! Ein neuer Stern glänzt am Himmel des Ruhms! Artistenschicksale, wie sie das Leben wirklich kennt. Die Gäste rasen vor Begeisterung, wenn die blutjunge Rosika in der väterlichen Taverne die wilden, leidenschaftlichen Tänze der ungarischen Pußta tanzt! Doch sie will zum Zirkus, wo ihr Freund Rux, der alte Clown, lebt. Und sie hat Glück. Direktor Cherubini engagiert Rosika - nicht ganz ohne private Nebenabsichten. Der Stallbursche Geza ahnt, was kommen wird. Freund Rux tröstet und sagt dem Verbitterten auf seine stille Art, niemand dürfe Rosikas Glück im Wege stehen. Verzweifelt verläßt Geza den Zirkus. Doch die große Pantomime von Rux „Leichte Kavallerie" mit der tanzenden, reitenden, singenden Rosika in der Hauptrolle, bleibt unaufgeführt. Empört weist die junge Ungarin Cherubinis üble Annäherungsversuche zurück. Sie und Rux werden arbeitslos. Erst als Direktor Franconi die „Leichte Kavallerie" in Budapest groß herausbringt, lacht den beiden wieder das Glück. Schöner noch als der Premierenbeifall ist für Rosika das Wiedersehen mit dem geliebten Geza.
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TRAUMULUS
Produktion: Tobis (1936) - Drehbuch: R. A. Stemmle und Erich Ebermayer nach dem gleichnamigen Bühnenwerk von Arno Holz und Oskar Jerschke - Darsteller: Emil Jannings, Hilde Weissner, Hannes Stelzer, Harald Paulsen, Herbert Hübner - Kamera: Rainer Kuntze - Musik: Hansom Milde-Meissner - Regie: Carl Froelich - Länge: 2686m - Premiere: 23. Januar 1936
Ein Vermächtnis großer Darstellungskunst: Die Tragödie eines Träumers - Die Umwelt zerstört seine Ideale, der Tod eines jungen Menschen lehrt ihn die Erkenntnis der eigenen Fehler. „Traumulus" nennen die Schüler den Direktor ihres Gymnasiums wegen seiner versponnenen Liebe zur Antike. Sein Feind, der Landrat, dagegen, greift den Professor Niemeyer am Honorationen-Stammtisch hart an. Ist ihm der Klatsch um die Beziehungen seiner jungen Frau zu Fritz, seinem verkommenen Sohn aus erster Ehe unbekannt? Weiß er nicht, daß sein Zögling Kurt von Zedlitz mit der Schauspielerin Lydia Link ein anrüchiges Lokal besucht hat und sogar in ihrer Wohnung war? Empört verhängt der Professor, der im Familienkreise kein Verständnis findet, über Kurt, den Kavalierspflicht schweigen läßt, den Hausarrest. In der Nacht jedoch, wird der „Anti-Tyrannia-Club" ausgehoben und Zedlitz mitverhaftet! Von Niemeyer im Zorn, ohne Anhörung seiner Gründe, des Hauses verwiesen, begeht der junge Mensch Selbstmord. An der Bahre des Toten bekennt der Träumer vor seinen Schülern, daß seine Erziehungsmethoden für eine heutige Jugend falsch waren.
DER BETTELSTUDENT
Produktion: UFA (1936) - Drehbuch: Hans H. Zerlett nach der gleichnamigen Operette von F. R. Genee und Carl Millöcker - Darsteller: Hans Heinz Bollmann, Jarmila Novotna, Fritz Schultz, Truus van Aalten, Marika Rökk, Johannes Heesters, Carola Höhn - Kamera: Ewald Daub - Musik: Felix Günther unter Verwendung der Originalkomposition von Carl Millöcker - Regie: Viktor Janson - Länge: 2522 m - Premiere: 1. September 1936 in Hamburg
Anno 1704! In Polen regiert August der Starke, Kurfürst von Sachsen. In Krakau gärt es unter der Bevölkerung. Offene Rebellion droht. Als Gouverneur verhängt Oberst Ollendorf das Standrecht über die Stadt. In den strahlend erleuchteten Palästen folgt ein Fest dem anderen, und die Nächte sind erfüllt von Champagnerlaune, Tanz und Frauenlachen. Auf dem Ball der Gräfin Nowalska verliebt sich der Oberst in deren Tochter, die Komtesse Laura. Als er sie küssen will, ist eine schallende Ohrfeige die Antwort. Der Gouverneur sinnt auf Rache. Zwei verhaftete Studenten sollen ihm dabei helfen. Doch zwischen Laura und dem temperamentvollen Simon flammt sofort Liebe auf. Auch als Ollendorf sein Intrigenspiel höhnisch aufdeckt, weiß die Komtesse, wohin sie gehört. Der Friedensschluß zwischen August dem Starken und König Stanislaus enthüllt Simons wahren Rang und Namen: beglückt reicht Laura dem Herzog Kasimir von Polen die Hand zum Bund fürs Leben!
UNTER HEISSEM HIMMEL
Produktion: UFA (1936) - Drehbuch: Gerhard Menzel - Darsteller: Hans Albers, Lotte Lang, Aribert Wäscher, Rene Deltgen - Kamera: Fritz Arno Wagner - Musik: Theo Mackeben - Regie: Gustav Ucicky - Länge: 2770m - Premiere: 23. Dezember 1936
Freund Groppi starb, die Verletzung der Quarantäne-Bestimmungen kostete ihn sein Kapitänspatent - nun sitzt der blonde Kellersperg im Piräus-Hafen. Arbeitslos. Auch das Treffen mit Groppis Braut Rosa, um die der Kapitän sich kümmern soll, ist nicht sehr erfreulich. Auf die schiefe Bahn ist das blonde Mädchen geraten. Da spricht ein Unbekannter den Deutschen an. Als Konsul Calfa stellt er sich vor. Er hätte ein Schiff - die „Gorboduc" - mit einer Ladung Klaviere nach Afrika. Es dauert nicht lange, bis Rosa und Kellersperg den Herrn Konsul handgreiflich zu spüren bekommen. Aber immerhin: die „Gorboduc" läuft aus! Musik erklingt. Tanz. Bis einige Passagiere plötzlich entdecken, daß sich in den Klavierkisten Maschinengewehre befinden! Waffenschmuggel! Neue Sensation: Der Erste Offizier ist ermordet! Da - eine ohrenbetäubende Explosion! Die „Gorboduc" beginnt zu sinken. Kapitän Kellersperg dichtet das Leck unter Lebensgefahr. Die Polizei kennt seine Unschuld. Man fand bei dem „Konsul" interessante Dinge!
OLYMPIA I. UND II. TEIL
Produktion: Tobis (1936) - Gesamtleitung und künstlerische Gestaltung: Leni Riefenstahl - Herstellungsleitung: Walter Traut, Walter Großkopf - Kamera: Willy Zielke, Hans Ertl, Walter Frentz, Guzzi Latschner, Kurt Neubert, Hans Scheib und weitere 38 erste deutsche Kameramänner - Längen: Teil I. 3.492m; Teil II 2.722m - Premiere: 20. April 1938
Teil I: Fest der Völker
Mit dem Bild der Akropolis beginnt der Prolog des Filmwerkes. Er verbindet damit die Olympischen Spiele unserer Zeit mit der Antike, in der schon viele Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung die Kampffestspiele von Olympia in Blüte standen.
Das klassische Altertum formte die Ideale von Kraft, Schönheit und Anmut so, wie sie die Bau- und Bildwerke großer Künstler dieser Epochen festgehalten haben. Selbst die Steinruinen eines Zeustempels geben Kunde von diesem Schönheitssinn wie die Säulen und Mauern des Parthenon und Erechteion. Aus ihren Säulengängen blicken die Gestalten und Antlitze, die die klassische Kunst geformt hat: Götterbilder sind es, Köpfe und Statuen von Halbgöttern, Helden und Kämpfern, Achilles, Paris, Alexander der Große, wie verschieden drücken sie das Idealbild männlicher Schönheit aus.
Doch auch die Frauengestalt in der unsterblichen Plastik der Aphrodite steht als notwendige Ergänzung des Ideals von der menschlichen Schönheit in diesem Kreis, die ewige Sehnsucht neben der Kraft. Aus der gespannten Verhaltensweise des Diskuswerfers von Myron löst sich das Ebenbild männlicher Kraft aus unserer Zeit, der Diskuswerfer und Athlet aus unseren Tagen, der nach den Erscheinungen der steinernen Wandelbilder leben wird.
Athletengestalten aus dem Heute zeigen, wie das klassische Ideal sein getreues Abbild gefunden hat. Und wie Aphrodite zu der männlichen Kraft sich ergänzend stellte, so treten Frauengestalten mit ihren Spielen und entspannten Tänzen neben die Athleten. Sie symbolisieren mit ihrem Schreiten, ihren Gebärden die Sehnsucht nach den Idealen, und aus dem Rhythmus der Sehnsucht nach der Schönheit und Vollkommenheit wird die Flamme geboren.
Die Flamme, aus der Sehnsucht geboren, entzündet die Fackel, die das ewige Feuer vom uralten Altar aus Olympia nach sieben Ländern in das Stadion nach Berlin trägt, wo es an den 16 Tagen der XL Olympischen Spiele über der Jugend aus 52 Nationen und ihren Kämpfen leuchtete.
Der Fackellauf von Olympia nach Berlin leitet über zu dem grandiosen Schauspiel der Wettkämpfe, an die wir in eine noch nie so erlebte Nähe herangeführt werden, denn das Kameraauge sieht mehr als das Menschenauge.
Wir sind untergetaucht unter die Hunderttausende im Stadion und sehen doch mehr als sie und schauen doch überall hin, "wo" auch der günstigste Platz bei den Spielen uns nicht einen Bruchteil dieser Erlebnisfülle hätte bescheren können. Das kleinste Detail jedes Kampfes wird ebenso sichtbar wie sein großer Rhythmus.
Die sechs schnellsten Läufer der Welt am Start! Jede Sekunde vor dem Schuß ist wahrzunehmen, die Startgruben, die nervöse Hochspannung aller sechs, bis Owens gegen das Zielband fliegt. Frauenhochsprung - die letzte Entscheidung, höchste Konzentration, federndes Loslassen - die Zeitlupe macht es zu einer Offenbarung.
So hat es noch keiner auskosten können, jedes Rundenereignis, jede Phase von hundert Meter zu hundert Meter im 10.000-Meter Lauf. Drei Finnen zermürben den tapferen Japaner Murakoso, geben sich selbst an der Spitze noch den höchsten Ansporn, bis über den würdigen Nachläufern Nurmis, über Salminen, Askola und Iso-Hollo, an den drei Masten die Flagge Finnlands dreimal hochgehen kann.
Oder die Nacht des Stabhochsprungs! Nishidas religiöse Bereitschaft, Meadows vollkommenes Muskelspiel bis in den kleinsten Nerv, wenn er die 4 Meter 35 schafft.
Die Dramatik der Staffeln mit ihren tragischen Zwischenfällen - bis der Marathonlauf, schon im Namen Altertum und Neuzeit überbückend, sich in seiner einzigartigen Größe offenbart.
Wer konnte sonst Zeuge sein von dem Geschehen auf der 42-Kilometer-Strecke? Noch nie stand ein Heldenlied der Ausdauer und des Siegeswillens greifbarer, deutlicher vor unseren Augen als hier, wenn es dem "Ziele" zugeht, wenn die letzten Reserven des Körpers auszugehen drohen, während im Innern des Marathonkämpfers der Wille seinen unentrinnbaren Rhythmus des "Durchhaltens bis zum letzten Atemzug" anstimmt, hörbar und sichtbar gemacht durch ein Filmwerk.
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- Anmerkung : Hier in diesen beiden Filmen sind so gut wie alle NS-Narrative enthalten, die Hitler und Göbbels immer wieder angeführt hatten. Es war die Vorstellung der höheren Wertigkeit der arischen Rasse. Sowohl Männer wie auch Frauen waren stark, groß, schlank und blond mit dem vermeintlich typisch arischen Gesichtsausdruck.
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Teil II: Fest der Schönheit
Der Film führt uns im Morgengrauen zum Olympischen Dorf. Das Scherzo einer filmischen Sinfonie hebt an: kaum ist die Natur erwacht, sind auch die jungen Athleten auf den Beinen. Das Morgentraining im Olympischen Dorf setzt ein. Als Zaungäste dürfen wir der Kamera folgen, die bis in die Sauna, das erfrischende Dampfbad der Finnen, eindringt.
- Dann schlägt wieder die Stunde der Kämpfe!
- Zehnkampf! Die Leistung eines fanatischen Kämpfers wie Glen Morris ersteht neu!
- Fünfkampf! Männer, verwachsen mit ihren Pferden, Offiziere, die in ungewohntem Lauf das Letzte aus sich herausholen.
- Military - ein anderes Bild höchster Reitkunst.
Auf der Kieler Förde: Segel blähen sich, Steuer greifen kraftvoll durch - die Segelolympiade rollt ab, die Regatta in Grünau zeigt aufregende Kampfmomente an Start und Ziel. Und wieder reißt ein Wirbel von Pferdebeinen mit, dem die Augen kaum folgen können. Auf dem Maifeld geht es um die Poloentscheidung. Hohe Kunst, hohe Schule, was die Polosieger da vor unseren Blicken zeigen.
Wie verschwistern sich in ihrer edlen Wirkung Gymnastik und Turnen! Von allen Ballast befreite Wesen, so schwingen sie, springen im Doppelsalto heran, schweben am Barren, verkörperte Ideale der Kraft, Schönheit und Anmut.
Fliegende Menschen - auch sie, die im Schwimmstadion gleichsam die "Apotheose der Schönheit" in ihrer sportlichen Pflichterfüllung und ihrem Siegeswillen schufen. Ein unvergeßlicher Zusammenklang von Mensch und Wasser, Luft und Licht konnte filmisch festgehalten werden.
Eine Welt der Schönheit, Sehnsucht und Erfüllung des Menschen hat sich in diesem Fest der Jugend offenbart, dem das neue Deutschland in seiner Hauptstadt einen so würdigen schönheit-begeisterten Rahmen bieten konnte.
Die „Schlußfeier" bedeutet darum kein Ende, sondern ein Weiterklingen, einen ewigen Akkord, der einmal angeschlagen hat. Die olympische Flamme verlöscht, da reißt sich die Kamera am Scheinwerferdom empor, der sich über dem Stadion wölbt. Das Dach des Lichtdoms grüßt als Feuerbotschaft, es ist dasselbe Licht, das einst über der Akropolis aufging.
Vom kühnen Flug in die Antike, wo Feuer und Fackel entzündet wurden, bis in die realistische Nähe der Kämpfe bannte der Film, wie nur er es zu erfassen und zu umfassen vermag, die „sechzehn Tage" zu einem dauernden Abbild und Vorbild. Die Filme der Olympischen Spiele, Berlin 1936, erhielten u. a. folgende Auszeichnungen:
- 1937 „Goldmedaille,, von Frankreich
- 1938 Erster Preis auf der Biennale in Venedig als „Bester Film der Welt"
- 1938 „Polar-Preis" von Schweden
- 1938 „Ehrenpreis" der Regierung von Griechenland
- 1948 Olympische Goldmedaille vom Internationalen Olympischen Komitee
- 1958 Von Hollywood unter die „10 besten Filme der Welt" eingestuft
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- Anmerkung : Bis 1945 wurden diese Filme als Musterbeispiel deutscher Filmkunst betrachtet und bezeichnet. Eine andere Bezeichnung war damals gefährlich. Das ging sogar bis weit nach 1948 weiter, bis man den Anspruch an die Deutschen als arische Herrenmenschen endlich los war. Und die letzte Zeile von 1958 ist extrem vage: Wer ist Hollwood ? Wer in Hollywood hat solche Titel vergeben ? Der Autor argumentiert in seinem Buch öfter mit solche Plattitüden.
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ALLOTRIA
Produktion: Willi Forst Film (1936) - Drehbuch: Jochen Huth, Willi Forst - Darsteller: Renate Müller, Jenny Jugo, Heinz Rühmann, Adolf Wohlbrück, u. a. - Kamera: Ted Pahle, Werner Bohne Musik: Peter Kreuder - Regie: Willi Forst - Länge: 2 785 m - Premiere: 12. Juni 1936
Es waren einmal zwei Freunde: David und Philipp. Philipp hatte Plantagen auf Java und fuhr meist in der Welt herum, und David hatte einen wundervollen Rennwagen, Goliath, auf dem er die größten Rennen siegreich beendete. Sie sahen sich also nur selten, aber umso fester hielt ihre Freundschaft. Um nur ja keine Trübung in diese schöne Freundschaft zu bringen, hatten sie sich ihr Wort gegeben, sich nie in ein und dieselbe Frau zu verlieben. Leider verliebte sich aber ein und dieselbe Frau in die beiden Freunde. Und wenn sich die beiden Freunde inzwischen nicht in die reizende Gaby, die David unbedingt heiraten wollte, und in die schöne Viola, die Philipp gern geheiratet hätte, verliebt hätten, wäre ein furchtbares Unglück passiert: die schöne Freundschaft wäre in die Brüche gegangen. So aber trafen sich die beiden Freunde bei ihrer gemeinsamen Freundin Aimee, von der sie nicht wußten, daß sie ihre gemeinsame Freundin war. . . und waren beide sehr froh, daß sie mit einem blauen Auge von ihr loskamen; David verlobte sich mit seiner geliebten Gaby und Philipp fuhr wieder in die weite Welt hinaus, um seine geliebte Viola zu suchen, der er leider im rechten Augenblick nicht das rechte Wort gesagt hatte: heirate mich!
Aber als er sie endlich fand, da konnte er ihr den einmal verpaßten Heiratsantrag nicht machen, denn er fand sie wieder als die Frau seines Freundes David. Wie das kam und was sich daraus entwickelte, wie sich die charmante gemeinsame Freundin Aimee an Philipp und David rächte, und warum Philipp mit der reizenden kleinen Gaby bald nach Java fuhr... das erzählt dieser lustige Willi Forst-Film.
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TRUXA
Produktion: TOBIS-Film (1936) - Drehbuch: Hans H. Zerlett nach einem Roman von Heinrich Seiler - Darsteller: La Jana, Hannes Stelzer, Ernst Fritz Fürbringer, Mady Rahl - Kamera: Friedl Behn-Grund - Musik: Leo Leux - Regie: Hans H. Zerlett - Länge: 2.675m - Premiere: 15. Januar 1937
Hinter den Kulissen des internationalen Varietes hat man nicht vergessen, daß Meisterartist Truxa, dem als einzigem seines Faches auf dem Drahtseil der doppelte Salto vorwärts gelang, eines Tages spurlos verschwand. Sein Come-back ist eine Sensation: Im Berliner „Wintergarten" erwarten die verwirrend schöne Tänzerin Yester und der Illusionist Garvin, der Truxa als Rivalen tödlich haßt, den berühmten Kollegen in atemloser Spannung. Als er erscheint, erkennen beide, daß dieser lebensfrohe junge Mann nicht der echte Truxa ist. Da Yester an dem Doppelgänger Gefallen findet, will Garvin den neuen Nebenbuhler vernichten. Aber in der Gestalt des echten Truxa, der im Kampf gegen Garvin Ansehen, Erfolg und die geliebte Frau verlor, erwächst ihm der Rächer. Bevor der skrupellose Illusionist den jungen Artisten zum Absturz vom Seil bringen kann, taumelt Garvin im Ringen mit dem echten Truxa von der Beleuchterbrücke in die tödliche Tiefe. Und dem jungen Nachfolger gelingt erstmals der berühmte Doppelsalto!
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FRIDERICUS
Produktion: Diana Tonfilm (1937) - Drehbuch: Walter v. Molo, Erich Kröhnke - Darsteller: Otto Gebühr, Hilde Körber, Lil Dagover, Agnes Straub, Käthe Haack, Bernhard Minetti, Paul Klinger, Paul Dahlke, Lucie Höflich, u. a. - Kamera: Bruno Mondi - Musik: Merc Roland - Regie: Johannes Meyer - Länge: 2696m - Premiere: 8. Februar 1937
Der Film schildert die verzweifelte Situation, in der sich Friedrich der Große am Ausgang des Siebenjährigen Krieges befindet. Nur durch kleine Manöver vermag er den österreichischen und französischen Gegner über seine Schwäche hinwegzutäuschen. Es gelingt den Österreichern fast, ihn durch eine List gefangen zu nehmen. Im letzten Augenblick wird er durch einen Adjutanten gerettet. Weiteres verzweifeltes Kämpfen gegen die Übermacht. Mutlosigkeit bei seinen Freunden und Generälen. Durch persönlichen Einsatz gelingt es dem König, die letzte Schlacht zum Guten zu wenden. Völlig erschöpft, aber triumphierend kann er in Berlin einziehen. Unermüdlich läßt er sofort mit dem Aufbau beginnen.
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DER KATZENSTEG
Produktion: Tobis (1937) - Drehbuch: Hans H. Zerlett, nach einem Roman von Hermann Sudermann - Darsteller: Brigitte Horney, Hannes Stelzer, Willy Schur, Eduard von Winterstein, Else Eister, Otto Wernicke, u. a.
Kamera: Georg Krause - Musik: Walter Gronostay - Regie: Fritz Peter Buch - Länge 2.381m - Premiere: 11. Januar 1938
Preußen-Deutschland in der Zeit seiner tiefsten Erniedrigung. Napoleon ist Herr des Landes. Familien entzweien sich. Kinder stehen auf gegen ihre Eltern. Auch Graf Werner von Schranden überwirft sich mit dem bonapartisch gesinnten Vater und verläßt das Schloß der Ahnen.
Doch ehe er die ostpreußische Heimat verläßt, hat er eine letzte Begegnung mit Helene, der ihm heimlich verlobten Tochter des Pfarrers Götz. Sie schenkt ihm ein silbernes Kreuzlein, er gibt ihr einen Ring als Treuepfand. In Berlin schließt Werner sich der Burschenschaft an, die allen Verboten Napoleon's zum Trotz weiter ihre Waffenübungen abhält. Aber es ist nicht seines Bleibens in der studentischen Korporation; er muß ausscheiden, wenn er schimpflicher Ausstoßung entgehen will: auf Befehl des alten Grafen und unter der Drohung, ihren Vater, den Tischler Hackeberg, wegen fortgesetzter Wilddiebereien aufhängen zu lassen, hat die gräfliche Dienstmagd Regine die im Schloß stationierten Franzosen heimlich über den Katzensteg in den Rücken des preußischen Freikorps geführt.
Durch diesen Verrat haben 261 preußische Soldaten den Tod gefunden. Unter falschen Namen, als cand. phil. Baumgart, läßt Werner sich anwerben, kämpft unter Blücher, zeichnet sich aus. Der alte Haudegen selbst betraut ihn mit einer wichtigen Mission. Baumgart-Schranden führt sie auch erfolgreich durch, gerät aber auf dem Rückweg in die Gefangenschaft des Feindes. Nach der endgültigen Niederlage des Franzosenkaiser stößt der von seinen Kameraden schon totgeglaubte Leutnant wieder zu seiner Truppe, die ein großes Freudenfest vorbereitet.
Aber sie müssen es ohne ihn feiern - er ist nach der Heimat unterwegs, den Vater begraben, dem die Dorfleute seine schändliche Handlungsweise nie verziehen haben und darum ein ehrliches Begräbnis verweigern. In den Ruinen seines Schlosses, das bald nach dem Überfall am Katzensteg aus unbekannt gebliebener Ursache in Flammen aufgegangen ist, soll er vermodern. Die Ruine des gräflichen Schlosses liegt völlig verödet. Als einzigen Menschen trifft Werner Regine, die im Begriff ist, ein Grab auszuheben. Sie führt den jungen Grafen in einen entlegenen Pavillon zur Leiche des Vaters. Sie hat bei dem alten Manne ausgehalten, als sich alle von ihm und von ihr abwandten; im Dorf darf sie sich nicht zeigen, ohne fürchten zu müssen, totgeschlagen zu werden.
Heimlich hat sie in einem anderen Dorfe die nötigen Einkäufe erledigt und für den Mann gesorgt, der ihr Leben vernichtet hat. Am frühen Morgen geht Werner zum Gemeindevorsteher dem Gastwirt Merckel und verlangt die Beisetzung des Toten in der Familiengruft. Merckel erklärt sich dazu außerstande, das ganze Dorf lehne sie ab. Der Tischler Hackelberg weigert sich, einen Sarg für den alten Grafen anzufertigen.
Auch beim Pfarrer Götz stößt er auf Widerstand. Für den Geistlichen ist Graf Schranden seit sieben Jahren tot, und zweimal beerdige er keinen. Die Dorfbewohner, die von der Rückkehr des jungen Herrn erfahren haben, begegnen ihm mit unverhohlener Feindseligkeit. Da erzwingt Werner die Beisetzung des Vaters mit Hilfe einiger Kameraden; nur Hackelberg bekundet offene Auflehnung und legt das Gewehr auf Werner an, der selbst sofort schießt und den Tischler verwundet.
Unmittelbar nach der Beisetzung sagen sich die Kameraden von dem Leutnant los, und Regine, die ihm heimlich gefolgt ist, wird von den Dörflern angegriffen. Kaum, daß sie dem sicheren Tode entflieht, bricht sie vor dem Pavillon, von einem Stein verwundet, ohnmächtig zusammen.
So findet sie Werner; ohne Besinnen nimmt er sich ihrer an. - Um dieselbe Stunde erfährt die überraschte Gemeinde, daß der berühmte Leutnant Baumgart mit dem jungen Grafen Schranden identisch ist. Das veranlaßt Merckel zu einer Anzeige an den Landrat wegen falscher Namensführung. Der Beschuldigte selbst haust, von allen gemieden, einsam im Pavillon, Regine im Treibhaus; das Mädchen versieht seinen kümmerlichen Haushalt, wie es einst für den Vater gesorgt hat. Daß Helene ihm wortlos den Ring zurückschickt, den er ihr einmal zum Abschied gegeben, macht Werner nur verbittert und verbissener; er will das Schloß wieder aufbauen. Auf der Suche nach den Bauplänen erfährt er von Regine, daß der alte Graf mit ihrer Hilfe beim Schloßbrand sein Geld in den Keller des Pavillons gerettet hat. Von diesem Gelde hat er gelebt, von ihm leben jetzt die beiden Verfemten. -
Es ist Winter geworden. Im Gasthaus Merckels führt der Landrat die Untersuchung gegen Schranden durch, der seine Identität mit dem Leutnant anerkannt sieht und im Auftrage des Königs das Eiserne Kreuz erhält. Aber die Gemeinde wird dadurch nicht versöhnlicher gegen ihn gestimmt, und als sein erbittertster Gegner erweist dich der Pfarrer Götz.
Er beschuldigt den jungen Grafen des Umgangs mit der Geliebten seines Vaters, nämlich mit Regine. Dieser weist die Bezichtigung zurück. Das Mädchen wird herbeigeholt, um selbst vernommen zu werden. Sie heißt Götz ganz geradezu einen Lügner; nie habe sie einen Menschen so gehaßt wie den alten Schranden. Vor die Frage gestellt, wem er glaube, ob dem Pfarrer oder Regine, erwidert Werner kurz und bestimmt: „Ihr". Da der Landrat sich nicht berufen fühlt, in dieser Sache als Richter aufzutreten, übernimmt der Pfarrer das Amt; er verflucht den Mann und das Mädchen. Dennoch ist der Tag für Werner ein Feiertag, den er festlich begehen will, weil sein König ihn geehrt hat.
Doch während er mit Regine im Pavillon zusammensitzt, bricht ein furchtbarer Sturm los, und ein entwurzelter Baum zerschlägt das Treibhaus. In gemeinsamen Mühen sichern die beiden die Tür des Pavillons gegen die Gewalt des Unwetters - in dieser Stunde erkennt der Graf die Schönheit des Mädchens und reißt sie an sich.
Die Zeit geht weiter. Napoleon ist von Elba entflohen und bedroht noch einmal die Welt. Die Männer werden zu den Fahnen gerufen; auch Schranden läßt nicht auf sich warten und übernimmt die Führung. Die Leute folgen ihm auch, wenn schon widerwillig, bis auf Fritz, den Sohn des Gemeindevorstehers Merckel. Er meutert und hat schwerste Bestrafung zu gewärtigen. In der letzten Nacht, ehe die Truppe ausrückt, bittet Helene ihren einstigen Verlobten um eine Unterredung; am Katzensteg findet sie statt. Helene erfleht die Freilassung des jungen Mannes.
Anfänglich glaubt Werner, sie komme im Auftrag von Fritzens Vater, dann begreift er, daß sie ihretwegen kommt. Er versteht und verspricht, um Gnade für Fritz Merckel zu bitten. Ohne jede Ahnung, daß der alte Wilderer Hackelberg ihm auflauert, tritt er den Heimweg zum Pavillon an. Freudig begrüßt ihn Regine, die ihm entgegengeeilt ist, da hört sie ein Geräusch im Busch.
Ein Gewehrlauf blitzt auf, ein Schuß kracht. Im letzten Augenblick hat sich Regine vor Werner geworfen. Hackelberg sieht noch, wie sie zusammenbricht, wie Werner bei der Sterbenden niederkniet. Mit irrem Aufschrei wirft er die Waffe fort und flieht. Schranden aber nimmt die Tote auf die Arme und trägt sie hinüber zum Park. -
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POUR LE MERITE
Produktion: UFA (1938) - Drehbuch: Fred Hildenbrand, Carl Ritter - Darsteller: Paul Hartmann, Jutta Freybe, Albert Helm, Herbert A. Böhme, Carsta Lock,Fritz Kamperer - Kamera: Günther Anders, Heinz v. Jaworsky - Musik: Herbert Windt - Regie: Karl Ritter - Länge: 3.303m - Premiere: 22. Dezember 1938
1918! Der 19-jährige, auf Urlaub befindliche Ltn. der Reserve Fabian vom Jagdgeschwader 12 hat den Orden „pour le merke" bekommen. Jetzt ist auch seine Verlobte bereit mit dem Helden an den Eibsee zu fahren. Aber der Traum ist aus. Ein Anruf holt ihn für einen abgestürzten Kameraden an die Front. Im Casino an der Westfront herrscht frohe Stimmung.
Man feiert den jungen Ordensträger und erwartet den Geschwaderführer Prank, der gerade Captain Brown, den besten Engländer abgeschossen hat. Ritterlich wird der Gefangene behandelt. Es gelingt dem Captain zu entkommen, nachdem er vorher den Fliegern noch Lügen von unbrennbaren englischen Ballons aufgetischt hat. - Das Geschwader hat 15 Luftsiege, aber leider auch erhebliche Verluste an der Armeefront.
Der Kommandeur der Flieger bringt Ersatz mit. Stolz zeigt Prank seine tapfere Schar. Keiner ist über 20. Bei einem neuen Luftkampf gibt es wieder erhebliche Verluste, - Brown schießt eine deutsche Maschine nach der anderen ab. Viele der jungen Flieger verlieren die Nerven. Und Obendrein bringt Prank schlechte Nachrichten von der Etappe: Revolution in Deutschland, der Kaiser in Holland! Aus ist das Heldenlied. Es gibt Auseinandersetzungen mit dem roten Arbeiter- und Soldatenrat. Das Jagdgeschwader wird seine Maschinen nicht ausliefern, - man läßt sie in Flammen aufgehen.
Die erste Zeit nach dem schmachvollen Frieden ist für die Flieger schwer. Jeder versucht sich in einem neuen Beruf durchzuschlagen und selbstverständlich hilft einer dem anderen. Fabian hat sein Mädel geheiratet. Möbius ist Segelflieger. Ihm gelang es Pranks alte, ruhmbedeckte Maschine zu retten und zu verstecken. Kommunisten entdecken und verbrennen sie. Prank geht nach kurzer Gefangenschaft als Verkehrsflieger ins Ausland.
Eine neue Zeit ist in Deutschland angebrochen. Der ehemalige Kommandeur ist jetzt General der Luftwaffe. Drei der früheren Flieger, bei ihnen ist Prank, hat er eingeladen. Da donnert das Geschwader Richthofen übers Land. Tief bewegt sieht Prank die blitzenden Maschinen. „Es ist ihr Geschwader, Oberst Prank" sagt der Kommandeur zu dem tiefbewegten Flieger. Der Geist des „pour le merke" wird weiter leben.
KAUTSCHUK
Produktion: UFA (1938) - Drehbuch: Ernst von Salomon, Dr. Franz Eichhorn und Eduard von Borsody - Darsteller: Rene Deltgen, Gustav Diessl, Vera von Langen, Roma Bahn, u. a. - Kamera: Willy Winterstein, Edgar Eichhorn - Musik: Werner Bochmann - Regie: Eduard von Borsody - Länge: 2851m - Premiere: 1. November 1938
Todesstrafe droht jedem, der aus Brasilien Samen des Gummibaums ausführt! Unter dem Vorwand, am Araguarv einen seltenen Schmetterling fangen zu wollen, startet Henry Wickham durch Vermittlung der reizvollen Mary Wawerly und und mit Hilfe ihres eifersüchtigen Verehres Don Alonzo seine gefahrvolle Expedition in die Grüne Hölle. Im Amazonas-Dschungel können Wickham und der Vaquero Jose Kanister um Kanister mit dem kostbaren Samengut füllen, und als ihnen auch noch der Fang eines Exemplars des seltenen Falters gelingt, treten sie die Rückreise an.
Sumpffieber wirft den Weißen nieder; sein Begleiter bringt die Kanister an Bord des abfahrbereiten Schiffes. Als ein Foto dem stets mißtrauischen Alonzo verrät, daß Mary und Wickham sich lieben, vernichtet er heimlich den Schmetterling. Der Rivale kommt vor Gericht! Als der Brasilianer auf Zwang von Mary zugeben muß, den Falter beiseitegeschafft zu haben, wird Wickham freigesprochen. Für die Ausfuhr des Gummibaumsamens kann der tote Jose nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden.
Das unsterbliche Herz
Produktion: Tobis (1939) - - Drehbuch: Veit Harlan und Werner Eplinius - Darstellung: Heinrich George, Kristina Söderbaum, Auguste Prasch-Grevenberg, Paul Henckels, Paul Wegener, Michael Bohnen, Hans Quest - Kamera: Bruno Mondi - Musik: Johann-Sebastian Bach - Regie: Veit Harlan - Länge: 2941m - Premiere: 31. Januar 1939 in Nürnberg
Dieser Film, der in der Zeit von Martin Behaim, Peter Henlein und Martin Luthers spielt, ist ein Filmwerk von besonderer Tragweite. In und um Nürnberg der Handlungsort; die Geschichte des Martin Behaim, das Leben und das Sterben Peter Henleins, des Erfinders der Uhr, meisterhaft gestaltet, großartig ausgeschmückt, das alles zusammengefaßt führte zu einem großen Publikumserfolg.
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BEL AMI
Produktion: Deutsche Forst Film AG (1939) - Drehbuch: Willi Forst, Axel Eggebrecht nach Maupassant - Darsteller: Willi Forst, Olga Tschechowa, Hilde Hildebrand, Johannes Riemann, Ilse Werner, Lizzi Waldmüller - Kamera: Ted Pahle - Musik: Theo Mackeben - Regie: Willy Forst - Länge: 2749 - Premiere in Salzburg am 21. Februar 1939
Der Film erzählt den gesellschaftlichen Aufstieg von Georg Duroy, einem typischen, gutaussehnden Lebemann, der für seine ehrgeizigen Zwecke zu jedem Kompromiß bereit ist. Dank seiner galanten Beziehungen wird er in kurzer Zeit einer der besten Journalisten von Paris, und es gelingt ihm sogar, die Tochter seines Direktors zu heiraten.
Jetzt ist der Weg zum Sitz im Parlament nicht mehr weit. Bei Ami bringt es mit seiner brillianten Persönlichkeit sogar zum Minister, ja kurze Zeit später, wie zum Scherz, zum zurückgetretenen Minister.
Dies ist eine Satire der politischen Händel in der „Belle Epoque", wimmelnd von kurrupten Politikern, opportunistischen Journalisten und Kokotten. Der geistreiche, sympathische Willy Forst schenkt uns in diesem Film als Schauspieler und Regisseur ein frisches, überschäumendes Werk, in dem er mit leichter Hand und vielen phantastischen Elementen immer neue vergnügliche Situationen heraufbeschworen hat. Hier sind auch die Schauspieler, besonders
Willi Forst selbst hervorzuheben.
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RENATE IM QUARTETT
Produktion: Tobis (1939) - Drehbuch: Herbert Tjadens und Paul Verhoeven
- Darsteller: Käthe von Nagy, Gustav Fröhlich, Attila Hörbiger, Johannes Riemann, u. a. - Kamera: Willy Winterstein - Musik: Norbert Schultze - Regie: Paul Verhoeven - Länge: 2421m - Premiere: 24. August 1939
Als der Bratschist eines berühmten Quartetts ausscheidet und damit das nächste Konzert gefährdet ist, wird nach anfänglicher Ablehnung das Mädchen Renate ins Männerensemble aufgenommen. Sie ist jung, sie ist hübsch, sie ist begabt! Ihr Debüt wird ein Riesenerfolg und die Kollegen schwören sich feierlich, die junge Dame künftig stets „als Mann" zu behandeln. Mit dem Ergebnis, daß alle drei sich heftig in Renate verlieben! Keiner gönnt sie dem anderen. Eine Eifersuchtsszene löst die andere ab; die Harmonie des Quartetts ist empfindlich gestört. Als bei einem Ski-Ausflug die Komplikationen unerträglich werden, packt Renate ihre Koffer. Erst in Baden-Baden, beim nächsten Konzert, taucht sie wieder auf. Doch nicht auf dem Podium - dort hat mit ihrer Hilfe der ausgeschiedene Bratschist seinen alten Platz wieder eingenommen -, sondern im Parkett: als Zuhörerin an der Seite jenes Mannes, dem ihr Herz allein und für immer gehört.
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DER POSTMEISTER
Produktion: Wien-Film GmbH (1940) - Drehbuch: Gerhard Menzel, nach einer Novelle von Puschkin - Darsteller: Heinrich George, Hilde Krahl, Siegfried Breuer, Hans Holt, Ruth Hellberg, Edwin Jürgensen - Kamera: Hans Schneeberger - Musik: Willy Schmidt-Gentner - Regie: Gustav Ucicky - Länge: 2.598m - Premiere: 25. April 1940 in Wien
Dunja, die reizende Tochter eines Postmeisters, hat ihr Heimatdorf verlassen und ist nach Moskau übergesiedelt. Dort wird sie bald die Geliebte eines anrüchigen Lebemannes.
Dunjas Vater, der nichts von dem Lebenswandel des geliebten Kindes weiß, besucht sie in Moskau. Das Mädchen inszeniert mit ihrem Liebhaber eine „Ehe" und so fährt ihr Vater zufrieden wieder in sein Dorf zurück. Dann geht alles seinen normalen Gang weiter, bis es zum Bruch kommt; Dunja will das verlogene Spiel nicht mehr mitmachen und begeht in ihrer Verzweiflung Selbstmord.
Trotz einer gewissen formalen und theatralischen Aufmachung, die der Erzählung von Puschkin nicht zugute kommt, ist es ein bedeutsamer Film, der großes Interesse erzielt, voller Kraft und Stärke dank der Mitwirkung von Heinrich George, der die Geschichte von Anfang bis zum Ende dominiert in der Rolle des Hauptdarstellers. Die Tiefe seines Ausdrucks bleibt auch im anspruchsvollsten Zuschauer für immer haften. Darüber hinaus haben auch Hilde Krahl, die hier mehr als je zuvor mit einer köstlichen Weiblichkeit besticht, sowie die korrekte und künstlerisch perfekte Regie von Gustav Ucicky zum Erfolg beigetragen.
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DIE ROTHSCHILDS (Aktien auf Waterloo)
Produktion: UFA 1940 - Drehbuch: C. M. Köhn, Gerhard T. Buchholz, nach der Idee von Mirko Jelusich - Darsteller: Carl Kuhlmann, Hilde Weissner, Gisela Uhlen, Erich Ponto, Ursula Deinert, Albert Lippert - Kamera: Robert Baerske - Musik: Johannes Müller - Regie: Erich Weschnek - Länge: 2.646m - Premiere: 17. Juli 1940 in Leipzig
Frankfurt am Main, Brüssel, Paris, London, Wien ... die Juden sind überall, auf der ständigen Suche nach immer größeren Profiten und immer höheren Zinsen ...
Ihre Machenschaften werden auch durch die Zwistigkeiten unter den europäischen Nationen begünstigt. Bald kennt ihre Geldgier und ihr Opportunismus keine Grenzen mehr. Sie sind bereit, jedes Verbrechen zu begehen. Einige Auszüge aus dem Film: „Während das Volk sein Blut auf den Schlachtfeldern vergießt, müssen wir Juden immer bereit sein, an der Börse zu spekulieren." Oder: „Wir sind allmächtig wie Gott." Oder: „Alles für das Geld ..."
Der geizige Börsenspekulant und jüdische Bankier Mayer Anselm Rothschild besorgt seinem Sohn Nathan in London ein Paket Aktien, um bei der Ostindischen Compagnie eine große Menge von Gold zu kaufen und bei der englischen Hochfinanz Investitionen zu machen. Obwohl die großen englischen Bankiers alles getan haben, um eine Geschäftsverbindung zwischen Nathan Rothschild und der Englischen Schatzkammer zu verhindern, gelingt es der „internationalen Gemeinschaft" der Juden, ihrem Mitglied zu helfen. So kann Nathan Rothschild enge Geschäftsverbindungen anknüpfen und das Privileg, Gold auszuführen und Finanzierungen zu Gunsten der gegen Frankreich kämpfenden Koalition zu machen, erhalten.
Auf dem Weg über Paris, Italien, Nordafrika gelangen die Finanzen nach Spanien - und hier entdeckt man, daß von den ursprünglich übersandten 10.000 (L.) nur 5.500 verblieben sind, dank der Manipulationen der „Internationalen Gemeinschaft" der Juden, welche die Spedition betrieben hat. Dann holt Nathan Rothschild zu seinem größten Schlag aus.
Dank der Informationen seiner jüdischen Freunde ist er der erste Mann im „Regno unito" (vereinten Reich), der von der Niederlage in Waterloo erfährt. Wie der Blitz nützt er diese Nachricht für seine Zwecke aus und bringt das Gerücht in aller Munde, daß nicht Napoleon, sondern die Engländer in Waterloo besiegt wurden. Die folgende Panik an der Londoner Börse erlaubt ihm, ein großes Geschäft zu machen.
Er kauft heute zu „eins", was nach Bekanntwerden des wahren Siegers von Waterloo 1.000 wert sein wird. Für die anderen ist es bereits zu spät, die Londoner Bankiers haben ihren Bankrott angemeldet und Nathan Rothschild ist Multimillionär geworden.
Warscheck versucht in seinem Film, die vermeintlichen Instinkte, Reaktionen und das „Credo" (Glaubensbekenntnis) der jüdischen Rasse darzustellen. All dies im Sinne des latenten Antisemitismus, wie er in jenen Jahren gepredigt wurde.
Er zeigt die Charaktere in seinem Film mit viel Intuition. Bis in die feinsten Einzelheiten wurden Szenen, Kostüme und Vorkommnisse dieser Epoche gezeigt.
Das starke Engagement in ideologischer und politischer Hinsicht sowie die schneidend harte Darstellung voller Dramatik von Karl Kuhlmann haben das (reichsdeutsche) Publikum im gewünschten Sinne beeindruckt.
Der (Göbbels hörige) Berliner Lokal-Anzeiger 18. Juli 1940:
„Der Film respektiert genau die geschichtlichen Daten und Hintergründe und ist streng dokumentarisch - und genau nachzuweisen. Er schließt jede billige Propaganda aus. Er zeigt ganz deutlich, was der Name Rothschild für ganz Europa bedeutet hat. Eine wirkliche Kalamität, eine gräßliche Epidemie mit schlimmen Konsequenzen. Erzählt mit Stil und Feinheit, auf dem technischen wie auf dem künstlerischen Gebiet."
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JUD SÜSS
Produktion: Terra (1940) - Drehbuch: Ludwig Metzger, Eberhard Wolfgang Möller, Veit Harlan, nach dem Schauspiel „Jud Süß" von Lion Feuchtwanger - Darsteller: Ferdinand Marian, Kristina Söderbaum, Heinrich George, Werner Kraus, Eugen Klopfer, Walter Werner, Charlotte Schulz, Wolfgang Staudte, Bernhard Goetzke, Anny Seitz - Kamera: Bruno Mondi - Musik: Wolfgang Zeller - Regie: Veit Harlan - Länge: 2.663m
Erstaufführung in Venedig anläßlich der Filmfestspiele am 24. September 1940 in Anwesenheit des Regisseurs und der beiden Hauptdarsteller.
Der Film wurde (von Göbbels) „besonders empfohlen" wegen seines „hohen politischen und künstlerischen Werts". „Jud Süß" ist zweifellos der in den Jahren 1933-1945 bekannteste und heute problematischste deutsche Film.
Mit der Einspielzahl von 12 Millionen Reichsmark im gesamten besetzten und nicht besetzten Europa war dieser Film der größte künstlerische und kommerzielle Erfolg der damaligen Zeit. Abgesehen von der ideologischen Doktrin mußte es sich um ein Produkt erlesener Qualität handeln, da es Neugierde und Beifall von Kinobesuchern der ganzen Welt auslöste.
Der Filmstoff ist bekannt ... Karl Alexander Herzog von Württemberg, ein triebhaft-sinnlicher Mann, verfällt dem unheilvollen Einfluß von Jud Süß Oppenheim, der dem Herzog zwar die Mittel zur Befriedigung seiner Instinkte verschafft, dabei aber immer mehr Einfluß und Macht in seinem Herzogtum erreicht.
So öffnen sich dem Juden auch die Tore Stuttgarts, dort lernt er die schöne Tochter eines Staatsrats, „Dorothea" kennen und fängt Feuer. Die Zurückhaltung des bereits verlobten Mädchens stachelt seine Neugierde noch mehr an, bis er sich ganz vergißt, sie erpreßt und schließlich vergewaltigt.
Nun spitzen sich die Ereignisse zu. Nach einer erregten Auseinandersetzung mit Süß stirbt der Herzog an einem Herzinfarkt. Süß hat noch ein Opfer gefordert ... Dorothea kommt über die Schmach der Vergewaltigung nicht hinweg und stürzt sich in den Fluß.
Nun ist das Maß voll. Die Wut des Volkes bricht aus und nur ein Erlaß vom 7. Februar 1738, der alle Juden zum Verlassen von Württemberg zwingt, kann es beschwichtigen ... während Süß nach Verhaftung und Gerichtsverhandlung zum Tode verurteilt wird.
Wie bereits erwähnt, handelt es sich um den bekannten Stoff nach dem berühmten Roman „Jud Süß", der 1925 vom Juden Lion Feuchtwanger geschrieben wurde.
Was den Film selbst betrifft, hat man würdig und respektvoll den Geist des Buches mit dem künstlerischen und kommerziellen Erfordernissen des Films in Einklang gebracht. Der Film ist gelungen, vor allem in seinem delikatesten und schwierigsten Teil, der sichtbaren Dramatisierung der Personen und ihrer Konflikte, die leicht dazu führen konnten, den Sinn der Verkettung zu mystifizieren, die den Geist bis zur Schwelle der unergründlichen Gotteszeichen führt.
Harlan hat den ganzen Film mit einem Hauch von echter Lyrik gegeben und einem emotionalem Schauspiel Leben verliehen. Hier kann man von „wahrer Kunst" sprechen. Harlan hat alles minuziös in den Einzelheiten rekonstruiert. Regisseur, Schauspieler und Milieudarsteller haben den Romanstoff wahrheitsgetreu verwirklicht.
Ferdinand Marian hat mit seiner markanten Erfindungsgabe jede innere und äußere Nuance seiner Rolle erfaßt.
Kristina Söderbaum. . . eine prachtvolle Dorothea, zart, erregt und scheu. Ihr tragischer Tod hat tiefes Mitleid ausgelöst und doch die Größe der Rolle nicht beeinträchtigt.
Werner Krauss hat alle Register seines ungewöhnlichen Temperaments gezogen, um die Personen des Rabbiners Loew und des Sekretärs von Süß Levy lebensecht zu gestalten.
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Kommentare zu "JUD SÜSS"
Unter Bezug auf die Echtheit oder das Gegenteil der im Film „Jud Süß" vorkommenden Tatsachen und zur Ergänzung der Nachrichten, die diesen Film betreffen, geben wir wie folgt wieder:
21. Februar 1941 - Le Parisien
„Alles was in Jud Süß' erzählt wird, ist nicht die Frucht der Phantasie, sondern entspricht bis in die Details dokumentierbaren historischen Ereignissen, die in der Wirklichkeit noch dramatischer waren."
Robert de Beauplan in „Illustration" - 1. März 1941
Sicher hatte der propagandistische Faktor einen großen Anteil an dieser Produktion, denn mit der Geschichte der Heimsuchungen des Volkes von Israel wollte man bestimmt die neue Generation vor der „jüdischen Ansteckung" warnen.
Die Schönheit des Kunstwerks überwiegt trotz des propagandistischen Anstrichs und brilliert mit der Qualität seiner Bilder und den hervorragenden Schauspielern.
Die historische Wahrheit wird bis in ihre Einzelheiten dokumentiert.
1934 drehte der Jude Lothar Mendes in England einen Film mit dem Titel „Jud Süß" nach der Vorlage des Romans von Feuchtwanger. Es ist die Apologie der Semiten und die Juden erscheinen hier als
makelloses und unschuldiges Geschlecht.
Goebbels - an Harlan im Januar 1940
. . . der Film soll das Judentum so darstellen wie es ist. Die Zeitungen dürfen nicht von Propaganda sprechen. Die Kinobesucher werden selbst ihre Lehre aus dem Film ziehen!
20. Januar 1940 - Weit Harlan in „Der Film"
„Ich wollte zeigen, daß sich das Judentum von den Ursprüngen bis zu unseren Tagen unberührt erhalten hat. . . trotz der Temperament- und Charakterunterschiede zwischen Kaufmann, Rabbiner und Missetäter."
Aus einer Broschüre, herausgegeben von Dr. Knauff, Chef des Pressebüros der Terra-Film: „Runter mit den Pfoten, Jude, von einer deutschen Frau". Diese Schrift steht auf dem in Grün gemalten Gesicht mit gelben Augen eines Süß.
19. November 1940 - Berlin
Nach der Aufführung des Films „Jud Süß" bildete sich ein Menschenauflauf, der durch die Straßen des Zentrums zog und in Sprechchören forderte: „Verjagt die Juden vom Kurfürstendamm - Juden raus aus Deutschland."
24. Juli 1948 - Brief Harlans an den Rabbiner Prinz
Es stimmt nicht, daß mein Film die Juden verleumdete und den Antisemetismus förderte, denn der Film soll keine Provokation sein, sondern das „ewige" Judenproblem von der künstlerischen Warte her zeigen.
Ich machte die Drehbuchgestaltung mit Dr. Möller nach einem Entwurf von Metzger. Diese lehnt sich an die bekannte Novelle von Wilhelm Hauff und an das spätere Drama von Lion Feuchtwanger an.
Vor Beginn der Dreharbeiten fuhr ich mit meinen Mitarbeitern nach Stuttgart, dem Schauplatz des Geschehens und der Geschichte von Süß Oppenheim.
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Dort stöberten wir in den Archiven und fanden Akten über die verschiedenen Phasen des Prozesses, aus denen die Schuld von Süß hervorging.
Durch diese Recherchen konnte sich der Film genau an die historischen Begebenheiten halten. Wenn man meinen Film schon als antisemitisch bezeichnet, was müßte man erst über den „Jud Süß" vom Juden Lothar Mendes (mit Konrad Veit in der Hauptrolle) sagen?
Für die Szenen in der Synagoge wurde ein Rabbiner herangezogen, um Krauss alles über das Ritual des jüdischen Gottesdienstes zu erklären.
Reichsintendant Hippler, nach der Vorführung des Films :
„Der Jude" gezeigt als ein besonders korruptes Wesen, als Betrüger und Wucherer, kann für einen Arier nur Abscheu und physischen Ekel auslösen. Zwei Szenen des Films beeindruckten mich besonders. . . die eine, in der der Rat Sturm sagt: „. . . meine Tochter wird nie jüdische Kinder in die Welt setzen!. . ." und die andere, als er, nachdem er Süß hinauswarf, das Fenster öffnete und ausrief: „. . . endlich ein bißchen frische Luft!. . ."
1957 - Man glaubte, daß die Negative des Films und alle vorhandenen positiven Kopien vernichtet wurden, wie es das Gericht bestimmt hatte. Im Jahre 1957 waren jedoch in Kairo und Beirut Kopien in arabischer Fassung des „Jud Süß" im Vertrieb. Man erklärte, daß der Film von der Sovieexport in allen arabischen Ländern vertrieben wurde, nachdem man ein zweites Negativ in Mitteldeutschland „aufgefunden" hat.
1959 - Der König von Saudi-Arabien, Ibn Saud, erwarb das Negativ des Films „Jud Süß" für den Betrag von 100.000 Dollar, schrieben die Zeitungen.
1968 - Die bedeutenste Film- und Theaterzeitschrift Amerikas, „Variety" gibt bekannt, daß die Kopie des Films „Jud Süß" im Fernen Osten und in Südamerika vertrieben wird.
DAS HERZ DER KÖNIGIN
kommt noch ......
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BISMARCK
Produktion: Tobis (1940) - Drehbuch: Rolf Lauckner, Wolfgang Liebeneiner - Darsteller: Paul Hartmann, Friedrich Kayssler, Maria Koppenhöfer, Werner Hinz, Lil Dagover, Otto Gebühr, Otto Graf - Kamera: Bruno Mondi - Musik: Norbert Schultze - Regie: Wolfgang Liebeneiner - Länge: 3188m - Premiere: 6. Dezember 1940 in Dresden
Ein patriotischer Film zu Ehren des großen Bismarck, der die wichtigsten Momente der Zeit widerspiegelt, in der sich die „Deutsche Reichsgründung" verwirklichte.
Im Jahre 1862, als der große Preuße zum Ministerpräsident ernannt wurde, war Deutschland noch in 35 Staaten aufgesplittert, obwohl das Volk seine Einheit wünschte.
Kurze Zeit nach seiner Ernennung - Bismarck hatte die Opposition schon zersplittert und die inneren und äußeren Feinde besiegt -, faßte er alle militärischen Kräfte Deutschlands unter einem Kommando zusammen.
Anmerkung : Hier wird indirekt der Führer Adolf Hitler gespiegelt und gerechtfertigt.
Als 1940 der Film anlief, hatte er eine große Resonanz in ganz Europa, weil sein Inhalt, die Einzelheiten und die herrlichen Bilder Bruno Mondis wahrheitsgetreu bis in das kleinste Detail waren. Paul Hartmann selbst paßte sich in seinem „Äußeren" und seiner Stimme der Rolle so gut an, daß er nicht nur „ideal" war, sondern den historischen Geschehnissen des Films durch seine glänzende Interpretation zusätzliche Glaubwürdigkeit verlieh.
Auch Lil Dagover hat in der Rolle der Kaiserin Eugenia mit ihrer Rolle als „Grand Dame" die frivole Persönlichkeit in exzellenter Form wiedergegeben, nicht zuletzt durch den leicht sophistischen französischen Akzent.
So wahr die Personen in diesem Film dargestellt wurden, so wahr wirkte der ganze Film selbst, weil er nicht einen „intimen" Bismarck, sondern den eisernen Kanzler mit Energie und Autorität, ja die Personifizierung der „Ehre" und „Pflichterfüllung" zeigte.
Der Regisseur Liebeneiner hatte schon zusammen mit Ernst Wendt und Kurt Blachnitzky 1926 einen Film diesen Inhalts gedreht. Es war ein Werk in zwei Teilen unter der Schirmherrschaft des Reichspräsidenten von Hindenburg und der historisch-militärischen Beratung hoher Mitglieder des Staates.
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OPERETTE
Produktion: Deutsche Forst-Filmproduktion GmbH (1940) - Drehbuch: Willi Forst, Axel Eggebrecht - Darsteller: Willi Forst, Maria Holst, Paul Hörbiger, Curd Jürgens, Leo Slezak, Dora Komar - Kamera: Hans Schneeberger - Musik: Willy Schmidt-Gentner (aus Stücken der Operetten von Franz von Suppe, Johann Strauß, Carl Millöcker) - Regie: Willi Forst - Länge: 3.060m - Premiere in Wien am 20. Dezember 1940
„Der Film ist besonders empfohlen wegen seines künstlerischen und kulturellen Wertes''. Der Film spielte in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts - Franz Janner, der Pianist und Komponist bezaubert ganz Wien mit seinen Walzern und seiner herrlichen Musik. Bald gibt es eine Liebelei zwischen ihm und einer berühmten Sängerin, der beliebten „Geistinger".
Was besonders an diesem Film besticht, ist die Kunst, eine Galerie von wichtigen und weniger wichtigen Personen wieder aufleben zu lassen und die mal spöttischen und scharfen, dann wieder klaren und feinen
Dialoge - Szenen von zartester Sensibilität mit Einblendung des romantischen Lebens der damaligen Zeit und farbenprächtigen Kleidern. Dies alles zusammen hat einen spritzigen, einfallsreichen Film voller Grazie ergeben. Ein Kreis von geschickt ausgesuchten Schauspielern schart sich um den Zentralpunkt des Geschehens, die Person des Regisseurs, Produktionsleiters und Hauptdarstellers - Willi Forst. Kein anderer Musikfilm in den 1940er Jahren konnte sich mit dem Erfolg von „Operette" messen.
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- Anmerkung : Kein Wort von der ziemlich trivial-blöden Handlung. Allein die Kostüme waren der Mittelpunkt dieses Films.
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AUF WIEDERSEHEN FRANZISKA
Produktion: Terra (1941) - Drehbuch: Curt J. Braun, Helmut Käutner - Darsteller: Marianne Hoppe, Hans Söhnker, Hermann Speelmans - Kamera: Jan Roth - Musik: Michael Jary - Regie: Helmut Käutner - Länge: 2.736m - Premiere: 24. April 1941 in München.
Michael, ein bekannter Fotoreporter, ist ununterbrochen auf der Suche nach einer neuen Sensation, und riskiert, wenn nötig, auch sein eigenes Leben. Er fürchtet keine Gefahr und ist tief mit seinem Beruf verbunden. Seine Frau Franziska bleibt mit ihren kleinen 2 Kindern in der kleinen Provinzstadt zurück und wartet jedes Mal sehnsüchtig auf seine Rückkehr.
Endlich entschließt sich Michael, seinen Beruf dem Familienfrieden zu opfern. Doch der Krieg bricht aus und er muß an die Front. Ein feines und kluges Beispiel eines Films psychologischen Inhalts, der auffordert, dem Leben eine optimistische Seite abzugewinnen, um ihm so die moralische und geistige Depression zu nehmen, die der Krieg und seine Tragödien mit sich bringt.
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ICH KLAGE AN
Produktion: Tobis 1941 - Drehbuch: Eberhard Frowein, Harald Bratt - Darsteller: Heidemarie Hatheyer, Paul Hartmann, Mathias Wiemann, Harald Paulsen, Charlotte Thiele - Kamera: Friedl Behn-Grund, Franz von Klepacki - Musik: Wolfgang Schultze - Regie: Wolfgang Liebeneiner - Länge: 3.407m - Premiere: 29. August 1941
Die „Euthanasie" - ein sehr heißes Thema, das hier gewollt modern dargestellt und über einen üblichen Film hinausgeht. Hier haben wir lebendige Chronik, welche die intimsten Seiten des menschlichen Gewissens berührt.
Die Ehefrau des Professors Thomas Heyt, eine begnadete Pianistin, kann plötzlich ihre linke Hand nicht mehr benützen und wird deshalb einem Spezialisten, Freund des Hauses Heyt, zur Untersuchung vorgestellt. Dieser soll eine ehrliche Diagnose von Hannas Krankheit stellen. Die Antwort ist schrecklich . . . Hanna hat Multiple Sklerose, eine noch unheilbare Krankheit des zentralen Nervensystems, die in fortgeschrittenem Zustand die Muskeln lähmt und dem Kranken bis zu seinem Tod unaussprechliche Schmerzen bereitet.
Während der Professor mit einem ausgewählten Ärzteteam Gegenmittel für die Krankheit seiner Frau sucht, bittet diese ganz verzweifelt den Freund des Hauses um Hilfe zum Freitod. Dieser lehnt ab und so macht Hannas Mann ihren unvorstellbaren Schmerzen ein Ende - er vergiftet sie. Hanna stirbt.
Nur eine ihr ergebene Dienerin ist über den Vorfall unterrichtet und verrät alles der Polizei. Das Ende des Films befaßt sich mit dem Prozeß, wobei das Problem der „Euthanasie" in seinen vielfältigen Aspekten behandelt wird.
Das „Verbrechen" des Professors wird vom Regisseur im Film als „Akt der Liebe" hingestellt und damit entschuldigt, daß es vom Mitleid und nicht anderen niederen Motiven diktiert war. Außerdem findet man theologische, philosophische und intellektuelle Argumente.
Ein leidenschaftlicher Realismus und große Provokation zeichnen diesen gekonnt aufgebauten Film aus. Hervorragend ist, wie sich die Hauptdarstellerin, Heidemarie Hatheyer, in ihre schwere Rolle hineingefühlt hat und mit ihr verschmolzen ist. Im ganzen Film hängt ein Hauch von Tod und Vergänglichkeit über den Handelnden.
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KOMÖDIANTEN
Produktion: Bavaria (1941) - Drehbuch: Axel Eggebrecht, Walter von Hollander, G. W. Pabst - Darsteller: Käthe Dorsch, Hilde Krahl, Gustav Diessl, Henny Porten, Ludwig Schmitz-Richard, Häussler - Kamera: Bruno Stephan - Musik: Lothar Brühne - Regie: G. W. Pabst - Länge: 3.072m - Premiere: Leipzig, 5. September 1941
„Besonders empfehlenswerter Film wegen seines künstlerischen und politischen - kulturellen Wertes"
„Film geeignet zur Bildung des Volkes" „Goldmedaille der Internationalen Filmwoche in Venedig für den besten Regisseur".
Der Film ist Caroline Neuber, der fähigsten und größten deutschen Schauspielerin des 18. Jahrhunderts gewidmet, sie, die Männern wie Schiller, Goethe und Lessing mit der hervorragenden Interpretation
ihrer Werke die Pforten des Theaters geöffnet hat.
Die Geschichte erzählt die Odyssee von fahrenden Komödianten, die nach Rückkehr von ihrer Petersburger Tournee in Leipzig das Theater besetzt finden. Die Folge einer Intrige, welche von einer hochgestellten Persönlichkeit inszeniert wurde. Der Film besticht sofort mit vielen hervorragenden Seiten und dem guten Geschmack und Takt, mit dem das Thema behandelt wird. Poetische Wärme und intensive Menschlichkeit zeichnen ihn aus. Es scheint, als habe Pabst mit diesem Film einen seiner größten Erfolge filmischer Arbeit erzielt.
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U-BOOTE WESTWÄRTS
Produktion: UFA (1941) - Drehbuch: Georg Zoch - Schauspieler: Herbert Wilk, Heinz Engelmann, Joachim Brennecke, E. W. Borchert, Josef Sieber,
Carl John, Clemens Hasse, Ilse Werner, Carsta Lock - Kamera: Igor Oberberg - Musik: Harald Böhmelt - Regie: Günter Rittau - Premiere: 9. Mai 1941 - Länge 2.748m
Der kurze Urlaub, den die Besatzung eines soeben erst von Feindfahrt zurückgekehrten deutschen U-Bootes in der heimatlichen Hafenstadt angetreten hat, findet ein rasches Ende. Der Kommandant, Kapitänleutnant Hoffmeister muß für einen erkrankten Kameraden einspringen.
Ein Film in dokumentarischem Stil, entstanden unter Mitwirkung und mit Unterstützung des Oberkommandos der Kriegsmarine, der eine genaue Beschreibung der Matrosen und ihrer Umgebung im U-Bootkrieg beinhaltet. Ein hervorragender Stoff, voll von Dramatik, Heldenmut und Angst, Zweifeln und Hoffnungen. Darüberhinaus wird die Schicksalsschwere der Ereignisse eindringlich beleuchtet, an der die deutschen Marinesoldaten auf dieser außergewöhnlichen Feindfahrt teil hatten.
OHM KRÜGER
Produktion: Tobis (1941) - Inszenierung: Harald Bratt, Kurt Heuser (nach dem Roman: ,,Mann ohne Volk" von Arnold Krieger) - Darsteller: Emil Jannings, Werner Hinz, Ferdinand Marian, Gisela Uhlen, Alfred Bernau, Lucie Höflich, Otto Wernicke, Gustav Gründgens, Hedwig Wangel - Fotografie: Fritz Arno Wagner, Friedl Behn-Grund, Karl Puth - Musik: Theo Mackeben - Regie: Hans Steinhoff unter der Mitarbeit von Herbert Maisch und Karl Anton - Länge: 3.620m
„Film der Nation "
„Film besonders empfehlenswert wegen seines politischen und künstlerischen Wertes"
„Film, der wegen seines kulturellen Wertes empfohlen wird"
„Film, der zur Bildung des Volkes geeignet ist"
„Film, der für die Jugend empfohlen wird"
„Volkstümlicher Film"
Ein europäisches „Vom Winde verweht" ... die Antwort von Babelsberg an Hollywood. Dieser Film ist die teuerste Produktion, ein Superwerk in jeder Hinsicht, das ein Budget von 5.400.000 Reichsmark verschlang. Es wurden fünfzig Schauspieler, sechs Stars, 40.000 Statisten, drei Chef-Kameramänner unter Fritz Arno Wagner, zwei bereits anerkannte Regisseure an der Seite von Steinhoff - um die Massenszenen darzustellen - beschäftigt.
Ein grandioses Schauspiel von der Spieldauer von mehr als 2 Stunden beschwört den Kampf der Buren gegen die Engländer im Transvaal am Anfang des Jahrhunderts wieder herauf.
Ohm Krüger, der Ex-Präsident der Buren, der gelähmt in einer Züricher Klinik liegt, erlebt in der Erinnerung noch einmal die dramatischen Stunden.
Von Anfang an fesselt der Film, dank der enormen und beständigen Anstrengungen einer guten Regie, und läßt den Schmerz, die Rebellion, die Erniedrigung und die Ausnützung eines Volkes von einfachen Bauern, die gegen die brutale Kraft und Gier des Kapitalismus aus Gründen der Freiheit und der Ehre kämpfen, deutlich fühlen.
Steinhoff hält sich streng an die harte Realität. Er geht mit Enthusiasmus und Furore an sein Werk. Oft erscheinen alle Vorkommnisse in finsterem, gequälten Licht, besonders wenn sie sich mit der Gestalt des „Fahnenträgers", des Schicksals eines ganzen Volks, beschäftigen. Dann wird wieder eine ganz andere Seite gezeigt: nicht nur der Staatsmann und Befehlshaber des Militärs, sondern auch der zärtliche Ehemann, der treusorgende Vater und vorbildliche Nachbar.
Jannings hat einen großen Anteil an dem Erfolg dieses Films, denn er hat nicht nur die äußerliche Ähnlichkeit, sondern auch eine geistige Einstellung, menschliche Wärme eingebracht. Ja man könnte sagen „Es ist er selbst".
Auch die Darsteller der Familienangehörigen Ohm Krügers zeigen in einer zarten, oft nur angedeuteten Form die Zusammengehörigkeit untereinander und ihre Seelenkämpfe, ihre Augenblicke der Verzweiflung und der Verlassenheit.
Die Personen zeigen sich stark und kampfbereit und es scheint, als ob sie sich in einem großen leuchtenden Fresko bewegen würden. Dies alles spielt sich in einem Gebiet ab, in dem der langsame Verfall des ruhigen ländlichen Lebens, gezeichnet von den Konzentrationslagern und den Militär-Kamps der englischen Soldaten den Ton angeben. Dazu kommen die Kämpfe zwischen den Buren und Engländern ...
Einige Bilder, wie die sehnliche Beschwörung der Geburt des „Transvaal" und wie Ohm Krüger auf einen Hügel klettert, um von dort den Buren zuzurufen: „Wir werden nie das Erbe unserer Väter verlassen", scheinen aus dem Alten Testament zu kommen. In jeder Phase wird die dramatische und stilistische Kunst des Films sichtbar.
Man muß zugeben, daß dieser Film „jenseits der Grenzen zwischen den Völkern" und jenseits der politischen Ideologien ein großes Werk der „Kunst" ist. Um die Nachrichten über den Film zu vervollständigen: Der Film wurde bei der Ausstellung für Filmkunst in Venedig vorgeführt und erhielt die „Coppa Mussolini" für den besten ausländischen Film.
Auf Anordnung des Führers überreichte Goebbels den Ehrenring des Deutschen Films und proklamierte somit Emil Jannings zum „Staatsschauspieler".
1964 wurde der Film in Griechenland wieder aufgeführt und hatte einen enormen Erfolg beim Publikum und den Kritikern.
Auf die Beschwerde des englischen Botschafters - es handle sich um einen „antibritischen" Film - wurde ihm vom griechischen Regierungsbeauftragten mitgeteilt, daß der Film aus dem nahen Orient importiert sei und ein Verbot nicht anerkannt würde.
David Steward Hüll schreibt im „Film Quarterly" ... Ich sehe „Ohm Krüger" als den besten Film auf dem technischen Gebiet an, der während der Nazizeit gedreht wurde.
Bardeche und Brasillach schreiben in der „Histoire du Cinema" ... nach „Krüger" hat sich Hans Steinhoff als die stärkste Persönlichkeit des neuen deutschen Films herausgestellt.
Hans Steinhoff veröffentlichte im „Völkischen Beobachter" vom 5. März 1941:
„Die Idee, den Film zu drehen, stammt von Jannings. Vor einem Jahr ungefähr lud er mich nach Sölden ein, wo er gerade die „Geierwally" drehte. Der Inhalt dieses Films bezieht sich auf eine Figur wie „Krüger". Schon beim Lesen der Geschichte habe ich eine solche Begeisterung gefühlt, daß ich sofort an Jannings telegrafierte, um ihn zu beglückwünschen und ihm zu sagen, daß kein anderer als er die Figur des Helden der Buren besser verkörpern könnte.
Während der Dreharbeiten war ich nie alleingelassen mit den verschiedentlich auftauchenden Problemen, sondern hatte immer Jannings an meiner Seite mit seinen wertvollen Ratschlägen. Aus dieser Zusammenarbeit ist wirklich ein wertvoller, großer Film entsprungen, der bereits die Grenzen des Reichs übersprungen hat. Die geschichtlichen Wahrheiten wurden rigoros respektiert und nichts wurde hinzugefügt oder aus politischen Gründen geändert."
KADETTEN
Produktion: UFA (1941) - Drehbuch: Felix Lützendorf, Karl Ritter - Darsteller: Mathias Wiemann, Carsta Lock, Andrews Engelmann, Theo Shall, Detlev Sierck - Kamera: Günther Anders - Musik: Herbert Windt - Regie: Karl Ritter - Länge: 2.561m - Premiere: Danzig am 2. Dezember 1941
Nach einem Roman von Ernst von Salomon, der den gleichen Titel hat, gedreht. Der Film erzählt die Ereignissse des Siebenjährigen Krieges, in dem sich Russen und Preußen in der Region Berlin
gegenüberstanden.
Nach der Niederlage von Kunersdorf fühlt sich ein preußischer Kapitän zu Unrecht vom König beschuldigt und desertiert mit einer Gruppe von jungen Kadetten in's feindliche Lager. Bald bereut er seinen Schritt und tötet den Obersten der Kosaken, bevor er selbst fällt. Durch seine Tat hat er preußischen Husaren ermöglicht, die Festung wieder zu erobern.
Das Thema - ein tapferer und stolzer militärischer Geist, der bereits die jungen Offiziere auszeichnet - durchzieht diesen Film und macht ihn zu einem Loblied auf die tapferen Soldaten in der ganzen Welt. Eine Vision von Schmerz und Ruhm, die an die Seele des Menschen rührt und ihn edler macht, weil sie ihm deutlich die Schönheit der Treue und fruchtbringende Kraft des Verzichts zeigt.
In diesem Film lernt man, die reine Rhetorik abzulehnen und die absolute Einfachheit zu bejahen. Die schauspielerische Leistung, die Photographie und die richtige Musik von Windt in Harmonie mit
allem sind exzellent.
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WIENER BLUT
Produktion: Deutsche Forst Filmproduktion GmbH (1942) - Drehbuch: Ernst Marischka, Axel Eggebrecht - Darsteller: Willy Fritsch, Maria Holst, Hans Moser, Theo Lingen, Dorit Kreysler - Kamera: Jan Stallich - Musik: Willy Schmidt-Gentner (aus Werken von Johann Strauß) - Regie: Willi Forst - Länge: 3.034m - Premiere: Wien am 2. April 1942
Ein Diplomat fährt zum Friedenskongress nach Wien, um die Interessen seines kleinen Landes zu wahren. In der österreichischen Hauptstadt findet er aber nebenbei Zeit, sozusagen zwischen einer Sitzung und der anderen, seine Frau zu betrügen. Sie aber macht ihn ihrerseits eifersüchtig, um ihn wieder zu gewinnen. Sie hat Erfolg damit und verhilft ihm gleichzeitig, in seiner diplomatischen Mission weiterzukommen.
Dieser Film ist der alten europäischen Schule der Musikfilme würdig.
In einem prunkvollen Rahmen, gewürzt mit herrlicher Musik und hervorragend fotografiert, spielt sich dieser Film ab. Die Regie ist sensibel geführt. Das Unternehmen darf als „gelungen" bezeichnet werden.
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DIE GOLDENE STADT
Produktion: UFA (1942) - Drehbuch: Alfred Braun, Veit Harlan, nach „Der Gigant" von Richard Billinger - Darsteller: Kristina Söderbaum, Eugen Klopfer, Rudolf Prack, Paul Klinger, Kurt Meisel, Liselotte Schneider - Kamera: Bruno Mondi (Agfacolor) - Musik: Hans Otto Bergmann - (Melodien von Smetana) - Regie: Veit Harlan - Länge: 3.004m
Premiere: 24. November 1942, Prag (erster Farbfilm)
Die zauberhafte alte Hauptstadt der Tschechoslowakei - an den Ufern der Moldau ... die malerische böhmische Landschaft ... die vielfarbigen Trachten der Gegend, dies alles bildet den Rahmen für einen Film, der voller Atmosphäre und Sinnlichkeit ist und den überströmenden Farben eines Aquarells gleicht. Das ist die „Goldene Stadt", ein Film, der damals und jetzt und immer dem „Deutschen Film" Ehre machen wird.
Anna, ein unschuldiges Landmädchen, jedoch aus reichem Hause, wird unwiderstehlich vom Zauber Prags angezogen. Diese Stadt hatte bereits ihre Mutter fasziniert. Mit Hilfe einer Gouvernante verläßt Anna während einer Abwesenheit des Vaters ihre Heimat und geht ihrem Schicksal entgegen - in die vielgeliebte Stadt Prag. Dort begegnet sie dann ihrem vulgären Cousin, der sie verführt.
Als sie ein Kind von ihm erwartet und enterbt wird, läßt er sie im Stich. Verzweifelt verläßt Anna die Stadt ihrer Illusionen und Enttäuschungen und kehrt nach Hause zurück. Dort findet sie ihren Vater und die Gouvernante bei den Heiratsvorbereitungen vor. Jeden Versöhnungsversuch der Tochter, ja sogar jedes Gespräch weist der Vater ab.
Von einer verzweifelten Krise geschüttelt, irrt sie umher und steht vor dem gleichen Sumpf, wie damals ihre Mutter. So geht auch sie in das Wasser und findet den Tod.
Kristina Söderbaum verschmilzt im Film geradezu mit dieser Rolle und zeigt ein Frauenschicksal ohne Ausweg. (Sie ist seit Jahren die von Harlan bevorzugteste Darstellerin). In ihrem unruhigen, leidvollen Gesicht spielt sich die ganze künftige Tragödie ab.
Die intime und poetische Seite des Films hat sich nicht nur mit dem Tod der Gefühle befaßt. In jedem Moment der Erzählung hat die Regie in feinster Filigranarbeit die tiefen und mysteriösen Seiten herausgearbeitet, die zum bitteren Ende führten.
Der Film wurde auf der 10. Ausstellung für Filmkunst in Venedig vorgestellt und erhielt den Preis des Präsidenten der Internationalen Filmkammer; die Hauptdarstellerin Kristina Söderbaum bekam für ihre beste Darstellung der Frauenrolle im Film die „Coppa Volpi".
Harlan erzählt in seinen Memoiren: „Als Dr. Goebbels erfuhr, daß ich den Film ,Die Goldene Stadt' drehen wollte, rief er mich zu sich und meinte, daß in Zeiten des Krieges politische Filme vorrangig seien und ein Film wie ,Die Goldene Stadt' lieber in Friedenszeiten gedreht werden sollte. Ich antwortete ihm, daß auch ,Die Goldene Stadt' ein politischer Film sei, da er unter anderem davon handle, daß die Landbevölkerung die Dörfer verlasse und der vielversprechenden' Arbeit in den Fabriken und den Städten nachlaufe."
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DIE ENTLASSUNG
Produktion: Tobis (1942) - Drehbuch: Curt Johannes Braun, Felix von Eckardt - Darsteller: Emil Jannings, Werner Krauss, Werner Hinz, Theodor Loos, Karl-Ludwig Diehl, Fritz Kampers - Kamera: Fritz Arno Wagner - Musik: Herbert Windt - Regie: Wolfgang Liebeneiner - Länge: 2.991m - Premiere: Nürnberg, 6. Oktober 1942
Noch ein Film über Bismarck ... Noch einmal Liebeneiner! Die Aktion beginnt am 8. März 1888, kurz vor des König Wilhelm I. Tod, und endet 1890, als Kaiser Wilhelm II den Fürsten Otto von Bismarck entläßt.
Kurz vor seinem Tode sagt der Kanzler „Mein Werk ist beendet, das Volk soll es beurteilen", während sein Blick in die Ferne schweift, als ob er dort schon sehen könnte, was aus dem „Reich" werden wird.
Hier ist ein Artikel von Emil Jannings vom September 1941, der sich auf diesen Film bezieht: „,Bismarck und unsere Zeit', Bismarck ist die Schlüsselfigur in dem neuen Film ,Die Entlassung'. Seit ich angefangen habe, mich in meine Rolle zu versetzen und Bismarcks Reden zu lesen, sehe ich den ,großen Preußen' in einem ganz neuen Licht, das den Horizont erweitert und den Geist erneuert."
Seine Aufzeichnungen, seine Reden und seine Briefe zeigen Bismarck als einen ,Mann unserer Tage' ... Ein Prophet der historischen Realität. Er sagte, ,wenn die Deutschen vereint bleiben, werden wir den stärksten Block Europas bilden und niemand wird es wagen, uns anzugreifen, in der Angst, zerschmettert zu werden'.
Es gibt kein Deutschland ohne ,Militär'. Es ist nicht schlimm, wenn die östlichen und westlichen Feinde vereint gegen uns marschieren, wir werden sie auf alle Fälle schlagen.
Es war nicht die Freude am Krieg, die Bismarck so sprechen ließ, er hat eigentlich immer wieder das Gegenteil bewiesen und seine Worte waren ,Es ist in unserem Interesse, den Frieden zu erhalten'. Aber die geschichtlichen - politischen Ereignisse, die Europa damals beherrschten, inspirierten ihn zu seiner Strategie. Wenn man das Europa von damals mit dem Europa von heute vergleicht, tritt die Figur des ,eisernen Kanzlers' als Hauptperson von auch heute noch erstaunlicher Aktualität hervor. So bin ich langsam aber sicher immer mehr in die Wesensart Bismarcks eingedrungen, bis ich mich fast familiär mit ihm gefühlt habe. Obwohl uns riesenhafte Dimensionen trennen, gebe ich mir alle Mühe, die Welt mit seinen Augen und durchdrungen von seiner Menschlichkeit zu sehen. Ich habe mir eingeredet: Ich will und muß Bismarck echt verkörpern, aber nicht nur die Gestalt welche in die Geschichte eingegangen ist, sondern ihn als Überbringer neuer Ideen, und ihn als prosaischen bürgerlichen Patriarchen, der nur in der Erfüllung seiner Pflicht und seiner Arbeit ein Held war. In den letzten Jahren seines Lebens sagte er einmal zu einem Freund: ,Wenn ich mein Leben noch einmal von vorne beginnen könnte, würde ich mich ohne Zögern entschließen, eine Ameise zu werden. Dieses kleine nützliche Insekt habe ich immer besonders bewundert, weil es in einem organisierten Staate lebt.
Jede Ameise hat ihre Arbeit und Aktivität, die der ganzen Gemeinschaft zugute kommt. Hier wiederum existieren nur Disziplin und perfekte Ordnung.' Es war diese Betrachtung, die mich zum Titel des Films ,Die Entlassung' inspirierte. Ich bin davon überzeugt, daß keine Geschichte unserer jüngsten Vergangenheit einen dramatischeren Stoff bieten könnte.
Aus diesen Gründen und mit größter Anstrengung, die Gestalt des Reichskanzlers so wahrheitsgetreu als möglich darzustellen, habe ich die Rolle Otto von Bismarcks in dem bald anlaufenden Film übernommen. Bismarck selbst hat sein Lebenswerk mit der Begründung des ,Reichs' vollendet. Er hat das deutsche Volk zusammengeführt, hatte aber nicht die Möglichkeit, ihnen den ausreichenden Lebensraum zu schaffen und hat diese Aufgabe seinen Nachfolgern hinterlassen."
Emil Jannings
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WEN DIE GÖTTER LIEBEN
Produktion: Wien Film - Drehbuch: Eduard von Borsody, nach einer Novelle von R. Billinger - Darsteller: Hans Holt, Irene von Megendorff, Winnie Markus, Paul Hörbiger u. a. - Kamera: Günther Anders - Musik: Alois Melichar - Regie: Karl Hartl - Länge: 3.283m - Premiere: Salzburg, 15. Dezember 1942
„Besonders empfohlen wegen seines politischen und künstlerischen Wertes." Der junge Komponist Wolfgang Amadeus Mozart aus Salzburg verliert nach dem Mißerfolg seines Konzertes in Paris seine geliebte Mutter. Er reist nach Wien, wo er mit Mme. Weber und ihren Töchtern Aloysia und Konstanze zusammentrifft.
Durch die Mitwirkung in einem Mozart-Konzert vor dem Kurfürsten in Mannheim wurde die von Mozart schwärmerisch geliebte Aloysia an die Münchener Oper verpflichtet, sie ist inzwischen verheiratet und zur berühmten Sängerin aufgestiegen.
Obwohl Mme. Weber von dem in Wien noch vergeblich gegen die Vorherrschaft der italienischen Oper ankämpfenden armen Mozart nichts wissen will, schenkt er der jüngeren Tochter Konstanze, die ihn
aufrichtig liebt, seine Neigung.
Durch die Vermittlung einiger Freunde gelingt es, den Kaiser für Mozarts Schaffen zu interessieren und er erhält den Auftrag, eine Oper zu schreiben. Nachdem er Konstanze entfüht und zu seiner Frau
gemacht hat, komponiert er die Musik zur „Entführung aus dem Serail". Dieses Werk erringt bei der Uraufführung den Beifall des Publikums und die Zufriedenheit des Kaisers.
Doch Mozarts finanzielle Schwierigkeiten wollen trotz des Erfolges kein Ende nehmen. Er muß sich mit Stundengeben abquälen und vollendet in intensiver, aufreibender Arbeit seinen „Figaro". Für die Rolle des Cherubin wird Aloysia verpflichtet, die nun zum zweiten Male in sein Leben tritt.
Seine alte Leidenschaft für die Unvergeßliche flammt wieder auf, doch vor der Aufführung seiner später zum größten Erfolg werdenden Oper „Don Juan" in Prag muß Mozart das Unerfüllbare seiner kühnen Hoffnungen einsehen. Er trennt sich von Aloysia und findet zu Konstanze zurück.
Die Jahre vergehen. Immer aber bleibt die Not ständiger Gast in Mozarts Haus. Da erhält er den geheimnisvollen Auftrag eines Unbekannten, ein Requiem zu schreiben.
Die Arbeit schlägt ihn in Bann, verzehrt aber auch die letzten Kräfte des in genialem Kampf Erschöpften. Seine Freunde, darunter Aloysia, versammeln sich um sein Sterbelager. Unter den himmlischen Klängen seines Requiems gibt Mozart seinen Geist auf. Im wütenden Schneetreiben des 5. Dezember 1791 bringt der ärmliche Wagen das Sterbliche von Mozart in Wien zur letzten Ruhe. Sein Unsterbliches aber bleibt als Glück und Schönheit der Erde.
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REMBRANDT
Produktion: Terra (1942) - Drehbuch: Kurt Heuser und Hans Steinhoff, nach dem Roman „Zwischen Hell und Dunkel" von Viktor Tornius - Darsteller: Ewald Baiser, Herta Feiler, Gisela Uhlen, Elisabeth Flickenschiidt, Theodor Loos, Aribert Wäscher, Otto E. Hasse - Kamera: Richard Angst - Musik: Alois Melichar - Regie: Hans Steinhoff - Länge: 2.910m - Premiere in Berlin am 17. Juni 1942
Der Maler Rembrandt ist leidenschaftlich in seine Kunst verliebt, die ihm Berühmtheit und Reichtum gebracht hat. Da er ebenso Saskia, seine wunderschöne Frau, liebt, verbringt er sein Leben in einer ständiger Begeisterung zwischen Liebe und Kunst. Dies alles endet plötzlich mit dem unerwarteten Tod von Saskia und Rembrandt stürzt in eine tiefe moralische Krise.
Bald ist er nicht mehr imstande, seine Gläubiger und Feinde abzuwehren, die ihn in kürzester Zeit ins Unglück bringen. Auch seine zweite Heirat mit seiner Gouvernante bringt ihm seine frühere kreative Ader nicht mehr zurück. Obwohl er immer noch meisterhafte Bilder malt, endet seine Existenz in bitterer Armut. Der Film wurde in den Außenbezirken und in der Stadt Berlin, sowie in den Studios von Tempelhof, Babelsberg und in den Außenbezirken Amsterdams und Den Haags gedreht.
Dieser Film von größtem künstlerischen und darstellerischen Wert hat Anrecht auf einen Platz in der Filmgeschichte. Das fast starrsinnige Suchen nach dem richtigen malerischen Element der damaligen Zeit und der Atmosphäre, im Zusammenspiel mit den raffinierten Bildern von Richard Angst hat ein sensibles Werk hervorgebracht. Die ausgezeichnete Darstellung und Verschmelzung mit den Gestalten des Films haben ihn unvergeßlich gemacht.
Ein Bild von grausamem Realismus in den Szenen beim jüdischen Pfandleiher, das Auftreten der Gerichtsvollzieher, welche die wertvollen Bilder des Meisters beschlagnahmten - oder die schönere Seite - der Spaziergang der Mädchen beim Sonnenuntergang in der Straße vor Rembrandts Wohnung. Wunderbar . . .
Obwohl der vorher in England gedrehte Film über das Leben Rembrandts von Alexander Corda mit dem berühmten Charles Laugthon sehr gut war, erschien er doch neben Steinhoffs Film von bescheidener Qualität.
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ROMANZE IN MOLL
Produktion: Tobis-Film (1943) - Drehbuch: Willy Clever und Helmut Käutner nach einer Idee von Willy Clever - Darsteller: Marianne Hoppe, Paul Dahlke, Ferdinand Marian, Siegfried Breuer, Elisabeth Flickenschiidt - Kamera: Georg Bruckbauer - Musik: Lothar Brühne und Werner Eisbrenner - Regie: Helmut Käutner - Länge: 2.728m - Premiere: 25. Juni 1943
Gewiß hat Madeleine einst geglaubt, an der Seite des kleinen Bankangestellten, in einer bürgerlichen Ehe, ihr Glück zu finden. Aber eines Tages fühlt sie mit Entsetzen, daß das Herz sich nicht vergewaltigen läßt, damals, als sie vor der Auslage eines eleganten Juweliergeschäfts dem Komponisten Michael begegnet. Er erzwingt, jungendhaft unbekümmert, ihre Bekanntschaft, macht ihr eine wertvolle
Perlenkette zum Geschenk.
Hat ihm ihr Lächeln beim ersten Treffen nicht eine seiner schönsten Melodien, die „Romanze in Moll", eingegeben? Hat sie diesen Mann nicht schon in tausend Träumen gesehen? Nach langem Sträuben wird sie seine Geliebte. Er erfüllt ihre Wünsche von Glanz und Reichtum, führt sie ein in die große Welt. Dennoch ist Madeleines Doppelleben von Schuldbewußtsein überschattet und es endet in einer Katastrophe: Ein Freund Michaels entpuppt sich als Vorgesetzter ihres Gatten, will sie besitzen, erpreßt sie! In auswegloser Verzweiflung greift Madeleine zum Gift.
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„Besonders empfohlen wegen seines künstlerischen Wertes". „Prämie der schwedischen Filmkritiker für den besten ausländischen Film",
„. . . der tragische Selbstmord einer Bürgersfrau aus der Provinz, die zwischen ihrem Gatten und der Liebe zum Rivalen ihres Mannes schwankt."
„Helmut Käutner hat mit diesem Film gezeigt, daß man auch während der Zeit der sogenannten Propagandafilme Goebbels in Deutschland auch andere Streifen, voller Humanität und packender Schicksale mit ausgezeichneten Erfolgen zeigen konnte".
Louis Marcorelles schrieb in „Cahiers du Cinema" „Ein zarter Duft von Tod und Dekadenz schwebt über diesem Film."
„Star-Revue" vom 22. November 1955 „nichts ist dem Zufall überlassen, alles ist wiedererstanden . . . unantastbar . . . wie eines der besten Werke Maupassants."
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MÜNCHHAUSEN
Produktion: UFA (1943) - Drehbuch: Berthold Bürger (Pseudonym von Erich Kästner) - Darsteller: Hans Albers, Ilse Werner, Brigitte Horney, Ferdinand Marian, Marina von Ditmar, Käthe Haack, Leo Slezak - Kamera: (Agfacolor) Werner Krien, Konstantin Irmen-Tschet - Musik: Georg Haentzschel - Regie: Josef von Baky - Länge: 3.662m - Premiere: Berlin, 5. März 1943
Der sächsische Offizier Baron Karl Hieronymus von Münchhausen steht im Dienst von Katharina II. Er hat Gelegenheit, Giuseppe Balsamo, genannt „Cagliostro", kennenzulernen. Dieser schenkt ihm einen „magischen Ring", der ihn unsichtbar machen kann, ihm ewige Jugend schenkt und zu aufregenden Abenteuern verhilft. Nachdem er die Zarin verführt hat, gelingt es ihm, auf einer Kanonenkugel reitend, in Ortchakofff einzudringen.
Als er zum türkischen Sultan gebracht wird, bezaubert er auch diesen mit seinem heiteren Wesen, dem scharfen Geist und den erfundenen Geschichten. Mit einem tollkühnen Streich raubt er des Sultans Lieblingsfrau aus dem Harem (Isabella d' Este) und flüchtet nach Venedig mit ihr. Dort geraten sie in den verrückten Wirbel des venezianischen Karnevals. Isabelle trifft ihren Bruder, der sie in ein Kloster einsperrt, um sie aus den Fängen des Barons zu befreien.
Münchhausen duelliert sich daraufhin mit Isabelles Bruder, für den der Kampf schlecht ausgeht. Diese Geschichte kommt dem Dogen zu Ohren und er ordnet an, den Baron einzusperren. Diesem gelingt es jedoch, auf abenteuerliche Weise in einer „Mongolfiere" zu flüchten, die ihn zum Mond bringt. Doch Münchhausen kehrt nach einiger Zeit wieder zur Erde zurück, verliebt sich unsterblich in ein schönes Mädchen, heiratet und verbringt mit seiner Frau sein weiteres Leben in einem Schloß.
Diesem außergewöhnlichen Film ist es rasch gelungen, ein breites Publikum zu begeistern. Josef von Baky (der Regisseur) drehte damit einen spritzigen Film voller Gags und unwahrscheinlicher Einfälle.
Der Film ist reich an spektakulären Bildern, unter Mitarbeit des Spezialisten der Agfacolor, Irmen-Tschet (er arbeitete auch am „Hitlerjungen Quex" mit).
Besonders beeindruckend sind die Reise auf der Kanonenkugel, der Flug in der Mongolfiere, der Aufenthalt auf dem Mond, wo ein Tag einem Jahr auf der Erde gleicht und alle Bewohner ihren Kopf vom Körper trennen können. Erstaunlich die magische Illusion mit geschichtlicher Rekonstruierung der Staatspaläste, der Museen, der Möbel und sogar des Tafelsilbers.
Die Außenaufnahmen des Karnevals von Venedig wurden von der „Wochenschau" im Jahre 1939 gefilmt. Das Material wurde dann „durchsichtig" verwendet.
Die ganze Arbeit für diesen Film dauerte 2 Jahre, 5 Monate, um die Inszenierung und Kostüme fertigzustellen und 16 Wochen für die Aufnahmen.
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TITANIC
Produktion: Tobis (1943) - Drehbuch: Walter Zerlett-Olfenius - Darsteller: Kirsten Heiberg, Sybille Schmitz, Hans Nielsen, Karl Schönböck, Charlotte Thiele, Otto Wernicke - Kamera: Friedl Behn-Grund - Regie: Herbert Selpin und Werner Klinger - Länge: 2.467m - die Premieren stehen ganz unten.
„Besonders empfehlenswerter Film wegen seines künstlerischen und politischen Werts"
Am 16. April 1912 erfährt die Welt von einem schrecklichen Unglück, dem Untergang der „Titanic".
Dieser riesenhafte und luxuriöseste Ozeandampfer hat einen großen Eisberg gerammt und über 1500 Passagieren den Tod gebracht. Wie konnte eine derartige Tragödie geschehen? Sabotage? . . . Börsenspekulation?
Oder stimmt es, daß ein mysteriöser Fluch auf dem wunderbaren Schiff lastete? Oder war es ein widerwärtiges Manöver von Sir Bruce Ismay (Eigentümer der White-Star-Line und Besitzer des Schiffs), um einen Konkurs der Gesellschaft abzuwenden, nachdem diese ein Vermögen in die Konstruktion dieses Giganten des Meeres gesteckt hatte? Es gibt Verhöre, die erst beim Finale des Films eine Antwort finden, als der erste Offizier Peterson vor dem Untersuchungskommite den Schuldigen anzeigt. Diese wahre Geschichte wurde bereits 1929 vom berühmten E. A. Dupont mit dem Titel „Atlantik" mit enormen Produktionsanstrengungen von einer Filmgesellschaft gedreht, die damit fast an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten gebracht wurde.
Von besonders dramatischer Intensität erschienen die Szenen des Untergangs selbst, die wahrheitsgetreu auf einem deutschen Schiff gedreht wurden und die Rettungsmanöver für die Passagiere, die in höchster Angst zu den Rettungsbooten stürzten. Diese Szenen waren von solcher Eindringlichkeit, daß sie der englische Regisseur Roy Baker in seinen Film „Nigth to Remember" eingebaut hat.
Besonders hervorzuheben ist auch die Darstellungskunst von Otto Wernicke (Der Kommandant) und die Rolle der Sybille Schmitz, die von einigen Nachkriegskritikern so beurteilt wurde: „Eine der größten Erscheinungen des Films überhaupt ... man muß sie gesehen haben, um es glauben zu können." David Stewart Hüll - Seite 232 - „Eine Studie des Deutschen Films."
Nachdem Goebbels am 30. April 1943 den Film gesehen hatte, stellte er fest, daß die lebensecht dargestellten Szenen der Panik einen negativen Einfluß auf die Moral der deutschen Bevölkerung haben könnten, da sie doch schon täglich den Bombenangriffen der englischen Feinde ausgesetzt seien. Er verbot deshalb den Vertrieb des Films im Deutschen Reich. So hat der Streifen nur eine Exporterlaubnis erhalten und die Premieren fanden am 10. November 1943 gleichzeitig in Florenz und Paris statt.
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PARACELSUS
Produktion: Bavaria (1943) - Drehbuch: Kurt Heuser - Darsteller: Werner Krauss, Mathias Wiemann, Harald Kreutzberg, Martin Urtel, Harry Langewisch, Annelies Reinhold - Kamera: Bruno Stephan - Musik: Herbert Windt - Regie: G. W. Pabst - Länge: 2.916m - Premiere: Salzburg, 12. März 1943
„Besonders empfehlenswerter Film wegen seines künstlerischen und politischen Wertes."
Noch einmal der Sieg des Genies über den „Obskurantismus", gezeigt in Form einer dramatischen Episode aus dem Leben des berühmten Arztes und Alchimisten Theofrastus Bombastus von Hohenheim, auch „Paracelsus" genannt. Der Film strotzt vor lebensvollen Situationen, voller Einfachheit, Leidenschaft und Schmerz, dies alles von der Hand eines großen Meisters - Pabst - gezeigt, der seinen unverwechselbaren persönlichen Geschmack auch in seine Regiearbeit einbringt.
Wenn es auch nicht Pabsts bester Film ist, so kann man doch nicht abstreiten, daß der Regisseur auch hier einen Weg gefunden hat, sich in volkstümlicher und verständlicher Weise auszudrücken. Die wertvolle künstlerische Persönlichkeit von Werner Krauss hat auch hier seine Rolle durchdrungen. Die Erzählung ist genau, emotionell, und die kleinen Geschichten, welche als gemeinsamen Nenner die Medizin und die Liebe haben, gefallen sehr. Der Rhythmus des Vortrags und die lebhaften Szenen verschmelzen perfekt mit der schönen Musik von Herbert Windt.
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KOLBERG
Produktion: UFA (1945) - Drehbuch: Alfred Braun, Veit Harlan, Thea von Harbou - Darsteller: Kristina Söderbaum, Heinrich George, Paul Wegener, Horst Caspar, Gustav Diessl, Otto Wernicke, Irene von Meyendorf, Kurt Meisel, Jaspar von Oertzen, Jakob Tiedtke, Charles Schauten, Heinz Lausch - Kamera: Bruno Mondi - Musik: Norbert Schultze - Regie: Veit Harlan - Länge: 3.026m, Agfacolor - Premiere: Berlin, 31. Januar 1945
Die größte Produktionsleistung der Filme in der Hitlerzeit! 100.000 Komparsen ... 10.000 Uniformen . . . 6.000 Pferde, 2 Jahre Dreharbeit, 9 Millionen Reichsmark . . . Das ist „Kolberg". Die Strömung zum Geschichtsfilm, wie sie Harlan bereits so erfolgreich in seinem Film „Der Große König" praktiziert hatte, erreichte mit „Kolberg" wohl einen Höhepunkt.
Der Regisseur hat noch einmal gezeigt, daß die Überspanntheit der patriotischen Gefühle nicht eigentlich stört, wenn sie in das „Ganze" einer Geschichte voll eingebracht wird. Hier wird der Widerstand der Soldaten und Bevölkerung Kolbergs, die ihren Hafen und ihre Stadt verteidigen, gezeigt (im franz.-preuß. Krieg im Jahr 1807).
Die Uraufführung des Films im Jahre 1945 erfolgte just zu einem Zeitpunkt, da gerade dieses Thema von brennender Aktualität war. Voll grausamen Realismus entspann sich während der Kampfszenen folgender Dialog:
Napoleon steht vor dem Grab Friedrich des Großen. Napoleon: „Könnte ich hier sein, wenn Du noch am Leben wärst?" Nettelbeck: „Lieber unter Trümmern begraben, als sich ergeben." Schill: „Man muß das ganze Volk für den Krieg vorbereiten."
Gneisenau: „Aus den Ruinen und der Asche erwächst ein neues Volk, ein neues Reich." Dies alles klang wie ein Aufruf zur totalen Mobilmachung gegen die Gefahr, die damals über Deutschland schwebte.
Nachdem er Kolberg gesehen hatte, sagte Goebbels: „Wenn man diesen Film in Friedenszeiten sieht, muß er unbedingt Bewunderung für die Haltung der Bevölkerung von Kolberg erwecken. Wenn man ihn jedoch jetzt in der totalen Kriegszeit betrachtet, hat er den Sinn, uns allen ein Beispiel zu geben."
Auch der „Völkische Beobachter" schreibt am 1. Februar 1945 unter dem Titel „Ein Film ein Beispiel!": „Die Entehrung und die Sklaverei unter dem Korsen waren ein Paradies, wenn man sie mit dem vergleicht, was uns unter den Bolschewisten erwarten würde."
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Der Film war einer der schönsten und menschlichsten Werke, die man zu der damaligen Zeit sah. Auf den ausdrucksvollen Gesichtern der Frauen, Kinder und Soldaten war das ganze Drama ausgedrückt.
Eine hervorragende Regie, eine perfekte schauspielerische Leistung aller Darsteller. Heinrich George zeigte wieder einmal die vielen Seiten seines Könnens und seiner Ausdruckskraft.
Leider mußte dieser hervorragende Film wegen höherer Gewalt bald abgesetzt werden und konnte nicht den erwarteten Einspielerfolg erzielen.
Später manipulierte man und änderte sogar den Titel in „Der 30. Januar 1945 - Der Fall Kolberg". Das war aber noch nicht alles: Es wurden 25 Minuten aus der Wochenschau mit einer Rede von Goebbels beigefügt. Das Resultat kann man sich vorstellen: totales Desinteresse beim Publikum.
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Das NS-Gedankengut dieser Filme wurde noch weit in die 1960er Jahre übernommen bzw. übertragen ........
Die Überlebenden der total indoktrinierten Nazi Zeit sind ja nicht einfach vom Erdboden verschwunden. Auch hat die Entnazifizierung der Alliierten Spruchkammern als auch der Deutschen Gerichte viele Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten aufzuweisen, wer entlastet war (wurde) und wer nicht. Solche "Persinlscheine" konnte man wirklch kaufen. Angeblich entlastete (und verharmlosen benannte) sogenannte Mitläufer der gescheiterten NS-Diktatur waren noch über 30 Jahre in der deutschen Politik zu finden. Solche Personen (wie z.B. Filbinger) namentlich zu benennen war fast schon gefährlich.
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