Der "Deutsche Film" 1933-45 - eine fatale Lobhudelei aus 1980
Sept. 2026 von Gert Redlich - Obwohl in der Einleitung des Buches auf die besonderen Gegebenheiten der Krigeszeit von 1939-45 hingewiesen wird, strotzen die einzelnen Kapitel und Biografien mit überbordender kritikloser Lobhudelei. Wer die ausführliche und seitenlange Einleitung übergeht, landet in einer super tollen heilen Film-Welt der großen bewundernswerten deutschen Filmkunst.
Daß dem überhaupt nicht so war, geht in den Lobeshymnen des italienischen Autors Michele Sakkara unter und verfälscht die Geschichte der damaligen Zeit. Während in den Filmstudios triviale Seifenopern gedreht wurden, konnten die Kinobesucher über die oppulenten Buffets, die aufwendigen Kostüme undi die Traum-Kulissen nur staunen. Und daß die Macher von damals nach dem Krieg alle "entlastet" wurden stinkt zum Himmel.
Selbst mittelmäßig intelligente Reichsbürger wußten spätestens im Herbst 1933, was die Stunde geschlagen hatte und mit welchen Regime sie sich ab jetzt verheiraten müssten oder alternativ mühsam arrangieren und das war überhaupt nicht lobenswert. Mit diesem Buch aus 1980 wird das 3.Reich und der deutsche Film als Werkzeug einer Diktatur aufgewertet und damit wird die unrühmliche deutsche Geschichte heftigst verdreht.
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Die Aufzählung und die Texte stammen alle aus 1980
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WILLI FORST
Wilhelm Frohs (mit dem Künstlernamen Willi Forst) wurde am 7. April 1903 in Wien geboren. In den 1930-40er Jahren gewann er enorme Popularität und Berühmtheit mit einer Anzahl von leichten, beschwingten musikalischen Filmen, in denen er teils Regie geführt hat, teils als Schauspieler mitwirkte.
Es begann mit der Operette, dann kam das Theater und schließlich ab 1927 auch noch der Film. Hier war sein bester Platz und seit Beginn des Tonfilms war er einer deren brillantesten Interpreten des österreichisch-deutschen Films mit Nachdruck auf die Filme musikalischen Einschlags.
Forst hatte hier Gelegenheit, seinen Charme und Esprit, sein mondänes Auftreten einzusetzen und es gelang ihm eine Reihe von Film-Operetten mit so großem Erfolg zu machen, daß die Kritiker sogar vergaßen, über sein unfotogenes Aussehen (großer Kopf, stark ausgeprägte Nase und Kinn) zu spötteln.
Der Schauspieler nahm auch mehr oder weniger dramatische Rollen an wie „Atlantik" von Dupont (1929) und „Brennendes Geheimnis" von Siodmark (1933) und „So endete eine Liebe" von Hartl (1934), „Leise flehen meine Lieder" (1933), dessen aufsehenerregender Erfolg in der Welt dazu beigetragen hat, die Mode der Biographien großer Komponisten einzuführen.
Mit der folgenden „Maskerade" (1934), die in spritzigen, zynischen und pathetischen Tönen die Chronik des guten alten Wiens als Skandalgeschichte erzählt, hat Forst seinen sensiblen Stil zur höchsten Reife gebracht. Er verstand es meisterhaft, die Frivolitäten gewisser aristokratischer Kreise ins Visier zu nehmen. Der Film brachte den Glanz und den Duft einer längst versunkenen Zeit zurück und hat dem Film ein neues Gesicht - Paula Wessely - geschenkt.
Diese Schauspielerin mit den ausdrucksvollen Zügen ist reich an psychologischen Schattierungen und von einer reinen kindlichen Zurückhaltung. Im Jahr 1935 kommt „Mazurka", ein ehrgeizig gemachter Film, der auf Pola Negri zugeschnitten war. Hier konnte man mit Interesse die gleiche Episode in zwei verschiedenen Ausführungen sehen.
Im Jahre 1936 drehte er dann „Allotria", eine witzige Komödie voller Esprit, mit einem guten Aufgebot von Schauspielern, aber auch mit gewissen maliziösen Einfällen seitens der Regie.
Dann erschienen „Burgtheater" und „Serenade" (1937), Filme mit eindrucksvollen Szenen. Dann „Bel Ami". Hier spielte Forst selbst die männliche Hauptrolle und sprühte vor Übermut und Geist.
Im Jahre 1940 „Operette", das einer Kutschenfahrt durch das Wien im Jahre 1800 in der Blütezeit der Operette glich. Darauf folgte „Wiener Blut" (1942), das man auf den Wogen rauschender Walzer und in einem glänzenden Rahmen erlebte. Hier kamen Forsts echte künstlerische Tugenden zum Vorschein. Er zauberte das Wien der schönen Frauen, der Leichtigkeit, der Musik und der Liebe wieder hervor. Nach den Ereignissen von 1945 - (das Kriegsende für das 3. Reich) zog sich Willi Forst vom Filmleben zurück und widmete sich dem Journalismus. Willi Forst starb am 12. August 1980 in Wien.
CARL FROELICH
Am 5. September 1875 in Berlin geboren, hatte er sein Debüt beim Film als Kameramann im Jahre 1903. Er drehte aufsehenerregende Filme voller Aktualität in enger Zusammenarbeit mit Oskar Messter, einem anderen Pionier des deutschen Films.
Im Jahre 1908 hat Froelichs Dokumentarfilm über ein Eisenbahnunglück in Berlin Furore gemacht. Während des ersten Weltkriegs brachte er die ersten deutschen Filmzeitschriften heraus. Im Jahre 1919 gründete er die „Maxim-Filmgesellschaft", die er dann in „Froelich-Film" umgetauft hat. Im Jahre 1920 trat er in die UFA ein.
Sein Debüt als Regisseur gab er 1910 mit dem Film „Zu spät", dem die „Welt in Waffen" (1911) und eine Biographie über das Leben Richard Wagners (1912) folgten.
Im Jahre 1919 drehte er einige Filme mit dem Publikumsliebling Lotte Neumann, dann mit Asta Nielsen in „Der Idiot" und mit Lil Dagover in „Luise Millerin - Kabale und Liebe" (1922).
Im Jahre 1929 hat er in doppelter Version (französisch-deutsch) „Die Nacht gehört uns", den ersten in deutscher Sprache gesprochenen Film gedreht, der Hans Albers in der Hauptrolle sah. Es folgten „Hans in allen Gassen", und „Luise, Königin von Preussen" (1931).
Im Zusammenarbeit mit dem Italiener August Genina hat er im Jahr 1932 für „Mitternachtsliebe" Regie geführt und im gleichen Jahr war er als technischer Berater Leontine Sagans mit den Dreharbeiten von „Mädchen in Uniform" beschäftigt. (Übrigens einer der besten psychologischen Filme im Schülerniveau).
Als die Nationalsozialistische Partei im Feb. 1933 zur Macht kam, nahm Froelich mit Enthusiasmus an den Initiativen, die der neue Minister für Information und Propaganda hatte, teil. Er hat sich eingesetzt für neue Strukturen auf dem Sektor des Films und seine Intelligenz und seine Freude am Experimentieren für das Land eingebracht.
- Anmerkung : Froelich war direkt nach dem März 1933 ein strammer Anhänger und vor allem Nutznießer der Nationalsozialisten in Berlin. Dafür musste er auch nach dem Krieg bezahlen. Seine Tätigkeit und seine Filme trugen zur Verlängerung des nicht enden wollenden Krieges bei.
Später wurde er als Zeichen der Dankbarkeit für die von ihm geleisteten Verdienste (unter dem organisatorischen und industriellen Gesichtspunkt gesehen) zum Präsident des leitenden Komitees der UFA gewählt; danach, im Jahre 1936, erhielt er den Professortitel, wurde im Jahre 1939
(von Josef Göbbels) zum Präsident der Reichsfilmkammer (aus-)gewählt und gehörte zum kulturellen Senat des 3.Reichs.
Zu seinem 65. Geburtstag (1940) überreichte "man" (wer war "man" - wenn nicht Göbbels ?) ihm die „Goethe-Medaille" für Kunst und Wissenschaften. Die (deutsch-italienische und sehr umstrittene) Jury der "internationalen" Filmfestspiele in Venedig prämierte seinen Film „Heimat" mit dem Preis „Coppa del Ministero della Educazione Nazionale" (Preis des Ministeriums für nationale Erziehung) für die beste Regie.
Froelich war es, der die erste praktische Anwendung der Erfindung „Opticolor" im Jahre 1937 ausführte. (Verfahren Berthou-Siemens). Er hat im Film „Das Schönheitsfleckchen" die ersten guten Resultate damit erzielt. (Lil Dagover und Wolfgang Liebeneiner in den Hauptrollen.)
Weitere fundamentale Etappen seines Weges waren:
- 1936 „Reifende Jugend", „Traumulus".
- 1938 „Die vier Gesellen" (gespielt von Ingrid Bergmann).
- 1939 „Heimat", „Es war eine rauschende Ballnacht".
- 1940 „Das Herz der Königin".
- 1941 „Der Gasmann".
- 1942 „Hochzeit auf Bärenhof".
- 1944 „Familie Buchholz" (zwei Episoden).
Dann kam - die (Anmerkung : begündete) Verhaftung, das Internierungslager - die Entnazifizierung und das Arbeitsverbot. In der Nachkriegszeit (1951) kam Froelich zum Film zurück mit „Komplott auf Erlenhof" und fuhr mit der Filmarbeit bis zu seinem Todestag, dem 12. Februar 1963, fort.
In seiner langen fruchtbaren Künstlerkarriere führte Froelich in mehr als 70 Filmen die Regie, immer unter vorzüglichen technischen (Anmerkung : und vor allem politischen) Voraussetzungen und hielt sich stets genau an die Einzelheiten. Die Filme wurden stets von den Publikumslieblingen der Dreißiger-Vierziger-Jahre gespielt. Ehre und Rehabilitierung gebührt also diesem Mann vom „Fach", der sein Leben damit verbracht hat, sich in Bildern in ehrenhafter und humaner Weise auszudrücken. Erinnern wir uns an ihn!
- Anmerkung : Das ist eine sehr "unglückliche" Glorifizierung eines ganz sicher begabten aber leider strammen Hitler-Anhängers, der währnd der NS-Zeit alle "Begünstigungen" des Hitler-Regimes ausnutzte.
Gleiches gilt auch für den nachfolgenden Namen VEIT HARLAN
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VEIT HARLAN
Das künstlerische und kommerzielle Leben des deutschen Films in den Jahren des 3. Reichs war einer Handvoll von Männern mit großem Talent (Anmerkung : und der bewußten Unterordnung unter die Direktiven von Göbbels und dem gesamten Hitler-Regime) zu verdanken, einer davon war ohne Zweifel "Professor" Veit Harlan.
- Anmerkung : Der Professortitel
Das mit den verliehenen Professortiteln von Hitlers und/oder Göbbels Gnaden war ein absoluter Schmarren. Die gesamte akademische Welt der deutschen Universitäten hatte sich von solchen "Schönlingen" ferngehalten und aus diesen Kreisen der echten Professoren erschien auch niemand zu keiner der Verleihungen. Um den echten und wertigen Professortitel verliehen zu bekommen, mußte die Person mit einem Doktorgrad promoviert worden sein und eine Mindestanzahl an hochkarätigen Publikationen nachweisen. Und dann entschied ein Gremium an einer UNI über die Vergabe des "Professor-Titels" und nicht ein Propagandaministerium oder der Führer selbst.
„Es ist mathematisch erwiesen, wenn man gutes menschliches Material hat, können die Resultate gar nicht ausbleiben", sagte Goebbels über V. Harlan. In diesem Fall muß man ihm Recht geben.
Ein aktiver, kreativer Mensch, genial in Sachen des Films und Theaters, wurde Harlan die Schlüsselfigur der großen europäischen Erfolge in den Jahren 1940-1945.
Sein größter Verdienst war, daß er den Film „als priviligiertes Mittel" anwandte, um über ideologische und politische Themen mit den Massen zu sprechen. Wirklich - einige Zeugnisse des sowjetischen Films, besonders einige Filme von Eisenstein, hatten für ihn großen instruktiven Wert.
Harlan wurde am 22. September 1899 in Berlin geboren und hat bei Max Reinhardt Rezitation studiert. Seine Karriere als Schauspieler begann in den Jahren 1924 bis 1934 mit den großen Filmen (von internationalem Namen) wie „Wallenstein" und „Götz von Berlichingen" und seinen ausgesprochen erfolgreichen Auftritten im Berliner Staatstheater.
In der gleichen Zeit begann er, sich für Bildhauerei, Fotografie und Film zu interessieren. Er spielte in vielen Filmen die Hauptrolle, bis er 1935 zur Regie überwechselte. Nachdem er im Film „Die Pompadour" in Österreich Regie geführt hatte und in „Alles für Veronika" in Budapest, hat sich seine Persönlichkeit mit „Der Herrscher" im Jahre 1937 herauskristallisiert.
Hier auf der Basis eine Szene von Thea von Harbou (die Mitarbeiterin aller Filme von Fritz Lang) und Curt J. Braun (es handelt sich um das
Stück „Vor Sonnenuntergang" von Gerhart Hauptmann). Der Film lehnt sich ganz klar an die Personen der Krupp-Familie an, wenn auch die Namen geändert wurden.
Das Drama: Der Eisenmagnat befindet sich in offenem Streit mit seinen Familienangehörigen, da eine Liebesgeschichte mit seiner Sekretärin, der einzigen „echten Freundin", die nicht an Geld interessiert ist, ruchbar geworden ist. Es kommt zu einem spektakulären Prozeß, der die ganze Existenz des riesenhaften industriellen Imperiums in Frage stellt und aus dem der Industriekapitän als Sieger hervorgeht.
Der Richtspruch erlaubt dem Familienoberhaupt, sich der ganzen „zweifelhaften Erben" zu entledigen und er kann wieder alle seine Energien an die Arbeit verwenden, von der bis zu seinem Tode die (Volks-) Gemeinschaft profitiert.
weiter mit den Lobeshymnen (2)
Hier ist einer der ersten Filme einer ganzen Serie, die Kunde von der Opferbereitschaft und dem Gemeinschaftsgeist des einzelnen Individuums geben, das allen Mitmenschen und der Nation die Früchte seiner Arbeit weiht.
„Der Herrscher" wurde von der offiziellen Göbbels-Propaganda wie folgt definiert:
„Der erste Film der neuen Film-Ära", während andere hinzufügten, daß es sich um das erste große Resultat der neuen (Göbbelschen) Filmpolitik des 3.Reiches handelte. In Wirklichkeit handelt es sich um einen großen künstlerischen und kommerziellen Erfolg, der von einer qualitativen Konstruktion ist und von lebenswichtigen Elementen gespeist wurde, dabei aber gleichzeitig autoritär und heftig ist.
Die szenischen Hochleistungen von Emil Jannings, dem Hauptdarsteller, haben zusammen mit der Erfahrung von Harlan, welche den Geist und die Essenz der Personen und Dinge richtig ausschöpft, das Ihrige getan.
Als Anerkennung dieser Qualitäten hat der Film am 15. März 1937 das Prädikat „besonders empfehlenswerter Film wegen seines hohen politischen und künstlerischen Wertes" erhalten.
Die Premiere vor dem Publikum war am 17. März 1937 unter Anwesenheit von Dr. Goebbels, der Seite an Seite mit E. Jannings und Marianne Hoppe (der weiblichen Hauptdarstellerin des Films) saß.
Am 1. Mai erhielt „Der Herrscher" den nationalen Preis des Films 1937. Bei dieser Gelegenheit wurden Regisseur und Hauptdarsteller in der Reichskanzlei von Hitler empfangen, um von ihm persönlich die Glückwünsche für ein Werk entgegenzunehmen, das Prestige und Ehre für Deutschland brachte.
Emil Jannings hat für seine Hauptrolle in diesem Film den „Ehrenring des deutschen Films" erhalten und wurde zum Kultursenator ernannt. Mit diesem Amt war für ihn eine „offizielle" Reise nach Schweden im Oktober verbunden, um in Stockholm der Premiere des Film beizuwohnen. Die königliche Familie war ebenfalls bei der Premiere anwesend.
In der Zwischenzeit hatte die Jury der venezianischen Filmausstellung ihm die „Coppa Volpi" überreicht, die dem besten Hauptdarsteller (für seine Darstellung in dem Film „Der Herrscher") zugedacht war. Auf der internationalen Ausstellung in Paris (1937) hat „Der Herrscher" offiziell Deutschland vertreten.
Aus purem Zufall hat Harlan 1937 sofort nach dem ungeheurem Erfolg des „Herrschers" eine leichte Komödie nach dem „Fiston" von Andre Birabeau inszeniert mit dem Titel „Mein Sohn, der Herr Minister". Paul Dahlke und Franchise Rosay sah man in den Hauptrollen.
Zu Beginn des Jahres 1938 hat sich Veit Harlan des Themas der Verteidigung der Jugend und der Liebe in „Jugend" angenommen. Diese dramatische Geschichte verdammte den Puritanismus. Mit sorgfältig ausgearbeiteten Szenen von Thea von Harbou, nach einer Erzählung von Max Halbe, gestaltete Harlan mit der Sprache des Herzens.
„Jugend" hat die schöne und gute Schauspielerin Kristina Söderbaum (aus Schweden) ins Rampenlicht gebracht und sie von einem Tag zum anderen so berühmt gemacht, daß sie bei Tobis einen Zehn-Jahresvertrag unterschreiben konnte. Im gleichen Film begann die Liebe zwischen dem Regisseur und der Schauspielerin, die schließlich ein Ehepaar wurden.
Im Jahr 1938 hat Veit Harlan ein Werk seines Vaters Walter über das Leben des genialen Erfinders Peter Henlein gemacht. „Das Unsterbliche Herz" spielte in der herrlichen Stadt Nürnberg und zeigte den Idealismus und den persönlichen Einsatz eines Bürgers, eingehüllt von einer romantischen Liebesgeschichte, dargestellt von dem großen Mimen Heinrich George.
Im Jahr 1939 drehte Harlan den Film „Die Reise nach Tilsit" nach einer litauischen Novelle von Hermann Sudermann. Nach ihr hatte schon im Jahre 1927 Friedrich Murnau seinen Film „L'Au-rora" gedreht. Die Premiere fand am 2. November 1939 in Tilsit statt und der Film hatte während der ganzen Spielzeit bis 1945 einen enormen künstlerischen und kommerziellen Erfolg.
Mit dem folgenden „Jud Süß" (1940), mit Szenen von Ludwig Metzger, Eberhard Wolfgang Möller und Veit Harlan selbst, hat der Berliner Regisseur den Gipfel des Erfolges erklommen. Die Welt-Premiere von „Jud Süß" war am 9. September 1940 anläßlich der Filmausstellung in Venedig unter Anwesenheit des Regisseurs, der beiden Hauptdarsteller Kristina Söderbaum und
Ferdinand Marian.
Ein gigantischer Erfolg!! Dieser Erfolg hat sich rasch in ganz Europa herumgesprochen, so daß der Filmkurier am 16. Juli 1941 diesen "rührendsten" (???) Film beschrieben hat: „Nach 8 Wochen Vorführung im Colosseum in Paris hat der Film jede andere Premiere geschlagen, was Zuschauer-Anzahl und Einnahmen anbelangt". Von geringerem Interesse „Petro soll hängen" (1941), eine Geschichte, die sich in Südamerika abspielt, mit Heinrich George und Maria Landrock.
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weiter mit den Lobeshymnen (2)
Ausgezeichnet unter künstlerischem und kommerziellem Aspekt „Der große König" (1942). Dieser Film fand besonderes Interesse und wurde nach beendetem Krieg als „politischer Film" hingestellt, da er auf Anraten von Goebbels gedreht wurde, der „die Gefühle des deutschen Volkes stärken wollte und die Figur von Friedrich dem Großen des Führers zu übertragen versuchte".
Auch in diesen Fall, wie im vorherigen „Jud Süß", beschränken wir uns nur darauf, den Film vom Standpunkt filmischen Könnens her zu beurteilen und stellen fest, daß es sich um ein Werk höchster Qualität handelt.
In der Rolle Friedrich II. sah man nochmals Otto Gebühr, der diese Persönlichkeit mit wahrer Perfektion dargestellt hat.
Mit Otto Gebühr konkurrierten für den Erfolg des Film auch die Söderbaum, Gustav Froelich, Paul Wegener und viele andere Schauspieler von Prestige und Namen.
Einen Applaus auch für die ausgezeichnete fotografische Arbeit von Bruno Mondi und die guten musikalischen Arrangements v. Hans Otto Bergmann, der ebenfalls ein treuer Harlan-Mitarbeiter war.
Nach Beendigung des „Großen Königs" (1942) hat Harlan mit den Dreharbeiten der „Goldenen Stadt" in Agfacolor begonnen, nach Szenen, die Harlan mit Alfred Braun ausgearbeitet hatte. Den Stoff entnahm er einem Werk von Richard Billinger, „Der Gigant".
Der Film wurde bei der 10. Ausstellung für Filme in Venedig mit der Coppa des Präsidenten der Internat. Filmkammer ausgezeichnet, während die Hauptdarstellerin Kristina Söderbaum die Coppa Volpe für die beste Frauen-Hauptrolle erhielt.
Und dann "Professor" von des Führers Gnaden
Goebbels verlieh auf Anraten des Führers Veit Harlan den Professorentitel für seine hohen künstlerischen Verdienste und seine Aktivität. Als der Film in Schweden uraufgeführt wurde, erhielten Harlan und die Söderbaum eine Einladung zur Premiere und von der Stadt Uppsala den Titel „honoris causa".
Auch in Stockholm wurden sie mit herzlichem Applaus im „Internationalen Club der besten Gesellschaft" empfangen. Um einen Beweis des großen Erfolgs dieses Filmes zu geben, möchten wir feststellen, daß „Die Goldene Stadt" 3 Jahre lang in Helsinki in einem Lichtspielhaus lief.
In Paris wurde der Film nach 20 Wochen Laufzeit bereits von über 550 000 Personen besucht, nachdem der vorherige Film „Jud Süß" 25 Wochen gelaufen war.
Selbst die UFA war auf einen solchen Erfolg nicht gefaßt und blieb überrascht, als man aus Paris an Goebbels telegrafierte: „Kein Botschafter hätte die deutschen Interessen besser als der Film von Harlan vertreten können."
- Anmerkung : Hier wird fälschlich suggeriert, "Paris" hätte das telegrafiert. So stimmt das überhaupt nicht. Es waren die Deutschen - die Besatzer in Paris -, die solche Telegramme nach Berlin schickten.
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Dann wurde V. Harlan Produktionschef der UFA ......
Deshalb wurde Harlan am 4. März 1943 anläßlich des 25. Jahrestages der UFA-Gründung vom Generaldirektor Ludwig Klitzsch auf Empfehlung des Ehren-Präsidenten Alfred Hugenberg das Amt eines Produktionschefs der UFA angeboten. Während die UFA ihr Jubiläum feierte, war Harlan schon wieder mit dem neuen Film „Immensee" beschäftigt.
Hauptdarsteller waren Kristina Söderbaum und Karl Raddatz, die Fotografie besorgte Bruno Mondi und die Musik stammte von Wolfgang Zeller. Ein neuer „Harlan" - vielleicht gewollt wieder ein ganz anderes Thema, um zu zeigen, daß er vom politischen, zum geschichtlichen, ja bis zum melodramatischen Genre alles konnte.
„Immensee" - ein wunderschönes Bild von Traurigkeit und Freude, voll reiner Poesie und mit intensiver Musik. Die warmen grauen Farben der Natur, in außergewöhnlicher Art fotografiert, haben dem Ganzen eine verhaltene, romantische Atmosphäre gegeben. Es war die Geschichte eines Musikers und einer Witwe, die sich in einer vom Schicksal übel mitgespielten Liebesgeschichte später wiedergefunden haben und hofften, das verlorene Glück nachzuholen.
1944 „Opfergang" (in Agfacolor) - der gleiche Stil, die gleiche Atmosphäre, die gleiche Romantik und wieder diese herrliche Natur. Nur das Drama der Menschen ist anders. Ein reicher Reeder aus Hamburg ist von einer anstrengenden Reise in den Fernen Osten zurückgekehrt und begegnet seiner Frau und der Geliebten.
Plötzlich ein schlimmer Sturz vom Pferd - in den gleichen Tagen, in denen die Schreckensnachricht vom Typhus umgeht. Deshalb folgt eine Quarantäne in einem Krankenhaus. Inzwischen gibt es einen Zusammenstoß zwischen der Ehefrau und der Geliebten des Reeders, die kurze Zeit danach, angesteckt vom Typhus stirbt und im Delirium die wunderschönen Monate des Glücks mit dem Geliebten noch einmal durchlebt.
Aus dem Krankenhaus entlassen, erwartet die Ehefrau den Reeder und bringt ihn zu den gleichen Plätzen, an denen er mit der gestorbenen Geliebten so glücklich war.
Die letzte "künstlerisch vitale" Glanzleistung war "Kolberg"
Ganz am Anfang des Jahres 1945, als das katastrophale Ende (des 3.Reiches und von Hitler und Göbbels) immer näher rückte, beendete Harlan die Arbeiten am „Kolberg" (in Agfacolor). Diesen Film hatte ihm Goebbels seit Juni 1942 aufgetragen und ihn immer wieder gemahnt.
Für die Produktion dieses Film wurden, da er von „nationalem Interesse" war, alle Erleichterungen gegeben und zwar seit Beginn des Jahres 1943, als man mit dem dokumentarischen Teil begann.
Der Film wurde bis 1944 weitergedreht und zum 30. Januar 1945 sollte er fertiggestellt sein, genau zum Termin des 12. Jahrestages von Hitlers Ernennung zum Reichskanzler.
Es war also ein geschichtlicher Film, der letzte Film einer Serie von großen „nationalsozialistischen" (Anmerkung : Durchhalte-) Filmen und ein letzter verzweifelter Appell an den Widerstand an den Fronten. Der Widerstand des kleinen baltischen Hafenstädtchens in der Nähe von Danzig gegen die Truppen Napoleons, die fehlende Ratifizierung eines Waffenstillstands seitens des Königs Friedrich Wilhelm III. der Militär und Zivilbevölkerung zum Widerstand gegen den Feind anspornte - wie im Fall „Kolberg", dies sind die fundamentalen Motive des Films.
Die Szenen vom Zweigespann Braun-Harlan und von einer Gruppe von ausgezeichneten Schauspielern dargestellt, gaben dem Regisseur noch einmal die Möglichkeit, eine letzte künstlerisch vitale Glanzleistung zu vollbringen und Harlan sagte in einer Pressekonferenz im Jahre 1944: „Ich wollte der Jugend von heute das Heldentum unserer Vorfahren demonstrieren.
Dieser Film soll ein Denkmal für die Glorie von Gneisenau und Nettelbeck und zu Ehren der Einwohner von Kolberg werden . . . aber er soll vor allen Dingen ein Monument der Glorie der Deutschen von heute sein".
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- Anmerkung : Wenn also das nicht absolut nationalsozialistisches Gedankengut ist (der sinngemäß suggerierte Opferkult für Vaterland und Führer), das auf die stramme politische Haltung des Regissseurs Veit Harlans hinweist, dann habe ich einiges nicht verstanden.
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Der Krieg war verloren und jetzt ging es ans "Bezahlen" .....
Der Krieg war zuende, aber verloren. Und dann kam das Chaos - das Gefängnis - die Entnazifizierung. Aber lesen wir, was Harlan darüber in seinen Memoiren schreibt:
- „Die Pressefreiheit dient dazu, das Individum unbarmherzig bloßzustellen und Lügen über Lügen zu erzählen, um den Menschen moralisch und seelisch zu ruinieren, weil er sich von diesen Verleumdungen nicht mehr freimachen und reinwaschen kann. Ich kann dies behaupten, weil es mir selbst passiert ist. Ich wurde wegen absurder Gründe eingesperrt und mußte drei lange Jahre vor der sogenannten „Entnazifizierung" auf meine Freiheit warten.
Dann - endlich, im Jahre 1948 nach 7 Monaten Debatten, hat eine spezielle Kommission meinen Fall in die sogenannte „Gruppe 2" eingereiht, das heißt in den Personenkreis, der als „nichtschuldig" bezeichnet wurde. - In der Zwischenzeit wurde unser Besitz beschlagnahmt (wenn man die Absurdität bedenkt: zugunsten des Regimes = gemeint war die neue Bundesrepublik und das war kein Regime !!!). Inzwischen machte Kristina eine Tournee (Theater) durch Deutschland mit unglaublichem Erfolg.
Die Wahrheit ist, daß das Publikum Kristina mit soviel Enthusiasmus und Applaus bedachte, auch den Regisseur des Films - mich einbezogen. Alle wußten, daß ich nach dem Willen der „Befreier" nicht mit meinem eigenen Namen erscheinen konnte. - Es kam der 3. März 1949 und vor einem Hamburger Gericht begann mein Prozeß, der am 29. April endete mit der Sentenz daß ich „nicht schuldig" war vor dem Staat. Bevor sie zu diesem Entschluß gekommen sind, haben sie meinen „Jud Süß" 5 mal angeschaut und mehr als 100 Zeugen verhört.
Was diese Zeugen betrifft, hat mich der Tod von Frau Marian (die Frau des Hauptdarstellers Ferdinand Marian) tief betroffen. Sie wurde vergiftet in ihrem Bett aufgefunden, nachdem sie wenige Tage vorher zu meinen Gunsten ausgesagt hatte. Man behauptete Selbstmord, ich konnte es aber nicht glauben. Nicht nur ich wurde freigesprochen, sondern auch der Film „Jud Süß", da er kein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit" darstellte.
Es war damals, daß der Generalprokurat eine Revision des Prozesses verlangte und das Kölner Gericht akzeptierte dies und stellte fest - nach 6 Wochen, daß der Film Jud Süß zwar ein wunderschöner Film sei, er jedoch trotz der Zeugenaussagen zu seinen Gunsten als „kriminell" angesehen werden muß und als solcher vernichtet . . . die Macht der Juden! . . . - Ich kam im Jahre 1951 zur Filmarbeit zurück mit dem Film „Die Unsterbliche Geliebte". Es wurden bei der Premiere von den linksgerichteten politischen Organisationen Massendemonstrationen organisiert, um die Aufführung des Films zu verhindern. Danach haben sie alle ihre politische Macht eingesetzt, damit die Produktion welche den Film realisiert hatte, keine finanziellen Unterstützungen der Regierung bekam und somit an einer weiteren Zusammenarbeit mit mir und Kristina nicht mehr interessiert war. So kam es dann, daß wir entlassen wurden."
"Professor" Veit Harlan hat weitere Filme gemacht (er führte bei sechs weiteren Filmen die Regie - darunter ein besonders interessanter Film „Das dritte Geschlecht" über das Thema der Wiedererziehung von Homosexuellen,) bis er plötzlich am 23. Dezember 1964 in Capri starb.
- Anmerkung :
Diese Lobudelei und die Entnazifizierung ab 1949 bis 1951 eines nachweislich absolut strammen Nazis ist einer der Fehlgriffe des italieneischen Autors dieses Buches und wurde von den immer noch verbliebenen Altnazis "wohlwollend" aufgenommen, darum ja auch die Herausgabe des Buches in einem "ganz speziellen" revisionistischen Verlag. - Viele Jahre später - nach dem "Persilschein" für Veit Harlan - kam durch investigatives Recherchieren des "SPIEGEL" heraus, daß viele "Zeugen" aus der Gruppe der sich bis dahin "verkrochenen" Altnazis für diesen Persilschein gekauft waren, was der Autor des Buches aber nicht mehr aufführt bzw. nochnicht wußte. Und das betraf nicht nur Veit Harlan, das betraf viele der Namen in diesem Buch, auch und vor allem auch viele der nach Kriegsende immer noch oder wieder populären Schauspieler.
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HELMUT KÄUTNER
Helmut Käutner wurde am 25. März 1908 in Düsseldorf geboren. Er war in den 19vierziger Jahren in Deutschland und im übrigen Europa für seine Inszenierungen sehr bekannt und übernahm erst im Jahre 1940 seine erste Regie im Film.
Es war „Kleider machen Leute". Die Geschichte spielt in der Provinz. Wegen einer bizarren Verwechslung wird ein einfacher bayerischer Schneider für einen Geheimagenten des Zaren gehalten. Ein gut gemachter Film, aber nicht mehr. Erst im darauffolgenden Jahr brachte der Film „Aufwiedersehen Franziska" den durchschlagenden Weltruhm für Käutner. Es war die bewegte Geschichte zwischen einem Gerichtsberichterstatter und einer ruhigen häuslichen Frau. Für Millionen von Menschen eine erhebende geistige Botschaft.
Die Regie hat es verstanden, in einem Auf und Ab zwischen Monotonie und Poesie und geistigen Qualen der beteiligten Menschen mit kleinen Details flüchtige aber psychologisch wichtige Seelenzustände zu zeigen. Nach dem brillianten Film „Wir machen Musik" (1942) hat Käutner bei „Anuschka" Regie geführt (1942) und „Romanze in Moll" (1943) gedreht. Dieser Film wurde mit wahrer Meisterhand und bereits absolutem höchsten filmischen Können gedreht.
Im Jahre 1944 kommt die „Große Freiheit Nr. 7", Film größten Interesses, realistischer Sprache und warmer Intimität. Ohne einen Tribut für seine filmische Tätigkeit im Ditten Reich zahlen zu müssen, konnte Käutner bereits 1947 wieder zu seiner Arbeit zurückkehren und wurde kurz darauf nach Hollywood eingeladen, um einen Film, der sich in der amerikanischen Provinz abspielt, zu drehen. Helmut Käunter starb, vor kurzem (nachtrag : † 20. April 1980).
- Anmerkung : Helmut Käunter war eine der wenigen gerade noch vertretbaren Ausnahmen, die dem Nationalsozialismus zumindest krtisch gegenüber standen und durch Mitmachen oder Mitlaufen dennoch an Leben zu retten, was zu retten war. Sein Film Kitty und die Weltkonferenz wurde von der Göbbels-Zensur als pro-britisch verboten.
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Mit "Große Freiheit Nr. 7" und fast schon am Kriegsende "Unter den Brücken" schuf er zwei Filme, die in ihrer Betonung des Individuellen stark dem Weltbild der Nationalsozialisten widersprachen und die das deutsche Publikum erst nach Ende des Nationalsozialismus (nach dem April 1945) zu sehen bekam. Auch die Filme "Kleider machen Leute" und "Romanze in Moll" wichen von Mustern nationalsozialistischer Filmideale ab.
WOLFGANG LIEBENEINER
Er war Regisseur und Filmschauspieler sowie Theaterschauspieler. Wolfgang Liebeneiner ist am 6. Oktober 1905 in Liebau (Schlesien) geboren. Stark angezogen von der Welt des Films, drehte er in den Jahren 1931 bis 1936 eine Reihe von Filmen, in denen er sich als Darsteller voll romantischer Einführungskraft und starker persönlicher Ausstrahlung zeigte.
Es genügt an den zarten Film „Liebelei" (1933) oder an den erfolgreichen „Abschiedswalzer" (1934) zu erinnern, in dem er Chopin verkörperte. Hinter der Filmkamera gab er 1937 sein Debüt. Es gelang ihm mit „Mustergatte" sofort ein leichter vergnügter Streifen. Dann folgten noch mehrere Filme aller Art. Nach dem flotten „Versprich mir nichts" (1937) und „Yvette" (1938), einem deliziösen Aquarell nach einer Erzählung von Maupassant, folgte der „Florentinerhut" (1939), von der Erzählung Laibiches inspiriert.
Rene Clair hat über das gleiche Stück sein Meisterwerk „Ein Strohhut aus Florenz" komponiert. Deshalb war Liebeneiners Projekt voller Ambition und sehr gefährlich, jedoch ein hervorragender Erfolg (auch auf dem internat. Feld des Films) Das brachte ihm große Ehren. Es ist wahr, daß die beiden Filme von gleichem künstlerischen Niveau waren und Wolfgang Liebeneiner kam in Kürze in aller Munde. Er erhielt sogar vom Staat den Professorentitel und weitere Ehren.
- Anmerkung : Wieder eine wilde Lobhudelei, die so nicht stimmte und dann auch noch diese Titel-Manie mit dem "Professor" ........
Der Professortitel :
Das mit den verliehenen Professoren-Titeln von Hitlers und/oder Göbbels Gnaden war ein absoluter Schmarren. Die gesamte akademische Welt der deutschen Universitäten hatte sich von solchen "Schönlingen" ferngehalten und aus diesen Kreisen der echten Professoren erschien auch niemand zu keiner der Verleihungen. Um den echten und wertigen Professortitel verliehen zu bekommen, mußte die Person mit einem Doktorgrad promoviert worden sein und eine Mindestanzahl an hochkarätigen Publikationen nachweisen. Und dann entschied ein Gremium vom Professoren an einer UNI über die Vergabe des "Professor-Titels" und nicht ein Propagandaministerium oder der Führer selbst.
Der nächste Propaganda-Film war „Bismarck" (1940), der von der (nationalsozialistischen) Kritik (sei es auf künstlerischem, wie auf dem illustrativen Gebiet) als einer der besten und (propagandistisch für die Nazis) wertvollsten Filme des Deutschen Films überhaupt genannt wurde.
- Anmerkung : Dieser Film war ein typischer Propaganda-Film über den versteckten Führer-(Hitler)- oder Herrscher-Wahnsinn.
Dann gab es auch noch : „Ich klage an" (1941), siehe Beschreibung in diesem Buch in der Filmbetrachtung. Dann folgten „Das andere Ich" und „Die Entlassung" (1942). Auch diese beiden Filme haben Liebeneiner als einen der fähigsten Männer des (nationalsozialistischen !!!) Films ausgewiesen.
Im Jahre 1943 folgten „Großstadtmelodie" und endlich 1945 „Das Leben geht weiter", eine Inszenierung, die Liebeneiner zusammen mit Carl Ritter machte und die leider wegen "höherer Gewalt" nicht fertiggestellt werden konnte.
- Anmerkung : So ein Unsinn. Hier glänzt die Verdrehung der Geschichte und die "Verklärung mit höherer Gewalt". Nein, Hitler und Göbbels waren bereits tot und die Reste von Hitler-Deutschland hatten bedingungslos kapituliert und den angezettelten 2. Weltkrieg haushoch mit 6 Millionen Toten verloren. - Und sonderbar - keiner von den hier verbliebenen Filme-Machern hatte Schuld ! Das Verlieren eines angezettelten Krieges ist mitnichten höhere Gewalt.
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Da er künstlerischer Direktor der Filmakademie (von 1938 bis 1945) und Produktionschef der UFA (von 1942 bis 1945) war, wurde Liebeneiner verhaftet, eingesperrt und dann „entnazifiziert" mit totalem Berufsverbot.
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- Anmerkung : Natürlich brachte auch Liebeneiner alle nur möglichen "Persilschein-" Zeugen auf, die seine "Unschuld" beweisen oder nachweisen sollten. Doch er war nun mal ein nachweislich strammer Unterstützer Hitlers und wurde von Göbbels immer höher aufs Schild gehoben und als es ans Bezahlen ging, war er plötzlich nur noch ein harmloser Mitläufer. Das sahen die alliierten Offiziere, die alle der deutschen Sprache mächtig waren, zum Glück völlig anders.
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Seit 1950 hat der Künstler „mit Fleisch und Blut", welcher Liebeneiner ist, wieder die Möglichkeit gefunden, wertvolle und sehenswerte Filme zu machen.
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- Anmerkung : Auch dieses geschickt eingeflochtene Lob aus der Nachkrigeszeit ist sehr weit her geholt. Denn wie bei allen strammen Nazis - und das sogar noch 30 Jahre nach Kriegende - war es auf einmal keiner gewesen, der Hitler auf den Tron gehoben hatte.
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G. W. PABST
Berlin . . . Paris . . . Hollywood . . . London . . . Paris . . . Wien . . . Berlin! sind die Etappen auf dem Film-Weg der Karriere von Georg Wilhelm Pabst gewesen. Eine Persönlichkeit, die herausragt in der Geschichte des Films, die außer kleinen Zugeständnissen an die Industrie in einer fast dreißigjährigen Karriere eine seltene Konsequenz gezeigt hat.
Außer seinem Interesse für manchmal kontrastierende Themen, erscheint er in geschichtlicher Perspektive wie einer, der sich total für das fundamentale Studium und Werden des Films eingesetzt hat. Des Films, der ein künstlerisches Phänomen sein soll und stilistisches Prestige hat.
Vom Debüt an hat er immer ein weites Material des Studiums gesucht, angefangen vom expressionistischen Schlüssel zur Suche eines neuen Realismus, von Freund'schen Erfahrungen her zum psychologisch-sexuellen Realismus, bis zur sozialen Polemik.
Der Film hat ihn als einen der größten Vertreter des "psychologischen Realismus" gesehen. Auf der Spur der „neuen Sachlichkeit" wäre er die dominierende Kraft der letzten Stummfilmjahre geworden. „Die Freudlose Gasse" (1925) erzählte parallel das Leben von zwei Frauen - eine (Asta Nielsen) war eine peripatetica und die andere (Greta Garbo) ein bürgerliches Mädchen. Es folgte die Serie der Filme wie „Trilogia Sessuale", die als Sprungbrett für die Schauspielerinnen Brigitte Helm und Luoise Brooks dienten.
Mit Beginn des Tonfilms setzte sich Pabst mit anderen Inspirationen, jedoch mit dem gleichen Elan ein und behandelt Themen wie die vorher genannte „Trilogia Sessuale", und „Westfront 1918" im Jahre 1930, eine Freske voll grausamer Realität, ein mutiger polemischer Film.
„L'Opera de Quat Sous" (1932) war die Bestätigung seiner großen stilistischen Talente, (unvergeßlich die Schlußprozession der Bettler). Dann 1932 „Kameradschaft" (spielt im 1. Weltkrieg). Es folgte die „Herrin von Atlantis" (1932) und „Don Quichotte" (1933), eine Fabel der klassischen Romanfigur von Cervantes.
Danach folgte die Reise von Pabst zu den verschiedenen Mekkas des Films, bevor er in die Heimat zurückkehrte. Eine weitere Perle mit „Mademoiselle Docteur" (1937), eine ausgezeichnete Wiedergabe der Atmosphäre. Dann, wie gesagt, die Rückkehr, die für Pabst ein besonderes Ansehen bedeutete. Denn Pabst genoß noch ein ungeheuer großes Prestige auf dem künstlerischen Filmsektor des internationalen Films.
Nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel Adlon in Berlin übersiedelte Pabst in eine Villa nach Grunewald. Welche bessere Gelegenheit hätte es gegeben, den Künstler richtig kennenzulernen, als in seinem eigenen Hause? Hier sprach alles von seinem der Kunst geweihten Leben, jede Zeichnung, jede Statue, geschichtliche Dokumente, Fotografien seiner reichen, langjährigen Aktivität beim Film, Publikationen und ein Meer von Büchern.
Für das Kino im Dritten Reich hat Pabst „Komödianten" (1941) „Paracelsus" (1942) und im Jahr 1944 den Polizeifilm „Der Fall Molander" gedreht. Dieses letzte Filmmaterial wurde 1945 bei einem Fliegerangriff zerstört.
LENI RIEFENSTAHL
Helene Riefenstahl wurde am 22. August 1907 in Berlin geboren und begann ihre künstlerische Karriere mit einem Studium der Malerei und Tanzunterricht. Sie hat in beiden Sparten sofort auffallendes Talent gezeigt und wurde von Max Reinhardt für eine Tournee in verschiedene europäische Städte verpflichtet. Leni Riefenstahl ist Regisseurin, Schauspielerin und Filmproduzentin.
Ihre Begegnung mit dem Film fand 1926 statt, als A. Fanck eine junge Schauspielerin suchte für die Rolle einer Tänzerin, die eine passionierte Alpinistin war. Er bot ihr die Hauptrolle in dem „Heiligen Berg" (1926) an. Im Prolog führte sie ihren eigenen „Tanz des Meeres" auf, der expressionistisch war.
Nachdem sie im Film Fuß gefaßt hatte und ihre Liebe zu der Bergen vertieft wurde, entschloß sie sich, mit Fanck mehrere Filme dieser Art zu drehen. Zwei davon hatten die Charakteristik einer Komödie „Der große Sprung" (1927) und „Der weiße Rausch" (1931).
Die folgenden Filme waren dramatischer Art: „Die weiße Hölle vom Piz Palü" (Co-Regie Fanck-Pabst) und „Stürme über dem Mont Blanc" (1930). Es folgte der abenteuerliche Film „SOS Eisberg", der 1933 in Grönland gedreht wurde.
Leni Riefenstahl hat eine bewundernswerte Rolle in der Tragödie von Mayerling, „Die Vetsera" (1928 in Österreich gedreht), gespielt. Als die Zeit des Nationalsozialismus begann, drehte Leni Riefenstahl gerade „Das blaue Licht" in der Rolle der Darstellerin, Produzentin und Co-Regisseurin zusammen mit Baläzs.
Der Film, welcher von einer Dolomitensage inspiriert wurde, zeigte die dunkle sportliche Schönheit der Hauptdarstellerin und übte auf die Zuschauer eine magische Faszination und starke Suggestion aus. So wurde ihr Publikum immer größer.
Darunter war auch der junge Dr. Goebbels, der sie nach dem persönlichen Kennenlernen sofort Adolf Hitler vorstellte.
So kam es, daß die Riefenstahl den monumentalen Film „Sieg des Glaubens" (1933), dem 1. Parteitag der Nationalsozialisten gewidmet, drehte. Das Resultat war äußerst positiv und sie zeigte meisterhafte Arbeit. Es folgten „Tag der Freiheit" (1935), der Wehrmacht gewidmet, und der berühmte Film „Triumph des Willens" (1936), der bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig den Preis „Coppa In stituto Luce" errang als bester Dokumentarfilm.
Der Film wurde mit 30 Kameras gedreht (süperb montiert und fotografiert) und hatte (für damalige Zeiten) spektakuläre Effekte. Die internationalen Kritiker lobten ihn: „Nie zuvor wurde ein Film dieser Art gemacht in der breiten Produktion der Filmwelt!"
Von gleicher Meisterschaft war der folgende Film „Olympia", der Olympiade in Berlin vom Jahre 1936 gewidmet. Es wurden 45 Kameramänner eingestellt, die eine Filmlänge von 400 000 Metern abdrehten.
Ein Werk von atemberaubender Schönheit (die Bildeinstellungen gaben dem Hochsprung und dem Marathon eine authentische Dramatik, während z. B. bei den Sprüngen die Harmonie der körperlichen Schönheit dominierte). Olympia errang beim Festival in Venedig die „Coppa Mussolini" für den besten Film und brachte den deutschen Film zu nie geahntem Ruhm in der Welt.
Im Jahre 1939 begann die Riefenstahl mit den Dreharbeiten zu „Penthesilea", einer Tragödie von Kleist, doch der Film wurde wegen des Kriegsausbruchs im Sept. 1939 nicht mehr fertiggestellt.
Der Film „Tiefland" hatte das gleiche Schicksal (er wurde 1933 nach einer Oper von E. D'Albert gedreht) und am 1. August 1940 wieder aufgenommen. Es war die Geschichte eines spanischen Hirten und einer Zigeunerin. Das Liebesidyll konnte leider (?) nicht zu Ende gedreht werden.
So trat eine Künstlerin von der Szene ab, die von Anfang an zu den besten Kräften des Films gehörte. Ihr Tribut an den Film war ohne Zweifel reich an ehrenhaften Seiten.
- Anmerkung : In zu vielen ihrer Filme wurde indirekt der blonde germanische arische junge und kräftige Mann als der Prototyp des arischen Herrenmenschen suggeriert. Bei den blonden schlanken Mädels in ihren Filmen war es sehr ähnlich. Während der letzten Kriegs-Jahre der 12 Jahre 3. Reich wurde in der Öffentlichkeit erfolgreich unterdrückt, daß sie eine sehr gute Verbindung zum Führer genoß mit allen solchen Freiheiten und Vorteilen.
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Im April 1945 ging es auch hier ans Bezahlen
Im April 1945 wurde Leni Riefenstahl von den Alliierten verhaftet und wegen (Anmerkung : sehr) „enger Zusammenarbeit mit dem Naziregime" (filonazismo) in ein Internierungslager gebracht. Nachdem sie von einem Lager zum anderen wandern mußte, konnte sie im Jahre 1952 endlich wieder ihre Freiheit erlangen.
Um die Daten über Leni Riefenstahl zu vervollständigen:
Am 28. August 1934 hatte die UFA an Leni Riefenstahl die Rechte an dem Film „Triumph des Willens" für unbeschränkte Zeitdauer zugestanden. Nach dem Krieg wurden alle Dokumentarfilme der Riefenstahl sowie Auszüge aus anderen Filmen beschlagnahmt und (qualifiziert kommentiert) aufgeführt, um die Verbrechen der NS-Zeit zu zeigen.
Die Riefenstahl hat die von ihr verlangten Rechte des Autors nicht erhalten. Obwohl sie eine Gerichtsverhandlung anstrebte, wurden ihr die Rechte nicht zuerkannt. Im Jahre 1938 drehte die Riefenstahl einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Berchtesgaden" über Salzburg. Dieser Film konnte sich einer herrlichen Musikuntermalung vom wagnerischen Stil erfreuen.
Aus ihrem Tagebuch: „Vom Jahre 1945 bis 1948 wurde ich ununterbrochen von einem Gefängnis zum anderen gebracht und von einem Lager zum anderen. Von 1948 bis 1953 mußte ich für meine Rehabilitierung kämpfen und in Rom und Paris konnte ich die Negative „Triumph des Willens" wiederbekommen, die mir dann im Zug wieder entwendet wurden. Von 1951 - 1952 habe ich die italienische Version des Films „Das Blaue Licht" mit einer neuen Montage und einer neuen musikalischen Untermalung bearbeitet."
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- Anmerkung : Leni Riefenstahl hatte es im Gefühl oder wußte es gut in die Regiearbeit einzubringen, daß mit dem Film das Unterbewußtsein des Zuschauers angesprochen werden kann, ohne es direkt auszusprechen und diese Art der Suggesstion gefiel natürlich Hitler und Göbbels sehr gut. Damit konnte man die Nazi-Ideologie und -Propaganda richtig genial unterschwellig unters Volk bringen.
CARL RITTER
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- 1936: „Verräter", „Weiberregiment"
- 1937: „Patrioten", „Urlaub auf Ehrenwort", „Unternehmen Michael"
- 1938: „Capriccio", „Pour le Merite"
- 1939: „Die Hochzeitsreise", „Legion Condor"
- 1940: „BalPare"
- 1941: „Stukas", „Über alles in der Welt", „Kadetten"
- 1942: „G. P. U."
- 1943: „Besatzung Dora"
- 1944: „Sommernächte"
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Dies ist die Filmographie des Regisseurs und Produktionsleiters Carl Ritter. Wer war er? Im Jahre 1897 in Würzburg geboren, besuchte er die "Akademie der Schönen Künste" und trat 1933 in die UFA als Produktionsdirektor ein. (Anmerkung : Er wurde von Göbbels geholt.)
Von der organisativen Leitung wechselte er schnell zur Regie über und befaßte sich größtenteils mit der Realisierung patriotischer (NS-Propaganda-) Filme. Er setzte dabei sein gutes berufliches Können und seine Sorgfalt ein, ohne dabei jemals die künstlerischen Gesichtspunkte außer acht zu lassen.
„Verräter" war sein erster Film, den man als „besten Spionagefilm" bezeichnen kann. Dieses Werk wurde auf der Ausstellung für Filmkunst in Venedig gezeigt und erhielt einen Preis für „ausgezeichnete Qualität". (Dies war die offizielle Benennung). Danach kam „Patrioten", ein weiterer Film voller Vorzüge, der für Deutschland wieder einen Preis auf der Biennale von Venedig gewann.
Mit „Urlaub auf Ehrenwort" der sich auf einem zur Front fahrenden Militärzug während des Ersten Weltkriegs abspielte, hat es Ritter fertiggebracht, ohne propagandistische Motive einzuflechten, ein Drama voller Heldentum, Angst und Sorgen aufzuzeigen, das sehr glaubhaft wirkte, obwohl es in stärksten Farben gemalt war.
Ritter drehte die Filme „Pour le Merite" (der das Leben des legendären Fliegerkapitäns Manfred von Richthofen erzählt), dann „Stukas", „Über alles in der Welt" und „Kadetten".
Alle diese Filme wurden zur sprechenden Geschichte und dokumentierten erinnerungswürdige Tage und heroische Taten, weit über einen üblichen Film hinausgehend. Über diese große dramatische Potenz hinaus, kam auch die Sensibilität Ritters zum Vorschein, der mit einer Fülle von Bildern und einer Art Loblied auf die Vaterlandsliebe Filme geschaffen hat, die dem deutschen Film alle Ehre gemacht haben.
- Anmerkung : Das ist leider dummes Zeug. Diese indoktrinäre unterschwellige Darstellung der unbedingten Vaterlandsliebe zu Volk und Führer oder besser erst Führer und dann Volk zusammen mit den heroischen Sprüchen der jeweiligen fiktiven Sieger (..... in der Film-Story) war extrem auffällig. Daß diese Art der Kriegs-Filme bei Hitler und Göbbels gut ankam, war sicher.
Aber noch mehr als das . . . Ritter konnte darüber hinaus auch leichte Filme wie z. B. „Capriccio", eine musikalische Komödie, und „Bal Pare", die sich als würdige Produkte für den Volkskonsum erwiesen haben. Er hat den Professorentitel erhalten, weil er als einer der Urheber der Wiedergeburt des deutschen Films galt.
Im Jahre 1945 inszenierten Ritter und Liebeneiner den Film „Das Leben geht weiter". Der Film versprach, von höchster Qualität zu werden, wie man es von einem Regisseur seiner Art in seiner bisherigen Karriere gewohnt war. Hilde Krahl, Marianne Hoppe, Heinrich George und Willy Fritsch wären die Darsteller gewesen; der Film wurde jedoch auf Grund der "bekannten Ereignisse" (eine verklärte dumme Umschreibung des fatalen Kriegsendes und der bedingungslosen Kapitulation) nicht vollendet.
Und auch hier gings ans Bezahlen
Natürlich wurde Carl Ritter wegen der Art seiner Filme (in der Zeit von 1933 bis 1945 gedreht) sofort verhaftet und später entnazifiziert, sowie von den Schauspieltheatern entfernt. Im Jahre 1954 konnte er wieder in einem Filmstudio arbeiten, aber leider (besser : auch hier) war seine unrühmliche Nazi-Vergangenheit so tief belastend, daß auch ein Mann der Art Ritters darunter leiden mußte.
Ritter wanderte nach Argentinien aus (zu den anderen der Gerechtigkeit entkommenen Deutschen Nazis); er starb dort vor einigen Jahren. († 7. April 1977 in Buenos Aires)
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HANS STEINHOFF
Fast alle vom raffinierten Bayern Steinhoff gedrehten Filme haben beachtliches Interesse gefunden. Hier geht es um einen Ästheten und Meister des dramatischen Millieus.
Hans Steinhoff ist am 10. März 1881 in Pfaffenhofen geboren. Er begann seine Laufbahn als Schauspieler und Bühnenregisseur. Sein Filmdebüt gab er 1922 mit dem in Österreich gedrehten Film „Kleider machen Leute". Weitere Titel von Steinhoffs bis 1933 gedrehten Filmen sind „Die Gräfin Maritza", „Der Herr des Todes", „Wien-Berlin", „Die Tragödie einer Verlorenen", „Wenn die Garde marschiert", „Der Sonnenkönig", „Rosenmontag", „Die Faschingsfee". „Die Pranke" usw.
1933 kam sein Talent im Film „Hitlerjunge Quex" erst richtig zum Durchbruch. Dieser erste nationalsozialistische Propagandafilm erzählte die Geschichte eines kommunistischen Arbeitersohnes, der ein überzeugter Hitlerjunge wird und für den Triumpf der Sache ausgerechnet unter dem Dolchstoß eines Kommunisten fällt. Dargestellt von authentischen Hitlerjungen, eilte der Film der späteren Reihe der Nouvelle Vague (die dem französischen und italienischen Film viel Ehre einbrachten) voraus und hatte eine fast klassiche Strenge und Klarheit.
- Anmerkung: Leider viel Lobesgeschwafel. Denn unterschwellig suggestiv wurde schon jetzt in 1933 für die Opferbreitschaft für die gute Sache der Nationalsozialisten getrommelt. Der brave Hitlerjunge wird von einem bösen Kommunisten umgebracht.
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Unter Steinhoffs späteren Filmen erwähnen wir
1933 „Madame Krüger wünscht keine Kinder", „Liebe muß man verstehen", „Mutter und Kind", sowie ebenfalls aus dem Jahre 1933 „Keine Angst vor Liebe".
1934 folgten dann die Filme „Freut Euch des Lebens", ein bayerischer Schwank mit Wolfgang Liebeneiner in der Hauptrolle. Ferner „Die Insel", ein Spionagefilm mit Brigitte Helm und Francoise Rosay, sowie „Lockvogel", eine sentimentale Kriminalkomödie.
Nach dem „Ammenkönig" begannen 1935 die Filme historischer Natur, die melancholisch und voller Atmosphäre eine versunkene Welt in klarer Filmsprache wiedererstehen ließen. „Der alte und der junge König", ein zweistündiger Film nach der Drehbuchgestaltung von Thea von Harbou, mit dem Darsteller Emil Jannings (dem größten Schauspieler der damaligen Zeit).
Jannings verkörperte die Rolle des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm II. und Werner Hinz spielte seinen Sohn, den späteren Friedrich II. Der Film stützt sich auf Tatsachen und ist besonders in den Ursprungsorten sehr beeindruckend gedreht worden.
Voller Lyrik, mit tiefem Gefühl für Farben und Einzelheiten. Ein beeindruckender Film!..., der aus Übersee die höchste Anerkennung mit den Worten erhielt, „daß er der erste "intelligente Anpassungsversuch des nationalsozialistischen Geistes" an den Film sei".
- Anmerkung : Ein Satz mit einer völlig vagen Aussage. Auch hier wird wieder pauschal in einen Satz eingeflochten, die ganze Welt (aus Übersse) findet den Film und natürlich die Nazis gut.
Es folgten noch: „Eine Frau ohne Bedeutung" (1936), „Ein Volksfeind" (im Jahre 1937) und der „Tanz auf dem Vulkan" im Jahre 1938. Mit dem Film „Robert Koch", der Bekämpf er des Todes (1938) einer Biographie des bedeutenden deutschen Arztes und Wissenschaftlers hat Steinhoff den Höhepunkt seiner Popularität erreicht.
Der Film hat einen psychologischen Stoff und ist voller Pathos. „Robert Koch" erhielt den großen Preis auf der internationelen Filmausstellung in Venedig als „bester internationaler Film".
Besonders erwähnt werden muß ein anderer Film von Steinhoff, „Die Geierwally" (1940). Diese Gebirgsgeschichte wurde in einer herrlichen Gegend gedreht und die Menschen darin sind herb und rauh wie die Berge selbst. Ein besonders markantes Beispiel ist die schöne und stolze Geierwally. (Heidemarie Hatheyer)
Diesem Film folgte „Ohm Krüger", vom Burenkrieg inspiriert. Besonders dieser Film ist mit höchstem künsterlischen Einsatz hätte er nach dem Krieg (so wie Veit Harlan und andere "ausgezeichnete" Künstler) einen hohen Preis (Gefängnis) dafür hätte bezahlen müssen, wäre er noch am Leben geblieben. Der Film ist zwar würdig (wirklich ?), in die Filmgeschichte einzugehen, ist in seinen unwiderlegbaren Teilen jedoch sehr englandfeindlich.
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- Anmerkung : Nein, der Film ist dermaßen tendenziell gegen die bösen Engländer gerichtet und manche Episoden und Szenen sind dermaßen überzeichnet, daß er nur als Propagandafilm für die Vorbereitung der Eroberung Englands dienen sollte. Es ist mir nach wie vor schleierhaft, wie sich ein Hans Albers für diese Rolle hergeben konnte.
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- Zusatz: In einem der uralten Film-Magazine stehr mehr über den Inhalt von Ohm Krüger.
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In letzter Minute der "Bezahlung" entkommen - der Abschuss
Man zählte die ersten Monate des Jahres 1945 - der Zusammenbruch nahte bereits, da arbeitete Steinhoff an einem Film, der nach seinen Vorstellungen ein zweiter „Hitlerjunge Quex" werden sollte, jedoch durch den plötzlichen Tod des Regisseurs unvollendet blieb.
Das Ende Steinhoffs spielte sich so ab: Im April 1945 drehte er in den Außenbezirken von Prag, das bereits in seinen Vororten von den Russen erobert (wieso erobert ? - nannte man das nicht besser eine Befreiung von den deutschen Besatzern ?) war, den Farbfilm „Schiva und die Galgenblume" (mit Hans Albers).
Der Film war bereits zur Hälfte fertig und Steinhoff konnte einen Abstecher nach Berlin machen. Auf dem Weg dorthin wurde er bei Luckenwalde im Flugzeug abgeschossen. Das Schicksal war ihm gnädig. Er trat in letzter Minute von der Szene ab.
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- Anmerkung : Und weitere Lobeshymnen auf einen strammen Nazi :
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Mit Hans Steinhoff verlor der Film einen Mann, der sich wie fast kein anderer in seine Arbeit vertiefte und mit den Gestalten des Films verschmolz. Er hatte einen großen (Anmerkung : leider negativen) Einfluß auf jene Filmepoche.
GUSTAV UCICKY
Geboren am 6. Juli 1898 in Wien († 26. April 1961), wechselte Gustav Ucicky nach mehreren Jahren Aktivität als Kameramann im Jahre 1926 zur Regie über und arbeitete zuerst in Österreich, dann in Deutschland.
Seine Karriere als Regisseur begann mit „Cafe Electic" (1928) mit Marlene Dietrich als Hauptdarstellerin. Nachdem Ucicky ca. 15 Filme gedreht hatte, bekam er die Gelegenheit mit „Morgenrot" (1933) seine Vorzüge als "gewissenhafter Stilist" des Films sowie seine Präzision zu beweisen.
Der Film „Morgenrot" erzählte die (Anmerkung : Verherrlichung des deutschen Soldatentums - eine heroische Opfer-) Geschichte eines Unterseeboots im ersten Weltkrieg und hatte durch die sentimentalen Konflikte seiner Personen und den fesselnden Inhalt großen dramatischen Effekt. Mit präziser Art stellte er die Menschen heraus und zeigte die Ereignisse mit all ihrem Realismus.
Es folgte „Flüchtlinge" (1934), wieder ein abenteuerlicher Film, der sich während des chinesischen Bürgerkriegs im Jahre 1928 in der Mandschurei abspielte. Dieser Film war durchdrungen von Spannung und fesselte vom Anfang bis zum Ende.
Dann kam „Das Mädchen Johanna" (1935), von der "internationalen" Kritik als hervorragend bezeichnet (wegen der Ausdruckskraft seiner Darsteller), „Der Zerbrochene Krug" (1937), „Mutterliebe" (1938), die Geschichte einer Mutter, die Witwe geworden und mit ihren Kindern allein lebt. Die Szenen sind durchdrungen von warmer Intimität. Der Regisseur hat ein volkstümliches Thema angerührt. Denkwürdig blieb die Szene am Anfang des Films als der Vater der Familie, während eines gemeinsamen Picknicks vom Blitz getroffen, plötzlich stirbt.
Dazu kam der „Postmeister" (1940) der einen ersten Preis für den besten Film auf der Filmausstellung in Venedig erhielt. Dann 1945 „Heimkehr", die Abenteuer deutscher Flüchtlinge kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Ein Film voller Dramatik, minutiös in der Beschreibung der damaligen Zeit, in dem sich Vaterlandsliebe, Gefühle und Energie vereinigt haben, um der geschichtlichen Realität des Augenblicks Ausdruck zu geben.
Das Film-Profil von Ucicky zeigt, daß er einer der begabtesten Filmleute der Zeit zwischen 1930 - 1940 war und in der Zwischenzeit weitere würdige Werke geschaffen hat. Stets mit großem, professionellem Ernst, wie z. B. „Aufruhr in Damaskus", (1939) „Ein Leben lang" (1940), „Späte Liebe" (1943), „Der gebieterische Ruf" (1944), „Das Herz muß schweigen" (1944) und „Am Ende der Welt" (1944), der unvollendet blieb.
Im Moment des Niedergangs im Mai 1945 mußte auch der feurige Nationalist Gustav Ucicky seinen Tribut an die Sieger zahlen, was er mit äußerster Würde tat (er hat sich noch vor dem Nationalsozialismus ein „guter Deutscher" genannt).
Vor seinem Tod am 27. April 1961 in Hamburg kehrte Ucicky noch einmal zur Filmkamera zurück, um noch weitere Filme zu drehen, ohne wieder die glückliche Hand der früheren Zeiten zu haben.
In jedem Fall soll sein Name geachtet werden. Er bleibt einer der „soliden" und von seiner Arbeit durchdrungener Regisseur, der mit poetischer Ader seine vielen Werke geschaffen hat.
- Anmerkung und Nachtrag : Wegen seiner Regietätigkeit bei diesem Film (1941 - ein antipolnischer Propagandafilm "Heimkehr" mit Paula Wessely) erhielt Ucicky nach Kriegsende sowohl für Deutschland als auch für Österreich Arbeitsverbot, das für Österreich im Juli 1947 aufgehoben wurde.
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