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Filmgeschichte(n) und Filmchronik(en) - Von 0 bis 1957

überarbeitet, korrigiert und kommentiert von Gert Redlich im Juli 2016 - Hier findenSie die bislang umfangreichste und detailierteste Historie der weltweiten Entwicklung des Films, der Filmwirtschaft (und des Kinos). Der Deutsch-Engländer Heinrich Fraenkel (geb. 1897) war hautnah dabei gewesen und beschreibt 1956/57 zwei weltweite Epochen des Films :
Es beginnt mit Teil I "Von der Laterna Magica bis zum Tonfilm" und geht weiter mit Teil II "Vom Tonfilm bis zum Farbfilm"

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Ereignisse aus dem Jahr [1952]

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In seinem 65. Lebensjahr stirbt Franz Seitz, einer der Pioniere des deutschen und insbesondere des bayerischen Films. Er hat über 130 Filme, darunter fast alle mit Weiß-Ferdl inszeniert.
[III. 1952]

Im 86. Lebensjahr stirbt Albert Bassermann, einer der größten deutschen Bühnenschauspieler der auch im Film (schon seit 1912) einige seiner schönsten Rollen gespielt hat.
[5. IV. 1952]

Da die Bürgschaften noch nicht genehmigt sind und bei fast völliger Produktionsstockung auch feste Ateliertermine nicht eingehalten werden können, muß die Bavaria 300 Arbeiter und Angestellte entlassen.
[IV. 1952]

Aus der Emigration nach Deutschland heimgekehrt, stirbt Richard Eichberg, dessen Name durch die Inszenierung von mehr als hundert Filmen mit der deutschen Filmgeschichte verknüpft bleibt. Er hat vielen später berühmt gewordenen Stars, wie etwa Lilian Harvey, die erste Chance gegeben.
[8. V. 1952]

In Bayern werden weitere 10 Millionen für Filmbürgschaften zur Verfügung gestellt, und etwa gleichzeitig verlangen in Berlin 1.800 Mitglieder des Verbandes der Film- und Funkschaffenden Sofortmaßnahmen zur Wiederbelebung der Berliner Filmproduktion.
[V. 1952]

Die ursprünglich unter alliierter Kontrolle befindliche Wochenschau "Welt im Film" geht in deutsche Hände über und firmiert nunmehr als "Welt im Bild".
[4. VII. 1952]

Von der allierten Hohen Kommission wird (Anmerkung : der später sehr umstrittene) Arno Hauke zum gesetzlichen Vertreter des Ufi-Liquidationsausschusses bestellt.
[VII. 1952]

Die im Laufe des Jahres von der FSK geprüften 1.704 Streifen umfassen 111 deutsche und 390 ausländische Spielfilme, 136 Kurzspielfilme, 450 Kulturfilme, 389 Werbevorspanne, 190 Werbefilme und 39 Schmalfilme.
[31. XII. 1952]

Die Anzahl der ortsfesten Kinotheater in der Bundesrepublik und West-Berlin ist auf 4.853 gestiegen, die verkauften Eintrittskarten auf 614,5 Millionen, was einem Durchschnitt von 12,1 jährlichen Kinobesuchen pro Kopf der Bevölkerung entspricht.
[31. XII. 1952]

Die rührende Geschichte eines kleinen verlorenen Negerknaben, dessen sich gutmütige Menschen annehmen, bis er zu seinem Vater zurückfindet, bietet den Stoff für den von R. A. Stemmle inszenierten Fono-Film "Toxi". Buch: Maria Osten-Sacken. Hauptdarsteller: Toxi, Paul Bildt, Johanna Hofer, Ingeborg Körner, Wilfried Seyferth, Elisabeth Flickenschildt, Ernst Waldow, Erika von Thellmann, Albert Florath. Musik: Michael Jary. Kamera: Igor Oberberg.
[1952]

In dem von Hans Deppe inszenierten Farbfilm "Ferien vom Ich" (nach dem Roman von Paul Keller) spielt Marianne Hold die Hauptrolle, neben ihr Willy Fritsch, Grethe Weiser, Rudolf Prack. Musik: Marc Roland.
[1952]

In seiner Verfilmung von Oscar Wildes "The importance of being earnest" ist es das Bestreben des Regisseurs Anthony Asquith, von dem geistreichen Dialog des Dichters möglichst viel zu übernehmen. Die beiden jungen Männer Ernest und Algernon sind mit Michael Redgrave und Michael Denison besetzt, Lady Bracknell mit Edith Evans, einer der berühmtesten englischen Bühnenkünstlerinnen. Die beiden jungen Mädchen spielen Joan Greenwood und Dorothy Tutin, den Canon Chasuble spielt Miles Malleson und als Miss Prism, (die zerstreute Gouvernante, die vor 25 Jahren das Baby Ernest „verlegte") gibt Margaret Rutherford eine komische Glanzleistung.
[1952]

Nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Carl Zuckmayer schreibt Curt J. Braun das Drehbuch für den von Erich Engel inszenierten Magna-Film "Der fröhliche Weinberg". In den Hauptrollen: Gustav Knuth, Camilla Spira, Eva Ingeborg Scholz, Wilfried Seyferth, Paul Henckels, Paul Heidemann, Käte Pontow und Willy Reichert. Musik: Willi Schmidt-Gentner. Kamera: HansSchneeberger.
[1952]

In dem von Rolf Hansen inszenierten Rotary-Film "Die große Versuchung" spielt Dieter Borsche die Rolle eines jungen Arztes, der in einem Krankenhaus eine verantwortungsvolle Stellung ausfüllt, zu der ihn zwar sein Können, nicht aber seine Papiere qualifizieren. In anderen Hauptrollen Ruth Leuwerik, Klaus Biederstaedt, Renate Mannhardt, Erich Ponto, Paul Bildt und Susanne Körber. Das Drehbuch (nach einem Roman von Hans Kades) schreibt Kurt Heuser. Kamera: Friedel Behn-Grund.
[1952]

Einen ihrer ersten großen Erfolge in Deutschland hat Johanna Matz als "Försterchristel" in dem von Arthur Maria Rabenalt nach Georg Jarnos Operette inszenierten Film. In anderen Hauptrollen: Angelika Hauff, Käthe von Nagy, Karl Schönböck, Will Quadflieg, Oskar Sima, Iwan Petrovich. Buch: Fritz Böttger und Joachim Wedekind. Kamera: Friedel Behn-Grund. Bauten: Robert Herlth.
[1952]

Für die Berolina verfilmt Hans Deppe die berühmte Lehar-Operette "Das Land des Lächelns". Buch: Axel Eggebrecht und Hubert v. Marischka. Hauptdarsteller: Jan Kiepura, MarthaEggerth, PaulHörbiger, Walter Müller, Karin Dassel, Karl Meixner.
[1952]

Den Occident-Union-Vilm. "Postlagernd: Turteltaube" schreibt und inszeniert Gerhard T. Buchholz. Hauptdarsteller: Barbara Rütting, Horst Niendorf, Heinz Schacht, Olga Limburg, Ernst Stahl-Nachbaur und Roma Bahn. Kamera: Peter Zeller. Es handelt sich um eine Verulkung der Anfälligkeit gegen Panikstimmungen.
[1952]

Im französischen Bauernmilieu spielt der von Jean Aurenche bearbeitete Film "Verbotene Spiele" (>Jeux Interdits<). Eine zur Besatzungszeit spielende Geschichte von den Dorfkindern, die sich ihre eigene Fantasiewelt bauen. Regie: Rene Clement. Hauptdarsteller: Brigitte Fossey, Georges Poujouly, Luden Hubert, Suzanne Courtal, Jacques Marin, Laurence Badie.
[1952]

Eine Reihe von Episoden aus der „guten alten Zeit" gibt den Stoff für Creste Biancolis Drehbuch "Andere Zeiten", das von Alessandro Blasetti für Cines inszeniert wird. In den Hauptrollen: Gina Lollobrigida, Vittorio de Sica, Aldo Fabrizi, Alba Arnova. Kamera: Carlo Montuori.
[1952]

Der Glückstraum eines jungen Komponisten und das wahre Glück, das er schließlich im wirklichen Leben findet, bietet den Stoff des Franco-Rizzoli-Films "Die Schönen der Nacht" (>Les Beiles De Nuit<). Buch und Regie: Rene Clair. Hauptdarsteller: Gerard Philipe, Martine Carol, Gina Lollobrigida, Magali Vendeuil, Marylin Bufferd. Kamera: Armand Thirard.
[1952]

Mit Rita Hayworth in der Titelrolle inszeniert William Dieterle für Paramount einen „Salome"-Film. Charles Laughton, Stewart Granger, Judith Anderson und Alan Badel spielen die anderen Hauptrollen. Die Außenaufnahmen werden an den historischen Stätten Palästinas gedreht.
[1952]

In dem von Jean Renoir für Delphinus in Rom inszenierten Kostümfilm "Die goldene Karosse" spielt Anna Magnani den Star einer italienischen Komödiantentruppe, die im 18. Jahrhundert in einer spanischen Kolonie Südamerikas gastiert. Der Vizekönig und zwei andere Männer, unter ihnen ein berühmter Stierkämpfer, umwerben die Künstlerin, aber sie entscheidet sich für ihre Kunst. Andere Hauptrollen: Paul Campbell, Riccardo Rioli, Duncan Lamont.
[1952]

Dem von Rudolf Jugert inszenierten Pommer-Allianz-Film "Illusion in Moll" liegt ein von Fritz Rotter nach einer eigenen Novelle geschriebenes Drehbuch zu Grunde. Die Geschichte junger Menschen, die in die Gefühlswirrungen der älteren Generation eingreifen. In den Hauptrollen: Hildegard Knef, Herbert Hübner, Sybille Schmitz, Nadja Tiller, Maurice Teynac, Gaby Fehling.
[1952]

Mit Vera Molnar, Oskar Sima, Walter Giller, Josef Meinrad inszeniert Geza von Cziffra den Farbfilm "Der bunte Traum", ein „Remake" des Harvey-Films "Der blonde Traum".
[1952]

In dem Film "Auf den Straßen von Paris" spielt Hildegard Knef unter der Regie von Julien Duvivier ihre erste französische Rolle; neben ihr Michel Auclair und Dany Robin. Musik: Georges Auric. Kamera: Roger Hubert.
[1952]

Durch die Hinzuziehung von Ländervertretern bei den Filmprüfungen werden die Entscheidungen der FSK in dem neuen Jugendschutzgesetz verankert. Damit bekommen die Prüfungen offiziellen Charakter und gesetzliche Bedeutung.
[1952]

In einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von Hanns-Heinz Ewers spielt Hildegard Knef unter der Regie von Arthur Maria Rabenalt die "Alraune". Erich v. Stroheim spielt den Geheimrat, Karlheinz Böhm den Frank. Musik: Werner R. Heyman.
[1952]

Als Jubiläums-Film der Paramount zu Ehren ihres Gründers Adolph Zukor inszeniert George Stevens den Film "Mein großer Freund Shane", einen der interessantesten aller Wild-West-Filme mit Alan Ladd in der Titelrolle des edelmütigen Cowboys. In anderen Hauptrollen: Jean Arthur, Van Heflin, Brandon De Wilde. Drehbuch: A. B. Guthrie jr. Kamera: Loyal Griggs.
[1952]

Im New Yorker-Broadway-Theater findet auf einer 19 Meter breiten Leinwand die erste Cinerama-Vorführung statt. Die gekrümmte Projektionsfläche hat den etwa sechsfachen Umfang einer normalen Kinoleinwand.
[1952]

In der Bundesrepublik steigt die Spielfilmproduktion im Laufe des Kalenderjahres auf 82, was z. T. den Bundes- und Länderbürgschaften zu verdanken ist. (Anmerkung : es waren aber allesamt "Heimatgurken", siehe hier)
[1952]
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Filme aus dem Jahr 1952

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  • BIS WIR UNS WIEDERSEHN
    Gloria. Regie: Gustav Ucicky. Buch: Johanna Sibelius und Eberhard Keindorff. Hauptdarsteller: Maria Schell, O. W. Fischer, Karl Ludwig Diehl, Kurt Meisel, Margarete Haagen, Ingrid Lutz, Josef Sieber, Grete Reinwald. Kamera: Günther Anders - Die tragische Geschichte einer hoffnungslos kranken Frau und ihrer unauslöschlichen Liebe zu einem sehr charmanten und doch einer so echten Zuneigung unwürdigen Mann.
    [1952]

  • DON CAMILLO UND PEPPONE
    Francinex-Rizzoli. Regie: Julien Duvivier. Buch: Rene Barjavel (nach Giovanni Guareschi). Hauptdarsteller: Fernandel, Gino Cervi, Syvie, Vera Talqui. Kamera: Nicolas Hayer. - In diesem nach dem berühmten Schelmenroman von Guareschi bearbeiteten Film wird mit sehr viel Herz und Humor der Beweis geführt, daß ein katholischer Priester und ein Kommunist trotz ständiger Fehde voreinander Achtung haben und gemeinsam dem Gemeinwohl dienen können.
    [1952]

  • KLETTERMAXE
    Standard-Porta. Regie: Kurt Hoffmann. Buch: Johanna Sibelius und Eberhard Keindorff (nach dem Roman von Hans Possendorf). Hauptdarsteller: Liselotte Pulver, Albert Lieven, Paul Henckels, Hubert von Meyerinck, Charlott Daudert, Harald Paulsen, Charlotte Bufford. Musik: Hans-Martin Majewski. Kamera: Albert Benitz. Tänze: Sabine Ress. - Eine romantische junge Dame von Übersee ist enttäuscht, daß ihr Vetter, ein deutscher Kriminalschriftsteller, nicht annähernd so „aufregend" ist wie seine Bücher. Sie verliebt sich schließlich in einen sensationellen „Einbrecherkönig", den ihr sein Autor, eben jener „unromantische" Vetter, im Leben vorgaukelt, um damit das Mädchen für sich zu gewinnen.
    [1952]

  • LILLI (>Lili<)
    MGM. Regie: Charles Walters. Buch: Helen Deutsch. Hauptrollen: Leslie Caron, Mel Ferrer, Jean Pierre Aumont, Zsa Zsa Gabor, Kurt Kasznar. Musik: Bronislaw Kaper. Puppen: Paul E. Walton und Michael O'Rourke. - Ein liebenswürdig sentimentaler Märchenfilm von einem in ein Marionettentheater verschlagenen jungen Mädchen. Für die Caron bedeutet dieser auch choreographisch wichtige Film nicht nur als Tänzerin, sondern auch als Schauspielerin den Durchbruch zum Weltruhm.
    [1952]

  • MOULIN ROUGE
    Romulus. Regie: JohnHuston. Buch: Anthony Veiller. Hauptdarsteller: Jose Ferrer, Colette Marchand, Zsa Zsa Gabor. Musik: Georges Auric. Kamera: Oswald Morris. - Die Lebensgeschichte des verkrüppelten Malers Toulouse-Lautrec bietet den Stoff für diesen Film, der seine wesentlichen Wirkungen aus dem Fluidum des Montparnasse der Jahrhundertwende holt; sowie aus den farbtechnisch sehr gelungenen Nachspielungen einiger Toulouse-Lautrec-Bilder.
    [1952]

  • RAMPENLICHT (>Limelight<)
    United-Artists. Buch und Regie: Charles Chaplin. Hauptdarsteller: Charles Chaplin, Ciaire Bloom, Sydney Chaplin, Buster Keaton. - Die Geschichte eines alternden und längst schon im Abstieg begriffenen Variete-Komikers, dem neue Kraft aus der Pflicht erwächst, eine junge Schauspielerin vor Selbstmord zu retten und ihr neuen Lebensmut zu geben.
    [1952]

  • SAUERBRUCH
    Corona-Schorcht. Regie: Rolf Hansen. Buch: Felix Lützkendorf. Hauptdarsteller: Ewald Baiser, Heidemarie Hatheyer, Maria Wimmer, Lina Carstens, Hilde Körber, Claus Bie-derstaedt, Paul Bildt, Erich Ponto, Otto Gebühr. Kamera: Helmut Ashley. Bauten: Robert Herlth. - In diesem sehr erfolgreichen Film sind die wesentlichen Lebenstationen des großen Chirurgen in Rückblendungen gestaltet, die sich aus einem seiner Arbeitstage ergeben.
    [1952]

  • VATER BRAUCHT EINE FRAU
    NDF. Regie: Harald Braun. Buch: Herbert Reinecker. Hauptdarsteller: Dieter Borsche, Ruth Leuwerik, Bruni Löbel, Günther Lüders, Therese Giehse und die Kinder: Angelika Voelkner, Urs Hess, Migg Hess, Oliver Grimm. Musik: Franz Grothe. Kamera: Richard Angst. - Die Geschichte von vier Kindern, die für ihren verwitweten Vater eine Frau suchen und finden. Die Leuwerik hat hier ihre erste tragende Rolle.
    [1952]

  • 12 UHR MITTAGS (>High Noon<)
    United Artists. Regie: Fred Zinnemann. Buch: Carl Foreman. Hauptdarsteller: Gary Cooper, Grace Kelly, Lloyd Bridges, Thomas Mitchell, Otto Kruger, Henry Morgan. Kamera: Floyd Crosby. - Ein Stoff aus den 1870er Jahren, also aus der Zeit der Erschließung des „Wilden Westens". Ein junger Sheriff hält es für seine Pflicht, die Stadt von einem gefährlichen Verbrecher zu befreien, wobei ihn seine junge Frau aus höchster Not rettet.
    [1952]

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