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Will Tremper war 16 Jahre alt, als der 2. Weltkrieg zuende ging.

In seiner Biografie von 1993 beschreibt Will Tremper, wie er als überzeugter Hitlerjunge die Zeit ab 1939 erlebt hatte und was davon bei ihm unauslösch- lich im Kopf hängen geblieben war. Und er erzählt von seinen Erlebnissen in Berlin unter den Bomben. Lesenswert ist dazu auch "Als Berlin brannte" (Hans-Georg von Studnitz). Der Zusammenhang schließt sich über die Curt Riess'sche Biografie "BERLIN 1945-1953" und dessen beide dicken Film-Bücher, in der der Name Tremper aber nicht genannt wird. Will Tremper hingegen schreibt daher sehr genüsslich über "die anderen Seiten" bekannter Personen aus Politik und Film - natürlich auch über Curt Riess. Die einführende Seite steht hier.

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Habe ich schon erzählt, daß Curt Riess eines Tages wieder anrief?

Es war nach den turbulenten Wochen, die »Stalins Deutschland-Plan« ausgelöst hatte. Sein Name stand als möglicher Urheber beinahe täglich in den Zeitungen - vorerst in denen Ost-Berlins, dann aber auch in einem Artikel im »Telegraf«; die alte Sozi-Connection funktionierte noch, trotz schärfster Gegensätze zwischen SED und SPD.

Vielleicht war es auch Werner Asendorf, der uns wieder zusammenbrachte. Vielleicht mein Krankenhausaufenthalt, den Riess - ich war ja in keiner Versicherung - heimlich bezahlt hatte.

Oder es intrigierte ihn ganz einfach, daß auch mein Name in der »Stalinplan«- Affäre aufgetaucht war. Wie nahm er all die Verdächtigungen auf?
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Curt Riess dementierte alles, aber eher lauwarm

Curt Riess war viel zu eitel, um energisch und eindeutig Stellung dagegen zu beziehen; er dementierte, gewiß, aber eher lauwarm.

Vollends grotesk wurde es, als er mich, den Urheber, augenzwinkernd wissen lassen wollte, daß er - »möglicherweise« und »wer weiß das schon?« - seine Hände im Spiel gehabt hätte.

Meine Geschichte von dem Reichssieger im Stenographen Wettbewerb, der die 91 Paragraphen »kostenlos« besorgt habe, glaubte er unbesehen.

Aber: »Haben Sie sich schon mal gefragt, warum gerade Sie dazu erkoren wurden, den Friedensvertrag nach Westen zu schmuggeln?«

Es kostete mich ungeheuere Selbstbeherrschung, ihm nicht ins Gesicht zu lachen. Nie und nimmer hätte er sich vorstellen können, daß jedes Wort auf meinem Mist gewachsen war.
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Ich wurde beinahe sein Ghostwriter

Ich arbeitete also noch einmal für ihn, aber jetzt schon in etwas gehobenerer Position, beinahe als Ghostwriter. Jede dritte Geschichte, die ich ihm brachte, gab er so, wie ich sie schrieb, an seine Abnehmer weiter, nur mit dem Autorenvermerk: Von Curt Riess.

Er zahlte immer noch nicht besser, obwohl er sich das hätte leisten können, denn er war einen sehr guten Vertrag mit der »Quick« in München eingegangen, damals genauso groß wie der »Stern«.

Er ertrank förmlich in Buchaufträgen aus den USA und mußte u.a. für die neue Zeitschrift »Elle« in Paris jeden Monat einen Beitrag schreiben und für den »France Soir«, seine alte Abendzeitung, die wieder von Pierre Lazareff geleitet wurde, jede Woche einen »Scoop« liefern, eine Sensation.

Also dafür brauchte er mich - jede Woche einen »Scoop«

Dafür hauptsächlich brauchte er mich, und das wurde meine anstrengendste Tätigkeit. Während ich Riess die Frauenthemen für »Elle« leichterhand aus dem Ärmel schüttelte - das Blatt wurde von der angenehmen Helene Lazareff gemacht, der Frau Pierres -, gab es bei »France Soir« jede Woche Arger.

Monsieur Lazareff erschien täglich mit drei Ausgaben, am Sonnabend aber mit fünf! Dafür brauchte er den »Weekend-Scoop«, die Nachricht, die seine Leser zwang, seinen »France Soir« auf den Champs Elysees nicht zwei- oder dreimal, sondern fünfmal zu kaufen.

Was haben wir für die 1000 Dollar, die Riess jede Woche dafür bekam, einen an den Haaren herbeigezogenen Mist geliefert!

Ich könnte heute noch eine Gänsehaut kriegen, wenn ich daran denke: »Tausend Damen der Berliner Gesellschaft prostituieren sich!« - was für eine »Gesellschaft«? - oder: »Feldmarschall Blombergs Witwe hält Bridge-Kurse ab!«

Aber die Franzosen fraßen jeden Dreck, hielten die Capitale des Dritten Reiches, auch fünf Jahre nach dem Krieg noch, für eine Ausgeburt der Hölle.
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Die Scoops waren fast alle "aus den Fingern gesogen" - Auf der Basis logischer Spekulationen

Schon während der Blockade hatte »France Soir« sage und schreibe zwölfmal »par Curt Riess« die »Exklusiv-Meldung« in die Welt gesetzt, daß Marschall Wassilij K Sokolowskij, der Oberkommandierende der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland, »abberufen« werde, was den Franzosen offenbar ein angenehmes Wochenende bescherte, denn der Name Sokolowskij stand für Säbelgerassel, für Kriegsgefahr, er war der Unhold, der den Frieden der Welt erneut bedrohte, schlechthin.

Jedesmal, wenn ich Riess die Nachricht von der »Abberufung« Sokolowskijs brachte - nicht frei erfunden, sondern immer auf der Basis logischer Spekulationen -, frohlockte er und reicherte sie mit »authentischen« Details an.

Und wenn ich am Montagmorgen mit hängenden Ohren in der Mohrunger Allee erschien, weil Sokolowskij uns wieder einmal Lügen gestraft hatte, winkte er nur ab: »Was schert mich der Schnee von gestern!«

Oder er sprach: »Das Gute an einer Falschmeldung ist die unbezweifelbare Tatsache, daß du sie exklusiv hast - das Dementi leider auch!« Aber Pierre Lazareff dementierte nie etwas, ließ sich auch von der zwölften Falschmeldung nicht beeindrucken, sondern machte sie unverdrossen jedesmal wieder mit einer schreienden Schlagzeile auf.
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Und dann die Sensation - es stimmte sogar

Bis Sokolowskij, beim dreizehnten Mal, tatsächlich abberufen wurde! War das eine Sensation! ... Am Freitagabend hatten wir die »Abberufung« dieses »Helden der Sowjetunion« mangels besserer »Scoops« schamlos wieder einmal nach Paris gemeldet, Lazareff hatte sie in seinen Samstagsausgaben hemmungslos zur Auflagensteigerung benutzt - und in der Nacht vom Sonntag zum Montag bestätigte Radio Moskau in seiner Nachrichtensendung »Zum Mitschreiben« für die weit entfernten Regionen des Riesenreiches unsere »Exklusiv«-Meldung aus Berlin.
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Der Blattschuß im Nebel!

Es war unglaublich! Der Blattschuß im Nebel! Sechs Richtige im Lotto, würde man heute sagen. Riess wurde per Schaltkonferenz in Paris und Berlin gefeiert, als ob er nie zwölfmal danebengelegen hätte.

Auch ich bekam eine freundschaftliche »Nuß« hinter die Ohren ab. Es war, um mit Asendorf zu sprechen, wieder einmal »echter, großer Journalismus!«.

Aber am nächsten Freitagabend kauten wir wieder an den Fingernägeln, und Curt Riess ließ das übliche Donnerwetter über mich ergehen - »Sie hatten die ganze Woche Zeit!« -, und wir retteten den Tausenddollarvertrag einmal mehr mit einer hanebüchenen, den Parisern das Wochenende versüßenden Meldung: »Martin Bormann am Kurfürstendamm gesichtet!«
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Die Bunkermenschen von Gdingen

An einem dieser Freitagabende, an denen im Hause Riess alles auf Zehenspitzen ging und kein lautes Wort fallen durfte, saß ich beim Meister im Badezimmer auf dem Klodeckel und trug ihm, der bewegungslos in der Badewanne lag, meine Ausbeute der Woche aus den Berliner Zeitungen vor, von »Leni Riefenstahl filmt wieder!« bis zu dem kleinen Jungen, der am S-Bahnhof Gesundbrunnen seinem Schäferhund hinterher auf die Gleise gesprungen war - »Hund gerettet, Junge tot!«

Riess bedachte mich mit den üblichen üblen Ausdrücken, ich hielt ihm das Badetuch hin, und er verschwand brütend im Arbeitszimmer. Ich spielte noch den »Denker« von Rodin auf dem Klodeckel, als er - keine fünf Minuten später - aufgekratzt in der Tür erschien und »Schreiben Sie!« kommandierte.

»Gestern ließen polnische Landarbeiter in der Nähe von Gdingen schreiend ihre Arbeitsgeräte im Stich, als sich vor ihnen die Erde auftat und ein über und über behaarter Mann in zerschlissener deutscher Soldatenuniform ans Licht des Tages kroch«, diktierte er. »Haben Sie? Weiter: Beim Anblick der Sonne griff er sich mit einem entsetzlichen Aufschrei an die Augen und brach - erblindet - zusammen...« Mein Gott!
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Er malte die Story richtig sensationell aus

Wo hatte er das so plötzlich her? Ich kam nicht dazu, ihn zu fragen. Er kleidete sich an und diktierte flüssig weiter, eine schöne breite Meldung von fünfundvierzig Zeilen, wie Pierre Lazareff sie liebte:

Die Geschichte von sechs deutschen Soldaten, die beim Rückzug im Frühjahr 1945 in der Nähe von Gdingen in einen verlassenen, aber immer noch wohlgefüllten Verpflegungsbunker der Wehrmacht eingedrungen waren und sich Bäuche und Taschen vollgestopft hatten - als die Eingänge der unterirdischen Bunkeranlage von deutschen Pionieren gesprengt und die armen Teufel unter der Erde eingeschlossen wurden.

»Versehen, freilich«, diktierte Riess, sich schon die Krawatte umwerfend, »mit allem, was zum Leben notwendig war, vom französischen Champagner bis zum preußischen Knobelbecher, von argentinischen Rindfleischbüchsen bis zu italienischen Raviolidosen - genug, um fünf Jahre unter der Erde zu überleben!«

Aber wo haben sie die Luft zum Atmen herbekommen?

Ich rannte ihm zur Eingangstür nach, an der Gerhard, der Chauffeur, schon wartete: »Aber wo haben sie die Luft zum Atmen herbekommen?« Er wehrte meine Frage wie eine lästige Fliege ab: »Bin ich Hellseher? Aus einer geheimen Lüftungsanlage wahrscheinlich, die sie erst jetzt entdeckt haben! Lassen Sie sich was einfallen, mon dieu de dieu!«

Ich rannte ihm bis auf die Straße nach: »Wo haben Sie das her? - Das klingt alles so phantastisch, Herr Riess!« Schon im Einsteigen, kniff er kurz mal ein Auge zu und sprach: »Sie wissen doch - vom Reichskanzlerplatz!«

Der britische Secret Service! Daß er die Story von den Bunkermenschen von Gdingen aus dem Handgelenk erfunden haben könnte, kam mir gar nicht in den Sinn, dafür war sie zu außergewöhnlich, mit zu vielen Details gespickt.

Ich formulierte noch etwas an der Geschichte herum und gab sie dann Madame Meyer nach Paris durch, Pierre Lazareffs deutschsprachiger Sekretärin - die mußte auch erst mal nach Luft schnappen.

Als Pierre Lazareff am Telefon zu schreien anfing

Dann räumte ich noch etwas auf, und gerade als ich gehen wollte, meldete sich Paris noch einmal: »Geben Sie mir schon Riess!« fauchte Lazareff. »Die Geschichte ist ungeheuerlich! Ich brauche mehr, mehr, mehr! Das ziehen wir durch die ganze nächste Woche! Wo ist er denn?«

Der Mensch ließ mich gar nicht zu Wort kommen und wurde fuchsteufelswild, als er hörte, sein Freund Curt sei schon ausgeflogen. »Holen Sie ihn zurück!« kreischte der Chefredakteur des »France Soir«. Ich rief ein Taxi und fuhr zur Ali-Bar in der Meineckestraße.

Da war Riess nicht, doch da würde er, wie ich wußte, die Nacht
beschließen. Ich hätte auch noch in die »Queen«-Bar und zu drei oder vier anderen örtlichkeiten rasen können, beschränkte mich aber auf das Postamt im Bahnhof Zoo und rief Paris noch mal an: »Er ist nirgends zu finden, Madame Meyer!« und legte schnell auf.
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Die Bunkermenschen von Gdingen - alles blank erfunden ?

Am Samstag endlich, war ich überzeugt, daß er die Bunkermenschen von Gdingen blank erfunden hatte. Da rief ich ihn an, und er tat, als wüßte er gar nicht, wovon ich redete: »Ach, diese Sache!«

Aber am Sonntagmorgen sah alles auf einmal wieder unheimlich echt aus. Da stand ich auf der Plattform der Straßenbahn 75 vom Bahnhof Zoo zur Heerstraße hinaus - Gerhard durfte mich neuerdings nicht mehr zu Hause abholen - und las den Packen Zeitungen, den ich jeden Morgen kaufen mußte - alle Blätter waren voll von den »Bunkermenschen von Gdingen«!

Associated Press meldete aus Warschau, daß die Zensur ein »absolutes Schweigegebot« über die Sache verhängt hätte, schon danach zu fragen sei »lebensgefährlich«.

Der tüchtige Kollege der Reuter-Agentur aber hatte sich aufgemacht nach Gdingen und war bei einem Ort namens Baby Doly an eine sowjetische Straßensperre geraten - die ganze Umgebung des fatalen Wehrmacht-Verpflegungsbunkers sei von den Russen zum »Sperrgebiet« erklärt worden. Alle Zeitungen berichteten über den »Scoop« von Curt Riess - nur die Quelle »France Soir« wurde nirgends genannt.
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Und jetzt ging der Trubel richtig los

In der Mohrunger Allee herrschte schon Hochbetrieb, Riess war ungewohnt früh auf den Beinen und diktierte weitere Einzelheiten, etwa daß der »Blinde Überlebende« ein 32 Jahre alter deutscher Feldwebel aus Berlin sei, der im St.-Josephs-Hospital in Warschau behandelt, aber unter strengstem Verschluß gehalten werde, und daß die Leichen der übrigen fünf deutschen Soldaten, »unter Mehl begraben«, jetzt auch entdeckt worden seien; offenbar hätten sie sich, wie Verletzungen bewiesen, in den fünf Nachkriegsjahren in die Haare gekriegt und gegenseitig abgemurkst ... Der britische Geheimdienst am Reichskanzlerplatz schien wirklich auf Draht zu sein.

In den folgenden Tagen und Wochen beschäftigten die »Bunkermenschen von Gdingen« die gesamte Weltpresse so, daß wir zu nichts anderem mehr kamen. Tragischer Höhepunkt war mein Besuch, im Auftrag von Riess, bei der Vermißtensuchstelle der ehemaligen Wehrmacht Im Dol in Dahlem.

»Wir brauchen ein Foto!« hatte Riess gefordert. »Ein Foto des blinden Überlebenden!« Ich sollte die Akten der Suchstelle durcharbeiten und nach vermißten deutschen Soldaten forschen, die im Frühjahr 1945 zuletzt in der Nähe von Gdingen gesehen worden wären.

Da die Angehörigen, die Suchanträge gestellt hatten, ein Foto ihres Vermißten abgeben mußten, war es nicht schwer, das Foto eines zirka dreißig Jahre alten Berliners, der die Kriterien erfüllte, unbemerkt aus der Akte verschwinden zu lassen.

Das Bild erschien im Vertrieb der Agentur Keystone, und die Mutter des Vermißten brach bei seinem Anblick an einem Zeitungskiosk am Mehringdamm zusammen.

Ich habe das, nach Wochen erst, durch einen reinen Zufall erfahren, als ich in der Korrespondenz von Riess schmökerte, und war entsetzt.

Ob die Geschichte von den sechs Bunkermenschen stimmte oder nicht, hatte ich immer noch nicht herausgefunden - aber daß das Foto des »blinden Überlebenden« falsch war, konnte niemand besser bezeugen als ich, der ich es geklaut hatte.
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Die Geschichte ging bis nach Japan .....

Diese »Bunkermenschen« regten nicht nur die Phantasie der Leser in aller Herren Ländern an, bis hin nach Japan, sie beschäftigten auch sogleich die Gemüter aller möglichen Literaten.

Zwei, drei Jahre nach der sensationellen Veröffentlichung traf ich meinen alten Tagesspiegel-Kollegen Rainer Höynck, der inzwischen Kulturreporter beim RIAS geworden war.

Ich stieg in Tempelhof aus einer PANAM-Maschine und sah Rainer mit dem Mikrofon dastehen. Er wartete auf Rudolf Hagelstange, der den »Hörspiel-Preis der Kriegsblinden« in Berlin verliehen bekommen sollte.

»Was hat er denn für 'n Hörspiel geschrieben?« fragte ich. »Ach«, antwortete Rainer, »dieses Ding von den Bunkermenschen von Gdingen!« Hätte ich starke Nerven gehabt und wäre ich schadenfroher, als ich bin, dann hätte ich mir das Interview auf dem Vorfeld von Tempelhof nicht entgehen lassen. Aber ich machte, daß ich davonkam.

Wieder ein paar Jahre später hielt ich in einem New Yorker Antiquariat ein Buch in der Hand, das von den Bunkermenschen von Gdingen handelte, kaufte es und las es nachts im Hotel.

Der amerikanische Autor war noch erfindungsreicher als Curt Riess, bei ihm lief ein kleines polnisches Mädchen hinter den deutschen Soldaten her in den unterirdischen Verpflegungsbunker - und wuchs im Laufe der Jahre zu einer fatalen kleinen Lolita heran, um deren Besitz sich die Landser die Köpfe einschlugen  ...

Warum habe ich, der ich nie irgend etwas in Hotelzimmern liegenlasse, das Buch vergessen einzupacken? Ein englischer Autor soll sogar ein Theaterstück über die Bunkermenschen von Gdingen verfaßt haben.
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Und Riess setzte der Story die Krone auf .....

Sieben Jahre nach dem aufregenden Diktat von Riess in seinem Badezimmer saß ich im Cafe Bristol und dichtete eine Lösung des Rätsels zusammen: Riess war, wie immer, wenn er etwas ausbrütete, auf der Suche nach etwas Eßbarem in den dunklen Gang zur Küche getreten und Zeuge eines kleinen Streits zwischen seinem Housekeeper Martha und dem Chauffeur Gerhard geworden.

In sein Badetuch gewickelt, stand er da im dunklen Durchgang und hörte, wie Martha den Gerhard beschimpfte, weil er »wieder kein frisches Gemüse, sondern Konserven!« beim Händler geholt hätte.

Gerhards Antwort: »Mensch, Martha, Konserven schmecken viel besser! Wie ich damals bei Gdingen beinahe in dem Verpflegungsbunker der Wehrmacht eingeschlossen worden wäre, weil sie hinter mir den Eingang in die Luft sprengten, da haben wir uns den Bauch mit Konserven vollgeschlagen - ich sage dir, die schmeckten einfach göttlich!«

Die gute Martha wollte ihn aus der Küche schmeißen, doch da trat Curt Riess ins Licht und fragte den Gerhard: »Und wenn sie den Eingang gesprengt hätten, bevor du draußen warst - was wäre dann gewesen? Zu essen und trinken hattest du doch genug in dem Bunker?«

Sein Chauffeur starrte den Riess verblüfft an, schüttelte den Kopf und rief: »Mann, Mister Riess - dann hätte ich ja heute sooooo lange Haare -!«

Und er machte vor, wie lang sie fünf Jahre später wären. »Ja«, sagte Curt Riess, diabolisch grinsend, »und soooo lange Fingernägel!« Sprach's, drehte sich um, kam zurück ins Badezimmer und rief:

»Schreiben Sie, Tremper: Gestern ließen polnische Landarbeiter schreiend ihre Arbeitsgeräte in Stich, als sich vor ihnen die Erde auftat und ein über und über behaarter Mann...«
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Ich entwarf im Bristol Skizzen für ein Drehbuch ..... wirklich .....

...... das im Jahr darauf von Frank Wisbar unter dem selten dämlichen Titel »Nasser Asphalt« in den Hamburger Realfilm-Studios verfilmt wurde, in der Rolle von Curt Riess, den ich Cäsar Boyd nannte, Martin Held, in der Rolle meiner Wenigkeit Horst Buchholz, in der Rolle des Housekeepers Martha die gute Inge Meysel, in der des Chauffeurs der noch magere Gerd Froebe.

Und ich ließ mir noch mehr einfallen, trieb die Sache mit dem »blinden Überlebenden« quasi auf die Spitze, indem ich ihn leibhaftig auftreten, ja, an der Tür der Villa von Riess klingeln ließ - da fällt Heinz Reincke, während der Regen niederrauscht und Blitze zucken, dem konsternierten
Riess mit den Worten in die Arme:

»Ich bin der blinde Überlebende...!« Und Martin Held hält etwas in den Armen, von dem er weiß, daß es das gar nicht gibt, daß er es erfunden hat. Aber davon wird noch die Rede sein.
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Mein Freund Ricci, unvergessen

Ein guter Jude wiegt hundert schlechte auf, sagte mein Freund PEM, als ich in einer Diskussion im Bristol über Antisemitismus den braven Max Strassberg wieder einmal über den grünen Klee lobte.

Ich kann alle meine jüdischen Freunde nur loben - den anderen bin ich aus dem Weg gegangen -, denn sie haben mir Menschlichkeit bewiesen, ihre Erfahrung zugute kommen lassen, meinen Geschmack gebildet.

Und manchmal, wie bei Ricci, waren sie immer nur freundlich und hilfsbereit zu mir, dem oft genug mittellosen, abgerissenen »Blitzgoy«, wie Ricci einen Fotografen nannte.

Eigentlich hieß er Richard Blum, der »in Rußland gezeugte, in Jugoslawien geborene, in Wien groß gewordene Halbjude«, der in Berlin sein Glück machte und uns die schönste Bar am Kurfürstendamm bescherte: »Ricci's« am Lehniner Platz.
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Richard Blum, und die Tänzerinnen

Er schaute mich groß an und schüttelte den Kopf, als ich ihn in einer stillen Nachtstunde in den sechziger Jahren mal fragte, wie er eigentlich nach Berlin gekommen sei.

»Weißt du, daß mich das noch nie einer gefragt hat?« sagte er, selbst ein bißchen verwundert. Das ist typisch für die Berliner, die einen akzeptieren, ohne viel zu fragen.

Aber mir hat er dann erzählt, daß er in Wien Klavierspielen lernte und, als die Deutschen 1938 einmarschierten, sogar eine »feste Anstellung« als Korepetitor bei der Wien-Film bekam, bei der er bei Kriegsausbruch das »Deutsche Filmballett« am Rosenhügel kennenlernte. -

Hierzu wäre zu erklären, daß Goebbels sämtliche privaten Ballettschulen hatte schließen und die besten Tänzerinnen in eben diesem »Deutschen Filmballett« zusammenfassen lassen.

»Kannst dir denken«, sagte Ricci, »was da los war!« Konnte ich, denn Ricci hatte diesen gewissen verschlafenen Sex-Appeal, der jede Frau unruhig machte.

Als »die Mädels« nach getaner Arbeit wieder nach Berlin zurückfuhren, trug der Pianist Richard Blum nicht nur die Einladung des Captain-Girls, Weihnachten in Berlin zu verbringen, in der Tasche, sondern die Adressen von mindestens noch einem Dutzend weiterer Tänzerinnen.

Ricci erzählt vom 24. Dezember 1939 am Anhalter Bahnhof

»Wie ich am 24. Dezember 1939 auf dem Anhalter Bahnhof ankomme«, so erzählte er, »stehen da gleich mehrere Taxifahrer mit Blum- und Ricci-Schildern in der Hand.«

Nun, er besuchte natürlich zuerst das Captain-Girl, dem er nach vierzehn Tagen regelrecht entfliehen mußte, und dann noch all die anderen, und zwischendurch vertrat er schon mal den Pianisten aus der »Uhu«-Bar am Kurfürstendamm, in welchem die Haussängerin, das berühmte »Irmchen«, sehr bald dafür sorgte, daß nur noch Ricci sie am Flügel begleiten durfte.

»Ich habe natürlich auch ein paar unangenehme Sachen erlebt«, schilderte er mir die Kriegsjahre in Berlin, »aber mein Manko, kein reinrassiger Arier zu sein, schützte mich vor dem Wehrdienst, und mein Plus, Klavier spielen zu können, bewahrte mich wieder vor der Gestapo ...«

Sagen wir: hochrangige Stammgäste der »Uhu«-Bar hielten ihre Hand über ihren Lieblingspianisten. Mit der Sängerin zog er dann in die »Don Juan«-Bar in der Wielandstraße/Ecke Kurfürstendamm, und da überstand er unbeschadet das Kriegsende und sogar die »Befreiung« durch die Russen.
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Hildegard Knef erinnert sich an Ricci

»Auf dem Weg wurde ich ohnmächtig«, beschreibt Hildegard Knef in ihrem »Geschenkten Gaul« eines ihrer Abenteuer nach dem Einmarsch der Alliierten in Berlin, »als ich aufwachte, war es dunkel, ein magerer Jüngling mit sanften grauen Augen und abstehenden Ohren saß neben mir, hielt mir eine Tasse vor die Nase, sagte: >Nun trinken Sie erst mal was.<

Er hieß Ricci Blum, besaß außer der Tasse und dem Sofa, auf dem ich lag, einen Fotoapparat und die Fähigkeit, in C-Dur Klavier zu spielen. Tagsüber fotografierte er Engländer und Amerikaner fürs heimatliche Familienalbum, abends spielte er in einer Kneipe - die sich >Don Juan< und >Club< nannte - von Tt's a Long Way to Tipperary< bis >In the Mood< alles, was das Besatzerherz begehrte, dafür gab's Kaffee, Suppe und manchmal Zigaretten.

Die Kneipe war >OffLimits<, was hieß, daß Deutsche unerwünscht, ausgenommen die dort emsig rotierenden Mixer, Klosettfrauen, der Alleinunterhalter Ricci und ein Wiener Trumm, der als Dame verkleidet die >Lustige Witwe< sang; sein Name war Marcel Andre, wie er außerdem hieß, wird keiner je erfahren.

Ricci nahm mich mit, sagte: >Um elf kriege ich Suppe, da kann ich Ihnen was abgeben.< Den kontrollierenden englischen Sergeanten informierte er, daß ich seine Schwester sei, die die Noten umblättern müsse; daß er keine lesen konnte, behielt er für sich. Um zehn war es voll, um zwölf standen sie um das Klavier, sangen gläserschwenkend, die Amerikaner riefen: >Hallo Fräulein...<, die Engländer lehnten verhalten mit indiengeschulten Sahib-Mienen an Bar und Wänden...«

Unser Ricci und seine Suppen.

Das Wichtigste hat sie vergessen, die gute Hilde: Als wir in den siebziger Jahren Abschied von Ricci feierten, stießen sie sich vertraulich blinzelnd an, die beiden, und es fielen so Erinnerungskrümel wie: »Weißt du noch, wie ich auf deinem Klavierhocker am Kaminofen gepennt habe?«

Unser Ricci und seine Suppen. Er hat dann das »Don Juan« als Pächter übernommen und 1955 das Cafe Petit am Lehniner Platz, das der glatzköpfige Schweizer Geschäftsmann Walter Brunner als Bar umgebaut und ihm für den damals stolzen Preis von 900 DM monatlich zehn Jahre lang verpachtet hat. Wir haben das, wie andere Branchenereignisse, hautnah im Bristol alles miterlebt, wenn die »Wiener Cafehausjuden«, wie Max Strassberg frozzelte, ihren »großen Braunen« oder »Jockey« schlürften, den neuesten Goldpreis der Waitzstraße, wo die Händler saßen, mit ihren eigenen Vorstellungen verglichen und die schönsten Mannequins aus den umliegenden Modehäusern schnell mal reinschauten, um zu sehen, wer es gerade mit wem hatte.
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Wer es gerade mit wem hatte - das war interessant.

Was ist bloß aus Eva Hagenstein geworden? Was aus Rosemarie Nordmann? (O ja, die hat der Heinz Drache geheiratet.)

Greta Henriksson-Neuss ist die Frau von Ingvar Wixell, dem großen Baßbariton, geworden. Die schöne Halbchinesin Cuy soll nach Hongkong zurückgekehrt sein.

Gisela Ebel war schon von Rainer Penkert geschieden, auch von Helmut Ashley, und ist in Wien gestorbea Und Gaby Gajewski aus Schöneberg, mit der Mutter aus Pommern und dem Vater aus Krakau, die brachte Ricci eines Tages an, das muß noch vor der Blockade gewesen sein, denn ich erinnere mich, daß er schwärmte:

»Die heirate ich!« Sie hatte bei Bardinet in der Bleibtreustraße ein Wurstbrot zu 160 Reichsmark mit ihm geteilt und übernahm das »Don Juan«, als er seine »Ricci«-Bar aufmachte. Als Mannequin hieß die brünette Gaby nur »Mady«, wie Mady Rahl, als Frau von Ricci nannten wir sie »Irmchen«, weil sie eigentlich Irmgard getauft war.
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Es formten sich merkwürdige Begriffe : Stecher und Nudelfriedhof

Apropos Mady Rahl: Der größte »Stecher«, so wurde einer genannt, der unaufhörlich hinter Weibern her war, während Frauen, die sich oft und gern hinlegten, den schrecklichen Wiener Strizzi-Schimpfnamen »Nudelfriedhof« bekamen.

Der größte »Stecher« des Bristol war Heinz Preuschoff, auch ein Halbjude, ein dünner, ausgemergelter Typ, der schon im Jahr meiner Geburt »Salesman of the Year«, und zwar »world Wide«, der amerikanischen Fox-Film wurde, nach dem Krieg sogar Generaldirektor des Constantin-Filmverleihs, als der noch in Frankfurt/M. saß, und der mir dann half, meinen Film »Playgirl« selbst in die Kinos zu bringen.

»Heinz, erzähl noch mal, wie du Mady Rahl kennengelernt hast!« hieß einer der oft gehörten Sprüche im Bristol, und Heinz erzählte bereitwillig, wie er in den dreißiger Jahren jeden Abend eine andere Schönheit aufriß.
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Heinz erzählte bereitwillig

»Also, ich fahre wieder mal dem Neunzehner hinterher« - dem Bus der Linie 19, die heute noch als Linie 119 den Kurfürstendamm hinab in den Grunewald führt und angeblich die attraktivsten Mädchen transportiert - »und sehe auf der hinteren Plattform eine Blondine mit einem Kopf, einem Kopf, sage ich euch, daß es mich umhaut in meinem kleinen Sportzweisitzer!

Ich hupe und spiele mit den Scheinwerfern, und das blonde Kind wird auf mich aufmerksam, und ich werf ihr Küßchen zu und mache die entsprechende, einladende Handbewegung - und, was sag' ich euch: An der Halenseebrücke steigt sie aus und ruft keß: >Kenn' wir uns, mein Herr? < -

Na ja, ich hab' sie dann eingeladen, mit mir zu fahren, und bis wir am Hagenplatz im Grunewald ankamen, wo sie zu einem reichen Scheich wollte, hatte ich ihr eingeredet, daß sie mit diesen grauen Augen und diesem Grübchen im Kinn unbedingt zum Film müßte!

Sie hieß Rosemarie Kowalski oder so ähnlich und war Tipse bei >National Registrierkassen am Hermannplatz in Neukölln, ich hab' sie Mady Rahl genannt, und sie hat sofort 'ne zweite Hauptrolle bekommen!« Sie sehen: Geändert hat sich beim Film nicht viel seitdem.
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Unser Ricci und die gehobenen Stände von Berlin

Unser Ricci aber wurde der abendliche Treff für die gehobenen Stände von Berlin, für alles, was mit Film, Funk und Bühne, später auch Fernsehen, zu tun hatte.

Bei Ricci hing Berthold Beitz am Tresen, wie Axel Springer, der hier wohl zum erstenmal öffentlich verkündete, daß er »zurück nach Berlin« käme.

Da knutschte Wolfgang Staudte mit Ingmar Zeissberg am Tisch gleich links neben dem Eingang, da zeigte Peter Schaeffers, der Sohn von Willi, seinem Partner Aldo von Pinelli ein ganzen Bündel brauner Scheine, wie ich sie noch nie gesehen hatte -lauter Tausender.

Da lernte Sonja Ziemann in einer stillen Ecke im ersten Stock eine Rolle auswendig, und die »Zitterlissy« vom Bardinet bekämpfte in der anderen Ecke ihre unkontrollierbaren Krämpfe mit Alkohol und machte ab und zu eine unflätige Bemerkung.

Da unterschrieb ich auf dem Pissoir im Keller einen neuen Schuldschein bei Shimon Eden, und Otto Scheuermann, mein Bankier, wußte am nächsten Morgen, daß ich nachts bei Ricci »schon wieder was unterschrieben« hätte.
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Otto Scheuermann, mein Bankier

Der alte Otto Scheuermann mochte das gar nicht, daß die Kunden seiner Privatbank sich untereinander zu viel höheren Zinsen, als er sie berechnen konnte, Geld ausliehen, andererseits war er eine Seele von Mensch, hochangesehen und darum der Finanzverwalter der Berliner Philharmoniker.

Mich schrie er, bei offener Tür, wiederholt an, er denke nicht daran, Filme zu finanzieren - und reichte mir leise, unter dem Schreibtisch, die Tausender herüber; sein Prokurist durfte nichts davon erfahren.

»Warum tun Sie das?« habe ich ihn mal gefragt. Er sah mich lange an, schaute dann aus dem Fenster auf die Leibnizstraße hinaus und murmelte, ich erinnere ihn an seinen einzigen Sohn, der am ersten Tag des Rußlandfeldzugs gefallen war.
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Ja, bei Ricci verkehrten die unterschiedlichsten Leute.

Der eine Herumgröler neben dir entpuppte sich als der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, der andere, der zu seinem »kleinen Gulasch« still und gesittet eine Coca schlürfte, hatte »fünf Pferdchen« auf dem Kudamm laufen.

Überhaupt: Das herrliche ungarische Gulasch war es natürlich, mit diesem unglaublich schmackhaften Kraut, das uns des Nachts zu Ricci zog, was rede ich groß von seiner »Menschlichkeit«.

Er hatte eine Köchin, die 22 Jahre bei ihm blieb und deutsche Hausmannskost zu kochen verstand; wie sie den »besten Tafelspitz nördlich vom Sacher« zuzubereiten hatte, lernte sie bei Ricci, ebenso die Kohlrouladen, das Kalbssteak mit Steinpilzen zu 6,50 DM und all die Köstlichkeiten vom Grill.

Und an Sommernachmittagen gab es im Vorgarten natürlich den selbstgebackenen Apfelkuchen in Vanillesauce.
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Das Ricci musste weichen für einen Schandfleck in der Nachkriegsgeschichte Berlins

Der runde, in den zwanziger Jahren entstandene Bau von Erich Mendelsohn mit der Hausnummer Kurfürstendamm 153, in dem vor dem Krieg ein Universum-Filmpalast der UFA untergebracht war, nach dem Krieg zwei Theater, das Capitol und das Studio - letzteres wurde unser Lieblingskino -, wäre 1969 beinahe abgebrannt, als einer der Ricci-Kellner bei Lokalschluß einen Aschenbecher in die Mülltonne leerte, in dem es noch glimmte. Das Ricci brannte vollkommen aus - und war, natürlich, unterversichert: Der Schaden betrug 140 000 DM, die Versicherung zahlte nur 39 000, doch Axel Springer half mit 70 000 DM aus. Seine Leute mußten ihn wohl mißverstanden haben, als der Betrag als »Darlehen« auf Riccis Konto eintraf - vier Wochen später, so erinnert sich Irmchen, kam ein persönlicher Brief des großen Mäzens: »Selbstverständlich schenke ich Dir das Geld, lieber Ricci!« Doch nun verlangte die Steuer ihre 22 Prozent davon. Ricci seufzte damals schon: »In diesem Staat komme ich zu nichts!«

Was der Staat mit seinem populären Original am Ende, im Jahre 1977, machte, wird für immer ein Schandfleck in der Nachkriegsgeschichte Berlins bleiben: Der in Sachen Kultur stets größenwahnsinnige Senat beschloß, mit vierzig Millionen Mark Steuergeldern das Innere des unter Denkmalschutz stehenden Mendelsohn-Baus vollkommen auszuschlachten und der »Schaubühne« vom Halleschen Tor zur Verfügung zu stellen, einem strikt der Farbe Rot huldigenden Ensemble.
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Neuer Titel : Das war ja wie bei uns in "Filzbaden"

Daß es dann achtzig oder hundert Millionen wurden, scherte weder die SPD noch die CDU, während Ricci ohne eine Mark Entschädigung vor die Tür gesetzt wurde.

Ich habe damals in München an einer neuen Zeitschrift gearbeitet, kam aber zum Abschied nach Berlin und dachte im Traum nicht daran, daß ich Richard Blum nie wiedersehen würde.

Er ging mit Irmchen in das Wochenend-Refugium aller betuchten Insulaner, die Lüneburger Heide, und hat es in Bad Bevensen noch einmal mit einer Weinstube versucht, hat alles selbst gemalt, getischlert, gegärtnert -

»Er ist ja so talentiert!« schwärmte Irmchen Doch am 4. Dezember 1986 ist er, nur 67 Jahre alt, am gebrochenen Herzen gestorben. Das weiß ich, was immer auf dem Totenschein steht.

Auf dem Friedhof von Römstedt liegt sein Grab, auf der Platte stehen die fünf Buchstaben RICCI. Mehr ist auch nicht nötig
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