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Die Ausgaben von Bild und Ton (Ost-Berlin)

Lange Zeit ist uns diese Zeitschrift nicht zugänglich gewesen und damit gab es auch keinen Einblick in die ostzonale bzw. ostdeutsche Kinolandschaft nach 1945. Wir wußten nur, daß die russischen Besatzer in ihrer Zone viel früher den Wert einer funktionierenden Indoktrinations- und Propaganda- Maschine erkannt hatten und die intakten Kinos von staatswegen förderten, mit den entsprechenden Filmen natürlich. Im kapitalistischen Westen in der Trizone war das zwar irgendwie ähnlich, aber nicht ganz so offensichtlich und es gab keinen direkten Zwang für bestimmte Filme. Hier kommen Sie zur einführenden Start-Seite.

"Bild und Ton" 1. JAHRGANG - DEZEMBER 1948 - HEFT NR.3

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Ziel und Möglichkeiten der Schmalfilmtechnik

Zu keiner Zeit war es beabsichtigt, mit dem Schmalfilm eine Konkurrenz für die Normalfilmtechnik (also 35mm Film) zu schaffen. Es sollten vielmehr neue und andere Aufgabengebiete erschlossen werden, die dem Normalfilm mit seinen Mitteln nicht oder im Hinblick auf iden wirtschaftlichen Aufwand nur schwer zugänglich sind, deren Lösung aber für die Schmalfilmtechnik vernünftig und gerecht erscheint.

Schon kurze Zeit nach der Festsetzung der heute noch gültigen Abmessungen des 35mm-Filmbandes durch Edison wurden im Jahre 1895 in Deutschland Filme geringerer Breiten vorgeführt. Die mannigfachen Versuche zur Verbilligung der Filmkosten erstreckten sich auf eine Verkleinerung oder Längsteilung des Filmbandes.

Weiterhin erstrebte man die Unterbringung einer größeren Anzahl von Phasenbildern mit kleineren Abmessungen auf einem üblichen Filmstreifen. Damit wurden aber komplizierte Schaltmechanismen erforderlich, die das Aufbringen der einzelnen Bilder in einem bestimmten Rhythmus neben- und nacheinander auf ein an sich normales Filmband möglich machten.

Über die verschiedenen Schmalfilmformate

Diese genannten Methoden der räumlichen Zusammendrängung des gleichen Bildinhaltes auf ein schmaleres oder kürzeres Filmband finden sich einzeln und in Kombinationen in den heutigen Schmalfilmformaten wieder.

Die Bedeutung des schmalen Filmbandes ist deshalb so groß, weil sich durch die Verkleinerung des Schaltschrittes damit eine sehr erhebliche Verringerung der Geräteabmessungen, Gewichte und damit auch Preise erreichen läßt, die vom heutigen Standpunkt betrachtet die Schmalfilmtechnik erst sinnvoll erscheinen läßt.

Zunächst aber mußten jahrzehntelange Formatkämpfe durchgestanden werden. Da man hierbei entgegen allen Normalisierungs- und Normungsbestrebungen in starkem Maße auch wirtschaftliche Gedanken durchzuführen trachtete, konnte lange Zeit keine Einigung über ein oder mehrere Schmalfilmformate erzielt werden.

Der wirtschaftliche Kampf der Film- und Gerätehersteller ging teilweise so weit, bewußt Geräte oder Filme verschiedener Abmessungen herzustellen, damit sie nicht in die entsprechenden Apparaturen der Konkurrenzfirmen passen konnten.

Nicht mit dem grobkörnigen Film-Material

Zunächst allerdings schienen alle Versuche der Schmalfilmtechnik nur eine Spielerei zu sein, da die derzeitigen grobkörnigen Film-Emulsionen eine brauchbare Wiedergabe in unserem heutigen Sinne kaum zuließen.

Vom Jahre 1924 an konnte man sich auf den Vorstoß der Kodak-Gesellschaft hin auf die Abmessungen des 16-mm-Filmbandes verlassen. Damit wurde erstmalig eine vernünftige Lösung der Schmalfilmfrage besonders auch in fabrikatorischer Hinsicht vorbereitet. Im Laufe der Zeit wurde dieses 16mm-Filmformat zu dem Standard des Schmalfilms, sofern es sich um die Bewältigung größerer amateurmäßiger und insbesondere beruflicher Aufgaben handelte.

Wie es sich dann zeigte, ließ mit der weiteren Vervollkommnung der Emulsionen auch dieser 16mm-Film noch einmal eine Verkleinerung für entsprechend einfachere Aufgaben zu. Damit war ein ähnlicher Schritt wie vom 35mm- zum 16mm- Format möglich.

Den Filmstreifen nochmals teilen

Das Ergebnis, das auf Grund der vorherigen Versuche zu einem verhältnismäßig einfachen Verfahren führte, ergab die Längsteilung eines 16-mm-Filmstreifens, der dazu allerdings mit der doppelten Anzahl von Schaltlöchern versehen werden muß.

Seit dem Jahre 1932 wurde das genannte geteilte 16mm Filmband und später auch der 8mm breite Filmstreifen selbst für die Aufnahme eingesetzt. Dieser beiden Schmalfilmformate hat sich die Industrie in den meisten Kulturländern in besonderem Maße angenommen und das Filmmaterial sowie die zugehörigen Apparate industriell entwickelt und hergestellt.

Neben diesen beiden Bildbändern führt der an sich ältere 9,5mm-Film ein eigentümliches Zwischendasein. Er hat sich nur in einzelnen Ländern, wie Frankreich, Österreich und Japan, in größerem Maße durchgesetzt, in anderen Ländern verhältnismäßig wenig.

Vorführungen in großen Filmtheatern ausgeschlossen

Bei einer Betrachtung der durch die Schmalfilmbänder gegebenen technischen Möglichkeiten muß von vornherein der Spielbetrieb im großen Filmtheater ausgeschlossen werden, der bei sinnvoller Betrachtung der gegebenen Tatsachen nicht beabsichtigt sein kann.

Die Bildgüte, die mit einzelnen Filmstreifen erzielt werden kann, hängt abgesehen von der Korngröße und Schichtdecke der Emulsionen vorzugsweise von der Fläche ab, die den einzelnen Phasenbildern auf dem Filmstreifen zur Verfügung gestellt werden kann.

Die Bildfläche und die Korngröße

Diese Fläche ist bei einer bestimmten Anordnung der Schaltlöcher des Filmbandes im wesentlichen durch die Breite des Filmbandes gegeben. Ebenso wie das Normalfilmband haben auch die 16- und 8mm- Streifen seitlich angeordnete einfache oder doppelte Reihen von Schaltlöchern und bestimmen damit eindeutig - durch Normblätter festgelegt - die für das Bild verfügbare Fläche.

Bei einer bestimmten optischen Vergrößerung der einzelnen Filmbilder in der Kinoprojektion ist die Größe der Bildwand gegeben. Dadurch ist auch die Zahl der Zuschauer bestimmt, die man mit Rücksicht auf gute oder ausreichende Sichtverhältnisse vor dieser Bildwand placieren kann.

Die genannte Seitenperforation ist für die einwandfreie Führung und Schaltung des Filmes von großer Bedeutung, da man das Filmband an den Schaltlochrändern gut und sicher . . . .

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