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Filmgeschichte(n) und Filmchronik(en) - Von 0 bis 1957

überarbeitet, korrigiert und kommentiert von Gert Redlich im Juli 2016 - Hier findenSie die bislang umfangreichste und detailierteste Historie der weltweiten Entwicklung des Films, der Filmwirtschaft (und des Kinos). Der Deutsch-Engländer Heinrich Fraenkel (geb. 1897) war hautnah dabei gewesen und beschreibt 1956/57 zwei weltweite Epochen des Films :
Es beginnt mit Teil I "Von der Laterna Magica bis zum Tonfilm" und geht weiter mit Teil II "Vom Tonfilm bis zum Farbfilm"

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Ereignisse aus dem Jahr [1937]

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Eine der bekanntesten deutschen Filmschauspielerinnen, Hella Moja, stirbt nach langer Krankheit.
[15. I. 1937]

Der von Arnold Fanck inszenierte erste deutsch-japanische Gemeinschaftsfilm "Die Tochter des Samurai" kommt in Tokio in Gegenwart der Hofgesellschaft und des Diplomatischen Korps zu einer festlichen Uraufführung.
[4. II. 1937]

Auf der Tagung der vereinigten Fachausschüsse erklärt der Ufa-Chef Ludwig Klitzsch, daß sich die Herstellungskosten eines Spielfilms im Laufe der letzten fünf Jahre verdoppelt haben und daß, besonders in Anbetracht des seit 1933 stark geschrumpften Auslandsgeschäfts, das jährliche Defizit der deutschen Filmwirtschaft zwischen 12 und 15 Millionen Mark liegt.
[6. III. 1937]

Nach etwa sechs Wochen währenden Verhandlungen, die im Auftrag des Propagandaministeriums von Dr. Max Winkler geführt werden, geht die UFA in den Reichsbesitz über, nicht ohne erheblichen Daumendruck seitens des Ministers. - Wie unbegründet dessen Behauptung war, daß die UFA ohne staatlichen Zugriff nicht lebensfähig sei, geht u. a. aus den sehr erheblichen Abschreibungen hervor, die der Konzern bei vorsichtiger Wirtschaftsführung sich leisten konnte:

1930/ 31 : 18,8 Millionen;
1933/34 : ca. 26 Millionen;
1935/36 : 26,5 Millionen;
1936/37 : ca 34,2 Millionen.

Das befristete letzte Kaufangebot Winklers datiert vom 17. März 1937. Der Übergang in Reichsbesitz erfolgt zwei Tage später.
[19. III. 1937]

Die Terra, eine der ältesten deutschen Filmgesellschaften wird unter der Neufirmierung Terra-Filmkunst "reichseigen". Die Transaktion wird über Dr. Max Winklers Firma „Cautio" im Auftrag des Propagandaministeriums abgeschlossen.
[VIII. 1937]

Am Ende des Kalenderjahres gibt es in Europa 59.187 Kinotheater, in den USA ca 17.000, im Fernen Osten 5.834, in Latein-Amerika 5.174, in Kanada 1.089, in Afrika und im Nahosten 813. Die Europaziffer zeigt dem Vorjahr gegenüber ein Absinken um über 7.500 Theater.
[31. XII. 1937]

Mit 26.435.391 Besuchern im Laufe des Kalenderjahres ist für die Wiener Kinotheater ein Tiefstand erreicht. Im Laufe der letzten zehn Jahre zeigt diese Ziffer ein Absinken um nahezu drei Millionen.
[31. XII. 1937]

Unter der Regie von Peter Buch wird Hermann Sudermanns Roman "Der Katzensteg" für die Tobis verfilmt. Hauptrollen: Brigitte Horney, Hannes Stelzer.
[1937]

Der von Julien Duvivier inszenierte Film >Un Carnet de Bal< bekommt auf der Biennale in Venedig den ersten Preis. Das Buch dieses bedeutenden Films stammt von Henry Jeansen und Bernard Zimmer. Hauptdarsteller: Francoise Rosay, Harry Baur, Pierre Blanchard, Jules Raimu, Fernandel. Musik: Al. Jaubert.
[1937]

Nach Motiven von Theodor Storm inszeniert Willi Forst den Film "Serenade" mit Hilde Krahl, Albert Matterstock und Igo Sym in den Hauptrollen. Musik: Peter Kreuder. Kamera: Werner Bohne.
[1937]

Nach Nestroys Bühnenstück bearbeitet Max Wallner das Drehbuch für "Lumpazivagabundus". Die drei Vagabunden spielen Paul Hörbiger, Heinz Rühmann und Hans Holt. Hilde Krahl spielt das Mädchen. Regie: Geza von Bolvary. Kamera: Werner Brandes.
[1937]

Unter der Regie von Henry King spielen Loretta Young und Don Ameche die Hauptrollen in dem Fox-Film Ramona.
[1937]

Nach eigenem Drehbuch (nach einer Novelle von Karel Capek) inszeniert der tschechische Regisseur Hugo Hass den Moldavia-Film "Die weiße Krankheit". Er spielt selbst eine der Hauptrollen neben Vaclav Vydra.
[1937]

In der von Karl Lamac inszenierten deutscht-schechischen Gemeinschaftsproduktion "Der Scheidungsgrund" spielt Anny Ondra die Hauptrolle neben Jack Trevor und Paul Hörbiger. Die Musik stammt von dem tschechischen Komponisten Jara Benes.
[1937]

Die Liebe eines jungen Mädchens zu einem reifen Künstler, der seine über alles geliebte und früh verstorbene erste Frau nicht vergessen kann, bietet den Stoff für den von Curt J. Braun geschriebenen und von Willi Forst inszenierten Tobis-Film "Serenade". Hauptdarsteller: Igo Sym, Hilde Krahl, Walter Janssen, Fritz Odemar, Albert Matterstock, Claus D. Sierck, Eduard v. Winterstein. Musik: Peter Kreuder. Kamera: Werner Bohne.
[1937]

Nach der Novelle >The man who could work miracles< von H. G. Wells inszeniert Lothar Mendes für Alexander Korda (London Films) den gleichnamigen Film. Hauptrollen: Roland Young, Ralph Richardson, Jean Gardner, Er-nest Thesiger. Kamera: H. Rossen.
[1937]

Der von Alexander Zscharki und Josef Heifitz nach einem Buch von L. Rachmanow inszenierte Russenfilm "Der Baltische Deputierte" erzielte nicht nur in seinem Herstellungsland, sondern auch im Ausland starken Erfolg; besonders wegen der hervorragenden Kunst von Nikolai Tscherkassow in der Rolle eines alternden Intellektuellen, der seinen Frieden mit dem Regime macht, weil man ihm, einem berühmten Professor des ehemaligen Zarenreiches, trotz weltanschaulicher Gegensätze die Möglichkeit wissenschaftlicher Arbeit gibt. Der Film ist auch dadurch bemerkenswert, daß er die Parteilinie nicht mit gar so krasser Dogmatik vertritt wie so viele andere (und mindere) Filme.
[1937]

Mit "The life of Emile Zola" setzt Wilhelm Dieterle die so beliebt gewordene Serie der „Filmbiographien" fort. Den Handlungskern bildet die historische Rolle des großen französischen Schriftstellers im Dreyfus-Prozeß. Die Titelrolle spielt Paul Muni, andere Hauptrollen sind mit Joseph Schildkraut und Donald Crisp besetzt.
[1937]

In dem MGM-Film "Die Kameliendame" spielt Greta Garbo als Marguerite eine der schönsten Rollen ihres Lebens; denn eine so verinnerlichte und erschütternde Menschendarstellung hat auch diese große Künstlerin nur selten leisten können. Den Armand spielt in dieser Verfilmung des Dumas-Stoffes Robert Taylor. Regie: George Cukor.
[1937]

In dem von Herbert Wilcox für seine eigene Firma und mit erheblichem Aufwand hergestellten Film "Königin Victoria" (>Victoria the Great<) spielt Anna Neagle die Titelrolle: eine der vielen „patriotischen" Rollen, die diese Künstlerin - im Privatleben Mrs. Wilcox - gespielt hat. In dem „Victoria"-Film spielt der nach England emigrierte Adolf Wohlbrück den Prinzgemahl Albert.
[1937]

Der Roman von L. H. Lorenz "Zu neuen Ufern" wird mit Zarah Leander und Willy Birgel in den Hauptrollen für die Ufa verfilmt. Buch und Regie: Detlef Sierck. Kamera: Franz Weihmayr. Musik und Liedertexte: Ralph Benatzky.
[1937]

Helmut Käutner und Axel Eggebrecht schreiben das Drehbuch für den Film "Marguerite durch Drei". Die Hauptrolle spielt unter Theo Lingens Regie: Gusti Huber.
[1937]

Seinen ersten großen Regie-Erfolg hat Wolfgang Liebeneiner mit dem Terra-Film "Der Mustergatte". Es handelt sich um einen Schwankstoff von einem jungen Manne, der durch seine Pedanterie beinahe seine Frau verliert. Aber dank der einfallsreichen Regie und unverwüstlich frischen Komik von Heinz Rühmann und Hell Finkenzeller wird der Film einer der größten Erfolge des Jahres. In anderen Hauptrollen: Hans Söhnker, Werner Fütterer, Leni Marenbach. Kamera: Werner Bohne.
[1937]

In dem von Gregory La Cava im Schauspieler-Milieu inszenierten RKO-Film „Rivalinnen" >Stage Door< spielen Katherine Hepburn und Ginger Rogers die Hauptrollen. Kamera: Robert de Grasse.
[1937]

Unter der Regie von Carol Reed spielen Margaret Lockwood, John Lodge, Hugh Williams die Hauptrollen in dem Gainsborough-Film „Bank Holiday". Buch: Hans Wilhelm und Rodney Ackland. - Eine Krankenschwester, deren Patientin in einer Wochenbett-Operation stirbt, erkennt rechtzeitig die Seichtigkeit des eigenen (ersten) Liebesabenteuers, das sie für das Wochenende geplant hat und bewahrt den Witwer der Patientin vor dem Selbstmord. Das aus vielen tragischen und humorigen Komponenten gestaltete Bild der Weltstadt am Wochenende gibt dem Film sein eigenartiges Gepräge.
[1937]

Die Liebesgeschichte des Herzogs von Reichstadt und der Wiener Tänzerin „Fanny Elssler" gibt den Titel eines von Paul Martin inszenierten Universum-Films. Lilian Harvey spielt die Titelrolle, neben ihr: Willy Birgel, Paul Hoffmann, Liselotte Schaak, Ernst Karchow, Hubert von Meyerinck. Kamera: Konstantin Irmen-Tschet.
[1937]
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Filme aus dem Jahr 1937

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  • DER BERG RUFT
    Terra. Regie: Luis Trenker, Buch: Luis Trenker, Hanns Saßmann, Richard Billinger. Hauptdarsteller: Luis Trenker, Herbert Dirmoser, Heidemarie Hatheyer, Lucie Höflich und Bruno Hübner. Musik: G. Becce, Kamera: Sepp Allgeier. - Im Mittelpunkt der Handlung steht die erste Besteigung des Matterhorns in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts und die noch zum guten Ende geführte Tragik eines Menschen, der schuldlos in Verdacht gerät, einen Bergmord begangen zu haben.
    [1937]

  • DER HERRSCHER
    Tobis. Regie: Veit Harlan, Buch: Thea v. Harbou und Curt J. Braun (nach Gerhart Hauptmanns „Vor Sonnenuntergang"). Hauptdarsteller: Emil Jannings, Marianne Hoppe, Paul Wagner, Maria Koppenhöfer, Hannes Stelzer, Hilde Körber, Käthe Haack, Helene Fehdmer und Max Gülsdorff. Musik: Wolfgang Zeller. Kamera: Werner Brandes. - Hauptmanns Drama von der Liebe des alternden Mannes zu einem jungen Mädchen und vom Widerstand der um ihr Erbteil besorgten Familie wurde hier mit starker Betonung des Führerprinzips verfilmt, mit dem Akzent auf der Stellung des alten Clausen als „Der Herrscher" eines großen Industriekonzerns.
    [1937]

  • HUNDERT MANNER UND EIN MÄDEL (>One hundred men and a girl<)
    Joe Pasternak - Universal. Regie: Henry Koster. Buch: Bruce Manning (nach einer Idee von Hans Kräly). Hauptdarsteller: Deanna Durbin, Adolphe Menjou, AliceBrady, Eugene Pallette, Mischa Auer. Musik: Friedrich Hollaender. Kamera: Joseph Valentine. - Eine für ein junges Mädchen mit einer phänomenalen Stimme „geschneiderte" Star-Rolle. Die Durbin spielt die Tochter eines Musikers, der sich vergeblich um eine Anstellung im Orchester des berühmten Dirigenten Leopold Stokowski bemüht. Er hat viele ebenfalls stellungslose Kollegen, und dem kleinen Mädchen gelingt es, Stokowski, der in dem Film sich selber spielt, dazu zu bewegen, daß er dieses Orchester der Arbeitslosen einmal dirigiert und die braven Musiker somit wieder zum verdienten Erfolg bringt.
    [1937]

  • IM SCHATTEN DER WOLKENKRATZER (>Dead End<)
    United Artists. Regie: William Wyler. Buch: Lillian Hellmann. Hauptdarsteller: Sylvia Sydney, Joel McCrea, Humphrey Bogart. Kamera: Gregg Toland. - Einer der ersten und wichtigsten unter den sozialkritischen Filmen der Zeit, der sich mit den Problemen verwahrloster Jugendlicher im Hafenviertel von New York befaßt.
    [1937]

  • MANUEL (>Captain Courageous<)
    MGM. Regie: Victor Fleming. Hauptdarsteller: Freddy Bartholomew, Spencer Tracy, Lionel Barrymore, Melvyn Douglas. Musik: Franz Waxman. - In ziemlich enger Anlehnung an Rudyard Kiplings Roman „Fischerjungs" schildert der Film die Freundschaft und das gemeinsame Schicksal zweier junger Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten.
    [1937]

  • STURM ÜBER ENGLAND (>Fire over England<)
    Korda-Pommer. Regie: William K. Howard, Buch: La Jos Biro. Hauptdarsteller: Laurence Olivier, Vivien Leigh, Flora Robson, Leslie Banks, Raymond Massey, Tamara Desni. Den Stoff bietet der spanische Angriff gegen das England der Königin Elisabeth und die Vernichtung der „Armada" durch die englische Flotte.
    [1937]

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Ereignisse aus dem Jahr [1938]

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Gründung der Deutschen Film-Akademie, der das "Arbeits-Institut für Kulturfilmschaffen" eingegliedert wird.
[18. II 1938]

Von den in Schweden im Laufe der letzten sechs Monate zur Vorführung gelangten 262 Spielfilmen - eine im Vergleich zu größeren Märkten sehr erhebliche Ziffer - ist die Eigenproduktion nur mit 25 und Deutschland mit 16 Filmen beteiligt. 151 Filme kommen aus den USA, 34 aus Frankreich, 22 aus England.
[31. III. 1938]

Die Beiträge der Filmschaffenden zur Reichsfilmkammer und die Vermittlungsgebühren des Filmnachweises werden um die Hälfte gesenkt.
[1. IV. 1938]

In seinem 66. Lebensjahre stirbt Fedor Schaljapin, der auch im Film (u. a. in G. W. Pabsts "Don Quichotte") beschäftigte berühmte russische Sänger.
[12. IV. 1938]

„Der Filialleiter der UFA für Berlin-Osten Hans Kubaschewski verheiratet sich heute mit Fräulein Ilse Kramp", lautet eine Kurznotiz im Filmkurier, (fast genau zehn Jahre vor dem Beginn des großen Aufstieges von Ilse Kubaschewski in der deutschen Filmindustrie der Nachkriegszeit.)
[14. IV. 1938]

Von den in den USA in Betrieb befindlichen 17.541 Filmtheatern
(mit insgesamt fast 11 Millionen Sitzplätzen) befinden sich

  • 72% in Städten unter 50.000 Einwohnern.
  • 84% dieser Theater haben weniger als 1.000 Sitzplätze, aber es gibt
  • 117 Theater mit mehr als 3.000 Plätzen,
  • 374 zwischen 2.000 und 3.000 Plätzen,
  • 689 zwischen 1.500 und 2.000 Plätzen und
  • 1.646 zwischen 1.000 und 1.500 Plätzen.
  • New York hat 1.569 Theater,
  • darunter31 mit mehr als 3.000 Plätzen.


Die Brutto-Wocheneinnahme aller USA-Kinotheater beträgt annähernd 19,4 Millionen Dollar.
[VI. 1938]

Die Reichskulturkammer-Gesetzgebung wird im Wege der Verordnung auch für Österreich gültig.
[11. VI. 1938]

Das Deutsche Lichtspielgesetz wird in Österreich eingeführt.
[11. VI. 1938]

Die „Bavaria-Tonwoche" wird von der Tobis-Filmkunst GmbH, übernommen und heißt nunmehr Tobis-Wochenschau.
[17. VIII. 1938]

Für die Nero inszeniert Max Ophüls in Paris eine Verfilmung von Goethes „Werther" Hauptrollen: Pierre Richard Willm, Annie Vernay, Jean Galland.
[1938]

In Warschau wird unter der Regie von Michael Waszynski der Film "Der Dybuk" (nach der bekannten Legende) hergestellt. In den Hauptrollen: Abram Morewski, Lilli Liliana, Dina Halpern.
[1938]

Für die deutsche Fassung des Sascha Guitry-Films "Die Perlen der Krone" schreibt Werner Finck die verbindenden Texte.
[1938]

Ihre erste deutsche Rolle spielt Ingrid Bergman in dem Carl Froelich-Film "Die vier Gesellen", dessen Stoff einem Theaterstück von Jochen Huth entnommen ist.
[1938]

In dem von Geza von Bolvary inszenierten Wien-Film Spiegel des Lebens spielen Paula Wessely, Attila Hörbiger, Raoul Aslan und Peter Petersen die Hauptrollen. Der Film spielt im Ärztemilieu.
[1938]

Nach Motiven aus Emile Zolas „La bete humaine" inszeniert Jean Renoir den Film "Bestie Mensch" mit Jean Gabin und Simone Simon in den Hauptrollen. Kamera: Curt Courant.
[1938]

Unter der Regie von Wolfgang Liebeneiner haben Albert Matterstock, Leni Marenbach und Brigitte Horney die Hauptrollen in dem Terra-Film "Ziel in den Wolken". Ein Gebirgsfilm mit Hans Schneeberger an der Kamera.
[1938]

Nach einem Buch von Jean Prevert inszeniert Marbel Carne mit >Quai des Brümes< einen seiner interessantesten Filme. Hauptdarsteller: Jean Gabin, Michele Miorgan, Michel Simon und Pierre Brasseur. Kamera: Eugen Schüttlern.
[1938]

Unter dem Titel >Farewell Again< schreibt Woligang Wilhelm für eine Korda-Pommer-Produktion das Buch im Milieu eines Truppenschiffs, dessen Besatzung nur sechs Stunden Heimaturlaub hat. Hauptrollen: Leslie Banks, Flora Robson, Robert Newton.
[1938]

Mit Sessue Hajakawa und Michiko Meinl in den Hauptrollen und nach einem Buch von Wolfgang Wilhelm inszeniert Max Ophüls in Paris den Film "Yoshiwara", der das Schicksal eines Riksha-Kulis schildert.
[1938]

Nach eigenen Drehbuch (unter Mitarbeit von P. A. Pawlenko) und mit einer eigens von Serge Prokoffiew komponierten Musik inszeniert S. M. Eisenstein seinen Alexander-Newskij-Film, ein Werk sehr großen Ausmaßes mit dem Höhepunkt der auf der vereisten Newa ausgefochtenen Schlacht gegen die Kreuzritter. Eugen Tisse, wie in fast allen Eisenstein-Filmen, an der Kamera.
[1938]

Von Lenfilm in Moskau wird Friedrich Wolffs antinazistischer Roman Professor Mamlock unter der Regie von Adolf Minkin und Herbert Rappaport verfilmt. Kamera: G. Filatow. Hauptrollen: S. Meschinski, E. Nikitina, O. Tschakow, V. Tschesnokow. Der Film wird auch in England und Frankreich mit Erfolg gespielt. [1938]

In dem Minerva-Film „Du und Ich" spielen unter Wolfgang Liebeneiners Regie Brigitte Horney und Joachim Gottschalk die Hauptrollen. Das Buch von Eberhard Frohwein behandelt die glückliche Ehe eines vom Heimarbeiter zum Fabrikherrn aufsteigenden Mannes. Musik: Wolfgang Zeller. Kamera: Bruno Mondi.
[1938]

Unter dem Titel Blockade inszeniert Wilhelm Dieterle einen Film, dessen Stoff einigen tatsächlichen Begebenheiten des spanischen Bürgerkriegs entnommen ist. In den Hauptrollen: Henry Fonda, Madeleine Carroll, Wladimir Sokolow, Leo Carillo.
[1938]

Sehr zum Ärger von Dr. Goebbels, der den Stoff für zu „pariserisch dekadent" hält, aber mit um so größerem Publikumserfolg inszeniert Wolfgang Liebeneiner den UFA-Film "Yvette". Der Stoff ist der Novelle von Guy de Maupassant entnommen, der Geschichte von dem in einem vornehmen Pensionat aufwachsenden jungen Mädchen, das nicht ahnt, daß ihre schöne und wohlhabende Mama eine „grande cocotte" ist. Käthe Dorsch spielt diese Rolle und Ruth Hellberg das junge Mädchen. Die beiden männlichen Hauptrollen sind mit Johannes Riemann und Albert Matterstock besetzt. Die Freigabe des Films wird erst durch eine Intervention der Dorsch bei Göring erreicht.
[1938]

Unter der Firma D.&P. Studios kommt es zwischen Sir Alexander Kordas Atelieranlage in Denham und den Pinewood-Ateliers zu einer Interessengemeinschaft.
[1938]
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Filme aus dem Jahr 1938

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  • CAPRICCIO
    Ufa. Regie: Karl Ritter. Buch: Felix Lützkendorf. Hauptdarsteller: Lilian Harvey, Viktor Staal, Paul Kemp, Aribert Wäscher, Paul Dahlke, Anton Imkamp, Kate Kühl, Margot und Hedy Höpfner. Musik: Alois Melichar. Kamera: Günther Anders. - Ein Kostümfilm im Pariser Milieu des 18. Jahrhunderts. Die Geschichte eines kapriziösen jungen Mädchens, das sich einer ungewünschten Ehe entzieht und schließlich ihr richtiges Herzensglück findet.
    [1938]

  • 13 STÜHLE
    Terra. Regie: E. W. Emo. Buch: Per Schwenzen. Hauptdarsteller: Heinz Rühmann, Hans Moser, Annie Rosar, Inge List, Hedwig Bleibtreu. Kamera: Eduard Hösch. Die lustspielhaften Verwicklungen ergeben sich, als ein junger Friseur die Erbschaft von 13 von seiner Tante hinterlassenen Stühlen antritt, in deren einem ein Vermögen verborgen ist.
    [1938]

  • LEBENSKÜNSTLER (>You can't take it with you<)
    Columbia. Regie: Frank Capra. Buch: Robert Riskin (nach dem Bühnenstück von George S. Kaufmann und Moss Hart). Hauptdarsteller: Jean Arthur, James Stewart, Lionel Barrymore, Edward Arnold, Mischa Auer. - Nach einem sehr populären Bühnenstück, das aus dem Kontrast zwischen der Geldaristokratie von Wall Street und einem liebenswürdig verschlampten Boheme-Haushalt seine Lustspieleffekte bezieht, hat hier Capra eine seiner erfolgreichsten Filmkomödien gemacht, für Stewart der Anfang seiner Karriere.
    [1938]

  • MONDSCHEINSONATE (>Moonlight Sonata<)
    Pall Mall. Regie: Lothar Mendes. Buch: Hans Rameau und Paul Merzbach. Hauptdarsteller: Ignaz Paderewski, Marie Tempest, Charles Farell, Eric Portmann. Kamera: Ian Stalick. Filmgeschichtlich bemerkenswert ist hier die Tatsache, daß in diesem (einzigen) Film der berühmte Pianist und Staatsmann sich zur Mitwirkung bereiterklärte. Er spielt selbstverständlich sich selbst, und zwar in der Rolle eines „guten Onkels", der die Irrungen und Wirrungen der jungen Leute ins Lot bringt; aber er spielt natürlich auch eine ganze Menge Klavier, u. a. die Mondscheinsonate, die dem Film den Titel gibt.
    [1938]

  • OLYMPISCHE SPIELE 1936
    UFA. Regie: Leni Riefenstahl, Walter Ruttmann. Musik: Herbert Windt. Kamera: Hans Ertl, Willi Hameister, Hans Schneib, G. und O. Lantschner und ca. 40 andere. - Ein sehr bedeutender Dokumentarfilm, der ohne Rücksicht auf die Kosten hergestellt werden konnte, um das dramatische Geschehen der Olympiade filmisch zu gestalten. Die Herstellung dauerte zwei Jahre, der Film erschien in zwei abendfüllenden Teilen.
    [1938]

  • PYGMALION
    G. Pascal. Regie: Anthony Asquith, Leslie Howard. Buch: Bernard Shaw, W.P.Lipscomb. Darsteller: Wendy Hiller, Leslie Howard, Wilfrid Lawson, Marie Lohr, Scott Sunderland, David Tree. Musik: Arthur Honegger. Kamera: Harry Stradling. Die filmhistorische Bedeutsamkeit beruht in der Tatsache, daß Shaw hier zum ersten Mal das Verfilmungsrecht eines seiner Werke hergab und selbst am Drehbuch mitarbeitete. Es handelt sich um sein Bühnenstück vom bettelarmen Blumenmädchen, das - durch einen Meister der Phonetik in der richtigen „Mundart" unterwiesen - den Weg aus der Gosse zu „hochherrschaftlichen" Salons findet.
    [1938]

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