Sie sind hier : Startseite →  Ausstellungen / Aktionen→  2011 Aug. Berlin→  Dreh im Havelstudio II

Über das Studio an der Havel :
Am nächsten Morgen eine Fahrt durch Grüne Wälder

recht einsam, die Havelstudios
es riecht nicht gerade nach Arbeit hier draußen
ganz dicht an der Havel
das Verwaltungsgebäude
und der Vorhof zum Studio (wenn er wieder leer ist)

Vom Hotel in Spandau bis zum Studio in der Havel-Allee am Rand von Charlottenburg sind es nur 3 Kilometer. Unter "Havel-Allee" darf man sich aber keine Allee mehr vorstellen, das ist vermutlich 100 Jahre her.

Die beiden Studios liegen direkt am Wasser
an der Havel in einer einsamen und verkehrsmäßig und damit akustisch sehr ruhigen Gegend. Das Ambiente ist prädestiniert für Filmschaffende, es ist einfach schön hier, richtig schön, eigentlich eine Idylle. Man könnte dabei das Arbeiten vergessen.

Die Studios und Gebäude haben eine längere illustre Geschichte . . .

Die derzeitige Studioleiter ist der sympatische Jonathan, der uns so ein bißchen erzählte, was es dort schon alles zu erleben gab. Mein Cousin in Berlin kennt die Geschichte (ergänzend) etwas anders. Ganz früher war es ein Tanzsalon für die Berliner Oberklasse, die sich privat weit "vom Schuss" und vor allem ganz ungezwungen "vergnügen" wollte und hier auch konnte.

In Paris wäre es das vergleichbare Etablissement "Molin Rouge", hier eben ein weit abgelegener "Tanzsalon", die Historie spricht lediglich von einem "Ausflugslokal" mit einem 600qm Tanzsaal. Innen in diesem großen Studio erkennt man noch die ehemals riesigen Fenster, inzwischen zugemauert und alles komplett schwarz angemalt bzw. ausgemalt.

In den Kellerräumen gibt es mehrere große Räume
, fast Säle, für die Schauspieler und Komparsen und die Requisiten usw.. Nebenan steht eine Verwaltungsvilla und etwas weiter ab das etwas kleinere (Ton-) Studio 2.

Ein in der privaten Fernsehbranche sehr bekannter
ehemals Wiesbadener Fernseh- oder Unterhaltungs- "Macher" hatte nach seinem Start mit der "VideoThek TV Programm Gesellschaft" in Wiesbaden, später dann Mainz Kastel und dann in Berlin, diese beiden Studios gemietet und wollte den Film- und Fernsehmarkt so richtig aufrollen. Dazu hatte er sogar einen 4 Kamera Fernseh-Ü-Wagen mit sehr aufwendigem 52kanaligem Stereomischpult bauen lassen. Der Konkurs des Überfliegers kam 2002 und der Berliner Bezirk blieb auf erheblichen (Miet-) Schulden sitzen.

Inzwischen werden kleinere aber solide Brötchen gebacken und der Größenwahn ist ausgebremst.

Im Studio war es zum Aufbauen bereits "angenehm" warm.

fertig aufgebaut, unsere 3 Fese- KCM-125 Kameras auf Pumpen
ein riesiges Beleuchtergrüst hängt an 4 elektrischen Winden

An diesem ersten Tag haben wir versucht, unsere Kameras auf die Vinten-Pumpen zu setzten und die drei weiteren Pumpen (aus dem Fundus des unterkellerten Studios) überhaupt mal zusammen zu bauen. Englische Zollschrauben sind im Moment (auch bei uns) wirklich rar und die braucht man unbedingt, wenn man Vinten Neigeköpfe auf Vinten Stative schrauben soll oder muß. Damit war der Vormittag fast rum und alle 4 Kameras sahen richtg gut aus. Daß davon nur eine Kamera wirklich brauchbare Bilder geliefert hatte, kam dem Regisseur sogar gelegen.

Beim Aufbau wurden viele Scheinwerfer "probe-ge-leuchtet" und auf einmal wurde es richtg warm im Studio. Jetzt wurde auch deutlich spürbar, daß dort mit Kilowatt an Lichtleistung so richtig geklotzt wurde. Im Laufe der nächsten 4 Tage war dann auch für den Laien einfach zu erkennen : Licht macht die Stimmung und das Ambiente und der Film braucht auch heute immer noch viel Licht.

An unserem ersten Tag wußten wir auch noch nicht, wozu denn dieses große Gerüst aufgebaut worden war, daß uns so viel Mühe gemacht hatte. Es war der Ständer für eine riesige leuchtend grüne Plane einer sogenannten Green-Box. Manche alten Fernsehleute mögen sich noch an die allererste "Blue-Box" erinnern, mit der man einen xbeliebigen Hintergund hinter zwei Gesprächspartner zaubern konnte.
-

Hier wird der Strom gemacht, also der Strom, der nicht aus der Steckdose kommt.

-

- Werbung Dezent -
Zur Startseite - © 2007 / 2013 - Deutsches Fernsehmuseum Wiesbaden - Copyright by Dipl. Ing. G. Redlich - hier gehts zum Telefon der Redaktion -
Bitte einfach nur lächeln: Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - kostenlos.