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Filmgeschichte(n) und Filmchronik(en) - Von 0 bis 1957

überarbeitet, korrigiert und kommentiert von Gert Redlich im Juli 2016 - Hier findenSie die bislang umfangreichste und detailierteste Historie der weltweiten Entwicklung des Films, der Filmwirtschaft (und des Kinos). Der Deutsch-Engländer Heinrich Fraenkel (geb. 1897) war hautnah dabei gewesen und beschreibt 1956/57 zwei weltweite Epochen des Films :
Es beginnt mit Teil I "Von der Laterna Magica bis zum Tonfilm" und geht weiter mit Teil II "Vom Tonfilm bis zum Farbfilm"

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Ereignisse aus dem Jahr 1910

Das Reichs-Gesetz-Blatt Nr. 793 enthält eine Verfügung gegen die Verletzung des Urheberschutz-Gesetzes bei Filmvorführungen.
[22. V. 1910]

Die Gaumont-Actualites erscheinen, ähnlich den Pathe- und Eclair-Filmberichten, als Dokumentarfilme.
[Ab IX. 1910]

Die bisher laut örtlicher Polizei-Verordnungen bestehende deutsche Zensur für Film-Vorführungen wird durch einen Erlaß bestätigt, der im Preuß. Ministerial-Blatt für Verwaltung, Nr. 11 Seite 59/10, veröffentlicht ist.
[16. XII. 1910]

Paul Davidson, Chef der Allgemeinen Kinematographen- Gesellschaft mbH, Frankfurt/Main und Erbauer der ersten deutschen „Lichtspielpaläste", gründet die erste deutsche Film AG, Projektions AG Union (Pagu).
[1910]

Chaplin gibt mit der Pantomimentruppe von Karno im Pariser „Olympia" und in den Folies Bergeres ein Gastspiel.
[1910]

Hanns Kräly, später ein sehr bekannter Autor und Dramaturg, spielt bei der Mutoscopfilm seine erste Rolle in dem Film „Der fesche Tiroler". [1910]

In Karlsruhe wird "Die Gemeinschaft der Kinematographen-Besitzer und -Interessenten Badens, des Elsaß und der Pfalz" gegründet und als e.V. eingetragen. Erster Vorsitzender O. Kaspar, Karlsruhe. Der Verein heißt später "Verein der Lichtspieltheaterbesitzer Südwestdeutschlands e.V." [1910]

Gaumont produziert eine Serie von Leo-Filmen mit dem Komiker Leonce Perret.
[1910]

Bezeichnend für die stetig wachsende Tendenz, berühmte Bühnenkünstler für den Film zu gewinnen, ist der Erfolg von Alfred Duskes, sich Alexander Moissi und Fritzi Massary für kurze „Tonbilder" (mit Grammophonbegleitung) zu engagieren. Länge: 60 bis 80m. Für die Regie wird der Bühnenregisseur Artur Wellin verpflichtet.
[1910]

Alwin Neuss, bekannter Darsteller (und früherer Leiter des Berliner Zentral-Theaters), spielt den Hamlet bei der Nordisk in Kopenhagen. Es ist die erste von vielen „Hamlet"-Verfilmungen.
[1910]
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Filme aus dem Jahr 1910

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  • CAGLIOSTRO UND DIE HELLSEHERIN
    Pathe Freres. Hauptdarstellerin: Helene du Montel. - Das später so oft verfilmte Cagliostro-Thema wird hier zum erstenmal in einem der bald sehr beliebten Serienfilme angepackt. Der II. Teil heißt „Eine Episode aus dem Leben einer Königin" und bringt das von Cagliostro prophezeite Ende von Marie Antoniette auf dem Schafott (also die erste von zahllosen Verfilmungen des Jakobineraufstandes). Beide Filme sind Einakter von 260 bzw. 280m Länge.
    [1910]

  • DIE HERBERGE
    Pathe Freres. Länge: 172m. - Ein mittelalterliches Ritter- und Räuber-Drama, teilweise nach einem neuen Farbfilm-Verfahren (ohne Handkolorierung) hergestellt.
    [1910]

  • DIE SCHLACHT BEI LEGNANO
    Cines. Zweiakter. Historischer „Großfilm" über Albert von Guissano, der eines Gelübdes wegen in den Krieg zieht. Barbarossa wird in der Schlacht verwundet, und Guissano erfüllt sein Gelübde.
    [1910]

  • DIE WEISSE SKLAVIN
    Nordisk-Film. Darsteller: Ellen Dietrich, Lauritz Ohlsen, Einar Zangenberg. 4 Akte. Der für damalige Begriffe ungewöhnliche Umfang dieses Films ist bezeichnend für die Unternehmungslust und die erhebliche technische und finanzielle Potenz der Nordisk-Produktion.
    [1910]

  • FRITZCHEN IST NICHT AUS DUMMSDORF
    Gaumont. Hauptdarsteller: „Der kleine Abölard". Länge: 200m. - Fritzchen stellt sich krank und täuscht seinen Eltern Fieberphantasien vor, um die Wiedereinstellung eines Kinderfräuleins zu erreichen.
    [1910]

  • MANON
    Pathe Freres. Darsteller: Dehelly, Perier, Regnier. Länge: 365m. - Die erste von sehr vielen Verfilmungen der rührenden Liebesgeschichte von Manon Lescaut und ihrem von seinem strengen Vater der Geliebten entzogenen Chevalier des Grieux.
    [1910]

  • MIGNON
    Cines. Länge: 243m. - Historischer Frühfilm über die oft verfilmte Mignon-Legende.
    [1910]

  • PETER DER GROSSE
    Regie: Vertow. Darsteller des russischen Hoftheaterensembles. Länge: 315m. - Einer der wenigen wesentlichen Filme aus der sehr kargen Produktion des zaristischen Rußlands.
    [1910]

  • VERKANNT
    Messter. Darsteller: Henny Porten, Friedrich Zelnik, Robert Garrison. Länge: 220m. - Die Heldin entwendet für ihren Geliebten Geld und versucht, durch Selbstmord die Tat zu sühnen. Bemerkenswert auch als Zelniks erster Film. (Er ist später als Regisseur bekannt geworden.)
    [1910]

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Ereignisse aus dem Jahr 1911

Der Reichsverband der Kinematographenbesitzer Österreichs veranstaltet sein erstes großes Wohltätigkeitsfest in Wien.
[22. II. 1911]

Die Deutsche Bioskop, Berlin SW 48, Friedrichstraße 236, erhält die Baugenehmigung zur Errichtung eines Glashauses in der Stahnsdorfer Straße in Neubabelsberg bei Berlin. Daraus entsteht im Laufe der Jahre die Filmstadt Babelsberg.
[3. XL 1911]

Als „Bilder aus der deutschen Geschichte" hat Mutoskop den Film „Karl der Große" hergestellt. Drehdauer: 4 (vier!) Tage.
[XI 1911]

Im Herzogtum Braunschweig ist die Ortspolizei zur Vorprüfung kinematographischer Schaustellungen gesetzlich befugt.
[Ab 5. XII. 1911]

Während in Dänemark, Frankreich und Italien schon vielfach mehraktige Filme hergestellt werden, bevorzugen die amerikanischen Kinobesitzer noch immer Kurzfilme bis zu höchstens 30 Minuten Spieldauer.
[1911]

Gründung der Kinematographischen Studiengesellschaft (Berlin-Treptow), die filmwissenschaftliche und filmtechnische Vorträge veranstaltet. [1911]

Auf eigenen Wunsch der Filmindustrie wird in Schweden die Filmzensur eingeführt. Die Vergnügungssteuer wird amtlich in einer Höhe von 0-20% gestaffelt festgesetzt.
[1911]

Die optische Anstalt P. G. Goerz, Berlin (ein späterer Mitbegründer der Fernseh GmbH), stellt einen Licht-Tonfilm her. Das Verfahren beruht auf einer Idee des schwedischen Erfinders Sven Berglund. - Man sieht daraus, wie weit die Vorgeschichte des Tonfilms zurückgeht; es wird aber noch über 10 Jahre dauern, bis der Gedanke, den Ton unmittelbar auf den Filmstreifen zu „photographieren", durch Vogt, Engl und Masolle (Triergon) verwirklicht wird.
[1911]

Gründung der Firma Karl Geyer in Berlin, die sich im Laufe der Jahre zu einer der bedeutendsten filmtechnischen Betriebe und Kopieranstalten entwickelte.
[1911]

Erich Kayser-Tietz spielt seine erste Rolle bei der Mutoskop. Er stellt später in mehr als 300 Filmen „Charakterrollen" dar.
[1911]

Nach einer Anordnung deutscher Stadtverwaltungen muß jeder Film 24 Stunden vor seiner Aufführung beim zuständigen Bezirksamt zur Begutachtung vorgelegt werden.
[1911]

Graf Alexander („Sascha") Kolowrat-Krokowsky, der auf seinem Gut in Böhmen zusammen mit L. Pechta bereits Filme hergestellt hat, gründet in Wien die Sascha-Film-Gesellschaft.
[1911]

Im Ministerial-Blatt für die Preußische Verwaltung Nr. 178 erscheint die erste amtliche Verfügung über in Deutschland verbotene Filme.
[1911]

München hat jetzt insgesamt 11 Filmtheater und 13 Bierlokale, in denen gelegentlich Filmvorführungen stattfinden.
[1911]

Asta Nielsen wird auf Grund ihres Erfolges in dem dänischen Film „Abgründe" von der Bioskop für acht Filme im Jahr engagiert. An der Kamera: Guido Seeber.
[1911]

Der längste jemals (besser : bislang) hergestellte Film
Sarah Bernhardt, die berühmte französische Tragödin, spielt die „Kameliendame" und bald darauf die Titelrolle in dem von Louis Mercanton inszenierten Film „Königin Elisabeth". Der Film ist dadurch bemerkenswert, daß er mit 2.000m der längste der bis dato hergestellten Filme ist und daß Adolf Zukor die USA-Rechte zum Rekordpreis von 40.000 Dollar für "Famous Players" (Paramount) erwirbt.
[1911]
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Filme aus dem Jahr 1911

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  • DER BETTLER VON ASSISI
    Cines, Rom. 4 Akte. Der heilige Franz bekennt sich zu den Bettlern und geht den Weg der Entsagung. Die ungewöhnlich lange Spieldauer ist bezeichnend für den Aufschwung in jener ersten Blütezeit des italienischen Films.
    [1911]

  • DER FREMDE VOGEL
    Deutsche Bioscop. Regie: Urban Gad, Kamera: Guido Seeber. Darsteller: Asta Nielsen, Karl Clewing, Hans Mierendorf, Louis Ralph. Länge: 3 Akte. - Milieuschilderungen und Landschaftsaufnahmen aus dem Spreewald als Hintergrund für die Nielsen.
    [1911]

  • ENGELEIN
    Bioscop. Regie: Urban Gad. Darsteller: Asta Nielsen, Bruno Kastner, Max Landa, Hanns Kräly, Werner Hübsch. 3 Akte. Asta spielt einen Backfisch, der sich den Verwandten gegenüber als neunjähriges Kind ausgibt und erst nach einiger Situationskomik (und nachdem sie ihr „erwachsenes" Herz entdeckt hat) das wahre Alter zugibt. - Dieser Film hatte einen Riesenerfolg und gilt als einer der Marksteine in der Karriere der Nielsen, die damit erwies, daß sie nicht nur als Tragödin, sondern auch im komischen Fach eine überragende Könnerin war.
    [1911]

  • LAUNEN DES SCHICKSALS
    Vitascop. Regie: Max Mack. Ein Lustspiel, in dem Lotte Neumann (von der Berliner Komischen Oper) die erste von vielen Filmrollen spielt.
    [1911]

  • QUO VADIS
    Unione Cinematographica Italiana. Regie: Aithuro Ambrosio. Mitarbeit am Drehbuch: Gabriele d'Annuncio. Abgesehen von einem Kurzfilm der Frühzeit ist dies die erste und viele Jahre lang berühmteste Version des oft verfilmten Romans von Sienkiewicz. Bemerkenswert ist nicht nur die Mitarbeit des namhaften italienischen Dichters, sondern der erstaunliche Aufwand an Komparsen und Ausstattung. Mit diesem Film hat die erste Glanzzeit der italienischen Filmindustrie ihren Höhepunkt erreicht.
    [1911]

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Ereignisse aus dem Jahr 1912

Erste Filmaufnahme im Glashaus in Neubabelsberg. Die Pläne für das neue Atelier und die technische Einrichtung stammen von Guido Seeber.
[12. II. 1912]

Das "Syndikat Francaise der exploitants du Cinematographe" veranstaltet in Paris den ersten internationalen Kino-Kongreß.
[25.-27. III. 1912]

In München wird bei der Polizeidirektion eine Prüfstelle zur Filmzensur eingerichtet.
[1. IV. 1912]

Im Mai findet in Erfurt eine erneute Tagung des Verbandes der Theaterdirektoren statt, um den Bühnenkünstlern abermals - aber mit noch geringerem Erfolge als vorher - die Mitwirkung in Filmen zu verbieten.
[V. 1912]

Die (bisher jedermann gestattete) Ausübung des Vorführerberufs ist jetzt an die Ablegung einer Prüfung gebunden, die von amtlich anerkannten Fachkräften vorgenommen wird.
[l.X. 1912]

Nach einem örtlichen Polizeiverbot wird in Berlin der Kinobesuch von Kindern Beschränkungen und Kontrollen unterworfen.
[ab XI. 1912]

Die Deutsche Projektions-A.G. Union erhöht ihr Stammkapital auf eine Million Mark und übersiedelt von Frankfurt/Main nach Berlin.
[1912]

Die Messfer-Gesellschaft gründet gemeinsam mit der "Neuen photographischen Gesellschaft" (N. P. G.) die Gesellschaft für wissenschaftliche Filme und Diapositive G.m.b.H., sie hat eine Sonderabteilung für den Schulfilm.
[1912]

In dem von Messter hergestellten „Richard-Wagner"-Film spielt Guiseppe Becce die Titelrolle. Er übernimmt auch die musikalische Bearbeitung sowie die Orchesterleitung bei der Premiere im Berliner Mozartsaal.
[1912]

Im Münchner Callwey-Verlag erscheint von Konrad Lange: „Der Kinematograph vom ethischen und ästhetischen Standpunkt."
[1912]

In Marseille gibt es sechs Wochen lang eine internationale Kino-Ausstellung.
[1912]

Die deutschen Filmschauspieler schließen sich zu einem Verband zusammen.
[1912]

Paul Davidson beginnt für seine Pagu die Filmfabrikation in Berlin-Tempelhof.
[1912]

Die französische Filmindustrie beliefert ca. 90% des europäischen Filmbedarfs. Pathe unterhält eigene Vertriebsfilialen in Deutschland und mehreren anderen Ländern.
[1912]

Bei der Eröffnung des Berliner „Marmorhauses" am Kurfürstendamm wird der Max-Madt-Film „Die blaue Maus" uraufgeführt.
[1912]

Bernd Aldor wird von dem Regisseur Charles Decroix für den Film entdeckt und spielt seine erste Rolle in „Der Fleck".
[1912]

Der dänische Nielsen-Film „Abgründe" ist deshalb filmhistorisch bemerkenswert, weil es der erste Film ist, der (von Ludwig Gottschalk) „im Monopolrecht für ganz Deutschland" erworben wird. Die deutsche Premiere bringt den erwarteten großen Erfolg.
[1912]

In dem Vifagraph-Film "Lively Affair" (Eine lebhafte Angelegenheit) spielt Clara Kimbal Young, sehr bald ein berühmter Star, ihre erste Filmrolle. Länge: 200m.
[1912]
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Filme aus dem Jahr 1912

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  • DAS SIEBENTE BUCH MOSE
    Pathe Freres. Hauptdarsteller: Max Linder. Länge: 104m. - Eine Wanze wird in eine Zimmervermieterin und eine Wetterfahne in Politiker verschiedener Parteien verwandelt. - Ein früher Versuch, den Film in den Dienst politischer Satire zu stellen.
    [1912]

  • DER KUSS DES FÜRSTEN
    Messter - Produktion. Hauptdarstellerin: Henny Porten. Länge: 2 Akte. Der Fürst küßt eine verheiratete Frau, der eifersüchtige Ehemann macht eine Szene und kommt in den Kerker, aber die Frau (mit Hilfe der Fürstin-Mutter) bringt es zum Happy-End.
    [1912]

  • DIE JAGD NACH DER 100-PFUND-NOTE
    Karl-Werner-Produktion. Regie: Willy Zeyn. Buch: Rudolf del Zoop. Darsteller: Senta Eichstedt, Hansi Dege, Fred Selva-Goebel. Länge: 1.387m. - In diesem Abenteurerfilm gibt eine Wette den Anlaß, auf der Jagd nach einer bestimmten 100-Pfund-Note chinesische Opiumhöhlen sowie Nachtlokale in Kairo, Bombay und Nagasaki zu zeigen.
    [1912]

  • FRITZCHEN GEHT AUF DEN MASKENBALL
    Gaumont. Hauptdarsteller: Der kleine Abelard. Länge: 158m. Fritzchens Eltern gehen auf den Maskenball, und da der Junge nicht mit darf, geht er zum Kostümverleiher, maskiert sich und erscheint in großer Aufmachung im Hause der Gräfin, in welchem seine Eltern geladen sind. (Anmerkung : Vermutlich einer der Vorläufer der späteren "Klevin ist allein Zuhause" Filme.)
    [1912]

  • MASKIERTE LIEBE
    Messter-Film. Regie: Kurt Stark. Hauptrollen: Henny Porten, Kurt Stark. Länge:2 Akte. Ein Gesellschaftsdrama, in welchem der soeben mit der Porten verheiratete Kurt Stark (vorher Hilfsregisseur bei Messter) Regie führt und als Partner des Stars spielt.
    [1912]

  • PFARRERS TÖCHTERLEIN
    Messfer-Film. Regie: Rudolf Biebrach. Darsteller: Henny Porten, Rudolf Biebrach, Olga Engl, Frieda Richard, Lotte Müller. Länge: 557m. - Die Geschichte der unglücklichen Liebe einer Pfarrerstochter zu einem Seeoffizier. Einer der ersten Filme, in denen Henny Porten unter ihrem Namen erscheint. Die wachsende Beliebtheit der Künstlerin wird dadurch erwiesen, daß Messter von diesem Film 150 Kopien absetzt.
    [1912]

  • QUEEN ELIZABETH
    Mercanton Produktion, Paris. Regie: Louis Mercanton. Buch: L. Mercanton und Sarah Bernhardt. Hauptdarsteller: Sarah Bernhardt, Lou Teilegen. Länge: 1.850m. - Die Liebesgeschichte der Königin Elisabeth und des Lord Essex. Beachtenswert, weil damit die größte Bühnentragödin der Zeit, die „Göttliche Sarah", für den Film gewonnen wird; bemerkenswert auch für die Rekordlänge und den Rekordpreis ($ 40.000.-), den Zukor für die USA-Rechte zahlt.
    [1912]

  • SCHATTEN DES MEERES
    Messter. Regie: Kurt Stark. Darsteller: Henny Porten, Kurt Stark, Lizzy Krüger. Länge: 598m. - Die tragische Liebesgeschichte eines Fischers.
    [1912]

  • WAFFEN DER JUGEND
    Regie und Buch: Robert Wiene. Darsteller: Curt Maler, Gertrud Gräbner, Hans Staufen, Conrad Wiene. Länge: 615m. Die Tochter eines Deutschamerikaners kommt in eine Erziehungsanstalt, benimmt sich als Trotzkopf und Wildfang, flieht aus dem Karzer, gerät in üble Gesellschaft und wird schließlich von der Polizei aufgegriffen, von der sie zum guten Ende der Vater in Empfang nimmt. - Der erste Film des späteren „Caligari"-Regisseurs.
    [1912]

  • WILLY ALS ZAUBERKÜNSTLER
    Eclair. Hauptdarsteller: Willy Sanders. Länge: 158m. - Willy ist seinen Eltern durchgegangen und tritt mit einem Zauberkünstler auf (u. a. auch in einer Teufelsmaske); bis sein Lehrmeister von der Polizei verhaftet wird.
    [1912]

  • WO IST COLETTI ?
    Vitascop-Film. Regie: Max Made. Hauptdarstellerin: Madge Lessing. - Eine Sensationskomödie mit einer Verfolgungsszene durch die Straßen von Berlin.
    [1912]

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Ereignisse aus dem Jahr 1913

Mit dem Vitaskop-Film „Der Andere", von Max Mack nach einem Roman von Paul Lindau geschrieben und inszeniert, entsteht der erste Autorenfilm. Historisch bemerkenswert auch durch die Mitwirkung von Albert Bassermann, wegen dessen „Filmdebüt" bei der Uraufführung im Berliner Mozartsaal die gesamte zünftige Theaterkritik erscheint. Daß der (vorher besonders filmfeindliche) Träger des Ifflandrings sich dem Film verschreibt, setzt den Schlußpunkt hinter die Epodie, in der von einer „Prostituierung" der Bühnenkünstler durch den Film die Rede war.
[25. I. 1913]

Alexander Girardi, berühmter Operettenstar, wird von Graf Kolowrat für seinen bis dato größten Sascha-Film „Der Millionenonkel" verpflichtet, der im Wiener Beethovensaal in einer Festaufführung herauskommt, für die Robert Stolz eigens die Begleitmusik komponiert. Girardi spielt in dem Film mehrere Rollen. Regie: Hubert Marischka. Kamera: Gustav Ucicky (der in der Tonfilmzeit ein bekannter Regisseur wird).
[10. IX. 1913]

Die Berliner Urania errichtet in der Taubenstraße ein Filmarchiv mit dokumentarischem Material für Lehr- und Anschauungszwecke.
[X. 1913]

Charlie Chaplin wird von Adam Kessel für die Keystorze-Produktion engagiert.
[XL 1913]

Zu den frühen Spielfilmen mit kirchlicher Thematik gehört "The Availing Prayer" (Das helfende Gebet). Im Mufuai-Programm der Reliance (USA), inszeniert von Donald Crisp. Buch: Richard B. Shelton. Hauptdarsteller: RobertBurns und DorothyGish. Länge: 278m.
[1913]

Die Franzosen Beiluc und Canudo machen die ersten Versuche, den „Film an sich" zu gestalten, und zwar in Form von bildlichen Abstraktionen, sogenannten „absoluten" Filmen, die man als Vorläufer der späteren „Avantgarde" bezeichnen kann.
[ab 1913]

Im Filmgeschäft setzt sich ein Staffelpreis durch, der sich prozentual nach dem Neupreis und der Dauer der Filmentleihung richtet.
[1913]

In St. Petersburg wird von A. N. Michailow eine Schule für Vorführer eingerichtet.
[1913]

Man beginnt für die Formulierung und Herstellung der Zwischentitel größere Sorgfalt zu verwenden. Sie werden nicht mehr schlicht gedruckt, sondern stilgemäß gezeichnet und - wenn es dem Stoff entspricht - sogar in Versform gebracht.
[1913]

Jacob Beck konstruiert ein Spiegelverfahren, wobei der Dirigent auf dem Filmbild mit einkopiert wird, so daß Orchester, Musiker und Sänger sich bei der Vorführung danach richten können.
[1913]

Max Landa wird von Asta Nielsen für den Film entdeckt und ist von jetzt ab in vielen ihrer Filme ihr Partner.
[1913]

Nach dem Riesenerfolg von „Quo vadis" werden in Italien mit „Cabiria" und „Die letzten Tage von Pompeji" weitere „Riesenfilme" hergestellt. Sie finden zwar weltweite Beachtung, aber der enorme Aufwand kann durch die Einnahmen nicht mehr gedeckt werden. Der italienische Film hat den Höhepunkt seiner ersten Blütezeit überschritten.
[1913]

Der Komiker Karl Victor Plagge macht für seine Karlchen-Filmgesellschaft eine Serie von Einaktern.
[1913]

Gründung der Bayerischen Film Ges.m.h.H. Fett & Wiesel, die als Bayrische Film-Vertriebs-Gesellschaft das Verleihgeschäft aufnimmt.
[1913]

Der bekannte Bühnenschauspieler Emanuel Reicher spielt zusammen mit seinem Sohn Ernst Reicher in dem Film „Heimat und Erde".
[1913]

Der erste Vorsitzende der im Februar gegründeten Kinematographischen Studien-Gesellschaft, Archenhold erstrebt die Herstellung wissenschaftlicher und pädagogischer Filme und die Errichtung einer Studienanstalt zur Lösung fachwissenschaftlicher Fragen, eines Filmarchivs und eines kinematographischen Museums.
[1913]

Einführung der Filmzensur in Norwegen. Einige Monate später folgt Dänemark dem Vorbild des Nachbarstaates.
[1913]

Meg Geluts filmt bei African Film Co., London, in Sport- und Abenteuerfilmen und geht als Schauspielerin unter Schomburgks Leitung auf eine Filmexpedition nach Afrika. (Später heiratet sie Schomburgk.)
[1913]

In dem Film "Cenere" (Asche) - nach dem gleichnamigen Roman von Grazia Deledda - spielt Eleonora Düse ihre erste (und letzte) Filmrolle.
[1913]

Als erste Wochenschau läuft die Eiko-Woche der Eiko Film G.m.b.H. in Berlin. Länge zwischen 150 und 170m.
[1913]

Messters zweiter Andreas-Hofer-Film erscheint unter dem Titel „Tirol in Waffen" mit Rudolph Biebrach in der Hauptrolle. Carl Froelich versucht sich nach langjähriger Arbeit als Kameramann in diesem Film zum erstenmal in der Regie und beginnt damit eine erfolgreiche Karriere von Jahrzehnten.
[1913]

Von E. Guazzoni wird wieder einmal der „Quo vadis"-Stoff, diesmal als Vierakter, verfilmt.
[1913]

Bei Pathe Freres, Paris, und Ambrosio, Turin, wird die Passion Christi in einer Reihe von kolorierten Filmen gestaltet. Länge: 1 bis 3 Akte.
[1913]

Pathe dreht in Italien in seiner Zweigfirma Cuesta-Pathe "El Cain Moderne", eine modernisierte Fassung des Kain- und Abel-Stoffes. Länge: 920m.
[1913]

Seine erste Filmrolle spielt Wilhelm Dieterle in „Fiesco", und zwar im Heidelberger Freilichttheater mit Carl Hoffmann an der Kamera.
[1913]

Ernst Reicher beginnt seine lange Serie von Stuart-Webbs-Filmen unter der Regie von Joe May. Schon der erste dieser Detektiv-Filme, „Die geheimnisvolle Villa", bringt „Schlangen" an die Kinokassen.
[1913]

Max Landa wird von Urban Gad als Partner Asta Nielsens für den Union-Film „Die Suffragetten" verpflichtet. Es ist das erstemal, daß die Nielsen mit blonder Perücke erscheint. Länge: 6 Akte.
[1913]

Max Mack verfilmt Sudermanns „Katzensteg" als Zweiakter für die Vitaskop. Die Bauten stammen von Paul Leni, der später als Filmarchitekt und Regisseur berühmt wird.
[1913]

In dem Svenska Biograph-Vilm „Halbblut" erscheint Gunnar Tolnaes in einer Episodenrolle. Er wird sich bald zu einem populären Star des Stummfilms entwickeln.
[1913]

Der italienische Fünfakter „Entlarvt" handelt von einer Werkspionage, die bei einer Automobilfirma aus Konkurrenzneid begangen wird. Der Verdacht fällt auf einen Unschuldigen, der, um sich zu rehabilitieren, eine Flucht auf Leben und Tod unternimmt.
[1913]

Lotte Neumann spielt eine ihrer ersten Starrollen in dem für die Deutsche Mutoskop von Worringen inszenierten Film „Eine Minute vor zwölf", einer „Sensationskomödie" mit der üblichen wilden Verfolgungsjagd.
[1913]
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Filme aus dem Jahr 1913

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  • ALS DIE ROSEN ERBLÜHTEN
    Buch und Regie: Jacob A. Protasanow. Länge: 220m. - Eine Liebesgeschichte mit gleichbleibendem Schauplatz, wobei der Zeitwechsel durch Rückblendungen angedeutet wird. Das Liebespaar geht den Weg des Alters, und die Alten sehen in der Jugend ihr eigenes Leben. - Einer der wenigen beachtlichen Russenfilme aus der Vorkriegszeit.
    [1913]

  • CABIRIA
    Italia-Film, Turin. Buch und Regie: Giovanni Pastrone. Künstlerische Oberleitung: Gabriele d'Annunzio. Kamera: Segundo de Cho-mon, Giovanni Tomatis, Augusto Batagliotti. Darsteller: Lidia Quaranta, Umberto Mozzato, Italia Almirante Mazini, Bartolome Pagano. - Cabiria ist ein Mädchen aus einer vornehmen römischen Familie, die bei einem Ausbruch des Ätna "umkommt" (oder nur verschwindet ??). Das Mädchen wird von einem treuen Sklaven gerettet, der sie schützt, als beide nach Afrika verschlagen werden und während des Zweiten Punischen Krieges die Zerstörung von Karthago erleben.
    [1913]

  • DER ANDERE
    Vitascop-Produktion. Regie: Max Mack. Buch nach Paul Lindaus Roman. Darsteller: Albert Bassermann, Hanni Weisse, Otto Colott, Emmerich Hanus. Länge: 4 Akte. - Ein Staatsanwalt will einen vom Verteidiger vor Gericht vorgebrachten Fall von Schizophrenie nicht als mildernden Umstand gelten lassen. Durch einen Reitunfall leidet er später selbst an schizophrenen Störungen, und als er in der neurotischen Steigerung seiner Krankheit zum Mitwisser von Verbrechen wird, würde er vollends verzweifeln, wenn er nicht durch die Liebe einer Frau Heilung fände.
    [1913]

  • DER STREICHHOLZKÜNSTLER
    Guido-Seeber-Produktion. Regie, Buch und Kamera: Guido Seeber. Länge: 8m - Ein Trickfilm mit „marschierenden" Streichhölzern, die in ihren Bewegungsphasen das Profil Friedrichs des Großen sowie die Mühle von Sanssouci darstellen. Ein Streichholz brennt ab, das Feuer greift auf die Mühle über, und die ganze aus den Stäbchen zusammengezauberte Erscheinung verschwindet wie ein Spuk. - Ein für jene Zeit nicht nur technisch, sondern auch in der Idee und Gestaltung beachtlicher Film.
    [1913]

  • DER STUDENT VON PRAG
    Deutsche Bioskop. Regie: Stellan Rye. Buch: Hanns Heinz Evers. Kamera: Guido Seeber. Darsteller: Paul Wegener, Lyda Salmanova, John Gottowt, Grete Berger. - Ein armer Student verkauft dem Teufel sein Spiegelbild, um die geliebte Tochter des reichen Grafen freien zu können. Im Duell erschießt er erst den Nebenbuhler, und dann, im Wahn, das verhaßte eigene Spiegelbild zu treffen, tötet er sich selbst. - Dieses Werk ist u. a. auch deshalb ein Wegweiser der Filmgeschichte, weil zum erstenmal die Musik eigens dazu komponiert wurde. (Anmerkung : Die Story - von Oscar Wilde - ist sehr ähnlich zu dem viel späteren Film "Das Bildnis des Dorian Gray")
    [1913]

  • JOHANN STRAUSS AN DER SCHÖNEN BLAUEN DONAU
    Kunst-Film, Wien. Regie: Carl v. Zeska. Darsteller: Selma Kurz, Hansi Niese, Alfred Grünfeld. Länge: 864m. Das Leben von Johann Strauß von seinen ersten Kompositionsversuchen bis zur „Fledermaus" und zum „Zigeunerbaron". Den Handlungsrahmen bildet eine Wiener Johann-Strauß-Soire.
    [1913]

  • SPIELTEUFEL (Originaltitel: "A Deuce of a Game")
    Universal Film Corporation USA. Darsteller: Eddie Lyons, Victoria Forde. Länge: 269m. - Ein von einem leichtsinnigen Ehemann während der Abwesenheit seiner Frau daheim aufgemachter Spielklub soll von der Polizei ausgehoben werden. Aber die Spieler flüchten rechtzeitig, und als die Frau heimkommt, findet sie ihren Mann, als wäre nichts geschehen.
    [1913]

  • VORDERTREPPE - HINTERTREPPE
    Projektions A.G. Union. Regie: Urban Gad. Darsteller: Asta Nielsen, Paul Otto, Fred Immler, Victor Arnold, Senta Eichstädt. Länge: 780m. - Trotz der kitschigen Behandlung der sozialen Thematik - die Schneiderstochter im Liebeskonflikt zwischen dem Husarenleutnant und dem Kellner - ist dieser Film durch die große Kunst der Nielsen berühmt geworden.
    [1913]

  • UM HAARESBREITE
    Messter. Darsteller: Henny Porten, Ernst Pitschau. Länge: 572m. - Ein betrogener Ehemann wird von einem Wilderer erschossen, wodurch der Liebhaber seiner Frau in Mordverdacht gerät.
    [1913]

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Ereignisse aus dem Jahr 1914 (1.Krieg)

Das erste deutsche Lichtspielgesetz wird im Württembergischen Landtag vorgelegt und verabschiedet.
[III. 1914]

Die Eiko-Woche Nr. 1 hat folgenden Inhalt:

  • 1. Ballonzielfahrt des Vereins für Luftschifffahrt,
  • 2. Unfall durch einen Windstoß,
  • 3. Waldlauf im Grunewald,
  • 4. Das Braunschweiger Schloß,
  • 5. Abfahrt der Kaiserin nach Berlin,
  • 6. Huldigungsbesuch eines Flieger-Geschwaders,
  • 7. Ankunft des rumänischen Thronfolgerpaares in Berlin,
  • 8. Moderne Zeitungstechnik bei Scherl,
  • 9. Besuch des württembergischen Königspaares,
  • 10. Der deutsche Kronprinz und Prinz Carol von Rumänien.


Gesamtlänge: 158m. - Damit hat Eiko bis zum Start der Messter-Woche und des Müncheners Martin Kopp einige Monate lang nicht nur die erste, sondern die einzige deutsche Wochenschau.
[25. III. 1914]

Eiko-Film schließt mit dem Scherl-Verlag ein Abkommen, wonach die Eiko-Woche als „Lebende Berichterstattung" des Nachrichtendienstes des „Berliner Lokal-Anzeigers" erscheinen soll.
[22. IV. 1914]

In Paris verhandeln die Berliner Filmindustriellen Davidson und Greenbaum mit Pathe wegen gemeinsamer Projekte, die wegen des kurz darauf ausbrechenden 1. Weltkrieges nicht durchgeführt werden.
[VI. 1914]

Schon seit einigen Jahren als Schauspieler (in kleinen Rollen) beschäftigt, bekommt Ernst Lubitsch die erste Regie-Chance bei Davidson. Auch die Idee dieses einaktigen Lustspielfilms stammt von Lubitsch. Titel: „Fräulein Seifenschaum".
[VIII 1914]

Bei Kriegsbeginn bekommen die Prüfkarten von Lustspielfilmen vom Berliner Polizeipräsidium den Stempel „Während des Krieges verboten". - (Diese Verfügung wird später aufgehoben.)
[ab VIIL 1914]

Die Filmberichterstattung an der Westfront wird Messter amtlich übertragen. Auch die von Martin Kopp, dem Kriegsberichter der Bayerischen Armee, in München gegründete Wochenschau wird von der Obersten Heerführung amtlich anerkannt und gefördert.
[ab VIIL 1914]

In seiner neuen Eigenschaft als amtlicher Filmberichter beschließt Messter, diesem Arbeitsgebiet eine breitere Basis zu geben, und beginnt, eine Wochenschau mit je 10-12 Titeln und einer Durchschnittslänge von etwas über 100m. Die Messter G.m.b.H. bringt übrigens schon ab September eine Serie: „Dokumente zum Weltkrieg".
[3. X. 1914]

Mit Elga Germanowa vom Moskauer Künstlertheater in der Titelrolle inszeniert der russische Regisseur Gardin Tolstois später noch oft verfilmten Roman „Anna Karenina". Diese erste Version ist immerhin schon 1.430m lang.
[X. 1914]

Während des Krieges muß Asta Nielsen als Ausländerin das Reichsgebiet zeitweise verlassen.
[ab 1914]

In Kopenhagen wird die Nordisk gegründet.
[1914]

Charles Pathe erhält das Rote Band der Ehrenlegion.
[1914]

"Chaplin, die weltberühmte Figur des kleinen Mannes mit dem Bärtchen"
Der Keysfone-Film "Making a living" ist der erste Film, in dem Chaplin in der bald weltberühmten Figur des kleinen Mannes mit dem Bärtchen, der „Melone", dem Spazierstöckchen und dem Watschelgang erscheint. Auch der Titel „Wie man sein Leben fristet" ist typisch für die von Chaplin kreierte Figur des armen Teufels, der stets Brotsorgen hat.
[1914]

Im Fusionsvertrag der beiden größten deutschen Filmproduzenten geht das Vermögen der Vitaskope G.m.b.H. in den Besitz der Projektions-A.G.-Union über. Die Inhaber Jules Greenbaum, Max Grünbaum und Hermann Fellner treten in die Leitung der „Union" ein, die im Weißenseer Atelier in Berlin ihre Produktion beträchtlich steigert.
[1914]

Nach dem Muster der Berliner Polizei-Vorschrift wird jetzt auch in Österreich ein Prüfschein für Film-Vorführer eingeführt.
[1914]

Nach Schnitzlers Bühnenstück Liebelei macht die Nordisk den ersten größeren Film (1.380 m), in dem Waldemar Psylander die Rolle des jungen Ehebrechers spielt. Er steht damit an der Schwelle einer ungemein erfolgreichen Karriere als Filmstar.
[1914]

Famous Players und die Savage Comp., USA, schließen sich zusammen.
[1914]

In Berlin wird für die Vermittlung von Engagements für Filmschauspieler und Komparsen anstelle der bisher dafür üblichen Cafes eine offizielle „Kino-Börse" eingerichtet.
[IV. 1914]

W. A. Pratt gründet mit erheblichen Bank-Krediten die World-Film-Comp.
[1914]

Bei Continental arbeiten die Regisseure: Max Obal, Joe May und Charles Decroix.
[1914]

Die Deutsche Bioskop bringt serienweise „Lustige Bobby-Filme", also Einakter, die dem nunmehr fast „ausgewachsenen" Hauptfilm als Vorprogramm dienen; eine filmhistorisch bedeutsame Neuerung.
[1914]

Unter dem Titel "The Gusher" (Der Ölkönig) bringt Keystone-Eagle einen von Mack Sennett inszenierten Zweiakter mit Mabel Normand und Ford Sterling. Der Regisseur sowie die beiden Stars gehören bald zur Spitzenklasse der amerikanischen Grotesk-Komödie.
[1914]

In „Chaplin heiratet" nimmt sich Charlie zum erstenmal Mabel Normand als Partnerin, und Mary Dressler (eine berühmte Bühnenkünstlerin) für die „Charakterrolle".
[1914]

Mit Christopher Withe und Alma Taylor in Hauptrollen dreht der englische Regisseur Cecil Hepworth ein modernes Gesellschaftsdrama, einen Dreiakter mit dem Titel "The Basilisc".
[1914]

In dem kurz vor dem Kriege fertiggestellten russischen Film „Sklaven der Leidenschaft" spielen N. A. Tzernowa, A. E. Ugrimow, W. A. Demerti.
[1914]

Alwin Neuss entdeckt Hella Moya, die bei der Decla ihren ersten Film „Der Weg der Tränen" spielt.
[1914]

Gegen die Preispolitik der Film-Trusts in Amerika protestieren in New York die nationalen Fach- und Spartenverbände und rufen zur Bildung einer nationalen Gewerbekammer auf.
[1914]

Zur Wahrnehmung und Förderung ihrer Berufsinteressen bilden die Regisseure eine Union der Kino-Regisseure mit dem Sitz in Berlin.
[1914]

Für Buch, Regie und Bauten zeichnet Henny Porten - in einem Film, in dem für sie selbst keine Rolle ist: dem Dreiakter „Das Ende vom Lied", in den ersten Kriegsmonaten für Messter hergestellt.
[1914]

Nach Alphonse Daudets Roman "Fromont Jr. Rißler sen." läßt Messter den Film „Arme Eva" herstellen. Hauptrollen: Erna Morena und Emil Jannings. Nach vielen kleineren Rollen wird hier Jannings die erste anspruchsvolle Aufgabe geboten.
[1914]

In dem englischen Einakter "Nominating the candidate" (Ernennung des Kandidaten) wird ein politischer Wahlkampf parodiert. Die Partei, die sich für das Frauenwahlrecht einsetzt, gewinnt überlegen. Da die Suffragettenbewegung zu diesem Zeitpunkt im Vordergrund des öffentlichen Interesses steht, ist es beachtlich, daß der Film schon für politische Propaganda benutzt wird.
[1914]

In „Sklave der Sinne" spielt die gerade achtzehnjährige Pola Negri ihre erste Filmrolle. Sie hat vorher schon am Warschauer Theater als Tänzerin Erfolg gehabt.
[1914]

Unter dem Titel "A cinema actress in the wilds of togoland" erscheint bei Seeiy Service der Expeditions-Film, den Schomburgk in Afrika hergestellt hat; ein Vierakter.
[1914]

In „Dora Brandes" spielt Asta Nielsen unter der Regie von Magnus Stifter den Lebensweg einer berühmten Schauspielerin, die moralisch jeden Halt verliert und verkommt. - Länge: 1.226m.
[1914]

Hans Bartsch gründet in New York die Metropolitan-Film Co., A. Lustig in Columbus (bei Cleveland, Ohio) die Columbia Film-Manufacture Comp.
[1914]

Die Deutsche Phototechnische Firma Ernemann A.G. feiert ihr 25jähriges Jubiläum.
[1914]

Der optischen Firma Emil Busch A.-G. in Rathenow gelingt die Herstellung einer bis 300 Grad hitzebeständigen Linse, die für die Projektions-Apparate die Verwendung stärkerer Lichtquellen (Anmerkung : Das sind überwiegend die starken Lichtbogenlampen) zuläßt.
[1914]

Gaumont, Paris, hat eigene Ateliers mit ca. 1.500 Angestellten und unterhält eine Reihe ausländischer Zweigstellen.
[1914]

Mit der berühmten New Yorker Schauspielerin Clara Kimball Young wird wieder einmal die „Kameliendame" (nach Dumas) verfilmt. Herstellungsfirma Projektograph, die auch später den europäischen Vertrieb übernimmt.
[1914]
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Filme aus dem Jahr 1914

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  • DR. MORS (Die Memoiren des Satans)
    Luna-Film. Buch: nach Wilhelm Hauii. Hauptdarsteller: Kurt Brenkendori. Länge: 1.230m. Ein armer Bildhauer fühlt sich bei einem Künstlerwettstreit von der Jury benachteiligt und zertrümmert die Statue, hinter der sich seine Geliebte versteckt hat.
    [1914]

  • DAS PANZERGEWÖLBE
    Stuart-Webbs-Film. Regie: Joe May. Hauptdarsteller: Ernst Reicher. Bauten: Paul Leni. Der größte Kassenschlager dieser langen Serie von Detektivfilmen, besonders interessant dadurch, daß das „Fernsehen" vorausgeahnt wird, damit die Verbrecher in ihrem Keller genau über die Vorgänge in der Außenwelt informiert sind.
    [1914]

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