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Filmgeschichte(n) und Filmchronik(en) - Von 0 bis 1957

überarbeitet, korrigiert und kommentiert von Gert Redlich im Juli 2016 - Hier findenSie die bislang umfangreichste und detailierteste Historie der weltweiten Entwicklung des Films, der Filmwirtschaft (und des Kinos). Der Deutsch-Engländer Heinrich Fraenkel (geb. 1897) war hautnah dabei gewesen und beschreibt 1956/57 zwei weltweite Epochen des Films :
Es beginnt mit Teil I "Von der Laterna Magica bis zum Tonfilm" und geht weiter mit Teil II "Vom Tonfilm bis zum Farbfilm"

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Ergänzungen zum Ende 1957

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Das Ende des hochentflambaren Zelluloyd Filmes :

Während der Drucklegung dieses Buches kommt die Nachricht, daß am 1. 12. 1957 das Sicherheitsfilmgesetz in Kraft tritt, welches die Benutzung nicht entflammbaren Materials zur gesetzlichen Vorschrift macht. Demnach dürften viele berühmte alte Filme nicht mehr zur öffentlichen Vorführung kommen, es sei denn, daß sie auf „Non-Flam"-Material umkopiert würden, was wiederum für Filmclubs und -Studios eine untragbare finanzielle Last darstellen würde. Eine gewisse Hoffnung, alte Filme dennoch sehen zu können, bieten die Ausnahmebestimmungen des Gesetzes. Danach dürfte die Vorführung immer noch statthaft sein, sofern die in früheren Jahren für entflammbares Material geltenden Vorführbedingungen - weit strengere als die heute für Non-Flam gültigen - beobachtet werden.

Gilde deutscher Filmkunsttheater :
Wie stark das Interesse für künstlerisch belangvolle Filme bei einem zwar numerisch beschränkten, aber um so enthusiastischeren Publikum ist, geht aus der weiten Verbreitung der Studios und Filmklubs hervor. Das Münchener Studio für Filmkunst wurde 1951 von Fritz Falter und Walter Talmon-Gros gegründet und hat seinen sechstausend Stammbesuchern und Tausenden von anderen Filmfreunden eine lange Reihe besonders interessanter Filme vorgeführt.

Aber nicht nur in München, sondern in ganz Deutschland ist das starke Interesse für den künstlerischen Film durch die im Jahre 1953 gegründete Gilde deutscher Filmkunsttheater erwiesen. Die „Gilde" ist ein gemeinnütziges Unternehmen, das die Gründung anderer filmkultureller Organisationen angeregt hat; und zwar in Deutschland sowie auch auf internationaler Ebene durch die 1955 erfolgte Gründung der "Confederation internationale des Cinemas d'art et d'essay". Ebenfalls durch die Initiative der „Gilde" kam es 1956 zur Gründung des Deutschen Rats für Filmkultur, in dem jetzt fast alle den kulturellen Aufgaben des Film dienenden westdeutschen Institute zusammengeschlossen sind. Ferner gibt es die Freunde der Gilde deutscher Filmkunst-Theater, eine über das ganze Bundesgebiet ausgedehnte Organisation von Filmclubs, die ihrem Publikum Filme zeigen, die in den normalen Kinotheatern kaum oder nie zu sehen sind.

Es sind jetzt insgesamt 44 deutsche Filmkunsttheater in der „Gilde" zusammengeschlossen. Der gemeinnützigen Arbeit, die von diesen Förderern des künstlerischen Films geleistet wurde und geleistet wird, ist es zu danken, daß die junge Generation immer wieder die Möglichkeit hat, sich an den unvergänglichen Werken der Filmgeschichte zu erfreuen.

Diese unvergänglichen Filme sind Meisterwerke großer Künstler, von Mimen dargestellt, denen die Nachwelt zum erstenmal - eben seit es Filme gibt - die Kränze flicht, die ihnen früher versagt waren. Die Besucher der Kinos, die immer wieder jene alten und unvergänglichen Filme vorführen, werden über den augenblicklichen Genuß hinaus um die Erfahrung reicher, daß sich in der folgerichtigen Entwicklung dieser jungen Kunstform bereits eine Tradition herausgebildet hat, die den Titel dieses Buches rechtfertigt: UNSTERBLICHER FILM.
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(1957) Heinrich Fraenkel - Danksagung

Ich müßte viele Seiten füllen, um die Namen aller derer zu nennen, denen ich „ Quellenmaterial" verdanke, und um ihre Freundlichkeit und Geduld gebührend zu würdigen. Es sind unter ihnen Regisseure und Schauspieler, Produzenten und Techniker, Kaufleute und Pressekollegen.

Es sind sehr alte Freunde unter ihnen, deren Weg ich in all den drei Jahrzehnten der Tonfilmgeschichte begleitete, aber auch sehr viele der Jüngeren, denen ich erst durch die Arbeit an diesem Buch freundschaftlich verbunden wurde. Ihnen allen aufs herzlichste zu danken, ist mir eine sehr erfreuliche Pflicht.

Es versteht sich von selbst, daß die Materialsammlung für dieses Buch ohne die freundliche Mithilfe der großen wissenschaftlichen Institute und ohne die häufige Benutzung ihrer Bibliotheken und Bildarchive unmöglich gewesen wäre.

Ihnen allen, in Europa und Amerika, schulde ich Dank, besonders dem Deutschen Institut für Filmkunde und dem British Film Institute. Dr. Hanns W. Lavies hat mir bei meinen häufigen Besuchen auf Schloß Biebrich (das heutige Biebricher Schloß in Wiesbaden) nicht nur sein vorzügliches Archiv zur Verfügung gestellt, sondern auch sein eigenes unerschöpfliches Fachwissen; und das gleiche gilt für Ernest Lindgren, den Chef des Londoner Instituts und für Nora Traylen, die kenntnisreiche Leiterin des großen Londoner Bilderarchivs.

Aber nicht nur den Archivchefs, sondern auch den immer hilfsbereiten und geduldigen Archivaren gebührt mein besonderer Dank.

H.F. 1957

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