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Filmgeschichte(n) und Filmchronik(en) - Von 0 bis 1957

überarbeitet, korrigiert und kommentiert von Gert Redlich im Juli 2016 - Hier findenSie die bislang umfangreichste und detailierteste Historie der weltweiten Entwicklung des Films, der Filmwirtschaft (und des Kinos). Der Deutsch-Engländer Heinrich Fraenkel (geb. 1897) war hautnah dabei gewesen und beschreibt 1956/57 zwei weltweite Epochen des Films :
Es beginnt mit Teil I "Von der Laterna Magica bis zum Tonfilm" und geht weiter mit Teil II "Vom Tonfilm bis zum Farbfilm"

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Ereignisse aus dem Jahr [1933] Machtübernahme der NSDAP

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Gründung der Film-Kreditbank, die später in engem Kontakt mit der Reichsfilmkammer arbeitet.
[1. VI. 1933]

Gründung der Reichsfilmkammer. Die Mitgliedschaft ist für alle Filmschaffenden nunmehr die unumgängliche Voraussetzung ihrer Berufsarbeit.
[VI. 1933]

Errichtung der Reichskulturkammer, der die Reichsfilmkammer und ihre Fachschaften für die verschiedenen Berufsgruppen angeschlossen werden.
[22. IX. 1933]

Nach dem von Dr. Alexander Jason für das Deutsche Institut für Konjunkturforschung erarbeiteten Ziffernmaterial beträgt das Gesamtangebot von abendfüllenden Spielfilmen im Laufe des Kalenderjahres 114 deutsche und 64 amerikanische Filme, sowie u. a. 9 aus Frankreich und 8 aus Österreich.
[31. XII. 1933]

In dem von Reinhold Schünzel nach eigenem Buch inszenierten Ufa-Film "Victor und Victoria" spielt Renate Müller die Rolle eines „Damenimitators" auf einer Varietebühne. Einer der nettesten und erfolgreichsten Operettenfilme des Jahres mit Hermann Thimig, Adolf Wohlbrück, Hilde Hildebrand, Fritz Odemar und Aribert Wäscher. Musik: Franz Doelle. Kamera: Konstantin Irmen-Tschet.
[1933]

In dem von Johannes Meyer inszenierten Lustspiel "Ich bleib bei Dir" spielen Jenny Jugo und Hermann Thimig die Hauptrollen. Das Buch schreibt Wolfgang Wilhelm nach dem englischen Film >There goes the bride<.
[1933]

Nach einer Idee von Friedrich Pflughaupt schreibt Johannes Brandt das Drehbuch für den von Carl Froelich inszenierten Film "Der Choral von Leuthen". Den Alten Fritz spielt natürlich Otto Gebühr. In anderen Hauptrollen: Olga Tschechowa, Elga Brink, Harry Frank, Walter Jansen, Oskar Marion.
[1933]

In dem von Hans Steinhoff inszenierten Ufa Film "Hitler junge Quex" spielen Heinrich George, Berta Drews, Hermann Speelmans und Rotraut Richter die Hauptrollen. Buch: K. A. Schenzinger und B. E. Lüthge. Kamera: Konstantin Irmen-Tschet. Bauten: Benno v. Arent. - Dieser unmittelbar nach der Machtergreifung von Baidur v. Schirach veranlaßte Film bleibt einer der verhältnismäßig wenigen betont nationalsozialistischen Filme jener Zeit.
[1933]

In dem von Jean Vigo geschriebenen und inszenierten Film >Zero de Conduite< spielen Jean Daste und Robert le Flon die Hauptrollen. Die aus einem Kindheitserlebnis des Regisseurs gestaltete Revolte in einem Erziehungsheim ergibt eine fast brutale, hier und da humorige und immer erschütternde Eindringlichkeit. Eines der bedeutendsten Werke der französischen Filmgeschichte.
[1933]

Das Gesamtangebot auf dem deutschen Markt umfaßt 1106 deutsche und 120 ausländische Kulturfilme.
[1933]

In dem von Walter Forde inszenierten Gaumont British Film >Rome Express< spielt Conrad Veidt (noch vor seiner endgültigen Emigration nach England) die Hauptrolle.
[1933]

In Paris inszeniert G. W. Pabst „Don Quichotte" mit Feodor Schaljapin in der Titelrolle. Der berühmte Sänger hat damit sein Filmdebüt.
[1933]

In dem von Lothar Mendes inszenierten Paramount-Film >Lady' s Man< nach dem Buch von Rupert Hughes sind die Hauptrollen mit William Powell, Carol Lombard, Kay Francis und Frank Morgan besetzt.
[1933]

Unter der Regie von Gustav Ucicky wird mit großem Aufwand der Ufa-Film "Flüchtlinge" gedreht, für den eine ganze mandschurische Stadt in Babelsberg gebaut werden muß. Es handelt sich um die Flucht der Wolgadeutschen. Hans Albers spielt den ehemaligen Offizier, der alles organisiert. Käthe v. Nagy spielt das Mädchen, dessen Liebe er gewinnt. In anderen Hauptrollen Eugen Klopfer, Ida Wüst, Franziska Kinz. H. A. v. Schlettow. Buch: Gerhard Menzel. Kamera: Fritz Arno Wagner. Bauten: Robert Herlth, Walter Röhrig.
[1933]

Nach dem gleichnamigen Roman von Bernhard Kellermann und nach eigenem Drehbuch inszeniert Kurt Bernhardt den Bavaria-Film „Der Tunnel", die Geschichte eines Tunnelbaues zwischen Europa und Amerika. Hauptdarsteller: P. Hartmann, Olly v. Flint, Attila Hörbiger, ElgaBrink, Ferdinand Marian.
[1933]

Nach Arthur Schnitzlers Schauspiel schreibt Hans Wilhelm das Buch für den von Max Ophüls inszenierten Elite-Film "Liebelei". In den Hauptrollen Luise Ullrich, Wolfgang Liebeneiner, Gustaf Gründgens, Olga Tschechowa, Magda Schneider, Willi Eichberger, Paul Hörbiger. Musik: Theo Mackeben. Kamera: Franz Planer.
[1933]

Junge Menschen, Primaner und Primanerinnen, die der „Reifeprüfung" im tieferen Sinne des Wortes entgegensehen, bieten den Stoff für den von Carl Froelich inszenierten Europa-Film Reifende Jugend. Buch: Robert A. Stemmle und Walter Supper (nach Max Dreyers Bühnenstück). Kamera: Reimar Kuntze. Hauptdarsteller: Heinrich George, Herta Thiele, Paul Henckels, Albert Florath, Albert Lieven, Marieluise Claudius.
[1933]

Nach eigener Idee schreibt Walter Reisch das Buch für den von Willi Forst inszenierten Operetten-Film "Leise flehen meine Lieder", ein aus dem Leben von Franz Schubert gegriffener Stoff. In den Hauptrollen Martha Eggerth, Luise Ullrich, Hans Moser, Hans Jaray, Otto Tressler, Hans Olden. Musik (nach Motiven von Schubert): Willy Schmidt-Gentner. Kamera: Franz Planer.
[1933]

Unter dem Titel „Das Testament des Dr. Mabuse" inszeniert Fritz Lang für die Nero das tragische Ende des vom Machtwahn besessenen Überverbrechers. Buch: Thea v. Harbou, Kamera: Fritz Arno Wagner, Hauptdarsteller: Oskar Beregy, Rudolf Klein-Rogge, Camilla Spira, Theodor Loos, Oskar Höcker.
[1933]

In dem von Carl Boese inszenierten Universal-Film "Gruß und Kuß - Veronika" geht es um ein junges Blumenmädchen, das nach mancherlei Irrungen und Wirrungen und mit sehr viel Musik und Tanz zu ihrem Liebesglück kommt. Buch und Liedertexte: Kurt Schwabach. Hauptdarsteller: Franziska Gaal, Paul Hörbiger, Otto Wallburg, Hilde Hildebrand, Margarete Kupfer, Olga Engl, Erika Gläßner. Musik: Franz Wachsmann. Kamera: Bruno Mondi.
[1933]

Nach einem Manuskript von Hans Behrend und Franz Carlsen inszeniert Friedrich Zelnik in eigener Firma „Die Tänzerin von Sanssouci". Im Mittelpunkt der Handlung steht Friedrich der Große und die von ihm nach Berlin eingeladene Tänzerin Barberina, die von Lil Dagover dargestellt wird, während Otto Gebühr den alten Fritz spielt. In anderen Hauptrollen: Rosa Valetti, Hans Stüwe, Hans Junkermann, Bernhard Goetzke. Musik: Marc Roland.
[1933]

In dem von Gustav Machaty nach eigenem Drehbuch inszenierten Film "Ekstase" spielt Hedy Kiesler die Rolle einer zwischen zwei Männern pendelnden Nymphomanin. (Sie geht später unter dem Namen Hedy Lamarr nach Hollywood). In dem erwähnten in der Tschechoslowakei hergestellten Film spielen Aribert Mog, Leopold Kramer und R. Rogoz die anderen Hauptrollen.
[1933]
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Filme aus dem Jahr 1933

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  • DER WALZERKRIEG
    Ufa. Buch und Regie: Ludwig Berger. Hauptdarsteller: Renate Müller, Willy Fritsch, Adolf Wohlbrück, Paul Hörbiger, Trude Brionne. Musik: Alois Melichar (nach Motiven von Johann Strauß und Josef Lanner). - Ein liebenswürdiger Film mit einer in den Konkurrenzkampf der Kapellen Strauß und Lanner eingeflochtenen Liebesgeschichte. Der Liebhaber (Fritsch) schlägt bei Strauß die Pauke, während seine Braut (die Müller) treu zu Papa Lanner hält. - An diesem geschmackvollen und erfolgreichen Film ist bemerkenswert, daß weder der Regisseur noch einer der Hauptdarsteller nach den Begriffen der Filmkammer »tragbar" war. Goebbels machte in diesem Fall eine Ausnahme, trotzdem mußten beide Künstler bald emigrieren.
    [1933]

  • EIN LIED GEHT UM DIE WELT
    Oswald - Terra. Regie: Richard Oswald. Buch: Heinz Goldberg, Ernst Neubach. Hauptdarsteller: Joseph Schmidt. Musik: Hans May. Der Film sollte eigentlich „Ein Sänger des Volkes" heißen. Als historisches Kuriosum sei vermerkt, daß er vier Monate nach der Machtergreifung mit dem üblichen Prunk einer Ufa-Palast-Premiere gestartet wurde und daß auch Goebbels zur Premiere erschien, obwohl fast alle Hauptbeteiligten im Sinne der Reichskulturkammer nicht „tragbar" waren.
    [1933]

  • JUD SÜSS (>Jew Suss<) Nummmer 1
    Gaumont British. Regie: LotharMendes. Buch: Dorothy Farnum, A. R. Rawlinson, Heinrich Fraenkel (nach dem Roman von Lion Feuchtwanger). Hauptdarsteller: Conrad Veidt, Frank Vosper, Cedric Hardwicke, Paul Graetz, Pamela Ostrer. - Im Gegensatz zu dem einige Jahre später von Goebbels veranlaßten Film gleichen Titels handelt es sich hier um den Versuch, aus der in vielen Fazetten schillernden Persönlichkeit der Titelfigur den Menschen zu gestalten, der erst durch tiefes, selbstverschuldetes Leid geläutert wird. Für die deutsche Filmgeschichte ist dieser Film nicht ohne Bedeutung, da Conrad Veidt, um diese Rolle spielen zu können, Deutschland für immer verließ.
  • [1933]

  • MORGENROT
    Ufa. Regie: Gustav Ucicky. Buch: Gerhard Menzel. Hauptdarsteller: Rudoli Forster, Adele Sandrock, Fritz Genschow, Camilla Spira, Paul Westermeier, Eduard von Winterstein, Gerhard Bienert. Kamera: Carl Hoffmann. - Der Film schildert den Todeskampf einer U-Boot-Mannschaft im Ersten Weltkrieg und die bangende Sorge der Frauen und Mütter daheim.
    [1933]

  • SECHS FRAUEN UND EIN KÖNIG (>The private life of Henry VIII<)
    Regie: Alexander Kor da. Buch: La Jos Biro. Hauptdarsteller: Charles Laughton, Merle Oberon, Elsa Lanchester. Der Welterfolg dieses Films ist dadurch erklärlich, daß hier ein blutrünstig historischer Stoff sehr menschlich, sehr „modern" und vor allem sehr witzig angepackt ist. Mit diesem Film beginnt Korda den phantastisch steilen Aufstieg, der ihm als Regisseur, Produzent und Konzernchef in England beschieden ist, nachdem er schon gewissermaßen vier Regiekarrieren (in Budapest, in Wien, in Berlin und Hollywood) hinter sich gebracht hat.
    [1933]

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Ereignisse aus dem Jahr [1934]

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Im Reichsgesetzblatt wird das neue Lichtspielgesetz verkündet, womit das frühere Gesetz (aus dem Jahre 1920) außer Kraft tritt.
[16. II. 1934]

Die Kinotechnische Gesellschaft beschließt die alljährliche Verleihung einer „Messter-Medaille".
[21. III. 1934]

Der Reichsverband Deutscher Film-Theater schließt mit der Stagma (der Interessenvertretung der Komponisten) einen Tonfilmtantiemenvertrag.
[20. IV. 1934]

Neuerscheinung der Bavaria-Wochenschau.
[29. VIII. 1934]

Nach den von Dr. Alexander Jason für das Deutsche Institut für Konjunkturforschung erarbeiteten Ziffernmaterial umfaßt das Gesamtangebot von abendfüllenden Spielfilmen im Laufe des Kalenderjahres 129 deutsche und 41 amerikanische Filme, sowie 9 aus Österreich und je 8 aus England, Frankreich und der Tschechoslowakei.
[31. XII. 1934]

Die Gesamtziffer der im Laufe des Kalenderjahres in Groß-Berlin im Betrieb befindlichen Kinotheater schwankt zwischen 375 und 392. - Die Gesamtziffer der verkauften Eintrittskarten beträgt 39.274.635, was gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von ca. 2,4 Millionen bedeutet.
[31. XII. 1934]

In seiner für MGM erfolgten Verfilmung der Franz Lehar Operette "Die lustige Witwe" schafft Ernst Lubitsch eine seiner großen Leistungen im Reich des Musikfilms. Den Danilo spielt Maurice Chevalier, die Sonja Jeanette Mac Donald. In anderen Hauptrollen: Edward Everett Horton, Una Merkel, George Barbier, Minna Gombell, Ruth Channing.
[1934]

Der von Lothar Mendes inszenierte MGM-Film >Payment Deferred< bezieht seinen Stoff aus einem Roman von C. M. Forester. Ein Mann, der einen Mord begangen hat, wird nicht wegen dieses (unnachweisbaren) Verbrechens gehängt, sondern wegen eines nicht begangenen, aber durch Indizienbeweis scheinbar evidenten Mordes an einer Frau, die in Wirklichkeit aus Eifersucht Selbstmord begangen hat. Hauptdarsteller: Charles Laughton, Ray Milland, Dorothy Petersen, Maggy Sullivan.
[1934]

Unter der Regie von Reinhold Schünzel spielt Adele Sandrock in dem Lustspiel "Die englische Heirat" eine alte Lady, die ihren Enkelsohn aus den Netzen einer Chansonette befreit und zu seiner jungen Ehefrau zurückholt. Renate Müller spielt die junge Frau, Georg Alexander den jungen Mann und Hilde Hildebrand die Chansonette. Buch: Ludwig v. Wohl. In anderen Hauptrollen Adolf Wohl-brück, Fritz Odemar, Edda Klingenberg, Kamera: Friedel Behn-Grund.
[1934]

In der von Thea v. Harbou für die Aafa geschriebenen und inszenierten Verfilmung von Gerhart Hauptmanns Traumdichtung "Hanneles Himmelfahrt" spielt Inge Landgut die Titelrolle und Rudolf Klein-Rogge den Maurer Mattern. In anderen Hauptrollen Käthe Haack, Theodor Loos, Heinrich Schroth. Musik: Gottfried Huppertz. Kamera: Robert Baberske. Einer der wenigen Filme, in dem eine Frau Regie führte.
[1934]

Das Gesamtangebot von Kulturfilmen auf dem deutschen Markt umfaßt 1417 deutsche und 170 ausländische Filme.
[1934]

Als Fritz Kortner die große Rolle des Kalifen in dem von Walter Forde inszenierten Gaumont-British Film "Chu Chin Chow" bekommt, hat er zwar noch viele Wochen Zeit zum Rollenstudium, aber bei der Engagementsverhandlung glaubt der eben erst emigrierte Künstler, der Regisseur wollte ihn duzen, als er ihn höflich „do sit down" anredet. Nach ein paar auswendig gelernten Begrüßungssätzen ist Kortners englischer Wortschatz erschöpft und er muß sich auf die Rolle eines ungemein schweigsamen Herrn beschränken, der nur noch mimisch in die Verhandlung eingreift.
[1934]

Unter dem Titel "Drei Kameraden" verfilmt Frank Borzage für MGM den Nachkriegsroman von Erich Maria Remarque „Der Weg zurück". In den Hauptrollen: Franchot Tone, Robert Taylor und Margaret Sullivan.
[1934]

Mikhail Roms Verfilmung von Maupassants >Boule de Suif< ist dadurch bemerkenswert, daß dieser im französischen Kleinstadtmilieu des 1870er Krieges spielende Film aus „atmosphärischen" Gründen als Stummfilm gedreht wird.
[1934]

Nach Motiven Henrik Ibsens spielt Hans Albers unter der Regie von Fritz Wendhausen den "Peer Gynt". In der Rolle seiner Mutter gibt Lucie Höflich eine ihrer reifsten Leistungen. Marieluise Claudius spielt die Solveig.
[1934]

In dem MGM-Film "Königin Christine" kann Greta Garbo die Rolle spielen, die sie sich oft gewünscht hat. Regie: Rouben Mamoulian. Drehbuch: Salka Viertel.
[1934]

Nach dem gleichnamigen Roman von Fred Andreas schreibt Philipp Lothar Mayring das Drehbuch für den Ufa-Film "Ein Mann will nach Deutschland", die Geschichte eines jungen Offiziers, der im Ersten Weltkrieg unter großen Schwierigkeiten aus Südamerika heimkommt. Regie: Paul Wegener. Hauptdarsteller: Karl Ludwig Diehl, Brigitte Horney, Hermann Speelmans, Willy Birgel, Hans Leibelt. Kamera: Fritz Arno Wagner.
[1934]

Der von Jean Vigo mit Dita Parlo, Jean Daste und Michel Simon inszenierte Film "L'Atalante" ist der letzte Film dieses hochbegabten und leider sehr früh verstorbenen Regisseuers. Man hat ihn manchmal den Vorläufer des italienischen „Neo-Verismus" genannt. Fälschlich, denn dieser krasse Individualist ließ sich gewiß nicht schematisieren. Der Film spielt auf einem Seine-Kahn und behandelt den Liebeskonflikt des Jungverheirateten Schiffers und seiner unwiderstehlich von Paris angelockten Frau.
[1934]

Durch die Gründung der Reichsstelle für den Unterrichtsfilm kommt es zur Auflösung der früher die gleichen Interessen betreuenden „Bildstelle des Zentral-Instituts für Erziehung und Unterricht".
[1934]

In dem von Frank Capra für Columbia inszenierten Film "Es geschah in einer Nacht" haben Clark Gable und Claudette Colbert einen Welterfolg. Das von Robert Riskin nach einer Story von Samuel Hopkins Adams geschriebene Drehbuch schildert unterhaltsam die Flucht einer kapriziösen Millionenerbin, die von einem Journalisten verfolgt wird, zunächst nur um einen „Knüller" für seine Zeitung, schließlich aber, um das Mädchen für sich selbst zu gewinnen.
[1934]

Unter der Regie von Karl Hartl entsteht in Wien der Film "So endete eine Liebe", die Geschichte vom Verzicht der Prinzessin Marie-Luise, die der Pflichtheirat mit Napoleon ihre Liebe zum Herzog von Modena opfert. Die Prinzessin spielt Paula Wessely, den Herzog Willi Forst und den Metternich Gustaf Gründgens. Musik: Franz Grothe. Kamera: Emil Schünemann.
[1934]

Unter dem Titel "Rhapsodie" inszeniert Franz Osten ein Lebensbild von Franz Liszt. Buch: Erich Urban. Hauptrollen: Betty Bird, Wolfgang Liebeneiner, Jacob Tiedtke, Ewald Wenck.
[1934]

In dem von Jack Conway inszenierten MGM-Film "Viva Villa" spielt Wallace Beery die Hauptrolle des berühmten amerikanischen Rebellenführers. In anderen tragenden Rollen: Henry B. Walthall, Leo Carillo, Stuart Erwin, Kather ine De Mille.
[1934]

Nach einem Drehbuch von R. A. Stemmle inszeniert Carl Froelich in eigener Produktion das musikalische Lustspiel "Oberwachtmeister Schwenke". Hauptdarsteller: Gustav Fröhlich, Marianne Hoppe, Emmi Sonnemann, Sybille Schmitz, Harald Paulsen. Musik: Schmidt-Gentner. Kamera: F. Planer.
[1934]

Die erste Mont-Blanc-Besteigung im Jahre 1786 bietet den Stoff für den von Arnold Fanck geschriebenen und inszenierten Ufa-Film "Der ewige Traum". In den Hauptrollen: Sepp Rist, Brigitte Horney, Ernst Nansen, Eduard v. Winterstein, Helene Fehdmer, Friedrich Kayßler, H. H. Schaufuß. Musik: G. Becce. Kamera: Richard Angst.
[1934]

Drei Jahre arbeitet Robert J. Flaherty auf einer kleinen Insel vor der Irischen Küste an seinem Film "Die Männer von Aran", in welchem mit der ganzen Eindringlichkeit dieses bedeutenden Regisseurs der harte Daseinskampf und das bei aller Einsamkeit erfüllte Leben keltischer Fischer geschildert wird. Wie in fast allen seinen Filmen arbeitet Flaherty nach eigenem Buch und ist sein eigener Kameramann, aber sein Assistent in diesem Werk ist John Taylor, der sich bald zu einem bedeutenden englischen Dokumentarfilm-Regisseur entwickelt.
[1934]

Nach einem Drehbuch von Curt J. Braun und unter der Regie von Karl Lamac wird Charles Dickens' Roman „Klein-Dorrit" verfilmt, und zwar mit Anny Ondra, Gustav Waldau, Hilde Hildebrand in den Hauptrollen. Kamera: Otto Heller.
[1934]

Zusammen mit Wilhelm Dieterle widmet sich Max Reinhardt der interessanten Aufgabe, Shakespeares vielleicht „filmischstes" Werk, den "Sommernachtstraum", zu gestalten. In den Hauptrollen: James Cagney, Joe E. Brown, Olivia de Havilland, Mickey Rooney, Dick Powell, Ian Hunter, Vera Teasdale. Es ist die einzige Filmregie dieses großen deutschen Theater-Regisseurs, der nach Hollywood emigrieren mußte.
[1934]
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Filme aus dem Jahr 1934

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  • LIEBE, TOD UND TEUFEL
    Buch und Regie: Heinz Hilpert. Hauptdarsteller: Käthe v. Nagy, Albin Skoda, Brigitte Horney, Rudolf Platte, Klaus Hellmer. Musik: Theo Mackeben. - Stevensons „Flaschenteufelchen", die Geschichte von der magischen Flasche, die den Besitzern jeden Wunsch erfüllt, aber den letzten dem Teufel verschreibt, ist zu einem Operettenfilm verarbeitet, dessen Erfolg auch dem von der Horney kreierten Chanson „So oder so ist das Leben" zu danken ist.
    [1934]

  • MASKERADE
    Tobis-Sascha. Regie: Willi Forst. Buch: Walter Reisch. Hauptdarsteller: Paula Wes-sely, Adolf Wohlbrück, Olga Tschechowa, Hans Moser, Hilde v. Stolz, Walter Janssen. Musik: W. Schmidt-Gentner. Kamera: Franz Planer. - Im Wien der Jahrhundertwende verliebt sich ein von den Damen der Gesellschaft verwöhnter Maler in ein einfaches Mädchen, das alle durch Intrigen und Mißverständnisse geschaffenen Wirren resolut durchschneidet. Mit diesem Film, einem der bedeutendsten aus der Frühzeit des deutschen Tonfilms, beginnt die vorher nur als Bühnenschauspielerin bekannte Wessely ihre große Filmkarriere.
    [1934]

  • SCHAPAJEW
    Lenfilm. Buch und Regie: G. und S. Vassiliew. Hauptdarsteller: Boris Babotschnik, Boris Blinow, Warwara Miasnikowa, Leonid Kmit. Kamera: Alexander Segajew. - Einer der bedeutendsten Russischen Tonfilme. Obgleich es sich bei der Titelfigur um einen Volkshelden aus der Zeit der Interventionskriege (1918-1920) handelt, ist hier die menschliche Komponente erheblich stärker betont als die Doktrin.
    [1934]

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