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Filmgeschichte(n) und Filmchronik(en) - Von 0 bis 1957

überarbeitet, korrigiert und kommentiert von Gert Redlich im Juli 2016 - Hier findenSie die bislang umfangreichste und detailierteste Historie der weltweiten Entwicklung des Films, der Filmwirtschaft (und des Kinos). Der Deutsch-Engländer Heinrich Fraenkel (geb. 1897) war hautnah dabei gewesen und beschreibt 1956/57 zwei weltweite Epochen des Films :
Es beginnt mit Teil I "Von der Laterna Magica bis zum Tonfilm" und geht weiter mit Teil II "Vom Tonfilm bis zum Farbfilm"

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Ereignisse aus dem Jahr [1931]

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Von 18 verfügbaren Ateliers sind nur drei völlig unvermietet; von insgesamt 432 verfügbaren Arbeitstagen sind 312 ausgefüllt.
[II. 1931]

Wenige Wochen nach dem Tode von Lupu Pick kommt Gassenhauer, der letzte Film dieses bedeutenden Regisseurs, zur Uraufführung in Berlin.
[IV. 1931]

Auflösung der "Parufamet", in deren Rahmen fünf Jahre lang die Paramount- und MGM.-Filme erschienen, zu deren Vertrieb die Ufa sich seinerzeit auf Grund der von den amerikanischen Konzernen bereitgestellten Anleihen verpflichten mußte. Die beiden amerikanischen Partner gründen später ihre eigenen deutschen Vertriebsgesellschaften.
[IX. 1931]

Der Regisseur Diga Wertow, von Haus aus Kameramann und ein Dokumentarfilm-Spezialist, führt in Berlin die ersten russischen Tonfilm-Versuche vor.
[6. IX. 1931]

Von den 24 verfügbaren Ateliers sind zwar 20 besetzt, einige freilich nur zum geringen Teil, da von den insgesamt verfügbaren 576 Arbeitstagen nur 212 ausgefüllt sind. Der Besuch der Kinotheater erleidet weiteren Rückgang. Die Schwierigkeiten der Filmindustrie werden durch den Ausfall von Devisen für exportierte Filme weiterhin verschärft. Die Fachverbände bemühen sich darum, die eingefrorenen Auslandskredite freizubekommen, um in den Hauptabsatzländern Devisen zum Ankauf von Filmen verfügbar zu haben.
[XI. 1931]

Die den Transfer von Devisen beschränkenden Verordnungen in verschiedenen Ländern, die zu wesentlichen Absatzgebieten der deutschen Filmindustrie gehören, verursachen weitere Finanzierungsschwierigkeiten. Während früher die Einnahmen aus dem Filmexport etwa 30-40% der Gesamteinnahmen darstellten, kann nunmehr dieser Posten bei der Produktionskalkulation nur in erheblich bescheidenerem Maße in Rechnung gestellt werden. Man versucht durch 20%ige Gagen-und Lohnsenkungen der Krise zu steuern.
[XII. 1931]

Nach amtlichen Ziffern des amerikanischen Handelsministeriums sind im Laufe des Kalenderjahres über 70 Millionen Dollar an Leihgebühren für amerikanische Filme aus europäischen Theaterkassen geflossen.
[31. XII. 1931]

Das Gesamtangebot von abendfüllenden Spielfilmen auf dem deutschen Markt umfaßt im Laufe des Kalenderjahres 278 Filme, darunter 144 deutsche und 85 amerikanische Filme, sowie 22 aus Frankreich, 6 aus Rußland, 5 aus Österreich, 4 aus der Tschechoslowakei, je 3 aus England und Italien, je 2 aus Dänemark, Polen und Ungarn.
[31. XII. 1931]

Von den im Laufe des Kalenderjahres in England herausgekommenen 647 abendfüllenden Spielfilmen sind 140 aus eigener Produktion, während nicht weniger als 470 aus Hollywood kommen. Deutschland ist mit 16 und Frankreich mit 10 Filmen vertreten.
[31. XII. 1931]

Von den in England hergestellten 140 abendfüllenden Spielfilmen stammen je 35 von den beiden Großkonzernen Gaumont British und British International.
[31. XII. 1931]

In dem Ufa-Film "Der Sieger" spielt Hans Albers einen jungen Hamburger, der sich unbekümmert gegen alle Schwierigkeiten durchsetzt und schließlich die (von Käthe v. Nagy gespielte) amerikanische Bankierstochter heimführt. Mit dem für diesen Film von Werner Richard Heymann komponierten Schlager „Hoppla - jetzt komm' ich!" ist Albers auf das Rollenfach des unwiderstehlichen Draufgängers festgelegt.
[1931]

Die nach dem Riesenerfolg des Ufa-Films "Der blaue Engel" von Paramount nach Hollywood engagierte Marlene Dietrich spielt, wiederum unter der Regie von Josef v. Sternberg, in den Filmen "Marokko" und "Shanghai Expreß" die Rolle der durch ihre lässige Sensualität betörenden Chansonette, also das Fach, für das sie durch den Welterfolg ihrer ersten großen Rolle nunmehr abgestempelt bleibt. In dem letztgenannten Film ist Warner Oland ihr Gegenspieler, in Marokko ist es Gary Cooper in der Rolle eines Fremdenlegionärs.
[1931]

Für den von Paul Czinner inszenierten Film "Ariane" schreibt Carl Mayer das Drehbuch nach dem gleichnamigen Roman von Claude Anet. Elisabeth Bergner spielt das junge und unschuldige Mädchen, das den reifen Mann über die Tiefe der für ihn empfundenen Liebe hinwegtäuschen will und deshalb vorgibt, sehr erfahren zu sein. Die Männerrolle spielt Rudolf Forster.
[1931]

Nach einem Drehbuch von Emmerich Pressburger inszenieren Franz Wenzler und Eugen Schüfftan für die Ufa das Lustspiel "Das Ekel" mit Max Adalbert in der Titelrolle eines schließlich doch zur Güte bekehrten Markthallenaufsehers. In anderen Hauptrollen Emila Unda, Evelyn Holt, Rosa Valetti, H. H. Schaufuß, Paul Henckels, Alfred Abel. Kamera: Eugen Schüfftan.
[1931]

Der Regisseur Erich Engel hat das Verdienst, das besondere Talent von Jenny Jugo für Groteskkomik entdeckt zu haben. Er wählt sie als Partnerin von Max Hansen in dem Film "Wer nimmt die Liebe ernst ?" und hat damit einen Riesenerfolg.
[1931]

Nach seiner Heimkehr aus Hollywood inszeniert Victor Sjöström seinen ersten Tonfilm und spielt darin selber die Hauptrolle eines Mannes, der erfährt, daß sein über alles geliebter Sohn nicht sein eigenes Kind ist. Das Buch ist nach Hjalmar Bergmans Roman >Markurells i Wadköping< bearbeitet. Kamera: Julius Jaenzon, dessen Ruhm mit der Blütezeit des schwedischen Stummfilms verknüpft ist.
[1931]

Nach dem gleichnamigen Roman von Alfred Doeblin inszenierte Phil Jutzi den Atlantis-Film "Berlin - Alexanderplatz" mit Heinrich George in der Rolle des aus dem Gefängnis entlassenen Transportarbeiters. In anderen Hauptrollen: Maria Bard, Margarete Schlegel.
[1931]

Unter dem Titel "Sentimentale Romanze" erscheint eine von S. M. Eisenstein unternommene „Vertonfilmung" einiger Motive aus Tschaikowskys Leben.
[1931]

Für die Günther-Stapenhorst-Produktion der Ufa inszeniert Reinhold Schünzel die Ehekomödie "Der kleine Seitensprung". Das Buch stammt von Emmerich Pressburger, Hauptdarsteller: Renate Müller, Hermann Thimig, Hans Brausewetter, Otto Wallburg, Hilde Hildebrand. Kamera: Werner Brandes.
[1931]

In dem von F. W. Murnau in jahrelanger liebevoller Arbeit hergestellten Film "Tabu" wird die unglückliche Liebe eines Insulaners zu einem ihm unerreichbaren Mädchen aus einem anderen Stamm geschildert. Die Musik stammt von Hugo Riesenfeld.
[1931]

In dem von Carl Froelich inszenierten Film "Königin Luise" spielt Henny Porten die Titelrolle, Gustaf Gründgens den König und Eckehardt Arendt den Prinzen Louis Ferdinand.
[1931]

Der von William Wellman inszenierte Warner-Film >The Public Enemy< schildert in stark sozialkritisch betonter Art die Lebensgeschichte eines Straßenjungen, der zur Führung einer Gangsterbande aufsteigt und schließlich von seinen Gegnern umgebracht wird. Hauptdarsteller: James Cagney, Eddie Woods, Jean Harlow, Joan Blondeil, Louise Brooks. Kamera: Dev Jennings.
[1931]

Für den von William Dieterle (in Hollywood als deutsche Version) inszenierten Warner-Film "Die Maske fällt" schreibt Heinrich Fraenkel das Buch nach dem Bühnenstück „Sintflut" von Henning Berger. Es handelt sich um eine Gruppe von Menschen, die in Überschwemmungsgefahr glauben, ihr letztes Stündlein habe geschlagen. In den Hauptrollen: Lissi Arna, Charlotte Hagenbruch, Karl Ettlinger, Salka Steuermann, Carla Bartheel, Anton Pointner. Kamera: Sid Hickox.
[1931]

Nach der Auflösung der Parufamet gründen Metro-Goldwyn-Mayer und Paramount ihre eigenen deutschen Verleihfirmen.
[1931]

In der Pariser Boheme spielt das von Alexander Korda für die Paramount (in Deutschland) inszenierte Lustspiel "Die Männer um Lucie". Buch: Benno Vigny. In den Hauptrollen: Liane Haid, Walter Rilla, Oskar Karlweis, Trude Hesterberg, Lien Deyers. Kamera: Harry Stradling.
[1931]

In der von Fedor Ozep unter dem Titel "Der Mörder Dimitri Karamasoff" für die Terra inszenierten Verfilmung von Fjodor Dostojewskijs Roman „Die Brüder Karamasow" arbeitet Leonhard Frank am Drehbuch mit. Hauptdarsteller: Fritz Kortner, Anna Sten, Fritz Rasp, Max Pohl, Bernhard Minetti, Hanna Waag. Musik: Karl Rathaus. Kamera: Friedel Behn-Grund.
[1931]

Der von Mervyn Le Roy inszenierte Zanuck-Warner-Film >Little Caesar< enthält Motive aus der Karriere Al Capones und anderer Gangsterkönige, die mit ihren schwerbewaffneten Leibwachen sich ihrer Konkurrenten im Alkoholschmuggel erwehrten. Drehbuch: Francis Farago. Hauptdarsteller: Edward G. Robinson, Douglas Fairbanks jr., William Collier jr., Ralph Ince, Glenda Farell. Kamera: Tony Gaudio.
[1931]

In Pariser und Konstantinopler Gesellschaftskreisen spielt der von Hermann Kosterlitz und Heinz Goldberg geschriebene Kriminalfilm "Der Mann, der den Mord beging", den Kurt Bernhardt für die Terra inszeniert. Hauptrollen: Conrad Veidt, Heinrich George, Trude v. Molo, Frieda Richard und Friedrich Kayßler. Kamera: Curt Courant.
[1931]

Mit dem Untertitel „Wunder des Schneeschuhs" inszeniert Arnold Fanck für die Aafa den heiteren Schneefilm "Der weiße Rausch". Hauptrollen: Leni Riefenstahl, Hannes Schneider, Guzzi Lantschner, Walter Riml, Rudi Matt. Kamera: Richard Angst.
[1931]

Der von Wilhelm Thiele inszenierte Film "Die Privatsekretärin" wird durch Renate Müller einer der größten Erfolge des Jahres. Der Film wird in England (unter dem Titel >Sunshine Susie<) nachgedreht und macht dadurch die Müller zu einem Weltstar. Es ist die Story eines jungen Büromädchens, das ahnungslos den Juniorchef kennen- und lieben lernt. Hermann Thimig spielt diese Rolle. In anderen Hauptrollen Felix Bressart und Ludwig Stoessel.
[1931]

Einer der ersten deutschen Tonfilme, der in Amerika zur Vorführung kommt und sechs Wochen in New York läuft, ist der von Robert Wiene inszenierte Royal Film "Solang noch ein Walzer vom Strauß erklingt". Buch: Paul Beyer. Hauptdarsteller: Gustav Fröhlich, Gretl Theimer.
[1931]

Nach einem Buch von Wolfgang Wilhelm spielt Albert Bassermann in dem von Eugen Thiele inszenierten Film "Gefahren der Liebe" die Rolle eines Anwalts, der ein schuldverstricktes Mädchen verteidigt. In den anderen Hauptrollen: Toni van Eyck, Hans Stüwe.
[1931]

Nach Motiven des gleichbetitelten Buches von Emil Ludwig inszeniert Richard Oswald den Film 1914, eine Darstellung der historischen Vorgänge, die zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges führten. Der Film hat große Zensurschwierigkeiten, wird aber schließlich nach gewissen, vom Auswärtigen Amt erwünschten Schnitten und Zusätzen freigegeben. Drehbuch: Fritz Wendhausen, Heinz Goldberg. Hauptdarsteller: Albert Bassermann, Reinhold Schünzel, Lucie Höflich, Heinrich George. [1931]

Unter dem Titel >A nous la liberte< schreibt und inszeniert Rene Clair einen sehr interessanten Film, ein aus dem tiefen Pessimismus der Zeit den Fall Frankreichs prophezeiendes Werk mit der durch ihre grimme Symbolik berühmt gewordenen Szene von den Geldleuten, die den vom Winde verwehten Banknoten nachjagen, während ein Deputierter eine patriotische Rede über >liberte< und >fraternite< hält. Hauptdarsteller: Henri Marchand, Raymond Cordy, Germaine Aussey. Kamera: Georges Perinal.
[1931]

Unter der Regie von Fritz Kortner spielt der große Bühnenkomiker Max Pallenberg eine seiner wenigen Filmrollen als "Der brave Sünder", neben ihm Heinz Rühmann. Der Stoff entstammt einem russischen Theaterstück und wird von Kortner und Alfred Polgar bearbeitet.
[1931]
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Filme aus dem Jahr 1931

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  • DER HAUPTMANN VON KÖPENICK
    Richard Oswald-Südfilm. Regie: Richard Oswald. Buch: Carl Zuckmayer, Albrecht Joseph. Darsteller: Max Adalbert, Käthe Haack, Max Gülstorff. Die erste Verfilmung der berühmten Geschichte des Landstreichers, der sich durch eine in einem Trödelladen erstandene Hauptmannsuniform die Autorität gab, eine Streife Soldaten unter sein Kommando zu nehmen und den Bürgermeister von Köpenick zu verhaften. (Siehe 1956)
    [1931]

  • DER KONGRESS TANZT
    Erich Pommer - Ufa. Regie: Erik Charell. Buch: Robert Liebmann, Norbert Falk. Hauptdarsteller: Lilian Harvey, Willy Fritsch, Lil Dagover, Conrad Veidt, Karl-Heinz-Schroth, Otto Walburg, Paul Hörbiger, Adele Sandrock. Musik: Werner Richard Heymann. Kamera: Carl Hoffmann. Bauten: Walter Röhrig, Robert Herlth. Kostüme: Ernst Stern. - Eine harmlos-amüsante und spielerisch-leichte Liebesgeschichte des russischen Zaren und eines Wiener Mädels während des Wiener Kongresses. Ein durch seine schon meisterhafte Beherrschung der Tonfilmtechnik für die Entwicklung des Musikfilms richtunggebendes Werk.
    [1931]

  • DER SCHLEMIHL
    Tobis. Regie: Max Nosseck. Buch: Hans Rameau. Hauptdarsteller: Curt Bois, La Jana, H. A. v. Schlettow, Hubert v. Meyerinck, Grigorij Chmara, Max Ehrlich. Musik: Mischa Spoliansky.- Eine Grotesk-Komödie, der erste deutsche Tonfilm dieses Genres. Bois spielt einen auf die Straße gesetzten Angestellten, der für einen berüchtigten Verbrecher gehalten wird und um der Liebe willen diese Rolle weiterspielt, bis sich alles klärt.
    [1931]

  • DIE DREIGROSCHENOPER
    Nero. Regie: G. W. Pabst. Buch: Leo Lania, Bela Balazs, L. Vajda (nach Bertold Brecht). Hauptdarsteller: Rudolf Forster, Carola Neher, Hermann Thimig, Paul Kemp, Theo Lingen, Fritz Rasp, Lotte Lenya, Reinh. Schünzel, Ernst Busch, Valeska Gert. Musik: KurtWeill, Theo Mackeben. Kamera: F. A. Wagner. - In einer freien Verfilmung der von Brecht und Weill modernisierten >Beggars Opera< wird die Geschichte von Mackie Messer und seiner Polly dargestellt.
    [1931]

  • DIE GRÄFIN VON MONTE CHRISTO
    Ufa. Regie: Karl Hartl. Buch: Walter Reisch. Hauptdarsteller: Brigitte Helm, Rudolf Forster, Gustaf Gründgens. - Dieser Film hat nichts mit dem berühmten Dumas-Roman zu tun; es handelt sich um eine amüsante Hochstaplergeschichte und eine komödienhafte Abwandlung des Dreieckthemas. Die Helm spielt eine kleine Filmkomparsin, die bei einem Ausflug in die „große Welt" zwischen zwei vornehme Herren gerät, die sich beide als Hochstapler herausstellen.
    [1931]

  • DIE HEILIGE FLAMME (>The sacred flame<)
    Warner. Regie: Berthold Viertel. Buch: Heinrich Fraenkel (nach Somerset Maughams Bühnenstück). Hauptdarsteller: Gustav Fröhlich, Dita Parlo, H. H. v. Twardowski, Charlotte Hagenbruch, Salka Viertel-Steuermann. Um das Liebesglück ihres jüngeren Sohnes mit der Frau seines hoffnungslos verkrüppelten Bruders zu ermöglichen, gibt die Mutter dem kranken Sohn das erbetene Gift.
    [1931]

  • EMIL UND DIE DETEKTIVE
    Ufa. Regie: Gerhard Lamprecht. Buch: Billy Wilder (nach dem Roman von Erich Kästner). Hauptdarsteller: Fritz Rasp, Käthe Haack, Rolf, Wenkhaus, Rudolf Biebrach, Olga Engl, Martin Baumann, Gerhard Dammann. Kamera: Werner Brandes. Die berühmte Geschichte von den Schuljungen, die Detektiv spielen und den Halunken zur Strecke bringen. - Der Film hatte auch im Ausland, besonders in England, außerordentlichen Erfolg.
    [1931]

  • F.P.1 ANTWORTET NICHT
    Ufa. Regie: Karl Haiti. Buch: Kurt Siodmak. Hauptdarsteller: Hans Albers, Sybille Schmitz, Paul Hartmann, Peter Lorre, Hermann Speelmans, Rudolf Platte. - Nach dem utopischen Abenteuerroman des Drehbuchautors handelt es sich um eine künstliche Insel, die zur Förderung des Flugverkehrs mitten im Atlantischen Ozean ausgebaut wird. Der Film wurde übrigens gleichzeitig in einer englischen und französischen Version gedreht, worin Conrad Veidt und Charles Boyer jeweils die Albersrolle spielten.
    [1931]

  • KAMERADSCHAFT
    Nero. Regie: G. W. Pabst. Buch: Ernst Vajda, Karl Otten. Darsteller: Alexander Granach, Fritz Kampers, ElisabethWendt, D.Mandaille, G. Charlia, Helena Manson. Kamera: F. A. Wagner, R. Baberske. Bauten: Erno Metzner. - Ein für die Frühzeit des Tonfilms technisch bemerkenswertes Werk, dessen noble Gesinnung zu einem Welterfolg führte. Es ist das Hohelied der Bergarbeiter-Kameradsdiaft, für die es keine staatlichen, politischen und völkischen Grenzen gibt, wenn es gilt, den Kumpels jenseits der Grenze in einer Grubenkatastrophe zu helfen. Der Film ist auch dramaturgisch und dialogtechnisch dadurch interessant, daß die Deutschen und Franzosen jeweils in ihrer eigenen Sprache sprechen.
    [1931]

  • UNTER DEN DÄCHERN VON PARIS (>Sous les toits de Paris<)
    Tobis. Buch und Regie: Rene Clair. Hauptdarsteller: Albert Prejean, Pola lllery, Edmond Greville, Bill Bocket, Paul Olivier, Gaston Modot. Musik: A. Bernard. Kamera: G. Perinal. - Ein von drei Männern umworbenes Pariser Mädchen. Einer von ihnen landet unschuldig im Gefängnis - all das ist unwichtig in diesem Film, der seine Bedeutung aus der eindringlichen Art bezieht, in der es dem Regisseur gelingt, die Atmosphäre von Paris lebendig zu machen. Es ist Clairs erster Tonfilm, in dem die künstlerischen Impulse der Stummfilmtechnik noch überaus lebendig sind.
    [1931]

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Ereignisse aus dem Jahr [1932]

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Einer der Pioniere des deutschen Films, der Regisseur Heinz Karl Heiland, macht seinem Leben ein Ende. Er hatte sich durch Expeditionsfilme in tropischen Ländern einen Namen gemacht.
[10. II. 1932]

Die Wochenschau des Deutschen Lichtspiel-Syndikats stellt ihr Erscheinen ein.
[10. II. 1932]

Zur Feier des eigentlich erst sechs Wochen später fälligen fünfzehnten Gründungstages des Reichsverbandes Deutscher Lichtspieltheaterbesitzer findet in Frankfurt/M. eine Tagung statt, auf der sehr scharf gegen das „Zweischlagersystem" Stellung genommen wird.
[23.-26. V. 1932]

In dem von Karl Wolffsohn herausgegebenen Jahrbuch der Filmindustrie wird der Bruttoumsatz der deutschen Kinotheater für die vergangenen 12 Monate mit ca 210 Millionen Mark errechnet. (Die Vergleichsziffer für das Kalenderjahr 1928 liegt dagegen bei 240 Millionen).
[VI. 1932]

Die Emelka Theatergruppe muß das gerichtliche Vergleichsverfahren beantragen. Die Schwierigkeiten entstammen der seinerzeitigen Übernahme der Theater aus der Konkursmasse des Phoebus Konzerns.
[VII. 1932]

Seit Jahresbeginn wurden in Österreich nur 11 abendfüllende Spielfilme erzeugt. Dagegen wurden 224 Filme eingeführt, darunter 134 aus Deutschland, 68 aus den USA, 11 aus Frankreich.
[30. XI. 1932]

Nach dem von Dr. Alexander Jason für das Deutsche Institut für Konjunkturforschung erarbeiteten Ziffernmaterial umfaßt das Gesamtangebot von abendfüllenden Spielfilmen auf dem deutschen Markt im Laufe des Kalenderjahres 213 Filme; darunter 132 deutsche und 55 amerikanische, sowie 10 aus Frankreich, 9 aus Österreich.
[31. XII. 1932]

Im Milieu des Rennplatzes spielt der von Leonhard Frank und Robert Liebmannn geschriebene Ufa-Film "Der Sieger" mit Hans Albers in der Titelrolle des unwiderstehlichen jungen Mannes, der die reiche Braut (Käthe v. Nagy) heimführt. Regie: Hans Hinrich und Paul Martin. Musik: Werner R. Heymann. Liedertexte: Robert Gilbert, Robert Liebmann, Max Kolpe. Kamera: Günther Rittau. In den anderen Hauptrollen: Adele Sandrock, Julius Falkenstein, Hans Brausewetter, Frieda Richard, Max Gülstorff, Ida Wüst.
[1932]

Gründung des ersten Ufa-Symphonie-Orchesters.
[1932]

Nach dem gleichnamigen Bühnenwerk von Roland Pertwee inszeniert Lothar Mendes den Paramount-Film >Interference<. Drehbuch: J. Walter-Ruben. Kamera: Victor Rittner. Hauptdarsteller: Clive Brook, William Powell, Evelyn Brent. [1932]

In der Berglegende aus den Dolomiten „Das Blaue Licht" führt Leni Riefenstahl Regie und spielt die Hauptrolle. Neben ihr Mathias Wiemann, Beni Führer, Martha Mair, Franz Maldacea. Das Buch stammt von Bela Balacz.
[1932]

Nach einem Drehbuch von Bertolt Brecht inszeniert Slatan Dudow den in betont proletarischem Milieu spielenden Film "Kuhle Wampe". Hauptdarsteller: Hertha Thiele, Ernst Busch, Martha Wolter, Adolf Fischer, Uli Schönborn. Musik: Hanns Eisler. Kamera: Günther Krampf. Der durch seine realistische Milieuschilderung besonders interessante Film wird auch im Ausland, vor allem in England und Frankreich viel beachtet.
[1932]

In dem von Leontine Sagan (unter Mitarbeit von Carl Froelich) inszenierten Film "Mädchen in Uniform" spielt Herta Thiele die Rolle des für ihre Lehrerin schwärmenden Pensionatszöglings. In anderen Hauptrollen: Dorothea Wieck, Emilie Unda, Hedwig Schlichter, Ellen Schwanecke. Der Stoff ist nach dem Bühnenstück von Christa Winsloe bearbeitet.
[1932]

In den von Julien Duvivier für Vandal & Delluc inszenierten >Poil de carotte< wächst Harry Baur zu dem neben Jannings bedeutendsten Charakterkomiker seiner Zeit. Den rothaarigen Jungen der Titelrolle spielt Robert Lynen. Andere Hauptrollen: Catherine Fontenoy, Simon Aubry, Maxime Fromiot. Der nach dem Roman von Jules Renard vom Regisseur selbst bearbeitete Stoff wurde übrigens von Duvivier schon einige Jahre vorher als Stummfilm gedreht.
[1932]

In dem von Friedrich Feher nach einem Drehbuch von Heinrich Fraenkel inszenierten D. L. S. Film "Gehetzte Menschen" spielt Eugen Klopfer die Rolle eines unschuldig in Mordverdacht geratenen Kleinbürgers, der mit seinem kleinen Jungen (vom Sohn des Regisseurs gespielt) auf der Flucht ist.
[1932]

In ihrem letzten deutschen Film "Der träumende Mund", von Paul Czinner nach einem Drehbuch von Carl Mayer inszeniert, spielt Elisabeth Bergner die Rolle einer Frau, die ein unlösbarer Herzenskonflikt in den Tod treibt. Ihr Pflichtgefühl kettet sie an den kranken Gatten, aber sie kann sich der verzehrenden Liebe zu einem faszinierenden Geiger nicht erwehren. Die beiden Männerrollen werden von Rudolf Forster und Anton Edthofer gespielt.
[1932]

Mit dem Film "Ich bin ein entsprungener Kettensträfling" beginnt eine Serie von hochdramatischen Reportagefilmen, für die das Publikum bald mehr Interesse zeigt als für Gangsterstoffe. Der erwähnte sehr groß angelegte Film wird von Mervyn Le Roy für Warner inszeniert. Drehbuch: Sheridan Gebney, Hauptdarsteller: Paul Muni, Glenda Farrell, Helen Vinson, David Landau.
[1932]

Das Gesamtangebot auf dem deutschen Markt umfaßt 964 deutsche und 120 ausländische Kulturfilme.
[1932]

In >Devil may care< spielt der berühmte Stummfilmstar Ramon Novarro seine erste Tonfilmrolle.
[1932]

Unter der Regie von Gerhard Lamprecht wird in dem Film "Ein gewisser Herr Gran" die Rolle eines Abwehragenten von Hans Albers und die seines Gegenspielers von Albert Bassermann verkörpert. Das junge Mädchen spielt Karin Hardt und die geheimnisvolle Frau ist Olga Tschechowa.
[1932]

In ihrer üblichen Backfischrolle eines besonders hübschen und kapriziösen Pensionatszöglings spielt Anny Ondra unter der Regie von Carl Lamac die Titelrolle von "Mamsell Nitouche". [1932]

Mit Außenaufnahmen in Nordgrönland, an Polargletschern und in Eskimodörfern dreht Arnold Fanck seinen Film SOS-Eisberg. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Rettung eines Forschers aus Eisnot. Die Hauptrollen sind mit Leni Riefenstahl, Gustav Diessl, Sepp Rist und dem Flieger Ernst Udet besetzt.
[1932]

Als Clown Quick in dem von Robert Siodmak inszenierten Film gleichen Titels spielt Hans Albers eine von seinem üblichen Fach abweichende Rolle. Lilian Harvey ist eine kapriziöse kleine Frau, die sich nur in die Maske und den Flitter des Gauklers verliebt hat, ihn aber nicht erkennt, als er ihr abgeschminkt gegenübertritt.
[1932]

Seine erste Tonfilmregie übernimmt Paul Wegener in dem Film "Die Freundin eines großen Mannes", mit Käthe v. Nagy in der Rolle einer theaterbesessenen jungen Schauspielerin, die einen von Karl Ludwig Diehl gespielten Großindustriellen für ihre Pläne gewinnt.
[1932]

Nach der oft verfilmten Novelle von Honore de Balzac „Oberst Chabert" inszeniert Gustav Ucicky den Film "Mensch ohne Namen". In dieser modernisierten Fassung wird aus Balzacs Oberst der Napoleonischen Kriege ein aus der russischen Gefangenschaft des Ersten Weltkriegs heimkehrender deutscher Industrieller. Werner Krauss spielt mit erschütternder Eindringlichkeit den Totgeglaubten, den aus den Akten Gestrichenen, der ein ganz neues Leben beginnt. Maria Bard in der Rolle einer arbeitslosen Stenotypistin spielt die Frau, die ihm dabei hilft.
[1932]

In dem Paramount-Film >Dangerous Curves<, eine Zirkusgeschichte von Viola Brothers-Shore, spielt Clara Bow unter der Regie von Lothar Mendes. Kay Francis und Richard Arien in den anderen Hauptrollen.
[1932]

Unter der Regie von George Fitzmaurice spielt Greta Garbo die Hauptrolle in dem Film >As you desire me<, der in Deutschland unter dem Titel "Wie du mich wünschst" erscheint. Der Stoff stammt von Luigi Pirandello.
[1932]
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Filme aus dem Jahr 1932

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  • DER REBELL
    Paul Kohner - Universal. Regie: Kurt Bernhardt. Buch: R. A. Stemmle. Hauptdarsteller: Luis Trenker, Luise Ullrich, Victor Varconi, Fritz Kampers. Musik: Giuseppe Becce. Kamera: Sepp Allgeier, Willi Goldberger, Reimar Kunze. - Den Stoff dieses Films, der zu den bedeutendsten deutschen Tonfilmen der Frühzeit gehört, bietet der Freiheitskampf, den ein junger Tiroler Patriot auf eigene Faust gegen die napoleonische Besetzung seines Vaterlandes führt.
    [1932]

  • ICH BEI TAG UND DU BEI NACHT
    Ufa. Regie: Ludwig Berger. Buch: Hans Szekely und Robert Liebmann. Hauptdarsteller: Käthe von Nagy, Willy Fritsch, Amanda Lindner, Julius Falkenstein, Albert Lieven, Elisabeth Lennartz. Musik: Werner R.Heymann. Texte: Robert Gilbert. Kamera: Friedel Behn-Grund. Bauten: Otto Hunte. - Das möblierte Zimmer einer jungen Maniküre kommt dadurch zur „Vollbenutzung", daß es tagsüber an einen Kellner mit Nachtdienst vermietet ist. Die beiden, die sich in ihrer Behausung nie getroffen haben, lernen sich durch Zufall kennen und werden ein Liebespaar.
    [1932]

  • KRACH IM PARADIES (>Trouble in paradise<)
    Paramount. Regie: Ernst Lubitsch. Buch: Sam Raphaelson. Hauptrollen: Herbert Marshall, Miriam Hopkins, Kay Francis, EdwardEverett Horton, Charles Ruggles, Aubrey Smith. Ein charmanter Hochstapler verliebt sich in die Millionärin, die er als sein nächstes Opfer ausersehen hat, bleibt aber schließlich doch bei seiner nicht minder charmanten Gauner-Komplizin. - Filmhistorisch beachtlich ist bei diesem Film, daß es Lubitschs erster Tonfilm ist, der nicht in das Fach der Operette, sondern in das der „Salonkomödie" fällt.
    [1932]

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