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Einblicke in unsere Requisiten-Aktionen im Juni 2018

Diese Aktion für den Dreh im Juni 2018 in Babelsberg war die bislang aufwendigste und größte Aktion in den letzten 10 Jahren. Vier große Studio-Kameras - wie damals in den richtigen Fernsehstudios von ARD und ZDF - mit fast jeder Menge an Monitoren zusammen mit 2 sehr großen und fahrbaren Bildmischern, das war schon eine recht aufwendige Angelegenheit.

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Das ist das Hightech Wunderwerk

Die echte "Film-"Kamera war natürlich eine Digitalkamera.

Wie bereits bei den anderen "Dreh"-arbeiten wird gar nichts mehr "gedreht", denn es dreht sich an diesen Kameras schon lange nichts mehr. Die deutsche Firma ARRI aus München setzt inzwischen (2016 und danach) bei den professionellen digitalen "Film-" Kameras den weltweiten Standard-Maßstab bei Funktion und Bild-Qualität - sehr zum Mißfallen der Amerikaner, die bislang in dieser High-Definition- Kameratechnik die weltweiten Vorreiter waren.

Und wenn dann noch diese Kamera hoch oben in der Luft schwebt und vom Kamermann unten auf dem Boden wie eine Drone bzw. ein Hubschrauber komplett ferngesteuert - geschwenkt, geneigt und gedeht werden kann, dann ist nur noch Staunen angesagt.
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Noch etwas ganz Besonderes, das Bild-Format von 2.39:1

Das aktuelle Bild der Aufnahme-Kamera wird auf beliebig viele LCD- Monitoren (Flachbildschirme) am gesamten Set per Funk übertragen. Einige dieser Monitoren laufen sogar völlig autark ohne jegliches Kabel mit Akkus.

Selbst der "Tonmann" hat einen solchen kleinen Kontrollmonitor neben seinen Tongerätschaften.

Auch der "Lichttechniker", der mit seinem Steuerpult das gesamte Studio-Licht nach den Anweisungen des Chefbeleuchters steuert und einstellt, hat damit einen Blick auf die aktuelle Bild-Szene.

Doch das Bild auf dem großen Kontrollmonitor der Regie war anfänglich (für mich jedenfalls) "komisch" breit, entweder zu flach oder (eigentlich) zu breit. Das war kein standardisiertes 16:9 Fernseh-Breitbildformat.

Auf meine dezente Frage an die Kamera-Assistentin, auf welchen Seiten das Bild denn nachträglich beschnitten würde, im Fernsehen könne man ja dieses Breite auf dem 16:9 Format nicht darstellen, hieß es, das wird ein richtiger Cinemascope Kinofilm. Dieser "Film" wird also gar nicht fürs Fernsehen produziert. Der kommt "nur" ins Kino !!!

Die besonders "dicke" Optik vorne auf der Kamera war also der (Aunahme-) Anamorphot- Vorsatz mitsamt Zoom-Funktion dahinter.

Es war das erste Mal, daß ich bei einem echten "Film-Dreh" für einen (digitalen) Kinofilm dabei war und dann auch noch in Cinemascope.
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Die Überleitung zum Regisseur und zum Kameramann

Gegenüber den früheren "Filmdrehs" auf echtes 35mm Farbfilm- material kann jetzt "jeder" mitverfolgen, was die Digital-Kamera gerade "sieht", bzw. was der Kameramann für einen Bild- Ausschnitt eingestellt oder ausgewählt hat.

Der Regisseur sitzt quasi nur noch vor dem großen Kontroll- bildschirm und instruiert seinen Chefkameramann, wie er sich die jeweilige Szene vorstellt. Dieser wiederum instruiert seine Kamerassistenten, wie die Kamera zu positionieren bzw. zu bewegen sei. Und beide zusammen einigen sich mit dem Chefbeleuchter über die effektbestimmende Beleuchtung der Schauspieler samt der Kulisse, die einen wesentlichen Teil der ganzen Szene ausmacht.

Um die eigentliche Aufnahme-Technik, die aktuelle Lichtstärke, die Farbtemperatur, Blende und den Shutters kümmern sich die Kamera-Assistenten, natürlich auch um die Akkus, die immer noch viel zu schnell leer werden.
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Die Bildschärfe wird ebenfalls ferngesteuert von einem weiteren Kameramann oder einem Assistenten eingestellt - jedoch im Hintergrund.
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Der Regie-Assistent und die Komparsen

Der Assistent des Regisseurs ist fast wichtiger als der Regisseur. Er muß bestimmend wie ein Kommandant sein und dennoch charmant und freundlich "agieren". Und er braucht ein einigermaßen lautes Organ, damit ihn wirklich alle verstehen. Er instruiert die Schauspieler und die Komparsen für die jeweilige Szene, wie das alles ablaufen soll. Hier im Bild das talentierte bayerische Urgestein, der die ganze Dreharbeit locker und souverän geleitet hatte. Es zahlte sich aus, daß er die korrigierenden Instruktionen im urbayerischen Dialekt anordnen konnte, ohne "jemandes Ego" - auch das der Schauspieler - nicht zu verletzen.
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