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"Ku'damm 59", eine beeindruckende ZDF Produktion.
Die Teile 4, 5 und 6 ab dem 18. März 2018 - erste Eindrücke

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Eine Anmerkung vorab :

    *  Eigentlich wollten wir uns hier im Fernsehmuseum aus den Programminhalten komplett heraushalten, weil es zu 150% ziemlich schnell in Weltanschauungen oder die Politik abdriften würde. Durch unsere Beteiligung an den historischen Requisiten mit unseren alten historischen Fernseh-Kameras und dadurch einige Einblicke am "Set" (Drehort) entstand aber ein ganz anderes Verhältnis zu dieser Trilogie (zu allen beiden!).
    * Der eigentliche rote Faden aller bisherigen 6 Teile ist aber die Verlogenheit fast der ganzen deutschen Nachkriegs-Gesellschaft am Beispiel eines Teils der Protagonisten. Hier ist es hervorragend glaubwürdig gelungen, wie zum Beispiel Mutti Schöllack die 12 Jahre der NS-Zeit beiseite oder gar ganz wegzudrücken oder zu marginalisieren versuchte. Autorin und Regisseur haben es verstanden, diese Story aus der Zeit von 1956-59 in eine realitätsnahe Umgebung zu integrieren. Weil in diesen 12 Jahren so viel fast immer noch Unverständliches geschehen war und das sogar 25 Jahre nach Kriegsende immer noch nicht bereinigt war, finden Sie mehr darüber in unserem Bereich "Was ist Wahrheit?".

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3 Qualitäten zur Auswahl

Nachtrag vom 25.3.2018 :
Die 6 Filme dürfen (warum auch immer) nur 1 Woche in der Mediathek zum Download bereit stehen, doch zum Abspielen stehen sie laut Webseiten- Information etwa 12 Monate dort auf der Webseite. Wenn man das weiß, dann hilft :

https://mediathekviewweb.de

und dort die gibt es die "Suche" nach "Ku'damm", nichts weiter ...... und da sind sie alle. Mit der linken Taste klickt man auf das Filmsymbol des jeweilgen Teils der Trilogie (die Spiel-Länge in Minuten steht daneben) und mit der rechten Taste kann man dann den rechten Abspiel-Button der gewünschten Film-Qualität anklicken und das Objekt der Begierde auf die lokale Platte speichern. - Es geht übrigens deutlich schneller (17 Min.) als der anfängliche sehr lahme und instabile Download (2,3 Std) der einzelnen Filme.

Ergänzende Informationen (noch ein paar kleine Zusatzfilm"chen") :

  1. Sonja Gerhardt und Trystan Pütter im Ton-Studio
  2. Die visuellen Effekte des Dreiteilers - So entstanden die Kulissen zu Ku'damm 59
  3. Ku'damm 56 - Auf einen Blick
  4. "Es ging nicht um Liebe, sondern um Status" - Die 50er ... das war komplett anders!
  5. "Es war erschreckend nah" - Eine nahe, ferne Zeit
  6. "Rock'n'Roll galt als verrucht und gefährlich" - Als eine Generation das Tanzen lernte
  7. Ku'damm 56 - Die Dokumentation - Die Gesellschaft der 50er Jahre

Nachtrag beim nochmaligen Anschaun auf einem HDTV Monitor : Die 6 Filme sind alle in hoher Auflösung erstellt und das braucht man auch, sonst gehen solche Kleinigkeiten wie Mama Schöllacks Fotos aus 1937 verloren, die Sie wiederum zum Verstehen der komplexen Handlung und des roten Fadens benötigen.

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Ein Blick von ganz oben auf
das Foyer der Tanzschule

22. März 2018 - Hier kommen jetzt meine persönlichen Eindrücke :

Am 18. März kam der vierte Teil (eigentliche der 1. Teil der zweiten Trilogie "Ku'damm 59") dieses ZDF-Dreiteilers, bei dem ich 2 volle Tage beim Dreh in der Tanzschulen-Kulisse in den CCC-Studios in Berlin Spandau dabei war. Auf der Haupseite dieser Mitmach-Aktion hatte ich es schon beschrieben, die Kulisse war (für mich) einmalig.

Die Kulissenbauer haben eine tolle Arbeit hingelegt. Innen mit verbundenen Augen "eingeliefert", hätte selbst ein Tanzschulenprofi sich in die Zeit von 1959/60 zurückversetzt gefühlt. In der Zeit von 1974 bis etwa 1978 hatte ich diverse Tanzschulen mit Diskotheken (Sound- anlagen) und Lichtsteuerungsanlagen ausgestattet. So hatte ich natürlich damals von der ersten Planung an bis zum Ausbau der Säle Einblicke in die Bau-Zeichnungen und die gesamten Innenausbau-Arbeiten.
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künstliches Sonnenlicht von außen

Wenn ich das alles in den Studios nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, wären mir in der Sendung vom 18.3. (das war erste Teil der zweiten Trilogie - also eigentlich der 4. Film) nicht so viele Kleinigkeiten aufgefallen, die dort leider gar nicht so richtig raus kamen. Es fehlten so manche wunderschönen Einzelheiten - sowohl von der Kulisse her - wie auch von der eigentlichen doch reichlich komplexen und verketteten Story, lauter kleine Einzelheiten, die alle mit abgedreht worden waren.
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Sicher wäre dann aus jedem der beiden 3-Teiler zu je 1,5 Std. ein neuer 5-Teiler mit je 2 Stunden geworden.

Vielleicht kommt ja mal eine "lange" Version auf DVD, es würde sich lohnen.

Neben den hervorragenden Schauspielern waren es die Band-Mitglieder, die mir sehr gefallen hatten. Die konnten wirklich richtig live spielen, das waren echte Musiker, also keine Komparsen.

Wir haben
auch das in den Filmen gemerkt, also wenn die Handgriffe an den Gitarren zeitrichtig zur Musik gepaßt hatten.
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Es gibt natürlich auch Schatten bzw. Schwächen

innen ganz toll gemacht, von außen eine unscheinbare Sperrholzkulisse

Einige intessierte Zuschauer hatten es gelesen oder irgendwie herausgefunden, einen Tag vorher gab es in ARTE (oder war es 3Sat ?) alle 3 Teile der ersten Trilogie 1 ("Ku'damm 56") am Stück direkt hintereinander, nur durch blöde ZDF Werbung (Mord- und Totschlag-Trailer) unterbrochen.

In diesen ersten 3 Teilen war die gesamte Vorgeschichte enthalten, die in dem leider viel zu kurzen Trailer am 18.3.2018 vor dem 4. Teil nicht recht gezeigt bzw. komprimiert wiederholt wurde bzw. die als Einführung die Grundlagen der Story und damit den roten Faden hätte vermitteln können.

Und diese Vorgeschichte ist durch die an einigen Stellen eingebauten historischen Verwicklungen aus den Jahren 1936 bis 1945 recht komplex und man mußte sehr genau - wie ein Lux - aufpassen, keines dieser vielen kleinen scheinbar nebensächlichen Details zu verpassen.

Inzwischen habe ich mir (mit etwas Mühe) alle 6 Folgen aus der Mediathek des ZDF herunter geladen und nochmals recherchiert. Es sind für die Mutti Schöllack und die drei Töchter sowie den Tanzlehrer Assmann und den Showmaster bestimmt 25 bis 30 "Vorkommnisse", die erst damit die jeweils nachfolgende Handlung plausibel werden lassen.

So war zum Beispiel Monika (die Hauptdarstellerin neben Mutter Schöllack) die mittlere Tochter von Mutti. Und die jüngste der 3 Schwestern war das - dem richtigen Vater Gert Schöllack um 1936 - untergeschobene Kind einer Nacht mit dem späteren (also nach Kriegsende) von Mutter Schöllack angestellten Tanzlehrer Fritz Assmann, einem bekennenden Alt-Nazi.

Auch das Ende von Teil 4 mit dem Heiratsantrag von Monika an den Firmenerben Joachim Frank war ohne Vorkenntnisse trivial simpel ala Traumschiff oder Schwarzwaldklinik, weil es so nicht schlüssig war. Wenn man nicht gesehen hatte, wie Monika ihrem anfänglich ungeliebten Zwangs-Gastgeber im Kino das Messer leicht in den Bauch gerammt hätte, fehlte die rote Linie in der ganzen Tochter-Monika-Story.
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Diese 6 Filme stellen "hohe" Ansprüche - nix da mit Bergdoktor oder Traumschiff mit den immer gleichen flachen Storys ......

Oben Gesagtes gilt natürlich auch für Teil 5 der 2.Trilogie. Hatte man die 4 anderen Filme nicht vorher gesehen und hatte sich - wenn man überhaupt drauf geachtet hatte - ein paar vermeintlich unscheinbare Details doch nicht gemerkt, konnte man der Handlung fast nicht folgen. Auch den diversen Action-Einlagen fehlte (dann mangels Hintergrund) somit der Kontext. Bereits Teil 4 hätte eines deutlich längeren Trailers bedurft, bei Teil 5 fehlte noch mehr Vorabinfo bzw. die vorherigen Einblicke.
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Der Teil 6 schrammte knapp an einer der typischen Seifenopern vorbei, einiges war schon manch anderen Trivialgeschichten oder Fernsehserien sehr ähnlich. Das Ende von Teil 6 war dann leider auch irgendwie flach und konnte den anfänglichen Anspruch auf ein hohes thematisches Niveau und die aussergewöhnliche Geschichte nicht befriedigen. Die ersten drei Folgen hatten - aus meiner Sicht - einen Anspruch "zementiert", der ab der 5. Folge langsam weniger oder niedriger wurde.
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Die Schauspieler, wirklich alle, eine Klasse für sich.

Ein Pressefoto der Hauptdarsteller

Am Anfang dieses Artikels hatte ich betont, in der "Ku'damm" Story ist ein roter Faden eingebunden. Und den hat der Regisseur mit den Schauspielern grandios umgesetzt. Nicht nur Mutti Schöllack spielt hervorragend authentisch und glaubwürdig, die drei Töchter und deren Partner sowie die vielen anderen Beteiligten einschließlich der Menge der Komparsen, von ganz alt bis ganz jung (die kleine Enkelin Dorli zumBeispiel) sind ein in unserem thematisch verweichlichten und qualitativ abgeflachten Fernsehen ein Genuss.

Zum Vergleich kann ich die beiden Filme über den Staatsanwalt Fritz Bauer (die ebenfalls anspruchsvolle Original-Geschichte spielte 1960 in Frankfurt) aus 2015 heranziehen. Bei dem einen Film war ich wiederum mit unseren historischen Kameras dabei. Nach dem Senden der Filme im Fernsehen war ich enttäuscht, weil viele Szenen arg gestellt bzw. teilweise peinlich gekünstelt rüber kamen und die Schauspieler trotz aller Bemühungen die Figuren nicht glaubhaft authentisch gespielt hatten. Das war schade. Umso mehr fällt mir jetzt der deutliche Unterschied zu dem Berliner Kudamm-59-Dreh auf.
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Alles in allem waren (sind immer noch) diese 6 Filme eine enorme Bereicherung der deutschen Film- und Fernseh- Landschaft, die den ganzen Kommerz vom Sport sowie die Helene Fischer Shows (Krone der Volksmusik) in den Hintergrund treten lassen, wären diese Sendungen nur alle nicht so exorbitant teuer.
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In den letzten Jahren gab es nur ganz wenige wirklich beeindruckende Filme mit Tiefgang - Filme bei uns aus Deutschland. Darum liegt mir doch einiges daran, solche schauspielerischen Glanzleistungen und nicht nur diese Highlights einem weiteren Kreis unserer Leser und Besucher zu empfehlen.
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Und wenn Sie partout diese 6 beeindruckenden Filme nicht runter laden können, (es ist nicht trivial) - bewaffnen Sie sich mit einem (leeren) 16GB USB-Stick, bringen Sie genügend Kuchen mit (das Ganze dauert doch etwas) und besuchen Sie die Museums-Redaktion ........
Sie haben es verstanden ?

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