Der 70mm Kino Film

 |  |

|
 |

|
 |

|
 es sind 6 getrennte Magnetspuren auf dem Film, jeweils 3 links und rechts neben dem Bild
|
Die Qualität eines projezierten Bildes steigt mit der nutzbaren Fläche des Filmfensters deutlich an, mit verdoppelter Bildbreite (und verdoppelter Höhe natürlich) nahezu quadratisch. Das macht sich beim Qualtitäts-Vergleich (der Pixelauflösung) von 35mm Filmmaterial zu 70mm Filmmaterial ganz deutlich bemerkbar.
So haben die Amerikaner ein senkrecht laufendes 70mm Filmformat (wie beim 35mm Film) mit einem 2,20:1 Verhältnis entwickelt und die entsprechenden Kameras und Projektoren gebaut. Die Idee und Realisation (und die Finanzierung ??) powerte ein Mr. Michael Todd. So hieß das System dann auch Todd-AO. Vielleicht war das sein Lebenstraum, denn ein finanzieller Erfolg war es nicht (der Mr. Todd ist auch recht früh gestorben). Der Aufwand war damals gigantisch, die Technik auch, die wenigen Filme (es waren angeblich 9 an der Zahl) zählten zum qualitativ absolut Feinsten, das jemals auf Zelluloid gebannt war. Der Ton lief anfänglich auf einem separaten Ampex 6 Kanal Bandgerät mit, später war er auf 6 Magnetspuren direkt auf dem 70mm Filmband drauf, das Bild wurde damals auf 65mm Negativ-Film gedreht, denn da brauchte man erst mal keinen Platz für die Tonspuren und sparte so viel Geld. Kodak wußte auch damals schon, wie man mit Film-Rohmaterial Geld druckt.
Die Bildqualität selbst auf 18m (und sogar 24m) breiten Projektions- Wänden war phantastisch. Nur zum Vergleich, eine 12m breite Cinemascope Bildwand war der obere Standard in deutschen Normalo Kinos. In Wiesbaden hatten wir (glaube ich) nur ein einziges Kino mit einer 18m breiten Bildwand.
Mit dem 6 Kanal Ton wurden (für damals) einige wenige tolle effektvolle "Aha Erlebnisse" produziert, doch diese Ton-Technik war bei weitem nicht auf heutigem Niveau.
Nur zur Erinnerung: Stanley Kubricks Meisterwerk "2001: A Space Odyssey" wurde auchauf 70mm Film gedreht.
Doch es war wie immer, was sich in den USA nicht durchsetzt, wird (meist) auch weltweit ein Flop. Die Technik war zu teuer, die Masse der Amerikaner war mit weit weniger Qualität zufrieden (siehe Grundig´s Video 2000 und JVC´s VHS)
Die wenigen Filme wurden später unter Aufgabe der Überqualität auf 35mm Cinemascope umkopiert und der Ton auf 4 Kanal zusammen gemixt.

Zeitgleich gab es auch noch ein quer laufendes 70mm Film-Format auf quer laufendem 35mm Film, genannt Vista Vision, bei dem jedes einzelne Bild ca. 70mm breit war. Und dann gab es auch noch ein weiteres 65mm Film-Format ebenfalls mit querlaufenden 70mm Bildern in noch besserer optischer Qualität, genannt Imax.
Heute in 2006 gibt es in Karlsruhe noch ein richtiges 70mm Kino, in dem öfter solche Nostalgie- Filme für "Sammler" und "Kenner" gezeigt werden.
Doch es gab noch Besseres und noch Beeindruckenderes beim Film, es gab den Cinerama Film mit 3 gleichzeitg laufenden 35mm Projektoren und einer separaten 7Kanal 35mm Film-Tonbandmaschine.
Und es gibt noch mindestens 2 IMAX Kinos in Deutschland, in Speyer und Sinsheim. Wir vom Förderkreis Fernsehmuseum waren in Speyer und haben fast alles gesehen, das IMAX Kino kommt noch.

zum Seitenanfang
