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Die Inhalte / Artikel aus Jahrgang 4 - 1957 - geparkt

Auf dieser Seite sind die Inhalte von allen einzelnen Ausgaben eines Jahrgangs von "Der Filmvorführer" aufgrund der Menge vorerst nur geparkt.
Die Artikel und Berichte werden später thematisch gezielt untergebracht und zusätzlich hier verlinkt, teilweise auch in unserem Tonband- und Hifi-Museum.

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Die Titel-Seite von Heft 11/1957 (Nov. 1957)
"Kommt die Automation im Vorführbetrieb ?"

In letzter Zeit ist das Problem der Automation im Vorführbetrieb in den Blickpunkt des Interesses gerückt. (Die Besucherzahlen sind in 1957 drastisch gesunken und es sollte - mußte - gespart werden.) Die Vorstellungen, die sich mit diesem Begriff verbinden, schwanken zwischen vollkommener automatischer Durchführung des Vorführbetriebes, d. h. also praktisch ohne Vorführer, und einer nur teüweisen Automation, wobei also die ordnende Hand des Vorführers nach wie vor unerläßlich ist.

Diese letztere Einstellung dürfte jedenfalls nach dem heutigen Stand der Technik der Möglichkeit der Verwirklichung naher kommen. Es sind zwar schon - z. T. auch erfolgversprechende - Versuche in England und in Deutschland unternommen worden, die vom Vorführer bisher einzeln von Hand betätigten Bedienungsvorgänge mit Hilfe von Schaltwalzen oder ähnlichen Vorrichtungen durchzuführen, man hat auch schon Fernsteuer-Einrichtungen für Kino-Projektoren entwickelt (eine solche wurde z.B. kürzlich in der Frankfurter Vorführschule gezeigt), letzten Endes konnte und kann die Automation jedoch nicht so weit getrieben werden, daß nach einem Druck auf den Knopf der ganze Vorgang vom Einlegen des Films bis zum Öffnen der Saaltüren nach Schluß der Vorstellung selbsttätig erfolgt.

Vorbedingung für einen zumindest halbautomatischen Betrieb, der dem Vorführer einen großen Teil Arbeit abnimmt und damit menschliche Unzulänglichkeiten ausschalten könnte, wäre die Verwendung von Xenon-Licht als Projektions-Lichtquelle, die Benutzung von 1.800m- Filmspulen - was ab 1.12.1957 nach Inkrafttreten des Sicherheitsfilmgesetzes durchaus möglich wäre -, die vollkommen automatische Bild- und Ton- Überblendung und die Zusammenfassung der Betätigungsorgane für die Fernsteuerung der Gleichrichter, der Saalverdunklung, der Vorhang- und Blendenzüge und des Gongs.

Da die Dia-Vorführung auch automatisiert werden kann (s. FV 10/1957), wäre das ein weiterer Schritt auf dem Wege zum automatischen Vorführbetrieb, der aber nur möglich ist, solange der Film nicht abreißt! - Das untenstehende Bild zeigt einen vorbildlich eingerichteten Vorführraum mit Ernemann X Projektoren und Druckknopftafeln.

Vorrichtungen für die Einstellung der Bildformate (1957)

Bei der Umstellung eines Filmtheaters auf die heute üblichen Bildformate ist es erforderlich, zur Einstellung der verschiedenen Seitenverhältnisse die seitlichen Bildwandabdeckungen verschiebbar anzubringen. Die beiden Blenden werden dabei über eine entsprechende Zugeinrichtung bewegt. Im einfachsten Fall wird der Blendenzug über eine Handkurbel oder ähnlich betätigt, zumeist aber ist eine gesonderte, durch einen Elektromotor angetriebene Blendenzugmaschine vorhanden.

Eine solche Blendenzugmaschine wird vom Vorführraum aus über Drucktasten und Schalter ferngesteuert und besitzt bis zu vier „Auf-Stellungen und eine „Zu-Stellung. Es lassen sich damit alle üblichen Bildbreiten einstellen, wobei die „Zustellung der Zugeinrichtung für die Abdeckung des Normalbildes benutzt wird.

Da in der Regel für alle Bildformate die gleiche Bildhöhe gewählt wird, brauchen die horizontalen Blenden nicht beweglich zu sein. Wird in Sonderfällen eine unterschiedliche Bildhöhe gewünscht - z. B. in schmalen Theatern - so muß dafür natürlich eine weitere Blendenzugmaschine eingebaut werden.
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Die Konstruktion

Eine saubere Abdeckung des Bildes ist für eine gute Bildwirkung unerläßlich. Als Material wird hierfür schwarzer Samt verwendet. Dieser hat ein so geringes Reflexionsvermögen, daß die auf die Umrandung fallenden Bildteile vom Publikum nicht wahrgenommen werden.

Wichtig ist, daß die in Schienen laufenden Blenden möglichst dicht an der Bildwand anliegen. Die nötigen Seilführungsrollen und Laufschienen werden deshalb direkt an dem Bildwandrahmen angebracht. Die Seilführung selbst entspricht dabei etwa der des Haupt-Vorhanges.

Die Blendenzugmaschine wird an einer Seite des Bildwandrahmens unten aufgestellt, und zwar so, daß die Mitte der Seiltrommel senkrecht unter der nach unten führenden Eckrolle steht. Es muß aber darauf geachtet werden, daß die Schaltschütze und die Endkontakte frei zugänglich bleiben. Das Seilende wird an der Trommel festgeklemmt und nach oben geführt. Hier passiert es eine Eckrolle, welche dem Seil die horizontale Richtung gibt. Nunmehr wird es über die hintere Laufschiene gelegt, wird durch die Umlenkrolle - welche oft als Spannrolle ausgebildet ist - an der anderen Seite des Rahmens gewendet und läuft über die vordere Laufschiene und die vordere Führungsrolle wieder herunter zur Seiltrommel. Hier wird das Seilende aufgewickelt und festgelegt.

Da das Seil sich mit der Zeit dehnt, empfiehlt es sich, eine geeignete Spannvorrichtung einzubauen. Damit kann das Seil jederzeit mühelos nachgespannt werden. Für die Blenden selbst gilt, daß sie straff gespannt sein müssen und sich nicht bei Luftzug bewegen dürfen. Der schwarze Samt kann also nicht einfach nach Art des Hauptvorhanges direkt an die Wagen der Laufschiene gehängt werden, sondern es werden in der Regel Blenden aus Holz oder eine Stahlrohrgitter- Konstruktion entsprechender Höhe und Breite von 30 ... 40cm verwendet. Diese Blenden werden mit dem schwarzen Samt überzogen und an den Wagen aufgehangen.

Wichtig ist dabei, daß die Blenden vollkommen senkrecht hängen, um schiefe Bildkanten zu vermeiden. Zuverlässig und einfach läßt sich dieses mit einer Wasserwaage kontrollieren. Für den restlichen Abdeckvorhang wird aus Sparsamkeitsgründen einfacher schwarzer Textilstoff verwendet. Es ist dies ohne weiteres zulässig, weil hier ja kein Licht mehr auftrifft. Im allgemeinen genügt es, wenn die Blenden nur oben geführt werden. Ist es aber nötig, die Bildwand etwa wegen vorhandener Schrägprojektion zu neigen, so müssen auch an der Bildwandunterkante Laufschienen für die Blenden angebracht werden. Andernfalls würden die Blenden unten von der Bildwand abstehen bzw. an ihr schleifen.

Bilder
Trapezförmige Schrägprojektion auf eine gerade Bildwand
Schrägprojektion auf eine gekrümmte Bildwand, bogenförmige Verzeichnung
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Die Ausrichtung der Kinomaschinen

Bevor man an die Einjustierung der Formate gehen kann, müssen beide Maschinen auf die Bildwand ausgerichtet werden. Dieses geschieht mit Hilfe eines Prüffilmes oder noch besser mit der Testplatte von ZEISS-IKON. In der Mitte der Testplatte sind kleine Löcher zu einem Kreuz und zu einem Rechteck angeordnet, welches genau dem zu projizierenden Filmbild von 15,2 mal 20,9mm (Normalformat) entspricht.

Zunächst werden die Maschinen auf Höhe und Seite ausgerichtet. Zur Ausrichtung auf Seite wird in der Mitte der Bildwand eine Markierung aufgestellt, etwa eine aufrechtstehende Holzleiste. Wird jetzt die Testplatte auf die Bildwand projiziert, so kann das mittlere der als Kreise abgebildeten Löcher leicht durch Hin- und Herbewegen der Maschine mit der Markierung zur Deckung gebracht werden.

Damit beide Maschinen übereinstimmen, müssen die abgebildeten Punkte beider Projektoren genau übereinander fallen. Die Ausrichtung der Projektoren auf Höhe geschieht nach der Bildunterkante, die ja durch die gewünschte Bildhöhe über dem Fußboden bzw. der Rampe festliegt. Hierbei ist aber unbedingt darauf zu achten, daß beide Maschinen vollkommen waagerecht stehen. Andernfalls entstehen bei der CinemaScope-Projektion Bildverzerrungen.

Bekanntlich wird ja das CinemaScope-Bild bei der Aufnahme in horizontaler Richtung zusammengepreßt, verzerrt. Die Entzerrung bei der Wiedergabe muß ebenfalls genau horizontal erfolgen. Bei einer schräg stehenden Maschine trifft dieses aber nicht zu, da die CS-Optik auf jeden Fall so eingestellt wird, daß das projizierte Bild waagerecht liegt. Daß hierbei Bildverzerrungen entstehen, ist leicht einzusehen.

Das Geradestehen der Projektoren läßt sich wieder leicht mit der Testplatte kontrollieren. Ist die Maschine auf die richtige Höhe eingestellt, so stehen die beiden unteren größeren Eckkreise der Testplatte so, daß ihr Rand gerade die untere Bildabdeckung berührt.

Erfolgt die Berührung der zwei Kreise nicht gleichmäßig, d. h. steht der eine etwas höher als der andere, so steht die Maschine schräg. Die Ursache ist in der Regel ein ungleichmäßiger Fußboden, so daß durch Unterlegen von kleinen Holzkeilen der Projektor gerichtet werden muß. Es soll bei dieser Gelegenheit noch auf einige andere Anwendungen der sehr vielseitigen Testplatte eingegangen werden.

Zunächst ist einmal eine Ermittlung der Bruttomaße des Bildes - also die Höhe und Breite ohne Abdeckung - möglich. Der Durchmesser der vier abgebildeten Eckkreise - sie sind etwas größer als die anderen - ist auf der Platte nämlich mit 2,09mm so gewählt, daß er mit 10 multipliziert die Normalbildbreite in Metern ergibt. Aus der Bildbreite läßt sich dann leicht die Bildhöhe errechnen.

Die Güte der Projektionsobjektive läßt sich ebenfalls überprüfen. Gute Objektiive sollen bis in die Bildecke scharf zeichnen und weisen auch keine Verzerrung der Abbildung auf. Die auf der Bildwand abgebildeten Punkte der Testplatte müssen also von der Bildmitte bis zum Bildrand scharf sein und dürfen auch nicht von der Kreisform abweichen. (Ausgenommen bei der CS-Projektion!)

Eine einseitige Randunschärfe kann aber auch ihre Ursache in einer Dejustierung des Objektivhalters haben. Eine Kontrolle der Ausleuchtung ist ebenfalls mit der Testplatte möglich. Bei richtiger Einstellung der Lampe müssen alle Kreise gleich hell sein. Ist dieses nicht der Fall oder treten Farbränder auf, so liegt ein Einstellfehler des Spiegels oder der Lampe vor.

Bilder
Schrägprojektion: Die verwendete Objektivbrennweite ist zu lang
Starke Schrägprojektion von oben links auf eine gerade Bildwand

  • Anmerkung : Das ist alles nichts für den Filmvorführer, der sich darum gar nicht kümmern sollte. Das macht der Kinotechniker, der es von der Pike auf gelernt hat und das Wissen aus dem Ärmel schüttelt.

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Festlegung der Bildbegrenzung

Die genaue Lage der Bildbegrenzungen läßt sich auf verschiedene Weise finden. Projiziert man nach Ausrichten der Maschinen die Testplaitte auf die Bildwand, so geben die äußeren Lochkanten die Lage der schwarzen Bildabdeckung an. Die Einstellung der Seitenblenden für das Breit- und CinemaScope-Lichttonbild kann ebenso geschehen, da sie einheitliche Bildfensterbreiten haben.

Man setzt also das entsprechende Objektiv ein und legt die Abdeckung nach den beiden seitlichen Lochreihen fest. Die Bildbegrenzung kann a'ber auch unter Zuhilfenahme der Bildfensteirmasken für die verschiedenen Formate eingestellt werden. Es wiird hierzu das jeweilige Bildfenster mit dem zugehörigen Objektiv eingesetzt und auf die Bildwand projiziert. Das weiße Rechteck zeigt nun deutlich die Lage der Abdeckungen an.

Es ist aber zu beachten, daß wegen der unvermeidlichen Randunschärfe, die ja jedes Objektiv nun einmal mehr oder weniger aufweist, immer einige Zentimeter Bildfläche mehr abzudecken sind. Projiziert man den Film ohne Bildfenster, läßt sich nach den auf der Bildwand sichtbaren Bildrändern ebenfalls die schwarze Umrandung festlegen.

Man wird dieses Verfahren vor allem dann anwenden, wenn anstelle von maßhaltigen Bildfenstermasken solche mit kleineren Ausbrüchen zum Ausfeilen im Theater verwendet werden. Derartige Bildfenster werden von der Firma Eugen Bauer, Stuttgart, geliefert.

Spezielle Bildfenstermasken zum Ausfeilen

Bildfenstermasken mit kleineren Ausbrüchen dienen zur Anpassung an die örtlichen Verhältnisse im Theater, z.B. starker Schrägprojektion. Liegt in einem Theater Schrägprojektion vor, so tritt bekanntlich eine trapezförmige Verzeichnung des Bildes ein. Bei einer Abwärtsprojektion auf eine gerade gespannte Wand ist das Bild oben kleiner als unten.

Das liegt daran, daß bei dieser Schrägprojektion und senkrecht stehender Wand die obere Bildkante näher zum Projektor liegt als die untere Kante. Bei Aufwärtsprojektion ist die Verzeichnung des Bildes noch in Kauf zu nehmen. Das Trapez wird durch die schwarze Samtabdeckung unsichtbar gemacht, so daß für den Zuschauer ein exakt rechteckiges Bild entsteht. Auch die Verzeichnung des Bildinhaltes ist hierbei noch zu vernachlässigen.

Ungünstiger wirkt sich die Schrägprojektion aus, wenn sie auf eine gekrümmte Bildwand erfolgt. Es werden hierbei nicht nur die senkrechten Bildkanten verzeichnet, sondern auch die waagerechten Kanten zeichnen sich auf der Bildwand bogenförmig ab. Bei der Abwärtsprojektion hängen demnach die waagerechten Begrenzungslinien nach unten durch. Besonders deutlich wird diese Verzeichnung bei dem breiten CinemiaScope-Bild.

Es zeigt sich nun in solchen Fällen oft, daß die nach Projektionsentfernung und Bildbreite errechnete Objektivbrennweite nicht zu verwenden ist. Bei der Projektion mit diesem Objektiv werden nämlich die bogenförmig durchhängenden Bildbegrenzungen nicht voll von der schwarzen Abdeckung erfaßt. Teile der Bildkanten werden daher innerhalb der Bildwand sichtbar. Es muß deshalb mit einer kleineren Objektivbrennweite gearbeitet werden. Dabei wird das Bild oft soweit in die Abdeckung hinein projiziert, daß dem Zuschauer die Verzeichnung der Bildränder nicht mehr verborgen bleibt, wodurch auch die Verzeichnung des Bildinhaltes stärker in Erscheinung tritt.

Verwendet man nun eine Bildfenstermaske mit kleinerem Ausbruch, so kann diese so ausgefeilt werden, daß die Ränder der auf die Bildwand projizierten Maske nur etwa 8 ... 10cm in die Umrandung hineinragen. Der Zuschauer gewinnt dadurch den Eindruck eines exakt rechteckig projizierten Bildes.
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Das Ausfeilen der Bildfenster-Masken

Vor dem Ausfeilen der Bildfenster-Masken ist die schwarze Umrandung an der Bildwand anzubringen. Man projiziert also, wie oben beschrieben, den Breit- und CinemaScope-Film ohne Bildfenster und legt danach die Abdeckung fest. Hiernach setzt man das kleinere Bildfenster in den Projektor ein und läßt das Licht auf die weiße Wand fallen. Die Ränder delr Bildmaske werden jetzt deutlich innerhalb der Bildwand sichtbar.

Das Bildfenster wird nun so ausgefeilt, daß seine sichtbaren Kanten auf allen Seiten höchstens 5 ... 10cm in den Samtstreifen hineinfallen. Das Ausfeilen selbst wird natürlich außerhalb des Projektors vorgenommen.

  • usw. usw. Das ist nicht mehr interessant, zumal es der Vorführer sowieso nicht machen konnte - schon mangels Werkzeug und Befähigung.

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Die Justierung der Objektive

Cinemascope- bzw. Breitwandfilme werden in der Regel in Verbindung mit einem Normalfilm gezeigt. Es geschieht dieses nicht zuletzt darum, um beim Publikum eine tiefere Wirkung des breiten Bildes hervorzurufen. Die Vorführung verschiedener Bildbreiten bedingt aber die Verwendung von Objektiven mit verschiedenen Brennweiten.

Ein Auswechseln der Objektive in den bislang üblichen Objektivhaltern bringt den Nachteil mit sich, daß nach jedem Wechsel das Objektiv wieder mit Licht scharf eingestellt werden muß. Dem Publikum würde dadurch, wenn auch nur für kurze Zeit, ein unscharfes Bild geboten.

Die Herstellerfirmen der Projektoren haben diesem Umstand Rechnung getragen und Objektivhalter entwickelt, die ein Auswechseln der Objektive ohne nachträgliches Scharfeinstellen mit Licht gestatten. Das wurde grundsätzlich dadurch erreicht, daß die Objektive vor justiert werden. Daneben findet man in manchen Fällen auch noch eine Skala an der Mikrometerschraube der Objektivverstellung. Dadurch wird es möglich, nach dem einmal für jedes Objektiv festgelegten Skalenstrich dieses immer wieder scharf zu stellen.
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Ernemann X-Projektorwerk mit ausschwenkbarem Anamorphoten (Foto: Zeiss Ikon)
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Die Einstellung der CS-Optik

Die Projektionsoptik für Cinemascope setzt sich bekanntlich aus zwei Teilen zusammen nämlich aus der rotationssymmetrischen Grundoptik und denn an amorphotischen Vorsatzsystem. Das Grundobjektiv bestimmt die normale Bildgröße und durch den Vorsatz wird dieses Bild auf die doppelte Breite auseinander gezogen. Die Einstellung der Optik wird am besten wieder mit einem geeigneten Prüffilm vorgenommen.

Zunächst wird nur das Grundobjektiv in die Fassung eingeschoben und wie oben beschrieben auf größtmöglichste Schärfe eingestellt. Dann wird der Entzerrungsvorsatz in den Fassungstubus bzw. in die Halterung eingesetzt und bis an das Grundobjektiv herangeschoben. Der Vorsatz wird nun radial solange verdreht bis das breite Bildfeld auf der Wand völlig waagerecht liegt.

In dieser Stellung wird der Vorsatz festgeklemmt. Als letztes wird nun die Entzerrungsoptik auf die Projektdonsentfernung eingestellt. Hierzu wird der mit einer Skala versehene große Rändelring über die Einstellmarke der beitreffenden Projektionslänge gebracht. Da die Skala aber nur als Anhaltspunkt dient, werden evtl. jetzt noch vorhandene Unscharfen durch leichtes Verdrehen des Ringes ausgeglichen.

Das fertig eingestellte System darf nun nicht mehr verändert werden. Unscharfen die.während des Betriebes aus den bekannten Ursachen auftreten, werden wie gewohnt mit der Objektivverstellung korrigiert.

Je nach Fabrikat werden Grundobjektiv und Entzerrungsvorsatz entweder zu einer Einheit verbunden oder getrennt am Projektor befestigt. Im letzten Fall wird die Entzerrungsoptik in einen nach der Seite oder nach oben ausschwenkbaren Halter eingesetzt. Da beim betriebsmäßigen Scharfstellen in diesem Falle nur das Grundobjektiv bewegt wird, muß natürlich zwischen diesem und dem Anamorphoten ein kleiner Abstand eingehalten werden. Der Abstand soll aber möglichst gering sein, um eine Abschattung des Lichtbündels durch den Vorsatz zu vermeiden.

Ein Vorteil der getrennten Befestigung ist, daß der Vorsatz um seine waagerechte Achse geschwenkt werden kann. Hierdurch wird es möglich, die bei einer Schrägprojektion evtl. auftretende einseitige Bildunschärfe am oberen oder unteren Bildrand zu beseitigen. Die Lage des Bildes auf dem Schirm wird dabei nicht verändert. - Günter E. Wegner

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Schnellwechsel-Objektivhalter an einem Bauer-Projektor (Foto: Bauer)

  • Anmerkung : Das obige sind alles Arbeiten, die der Techniker der Einrichtugsfirma, bei uns die UFA Handel Frankfurt, erledigt und die so gut wie nie verändert werden mußten. Der gesamte Artikel ist hier überflüssig.

Kaltlichtspiegel und Wärmeabführung

Zur Verhinderung der Wärmestrahlung auf den Film und die filmführenden Teile des Projektors werden neuerdings Kaltlichtspiegel verwendet (s. FV 10/1957). Bei dem Einsatz eines solchen Kaltlichtspiegels in Form eines Hohlspiegels mit Oberflächenbeschichtung werden bekanntlich die sichtbaren Lichtstrahlen reflektiert, während die (unsichtbaren) Wärmestrahlen nach hinten, d. h. in den rückwärtigen Teil des Lampenhauses, durchgelassen werden.

Hier müssen sie dann zur Vermeidung einer übermäßigen Erwärmung dieses Teils des
Lampenhauses abgeführt werden. Für den Fall, daß hierfür keine geeignete Möglichkeit besteht, wird von Frieseke & Hoepfner empfohlen, einen normalen Hohlspiegel mit rückseitiger Verspiegelung zu verwenden und vor dem Austritt des Lichtes aus dem Lampenhaus einen schräg gelagerten Planspiegel mit Kaltlichtschichten so anzuordnen, daß die Wärmestrahlen zum Kamin des Lampenhauses abgelenkt werden, so daß eine Aufheizung des Lampenhauses verhindert wird. Zweifelsohne bietet eine solche Anordnung konstruktive Vorteile, da keine besonderen Abführungskanäle für die Wärme erforderlich sind, jedoch geht andererseits der Lichtgewinn verloren, der durch den Spiegel mit vorderseitiger Beschichtung erzielt werden kann. -K-

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Aufheizen des hinteren Lampenhausteiles durch Wärmestrahlen
Vorgeschaltete Kaltlichtspiegelplatte führt Wärmestrahlung direkt in den Kamin
(Zeichnungen: Friesecke & Hoepfner)

Siemens Kinokohlen „Siplalux"

Bis zum Jahre 1945 belieferten die Siemens-Plania-Werke in Berlin-Lichtenberg einen namhaften Teil der deutschen und ausländischen Lichtspieltheater mit Bogenlampenkohlen. Die bekannten Kohlenmarken „Super Bio" und „Kino SA" für Reinkohlenlampen sowie die Marken „Koh-i-noor" und „Mogul" für Hochintensitätslampen waren infolge ihrer hohen Lichtausbeute und ihres sparsamen Abbrandes dank eingehender Entwicklungsarbeiten und langjähriger Erfahrungen in der Fachwelt zu einem Begriff geworden.

Der Ausgang des zweiten Weltkrieges brachte den Verlust des Werkes in Berlin-Lichterfelde (Anmerkung : in der Ostzone), der besonders schmerzlich für den Siemens-Konzern war, weil in diesem Werk die gesamte Fabrikation der Projektionskohlen konzentriert war.

Nunmehr ist es nach langjähriger Vorbereitung wieder gelungen, in Westdeutschland eine leistungsfähige Kinokohlenfertigung aufzubauen. Die hier entwickelten und hergestellten neuen „Siplalux-Kinokohlen" bauen auf den Entwicklungs- und Fabrikationsverfahren der Siemens-Plania-Kohlen auf.

Siplalux-Kohlen für HI- und Reinkohlenlampen

Die neuen Siplalux-Kohlen werden für Gleichstrom-Hochintensitäts- und Reinkohlenlampen hergestellt. Die Siplalux- HI-Kohlen liefern ein strahlend weißes Licht, wie es vor allem für die Farbfilmwiedergäbe unerläßlich ist. Sie erzeugen einen hohen Lichtstrom, haben einen stabilen Lichtbogen, einen weiten Belastungsbereich und einen sparsamen Abbrand.

Sie werden in zwei verschiedenen Ausführungen geliefert: „Sipla-lux-Standard" und „Siplalux-Chrom". Die Ausführung „Siplalux-Standard ist für normale Betriebsverhältnisse vorgesehen. Die Kohlenpaarung besteht aus einer verkupferten Positiv-Kohle mit Leuchtsalzdocht und einer verkupferten Negativ^Kohle mit Kohlenstoffdocht. Die beim Verbrennen der Kohle verdampfenden Metallsalze bilden einen leuchtenden Gasball (Beck-Effekt), der ein Spektrum aufweist, das dem Tageslicht sehr nahe kommt.

Die Siplalux-Standard- Kohlen brennen auch an ihrer oberen Belastungsgrenze noch sehr ruhig und mit verhältnismäßig niedriger Abbrandgeschwindigkeit. Dadurch ergibt sich bei großer Lichtausbeute eine wirtschaftliche Arbeitsweise. Da der erzielte Beck-Effekt nur wenig von der Lichtbogenlänge abhängig ist, ist ein Nachstellen des Kohlennachschubes nur in größeren Abständen erforderlich.

Die zweite Ausführung der neuen Siemens-Kohlen, „Siplalux-Chrom", stellt eine beachtenswerte Neuentwicklung dar. Während die normalen Positiv-und Negativ - HI - Kohlen verkupfert sind, ist die Positiv-Kohle der „Siplalux-Chrom" verchromt. Diese Chromschicht oxydiert während der Verbrennung weniger als die Verkupferung, sie hat einen kleineren Ausdehnungs-Koeffizienten und schmilzt erst bei höheren Temperaturen als eine Kupferschicht.

Dadurch wird die metallische Stromleitung mehr an den Lichtbogen herangeführt und es ergibt sich bei gleicher Strombelastung - gegenüber verkupferten Kohlen - eine größere Helligkeit und eine geringere Abbrandgeschwindigkeit, als bei normalen HI-Kohlen.

Die Siplalux-Chrom-Kohlen sind hochbelastbar und haben einen sehr weiten Belastungsbereich. Sie sind daher besonders gut geeignet für Vorführungen mit unterschiedlichem Lichtbedarf, wenn z. B. wechselweise Normal-, Breitwand- und CinemaScope-Filme vorgeführt, werden sollen, während in diesen Fällen bei Verwendung verkupferter Kohlen im allgemeinen Kohlenpaarungen von verschiedenem Durchmesser verwendet werden müssen.

Siplalux-Reinkohlen

Reinkohlen liefern bekanntlich ein mehr gelbliches Licht. Da die Lichtleistung von Reinkohlen begrenzt ist, sollten sie nur in solchen Theatern verwendet werden, in denen (wo) die erzielbare Lichtleistung ausreicht und auf besonders sparsamen Kohleverbrauch Wert gelegt wird. Sie sind daher auch zur Wiedergabe von Farbfilmen weniger gut geeignet. Die von Siemens entwickelte Reinkohlen-Paarung „Siplalux-Karat" besteht aus einer Positiv-Kohle mit Kohlenstoffdocht und einer homogenen Negativ-Kohle. Die Negativ-Kohlen können verkupfert und unverkupfert geliefert werden.

Die verkupferten Negativ-Kohlen haben bei gleicher Belastbarkeit einen kleineren Durchmessser. Sie ermöglichen daher eine etwas größere Lichtausbeute, weil die dünnere Negativ-Kohle den Krater der Positiv-Kohle weniger abschattet. Um die neuen Kohlestifte gegen die schädigende Einwirkung von Feuchtigkeit bei ungenügender Lagerung zu schützen, werden diese - neben der normalen äußeren Verpackung - zusätzlich in zugeschweißten Plastikbeuteln verpackt. -Z~

Ratschläge für die Pausenmusik (Nov. 1957)

Gute alte Bekannte begrüßt man immer gern. Das gilt im täglichen Leben, aber auch im übertragenen Sinne bei Filmen und Musikstücken. Dabei gibt das Begrüßen solcher Bekannten wohl stets eine aufgeschlossene, aufnahmebereite und freundliche Atmosphäre.

Nicht umsonst werden soviel alte Filmthemen wieder verfilmt oder entstehen Filme um bekannte Schlager. Auch in der Pausenmusik und der musikalischen Umrandung der Filmtheaterwerbung sollte man jener Erscheinung Beachtung schenken. Welcher langjährige Filmtheaterbesucher würde wohl die Musik aus jener vergangenen „goldenen Filmzeit" nicht gern einmal wieder hören?

Die Schallplatten-Industrie hat in letzter Zeit eine Reihe wirklich gefälliger Neuaufnahmen alter Filmschlager herausgebracht, die in diesem Sinne einige Aufmerksamkeit verdienen und die sich auch durchaus zum Einsatz im Filmtheater eignen. So sind z. B. bei Polydor eine Reihe Potpourris bekannter Filmkomponisten erschienen.

Hier die Titel:

  • Treffpunkt Heino Gaze, Nr. 20 078
  • Schön war die Zeit (Peter Kreuder) Nr. 20 074
  • Tausend rote Rosen blüh'n (Will Meisel) Nr. 20 075
  • Mäckies Musikparade (Michael Jary) Nr. 20 077
  • Das gibts nur einmal (W.-R. Heymann) Nr. 20 068
  • Musikanten sind da (Franz Grothe) Nr. 20 070


Viele bekannte Filmmelodien sind ferner auf der Platte „Werner Müller dirigiert" (Polydor 20 126) verzeichnet. Bei Telefunken ist die Musik aus den alten Filmen „Amphitryon" und „Königswalzer" in einer sehr ansprechenden Aufnahme (U 45 976) wieder erstanden.

Und bei Electrola erschien Musik aus: Abschiedswalzer (EG 8710) Liebesgeschichten (EG 7378) Der blaue Engel (EG 8702) Die schwedische Nachtigall (EG 8706).

In Kürze wird nun der Film um und mit dem bekannten Jazztrompeter Louis Armstrong (Satchmo) auf der deutschen Leinwand erscheinen. Bei der großen Beliebtheit dieses Musikers in weiten Kreisen des jüngeren Publikums dürfte dem Film erfolgsmäßig eine günstige Prognose gestellt werden.

Ein übriges dürfte der Werbung obliegen; wohl kaum hat bisher einem Film ein so großes, reichhaltiges Plattenangebot gegenüber gestanden. An dieser Stelle sei daher nur zunächst eine kleine Auswahl angeführt.

  • Brunswick 10 053, 10 007, 10 112
  • Philips 429 269 BE, BF 322 015
  • Coral 94 028, 94 049
  • Telefunken/RCA 447-0066
  • London AL 3501 (33 UpM) - R. H. K.

Neue Filmmusikschallplatten

In den Wintermonaten von 1957 wird das Angebot an Filmmusik-schallplattein wieder reichhaltiger. Fast von jedem neuerschienenen Film gibt es Musikaufnahmen, so daß für einen abwechselungsreichen Einsatz im Filmtheater gesorgt werden kann.

Nachfolgend eine Fortsetzung unserer vorangegangenen Übersichten. (Alle Aufnahmen soweit nicht anders erwähnt 45UpM)

  1. Bauerndoktor    Telefunken U 45 972; A 11972 (78)
  2. Blaue Jungs    Polyder 23 509, 23 505, 50 509 (78),    50 505 (78)
  3. Calypso-Fieber    Coral 94 108; Philips 319 391 PF;    RCA 47-6771
  4. Casino de Paris    Polyder 23 520, 50 520 (78)
  5. China Legionär    Capitol F 3695
  6. Ein Gesicht in der Menge    Capitol F 3705, W 872 (33)
  7. Einmal eine große Dame sein    Polydor 20 297; Heliodor 780 141
  8. Ein Vaterherz    Capitol F 3695
  9. Die Furchtlosen    Capitol F 3472
  10. Die große Chance    Polydor 20 298, 23 481, 50 481 (78)
  11. Gruß und Kuß vom Tegernsee    Electrola EG 8724
  12. Heiße Erde    Polydor 23 551, 50 551 (78)
  13. Die heilige Johanna    Capitol W 865 (33)
  14. Hoch drob'n auf dem Berg    Polydor 23 479
  15. In 80 Tagen um die Welt - Brunswick 86 054 LPB (33) -12 101 NB; Coral 93 242 NC; London DL 20 117
  16. Die James Dean Story    Capitol F 80 427; Coral 94 068 EPC
  17. Der Knabe auf dem Delphin    Brunswick 12 108 NB
  18. Der kühne Schwimmer    Polydor 23 486
  19. Lemke's sei. Witwe    Electrola EGW-21-7851
  20. Das letzte Paradies    Polydor 20 308
  21. Ohne Liebe geht es nicht    Brunswick 10 095
  22. Ober zahlen    Decca D 18 548, F 46 584 (78)
  23. Präludium in Jazz    Telefunken U 45 982
  24. Roter Staub    Brunswick 10 079
  25. Die Schmiede im tiefen Forst    Electrola EG 602
  26. Die Schöne Helena    Capitol F 3336
  27. Siebenmal in der Woche    Decca D 18 585, F 46 585 (78)
  28. Stern von Afrika    Electrola DW 5587
  29. Stirb wie ein Mann    Coral 94 097 EPC
  30. Tammy    Coral 93 241 NC
  31. Tante Wanda aus Uganda    Polydor 23 462
  32. Die Trapp-Familie    Polydor 20 276, 20 277, 45 128 (33)
  33. Unter Palmen am blauen Meer    Polydor 23 552, 50 552 (78)
  34. Vier Mädels aus der Wachau    Electrola EG 8730
  35. Weißer Holunder    Polydor 23 477, 23 478, 50 478 (78)    Philips 344 969 PF
  36. Wenn eine Frau liebt    Electrola 7 PW 538
  37. Witwer mit fünf Töchtern    Polydor 23 552, 50 552 (78)
  38. Zehntausend Schlafzimmer    Capitol F 3648

    R. H. K.

Röhren und ihre Kennseichen (Stand von Okt. 1957)

Im vorigen Jahr (1956) waren genau 50 Jahre vergangen, daß Telefunken die erste Glühkathodenröhre (industriell) für Verstärkerzwecke baute. Seitdem wurden die Röhren in steter Forschungsarbeit immer weiter verbessert und den steigenden und vielfältigen Anforderungen der Praxis angepaßt.

Laufend werden neue Rundfunk- und Fernsehempfänger sowie Verstärkeranlagen entwickelt und gefertigt. Alle diese Geräte benötigen zu ihrem Betrieb Elektronenröhren. Es vergeht kein Jahr, in dem nicht mindestens einige neue Röhrentypen auf den Markt kommen.

Heute unterscheiden wir Verstärkerröhren für Hoch-, Zwischen- und Niederfrequenz, ferner Misch-, Oszillator- und Phasenumkehr- Röhren sowie Hochfrequenz- und Netzgleichrichterröhren. Eine weitere Aufteilung in einzelne Röhrenserien ist durch die verschiedenen Betriebsbedingungen bei Allstrom-, Wechselstrom- und Batteriegeräten bedingt.

Während früher die Fabriken gleichwertige Röhren unterschiedlich mit Buchstaben und Zahlen versahen, wurde 1934 mit der Einführung von Gemeinschaftsröhren eine einheitliche Kennzeichnung geschaffen (= erzwungen). Sie besteht aus zwei bis drei Buchstaben und einer ein- bis dreistelligen Zahl. Wenngleich diese Bezeichnungsnorm bei einigen Röhren durchbrochen wird, so wird doch derjenige, dem diese immer wiederkehrenden Zeichen geläufig sind, die weitaus meisten Röhren schnell ihrem Verwendungszweck zuordnen können.

Der erste Buchstabe gibt Auskunft über die Art der Röhrenheizung. So bedeuten:

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  • A-    - 4 Volt, indirekt    Wechselstrom
  • C-    - 200 mA, indirekt    Gleich- u. Wechselstrom
  • D-    -1,2-1,4 V, dir.    Batterie    
  • E -    - 6,3 V, indirekt    Wechselstrom
  • H-    - 150 mA, indirekt    Gleich- u. Wechselstrom
  • K -    - 2 Volt, direkt    Batterie    
  • P -    - 300 mA, indirekt    Gleich- u. Wechselstrom
  • U -    - 100 mA, indirekt    Gleich- u. Wechselstrom
  • V -    - 50 mA, indirekt    Gleich- u. Wechselstrom

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Aus dem zweiten Buchstaben läßt sich der Aufbau des Röhrensystems erkennen. Im Falle einer Doppelröhre, d. h. bei zwei Systemen in einem Glaskolben, erscheint noch ein dritter Buchstabe. Ihre Bedeutung ist folgende:

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  • A B    - Diode Zweipolröhre - Duodiode Doppelzweipolröhre    HF-Gleichrichtung Regelspannungs1-erzeugung HF-Gleichrichtung Regelspannungserzeugung
  • C    - Triode Dreipolröhre    NF-Verstärkung HF-Gleichrichtung und NF-Verstärkung
  • D    - Endtriode Dreipol-Endröhre    NF-Verstärkung in der Endstufe (Lautsprecherröhre)
  • £    - Tetrode Vierpolröhre    NF'-Verstärkung HF-Gleichrichtung mit NF-Verstärkung
  • F-    - Pentode Fünfpolröhre    HF-, NF-Verstärkung HF-Gleichrichtung mit NF-Verstärkung
  • H-    - Hexode, Heptode Fünfpolregelröhre    Regelbare HF-Verstärkung
  • K    - Oktode Achtpolmischröhre    ZF-Erzeugung u. regelbare ZF-Verstärkung
  • L -    - Endpentode Fünfpolendröhre    NF-Verstärkung in der Endstufe (Lautsprecherröhre)
  • M    - Magisches Auge m.Triode o.Pentode    Sichtbarmachung der Senderabstimmung
  • Q    - Nonode, Enneode Siebenpolröhre    FM-Demodulation NF-Verstärkung
  • W    - Einweggleichrichter gasgefüllt    Wechseispannungs-Gleichrichter
  • X    - Zweiweggleichrichter, gasgefüllt    Wechselspannungs-Gleichrichter
  • Y    - Einweggleichrichter    Wechselspannungs-Gleichrichter
  • Z    - Zweiweggleichrichter    Wechselspannungs-Gleichrichter

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Aus den Zehnergruppen der nachfolgenden Zahlen lassen sich weitgehendst Rückschlüse auf Form und Sockel der Röhre ziehen. Es bedeuten:

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  • 1        . Außenkontaktsockel
  • 10        . Stahlröhrensockel
  • 20        . Preßglasröhren
  • 30        . Oktals'ockel
  • 40        . Rimlock- und Piccoröhren
  • 50        . Preßglasröhren
  • 65        . Subminiaturröhren
  • 80        . Novalröhren
  • 90        . Miniaturröhren
  • 100        . Speziairöhren
  • 150        . . Sondertypen
  • 600,    800, 900 .. .

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Aus patentrechtlichen Gründen die Klangfilmröhren

Röhren der Nummer 60, 80, 90 mit langer Lebensdauer, Stoß- und Vibrationsfestigkeit, engen Toleranzen. Besonders ausgesuchte klingfreie Röhren der Type EF 12 tragen hinter der Zahl ein kleines k". Abweichend von diesen Bezeichnungen blieben aus patentrechtlichen Gründen die Klangfilmröhren für die Bestückung von Verstärkern für die Tonfilmwiedergabe. In der folgenden Aufstellung sind einer Anzahl Klangnlm-röhren (Kl.-Nummern) die entsprechenden Vergleichstypen von Telefunken, Valvo bzw. der Gemeinschaftsröhren gegenüber gestellt worden.

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  • 70 503    _    REN 904 / A 4110
  • 70 504    -    REN 904 / A 4110
  • 70 581    -    AC 101
  • 70 701 S    -    RENS 1294 / H 4129 D
  • 70 715    -    EF 12
  • 71 401    -    RE 134 / L 413
  • 71 403    -    RE 604 / LK 460
  • 71 411    -    RE 304 / LK 430
  • 71 509    -    REN 2204
  • 71 510    -    AD 101
  • 72 401    -    RV 238
  • 72 404    -    RV 218
  • 72 406    -    AD 1
  • 73 401    -    RV 239
  • 73 550    -    EL 12
  • 74 303    -    RGN 1064 / G 1064
  • 75 301    -    RGN 2004 / G 2004
  • 75 303    -    RGN 1404 / G 1404
  • 76 303    -    RGN 2504 / G 2504
  • 77 305    -    RGN 4004 / G 4004

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Die Garantie auf Röhren in 1957 beträgt 6 Monate

Die auf dem Sockel, beziehungsweise Glaskolben, aufgedruckte dreistellige Zahl hat mit der Typenbezeichnung nichts mehr zu tun. Es sind lediglich Fabrikationsnummern und dienen zur Kontrolle bei etwaigen Reklamationen. Die Garantie für Mängel, welche auf Fabrikationsfehler zurückzuführen sind, beträgt im allgemeinen 6 Monate.

Für kommerziellen Betrieb, zu dem auch die Verwendung in Tonfilmverstärkern gehört, beträgt die Werksgarantie dagegen nur 4 Monate. Letzteres beruht zum Teil auf den längeren täglichen Betriebszeiten und den stärkeren Anforderungen gegenüber dem Betrieb in privaten Rundfunkempfängern. Der Ablauf der Röhrengarantiezeit beginnt mit dem Röhrenkauf und nicht erst mit der Inbetriebnahme. Aus diesem Grunde ist es ratsam, neue Röhren gleich nach ihrem Erwerb in die Verstärker einzusetzen und die alten Röhren in Reserve zu nehmen. T. Vieweg

Laudatien 1957 - Karl Dörrenberg und Fritz Schulz

50 Jahre Vorführertätigkeit
Im Oktober 1957 konnte Karl Dörrenberg, Filmvorführer in den „Bürgerlichtspielen" in Bochum-Laer, auf eine 50jährige Tätigkeit als Filmvorführer zurückblicken. Der am 26. März 1891 geborene Jubilar erlernte nach dem Besuch der Volksschule zunächst den Beruf eines Fotografen und trat im Oktober 1907, also zu einer Zeit, als das Filmtheaterwesen noch in den Kinderschuhen steckte, im „Urania-Theater", Bochum, als Vorführer ein.

Anschließend arbeitete er in der „Tonhalle" sowie in der „Lichtburg" in Bochum und in anderen Städten im heutigen Nordrhein-Westfalen. Während seiner langen beruflichen Tätigkeit hat Karl Dörrenberg Gelegenheit gehabt, die gesamte Entwicklung vom Stummfilm bis heute praktisch mitzuerleben. Wir wünschen dem rüstigen Jubilar weiter ein erfolgreiches Schaffen. -Z-

30 Jahre Kabinenpraxis
Am 28. Oktober jährte es sich zum dreißigsten Male, daß Fritz Schulz, Nürnberg, in Salzwedel (Altmark) in der „Schauburg" nach Ablegung der Vorführerprüfung seine Kabinenlaufbahn begann. Millionen Filmmeter liefen inzwischen durch die von ihm betreuten Maschinen, von denen es wohl keine Type gibt, hinter der er nicht schon gestanden hat. Stationen seiner Tätigkeit waren Lichtspieltheater in Sagan, Zweibrücken, Bamberg und anschließend zehn Jahre im Nürnberger Vorkriegs-„Lu-Li".

Dann folgte die Einberufung zur Wehrmacht, Teilnahme am Rußlandfeldzug, schwere Verwundung und 1945 Wiederaufnahme seiner Arbeit im „Metropol" in Nürnberg, das er nach acht Jahren verließ, um einem Ruf in die Fürther Park/Admiral-Lichtspiel-betriebe zu folgen. Dort sorgt er heute für gutes Licht und guten Ton und zählt zu den unentbehrlichen Mitarbeitern des Unternehmens.

Zahlreich waren die Glückwünsche, die dem Jubilar, der die rasante Entwicklung vom Stummfilm bis zu den neuzeitlichen Wiedergabeverfahren und Tontechniken praktisch
miterlebt hat, aus dem Kreise der Kollegen, aber auch von Vertretern der in Nürnberg ansässigen kinotechnischen Firmen entgegengebracht wurden. „Der Filmvorführer" schließt sich herzlich den Gratulanten an und wünscht weitere erfolgreiche Berufsjahre. -edm-

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