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Filmgeschichte(n) und Filmchronik(en) - Von 0 bis 1957

überarbeitet, korrigiert und kommentiert von Gert Redlich im Juli 2016 - Hier findenSie die bislang umfangreichste und detailierteste Historie der weltweiten Entwicklung des Films, der Filmwirtschaft (und des Kinos). Der Deutsch-Engländer Heinrich Fraenkel (geb. 1897) war hautnah dabei gewesen und beschreibt 1956/57 zwei weltweite Epochen des Films :
Es beginnt mit Teil I "Von der Laterna Magica bis zum Tonfilm" und geht weiter mit Teil II "Vom Tonfilm bis zum Farbfilm"

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Ereignisse aus dem Jahr 1927

In einer Gesellschaft der Film-Musik-Autoren e.V. schließen sich die Filmmusiker zur Wahrnehmung ihrer Berufsinteressen zusammen.
[19. I. 1927]

Das „Magnoscope", eine amerikanische Erfindung, bahnt die Entwicklung der späteren Breitwandprojektion (Anmerkung: gemeint ist das spätere Cinemascope von 1954) an. Schon bei der Aufnahme wird durch entsprechende Objektive die Projektion auf übergroßen Flächen vorbereitet.
[I. 1927]

Thomas A. Edison, der Pionier der Kinematographie, feiert seinen 80. Geburtstag.
[11. II. 1927]

In Paris wird die "Cinematique Francaise" gegründet, ein Institut, das es sich zur Aufgabe macht, durch die Sammlung historischer Bildstreifen als ein Museum der Filmgeschichte zu dienen.
[6. III. 1927]

Dr. F. Bausback ist von seinem Vorstandsposten bei der UFA zurückgetreten. Alfred Hugenberg vom Scherl-Verlag wird Vorsitzender des Aufsichtsrates der UFA.
[IV. 1927]

Ludwig Klitzsch wird Vorsitzender der Spio (Spitzenorganisation der Filmindustrie).
[V. 1927]

In der Pariser Ausgabe der Daily Mail reiten viele Filmproduzenten eine Campagne gegen den Tonfilm: „Großartige Erfindung, aber kann weder künstlerisch noch ästhetisch das Niveau des Films heben . . . Bild muß Bild bleiben, das Wort ist der Tod des Films . . .". Französische Produzenten planen eine Liga zur Bekämpfung des Tonfilms.
[20. V. 1927]

Paul Davidson ist anfangs des Jahres aus der UFA ausgeschieden und plant eine Studien- und Geschäftsreise nach USA. Das ist ihm jedoch nicht mehr vergönnt, da er, 60 Jahre alt, plötzlich stirbt.
[VII. 1927]

Nach seiner Rückkehr aus Amerika, dort war er etwa 1 1/2 Jahre bei der Fox tätig, tritt Erich Pommer wieder bei der UFA ein.
[XL 1927]

Im Hause Kochstr. 6-8 bezieht die UFA ihre neuen Berliner Geschäftsräume.
[1927]

In Amerika wird die Erfindung zweier neuer Photophonverfahren bekannt. Durch ein „Kinophon" soll die Gleichschaltung von Ton und Bild bei Aufnahme- und Wiedergabegeräten erreicht werden.
[1927]

Der Reichsverband der Lichtspieltheaterbesitzer e.V. hat im Laufe des Jahres die Anzahl eingetragener Vereinsmitglieder mehr als verdoppelt.
[XII. 1927]

Das Regisseur-Ehepaar J. und L. Fleck zählt mit einer Jahresproduktion von sieben Filmen zu den meistbeschäftigsten deutschen Regisseuren. Die Titel: „Der Bettelstudent", „Der fröhliche Weinberg", „Das Fürstenkind", „Liebelei", „Ein Mädel aus dem Volke", „Der Orlow", „Wenn Menschen reif zur Liebe werden".
[XII. 1927]

Für die Rex-Film A.G. inszeniert Kurt Bernhardt den Film „Das große Los". Buch: Bela Balasz. Hauptdarsteller: Veit Harlan, Jack Trevor, Marceil Salzer, Paul Bildt, Adele Sandrock.
[1927]

In dem Film „Das Ende von St. Petersburg" schildert der Regisseur W. Pudowkin die politischen Gegensätze zur Zeit der Kerenski-Regierung. In den Hauptrollen: A. Tschistjakow, A. Semzowa.
[1927]

Unter der Regie von Franz Osten erscheint bei Peter Ostermayr der Lustspielfilm „Die raffinierteste Frau Berlins". Eine Gaunergeschichte nach dem gleichnamigen Roman von Garrai-Arvay.
[1927]

Die "Societe des Cineromans" bringt einen zweiteiligen Kriminalfilm „Das Rätsel von Paris". In tragenden Rollen: Robert de Fevre, Lucian Dal Sace, Anna Lefeuvrier.
[1927]

Unter dem Titel „Die drei Niemandskinder" schreibt und inszeniert Fritz Freisler in eigener Firma einen Wiener Film, der sich mit der Lebensgeschichte zweier österreichischer Kinder und eines Findlings befaßt. In den Hauptrollen: Xenia Desni, Willi Forst, Hermann Valentin, Adele Sandrock.
[1927]

Für die Ottol-Film GmbH, inszeniert Robert Wohlmuth einen Lustspielfilm „Die Launen einer Künstlerin". In den Hauptrollen: Alphons Fryland, Carmen Cartellieri.
[1927]

In dem im Kristall-Filmverleih erschienenen Film „Moral und Liebe" führt Georg Jacoby die Regie. Hauptrollen: Oskar Homolka und Grefe Mosheim.
[1927]

Lupu Pick wird zum 1. Vorsitzenden des Verbandes der Filmregisseure gewählt.
[1927]

In München wird die Leo-Film AG. gegründet.
[1927]

Rudolf Meinert gründet eine deutsch-russische Filmallianz unter dem Namen "Derufa", die durch eine neue Finanzgruppe gestützt wird.
[1927]

Der Bund deutscher Lehrfilmhersteller hat vom Deutschen Bildspielbund Filme zur Auswertung in Schulen erworben. Die Lichtspieltheaterbesitzer, besonders in Sachsen, protestieren dagegen, weil sie in der örtlichen Auswertung der Filme eine unbillige Konkurrenz erblicken.
[1927]

Deutsche Musikverleger schließen sich unter der Firma "Filmmusik-Union GmbH.", zusammen.
[1927]

Die UFA klagt gegen die Gema, d. h. die "Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte", die sich für die Ansprüche ihrer Autoren und Komponisten einsetzt.
[1927]

Zwischen "Nero-Film" und "Matador" kommt es wegen der Verfilmung von Wedekinds „Büchse der Pandora" zu einem Rechtsstreit.
[1927]

Elisabeth Bergner gründet mit Paul Czinner (ihrem Regisseur und Ehemann) eine eigene Filmgesellschaft.
[1927]

Die UFA und British Gaumont treffen ein auf Gegenseitigkeit beruhendes Produktions- und Verleihabkommen.
[1927]

Die Bavaria-Film AG. ist im Konkurs. - Die Bavaria-Filmateliers werden versteigert.
[1927]

UFA- und Deulig-Filmverleih werden zusammengelegt.
[1927]

Die UFA-Direktoren Klitzsch, Dr. Becker und Schlesinger gehen auf eine Studienreise nach Amerika.
[1927]

Die Münchener Emelka produziert in Berlin.
[1927]

Isidor Fett tritt in die Leitung des DLS (Deutsches Lichtspiel-Syndikat) ein, das als GmbH, beträchtlich erweitert wird. - Auch ausländische Theaterbesitzer, insbesondere aus der Tschechoslowakei, schließen sich dem Syndikat an.
[1927]

In Belgien wird die Filmzensur aufgehoben.
[1927]

Vier Wiener Theaterbühnen, die schließen mußten, können als Kinotheater wieder in Betrieb gesetzt werden.
[1927]

Die amerikanischen Großverleihfirmen Parufamet, Defina und United Artists, sowie die deutschen Firmen Emelka und National werden Mitglieder der Spitzenorganisation der Filmindustrie (Spio).
[1927]

Unter Leitung von Karl Wolffsohn, Herausgeber der LBB (Lichtbildbühne), wird in Berlin die bisher größte deutsche Filmbibliothek der Öffentlichkeit übergeben. Sie stammt aus privater Initiative, steht aber jedermann zur Verfügung.
[1927]

Bei der amerikanischen Umfrage nach den besten zehn Filmen des vergangenen Jahres figuriert nur ein einziger deutscher Film, „Metropolis", der mit 15 Punkten an fünfter Stelle steht. Spitzenfilm (25 Punkte) ist Murnaus erster USA-Film „Sonnenaufgang", dann drei weitere amerikanische Filme „Was kostet der Ruhm ?", „Große Parade" und „Hotel Stadt Lemberg".
[1927]

Das Präsidium einer von der "First National" und anderen Großfirmen in Hollywood geschaffenen Filmakademie wird von Douglas Fairbanks übernommen.
[1927]

Der Polizeipräsident von Paris fordert die Einführung von nichtentflammbarem Filmmaterial für alle Kinotheater. - Die französische Filmindustrie dagegen entscheidet, daß der Nonflammfilm in Frankreich vorläufig nicht eingeführt werden kann.
[1927]

Der Sitz der "Deutschen Tonfilm AG." wird von Hannover nach Berlin verlegt.
[1927]

Leo Mandel übernimmt die Leitung der Wiener Sascha-Büros nach dem Tode von Graf Alexander Kolowrat, dem Gründer der Sascha-Film-Gesellschaft und der führenden Persönlichkeit des österreichischen Films.
[1927]

Für die "Derufa" schreibt Lunatscharsky, der russische Volkskommissar für Volksbildung, das Manuskript zu dem Film „Der letzte Imperator".
[1927]

In Köln und Trier wird von den zuständigen städtischen Behörden und von Vereinen zum Schutze der Jugend eine Nachprüfung aller von der Zensur für Jugendliche zugelassener Filme gefordert.
[1927]

Dr. Bausback wird auf einer Filmtagung in Paris beauftragt, den nächsten internationalen Filmkongreß vorzubereiten.
[1927]

Unter der Regie von Rudolf Meinert filmt Mathilde Rosenelle, die Gattin des russischen Ministers für Volksbildung, Lunatscharsky.
[1927]

Der Regisseur Berthold Viertel wird in Berlin von der deutschen Fox-Film-Gesellschaft verpflichtet.
[1927]

Neu ist die Interessengemeinschaft der Afifa mit der Ufa, die über 98% der Aktien übernimmt. Auch die Deulig Kopieranstalt wird in den Ufa-Konzern eingebracht.
[1927]

Über eine gemeinsame Produktionsarbeit wird zwischen Rex-Film, Berlin, und "United Artists", USA, ein Abkommen getroffen.
[1927]

Für einen neuartigen Dokumentarfilm „Eine Reise durch den Kongo" stammt das Drehbuch von den bekannten französischen Schriftstellern Andre Gide und Marc Allegret. Produzent: Neo-Film, Paris.
[1927]

An einer internationalen Lehrfilm-Konferenz in Basel beteiligen sich zahlreiche deutsche Lehrfilmproduzenten.
[1927]

Liane Hald spielt die Hauptrolle in dem von Mario Bonnard für die Firma Greenbaum inszenierten Film „Der goldene Abgrund". Buch: Franz Schulz. Mitwirkende: Hans Albers, Hugo Werner-Kahle.
[1927]

Hans Kyser schreibt und inszeniert einen „Luther"-Film, in dem Eugen Klopfer die Titelrolle spielt.
[1927]

Für die UFA produziert Arnold Fanck auf einer Arktis-Expedition den abendfüllenden Kulturfilm „Milak, der Grönlandjäger".
[1927]

Unter dem Titel „König der Könige" inszeniert Cecil B. de Mille einen großen Christusfilm, in welchem H. B. Warner die Rolle des Heilands spielt. Unter den Mitwirkenden: Victor Varconi und Rudolf Schildkraut. Der Film wird in Deutschland und anderen europäischen Ländern groß herausgebracht, in Polen aber von der Zensur verboten.
[1927]

Der Intendant des Berliner Staatstheaters Leopold Jessner inszeniert für die National eine Verfilmung von Schillers „Maria Stuart".
[1927]

Die Gesellschaft der Musik-Autoren Deutschlands e.V. fordert, daß die musikalische Begleitung für jeden Film eigens komponiert werden müsse.
[1927]

Die Münchener Lichtspieltheater schließen sich zu einer gemeinsamen Werbeaktion zusammen.
[1927]

Um die stagnierende Eigenproduktion in England anzukurbeln, werden von der Filmindustrie staatliche Subventionen gefordert.
[1927]

In einer Plenarsitzung des Reichstags wird eine verschärfte Überprüfung der Filmplakate und des sonstigen Werbematerials der Filmindustrie beschlossen.
[1927]

Die Firma Kodak entwickelt ein für die Preservierung von Negativen besonders geeignetes Material.
[1927]

Die Neo-Film Paris läßt von A. Cavalcanti Maupassants Novelle „Yvette" verfilmen. In der Titelrolle hat Catherine Hessling ihren bisher größten Publikumserfolg.
[1927]

Im Britischen Unterhaus stellt Sir Philip Cunliffe einen Antrag zur Regelung der Kontingentfrage für die Filmeinfuhr.
[1927]

In Moskau findet eine Filmkonferenz statt, um Richtlinien für eine Zentralisierung der Filmindustrie aufzustellen.
[1927]

Der Rechtsstreit über urheberrechtliche Fragen eines alten und neuen „Königin-Luise"-Films führt zu einer grundsätzlich wichtigen Kammergerichtsentscheidung, in der die Prioritätsrechte für Filmtitel festgelegt werden (Entscheidung 2284/28/16 beim Kammergericht Berlin).
[1927]

Amerikanische Großkonzerne zeigen ein gesteigertes Interesse am Ankauf und an der Verbesserung von Tonfilmpatenten.
[1927]

Ein von der Deulig hergestellter Dokumentarfilm einer Reichstagssitzung wird von der Filmoberprüfstelle nicht für öffentliche Vorführungen freigegeben. [1927]

Ludwig Klitzsch und Hermann Grieving werden in den Vorstand der Ufa berufen.
[1927]

Für seinen ersten amerikanischen Film "Sunrise" („Sonnenaufgang") erhält F. W. Murnau von der "Film Artists Guild" das Diplom für die beste Filmregie des Jahres.
[1927]

Die von Oskar Messter gestiftete Messter-Medaille wird von der Deutschen Kinotechnischen Gesellschaft bei ihrer ersten Verleihung an - Oskar Messter verliehen.
[1927]

Die Majorität der UFA-Aktien geht an ein von Alfred Hugenberg und Otto Wolff geführtes Finanzkonsortium über.
[1927]

Für seinen ersten Hollywood-Film „Der Weg allen Fleisches" bekommt Emil Jannings den „Oscar" für die beste darstellerische Leistung des Jahres.
[1927]

In einer Verfilmung (der zweiten!) des Sudermannschen Romanes „Der Katzensteg" führt Gerhard Lamprecht in eigener Firma die Regie.
[1927]

In einer Verfilmung der „Kameliendame" spielen Greta Garbo und Robert Taylor die Hauptrollen. Der Film erscheint in Amerika unter dem Titel "Camille". [1927]

In eigener Firma schreibt und inszeniert Jean Renoir den Film „Das Mädchen mit den Streichhölzern": das Traumerlebnis eines Straßenmädchens, das Streichhölzer verkauft. In den Hauptrollen: Catherine Hessling, Jean Storm.
[1927]

In eigener Firma spielt Henny Porten unter der Regie von Carl Froelich in dem Film „Violantha". Buch: Walter Supper, Hans Wilhelm. Mitwirkende: Blandine Ebinger, Wilhelm Dieterle, Wilhelm Diegelmann.
[1927]

In dem Film „Der General" hat Buster Keaton großen Erfolg in der Rolle eines jungen Lokomotivführers aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, dessen Lokomotive „Der General" genannt wird.
[1927]

Unter dem Titel „Da hält die Welt den Atem an" inszeniert Felix Basch einen Film, der im Theatermilieu der vergangenen Inflationszeit spielt. Hauptdarsteller: Marcella Albani, Werner Krauß, Szöke Szakall.
[1927]

Für Domo-Strauß-Film inszeniert Fred Sauer ein Militärlustspiel unter dem Titel „Drei Seelen und ein Gedanke". Hauptdarsteller: Hans Albers, Harry Lambertz-Paulsen, Ossi Oswalda, Hans Brausewetter.
[1927]

Greta Garbo bekommt in dem Film "The Flesh and the Devil" zum erstenmal John Gilbert als Partner. Der Film erscheint in Deutschland unter dem Titel „Es war".
[1927]

Für die National-Film A.G. inszeniert Friedrich Feher „Mata Hari", eine Verfilmung der berühmten Spionage-Affäre. In den Hauptrollen: Magda Sonja, Fritz Kortner.
[1927]

Unter der Regie von Richard Eichberg spielt Lilian Harvey die Titelrolle in dem Film „Die tolle Lola" (nach einem Schwank von G. Kadelburg). Ihr Partner ist Hans Junkermann.
[1927]

Bei der Nordisk spielt Gunnar Tolnaes in dem Film „Das verlorene Glück". In der weiblichen Hauptrolle: Hanna Ralph.
[1927]

In dem UFA-Film „Schuldig?" nach Motiven eines Dramas von Richard Voss führt Johannes Meyer Regie. In den Hauptrollen: Bernhard Goetzke, Jenny Hasselquist, Heinz Saliner, Willy Fritsch.
[1927]

Für die UFA-Kulturfilmabteilung verfilmen K. T. Schulz und Dr. Ulrich „Das Leben des Hamsters". Ein Film, in dem die Lebensgewohnheiten dieser Tiere in anschaulicher und dem Naturforscher bisher nicht zugänglicher Weise gezeigt werden.
[1927]

Die dänischen Groteskkomiker Pat und Patachon haben mit dem Palladium-Film „Die lustigen Vagabunden" großen Erfolg. Die Regie führt Urban Gad, der seit seiner Trennung von Asta Nielsen einige Jahre lang wenig hervortrat, jetzt aber mit Lustspielen dieser Art großen Erfolg hat.
[1927]

Walter Reisch schreibt eines seiner ersten Drehbücher für den von J. und L. Fleck inszenierten Aafa-Film „Ein Mädel aus dem Volke": einen Kostümfilm mit Guido Seeber an der Kamera und mit Xenia Desni und Harry Liedtke in den Hauptrollen.
[1927]

Für Nero-Film spielen unter der Regie von Augusto Genina die Italienerin Carmen Boni und Hermann Valentin die Hauptrollen in einer Gemeinschaftsproduktion, die in Deutschland unter dem Titel „Sprung ins Glück" erscheint, in England "She's a good Girl" betitelt wird. Mitwirkende: Andre Roanne, Carla Bartheel.
[1927]

Bei der UFA erscheint unter der Regie von Willy Wolff ein Revue-Film „Die schönsten Beine von Berlin". Hauptdarsteller: Ellen Richter, Bruno Kastner, Dina Gralla.
[1927]

Unter der Regie und nach einem Manuskript von Wilhelm Dieterle bringt die Charha-Film GmbH. einen Spielfilm aus dem Leben eines katholischen Priesters. Der Regisseur spielt selbst die Hauptrolle neben Marcella Albani, Jeanne Helbing und Paul Biensfeld.
[1927]

Für die UFA inszeniert Arnold Fanck ein Sportlustspiel „Der große Sprung". An der Kamera: Sepp Allgeier und Hans Schneeberger. Darsteller: Luis Trenker, Leni Riefenstahl, Hans Schneeberger, Paul Graetz.
[1927]

Nach dem Volksstück „Meiseken" inszeniert Bruno Rahn in eigener Firma den Film „Der Kleinstadtsünder". In der Hauptrolle Asta Nielsen neben Hans Wassmann, Ferdinand v. Alten, Maria Paudler. An der Kamera: Guido Seeber. Buch: Herbert Juttke und G. C. Klaren.
[1927]

In eigener Firma dreht Georg Jacoby einen Abenteurerfilm „Die Frau ohne Namen", der im ersten Teil Außenaufnahmen aus Amerika und Hawai zeigt, im zweiten Teil Aufnahmen aus China und Japan. In den Hauptrollen: Elga Brink und Jack Trevor.
[1927]

Filme aus dem Jahr 1927

*

  • ALT HEIDELBERG (Amerikanischer Originaltitel "The Student Prince")
    MGM-Film. Regie: Ernst Lubitsch. Buch: Hanns Krüly (nach Meyer-Försters Theaterstück). Kamera: John Mescall. Darsteller: Ramon Novarro, Norma Shearer, Jean Hers-holt, Gustav v. Seyffertitz, Edgar Norton. Die berühmte „Alt-Heidelberg"-Story vom Studentenprinzen, der sich in ein bürgerliches Mädchen verliebt und schließlich aus dynastischen Gründen auf sein Liebesglück verzichten muß.
    [1927]

  • AM RANDE DER WELT
    UFA-Film. Buch und Regie: Karl Grüne. Kamera: F. A. Wagner. Darsteller: Albert Steinrück, Wilhelm Dieterle, Imre Raday, Brigitte Helm, Viktor Janson, Max Schreck. - In einem stark symbolisierten Kriegsfilm wird die Liebesgeschichte einer Müllerstochter und eines Offiziers der Gegenseite geschildert.
    [1927]

  • BERLIN, DIE SYMPHONIE EINER GROSSTADT
    Fox-Film. Regie: Walter Ruttmann. Buch: Carl Mayer (nach einer Idee von Karl Freund). Kamera: Karl Freund. - Ein Dokumentarfilm, der das in vielen Facetten schillernde Leben der Weltstadt vom Morgengrauen bis in die Nacht schildert
    [1927]

  • BUSTER KEATON DER STUDENT
    United Artists. Regie: James W. Hörne. Hauptdarsteller: Buster Keaton, Florence Turner, Ann Cornwall. - Als Student, der seinen Mangel an sportlicher Begabung durch großen Eifer wettmacht, verhilft Buster Keaton seiner Universität zum Sieg in einer Ruderregatta.
    [1927]

  • DER ALTE FRITZ
    Gerhard-Lamprecht-Produktions GmbH. Regie: Gerhard Lamprecht. Kamera: Karl Hasselmann. Darsteller: Otto Gebühr, Käthe Haack, Hubert v. Meyrinck, Anton Pointner, Dina Gralla, Julie Serda, Bernd Aldor. - Ein in zwei Teilen „Friede" und „Ausklang" erschienener Film, der einen Teil des Lebens des Königs vom Jahre 1762 bis zu seinem Tode 1786 schildert.
    [1927]

  • DER FIDELE BAUER
    Fery-Film der UFA. Regie: Franz Seitz. Buch: C. K. Roellinghoff. Kamera: W. Hoesch, G. Vitrotti. Hauptdarsteller: Werner Krauß, Carmen Boni, Hans Brausewetter. - Milieu und Hintergrund: Ein Bauernhof im Spreewald. Handlungskern: Die Liebe eines städtischen Bürgermädchens zu einem Bauernsohn.
    [1927]

  • DER FÜRST VON PAPPENHEIM
    Eichberg-Film der UFA. Regie: Richard Eichberg. Buch: Robert Liebmann. Kamera: Heinrich Gärtner. Darsteller: Mona Maris, Kurt Bois, Dina Gralla, Hans Junkermann. - Eine junge Prinzessin will nicht den ihr von der Familie ausgesuchten Prinzen heiraten. Sie reißt aus und wird unter falschem Namen in einem Modehaus angestellt. Dort verliebt sie sich in einen jungen Mann, der sich schließlich als der verschmähte Prinz entpuppt.
    [1927]

  • DER MEISTER VON NÜRNBERG
    Phoebus-Film. Regie: Ludwig Berger. Buch: Robert Liebmann. Kamera: Axel Graatjker. Darsteller: Rudolf Rittner, Max Gülstorf, Maria Solveg, Gustav Fröhlich, Julius Falkenstein, Veit Harlan. - Die Handlung ist nach Motiven von Wagners Oper gestaltet und schildert die Liebe der Goldschmiedstochter Eva zu Walther von Stoltzing, der bei Hans Sachs in der Lehre ist.
    [1927]

  • DER WEG ALLEN FLEISCHES
    Paramounf-Film. Regie: Victor Fleming. Darsteller: Emil Jannings, Belle Bennett, Philippe de Lacey. - Ein Beamter gerät auf einer Reise in die Großstadt auf Abwege und wird dadurch aus seinem bürgerlichen Gleis geworfen. Er wagt es nicht mehr, zu seiner Familie zurückzukehren und geht zugrunde.
    [1927]

  • DER WELTKRIEG
    UFA-Film. Regie: Leo Lasko. Buch: George Soldan und Erich Otto Volkmann. - Ein ursprünglich als Serienfilm gedachtes Werk, das in dreijähriger Arbeit entstanden ist und Dokumentaraufnahmen aus dem Weltkrieg zu einem historischen Film zusammenfaßt.
    [1927]

  • DIE BIENE MAJA UND IHRE ABENTEUER
    Kultur-Film A.G. und Deutsch-Nordische Film A.G. Regie: Wolfram Junghans. Buch: Dr. Kurt Thomalla. - Nach Motiven des gleichnamigen Buches von Waldemar Bonseis gibt dieser Film eine eindringliche Schilderung der Lebensgewohnheiten der Bienen.
    [1927]

  • DIE GROSSE PAUSE
    UFA-Film. Regie: Carl Froelich. Buch: Fred Hildenbrandt. Kamera: Axel Graatjker. Hauptdarsteller: Henny Porten, Livio Pavanelli, Walter Slezak, Paul Westermeier. - Eine Tragikomödie, die im Zirkus- und Theater-Milieu spielt und in der Henny Porten wieder einmal Gelegenheit hat, ihr Talent als Komikerin zu beweisen.
    [1927]

  • DIE HOSE
    Phoebus-Film. Regie: Hans Behrendt. Darsteller: Jenny Jugo, Rudolf Forster, Werner Krauß, Olga Limburg, Veit Harlan. - Nach Motiven der gleichnamigen Komödie von Carl Sternheim wird mit satirischer Schärfe kleinstädtisches Spießertum gegeißelt.
    [1927]

  • DIE LEICHTE ISABELL
    Maxim-Film. Buch und Regie: Eddy Busch. Kamera: Willy Goldberger, Georg Bruckbauer. Darsteller: Lee Parry, Otto Wallburg, Gustav Fröhlich, Adele Sandrock, Julius Falkenstein. - Ein Stoff, der nach Motiven der Novelle von Albert Kinross und nach seiner gleichnamigen Operette von Hans Zerlett bearbeitet wurde.
    [1927]

  • DIE LIEBE DER JEANNE NEY
    UFA-Film. Regie: G. W. Pabst. Buch: Ladislaffs Vajda, Rudolf Leonhardt. Kamera: F. A. Wagner. Darsteller: Wladimir Sokoloff, Brigitte Helm, Jack Trevor, Herta v. Walther. - Ein französisches Bürgermädchen liebt einen russischen Agenten, der zwar seinen Vater aus politischen Gründen ermordet hat, aber schuldlos in einen Raubmordverdacht gerät. Das Mädchen geht an dem Schicksal des Geliebten zugrunde.
    [1927]

  • DIE SELIGE EXZELLENZ
    UFA-Film. Regie: Wilhelm Thiele. Kamera: Werner Brandes. Darsteller: Willy Fritsch, Max Hansen, Fritz Kampers, Olga Tschechowa, Truus van Alten, Max Gülstorff. - Der Stoff stammt aus der gleichnamigen Komödie von Rudolf Presber und behandelt die Intrigen und lustigen Verwicklungen, die sich aus der Drohung ergeben, die Memoiren eines verstorbenen Ministers zu veröffentlichen.
    [1927]

  • DIE WEBER
    Zelnik-Film. Regie: Friedrich Zelnik. Buch: Fanny Carlsen, Willy Haas. Kamera: F.Fugl-sang. Darsteller: Paul Wegener, Theodor Loos, Wilhelm Dieterle, Helene Wangel, Dagny Servaes. - Eine Verfilmung von Gerhart Hauptmanns gleichnamigem Drama, das den Weberaufstand in Schlesien in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zum Thema hat.
    [1927]

  • DOKTOR BESSELS VERWANDLUNG
    Richard-Oswald-Produktion. Regie: Richard Oswald. Darsteller: Gertrud Eysoldt, Ellen Kürty, Otto Wallburg, Kurt Bois, Ilka Grüning. - Der Stoff ist nach einem Roman von Ludwig Wolff bearbeitet, der im Weltkrieg spielt und eine völkerversöhnende Tendenz hat.
    [1927]

  • GRAND HOTEL
    Jakob-Karol-Film der UFA. Regie: Johannes Guter. Buch: Bela Balazs. Kamera: Günter Krampf. Darsteller: Mady Christians, Dagny Servaes, Erna Morena, Harry Hardt, Werner Fütterer, Frieda Richard. - Ein Lustspiel von einer Werkstudentin, die in einem großen Hotel als Stubenmädchen arbeitet, aber bisweilen dort auch als vornehmer Gast auftritt.
    [1927]

  • MARIA STUART
    National-Film. Regie: Leopold Jeßner. Buch: Anton Kuh. Darsteller: Magda Sonja, Fritz Kortner, Friedrich Feher, Walter Janssen, Anton Pointner, Franz Blei, Anton Kuh. - Ein Film in zwei Teilen (Gesamtlänge 4.356 m). - Handlungskern: Der tragische Konflikt zwischen Maria Stuart und Königin Elisabeth von England.
    [1927]

  • SONNENAUFGANG (SUNRISE)
    Fox-Film. Regie: F. W. Murnau. Buch: Carl Mayer. Kamera: Charles Rosher, Karl Struss. Hauptdarsteller: George O'Brien, Janet Gaynor. - Der Stoff ist nach Motiven von Sudermanns Novelle „Die Reise nach Tilsit" bearbeitet. Ländliche Eheleute, die sich auseinandergelebt haben, finden im Trubel der Großstadt wieder zueinander.
    [1927]

  • UM SEINE EHRE
    Minerva-Film. Regie: Gösta Eckmann. Buch: Hjalmar Bergmann. Darsteller: Gösta Eckmann, Karin Swanröm, La Jana, Hans Albers. - Ein Drama, das dem Hauptdarsteller eine große Doppelrolle gibt, und zwar die des Schloßverwalters und des Schloßherrn, mit dem er verwechselt wird. Der Verwalter fällt in einem Duell, zu dem er aus diesen Mißverständnissen heraus gezwungen wird.
    [1927]

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Ereignisse aus dem Jahr 1928

Reichskanzler Dr. Marx äußert sich in einer Plenarsitzung des Reichstags über den Phoebus-Skandal und die für die Finanzierung dieses Filmunternehmens aus einem Geheimfond des Wehrministeriums verlorenen Millionenbeträge.
[I. 1928]

Der Theaterbesitz der Phoebus geht an die Emelka über, die ihr Kapital auf 5 Millionen erhöht.
[I. 1928]

Hugo Correll, vormals Direktor bei der Phoebus, tritt als Produktionschef bei der UFA ein.
[1. II. 1928]

Charles Chaplin beginnt mit der Arbeit an seinem Film „Lichter der Großstadt", seinem letzten Stummfilm, der freilich erst Jahre später, also schon in der Tonfilmzeit erscheint.
[II. 1928]

Ein Filmkongreß in Moskau beschließt die Errichtung eines russischen Kinokontors in Berlin. Die Leitung wird Edmund Zöhrer übertragen.
[III. 1928]

In Berlin wird "Unter den Linden" von Hans Neumann ein neues Kinotheater, "die Kamera", eröffnet, das sich auf die Vorführung von bemerkenswerten Filmen aus der Frühzeit spezialisiert. Einige dieser filmhistorisch interessanten Vorführungen sind Walter Jerven zu danken.
[III. 1928]

Die deutschen Filmschaffenden gründen eine „Dachorganisation", zu deren erstem Vorsitzenden Lupu Pick gewählt wird.
[IV. 1928]

In Den Haag wird der erste internationale katholische Kinokongreß veranstaltet.
[IV. 1928]

Der erste internationale Lehrfilmkongreß findet in Den Haag statt.
[V. 1928]

Emil Jannings bekommt in Hollywood seinen zweiten „Oscar". Diesmal für seine große darstellerische Leistung in dem Film „Der letzte Befehl".
[31. VII. 1928]

Dr. Goldsmith, Vizepräsident der R.A.C. Photophone erklärt: „Wer in drei Jahren einen Stummfilm sehen will, muß ins Museum gehen."
[8. VIII. 1928]

Für die Essen-Film-Produktions GmbH, inszeniert Wilhelm Dieterle den Film „Geschlecht in Fesseln". Herbert Juttke und Georg C. Klaren haben diesen sozialkritischen Stoff bearbeitet, der sich mit der Sexualnot der Strafgefangenen befaßt. In den Hauptrollen: Wilhelm Dieterle, Mary Johnson, Gunnar Toinaes, H. H. v. Twardowsky, Hugo Werner-Kahle.
[1928]

Für Neo-Film in Paris inszeniert Albert Cavalcanti den Film „Der Ruf" mit Catherine Hessling in der Hauptrolle.
[1928]

Unter dem Titel „Wings" inszeniert William A. Wellmann für Paramount einen Kriegsfilm, der die Erlebnisse einer Fliegerstaffel schildert. In den Hauptrollen: Clara Bow, Charles Rogers, Richard Arien, Jobyna Ralston. Die deutsche Bearbeitung stammt von Erich Hermann.
[1928]

In eigener Firma (Porten-Froelich-Film GmbH) inszeniert Carl Froelich den Film „Zuflucht", der das Lebensschicksal eines Auswanderers schildert, der verarmt heimkehrt. In den Hauptrollen: Henny Porten, Franz Lederer, Carl de Vogt und Alice Hechy.
[1928]

In einer deutsch-englischen Gemeinschaftsproduktion, die zwischen Gaumont-British und dem deutschen Regisseur Georg Jacoby vereinbart wird, entsteht der Film „Begierde". Der Stoff behandelt die tragische Lebensgeschichte eines Trinkers. In den Hauptrollen: Miles Mander, Elga Brink, Lissi Arna, Julie Serda, Ian Hunter.
[1928]

Für die UFA inszeniert Fritz Lang nach einem Buch von Thea von Harbou den Film „Spione". Kamera: Arno Wagner. Hauptdarsteller: Rudolf Klein-Rogge, Gerda Maurus, Willy Fritsch, Lupu Pick, Paul Hörbiger.
[1928]

Mit einem Anteil von 85% aller Filme der Weltproduktion stehen die USA an der Spitze der filmproduzierenden Länder.
[1928]

In Berlin-Steglitz wird der "Titania-Palast" eröffnet; eines der größten Kinotheater der Reichshauptstadt.
[1928]

Bei der Gloria-Film in Prag erscheint eine Verfilmung des in Buchform und als Theaterstück berühmten Stoffes „Der brave Soldat Schweyk".
[1928]

„Kampf ums Matterhorn", ein Spielfilm aus den Bergen, erscheint bei der Berliner Hom-Film GmbH.
[1928]

Der UFA-Film „Wege zu Kraft und Schönheit" schlägt in Leningrad alle Kassenrekorde und läuft über drei Monate vor ausverkauften Häusern.
[1928]

Der S. M. Eisenstein-Film „Die Generallinie" kommt nach über zweijähriger Herstellungsdauer in Moskau zur Uraufführung.
[1928]

Die "British International", London übernimmt die deutsche Verleih-Organisation der Südfilm A.G. Der Theaterbesitz und die Emelka-Wochenschau des Südfilm-Konzerns bleiben außerhalb dieses Abschlusses und kommen nicht zu dem britischen Konzern.
[1928]

Der amerikanische Produzent von Zeichentrickfilmen, Walt Disney, zeigt seine ersten „Micky-Maus"-Filme und hat damit auch in Deutschland großen Erfolg.
[1928]

Vor der französischen Kammer hält der Abgeordnete Edouard Herriot eine vielbeachtete Rede über die Bedeutung des Films.
[1928]

Der für die Entwicklung des künstlerischen Films in der Frühzeit so verdienstvolle George Melies wird, nachdem er jahrelang vergessen und in großer Not lebte, in einem Pariser Cafe „entdeckt". In einer Pressekampagne wird dafür plädiert, dem Pionier endlich den schuldigen Dank zu zeigen und die "Chambre Syndicale" setzt ihm eine kleine Rente aus. Die Bescheidenheit der Rente ist um so bemerkenswerter, als Melies der Begründer dieser Kammer und in den ersten zehn Jahren ihr Präsident war.
[1928]

In Genf beschäftigt sich eine Völkerbundkommission mit den Statuten für den Plan eines internationalen Lehrfilminstitutes.
[1928]

Die Sowjetfilme „Der Postmeister", „Panzerkreuzer Potemkin" und „Sohn der Berge" erzielen große internationale Erfolge. Diese Filme werden an ca. 40 Länder verkauft.
[1928]

Das römische Lehrfilminstitut "Luce" wird mit staatlichen Mitteln gegründet und schließt bald darauf ein auf Gegenseitigkeit beruhendes Abkommen mit der UFA-Kulturabteilung.
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Von der Gesellschaft "Neuer Film" wird ein interessanter Avantgardefilm „Vormittags-Spuk" gezeigt. Regie und Schnitt: Hans Richter. An der Kamera: Reimar Kuntze.
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Dr. Ernst Krieger tritt von der Leitung der von ihm vor über 10 Jahren gegründeten UFA-Kulturabteilung zurück. Die Leitung übernimmt Dr. Nicolas Kaufmann (der von Haus aus Mediziner ist).
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Für die UFA inszeniert Arthur Robison einen Zirkusfilm „Die Todesschleife". In den Hauptrollen: Werner Krauß, Jenny Jugo und Siegfried Arno. An der Kamera: Carl Hofmann.
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Die UFA bringt unter der Regie von Max Obal einen sensationellen Gebirgsfilm „Der Unüberwindliche". Buch: Hans Rameau. Kamera: Guido Seeber. Hauptdarsteller: Luciano Albertini, Vivian Gibson, Paul Henckels.
[1928]

In dem Aafa-Film „Mein Freund Harry" spielen Harry Liedtke und Bruno Kastner die Hauptrollen. Es handelt sich um ein Reiselustspiel aus der Inflationszeit, von Max Obal nach dem Buch von Hans Rameau inszeniert. Kamera: Guido Seeber. In anderen wichtigen Rollen: Otto Wallburg, Maria Paudler, Ida Wüst.#
[1928]

Bei der Orplid-Film GmbH, erscheint unter der Regie von Hans Steinhoff der Film „Angst". Eine Ehetragödie mit Elga Brink, Bruno Kastner und Gustav Fröhlich in den Hauptrollen.
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Nach Ludwig Fuldas Lustspiel „Die Durchgängerin" inszeniert Hans Schwarz für die Nero einen Film, in welchem Käthe von Nagy, Hans Brausewetter, Mathias Wiemann, Adele Sandrock und Vivian Gibson die Hauptrollen spielen.
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Für die Nero inszeniert Augusto Genina den Lustspielfilm „Scampolo" mit Carmen Boni in der Hauptrolle.
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In dem Terra-Film „Fräulein Chauffeur", einem von Jaap Speyer inszenierten Lustspiel, haben Mady Christians, Johannes Riemann, Fritz Kampers die Hauptrollen. Buch: Kurt J. Braun, Walter Jonas.
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Für die Olympia-Film GmbH, inszeniert Hans Steinhoff das „Spreewaldmädel", ein Militärlustspiel aus der Vorkriegszeit.
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Für die UFA spielt Willy Fritsch die Hauptrolle in dem von Johannes Guter inszenierten Lustspiel „Der Tanzstudent". Unter den Mitwirkenden: Suzy Vernon, Valery Boothbv, Carl Auen.
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Für die Aafa inszeniert Rudolf Walther-Fein den Film „Großstadtjugend", dessen Stoff einer damals vielbeachteten Liebestragödie entnommen wurde, in die ein paar Berliner Gymnasiasten und eine Schülerin verwickelt waren.
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Unter dem Titel „Abu Marküb" bringt der schwedische Forscher Bengt Berg in eigener Firma einen seiner Expeditionsfilme. Der Untertitel „Mit der Filmkamera unter Elefanten und Riesenstörchen" umreißt den Typ dieses abendfüllenden Films, der in Deutschland von der UFA herausgebracht wird.
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Die Deutsche Werkfilm GmbH, bringt einen dreiteiligen Scherenschnittfilm von Lotte Reiniger unter dem Titel „Dr. Doolitle und seine Tiere". Der Stoff stammt ans einem in England außerordentlich populären Kinderbuch.
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Die "Comte Etienne de Beaumont", Paris, bringt unter dem Titel „Reflexe und Schnelligkeiten" eine Reihe von Bild- und Bewegungsstudien im Stil des „absoluten" Films. Regie und Schnitt: Beaumont-Chomette.
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Unter dem Titel „Renn-Symphonie" inszeniert Hans Richter für die Firma Maxim-Film Ebner & Co. einen Werbefilm, der dadurch Interesse gewinnt, daß er durchaus im avantgardistischen Stil gehalten ist.
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Mit Heinrich George, Evelvn Holt, Walther Rilla und Alexander Murski in den Hauptrollen inszeniert Gerhard Lamprecht in eigener Firma den Kriminalfilm „Der Mann mit dem Laubfrosch".
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Unter der Regie von Jean Epstein bringt die Alliance Cinematographique Europeenne den surrealistischen Film „Der Verfall des Hauses Usher". Den Stoff bietet eine Erzählung von Edgar Allan Poe, dessen Stil der Regisseur in diesem ungewöhnlichen Film zu treffen versucht.
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Für die UFA inszeniert Constantin J. David den Kriminalfilm „Vom Täter fehlt jede Spur". Unter den Hauptdarstellern: Fritz Kampers, Kurt Gerron, Hanni Weisse, Ernst Stahl-Nachbaur.
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Johannes Guter ist der Regisseur des UFA-Films „Die blaue Maus". Die Hauptrollen in dieser Verwechslungskomödie spielen Jenny Jugo, Willy Forst, Harry Halm, Gerhard Ritterband.
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In dem von Karl Lamac inszenierten Sokal-Film „Evas Töchter" spielen Anny Ondra, Wolfgang Zilzer und Steffie Vida die Hauptrollen.
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Carl Froelich inszeniert für die UFA die Kriminalkomödie „Liebe und Diebe" mit Henny Porten, Anton Pointner und Paul Bildt in den Hauptrollen.
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Unter der Regie von Pierre Delmonde bringt die "Societe des Historiques", Paris, den Film „Abschiedswalzer". Hauptdarsteller: Pierre Blanchard, Marie Bell, Germaine Langier.
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Käthe von Nagy, Ilse Stobrawa, Ernst Stahl-Nachbaur und Hermine Sterler spielen die Hauptrollen in dem von Constantin J. David inszenierten Lustspiel „Republik der Backfische". Buch: Axel Eggebrecht.
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Unter dem Titel „Das Galeerenschiff" erscheint in Deutschland ein von Alan Crosland für Warner-Brothers inszenierten Kostümfilm aus der Zeit Ludwigs XV. Hauptdarsteller: John Barrymore und Dolores Costello.
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Unter der Firma Defu (Deutsche Film-Union) gründet die First National eine deutsche Produktionsgesellschaft, die unter der Leitung von Friedrich Zelnik steht. Den Verleih dieser Produktion sowie der amerikanischen Filme der Mutterfirma übernimmt die ebenfalls neugegründete "Dehna".
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Für die "Defu" verfilmt Jaques Feyder „Therese Raguin" nach Motiven von Emile Zolas Roman. In den Hauptrollen: Wolfgang Zilzer und Gina Manes.
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Für die UFA inszeniert Wilhelm Thiele eine Tragödie aus der Inflationszeit „Die Dame mit der Maske". Buch: Alexander Esway. In den Hauptrollen: Dita Parlo, Heinrich George, Wladimir Gaidarow, Paul Hörbiger und Gertrud Eysoldt.
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Für die Peter-Ostermayr-Produktions GmbH. inszeniert Franz Osten den Film „Die Dame in Schwarz" mit Marcella Albani, Charles Lincoln, Curt Vespermann und Erich Kaiser-Tietz in den Hauptrollen. - Der Film behandelt das Schicksal einer russischen Fürstentochter, die sich als Tänzerin ihren Lebensunterhalt verdient.
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In dem von Alexander Wolkoif inszenierten UFA-Film „Geheimnisse des Orients" erscheinen einige Szenen im Farbfilm-Verfahren.
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In eigener Firma inszeniert Reinhold Schünzel den Film „Peter, der Matrose" und spielt selbst die Hauptrolle neben Renate Müller, H. H. v. Twardowski, Allan Durand und Rudolf Biebrach.
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Für die Greenbaum-Film GmbH, inszeniert G. Righelli nach einem Buch von Ludwig von Wohl den Film „Der Präsident". In den Hauptrollen: Suzy Vernon, Ivan Mosjukin und Heinrich Schroth.
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In dem Gustav-Althoff-Film der Nordisk „Ich hatte einst ein schönes Vaterland", führt Max Mach die Regie. Hauptdarsteller: Ernst Rückert, Grete Reinwald und Carl Auen.
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In einer deutsch-englischen Gemeinschaftsproduktion schließen sich die Firmen "Orplid" und "Gaumont-British" zusammen, um den Film „Lockendes Gift" herzustellen.
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Zu den Russenfilmen, die wegen ihrer rasanten Schnittechnik besonderen Beifall beim deutschen Großstadtpublikum finden, gehört „Sturm über Asien". Ein von Pudowkin inszenierter Film aus der Zeit des Dschingis Chan.
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In Paris wird der Fritz-Lang-Film „Spione" von der Zensur verboten.
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Nach einem Buch von Hans Szekely und mit Carl Hoffmann an der Kamera inszeniert Hanns Schwarz für die UFA „Ungarische Rhapsodie", einen sehr erfolgreichen Film mit Willy Fritsch, Dita Parlo, Lil Dagover und Erich Kaiser-Tietz.
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Bei MGM erscheint Greta Garbo als „Anna Karenina" in einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von Tolstoj. Den Wronski spielt John Gilbert. Der Film wird ein Welterfolg.
[1928]
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1935
1936

Von Dr. Oskar Kalbus, einer der führenden Persönlichkeiten der deutschen Kulturfilmbewegung (geboren 9.12.1890 in Berlin) - , stammt die Initiative zu einer Filmvortragsorganisation „Das Auge der Welt". Kaibus bringt unter dem Titel „Vom Filmkitsch zum Film als Kunstprodukt" einen film-historisch interessanten „Querschnitt-Film".

Ein anderer, „Henny Porten, Leben und Laufbahn einer Filmkünstlerin", gibt einen Überblick über die Entwicklung der Porten und Ausschnitte aus ihren allerfrühesten Filmen. Diese Serie von Dr. Kalbus erscheint bei der UFA-Kulturfilmabteilung.
[1928]
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  • Anmerkung : Dr. Kalbus gab 1935/1936 auch 2 große Bildbandwerke heraus, in die der Raucher die Szenenbilder aus Zigarettenpackungen einkleben konnte. Obwohl der Herausgeber "linientreu"war, durfte der geplante 3. Band nicht mehr herauskommen, da in den beiden ersten Bänden zu viele jüdische Schauspieler enthalten waren.

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In dem Lustspiel „Der Faschingsprinz", von Rudolf Walther-Fein für die Aafa inszeniert, spielen Harry Liedtke, Hans Junkermann und Marianne Winkelstern die Hauptrollen. Buch: Walter Reisch.
[1928]

In „Harry und die Hochstaplerin", einer heiteren Liebesgeschichte, spielt Harry Liedtke die Hauptrolle. Es ist ein von Viktor Janson für die Aafa inszenierter Film. Buch: Jane Bess, Josef Than. Unter den Mitwirkenden: Kurt Vespermann, Hilde Rosch, Hermann Picha.
[1928]

Die Palladium-Film-Gesellschaft bringt mit großem Erfolg drei neue Filme der in Deutschland stetig an Beliebtheit gewinnenden dänischen Komiker Pat und Patachon. Die Titel sind: „Pat und Patachon als Detektive", „Pat und Patachon als Kannibalen" und „Pat und Patachon, die blinden Passagiere". Die Regie führt der aus Italien stammende, aber nunmehr in England ansässige Monty Banks.
[1928]

Die Kurt Zimmermann GmbH, bringt einen abendfüllenden Dokumentarfilm „Das erwachende Ägypten.
[1928]
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Filme aus dem Jahr 1928

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DAS GÖTTLICHE WEIB
Metro-Goldwyn-Mayer. Regie: Victor Sjöström. Darsteller: Greta Garbo, Lars Hanson, Lowell Sherman, Dorothy Cummings. - Ein Mädchen vom Lande macht in Paris eine große Theaterkarriere und verliebt sich in einen jungen Soldaten, der ihretwegen zum Deserteur wird. Als er aus dem Gefängnis kommt, droht die Liebe an seiner unbegründeten Eifersucht zu scheitern, aber nach einem Selbstmordversuch des Mädchens wendet sich alles zum Guten.
[1928]

DER FLORENTINER HUT
(Französischer Originaltitel: "Le Chapeau de paille d'Italie")
Albatross Sequana. Regie: Rene Clair. Buch: Rene Clair (nach Eugene Labiche). Kamera: Maurice Desfassiaux, Nicolas Rudacow. Bauten: Lazare Meerson. Darsteller: Olga Tschechowa, Albert Prejean, Jim Gerald, Paul Olliver. - Ein von einem Drosdikenpferd halbverspeister Strohhut ist Anlaß einer amüsanten Verführungskomödie nebst eifersüchtigem Ehemann und einem Brautpaar, das (des Hutes wegen) nicht zueinander kommen kann.
[1928]

DER LEBENDE LEICHNAM
Prometheus-Film. Buch und Regie: Fedor Ozep. Kamera: A. Golownja, P. Jutzi. Darsteller: W. Pudowkin, Maria Jacobini, Viola Garden, Gustav Diessl. - Ein Ehemann täuscht Selbstmord vor, wird für tot erklärt und läßt seine Frau der Bigamie schuldig werden.
[1928]

DIE TOLLE KOMTESS
Eichberg-Film. Regie: Richard Loewenbein. Darsteller: Ralph Artur Roberts, Hanni Weisse, Dina Gralla, Paul Hörbiger. - Eine Posse, in der ein Graf auf Freiersfüßen geht, aber Konkurrenz von seinem Neffen bekommt, der schließlich selbst die „tolle Komteß" heimführt.
[1928]

HEIMKEHR
UFA-Film. Regie: Joe May. Buch: Fred Majo, Fritz Wendhausen. Kamera: Günther Rittau. Darsteller: Lars Hanson, Dita Parlo, Gustav Fröhlich, Theodor Loos. - Nach Motiven aus der Novelle von Leonhard Frank handelt es sich um die Heimkehr eines Kriegsgefangenen aus Rußland, der sich bei der Frau seines verschollenen Kameraden für ihren Mann ausgibt.
[1928]

IHR DUNKLER PUNKT
UFA-Film. Regie: Johannes Guter. Kamera: Karl Drews, Erich Nitschmann. Darsteller: Lilian Harvey, Willy Fritsch, Siegfried Arno, Harry Halm, Wilhelm Bendow. - In der Doppelrolle einer vorwitzigen Baroneß und der Anführerin einer Verbrecherbande gelingt es der Heldin, einen Juwelenraub zu verhindern und sich bei dieser Gelegenheit zu verloben.
[1928]

JOHANNA VON ORLEANS
(Originaltitel: "La Passion de Jeanne dArc") Dreyer-Film. Regie: Karl Theodor Dreyer. Kamera: Rudolf Mathe. Hauptdarstellerin: Maria Falconetti. - Vor dem Inguisitionstribunal in Rouen steht das gläubige Mädchen Johanna, gefoltert, geschmäht, verhöhnt - aber nicht bereit, sich selbst als Ketzerin zu bezeichnen. Sie bleibt standhaft bis zum bitteren Ende auf dem Scheiterhaufen. Eines der bedeutendsten Werke der Stummfilmzeit.
[1928]

SCHINDERHANNES
Prometheus-Film. Regie: Kurt Bernhard. Buch: Carl Zuckmayer. Kamera: Günther Krampf. Darsteller: Albert Steinrück, Hans Stüwe, Lissi Arna, Fritz Rasp, Oskar Homolka. - Den Handlungskern bildet der Bauernaufstand im Hunsrück gegen die Franzosenbesatzung im Jahre 1783.
[1928]

SEIN LETZTER BEFEHL
Paramount-Film. Regie: Josef v. Sternberg. Buch: La Jos Biro. Darsteller: Emil Jannings, Evelyn Brent, William Powell. - Ein russischer Großfürst, durch die Revolution nach Amerika verschlagen und zum Komparsen in Hollywood degradiert, bekommt im Film sein eigenes Lebensschicksal zu spielen und zerbricht daran. [1928]

ZEHN TAGE DIE DIE WELT ERSCHÜTTERTEN
Sovkino. Regie: Sergej Michailowitsch Eisenstein. Buch: Grischa Alexandrow, 11 ja Trauberg. Darsteller: Nikandrow, N. Popow, Boris Liwanow, Soldaten der Roten Armee und Arbeiter von Leningrad. - Ein teils dokumentarischer, teils künstlerisch gestalteter Film der zehn Tage, in denen Lenin die Kerenski-Regierung stürzte und das Sowjet-Regime errichtete.
[1928]

ZIRKUS
United Artists. Regie: Charles Chaplin. Kamera: Rolly Totheroh. Darsteller: Charlie Chaplin, Myrna Kennedy, Harry Crocker. - Ein armer Teufel, wider seinen Willen Zirkusartist geworden, verliebt sich in eine Zirkusreiterin, die zwar einen echten Clown aus ihm macht, aber seine Liebe nicht erwidert. Traurig bleibt er zurück, als sie mit dem Mann ihrer Wahl und dem Zirkus weiterzieht.
[1928]
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