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Filmgeschichte(n) und Filmchronik(en) - Von 0 bis 1957

überarbeitet, korrigiert und kommentiert von Gert Redlich im Juli 2016 - Hier findenSie die bislang umfangreichste und detailierteste Historie der weltweiten Entwicklung des Films, der Filmwirtschaft (und des Kinos). Der Deutsch-Engländer Heinrich Fraenkel (geb. 1897) war hautnah dabei gewesen und beschreibt 1956/57 zwei weltweite Epochen des Films :
Es beginnt mit Teil I "Von der Laterna Magica bis zum Tonfilm" und geht weiter mit Teil II "Vom Tonfilm bis zum Farbfilm"

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Ereignisse aus dem Jahr [1957]

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Der Schorcht-Filmverleih wird von der Bavaria übernommen. Die Geschäftsführung liegt nunmehr bei Fritz Thiery und Dr. Schwarz. - Schorcht zieht sich ins Privatleben zurück.
[I. 1957]

Kurz nach seinem 72. Geburtstag stirbt Erich Ponto, seit Jahrzehnten einer der bedeutendsten Charakterdarsteller des deutschen Films. Gerade in seinen allerletzten Jahren war Ponto noch eine künstlerische Hochblüte beschieden; seine letzten Rollen, wie etwa der alte Defoe in "Robinson soll nicht sterben" und der Großvater in "Himmel ohne Sterne" bleiben unvergessen.
[4. II. 1957]

Eine vom Institut für Demoskopie durchgeführte Umfrage ergibt, daß 67% des Publikums die Wochenschau in den Kinotheatern sehen will. 20% „wollen sie nicht missen", und nur 13% der Befragten erklären, „weniger interessiert" zu sein.
[II. 1957]

Der von Gottfried Reinhardt für die CCC inszenierte Hans Albers-Film "Vor Sonnenuntergang" erhält in Hollywood den „Golden Globe" der Auslandspresse.
[II. 1957]

In Stuttgart schließen die "Deutsche Union der Filmschaffenden" und der "Zentralverband der Deutschen Filmtheater" einen Tarifvertrag.
[22. III. 1957]

Knapp 53 ist Max Ophüls, als er in Hamburg stirbt. Er war der Regisseur der spielerisch erzielten (und doch vertieften) Leichtigkeit, und es ist bezeichnend, daß er mit Arthur Schnitzler-Verfilmungen wie etwa Liebelei und Reigen seine größten Erfolge hatte und Kunstwerke von bleibendem Wert schuf.
[23. III. 1957]

Im ersten Quartal des Kalenderjahres beträgt das im Bundesgebiet und in West-Berlin verzeichnete Gesamtaufkommen an Vergnügungssteuer aus Filmvorführungen annähernd 42,6 Millionen. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres bedeutet das eine Zunahme von 10,6%.
[31. III. 1957]

In seinem 66. Lebensjahr stirbt H. P. Schulberg, der durch seine jahrzehntelange Leitung der Paramount-Produktion einer der Pioniere des amerikanischen Films war.
[III. 1957]

In seinem 69. Lebensjahr stirbt Joseph Massolle, einer der drei technischen Bahnbrecher des Tonfilms, die mit ihrem Triergon-Verfahren schon zu Beginn der zwanziger Jahre die entscheidenden Vorzüge des Lichtton-Verfahrens klar erkannten.
[1. IV. 1957]

In den Berliner UFA-Ateliers in Tempelhof beginnt der zum Leiter der Nachwuchsabteilung ernannte Volker v. Collande mit den Aufnahmen zum ersten Film des Nachwuchs-Studios. Gleichzeitig erfolgt der Start für die zunächst auf zwölf Filme pro Jahr festgesetzte Fernsehproduktion der Ufa. [IV. 1957]

Die Berliner Area gründet in Rom eine italienische Tochtergesellschaft, die von Ernesto Purger geleitete Area Cinematographica. Die Fortsetzungen der Liane-Serie entstehen mit Marion Michael in der Titelrolle in Co-Produktion.
[V. 1957]

Im Alter von nur 44 Jahren stirbt in Berlin Kurt Schulz, Mitbegründer und Mitinhaber der Berolina-Film-Produktion.
[27. VI. 1957]

In der ersten Hälfte des Kalenderjahres 1957 werden von der FSK 1.114 Filme geprüft, unter ihnen 196 ausländische und 41 deutsche Spielfilme von über 1.500m Länge.
[30. VI. 1957]

Die Universität Oxford verleiht Sir Laurence Olivier die Würde eines Ehrendoktors. In der Verleihungsurkunde wird auf die große Leistung hingewiesen, die der Künstler mit seinen Shakespeare-Verfilmungen geschaffen hat.
[VI. 1957]

Der Bundestag und Bundesrat verabschiedet die neue Fassung des Gesetzes zum Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit, wonach im Bereich der Bundesrepublik drei Stufen, 6-12, 12-16 und 16-18 Jahre, für den Kinobesuch der Jugendlichen vorgesehen sind.
[VI. 1957]

Zu Ehren seines 75. Geburtstages und seines gleichzeitigen 50jährigen Filmjubiläums wird Peter Ostermayr von führenden Persönlichkeiten der Filmindustrie und des öffentlichen Lebens gebührend gefeiert. Eine Straße in Grünwald wird nach ihm benannt, und am Abend des Festtages zeigt im Bavaria-Atelier (dessen Grundstein er einst gelegt hat) der Jubilar seinen Gästen seinen im Jahre 1910 hergestellten ersten Film, einen Streifen von 600 Metern Länge, dessen Herstellungskosten 950 Mark betrugen.
[18. VII. 1957]

Am Schlußtag der Internationalen Festspiele in Karlsbad wird der Große Preis an den indischen Film "Unter dem Mantel der Nacht" verliehen; die drei weiteren Hauptpreise fallen an einen ungarischen und einen sowjetrussischen Film sowie an den Defa-Film Lissy, ein von H. Wolf inszeniertes Werk.
[21. VII. 1957]

In seinem 73. Lebensjahre stirbt Sacha Guitry, der als Autor (und zumeist auch Hauptdarsteller) von über 100 Bühnenstücken auch einige dreißig Filme geschrieben und inszeniert hat. Eines seiner berühmtesten Werke bleibt "Der Roman eines Schwindlers". Sein letzter Film "Assassins et voleurs" entstand erst kurz vor seinem Tode.
[24. VII. 1957]

In der Bundesrepublik umfaßt das für die Saison 1957/58 angekündigte Verleihprogramm ca. 520 Filme, also etwa zwanzig weniger als in der vorhergehenden Saison. Die Zahl der deutschsprachigen Filme ist von 180 auf 165 abgesunken, das fremdsprachige Angebot ist mit 355 Titeln nur um acht geringer als in der vorherigen Saison. Bemerkenswert ist der Rückgang des Farbfilmangebots von 310 auf 239. Auch für die nach dem einen oder anderen Breitwand-Verfahren hergestellten Filme ist ein Rückgang festzustellen, und zwar von 140 auf 129.
[VII. 1957]

In Hollywood stirbt im 66. Lebensjahr Oliver Hardy, der zusammen mit seinem Partner Stan Laurel jahrzehntelang ein weltberühmtes Komiker-Paar bildete, zunächst in Kurzfilmen, später in abendfüllenden Burlesk-Komödien. Dem deutschen Kinopublikum war das Paar unter dem Namen „Dick und Doof" bekannt.
[7. VIII. 1957]

Dem Präsidenten des Zentralverbandes der Filmtheater (ZDF), Rolf Thiele, wird das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er ist seit fast drei Jahrzehnten eine der führenden Persönlichkeiten unter den unabhängigen Theaterbesitzern und schuf nach dem Kriege einen Konzern von 15 Theatern. [13. VIII. 1957]

Abschluß eines für ein Jahr befristeten deutsch-österreichischen Filmabkommens, das einen Austausch von 24 österreichischen gegen 120 deutsche Spielfilme vorsieht. Kultur- und Dokumentarfilme können freizügig gehandelt werden; das gleiche gilt auch für den Bildaustausch der Wochenschauen.
[31. VIII. 1957]

Vor dem Münchener Klub der Wirtschaftspresse betont Dr. Wolf Schwarz, Vorstandsmitglied der Bavaria, die durch die Höhe der Vergnügungssteuer für die deutsche Filmindustrie erwachsenden Schwierigkeiten. Einem Produktionsvolumen von 120 Millionen stehe eine Vergnügungssteuerbelastung des deutschen Films von 69 Millionen gegenüber. Für einen Film, dessen Herstellungskosten mit einer Million zu Buch stehen, gingen bis zur Einspielung dieses Betrages schon 1,2 Millionen an Staat und Gemeinden.
[VIII. 1957]

Aufnahmebeginn für den ersten UFA-Fernsehfilm "Schatten der Vergangenheit" unter der Regie des Kölner Hörspielregisseurs Paul Wolfgang Schnell.
[VIII. 1957]

In Hamburg gründen die Regisseure Harald Braun, Helmut Käutner und Wolfgang Staudte (mit dem Schriftsteller Jakob Geis als Geschäftsführer) die Freie Filmproduktion GmbH.; also eine Art „United Artists" und eine Firma, in deren Rahmen die Teilhaber künstlerisch besonders anspruchsvolle Filme zu produzieren hoffen.
[7. IX. 1957]

In seinem 68. Lebensjahr stirbt Kurt Schorcht, der sich durch den Aufbau eines der größten Verleihunternehmen der Nachkriegszeit seinen Platz in der deutschen Filmgeschichte gesichert hat.
[18. IX. 1957]

Im 66. Lebensjahre stirbt der italienische Filmregisseur Auguste Genina, der seit fast vier Jahrzehnten international bekannt war.
[28. IX. 1957]

In seinem 74. Lebensjahr stirbt in Zürich der berühmte Operettenkomponist Ralph Benatzky, dessen Name, durch „Das weiße Rößl" weltberühmt, mit zahlreichen Musikfilmen verknüpft ist.
[17. X. 1957]

In seinem 73. Lebensjahre stirbt Louis B. Mayer, einer der Gründer des MGM-Konzerns. Er war seit Jahrzehnten einer der bedeutendsten Filmindustriellen.
[29. X. 1957]

Die österreichische Sascha-Filmproduktion feiert das 10jährige Jubiläum ihrer Nachkriegsexistenz. Sie hat in diesem Zeitraum 15 Spielfilme hergestellt. - Auch die österreichische Filmgesellschaft (ÖFA) hat zur gleichen Zeit ihr l0jähriges Jubiläum. Ihre Nachkriegsproduktion (unter Leitung von Alfred Lehr und Herbert Gruber) umfaßt 14 Spielfilme und 4 Kurzfilme.
[X. 1957]

Die Produktionsfirmen Corona-Film, Filmaufbau, Fono und Interwest-Film schließen sich zu der Film-Ring GmbH, zusammen.
[X. 1957]

Der von David Lean inszenierte Film "The bridge on the river Kwai" hat schon bei seiner englischen und amerikanischen Premiere einen Sensationserfolg. Die Szenen im Dschungel von Siam und in japanischen Kriegsgefangenenlagern sind von unerhörtem Realismus. Alec Guinness spielt in dem fast dreistündigen Film einen englischen Oberst und William Holden einen entsprungenen amerikanischen Kriegsgefangenen.
[X. 1957]

Nach dem gleichnamigen Roman von F. C. Weiskopf (und nach einem Drehbuch von Alex Wedding) inszeniert Konrad Wolf den Defa-Film "Lissy", die Geschichte eines Mädchens, das nach schweren Erlebnissen den Irrtum der ihr beim BDM eingetrichterten Weltanschauung erkennt. In der Titelrolle: Sonja Sutter. In anderen Hauptrollen: Hans-Peter Minetti, Raimund Scheicher, Annemarie Hase, GerhardBienert, HorstDrinda. Kamera: Werner Bergmann.
[1957]

In dem von Hans Quest inszenierten CCC-Lustspiel Kindermädchen für Papa gesucht spielen Claus Biederstaed, Günther Philipp, Susanne Gramer, Carla Hagen die Hauptrollen. Buch: Curth Flatow. Kamera: Fritz Arno Wagner. [1957]

Francoise Sagans Roman "Bonjour Tristesse" wird von Otto Preminger mit Jean Seberg in der Hauptrolle verfilmt. Außerdem Deborah Kerr, David Niven, Mylene Demongeot und eine Neuentdeckung, Geoffrey Hörne. Die Aufnahmen werden teils in Paris, teils an der Riviera gedreht.
[1957]

In dem von Daniel Mann inszenierten Film "Junggesellen-Party" spielen Don Murray, E. G. Marshall, Jack Warden die Hauptrollen. Es ist eine außerordentlich einprägsame und psychologisch vertiefte Darstellung eines erotisch gehemmten Mannes und seiner Berufskollegen, deren Feiertag nicht minder monotone Akzente hat als ihr Alltag.
[1957]

Der von William Dieterle inszenierte Paramount-Film "Omar Khayyam" erscheint unter dem Titel "Sturm über Persien". Dem Stoff liegt die Lebensgeschichte des berühmten persischen Dichters und Astronomen aus dem 11. Jahrhundert zu Grunde. In den Hauptrollen: Cornel Wilde, Michael Rennie, Debra Paget. Kamera: Ernest Laszlo.
[1957]

In dem von Willi Forst inszenierten Sascha-Film "Die unentschuldigte Stunde" spielt Erika Remberg die schon als Primanerin verheiratete Ehefrau, die heimlich zur Schule geht, um das Abitur zu machen. Adrian Hoven spielt den Ehemann. In anderen Hauptrollen: Rudolf Forster, Chariklia Baxevanos, Hans Moser. Buch: Kurt Nachmann. Kamera: Günther Anders.
[1957]

Die „Vierlinge" in Franz Antels Film "Vier Mädels aus der Wachau" werden von zwei Zwillingspaaren gespielt, und zwar von den schon bekannten Tänzerinnen Alice und Ellen Kessler, sowie von Isa und Jutta Günther, die als Kinder in dem Erich Kästner-Film "Das doppelte Lottchen" entdeckt wurden.
[1957]

In dem Berolina-Film "Das haut hin"! spielen unter der Regie von Geza v. Cziffra und nach einem Buch von Peter Trenck und Hans Sassmann - einer musikalischen Komödie im Zirkusmilieu - Peter Alexander, Grethe Weiser und Margit Nünke die Hauptrollen. Musik: Heinz Gietz. Kamera: Erich Grohmann.
[1957]

Nach Charles Lindberghs mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Buch "The Spirit of St. Louis" inszeniert Billy Wilder den Film "Mein Flug über den Ozean". Die Rolle des Fliegers spielt James Stewart.
[1957]

In dem von Alexander Mackendrick inszenierten Film "The sweet smell of success" spielt Burt Lancaster die interessante Rolle eines durch den eigenen Machtdünkel neurotisch gewordenen Journalisten. Die Rolle seines so ziemlich zu jeder Schandtat bereiten journalistischen Handlangers und Material-Lieferanten spielt Tony Curtis. Das durch seine ungemein scharfe Realistik auffallende Drehbuch stammt von Clifford Odets und Ernest Lehman, dem Autor des zugrundeliegenden Romans.
[1957]

Unter der Regie von Jean Negulesco und mit Sophia Loren in der Hauptrolle erscheint der Centfox-Film "Der Knabe auf dem Delphin". Die Loren spielt eine griechische Schwamm-Taucherin, die eine kostbare antike Statuette auf dem Meeresgrund entdeckt, um die sich zwei Amerikaner bemühen, ein unsympathischer Kunsthändler (Clifton Webb) und ein sympathischer Archäologe (Alan Ladd), der sich nicht nur in das antike Kunstwerk, sondern auch in die junge Taucherin verliebt.
[1957]

Für den von Rolf Thiele für Area inszenierten Farbfilm "Der tolle Bomberg" ist das Drehbuch (nach dem Roman von Josef Winckler) von Hans Jacoby und Per Schwenzen bearbeitet. Hans Albers spielt die Titelrolle des für seine Münchhausenstreiche berühmten Barons aus den neunziger Jahren. Andere Hauptrollen: Marion Michael, Paul Henckels, Harald Juhnke, Gert Fröbe, Camilla Spira, Hubert v. Meyerinck, Wanda Rotha. Kamera: Vaclav Vieh.
[1957]

In der von Charles Vidor für David Selznick inszenierten Fox-Produktion nach Ernest Hemingsways berühmtem Roman "A Farewell to arms" spielt Eva Kotthaus eine Hauptrolle. Der Film erscheint in Deutschland unter dem Titel "In einem anderen Land".
[1957]

Unter dem Titel "Liebe einer Sommernacht" erscheint in Deutschland die von Toivo Särkkä inszenierte Verfilmung einer finnischen Novelle, die den Liebeskonflikt eines zwischen einem brutalen Muskelprotz und einem empfindsamen Künstler schwankenden Mädchens zum Gegenstand hat. Der landschaftliche Hintergrund der finnischen Wälder und Seen ist sehr eindringlich gestaltet, die Rolle des Mädchens spielt Ann Savo, die beiden Männer sind von Saulo Haarla und Tauno Palo dargestellt.
[1957]

In dem von Dulio Coletti inszenierten Ex-Ceisa-Herzog-Film "London ruft Nordpol" spielt Curd Jürgens die Rolle eines Abwehroffiziers, der den englischen Geheimdienst überlistet. In anderen Hauptrollen: Dawn Addams, Rene Deltgen, Albert Lieven. Kamera: Gabor Pogany.
[1957]

Unter der Regie von Georg Jacoby spielt Marika Rökk in dem Real-Europa Farbfilm "Nachts im Grünen Kakadu".
[1957]

In seinem Warner-Film "Der falsche Mann" hat Alfred Hitchcock (nach einem Drehbuch von Maxwell Anderson und Angus MacPhail) es sich zur Aufgabe gemacht, die durch bloße „Indizienbeweise" gegebene Gefahr eines Justizmordes filmisch zu gestalten. Henry Fonda spielt den unschuldig Angeklagten, Vera Miles seine Frau, die unter dem Druck eines Schuldkomplexes fast den Verstand verliert. In anderen Hauptrollen Anthony Quayle, Charles Cooper, Esther Minciotti.
[1957]

In dem von Wolfgang Schleif inszenierten Berolina-Film "Blaue Jungs" spielen Karlheinz Böhm, Claus Biederstaedt, Maea Flohr, Hans Stüwe und Walter Giller die Hauptrollen. Das Drehbuch von G. Kampendonk behandelt die Abenteuer einiger in die Südsee verschlagener deutscher Matrosen. Kamera: Klaus v. Rautenfeld.
[1957]

Nach mehr als einjähriger Arbeit vollendet Elia Kazan seinen Warner-Film "A Face in the Crowd". Der Stoff entstammt einer Kurzgeschichte von Budd Schulberg, der selbst das Drehbuch schrieb: Die Geschichte eines „modernen Troubadours" aus Arkansas, der sich zu einer der großen „Fernsehpersönlichkeiten" Amerikas entwickelt. Diese Rolle wird von Andy Griffith gespielt, neben ihm Patricia Neal, Anthony Franciosa, Lee Remick, Walter Matthau. Kamera: Harry Stradling.
[1957]

Der von der Defa gemeinsam mit Films Borderie und Pathe Paris hergestellte Film „Die Hexen von Salem" beruht auf dem Bühnenstück des amerikanischen Dramatikers Arthur Miller, einem Werk, das in den Hexenprozessen des Mittelalters seine gegen Vorurteil und Engstirnigkeit gerichtete Tendenz symbolisiert. Die Drehbuchbearbeitung stammt von Jean Paul Sartre. Unter der Regie von Raymond Rouleau spielen Simone Signoret, Yves Montand und Myiene Demongeot die Hauptrollen.
[1957]

Unter dem Titel "Die Elenden" wird für die Defa der Roman Victor Hugos "Les miserables" verfilmt, und zwar in einer Gemeinschaftsproduktion mit Pathe Cinema, Paris. Regie: Jean Paul Le Chenois. Buch: Rene Barjavel. Hauptdarsteller: Jean Gabin, Bernard Blier, Dannielle Delorme, Gianni Esposito, Fernand Ledoux, Gerhard Bienert, Sylvia Manfort. Kamera: Etienne Natteau.
[1957]

Der von Paul Martin für Bavaria-Cosmopol inszenierte Film "Meine schöne Mama" wird in Österreich hergestellt. Für die Rolle der Mathilde wurde die 16jährige Ungarin Barbara v. Nady entdeckt, die Mama spielt Nadia Gray und den erst zum Schluß als durchaus legitimer Papa erwiesenen „Mädchenhändler" gibt Paul Hubschmid. Das Drehbuch stammt von Eberhard Keindorff und Johanna Sibelius.
[1957]

In dem deutsch-italienischen (Cosmopol-Sirius) Gemeinschaftsfilm "Die Verlobten des Todes", von Romolo Marcellini nach einem Drehbuch von Gino de Sanctis inszeniert, spielt Hans Albers die Rolle eines Rennrad-Konstrukteurs. Als der Schwiegersohn, (von Rik Battaglia gespieltj das große Rennen von Monza gewinnt, kommt auch sein Ehekonflikt zum guten Ende. Margit Nünke spielt die Rolle der jungen Frau. Kamera: Aldo Gior-dani.
[1957]

Als Co-Produktion der Defa und der Pariser Ariane-Films, erscheint unter der Regie von Gerard Philipe, und mit ihm selbst in der Titelrolle, der Farbfilm "Till Eulenspiegel, der lachende Rebell". Der Roman von Charles de Coster liegt zwar dem Drehbuch zu Grunde, aber der Hauptakzent ist nicht so sehr auf die „Eulenspiegeleien" gelegt, als auf die historische Rolle des Helden als flämischer Freiheitskämpfer gegen die spanischen Unterdrücker. In anderen Hauptrollen: Jean Vilar als Alba, Jean Carmet als Goedzak, Nicole Berger als Tills Braut und Fernand Ledoux als sein Vater. Musik: Georges Auric. Kamera: Christian Matras.
[1957]

In dem von Werner Jacobs (nach einem Buch von Curth Flatow und Eckart Hachfeld) inszenierten Gioria-Film "Das einfache Mädchen" spielt Caterina Valente eine junge Revue-Schauspielerin, die sich bei einem berühmten Dramatiker als Dienstmädchen einschmuggelt, um ihm zu beweisen, daß sie der richtige Typ für sein neues Stück sei. Ihn spielt Rudolf Prack, in anderen Hauptrollen Ruth Stephan, Rudolf Platte, Helen Vita, Dorit Kreysler. Musik: Heinz Gietz. Texte: Kurt Feltz. Kamera: Friedel Behn-Grund. Choreographie: Billy Daniel.
[1957]

Nach Motiven von Claude Anets Roman „Ariane" (vor Jahrzehnten mit der Bergner in der Titelrolle verfilmt) inszeniert Billy Wilder "Love in the afternoon" mit Audrey Hepburn als Ariane. Die Forster-Rolle des reifen Mannes spielt Gary Cooper in Gestalt eines von Scheidungsskandalen und amourösen Sensationen umwitterten amerikanischen Millionärs, und ein weiteres Lustspielelement wird dadurch geschaffen, daß Arianes Vater ein (von Maurice Chevalier verkörperter) Pariser Privatdetektiv ist, der von dem Millionär den Auftrag bekommt, das geheimnisvolle Mädchen Ariane, also seine eigene Tochter, zu suchen.
[1957]

Für den von Werner Klingler inszenierten Berolina-Film "Banktresor 713" schreibt Herbert Reinecker das Buch von der Problematik eines Spätheimkehrers, der nicht mehr den Anschluß an das „Wirtschaftswunder" findet und aus Verzweiflung zum Verbrecher wird. Martin Held spielt diese Rolle. Neben ihm Hardy Krüger in der Rolle des jüngeren Bruders, sowie Nadja Tiller, Helga Martin, Hildegard Grethe und Charles Regnier in anderen Hauptrollen. Musik: Werner Eisbrenner. Kamera: Helmuth Ashley.
[1957]

In dem von Roger Vadim inszenierten und bei Columbia erschienen Film "Und immer lockt das Weib" spielt Brigitte Bardot die Rolle einer triebhaften jungen Frau, die ihren Schwager verführt, aber dann reumütig zu ihrem Mann zurückkommt. Die Rolle eines in dieser schwülen Atmosphäre der französischen Südküste bewußt deplazierten nordischen Jachtbesitzers ist mit Curd Jürgens besetzt.
[1957]

Als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller bringt Ramon Novano den Film "Padre Ignatio". Es ist nicht gerade der erste, wohl aber der bedeutendste der Tonfilme, worin dieser ehemals weltberühmte Liebhaber aus der Glanzzeit des Stummfilms in das Altersfach hinüberwechselt und einen Witwer spielt, der sein Kind versorgt und dann sein Leben einem Klosterorden weiht.
[1957]

In dem von Falk Hamack für CCC inszenierten Film "Wie ein Sturmwind" spielen Lilli Palmer, Willi A. Kleinem, Ivan Desny, Susanne Cramer, Käthe Braun die Hauptrollen. Das von Gina Kaus (nach einem Roman von Klaus Hellmer) bearbeitete Drehbuch handelt von einer Frau, die nach einem leidenschaftlichen Erlebnis mit einem jungen Künstler schließlich doch wieder zu Mann und Kind heimfindet. Musik: Herbert Tranlow. Kamera; Fricdcl Bchn-Grund.
[1957]

Der von Giorgio Pastina nach einem Drehbuch von Carlo Düse inszenierte Gina Lollobrigida-Film >Alina< erscheint unter dem Titel "Zwischen Liebe und Laster". Es handelt sich um den Milieukontrast eines an der französisch-italienischen Grenze gelegenen Alpenhotels mit Luxusbetrieb und Spielhölle, und der nahebei in der Felswildnis tätigen Zollschmuggler. Die Lollobrigida spielt ein Bauernmädchen, das sich weder von den Schmugglern noch von den feinen Herrschaften ausnützen läßt, während sich der Geschäftsführer der Spielhölle ernsthaft in sie verliebt.
[1957]

Unter der Regie von Arthur Maria Rabenalt spielen Sonja Ziemann, Walter Giller, Martha Eggerth, Ivan Petrovich, Gardy Granass, Gerhard Riedmann, Willy A. Kleinau, Walter Groß wesentliche Rollen in dem Berolina-Film "Frühling in Berlin". Das Drehbuch von Curt J. Braun beruht auf der netten Idee, daß die Fluggäste einer durch eine Notlandung zwei Tage in Berlin festgehaltenen Maschine Dinge erleben, die ihr Schicksal wesentlich beeinflussen. Der Hauptdarsteller ist also gewissermaßen die Stadt Berlin (und zwar West - und Ost!).
[1957]

In dem von Federico Fellini inszenierten Tifanus-Film "II Bidone" spielt Broderick Crawiord die Rolle des für die Filme dieses Regisseurs typischen Untäters, der erst in tiefster seelischer und physischer Not geläutert wird. Andere Hauptrollen: Richard Basehart, Giulietta Masina, Franco Fabrici. Buch: Ennio Flaiano. Kamera: Otello Martelli.
[1957]

Der von Kenji Mizoguchi für die japanische Daiei-Film-Co. inszenierte Film "Asken Chitai" erscheint unter dem Titel "Die Straße der Schande". Nach dem Drehbuch von Masashige Narusawa hat die Darstellung des Freudenviertels von Yoshiwara und die Typisierung der zumeist aus Not und Familienrücksichten in die Prostitution verkauften Mädchen eine sozialkritische Tendenz. In den Hauptrollen Machiko Kyo, Aiko Mimasu und Ayako Wakao.
[1957]

Nach siebenjähriger Spielpause hat Hedy Lamarr ihre Filmkarriere wieder aufgenommen, und zwar für den Universal Film "The female animal". Die andere weibliche Hauptrolle spielt Jane Powell.
[1957]

Der Gloria Film "08/15" wird in den USA öffentlich vorgeführt, allerdings mit einigen kleinen Schnitten.
[1957]

Unter der Regie von Geza v. Bolvary und nach einem Drehbuch von Robert A. Stemmle spielen Johanna Matz und Bernhard Wicki die Hauptrollen in dem Berolina-Film "Es wird alles wieder gut". Weitere Hauptrollen: Claus Biederstaedt, Peter Mosbacher, Trude Hesterberg, Rudoll Platte, Nadja Regln, Franz Schafheitlin.
[1957]

In dem von David Miller nach dem Roman von Nicholas Monsarrat inszenierten Film "Esther Costello" spielt die neu entdeckte Heather Sears die Titelrolle eines blinden und taubstummen Mädchens, das zu einem skrupellosen Propagandarummel ausgenützt wird und schließlich unter der Schockwirkung einer Vergewaltigung Sehkraft und Sprache gewinnt. Bei aller thematischen Melodramatik ist der Film durch die schauspielerischen Leistungen beachtlich, die von der jungen Hauptdarstellerin, sowie von Joan Crawiord und Rossano Brazzi geboten werden.
[1957]

Unter der Regie von Alexander Ford entsteht in Warschau eine Co-Produktion der CCC und der Film-Polski: ein Lustspiel "Der achte Wochentag", die Leiden eines jungen Paares darstellend, das nirgends eine Chance bekommt, „endlich allein" zu sein. Diese beiden Hauptrollen werden von Sonja Ziemann und Zbigniew Cibulski gespielt. Das Drehbuch stammt von dem jungen polnischen Schriftsteller Marek Hlasko. Kamera: Igor Oberberg.
[1957]

In dem von Alfred Weidenmann inszenierten Emelka-Herzog-Film "Der Stern von Afrika" spielt Joachim Hansen die Rolle des jungen Jagdfliegers Marseille, Marianne Koch das Mädchen, in das er sich kurz vor seinem Tode verliebt. In anderen wichtigen Rollen Karl Lange, Horst Frank, Hansjörg Felmy. Drehbuch: Herbert Reinecker. Kamera: Helmut Ashley. Die letzte Aufgabe seines Lebens erfüllt in diesem Film Erich Ponto in der Rolle eines sympathischen alten Herrn, der in Paris mit dem Flieger Billiard spielt.
[1957]

Unter der Regie von Anthony Asquith spielt Lillian Gish in dem englischen Film "Orders to kill" die Rolle einer amerikanischen Mutter, deren Sohn im Jahre 1944 nach Paris geschickt wird, um dort einen politischen Mord zu begehen. Seit die Gish in den ersten großen Griffith-Filmen Weltruhm gewann, hatte sie verhältnismäßig wenig in Tonfilmen mitgewirkt.
[1957]

Der durchschnittliche Kino-Eintrittpreis beträgt in der Bundesrepublik DM 1,41. Das bedeutet dem Jahre 1938 gegenüber eine Steigerung um 41%, während der allgemeine Lebenshaltungsindex im gleichen Zeitraum um 72% gestiegen ist.
[1957]

In dem unter dem Titel "Wenn das Weib erwacht" herausgekommenem Schwedenfilm "Hasthandlarens Flickor" spielen Barbro Larsson und Margareta Löwler zwei Schwestern, die nach den ersten Liebeserlebnissen einander hassen lernen. Buch und Regie Egil Holmsen. Kamera: Ingvar Borgild.
[1957]

Unter der Regie von Josef v. Baky spielen Heidi Brühl, Christian Doermer, Jochen Brockmann, Christian Wolif und Sabine Sinjen die Hauptrollen in dem CCC-Film "Die Frühreifen", der sich mit der Problematik der "Jeunesse doree" im Zeichen des Wirtschaftswunders befaßt.
[1957]
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Filme aus dem Jahr 1957

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  • BEKENNTNISSE DES HOCHSTAPLERS FELIX KRULL
    Filmaufbau Göttingen. Regie: Kurt Hoffmann, Buch: Robert Thoeren, Erika Mann (nach Thomas Mann). Hauptdarsteller: Horst Buchholz, Liselotte Pulver, Ingrid Andree, Susi Nicoletti, Paul Dahlke, Ilse Steppat, Walter Gilla, Peer Schmidt, Alice Treff, Paul Henckels. Musik: Hans-Martin Majewski. Kamera: Friedet Behn-Grund. Bauten: Robert Herlth. Einige Episoden aus Thomas Manns Roman sind hier filmisch gestaltet, und zwar mit einem „Happy-End", in dem sich Felix und Zaza finden - ein Schluß, der vom Dichter kurz vor seinem Tode gebilligt wurde.
    [1957]

  • BETROGEN BIS ZUM JÜNGSTEN TAG
    Defa. Regie: Kurt Jung-Alsen. Buch: Kurt Bortfeldt. Hauptdarsteller: Hans-Joachim Martens, Wolfgang Kieling, Rudolf Ulrich, Renate Küster. Kamera: Walter Fehdmer. An der russischen Grenze (unmittelbar vor Beginn des Kriegs gegen die UdSSR) hat ein Landser bei einer Karnickeljagd versehentlich die Tochter eines deutschen Offiziers erschossen. Seine beiden Kameraden geloben Stillschweigen über den Unfall, dessen Zeugen sie waren; aber einer von ihnen gerät in tragischen Gewissenkonflikt, als mehrere Polen des Mordes verdächtigt und standrechtlich erschossen werden.
    [1957]

  • CASINO DE PARIS
    Bavaria. Regie: Andre Hunebelle. Buch: Hans Wilhelm. Hauptdarsteller: Caterina Valente, Vittorio de Sica, Gilbert Becaud, Grethe Weiser, Rudolf Vogel. Musik: Heinz Gietz, Texte: Kurt Feltz. Kamera: Bruno MondL Choreographie: Billy Daniel. - De Sica spielt einen berühmten Dramatiker, die Valente eine junge Schauspielerin, die er nicht nur für sein neues Stück, sondern auch für sich selbst zu erobern hofft. Als sie sich aber in seinen jungen Sekretär verliebt, gibt er ihr seinen Segen.
    [1957]

  • DAS KLEINE TEEHAUS (>The tea house of the August Moon<)
    MGM. Regie: Daniel Mann. Buch: John Patrick. Hauptdarsteller: Marlon Brando, Glenn Ford, Machiko Kyo. Eine selbstironisierende Komödie mit dem Hintergrund der amerikanischen Besatzung in Japan. Der Film ist nicht nur durch Brandos prägnante Darstellung der (japanischen) Hauptrolle interessant, sondern vor allem auch durch das Lokalkolorit und die Milieuschilderung der japanischen Außenaufnahmen.
    [1957]

  • DER GLÄSERNE TURM
    Bavaria. Regie: Harald Braun. Buch: Odo Krohmann, Wolfgang Koeppen. Hauptdarsteller: O. E. Hasse, Lilli Palmer, Peter van Eyckr Hans Messemer, Brigitte Horney, Ludwig Linkmann. - Ein dramaturgisch ungemein geschickt gebautes Werk, dessen „kriminalistische" Motive von Giftmord und Gerichtsverhandlung erst ganz am Schluß erscheinen. Wesentlich bleibt O. E. Hasses Gestaltung des modernen Managertyps, der in seinem „gläsernen Turm" - also der symbolhaften Luxusüberdeckung der einstigen Berliner Trümmerwelt - die Frau festhält, die aus diesem „goldenen Käfig" hypermodernster Art ausbricht, um ihre so lang zurückgedrängte künstlerische Begabung und eigene Persönlichkeit wieder zu entfalten. Eine sehr bedeutende schauspielerische Leistung der Palmer.
    [1957]

  • DER KÖNIG UND DIE TÄNZERIN (>The Prince and the Show-girl<)
    Olivier-Monroe-Warner. Regie: Sir Laurence Olivier. Buch: Terence Rattigan. Hauptdarsteller: Laurence Olivier, Marilyn Monroe, Sibyl Thorndike. Musik: Richard Addinsell. Kamera: Jack Cardiff. - Im Stil eines leicht ironischen und ungemein farbenprächtigen Märchenspiels schildert der Film das Liebesabenteuer eines Balkanfürsten mit einem amerkanischen „Chorus-Girl" während der Londoner Krönungsfeierlichkeiten des Jahres 1911.
    [1957]

  • DER LETZTE SCHUSS
    Russenfilm. Regie: G. Tschuchrai. Buch: B. Lawrenjew. Hauptdarsteller: Isoida Iswitzkaja, Oleg Strischenow. Kamera: S. Krussewski. Dieser (auf westlichen Festivals preisgekrönte) Russenfilm ist nicht nur wegen seiner Milieuschilderung und Darstellung interessant, sondern vor allem, weil die „ideologische Aussage" zwar nicht gerade fehlt, aber doch von dem menschlichen Konflikt überdeckt wird. Es handelt sich um die Liebesgeschichte einer Rotarmistin und eines Weißgardisten während des Bürgerkriegs. Sie hat zwar schon 40 „Weiße" im Laufe der Kriegshandlungen erschossen, aber den 41. lernt sie lieben. Die beiden sind eine Zeitlang auf eine Insel verschlagen und erleben so ihr Liebesidyll, aber als die zur Bergung nahende Truppe sich als „weiß" entpuppt, erschießt sie weinend den Geliebten.
    [1957]

  • DIE FREUNDIN MEINES MANNES
    Greven-Schorcht. Regie: Axel von Ambesser. Buch: Heinz Pauck. Hauptdarsteller: Hans Söhnker, Barbara Rütting, Hannelore Schroth, - Peter Kraus, Corny Collins, Willy Reichert, Irene von Meyendorff. Kamera: Kurt Hasse. Eine lustspielhafte und doch hier und da mit gebührendem Ernst behandelte Geschichte von einem in glücklicher Ehe lebenden Mann, der schließlich recht froh ist, aus einem von Frau und Kindern entdeckten Liebesverhältnis an den häuslichen Herd heimzufinden.
    [1957]

  • DIE HEILIGE UND IHR NARR
    Sascha-Gloria. Regie: Gustav Ucicky. Buch: Erna Fentsch (nach dem Roman von Agnes Günther). Hauptdarsteller: Gudula Blau, Willy Birgel, Gerhard Riedmann, Hertha Feiler. Musik: Franz Grothe. Kamera: G. Anders. Der schon vor Jahrzehnten erfolgreich verfilmte Stoff von dem einsamen und unheilbar kranken, aber bildschönen „Seelchen" und ihrer Liebe für einen strahlend gesunden Maler; und von der verbitterten Fürstin-Stiefmutter, die das Liebesglück zerstört.
    [1957]

  • DIE LETZTEN WERDEN DIE ERSTEN SEIN
    CCC. Regie: Rolf Hansen. Buch: Jochen Huth (nach John Galsworthy). Hauptdarsteller: O. E. Hasse., Ulla Jacobsson, Maximilian Schell, Peter Mosbacher. Kamera: F. Weihmayr. Ein um sein gesellschaftliches und berufliches Renome bangender Rechtsanwalt kommt in einen Seelenkonflikt, als sein Bruder zum Mörder wird und er selbst die Verteidigung des unschuldig der Tat Verdächtigten übernimmt. Zum Schluß stellt der wirkliche Täter sich selber dem Gericht.
    [1957]

  • DIE WIKINGER
    Regie: Richard Fleischer. Buch: Noel Langley und Calder Willingham (nach Edison Marshall). Hauptdarsteller: Kirk Douglas, Tony Curtis, Ernest Borgnine, Janet Leigh. Kamera: Jack Cardiff. - Im Mittelpunkt der Handlung dieses sehr groß angelegten Farbfilms steht die Eroberung Englands durch die Wikinger sowie der Kampf des legitimen und illegitimen Sohnes des Wikinger-Königs um die Hand der als Geisel eroberten Waliser Prinzessin.
    [1957]

  • DIE ZÜRCHER VERLOBUNG
    Real. Regie: Helmut Käutner. Buch: Heinz Pauck. (nach dem Roman von Barbara Noak). Hauptdarsteller: Liselotte Pulver, Paul Hubschmid, Bernhard Wicki, Wolfgang Lukschy, Werner Finck, Rudolf Platte. Musik: Michael Jary. Kamera: Heinz Pehlke. - Die amüsante, im Film-Milieu spielende Geschichte von einer aus Hamburg in die Schweiz verlegten Drehbucharbeit, die schließlich von der falschen zur richtigen Verlobung führt. Ein mit sehr viel Geschmack in federleichtem Stil gehaltener Film, in welchem Käutner (wie in fast allen seinen Filmen) selbst eine kleine Rolle spielt und im übrigen auch Sonja Ziemann, Anny Ondra und Max Schmeling in Episoden-Rollen sich selbst spielen.
    [1957]

  • DIE ZWÖLF GESCHWORENEN (>Twelve angry men<)
    United Artists. Buch: Reginald Rose. Regie: Sidney Lumet. Hauptdarsteller: Henry Fonda, Lee J. Cobb, Ed Begley, Martin Balsam, Jack Klugman. - Die Geschworenen haben sich zur Beratung zurückgezogen und sind sich über die Schuld des wegen Vatermordes Angeklagten ziemlich einig. Nur einer hat Bedenken und während der Indizienbeweis der Anklage mehr und mehr zerpflückt wird, überzeugt er einen nach dem anderen von der Notwendigkeit des Freispruchs. - Der Film ist dramaturgisch u. a. auch dadurch besonders interessant, weil er ganz ohne Rückblendungen auskommt und die „Einheit der Zeit und des Ortes" vollkommen wahrt.
    [1957]

  • FRANZISKA
    CCC-Utermann. Regie: Wolfgang Liebeneiner. Buch: Georg Hurdalek, (nach Curt J. Braun und Helmut Käutner). Hauptdarsteller: Ruth Leuwerik, Carlos Thompson, Friedrich Domin, Josef Meinrad. Jochen Brockmann. Musik: Franz Grothe. Kamera: Werner Krien. Eine freie Bearbeitung (ins Zeitmilieu versetzt) des 16 Jahre vorher erschienenen Films „Auf Wiedersehen Franziska": der Geschichte einer Ehe, die beinahe an der Abenteuerlust des beruflich fast ständig weltreisenden Mannes zerbricht. In der vorliegenden Fassung ist die Schlußlösung lustspielhaft und bietet der Leuwerik und Thompson sehr dankbare Rollen.
    [1957]

  • ES WIRD ALLES WIEDER GUT
    Berolina. Regie: GezavonBolvary. Drehbuch: R. A. Stemmle. Hauptdarsteller: Johanna Matz, Paul Hartmann, Bernhard Wicki, Franz Schafheitlin, Claus Biederstaed, Peter Mosbacher, Rudolf Platte, Trude Hesterberg. Musik: Michael Jary. Kamera: Willi Sohm. Die Matz spielt ein junges Mädchen, das nach dem Tode des Vaters ihr Berufs- und Privatleben aus eigener Kraft meistert. Interessant an diesem Film ist die Milieuschilderung der Arbeit in Fernsehateliers.
    [1957]

  • GLÜCKSRITTER
    Real-Europa. Regie: Arthur Maria Rabenalt. Buch: Kurt E. Walter (nach einer Novelle von Walter v. Hollander). Hauptdarsteller: Paul Hubschmid, Heidemarie Hatheyer, Hans Nielsen, Barbara Rütting, Eva Kotthaus. Kamera: Albert Benitz. - Ein betont „zeitnahes" und in gewissem Sinne sozialkritisches Werk, das die materialistische Verflachung und seelische Korruptionsbereitschaft geißelt, die so manchen idealistischen Bestrebungen beschieden war, als dem mutigen Aufbauwillen im Chaos der ersten Nachkriegsjahre die Zeit des „Wirtschaftswunders" folgte.
    [1957]

  • HAIE UND KLEINE FISCHE
    Zeyn-Severin - Film - Hansa. Regie: Frank Wisbar. Drehbuch: Wolf gang Ott. Hauptdarsteller: Hansjörg Felmy, Sabine Bethman, Wolfgang Preiß, Mady Rahl, Heinz Engelmann. Musik: Hans-Martin Majewski. Kamera: Günter Haase. - Das Wesentliche an diesem (nach dem gleichnamigen Roman bearbeiteten) Film ist die interessante Milieuschilderung des U-Boot-Kriegs, der in keiner Weise romantisch oder gar hurrapatriotisch dargestellt wird, sondern mit harter Realistik im Sachlichen und Menschlichen.
    [1957]

  • HEISSE ERDE (>Island in the sun<)
    Centfox-Zanuck. Regie: Robert Rossen. Buch: Alec Waugh. Hauptdarsteller: James Mason, Harry Belafonte, Dorothy Dandridge, Joan Collins, Michael Rennie, Joan Fontaine, Diana Winyard, Ronald Squire. Dieser großangelegte Film wirkt durch die beiden hervorragenden Negerkünstler Belafonte und Dandrige und die pittoresken Farbaufnahmen auf einer tropischen Insel Westindiens. Der Film will aus dem Gegensatz zwischen der weißen Herrscherschicht und den um ihre materielle und kulturelle Emanzipation ringenden Eingeborenen das soziale Problem und darüber hinaus das Rassenproblem anpacken. Da fehlt freilich der Mut zur letzten Konsequenz, denn der weiße Gentleman darf zwar das faszinierende Negermädchen heiraten, nicht aber die weiße Frau den ebenso faszinierenden Negerführer. Sie darf ihn nicht einmal küssen.
    [1957]

  • IN 80 TAGEN UM DIE WELT
    Todd A.O. Regie: Michael Anderson. Buch: S. J. Perelman (nach Jules Verne). Hauptdarsteller: David Niven, Cantinflas, Shirley Maclaine, Robert Newton. Musik: Victor Young. Kamera: Lionel Lindon. Choreographie: Paul Godkin. Das sind die Hauptdarsteller dieses pittoresken Riesenfilms. - Von den Dutzenden berühmter Stars, die zum Teil in ganz winzigen Rollen auftreten, seien nur die folgenden erwähnt: Charles Boyer, Martine Carol, Ronald Colman, Noel Coward, Marlene Dietrich, Fernandel, Sir John Gilgud, Sir Cedric Hardwicke, Trevor Howard, Buster Keaton, Beatrice Lillie, Peter Lorre, John Mills, Robert Morley, Cesar Romero, Frank Sinatra. - In der Hauptrolle des Phileas Fogg, der mit der pünktlich vollendeten Weltreise seine Wette gewinnt, gibt Niven eine höchst amüsante Persiflage des „spleenigen" Engländers. Der Film kann nur in Theatern vorgeführt werden, deren Projektion für das Todd A.O.- System der „Oberbreitwand" eingerichtet ist.
    [1957]

  • JONAS
    Pallas. Buch und Regie: Ottomar Domnick. Hauptdarsteller: Robert Graf, Elisabeth Bohaty, Heinz-Dieter Eppler, Willy Reichmann. Musik: Duke Ellington, Winfried Zillig. Kamera: Andor von Barsy. - Ein geistig sehr anspruchsvoller und in seinem Stilisierungsversuch und seiner Thematik gleichermaßen interessanter Film eines Mannes, der dafür durch doppelte berufliche Eigenschaft qualifiziert war [Dr. Domnick ist Nervenarzt sowie ein Kenner und Förderer abstrakter Kunst). Es handelt sich um die sehr bildsymbolisch gestaltete Studie eines Menschen, der von einem unüberwundenen Schuldkomplex durch die moderne Großstadtatmosphäre ins Dunkel der Ungewißheit gejagt wird und unfähig bleibt, mit sich selbst und seiner Vergangenheit fertig zu werden. Also eine moderne Jonaslegende von der Flucht vor dem Gottesgebot.
    [1957]

  • HERRSCHER OHNE KRONE
    Bavaria. Regie: Harald Braun. Buch: Gerhard Menzel, Odo Krohmann (nach dem Roman von Robert Neumann). Hauptdarsteller: O. W. Fischer, Odile Versois, Horst Buchholz, Günther Hadank, Fritz Tillmann, Elisabeth Flickenschildt. Musik: Werner Eisbrenner. Kamera: Göran Strindberg. Bauten: W. Haag. Eine in recht großem Stil erfolgte Bearbeitung der schon so oft verfilmten Geschichte von dem deutschen Arzt Struensee, der im 18. Jahrhundert zur Behandlung des Königs nach Dänemark zitiert wird und als Geliebter der Königin der mächtigste Mann im Lande wird.
    [1957]

  • MANUELA
    Foxwell. Regie: Guy Hamilton. Buch: William Woods. Hauptdarsteller: Trevor Howard, Elsa Martinelli, Pedro Armendariz, Donald Pleasance. Kamera: Otto Heller. Ein englischer Schiffskapitän, mit sich selbst unzufrieden und an der Ziellosigkeit seines Lebens verzweifelnd, verliebt sich in eine ohne sein Wissen an Bord geschmuggelte Südländerin. Ein Schiffsbrand macht dem ungewöhnlichen Idyll ein Ende, der in jeder Hinsicht schiffbrüchige Kapitän verzichtet auf eine Liebe, die ihm nicht zukommt. Was diesen Film interessant macht ist die Realistik des nautischen Hintergrunds.
    [1957]

  • MONPTI
    NDF. Buch und Regie: Helmut Käutner (nach Gabor von Vaszary). Hauptdarsteller: Romy Schneider, Horst Buchholz, Boy Gobert, Mara Lane, Bum Krüger. Musik: Bernhard Eichhorn. Kamera: Heinz Pehlke. - Nach Vaszarys gleichnamigem Roman kommt die bittersüße Liebesgeschichte des in Paris so einsamen jungen Ungarn und der unschuldigen kleinen Anne-Claire zur filmischen Gestaltung.
    [1957]

  • NACHTS, WENN DER TEUFEL KAM
    Divina-Gloria. Regie: Robert Siodmak. Buch: Werner Jörg Lüddecke. Hauptdarsteller: Claus Holm, Annemarie Düringer, Hannes Messemer, Mario Adorf, Werner Peters, Carl Lange, Monika John. Kamera: Georg Krause. Der Stoff ist dem Tatsachenbericht (von Will Berthold) entnommen, der die in den 30er und 40er Jahren von der SS auf „höchsten Befehl" vertuschte Mordserie eines Lustmörders schildert.
    [1957]

  • ROBINSON SOLL NICHT STERBEN
    NDF-Herzog. Regie: Josef v. Baky. Buch: Emil Burri. J. M. Simmel (nach dem Stück von Friedrich Forster). Hauptdarsteller: Romy Schneider, Horst Buchholz, Erich Ponto, Magda Schneider, Mathias Wieman, Gustav Knuth, Elisabeth Flickenschiidt. Musik: Georg Haentzschel. Kamera: Günther Anders. Bauten: Hein Heckroth. - Ein Film, in dem nicht nur das England zu Beginn des 18. Jahrhunderts und der alternde Daniel Defoe lebendig werden, sondern auch das blühende Werk seiner Phantasie, die Robinson-Crusoe-Geschichte, die der Londoner Jugend ihren Alltag erhellt. Das ist der pittoreske Hintergrund, vor dem ein nettes junges Mädel den Sohn des Dichters zur Räson bringt und den Alten noch auf dem Sterbebett mit seinem König versöhnt.
    [1957]

  • ROSE BERND
    Bavaria. Regie: Wolfgang Staudte. Buch: Walter Ulbrich (nach Gerhart Hauptmann). Hauptdarsteller: Maria Schell, Raf Vallone, Käthe Gold, Hannes Messemer, Leopold Biberti, Arthur Wiesner. Kamera: Klaus v. Rautenield. - In dieser Verfilmung von Hauptmanns Drama hat Staudte den Stoff in modernes Milieu verlegt, denn es kommt ihm nicht so sehr auf das sozialkritische Thema der Jahrhundertwende an, als auf die lebendige Gestaltung der Leidenschaften und Konflikte.
    [1957]

  • SCHLÖSSER UND KATEN
    Defa. Regie: Kurt Maetzig. Buch: Kuba. Hauptdarsteller: Karla Runkehl, Raimund Scheicher, Erwin Geschonnek, Erika Dunckelmann, Harry Hindemith, Angela Hurwicz, Lotte Loebinger. - Ein zweiteiliger Film mit der Gesamtlaufzeit von über drei Stunden, also ein recht anspruchsvolles Werk mit der Tendenz, die Entwicklung der Bodenreform zu schildern und auch die Fehler nicht zu verschweigen. Interessanter jedoch als der selbstkritisch oder positiv betonte ideologische Behang - viel interessanter ist das lebendig gestaltete Milieu der ostdeutschen Landwirtschaft, die Echtheit der Typen und die sehr überzeugende Persönlichkeit und eindrucksvolle Kunst von Karla Runkehl.
    [1957]

  • STRESEMANN
    Meteor. Regie: Alfred Braun. Buch: Axel Eggebrecht, Ludwig Berger, Curt J. Braun. Hauptdarsteller: Ernst Schröder, Leonard Steckel, Paul Dahlke, Anouk Aimee, Wolfgang Preiß. Kamera: Friedel Behn-Grund. - Die schwierige Aufgabe, das Lebensbild des Staatsmannes filmisch zu gestalten, hat man dadurch zu lösen versucht, daß eine junge Anhängerin (und spätere Sekretärin) Stresemanns einen seiner politischen Gegner umstimmt. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die jahrelangen Bemühungen Stresemanns und Briands um die deutsch-französische Verständigung und den Weltfrieden. Vom filmgeschichtlichem Interesse mag die Tatsache sein, daß dieser Film die letzte „Bundesbürgschaft" bekam.
    [1957]

  • VATER, UNSER BESTES STÜCK
    Bavaria. Regie: Günther Lüders. Buch: Eberhard Keindorff (nach dem Roman von Hans Nicklisch). Hauptdarsteller: Ewald Baiser, Adelheid Seeck, Piet Clausen, Christian Doermer, Heide Brühl. Kamera: Bruno Stephan. - Ein wegen seiner ernsten Momente besonders reizvolles Lustspiel, die Geschichte eines mit sehr viel gesundem Menschenverstand begabten Familienvaters und ein Genrebild der Freuden und Sorgen einer im Grunde sehr glücklichen Familie.
    [1957]

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