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Zur Wiedereinführung der Telefunken-Zeitung

TELEFUNKEN-ZEITUNG • 23. Jg., Heft 87/88 • September 1950

von H. Rukop im Jahre 1950 :
Nach achtjähriger Unterbrechung tritt die altbekannte Firmenzeitschrift Telefunkens wieder an die Öffentlichkeit und sucht ihren alten Leserkreis und einen neuen dazu.

Wenn ich „Die Firmenzeitschrift" sage,
so ist das insofern nicht eindeutig, als Telefunken in den vergangenen Jahrzehnten vier Zeitschriften herausgegeben hat:
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  1. die Telefunkenzeitung (1911), für die in- und ausländische Kundschaft im Nachrichtenverkehr und Anlagengeschäft,
  2. die Telefunken-Röhre (1934), für Wissenschaft und Technik der Röhren,
  3. den Telefunken-Sprecher (1924), für die Rundfunk- und Ela-Kundschaff
  4. und den Telefunken-Kamerad (1934), für die eigene Belegschaft.


Sie haben sämtlich jahrelang still gelegen, jedoch ist der Telefunken-Sprecher als erster wieder erschienen (1949).
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Die „Telefunkenzeitung" Heft 87/88

Das Telefunkenhaus am Halleschen Ufer im heutigen Zustand (1950)

Das vorliegende Heft 87/88 der „Telefunkenzeitung" bedeutet die traditionelle Fortführung unserer ersten Firmenzeitschrift, die von Heft 75 (1937) ab wegen der damaligen Pressevorschriften ihren altgewohnten Titel ablegen mußte und sich zunächst „Telefunken-Hausmitteilungen", von Heft 83 (1940) ab „Telefunken-Mitteilungen" nannte. Sie stellte mit Heft 86 (1941) ihr Erscheinen wegen zu starker Behinderung durch Kriegsereignisse ein, nachdem sie nominell dreißig Jahre, wenn wir die Unterbrechung von 1914—1919 abrechnen, fünfundzwanzig Jahre in die Welt gegangen war.

Gegründet 1911

Die „Telefunkenzeitung" ist im Jahre 1911 gegründet. Ihr Heft 1 zeigt als Herausgeber und Schriftleiter das damalige Vorstandsmitglied von Telefunken H. Bredow, den späteren Dr. Ing. e. h. und Reichsrundfunkkommissar.

Anschließend übten Dir. K. Solff, Prof. Dr. F. Schröter, M. Lock, O. Günther und (mit Unterbrechungen) bis 1941 O.Nairz diese Tätigkeit aus. Der letztgenannte wird auch der neuen Reihe, die heute beginnt, seine langjährige Erfahrung als Schriftleiter widmen.

Schon während des ersten Weltkrieges mußte die „Telefunkenzeitung" ihr Redaktionspult schließen und ihr Erscheinen mit Heft 14 einstellen (1914).

Wieder erschienen 1919 mit Heft 15

Neues Berliner Telefunken Stammhaus am Mehringdamm. (1950)

Sie trat 1919 mit Heft 15 wieder auf den Plan und konnte dank dem bald darauf einsetzenden Rundfunk und dank dem neuen transozeanischen Kurzwellenverkehr unsere Firma aus der Atmosphäre des verlorenen Krieges, der Revolution und der Billionen-Inflation in eine Zeit relativ sicheren und erfolgreichen Geschäftes begleiten.

Mit dem Heranwachsen der Röhren- und Hochvakuumtechnik kam der wissenschaftliche Zug in die drahtlose Telegrafie hinein, der sie heute quantitativ beherrscht. Die „Telefunkenzeitung" kann als Anzeige-Instrument hierfür benutzt werden.

Zunächst wehrte sie sich noch gegen diese Richtung, und in den Jahren um 1919 gingen die ersten wirklich wissenschaftlichen Aufsätze aus den Telefunken-Laboratorien noch an das „Jahrbuch für drahtlose Telegraphie".

Aber allmählich lenkte die „Telefunkenzeitung" ein und öffnete ihre Spalten mehr und mehr der präzisen wissenschaftlichen Betrachtungsweise. Sie blieb dabei vielseitig und interessant, brachte Berichte aus aller Welt, von unseren Stationsbauten am Amazonas, in Afrika, auf den Südseeinseln, in Japan, Erlebnisse auf Dampfern und Luftschiffen, insbesondere aber Neuheiten wie Kurzwellenausbreitung mehrmals um die ganze Erde herum, Bildtelegrafie und Fernsehen, Senderöhren gewaltiger Leistung mit Wasserkühlung.

Wieder erschienen 1950 mit Heft 87

Während Heft 15 der „Telefunkenzeitung" knapp ein Jahr nach Beendigung der Kämpfe des 1. Weltkrieges erschien, musste das heute "hinausgehende" erste Heft nach dem zweiten Weltkrieg fünf Jahre nach Beendigung der Kampfhandlungen warten, ehe es sich zeigen konnte.

Wenn ich sage, es „mußte", so ist hierunter keine Vorschrift und kein Verbot zu verstehen, sondern ein Zusammentreffen von vielerlei Ursachen, politischen, technischen, geschäftlichen. Es dauerte eben so lange, bis Telefunken sein neues Gesicht präsentieren konnte, bis es seiner Kundschaft etwas Wohlüberlegtes zu sagen hatte.

Das vorliegende Doppelheft 87/88 der „Telefunkenzeitung", das heute hinausgeht, soll viele Grüße an unsere alte Kundschaft mitnehmen, es soll neue suchen, und es soll eine Brücke von Deutschland nach den Ländern sein, die sich der altbekannten Qualitätsarbeit Telefunkens in aller Welt gern erinnern.

H. Rukop 1950
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