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Heft 27 - 1952 / Mitteilungen der Schriftleitung

Das Erscheinen des ersten Nachkriegsheftes unserer "Kinotechnischen Mitteilungen BILD UND TON" brachte uns so viele begeisterte Zuschriften und Anerkennungen, daß wir darin eine Bestätigung unserer Überlegungen und einen Ansporn für die zukünftige Arbeit erhielten. Allen Einsendern sei an dieser Stelle für ihre herzlichen Wünsche gedankt.Titelbild: Waldbühne, Berlin (siehe Seite 22) Schriftleitung: Dipl.-Ing. H. Tümmel, Kiel-WikNachdruck mit folgender Quellenangabe gestattet: Aus den Kinotechnischen Mitteilungen "ZEISS IKON BILD UND TON" (Stuttgart)

Der Raumfilm "System ZEISS IKON"

Ein geschichtlicher Überblick
Als J. Anderton im Jahre 1891 ein Patent auf sein Verfahren zur Projektion von Raumbildern mit Hilfe des polarisierten Lichtes nahm, da ahnte er wohl kaum, daß Darbietungen nach seiner Erfindung noch um die Mitte des nachfolgenden Jahrhunderts als bahnbrechende Neuheit bestaunt würden. Als wir von seiten der ZEISS IKON AG. im Jahre 1937 nach der Anderton-Methode den ersten wohl überhaupt gezeigten Stereo-Farben-Tonfilm in Berlin vorführten und darüber berichteten, da ahnten wir ebensowenig, daß es möglich sein würde, die Einmaligkeit dieses Ereignisses um das Jahr 1950 zu wiederholen.

Zwischen damals und heute liegt eine schwere und ereignisreiche Zeit, die so manches in Vergessenheit geraten ließ, so auch bei vielen die von ZEISS IKON schon vor mehr als 15 Jahren begonnenen Arbeiten am Raumfilm. Wir wissen, daß die überwiegende Mehrzahl der Berichterstatter, die heute über inzwischen neu hervorgetretene Verfahren des Raumfilms schreiben, die Erwähnung unserer umfangreichen Arbeiten nicht vorsätzlich unterläßt.

Die Kenntnis von den Dingen ist einfach für viele aus den verschiedenartigsten Gründen verlorengegangen, Anderen konnte sie nicht erst zuteil werden. Sie in großen Zügen wieder oder neu zu vermitteln, ist Sinn, Zweck und - wie wir hoffen - dankbare Aufgabe der nachstehenden, dem Inhalt nach schon früher veröffentlichten Ausführungen. Technische Einzelheiten können dabei leider nicht berücksichtigt werden. Ihre Erörterung muß einer besonderen Niederschrift vorbehalten bleiben.

Die 30er Jahre brachten der technischen Optik mit der Schaffung neuartiger, künstlicher Lichtpolarisatoren in Form großer Flächen von geringer Dicke die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches. Es war naheliegend, mit dem Erscheinen dieser neuen technischen Mittel nun auch Arbeiten in Angriff zu nehmen, deren Aufgabenstellung längst bekannt war, deren Lösung aber das Vorhandensein eben dieser Hilfsmittel voraussetzte, wenn für die Praxis brauchbare Lösungsformen entstehen sollten.

So begann damals die ZEISS IKON AG., die fast bis zum Kriegsende selbst Polarisationsfolien und -filter verschiedener Typen nach verschiedenen Verfahren herstellte, und heute zum Teil wieder herstellt, sofort einschlägige Arbeiten u. a. auch die an der Raumbild- und Raumfilm-Projektion.

Schon das Jahr 1935 ließ in Zusammenarbeit mit der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt ein für die Olympischen Spiele 1936 Berlin bestimmtes stereoskopisches Zeitlupengerät entstehen, mit dessen Hilfe dann auch die Zieldurchgänge bei den leichtathletischen Kämpfen kinematographisch festgehalten und ausgewertet wurden.

ZEISS IKON benutzte dazu im Prinzip für die Aufnahme zwei gekuppelte und dadurch synchronlaufende 16 mm-Schmalfilmkameras, für die Wiedergabe in gleicher Weise zwei synchronisierte Schmalfilm-Projektoren, die mit Polarisationsfiltern unterschiedlicher Einstellung versehen waren. Dadurch wurde eine Schirmbildbeobachtung mit Hilfe von Polarisationsbrillen möglich. Es handelte sich also um ein Zwei-band-Verfahren mit Anordnung der Teilbilder auf getrennten Filmbändern sowohl bei der Aufnahme als auch bei der Wiedergabe.

Ein derartiges Verfahren kann zwar gegenüber anderen den Vorteil einer größeren Wiedergabehelligkeit geltend machen, ist aber sonst mit erheblichen Nachteilen belastet. Insbesondere im Hinblick auf eine Einführung des Raumfilms in das Kinotheater - und sei es auch nur für Sonderveranstaltungen - dürften ihm daher kaum besondere Zukunftsaussichten zuerkannt werden.

Aus diesen und aus anderen Gründen wurden deshalb bei ZEISS IKON schon parallel zu den erwähnten Arbeiten an der Spezial-Einrichtung für die Olympiade Aufgaben zur Entwicklung des Fach- und Amateur-Raumfilms bearbeitet, die sich auf Einband-Verfahren erstreckten und die eine Wiedergabe der Raumfilme mit Hilfe eines einzigen Projektors ermöglichten. Vorläufige Ergebnisse dieser Entwicklungsarbeiten wurden den Teilnehmern an der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für photographische Forschung am 6. Juni 1936 in Berlin vorgestellt.

Zur Vorführung gelangten Raumfilme auf 35 mm-Normalfilm, die mit einer gewöhnlichen Flachfilm-Kamera (ZEISS IKON-KINAMO N 25) unter Vorschaltung eines Prismen-Vorsatzes vor das Aufnahme-Objektiv hergestellt waren, und die auf einer normalen Theatermaschine (ERNEMANN VII B) durch eine mit Ablenkkeilen und Polarisationsfiltern versehene normale Projektions-Optik wiedergegeben wurden.

Die stereoskopischen Teilbilder waren auf einem Filmstreifen innerhalb des normalen Bildformates untergebracht (Abbildung 1) und besaßen durch dessen Teilung in Filmlaufrichtung zunächst die Form eines Hochformates. Außerdem wurden 16 mm-Schmalfilme auf Linsenraster-Material gezeigt, die ebenfalls unter Verwendung entsprechender Vorsatz-Elemente durch normale Aufnahme- und Wiedergabegeräte liefen. Es handelte sich vorerst durchweg um Schwarzweiß-Stummfilme.

Als Ergebnis der nächsten Entwicklungsstufe konnte ZEISS IKON am 27. Mai 1937 ebenfalls in Berlin vor der Deutschen Gesellschaft für Stereoskopie und der Deutschen Kinotechnischen Gesellschaft den ersten Stereo-Farben-Tonfilm vorstellen. Die Entwicklung war inzwischen so weit fortgeschritten, daß die Projektionsbilder im Querformat mit dem beim Flachbild üblichen Seitenverhältnis erschienen (Abb. 2). Das Einband- Verfahren und die bereits erwähnte Formatteilung waren beibehalten worden.

Die optischen Hilfsmittel für Aufnahme und Wiedergabe waren schon so weit vervollkommnet, daß durch bilddrehende Aggregate trotz des auf dem Filmstreifen vorliegenden Hochformatfeldes für jedes Teilbild letzten Endes Querformatbilder auf dem Projektionsschirm erschienen. Die Drehung der Teilbilder erfolgte gegenläufig. Da dieses Verfahren wiedergabeseitig noch nicht als völlig "narrensicher" gelten konnte, erfuhr das im Grundaufbau beibehaltene System im Laufe der nächsten Zeit noch eine Abwandlung dahingehend, daß anstelle der gegenläufigen Bilddrehung nunmehr eine gleichsinnige angewandt wurde (Abbildung 3).

Neue optische Mittel für die Bilddrehung bei der Aufnahme und Wiedergabe mußten gefunden, auf einfachste Ausführungsformen gebracht und hauptsächlich für die Wiedergabe in Form einfacher und einfach zu handhabender Zusatzgeräte für vorhandene Projektoren, insbesondere für Theatermaschinen, gebracht werden.

So entstand über verschiedene Zwischenstufen ein Stereo-Projektions-Vorsatz für Theatermaschinen (z. B. ERNEMANN VII B) und Koffer-Kinogeräte (PHONOBOX BK 1000), der sich rein äußerlich von einem normalen Projektions-Objektiv eigentlich nur im Umfang und in der Länge unterschied, der aber tatsächlich ein Projektions-Objektiv, bilddrehende und strahlenablenkende Mittel, sowie die erforderlichen Polarisationsfilter enthielt (Abbildung 4). Er konnte bequem gegen das beim Flachnlm verwendete Projektions-Objektiv ausgetauscht werden.

Für die Aufnahmeseite entstanden zur gleichen Zeit Spezial-Kameras mit bereits umfangreichen Einsatzmöglichkeiten sowohl für den Normal- als auch für den Nahaufnahme-Bereich, über die Vorstufen einer Raumfilm-Aufnahme-Kamera mit horizontalem Filmlauf auf einer schon hoch entwickelten Spezial-Raumnlm-Aufnahme-Kamera (Abbildung 5) mit vertikalem Filmlauf, Mitteln zur Bilddrehung und Basis-Variation sowie Vorschaltelementen für Nahaufnahmen konnte schließlich ein "Kamerakopf" erarbeitet werden, der alle vorgenannten Einrichtungen enthielt und der im Austausch gegen den normalen Kopf einer der gebräuchlichsten Flachfilm-Aufnahme-Kameras eingesetzt werden konnte.

Dadurch wurde die Verwendung des Laufwerks eben dieser normalen Kamera möglich gemacht. Da für die Bearbeitung des ZEISS IKON-Raumfilms spezielle Einrichtungen nicht erforderlich waren, war damit ein komplettes Geräte-System für Aufnahme und Wiedergabe, das Raumfilm-System ZEISS IKON, soweit fertiggestellt, daß an eine Erprobung in größerem Umfang herangegangen werden konnte.

Das Verfahren kam nun erstmalig in die Hand des Filmproduzenten, des Kameramannes, und damit ins Atelier. 1937 wurde ein erster Raumfilm, System ZEISS IKON, mit Spielhandlung "Zum Greifen nah" gedreht und in Form eines Großversuchs vor einigen Tausend mit Polarisationsbrillen ausgestatteten Zuschauern in den damals größten Ufa-Theatern, dem Ufa-Palast am Zoo, Berlin, am 5. 12. 1937 und dem Hamburger Ufa-Palast am 27. 2. 1938 zur Aufführung gebracht. Fach- und Tagespresse würdigten diese Veranstaltungen als Ereignis ersten Ranges.

Noch kurz vor Ausbruch des Krieges entstand als letztes ziviles Produkt ein kleiner Spielfilm "Sechs Mädels rollen ins Wochenend", der - obwohl für interne Zwecke der ZEISS IKON gedacht - doch am 20. 3. 41 aus Anlaß einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Stereoskopie im Tobis-Haus, Berlin, öffentlich gezeigt wurde.

Alle weiteren Dreharbeiten, die praktisch bis zum Kriegsende fortgeführt wurden, blieben militärischen Zwecken vorbehalten. Soweit wir unterrichtet sind, wurden in den Kriegsjahren nach unserem Verfahren an die Hunderttausend Meter Lehrfilme insbesondere für die Luftwaffe und die Marine über das Entfernungsmessen und über benachbarte Gebiete hergestellt und zum Einsatz gebracht. Bei diesen Arbeiten wurden schon weitgehend von stereoskopischen Trickverfahren Gebrauch gemacht.

Die Vorkriegsentwicklung war indessen nicht auf das in dieser Niederschrift ausführlich behandelte Raumfilm-Verfahren für 35 mm-Normalfilm beschränkt. Sie erstreckte sich vielmehr auch auf den 16 mm-Schmalfilm und auf ein System für unbewegte Raumbilder, das CONTAX -Stereo-System.

Aufnahme-Vorsätze mit Doppel-Objektiven und vorgeschalteten Prismen lagen 1939 noch vor Kriegsausbruch vertriebsfertig für die MOVIKON 16 und für die CONTAX-Modelle I, II und III vor. Das gleiche gilt für die entsprechenden Wiedergabe-Apparate und zahlreiche Sondergeräte, deren allgemeiner Vertrieb jedoch infolge des Kriegsausbruchs nicht mehr einsetzen konnte.

Durch die Kriegs- und Nachkriegsereignisse sind fast alle Geräte, aber auch wertvolle Entwicklungsunterlagen, verlorengegangen. Die Entwicklungsarbeiten selbst mußten langjährige Unterbrechungen erfahren. Sie sind aber seit einiger Zeit wieder aufgenommen worden und werden im Umfang der gegebenen Möglichkeiten weitergeführt.

Vierling

Die neuen ZEISS IKON-Verstärker DOMINAR

Es ist zweckmäßig, daran zu erinnern, daß ZEISS IKON bereits vor 1939 Tonanlagen gefertigt hat und deshalb auch auf diesem Gebiete über entsprechende Erfahrungen verfügt. Die Verstärker DOMINAR, von denen die Typen 91 und 200 besonders beliebt waren, wurden in alle Welt geliefert und haben sich auf das Beste bewährt. Noch heute, nach so langer Zeit, sind viele in Betrieb und wir freuen uns, wenn wir hören, daß die damals gelieferten DOMINAR weiterhin ohne Anstände und selbst unter den besonders schwierigen Bedingungen in den Tropen arbeiten. Anerkennungen dieser Art sind eindeutiger Beweis für die Qualität.

Bei den neuen Entwicklungen wurden alle inzwischen gewonnenen Erfahrungen und die neuesten wissenschaftlichen Kenntnisse berücksichtigt. Bedeutende Fortschritte wurden erzielt bei der Tonaufnahme und beim Kopierprozeß, ferner auf dem Gebiete der Schallplatte, die mit der Verringerung des Nadelrauschens eine Erhöhung von Qualität und Dynamikumfang brachten. Der Magnetton eröffnet auch für das Filmtheater ganz neue Möglichkeiten. Auf dem Gebiete der Stereophonie haben Probevorführungen zu beachtlichen Resultaten geführt.

Bei der Entwicklung eines modernen Tonfilmverstärkers müssen alle diese Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Andererseits soll aber die Möglichkeit bestehen, Tonträger älterer Fertigung abzuspielen, ohne daß deren Unvollkommenheit durch eine hochqualifizierte Anlage besonders hervortritt. Man erreicht dies durch zweckmäßig dimensionierte Einstellmöglichkeiten des Frequenzganges.

So entstanden die neuen Verstärker DOMINAR, die sich inzwischen gut eingeführt haben und die sich wegen ihrer Qualität und Zuverlässigkeit des besten Rufes im Inlande und Auslande erfreuen.

DOMINAR L

Der Tonfilmverstärker DOMINAR L ist aus zwei Baugruppen zusammengesetzt. Er wird durch eine Blechhaube abgedeckt, die sich leicht abnehmen läßt, wenn der Netzschalter ausgeschaltet ist (Bild 1). Durch die Verriegelung mit Hilfe des Schaltknebels sollen Unfälle durch Berührung spannungführender Teile verhindert werden.

Zwischen den beiden Baugruppen befindet sich die Bedienungsplatte mit dem Eingangswahlschalter für Lichtton, Nadelton, Mikrofon und Gong, einem Vor-regler für die Grundeinstellung der Lautstärke im Saal und einem Regler für den Kontrollautsprecher.

Die Bedienungsplatte kann bei abgenommener Haube nach oben geklappt werden, so daß alle Schaltelemente und Lötstellen von vorn gut zugänglich sind (Bild 2). Neben der Platte befindet sich ein Winkel mit zwei dreistufigen Reglern für Höhen und Tiefen. Diese Regler sind nur durch Schraubenzieher verstellbar, um eine unerwünschte oder unbeabsichtigte Änderung des Frequenzganges zu verhindern.

Zur Überwachung der beiden Stromzweige der Gleichrichterröhre im Netzteil sind zwei Sicherungslampen vorgesehen, die durch Schaugläser in der Haube sichtbar sind. Durch Ausbrüche in der Haube können die Knöpfe auf der Bedienungsplatte sowie die Höhen- und Tiefen regier von außen bedient werden. Hinter dem durchscheinenden Firmenzeichen ist eine Signallampe angebracht.

Der Verstärker enthält drei Vorstufen, eine Phasenumkehrröhre sowie die in Gegentakt geschaltete Endstufe. Die Röhre der zweiten Vorstufe ist als Kathodenverstärker geschaltet. Hierdurch wird der Ausgang niederohmig und es besteht die Möglichkeit, ein Saalreglerkabel beliebiger Länge anzuschließen. Auch tritt keine Zeitverzögerung zwischen Regelbewegung und Änderung der Lautstärke ein.

DOMINAR L läßt sich an Wechselstrom 40 bis 60 Hz und die Spannungen 110, 125, 150 oder 220 Volt anschließen. - Meßbuchsen für die Anodenströme der beiden Endröhren sowie Einstellmöglichkeiten zu deren Symmetrierung sind vorhanden. Die beiden Fotozellenspannungen sind stufenweise getrennt für jede Zelle einstellbar. Der Fotozelleneingang ist gegen Fremdbeeinflussung besonders abgeschirmt.

Neben den Anschlüssen für die beiden Fotozellenkabel ist auch ein solcher für den Zellenkoppler vorgesehen. Der Zellenkoppler ist eine Vorstufe, die den hochohmigen Widerstand der Fotozelle auf einen geringen Widerstandswert übersetzt. Er kann bei den Bild-Ton-Maschinen ERNEMANN X und ERNEMAN N IX direkt in das Werk eingebaut werden, so daß das störanfällige Fotozellenkabel völlig entfällt. Er ist auch als "Zellenkoppler für Wandmontage" lieferbar, für solche Maschinen, in die sich auch kein Zellenkoppler einbauen läßt.

DOMINAR L - Technische Daten

Leistungsaufnahme ca. 110 VA
Röhren 4 X EF 40,
2 X EL 12/375,
1 X EZ 12
Tonfrequente Leistung ca. 18 Watt
Verstärkungsgrad bei 1000 Hz 86 db
Klirrfaktor < 3%
Brummspannung < l/oo
Eingangswiderstand 100 kOhm
Ausgangswiderstand 2, 4, 7 und 15 Ohm
Fotozellenspannung stufenweise einstellbar von 85 bis 160 Volt

Der siebenstufige Vorregler dient dazu, eine Grundlautstärke, die sich durch die Dichte der Kopie oder andere Verhältnisse ergibt, einzustellen, so daß der Feinregler im Saal immer in einem günstigen Bereich arbeiten kann.

DOMINAR M (Mit Meßfeld)

Beim Tonfilmverstärker DOMINAR M ist das Baugruppenprinzip in noch stärkerem Maße durchgeführt und infolge der mechanischen Ausführung ein Optimum an Zugänglichkeit der Schaltelemente und Lötstellen erreicht worden. Die Baugruppen sind von oben nach unten in folgender Reihenfolge eingesetzt:

1. Netzanschlußgerät    
2. Hauptverstärker    
3. Vorverstärker    
4. Fernschalteinsatz
5. Reserveverstärker

Das Netzanschlußgerät enthält u. a. einen Netzregler mit dem dazu gehörigen Meßinstrument (Frontplatte rechts, Bild 3). Ein Meßinstrument mit Umschalter (Frontplatte links, Bild 3) dient zur Kontrolle der Anodenspannung, der Anodenströme der einzelnen Röhren und der tonfrequenten Ausgangs-Spannung. Der bei geöffneter Tür zugängliche Spannungswähler mit Netzsicherung kann auf eine Netzspannung von 110, 125, 150 und 220 Volt Wechselstrom bei 40 bis 60 Hz geschaltet werden. Die Anodenspannung wird durch Trockengleichrichter erzeugt, die durch eine Sicherung geschützt sind.

In der Mitte der Frontplatte befindet sich der Netzschalter sowie die Signallampe, die anzeigt, daß der Verstärker eingeschaltet ist. Links und rechts vom Netzschalter sind die Entbrum-mer für die Vorverstärker Nadelton und Lichtton angebracht. Sie sind von außen mit Hilfe eines Schraubenziehers einstellbar. Der Hauptverstärker enthält eine Vorstufe, eine Phasenumkehrröhre, eine Gegentaktvorstufe, die Gegentaktendstufe, den Nachübertrager und eine Baugruppe zur Erzeugung der Vorspannungen ist für eine unverzerrte Ausgangsleistung von Symmetrierung der Endröhrenanodenströme. Er ist für eine unverzerrte Ausgangsleistung von 45 Watt ausgelegt.

Falls diese große Leistung aus bestimmten Gründen noch nicht benötigt wird (beispielsweise, weil vorerst nur ein Lautsprecher 20 Watt vorhanden ist, oder ein kleineres Theater später vergrößert werden soll), so kann der Verstärker auf eine Ausgangsleistung von 25 Watt umgestellt werden. Dies geschieht durch Austausch der Baugruppe für die Vorspannung der Endröhren, die wahlweise für 25 oder 45 Watt Ausgangsleistung geliefert werden kann, wobei 20 bzw. 40 Watt für die Saallautsprecher und 5 Watt für den Kontrollautsprecher vorgesehen sind.

Die Symmetrierung der Endröhrenströme erfolgt durch Verstellung von Potentiometern getrennt für beide Röhren und kann mit Hilfe eines Schraubenziehers durch Öffnungen in der rechten Seitenwand des Verstärkergehäuses vorgenommen werden. - Am Eingang ist eine Entzerrung für die Höhen und Tiefen vorgesehen, die durch Umlöten zur Grundeinstellung eingerichtet werden kann und zur Anpassung an die Charakteristik des Saallautsprechers an die Saalakustik bestimmt ist.

Technische Daten
Leistungsaufnahme ca. 165 VA
Röhren 5 X EF 40,
1 X ECC 40, 2 X EL 34
Tonfrequente Leistung 25 bzw. 45 Watt
Verstärkungsgrad bei 1000 Hz 79 bzw. 90 db
Klirrfaktor < 2%
Brummspannung << l/oo Eingangswiderstand 100 kOhm
Ausgangswiderstand 7,5, 15 und 30 Ohm

Reserveverstärker
Leistungsaufnahme ca. 65 VA Röhren 2 X EF 40,
1 X EL 34 Tonfrequente Leistung 10 Watt
Klirrfaktor < 5% Ausgangswiderstand 6, 15 und 30 Ohm

Der Vorverstärker enthält eine Vorstufe für Nadelton, eine Vorstufe für Lichtton und eine Stufe in Anodenbasisschaltung zum Anschluß des Saalreglers. Die Nadeltonvorstufe hat Anschlußmöglichkeit für einen elektromagnetischen und einen Kristall-Tonarm, die Lichttonvorstufe einen solchen für zwei Zellenkoppler. Jede der beiden Vorstufen hat einen dreistufigen Entzerrer zur Regelung der Tiefen und einen fünfstufigen Regler zur Regelung der hohen Frequenzen. Die Einstellung kann von vorn an sogenannten Geldstückschlitzen erfolgen. - Vor der Stufe in Anodenbasisschaltung befindet sich ein Betriebsartenumschalter für Lichtton, Nadelton, Gong, Mikrofon und Fernschaltung sowie ein vierstufiger Vorregler für die Lautstärke, deren Einstellknöpfe vorn in der Mitte angeordnet sind.

Um den Verstärker DOMINAR M an beliebiger Stelle des Bildwerferraumes befestigen zu können, ist grundsätzlich die Verwendung von Zellenkopplern vorgesehen. Damit werden die langen Verbindungen über Fotozellenkabel mit den Kinomaschinen vermieden. Läßt sich bei vorhandenen Maschinen kein Zellenkoppler einbauen, so ist der Zellenkoppler für Wandmontage zu verwenden, der zwischen den Maschinen angebracht und über kurze Fotozellenkabel angeschlossen wird.

Der Zellenkoppler bietet gleichzeitig die Möglichkeit, die Überblendung des Tones zu automatisieren. Die niederohmigen Ausgangsleitungen können ohne Befürchtung von Störungen über Relaiskontakte geführt werden. Die Relais werden von den Überblenderkontakten der Kinomaschinen gesteuert. Damit ist nur die Maschine mit dem Hauptverstärker verbunden, die gerade Ton fährt. Ebenso können die anderen Toneingänge über Relais geschaltet werden. So entstand der Fernschalteinsatz zum DOMINAR M, bei dessen Verwendung die Betriebsartenumschaltung vom jeweils umzuschaltenden Tonerzeuger oder auch von einer Zentralstelle aus erfolgt, etwa vom Bedienungsplatz an den Maschinen.

Der Fernschalteinsatz enthält vier Relais für Lichtton I, Lichtton II, Gong und Nadelton bzw. andere Tonfrequenzerzeuger sowie verschiedene Schaltelemente. Die jeweils in Betrieb befindliche Schaltstellung wird durch das Aufleuchten einer Signallampe angezeigt.

Der Reserveverstärker dient nur dazu, bei Störungen die Vorstellung zu Ende zu führen, ist also nicht für einen Betrieb über längere Zeit bestimmt. Er enthält zwei Vorstufen und eine Endstufe. Zwischen den ersten beiden Röhren befindet sich ein zehnstufiger Lautstärkeregler. Außerdem ist eine einfache Entzerrung durch LImlöten vorgesehen. Die Ausgangsleistung beträgt 10 Watt. Anschluß für Saal- und Kontrollautsprecher ist vorhanden.

Für den Fall, daß ein vorhandener Verstärker den Reservebetrieb übernehmen soll, kann das Feld des Reserveverstärkers als Umschaltfeld ausgebildet werden. Durch reichlich dimensionierte, hochwertige Bauelemente, die Verwendung von gängigen Röhrentypen, die auf den verschiedensten Gebieten ihre Bewährungsprobe in der Praxis bestanden haben und andere Maßnahmen wurde bei den Verstärkern DOMINAR eine besonders hohe Betriebssicherheit erreicht.

Ein ungewöhnlich hohes Maß naturgetreuer Tonwiedergabe (und natürlich auch Bildwiedergabe) sichert das ZEISS IKON "BILD-TON-SYSTEM". Antireflexfreie Lichttonoptik, ZEISS IKON-Fotozelle, ZEISS IKON-Zellen koppler, Verstärker DOMINAR und Lautsprecherkombination IKOVO X sind so aufeinander abgestimmt, daß Sprache und Musik nicht schlechthin übertragen werden, sondern im Filmtheater in voller Ursprünglichkeit und Natürlichkeit erstehen.    

Riedel

Besseres und gleichmäßiges Becklicht durch den Wabenkondensor

1. AUFGABE DES WABENKONDENSORS
Ein gutes Schirmbild soll hell und gleichmäßig ausgeleuchtet sein. Die Forderung nach ausreichender Helligkeit läßt sich in den meisten Filmtheatern ohne weiteres erfüllen, die zweite nach gleichmäßiger Ausleuchtung bereitet dagegen häufig Schwierigkeiten. Diese Schwierigkeiten und ihre Beseitigung durch den Wabenkondensor werden im folgenden betrachtet.

Bei den üblichen Spiegelbogenlampen wird der Krater der positiven Kohle auf dem Bildfenster abgebildet (Bild 1). Hierbei erhält man mit Reinkohlen ein hinreichend gleichmäßig ausgeleuchtetes Bild, da der Reinkohlekrater gleichmäßig leuchtet. Beckkohlen besitzen demgegenüber eine sehr hohe Leuchtdichte in der Kratermitte, die gegen die Randteile zu stark abfällt. Bildet man einen solchen Beckkrater genau auf dem Projektorfenster ab, so bekommt man eine sehr helle Bildmitte, während die Helligkeit am Bildrand wesentlich geringer ist.

Da die Kohlen- und damit die Kraterdurchmesser umso kleiner werden, je geringer die Stromstärke ist, wird dieser Randabfall der Helligkeit mit abnehmender Stromstärke immer größer. Als Beispiel sei erwähnt, daß die Helligkeit am seitlichen Bildrand bei 25 Ampere nur etwa 45%, bei 50 Ampere etwa 65% der Mittenhelligkeit beträgt, während von einem guten Schirmbild mindestens 75% verlangt werden müssen.

Man kann zwar die Ausleuchtung dadurch verbessern, daß man den Krater etwas zum Spiegel hin verschiebt. Das Ergebnis wird jedoch umso unbefriedigender, je dünner die Kohle und je kleiner die Stromstärke ist: Die Lichtverluste steigen und jede geringe Verschiebung bzw. jedes Schiefbrennen des Kraters führt zu Verfärbungen auf der Bildwand. Außerdem wird die Farbe des Lichtes im ganzen umso "rötlicher?? ", je stärker man den Krater verschieben muß; die reinweiße Farbe des Becklichtes geht also verloren. Diese Mängel stören ganz besonders bei der Vorführung von Farbfilmen.

Die Schwierigkeiten, ein einwandfreies Schirmbild mit Becklicht zu erzielen, sind also umso größer, je geringer die Stromstärke ist. Der Beckbetrieb hat infolgedessen bisher nur für Stromstärken über 35 bis 40 Ampere Anwendung gefunden. Diese Stromstärken geben jedoch Lichtströme, die für kleine Filmtheater mit Bildwänden unter 5 m Breite zu groß sind, so daß kein flimmerfreier Betrieb mehr möglich ist.

Die genannten Schwierigkeiten können mit der Einführung des Wabenkondensors als völlig beseitigt gelten, so daß dieser allen Theatern einen einwandfreien Beckbetrieb ermöglicht. Hinzu kommt, daß die Bedienung einer mit Beckkohlen betriebenen Wabenkondensorlampe für den Vorführer einfacher als die einer Reinkohlenlampe ist.

2. Aufbau und Wirkungsweise des Wabenkondensors
Der Wabenkondensor beruht auf dem auch als "Köhlersches Beleuchtungsprinzip" bekannten Grundgedanken der Zwischenabbildung. Bild 2 zeigt ein einfaches Beispiel. Der Krater der positiven Kohle wird durch eine Kondensorlinse 1 am Ort der Kondensorlinse 2 abgebildet. Diese zweite Linse entwirft ihrerseits ein Bild der ersten Linse auf dem Bildfenster. Dieses wird also gleichmäßig ausgeleuchtet, falls die Linse 1 gleichmäßig ausgeleuchtet ist und zwar unabhängig von der Größe und Leuchtdichteverteilung der Lichtquelle.

Diese z. B. in den ZEISS IKON Lichttongeräten bewährte Anordnung läßt sich jedoch in dieser einfachen Form bei Spiegelbogenlampen nicht verwirklichen, da die erste Kondensorlinse durch die positive Kohle mit ihrem Halter sowie durch das Mittenloch des Spiegels teilweise abgeschattet wird. Diese Schatten würden sich in der in Bild 2 angedeuteten Weise auf dem Bildfenster und damit auf der Bildwand abzeichnen.

Der Wabenkondensor vermeidet diesen Nachteil, indem an die Stelle der beiden Kondensorlinsen nach Bild 2 sog. Linsenrasterplatten gesetzt werden, das sind Platten, die aus einer großen Zahl (ca. 150) lückenlos aneinander anschließender Einzellinsen bestehen (Bild 3). Die Zahl und Anordnung dieser Linsen ist auf beiden Platten gleich, ihre Größe und Form jedoch verschieden. Jede Einzellinse der Rasterplatte R der Abbildung 3 entwirft ein Kraterbild auf der ihr entsprechenden Linse der Platte S; die Linsen dieser Platte sind deshalb sechseckig in Anpassung an die runde Form des Kraterbildes.

Jede Einzellinse der Platte S bildet ihrerseits die dazugehörige Linse der Platte R auf dem Bildfenster ab. Die Einzellinsen der Platte R besitzen deshalb die gleiche Rechteckform wie das Bildfenster. Auf diesem Fenster liegen die ca. 150 Bilder der Rechtecklinsen übereinander. Die vorerwähnte Abschattung einzelner Teile der Rasterplatten und damit einzelner Rechtecklinsen wirkt sich infolgedessen nicht mehr im Bildfenster aus/ dieses wird vielmehr völlig gleichmäßig ausgeleuchtet.

3. Eigenschaften und Leistungen des Wabekondensors
Durch die Aufteilung des vom Spiegel kommenden Lichtbündels in zahlreiche Einzelstrahlengänge in Verbindung mit der Rechteckform der Rasterlinsen wird erreicht, daß ein rechteckiger Lichtfleck auf dem Bildfenster liegt, an Stelle des runden Kraterbildes der reinen Spiegellampe. Die Lichtausbeute wird dadurch erhöht. Die Ausleuchtung des Bildfensters ist unabhängig von der Größe und Leuchtdichteverteilung im Krater.

Man kann also auch dünnste Beckkohlen ohne Schwierigkeiten verwenden. Da man außerdem im Gegensatz zu kondensorlosen Spiegellampen stets auf größte Helligkeit einstellt, erhält man auch bei kleinen Stromstärken reinweißes Becklicht über das ganze Bildfeld. Um die Eigenschaften einer Becklampe mit und ohne Wabenkondensor vergleichen zu können, sind in Bild 4 Lichtstrom und Ausleuchtung in Abhängigkeit von der Kraterlage dargestellt. Die Stromstärke betrug bei diesen Messungen 40 Ampere.

Die ausgezogenen Kurven gelten mit, die gestrichelten ohne Wabenkondensor. Bringt man den Krater ohne Wabenkondensor in eine solche Entfernung zum Spiegel, daß die Bildmitte am hellsten ist (Punkt A), so erhält man zwar den hohen Lichtstrom von 4800 lm, jedoch eine sehr schlechte Ausleuchtung. Wie die Abbildung erkennen läßt, beträgt die Randhelligkeit bei der Kraterlage A nur ca. 55% der Mittenhelligkeit.

Um eine gute Ausleuchtung von 75% zu erzielen, muß man den Krater dem Spiegel um ca. 2 mm nähern (Punkt B). Der Lichtstrom sinkt dabei jedoch auf 3300 lm. Mit Wabenkondensor stellt man dagegen immer auf größte Helligkeit ein (Punkt C). Der Lichtstrom ist dabei mit 3700 lm größer als ohne Wabenkondensor, wobei die Ausleuchtung auch noch wesentlich besser ist (88%).

Diese Überlegenheit des Wabenkondensors beschränkt sich nicht nur auf das angegebene Beispiel, sondern gilt für alle mit der IKOSOL II (und natürlich auch der MAGNASOL IV) ausnutzbaren Beckstromstärken, wie nachstehende Tabelle zeigt. Bei Reinkohlenbetrieb gibt der Wabenkondensor dagegen keinen höheren Lichtstrom.

Lichtströme mit und ohne Wabenkondensor
Beckbetrieb unter 25 Ampere ist unwirtschaftlich, da die Lichtströme wegen der geringen Kraterdurchmesser dann kleiner werden, als die von Reinkohlen gleicher Stromstärke und da sehr dünne Kohlen verwendet werden müssen (Durchmesser 4 mm), die teuer herzustellen und außerdem sehr zerbrechlich sind. Aus Bild 4 läßt sich ferner entnehmen, daß der Wabenkondensor die schädlichen Auswirkungen von Kraterverlagerungen vollständig beseitigt. Ohne Wabenkondensor (Punkt B) ändern sich Lichtstrom und Ausleuchtung sehr stark mit jeder Verschiebung des Kraters.

Eine Kraterverlagerung von 1 mm bewirkt in dem angegebenen Beispiel eine Helligkeitsänderung um ca. 30% und eine Änderung der Ausleuchtung um ca. 15%. Mit Wabenkondensor hat dagegen die gleiche Kraterverschiebung praktisch keinen Einfluß auf Helligkeit und Ausleuchtung.

Die gleiche Unempfindlichkeit der Ausleuchtung, die den Wabenkondensor bei Kraterverlagerungen auszeichnet, läßt sich auch bei Schiefbrennen des Kraters feststellen. Die Helligkeit des ganzen Bildfeldes nimmt bei solchem Schiefbrennen zwar auch mit Wabenkondensor etwas ab, es treten jedoch niemals blaue oder braune Fecke auf, wie sie bei Spiegellampen gefürchtet sind. Ganz besondere Vorteile bietet der Wabenkondensor bei der Projektion auf kürzeste Entfernungen, d. h. mit außergewöhnlich kurzbrennweitigen Objektiven.

Unsere neuen ALINARE mit den Brennweiten 40, 50 und 75 mm ergeben mit Wabenkondensor eine gleich gute Ausleuchtung und Bildqualität, wie sie mit den besten langbrennweitigen Kinoobjektiven erreicht wird. Bei diesen kurzbrennweitigen Objektiven ist es notwendig, eine Feldlinse am Projektorfenster zu verwenden, die in eine Sonderausführung der oberen Tragplatte von ERNEMANN IX und ERNEMANN X eingesetzt wird. Soll der Wabenkondensor mit einer Feldlinse zusammen verwendet werden, so ist dieses bei der Bestellung anzugeben, da hierfür besondere Rasterplatten geliefert werden.

4. Hinweise für die Anwendung des Wabenkondensors
Die Rasterplatten liegen mit der glatten Seite nach außen in einer Fassung, die ihre richtige Lage zueinander gewährleistet. Die Fassung wird in einer bestimmten Entfernung vom Projektorfenster (Abstand des Scheitels der kleineren Platte von der Filmebene 135 bis 137 mm) eingebaut und justiert. Diese Entfernung muß unter allen Umständen eingehalten werden, da sonst Lichtverluste bzw. Schatten an den Bildrändern auftreten. Die Entfernung zwischen Spiegel und Wabenkondensor ist dagegen nicht kritisch. Der Wabenkondensor mit Fassung wird am Lampenhaus befestigt und mittels fünf Schrauben justiert (Bild 5). Er kann zur Reinigung der Platten nach hinten durch das Lampenhaus herausgezogen werden.

Metallspiegel dürfen keinesfalls mit dem Wabenkondensor zusammen verwendet werden, da sie die Wärmestrahlung wesentlich stärker reflektieren als Glasspiegel und dadurch die Rasterplatten auch bei niedrigen Stromstärken in kurzer Zeit zum Platzen bringen.

Für den Vorführer bietet das Arbeiten mit Wabenkondensorlampen nicht unerhebliche Erleichterungen. Der Spiegel wird einmalig justiert und braucht nur nachgestellt zu werden, falls irgendwelche Teile ausgewechselt oder in ihrer Einstellung verändert wurden. Die Verstellknöpfe für den Spiegel sind deshalb bei der IKOSOL II in das Innere des Lampenhauses verlegt (sie bleiben dabei für den Reinkohlenbetrieb ohne Wabenkondensor gut zugänglich). Gelegentliches Schiefbrennen des Kraters braucht nicht beseitigt zu werden, da es auf der Bildwand nicht sichtbar wird. Nur bei dauerndem Schiefbrennen muß die negative Kohle nachgestellt werden.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß der Wabenkondensor Vorteile bietet, wie sie bisher mit keiner anderen Beleuchtungsanordnung zu erreichen waren: Besonders gute Lichtausbeute, hervorragende Ausleuchtung unter allen Betriebsbedingungen, reinweißes Becklicht ohne jede Fleckenbildung auch bei kleinsten Stromstärken und nicht zuletzt merkliche Vereinfachungen in der Bedienung für den Vorführer.
Ulffers

HELLIGKEIT DES BILDSCHIRMS

Um eine gute Bildwiedergabe zu erzielen, ist die Einhaltung einer bestimmten Helligkeit des Bildschirms erforderlich. Diese ist abhängig von dem Lichtstrom, den der Bildwerfer liefert, der Größe des Schirms und seinem Reflexionsvermögen. Der Lichtstrom wird in Lumen (lm) gemessen. Die sich auf dem Schirm ergebende Beleuchtungsstärke in Lux (Ix) erhält man, indem man den Lichtstrom durch die Fläche des Schirmes dividiert.

Maßgeblich für den auf das Auge wirksamen Helligkeitseindruck ist aber nicht die Beleuchtungsstärke, sondern die Leuchtdichte des Schirmes, welche in Apostilb (asb) gemessen wird und die von den Reflexionseigenschaften abhängig ist. Man erhält sie durch Multiplikation der Beleuchtungsstärke mit dem Leuchtdichtefaktor. Je dunkler der Schirm, umso geringer ist die Leuchtdichte.

Als günstigster Wert für die Bildschirm-Leuchtdichte gelten in Deutschland wie auch im Ausland etwa 100-130 asb. In jedem Filmtheater sollte man sich bemühen, diesen Wert einzuhalten, will man ein gutes Bild erzielen. Leider sieht es in der Praxis noch recht schlecht aus, und immer wieder trifft man auf Theater, die erheblich von diesen Werten abweichen und dadurch eine schlechte Bildwiedergabe besitzen. Leuchtdichten von 40 bis 50 asb ergeben ein dunkles und flaues Bild, die Farben sind trübe, anstatt zu leuchten.

Aber man kann auch des Guten zu viel tun, wenn man wesentlich über 130 asb geht, da dann in den hellen Partien ein starkes Flimmern auftritt. Ist das der Fall, sollte man unbedingt die Helligkeit auf den Normalwert herabsetzen. Dies dürfte aber wohl keine großen Schwierigkeiten bereiten, da ja obendrein noch Kohlestifte und Stromkosten gespart werden. Aber auch bei zu niedrigen Leuchtdichten kann man oftmals leichter eine Steigerung erzielen, indem man die Bogenlampen genau justiert, die Spiegel und den Bildschirm säubert und vielleicht die Stromstärke etwas erhöht oder dünnere Kohlestifte verwendet.

Am zweckmäßigsten überzeugt man sich durch eine Messung über die erzielten Werte. Dies geht so vor sich, daß man die Beleuchtungsstärke mit einem geeichten Luxmeter feststellt. Der Leuchtdichtefaktor der Schirme liegt im allgemeinen zwischen 0,6 und 0,9. Man kann dieses durch Vergleich mit geeichten Proben messen. Derartige "Bildwandproben" sind in Kürze wieder lieferbar.

Bei diesen Messungen ist noch darauf zu achten, daß der Randabfall nicht zu groß ist. Er soll nicht mehr als 25% betragen. Die Messung soll daher nicht nur in der Mitte des Schirms, sondern auch an den Rändern erfolgen.
Jümmel

FREILUFT-KINOS

Die Frage der Freiluft-Kinos wird in letzter Zeit in zunehmendem Maße behandelt. Es besteht kein Zweifel, daß bei schönem Wetter der Aufenthalt im Freien klimatisch angenehmer ist als in gedeckten Räumen. Außerdem ist das Fassungsvermögen der Freiluft-Kinos meist erheblich größer als das geschlossener Räume, so daß bei Erfolgsfilmen bessere Einnahmen zu erwarten sind.

Ein weiterer Anziehungspunkt ist die Möglichkeit, "im Kino zu rauchen??". Ja, nicht selten kommt hinzu, daß die Besucher ihren vierbeinigen Hausgenossen, ihren "Waldmann", der sonst beim Kinobesuch streng zu Hause eingesperrt wurde, mitnehmen und dadurch der Sorge ledig sind, was dieser wohl in der Zwischenzeit zu Hause für Dummheiten anstellt.

Die Anforderungen bei dieser Vorführungsart sind in optischer und akustischer Hinsicht erheblich, aber mit den heutigen technischen Mitteln zu bewältigen. Bei einem Schirmbild von 7,5 m Breite und einer hochwertigen Becklampe mit 350mm-Spiegel und einer Belastung von 60 Ampere kann eine Beleuchtungsstärke von etwa 150 Lux auf dem Bildschirm erzielt werden; das entspricht bei einem Reflexionsfaktor 0,8 einer Bildwandleuchtdichte von 120 Apostilb, die höher als die in Deutschland geforderten 100 Apostilb liegt.

Auch akustisch sind ausreichende Leistungen zu erzielen; man wird in einem Freiluft-Kino von ca. 60 m größter Beobachtungs- bzw. Hörlänge unter der Voraussetzung leistungsfähiger Lautsprecherkombinationen mit einem Verstärker 40 Watt auskommen.

Eine andere Sache kann die lange Laufzeit der Schallweilen bei ungewöhnlich langen Hörentfernungen von beispielsweise 150 m sein. Freiluft-Kinos dieser Größenordnung kommen aber nur selten vor; man muß in solchen Fällen besondere Maßnahmen treffen oder ein Kompromiß eingehen.

Bei 60m Hörentfernung beträgt die Laufzeit der Schallwellen ca. 1/5s Sekunde. Die Übereinstimmung von Bild und Ton kann man bei etwa 30m annehmen, so daß nach vorn und hinten je 30m Differenz sind, gleich 1/10 Sekunde Schallverschiebung, die durchaus zulässig ist und nicht als störend empfunden wird.

In den weitaus meisten Fällen wird die größte Betrachtungs- und Hörentfernung nicht weiter als 60-70m liegen, eher wird sie weniger sein. Die in USA bekannten "Drive-in cinemas", in die man mit dem Wagen fährt und in denen man sich den Film vom Wagen aus ansieht, haben für die akustische Vermittlung ein anderes Verfahren eingeführt. Die Schallabgabe erfolgt nicht durch eine hinter oder neben dem Bildschirm angebrachte zentrale Lautsprecherkombination; die Wagen stehen vielmehr neben einer Säule, der ein kleiner Lautsprecher entnommen wird, den man mit in den Wagen nimmt. Dieses Verfahren liegt uns nicht. Wir wollen den Ton aus der Richtung des Bildes hören, um das Geschehen als natürlich zu empfinden.

Bei den großen Stromstärken von 60 Ampere und mehr muß der Projektor natürlich besonders gut gekühlt sein. Wenn außer der bekannten Luftkühlung durch Gebläse noch eine wassergekühlte Bildbühne wie bei ERNEMANN X vorhanden ist, dann ist das ein großer Vorteil. - Objektive und Projektionsscheiben sollten Antireflexschicht haben; das bedeutet eine Erhöhung der Bildhelligkeit von 20% bis 25%, ganz abgesehen von der besseren Brillanz, die natürlich auch zu einer besseren Erkennbarkeit der Einzelheiten im Schirmbild führt.

In manchen Fällen läßt es sich einrichten, daß das Freiluft-Kino direkt neben dem Filmtheater liegt. Es wird dann die Frage auftauchen, ob sich die Kinomaschinen des Theaters auch für das Freiluft-Kino verwenden lassen. Mitunter ist das möglich, sei es durch Drehen der Maschinen oder durch vorgesetzte Spiegel und Prismen. Wir sind gern bereit, Ratschläge zu geben und Vorschläge zu machen.
Jaensch

Angaben über einige große Anlagen mit ZEISS IKON Bild-Ton-Maschinen.

Waldbühne Berlin (Bild auf der Titelseite)
Plätze: 25000. (Wahrscheinlich das größte Freiluft-Kino der Welt.)
Maschinen: ERNEMANN X. Lampen: MAGNASOL III,Betriebsstromstärke 140 Ampere.
Projektionsentfernung: 70m. Bildschirmbreite: 14m.
Längste Betrachtungs- bzw. Hörentfernung: 135m.
Lautsprecher und Verstärker: 150 Watt.

Freiluftkino Kile (Bild oben)
Plätze: 3500.
Maschinen: ERNEMANN X. Lampen: MAGNASOL IV, Betriebsstromstarke 60 Ampere.
Projektionsentfernung: 43m. Bildschirmbreite: 7,5m.
Längste Betrachtungs- bzw. Hörentfernung: 43m.
Verstärker und Lautsprecher: ZEISS IKON DOMINAR M 45 Watt und zwei IKOVOX WD

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