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Die Zeiss Ikon Zeitschrift "Bild und Ton" ab 1952

In den Anfängen nach 1945 galt es, den Vorführern und auch den Kinobesitzern möglichst viel Wissen zu vermitteln. Das reduzierte die Problemfälle und Serviece-Einsätze. Vor allem mußte es leicht verständlich sein, denn die allermeisten der angesprochenen Kunden waren keine oder nur angelernte Fachleute. Auch die Chefs hatten anfänglich wenig Ahnung. Wir haben diese Zeitschrift bis Ausgabe 65 vorliegen. Die dann folgenden Ausgaben (ab 1962 und folgende) suchen wir noch.

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ETWAS ÜBER ZAHLEN und MASSEINHEITEN

ANMERKUNG DER SCHRIFTLEITUNG:

Messen heißt, eine Größe oder auch einen physikalischen Vorgang durch eine Zahl darstellen, die uns Auskunft darüber gibt, wie oft die betreffende Einheit, die als Grundlage des Messens dient, in der Größe oder dem Vorgang enthalten ist. Es ist z. B. undenkbar, ohne genaue Längenmessungen auszukommen und sich auf allgemeine Angaben wie: lang oder kurz oder ziemlich groß zu beschränken. Es ist auch für den, der mit der Meßtechnik nicht sehr vertraut ist, leicht verständlich, daß alle Dinge, die greifbar oder (wie auf manchen Gebieten der Optik) sichtbar sind, sich grundsätzlich leicht messen lassen.

Schwieriger wird das Messen jener Dinge, die nicht greifbar und nicht sichtbar sind. Das ist z. B. bei manchen elektrischen und fast bei allen akustischen Vorgängen der Fall, also in unserer Kinotechnik bei Tonanlagen. Andererseits ist es unerläßlich, diese Anlagen so zu messen, daß man sich eine Vorstellung über ihre spezifischen Eigenschaften und ihre Leistungsfähigkeit machen kann und in der Lage ist, verschiedene Anlagen miteinander zu vergleichen.

Der nachfolgende Beitrag will versuchen, in Kürze eine Erklärung der Maßeinheiten und ihrer Zusammenhänge besonders bei Tonfilmanlagen zu geben.

Im Fokus : objektive Maßeinheiten

In der Zeit, als die Naturwissenschaften begannen, eine wesentliche Rolle im menschlichen Leben zu spielen, ging man auch dazu über, die teilweise subjektiv auf Teile des menschlichen Körpers bezogenen Maßeinheiten (z. B. Fuß, Elle) durch objektive, meist von den Abmessungen oder Eigenschaften unserer Erde abgeleitete zu ersetzen.

Gleichzeitig wurde das viel verwendete Zwölfersystem (z. B. Dutzend, Schock) durch das Dezimalsystem ersetzt, soweit nicht allgemein eingeführte kompliziertere Meßeinrichtungen eine solche Umstellung verhinderten.

Die Zeit

Ein typisches Beispiel dafür ist die Zeit, in der heute noch das Zwölfersystem (1 Stunde = 60 Minuten, 1 Minute = 60 Sekunden) angewandt wird, allerdings nur für die Intervalle, die schon früher von Bedeutung waren. Dagegen werden Zeiten unter einer Sekunde, die erst durch die Verfeinerung der Technik begannen, eine Rolle zu spielen, allgemein nur im Dezimalsystem gemessen und angegeben.

Mikrotechnik und Makrotechnik

Die Fortschritte von Wissenschaft und Technik erforderten nicht nur, daß immer kleinere, mit den menschlichen Sinnen nicht mehr wahrnehmbare Größen (Mikrotechnik), sondern auch immer größere (Makrotechnik) gemessen oder festgelegt werden mußten. Im allgemeinen Sprachgebrauch waren zwar für große Zahlen im Abstand von je drei Zehnerdekaden Worte entstanden, wie Million, Milliarde, Billion, um das Anhängen zahlreicher Nullen an die Ziffer 1 zu vermeiden, doch besteht beim Dezimalsystem die einfachste Möglichkeit, jede beliebige Zehnerdekade darzustellen durch einen hochgestellten Exponenten, der kennzeichnet, wie oft die Zahl 10 mit sich selbst multipliziert oder bei negativen Vorzeichen durcheinander dividiert werden muß, wie oder 100 = 10², 10.000 = 10⁴ oder 0,001 = 10–³.
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