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Die Formate des 35mm Kinofilms im Detail

Das Bildflächen-Format des 35mm Filmes hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Und der Filmabtaster im Fernsehstudio sollte alle diese Formate so gut wie irgend möglich auf den Fernseher bringen (können). Gemeint ist natürlich das damalige 4:3 Fernsehbild-Format. Mit Cinemascope 2.33:1 gab es schon Probleme.
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Filmverfahren (aus dem Kinotechnischen Handbuch von 1956)

Es gibt verschiedene Filmwiedergabe-Verfahren. Sie unterscheiden sich durch die unterschiedliche Größe ihrer Bildaufzeichnung, durch die Verwendung von Anamorphoten bei Aufnahme und Wiedergabe und durch verschiedenartige Tonaufzeichnungen voneinander.

Die hier beschriebenen Wiedergabeverfahren lassen sich auf normalen Projektoren für 35 mm breiten Normalfilm nach Einbau verschiedener Zusatzeinrichtungen vorführen. Man unterscheidet die Filmverfahren nach ihren technischen Abweichungen auf der Bild- und Tonwiedergabeseite:

Die BILDVERFAHREN sind
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  • Normalbild-Wiedergabe,
  • Breitbild-Wiedergabe ohne Entzerrungsvorsatz (Anamorphotisches Objektiv),
  • Breitbild-Wiedergabe mit Entzerrungsvorsatz und
  • Stereoskopische Filmwiedergabe (3 D-Film).

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Die TONVERFAHREN sind

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  • normaler Lichtton,
  • Perspecta Sound und
  • Vierkanal-Magnetton.

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35mm Normalbild-Wiedergabe

Unter der normalen Bildwiedergabe versteht man die Projektion eines Filmes, bei dem das Filmbild durch das Projektions-Objektiv in der Höhe und Breite im gleichen Verhältnis vergrößert wird und auf der Leinwand dasselbe Seitenverhältnis wie das Bildfenster, nämlich Höhe zu Breite wie 3 : 4, besitzt (das genaue Seitenverhältnis ist 1 : 1,37).
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35mm Breitbildwiedergabe ohne Entzerrungsvorsatz

Bei den Breitbild-Verfahren ohne Entzerrungsvorsatz ist das Filmbild meist genau so groß wie bei der normalen Filmwiedergabe. Von diesem Filmbild wird durch eine kleinere Bildfenstermaske aber nur ein Ausschnitt mit 11,3 X 20,9 mm herausgegriffen, das Bild ist also in der Breite voll ausgenutzt, in der Höhe aber beschnitten. Dieser niedrigere Bildfensterausschnitt wird durch das Projektions-Objektiv linear vergrößert und ergibt auf der Leinwand ein Projektionsbild mit dem Seitenverhältnis von 1 : 1,85. Das Bild ist also, wenn es mit demselben Objektiv wie der Normalfilm projiziert wird, niedriger und hat dadurch den Charakter eines Breitbildes bekommen. In der Praxis projiziert man derartige Breitbildfilme mit kürzeren Objektiv-Brennweiten als das Normalbild, so daß bei Normalbild- und Breitbild-Wiedergabe die gleiche Bildhöhe auf der Leinwand erreicht wird.

ZUSATZEINRICHTUNGEN FÜR DEN PROJEKTOR
Auswechselbare Bildfenster - bei BAUER-Projektoren serienmäßig eingebaut.
Schnellwechsel-Objektivhalter
Breitbildfenster
weitere Objektiv-Fassungen
weiteres Projektionsobjektiv

(Nur bei Magnetton-Filmen: Vierkanal-Magnetton-Abtastgerät, nichtmagnetische Rollen für den Filmweg.)

Plastorama, Vistavision
Verschiedene Breitbildfilme werden nach Art ihres Aufnahme-Verfahrens benannt. Bei der Wiedergabe erfordern sie keine anderen Einrichtungen als die oben aufgeführten Zusatzeinrichtungen für normale Breitbild-Wiedergabe.

Die Größe des Projektorfensters der verschiedenen 35mm Formate:

Hier ein Vergleich der Projektor (Bild-) fenster der verschiedenen Formate, wobei die vier Ecken innen im Fenster immer abgerundet waren. Darum stimmen die ausgerechneten verfügbaren Flächen für die Bildinformation nur in etwa.

 

Die Größen des Projektorfensters von oben nach unten (alle Maße in mm)

 

Bild 1 = Normalfilm Tonformat

Bild 2 = Breitschirm 1:1,66

Bild 3 = Breitschirm 1:1,75

Bild 4 = Breitschirm 1:1,85

 

Bis hierhin wurde das Filmbild linear auf die "Leinwand" profiziert und mit den schwarzen Vorhängen links  und  rechts maskiert.

 

Die nachfolgenden Bildformate wurden beim Projizieren mit anamorphotischen Vorsatzlinsen künstlich auf das sichtbare Bildwand-Format verbreitert.

 

Bild 5 = Super Scope 1:1

Bild 6 = Cinemascope Lichtton

Bild 7 = Cinemascope 4K Magnetton

 

Größe der Bildwand bzw. des Bildschirmes

Hier sind im Vergleich die Formate der mit Spezialoptiken (Anamorphote) zurück entzerrten Bildformate im Vergleich. Das 1:1 Superscope wurde einfach in der Breite auf 2:1 verdoppelt, Cinemascope wurde gezielt entzerrt, wobei Cinemascope-Lichtton im Kino keine so richtige Rolle mehr spielte.

Der Bildversatz zwischen Lichtton- und Magnetton- Filmen in der Kinoprojektion (mit Bezug auf die effektive Film-Mitte)

Bei 35mm Normalfilmen mit Lichtton-Aufzeichnung ist die Mitte des Filmbildes etwa 1,5 mm gegenüberder wirklichen Mitte des Filmstreifens versetzt. Filme mit Magnetton-Aufzeichnungen haben dagegen nur einen kleinen Versatz von Bildmitte zu Filmmitte von 0,48 mm.

Werden auf ein und demselben Projektor Lichtton- und Magnettonfilme vorgeführt, ohne daß auf Versatz der Bildmitte geachtet wird, so kommen die Bilder auf der Leinwand bei den beiden verschiedenen Tonaufzeichnungen nicht zur Deckung. Richtet man den Projektor nach einem Magnettonfilm auf die Leinwandmitte aus, dann ist bei der Lichttonwiedergabe das Filmbild auf der Leinwand nach rechts versetzt. Diese Versetzung beträgt je nach Brennweite und Projektionslänge 40 bis 80 cm.

Durch diesen störende Bildversatz lassen sich mit einer (symmetrischen) Vorhangzugeinrichtung die Bilder der Lichtton- und Magnettonfilme nicht mehr exakt symmetrisch abdecken.

Der Ausgleich des Bildversatzes wird dadurch erreicht, daß die ganze Objektivgruppe um denselben Betrag seitlich versetzt wird, um den das Filmbild gegenüber dem Bild der Lichttonaufzeichnung versetzt ist.
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